Taufen lassen wegen Hochzeit

    • (1) 07.06.15 - 09:18
      ungetauft

      Guten Morgen,

      mein Freund und ich haben das lange WE bei seinen Eltern verbracht. Die wohnen etwas weiter weg. Ich verstehe mich gut mit der gesamten Familie. Es sind alles sehr nette Menschen. Nun ist es so, dass die Familie meines Freundes sehr gläubig ist. Sein Vater ist kath. Theologe und seine Mutter ist Küsterin. Ich wurde nicht getauft und bin auch nicht gläubig. Mein Freund glaubt zwar irgendwie an Gott, aber im Alltag spielt das keine große Rolle. Das ist für mich auch total okay. Ich hatte bisher auch nie das Gefühl, dass es ein Problem ist, dass ich Atheistin bin. Man hat mich und meine Tochter aus einer früheren Beziehung sehr herzlich in die Familie aufgenommen.

      Nun ist es so, dass wir schon länger über ein gemeinsammes Kind nachdenken. Mein Freund ist da recht konservativ und möchte vorher heiraten. Ich muss das zwar nicht, finde es aber schön. Jetzt haben wir seine Eltern in unsere Pläne eingeweiht und die haben sich auch sehr gefreut. Doch jetzt kommt das Aber. Meine Schwiegereltern in spe sehen es als selbstverständlich an, dass wir kirchlich heiraten. Was dann auch bedeutet, dass ich mich und meine Tochter taufen lasse. Das war jetzt auch nicht als Frage formuliert, sondern als Feststellung.

      Wir sind bisher von einer standesamtlichen Heirat ausgegangen. Nun ist es so, dass ich mich nicht taufen lassen will. Finde das auch heuchlerisch, weil ich ja nicht an Gott glaube. Ich bin auch nicht weiter auf das Thema eingegangen. Mein Freund sagte mir dann, dass er es zwar auch schön finden würde, wenn wir kirchlich heitraten würden, aber dass es ihm nicht so wichtig sei und es für ihn okay ist, wenn ich das nicht möchte. Ja nun stehe ich da. Ich bin mir sicher, dass es irgendwie Konsequenzen haben wird für die Beziehung zu meinen zukünftigen Schwiegereltern, wenn ich mich quer stelle. Ich weiß ja auch, dass es ihnen viel bedeuten würde. Und dann denke ich, was soll es, so eine Taufe ist ja nur Wasser. und tut nicht weh. Andererseits sträubt sich aber irgendwas in mir dagegen. Ich kann das aber rational gar nicht begründen. Ich muss diese Entscheidung nicht gleich morgen treffen, aber irgendwie belastet mich das schon. Bin halt mit einem komischen Gefühl zurückgekommen und die Freude ist irgendwie weg.:-(

      Kann mich hier jemand verstehen?

      Danke und einen schönen Sonntag.

      • Man kann auch kirchlich heiraten wenn nur einer in der Kirche ist, ich komme gerade nicht drauf wie sowas heißt. Aber so hat mein ungetaufter Bruder geheiratet. Seine Frau ist katholisch und hat dann die gesamten kirchlichen Gebete mitgemacht, währen er ein vereinfachtes Hochzeits Versprechen gemacht hat, ohne amen und ähnliches. Es we sehr schön!

        K

      Gerade wenn Deine Schwiegereltern gläubig sind, sollten sie ja kein Interesse daran haben, dass jemand sich "nur" für die romantische Hochzeit taufen läßt. Und wenn Du NICHT WILLST (im Gegensatz zu "von mir aus, ist mir egal"), dann laß das mit der kirchlichen Hochzeit.

      Auf Dauer wichtiger finde ich die Frage, wie ihr eure Kinder erziehen wollt. Mein Neffe hatte gerade Erstkommunion, das war schon für mich als Protestantin gewöhnungsbedürftig, obwohl ich mich für ihn gefreut habe, dass er so begeistert dabei ist und jetzt auch Messdiener werden will. Aber diese ganze Hierarchie bei den Katholiken #zitter

    • (7) 07.06.15 - 11:16

      Ich würde das an deiner Stelle nicht mitmachen. Es ist Eure Hochzeit und nicht die deiner Schwiegereltern, die Hochzeit muss so sein, wie IHR es Euch wünscht und Euch damit wohlfühlt, deine Schwiegereltern hatten ihren eigenen "schönsten Tag im Leben" schon, warum solltest du deinen dafür opfern, dass SIE es gut finden, wenn das dir selbst gegen den Strich geht. Da solltet Ihr hart bleiben. Wenn sie es bisher akzeptiert haben, dass du und deine Tochter nicht getauft sind, sollten sie nicht erwarten, dass du extra in die Kirche eintrittst für eine kirchliche Trauung. Wenn das danach zwischen Euch steht, würde ich sie später mal fragen, wie sich das eigentlich mit der christlichen Nächstenliebe vereinbaren lässt. ;-)

      Überlegt euch doch eine Kompromiss. Statt einer einfache standesamtlichen Trauung vielleicht eine Trauung auf einem Schiff durch einen Kapitän oder irgendwas Anderes Außergewöhnliches, Feierliches? Vielleicht haben deine Schwiegereltern ja auch einfach nur Angst, dass es nicht feierlich genug wird sonst und die Eheschließung zu geschäftsmäßig dann ist und zu wenig im Sinne der Liebe? Da gibt es aber auch schöne Alternativen. Es gibt auch freie Prediger, die auf nichtkirchlichen Hochzeiten und Beerdigungen eine christliche Rede halten, auch so jemanden könnte man vielleicht mit ins Boot holen. Wir hatten so einen Prediger mal bei einer Beerdigung, wo der Verstorbene aus der Kirche ausgetreten war, seine Eltern waren aber gläubig, da hat dann kein Pastor sondern so ein freier Prediger die Andacht gehalten. Sowas gibt es bestimmt auch für Hochzeiten.

    Hallo!

    Ich hab jetzt die anderen Antworten nicht durchgelesen, möchte dir aber schnell selbts schreiben, was mir dazu einfällt. Also nicht böse sein, wenn jetzt was doppelt ist.

    Bei uns ist es genau umgekehrt. Ich bin katholisch und auch mit dem ganzen aufgewachsen und bezeichne mich als gläubigen Menschen. Dennoch bin ich hier in der neuen Gemeinde nicht angekommen und praktiziere meinen Glauben eher im privaten Kämmerlein, aber darauf kommt es ja nicht an.
    Meine Mutter ist katholische Religionslehrerin, mein Vater evangelisch, mein Bruder ist bei der Kirche angestellter Theologe. Wir Kinder waren alle Ministranten und in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv usw.

    Mein Mann ist aus Ostdeutschland und Atheist. Seine Eltern wurden beide noch evangelisch getauft, sein Vater noch konfirmiert, seine Mutter schon nicht mehr. Beide ausgetreten usw.

    Dennoch war es meinem Mann immer klar, dass er einer kirchlichen Trauung und der Taufe unserer Kinder absolut zustimmen wird.
    Ja, wir sind katholisch verheiratet, und unsere 3 (gemeinsamen) Kinder sind getauft - aber mein Mann ist auch jetzt nicht getauft. Das wiederum war für mich nie ein Thema. Ich würde ihm sowas nicht aufdrängen und verstehe, dass er damit nichts anfangen kann. Dennoch ist es eben für ihn und mich selbstverständlich, dass er mit den Kindern abends vorm Schlafen betet (das gehört zum Ritual) und an bestimmten Tagen der Kirchgang dazu gehört.

    Wir wohnen in Mecklenburg-Vorpommern und leider wird hier eben in der Kita gar nicht auf die Grundlage bestimmter Feiertage eingegangen. Mein Mann vermittelt unsrem Großen aber ganz selbstverständlich die für mich wichtigen Hintergründe, schaut mit ihm entsprechende Bücher an, singt die Lieder usw. Manchmal muss er bei Fragen dann an mich verweisen, aber er würde das nie in Frage stellen. Und das ist mir sehr wichtig. Die Taufe für ihn wiederum eben nicht!

    Ich glaube, dass der Alltag viel wichtiger ist, als die Frage nach deiner Taufe. In deinem Fall sagt dir dein Bauchgefühl doch schon alles: lass es! DU musst es wollen. Und ich finde, es gibt genug andere Möglichkeiten, um den Glauben im Alltag nicht außen vor zu lassen. Ich verstehe, dass Kirche und Glaube für deine Schwiegereltern dazu gehört und das möchten sie eben auch für ihren Sohn, dich (weil sie dich gern haben) und für die künftigen Enkel. Aber setz dich lieber erst mal mit deinem Freund hin, überlegt, was euch beiden wichtig ist und wo ihr euch treffen könnt. Dann könnt ihr euch ja auch mal beraten lassen bei nem Pfarrer und schließlich gibt es bestimmt eine Lösung, die auch für deine Schwiegereltern tragbar ist, ohne dass sie sich vor den Kopf gestoßen fühlen.

    Ich hoffe, ihr findet einen guten Weg für eure Familie und wünsche euch alles Gute!
    #blume

    (10) 07.06.15 - 12:08

    Hallo,
    für deinen Mann und dich spielt der Glaube keine Rolle, also ist es eure Entscheidung wie ihr heiraten wollt. Die Eltern haben dort nicht "mitzumischen".

    Ich würde mir niemals eine Glaubensrichtung aufzwängen lassen, auch nicht meinem Kind und schon garnicht damit die Schwiegereltern zufrieden sind.
    Ihr beide wollt eine standesamtliche Trauung, ihr Beide habt zu dem Thema dieselbe Meinung....alles andere ist unwichtig.

    Ich bezweifel auch, das es wirkliche KOnsequenzen innerhalb der Familie haben wird, sonst hätte sie dich bis jetzt nicht so gut akzeptiert.
    LG

    Hallo,

    ihr könnt trotzdem kirchlich heiraten, auch wenn Du nicht getauft bist. Es muss nur einer der beiden Brautleute in der Kirche sein. Das einzige, was die Kirche dabei verlangt, ist, dass die etwaigen kommenden gemeinsamen Kinder, (also nicht dein "schon existentes" Kind) christlich erzogen werden.

    Viele Grüße
    Katharina

    • (12) 07.06.15 - 13:20

      "Das einzige, was die Kirche dabei verlangt, ist, dass die etwaigen kommenden gemeinsamen Kinder, (also nicht dein "schon existentes" Kind) christlich erzogen werden."

      Wo hast du das denn her?
      Also wir sind beide katholisch und haben auch kirchlich geheiratet und keiner hat von uns verlangt, dass wir unsere Kinder taufen lassen und christlich erziehen.

      • Wenn beide katholisch sind, wird davon sowieso ausgegangen. Die Frage stellt sich ja eher bei "gemischten" Paaren.

        • (14) 07.06.15 - 13:41

          Genau, es wird davon ausgegangen, aber ganz sicher nicht verlangt.

          Egal ob nun beide katholisch sind oder ob nicht.

          Bei meiner Schwester ist sie katholisch, er evangelisch, geheiratet wurde katholisch und da wurde auch nicht verlangt, dass die Kinder später katholisch erzogen bzw. getauft werden.

          • Und bei meinem Bruder (ev.) und seiner Frau (kath.) war es durchaus Teil des Traugottesdienstes, dass von einer christlichen Erziehung der Kinder die Rede war. Wobei da die Kinder schon da und katholisch getauft waren, von daher mußte die Konfession nicht mehr diskutiert werden.

Top Diskussionen anzeigen