Mein Mann kifft immer öfter, glaube ich Seite: 2

        • (26) 08.06.15 - 13:01

          Das kann gut sein, habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht. Natürlich habe ich aber auch Sorge das es einfach zuviel ist/wird und Auswirkungen auf sein Tun und Handeln hat. Manchmal denke ich, es ist alles überzogen und dann denke ich, das geht gar nicht.

          Natürlich sollten Eltern ein Vorbild sein und gewisse Dinge würden bei mir mit Kind absolut nicht gehen. Z.B. in der Wohnung rauchen, da wäre ich sofort weg. Jeder hat seine Erfahrung und seine Meinung und das ist auch okay. Aber bis man asozial ist oder seinen Kindern schlechtes tut, da gehört noch ne Menge weit mehr zu.

          Ich habe selber bis zu meiner Schwangerschaft geraucht, dann aber sofort aufgehört. In der Wohnung allerdings nie.

          Es ist toll das du deinen Weg gegangen bist und für dich das Richtige getan hast!

      (27) 08.06.15 - 08:23

      Hallo,

      ich könnte auch gelegentlichen Drogenkonsum nicht tolerieren. Dafür habe ich schon zu häufig gesehen, welche Auswirkungen daraus auf Familie erwachsen können. Besonders, wenn der Konsum, so wie Du sagst, zunimmt, würde ich mit ihm mal ein ernstes Wörtchen reden und, um auf Deine Frage zu antworten; nein, ich finde nicht, dass Du dich anstellst und lockerer sein solltest... - übrigens würde ich es als genauso kritisch erachten, wenn regelmäßig jeden Abend ein Glas Wein konsumiert wird. Generell kann regelmäßiger Konsum von Alkohol und anderen Substanzen bereits als bestehende Abhängigkeit angesehen werden. Bitte ihn doch mal, ein oder zwei Wochen ganz auf die Joints zu verzichten - wenn er das nicht ohne Probleme kann, ist er auch abhängig und will sich das nur nicht eingestehen....(wäre bei Alkohol genauso).
      Wenn es erst soweit wäre, dass die Auswirkungen sich im Alltag zeigen, finde ich persönlich es schon fast zu spät, dann erst was zu sagen oder zu tun...

      Ich weiß auch nicht, inwieweit man Drogenkonsum überhaupt "unter Kontrolle" haben kann...stehe dem sehr skeptisch gegenüber.

      LG

      a79

      (28) 08.06.15 - 09:33

      Hallo wastun!

      Ich schreibe dir jetzt mal aus meiner Sicht was ich tun würde. Nein, nicht nur würde tun, sondern exakt so hab ich es getan. Mein Mann kommt aus für ihn schwierige Verhältnisse. Seine Mutter starb früh an Krebs und sein Vater war dann mit den verbliebenen Kindern (5 sind damals schon ausgezogen, er ist das j. üngste von insgesamt 6 Geschwistern) überfordert. Über Probleme wurden in dieser Familie noch nie gesprochen, weil der Vater immer eine harmonische Familie wünschte. So war es schnell passiert und mein Mann rutschte in die Canabissucht. Einen Entzug machte er kurz bevor wir uns kennenlernten. 2004 kam der Rückfall. Zu dem Zeitpunkt waren wir 4 Jahre zusammen, ich schwanger und die Hochzeit war geplant. Ich habe mir das nicht lange angesehen (eben weil ich auch meine Erfahrungen mit Sucht in der Kindheit machte und meine Einstellung dazu habe). Er bekam exakt zwei Möglichlichkeiten: 1) er geht mit mir zusammen zum Arzt und macht eine Therapie (sprich er hört sofort damit auf) oder 2) er macht weiter und ich bin samt unserem ungeborenen Sohn weg.
      Er entschied sich für ersteres, machte lange eine Therapie und ist heute 10 Jahre sauber. Ein bischen oder ab und zu gibt es bei mir nicht, denn auch das ist eine Sucht. Ich bin mit einen Alkoholiker gross geworden der sich vor den Augen meiner Mutter und kleinen Schwester (damals war sie 16 Jahre alt) zu Tode gesoffen hat. Einen Alkoholiker oder Junky will ich nicht an meiner Seite, schon gar nicht wenn Kinder im Spiel sind.

      Wenn du den Eindruck hast es geht über deine ganz persönliche Grenze hinaus ( wie gesagt deine, denn ich würde das garnicht tolerieren), dann musst du ihn die Pistole auf die Brust setzten und danach handeln. Das ist die einzige Möglichkeit die du hast. Und dein Mann ist kein Gelegenheitskiffer mehr, wenn er es alle zwei Tage tut. Das ist regelmäßig und dazu sehr engmaschig, heisst süchtig. Einem Süchtigen kann man nicht helfen, er muss selbst erkennen das er Hilfe braucht. Man kann ihm aber die Möglichkeit geben sich zu entscheiden.

      • Du hast Recht, bei einem Suchtkranken gibt es kein bisschen ab und zu.

        Aber das Problem ist die Suchterkrankung. Heute weiß man, das es Menschen gibt, die ein Gen in sich tragen, das eben leichter zu Suchterkrankung führt.

        Dabei ist es nunmal reiner Zufall ( und auch persönlicher Geschmack oder Gelegenheit ) ob diese Person Alkohol, THC, Kokain, Sex, Shopping, Internet, Automaten etc. zur Befriedigung der Sucht braucht.

        Cannabis macht definitiv nicht süchtig, zumindest nicht mehr als ein überauserfolgreicher Shopping Trip, Kuchen oder guter Sex.

        Cannabis ist keine Einstiegsdroge( das ist Alkohol ) und tötet niemanden.

        Und es gibt einen Haufen Menschen die ein sehr erfolgreiches Leben mit hin und einen Joint führen können.

        Dein Mann gehört nicht dazu, aber schließ nicht von ihm auf andere

        Pina

            • (32) 08.06.15 - 14:56

              Hattest du nicht geschrieben, das Cannabis definitiv nicht süchtig macht!?

              • Der Wirkstoff THC hat keinerlei Suchtpotential.

                Jedoch Menschen die das Gen in sich tragen, die also für Sucht exponiert sind, können von allem zwanghaft süchtig werden:

                Gummibärchen, Sex, Urbiaforum

                Pina

                • (34) 09.06.15 - 20:04

                  Woher weiß man ob man dieses Gen in sich trägt?

                  • Es gibt wohl einen Gentest, ich weiß aber nicht ob er bereits im Handel ist.

                    Kostengünstiger ist der Blick in die Familienhistorie.

                    Sind Verwante in hoher Zahl Suchtkranke, ist es recht wahrscheinlich das man selbst eine gewisse Disposition hat. Bei einem Suchtkranken Elternteil stehen die Chancen 50/50

                    Ich habe keine Veranlagung zur Sucht, das weiß ich, weil ich mich ganz gut kenne und auch kritisch reflektieren kann.

                    In meiner Ursprungsfamilie gab es keine Auffälligkeiten, auch nicht im weiteren Umfeld bei Onkel und Tanten, oder den Großeltern.

                    Nur ein Onkel hat sich todgesoffen, wie man damals sagte, aber der war angeheiratet.

                    Pina

                    • (36) 09.06.15 - 22:01

                      Danke dir.
                      Bei uns liegt nichts dergleichen vor. Mein Schwiegervater war alkoholkrank, zehn Jahre trocken. Mehr gibt es von beiden Seiten nicht zu berichten.

                (37) 09.06.15 - 20:34

                Danke dir.
                Dem stimme ich auch zu, zählt ja für viele Dinge im Leben….hatte ich irgendwo hier auch schon einmal angeführt.

          Da hast du absolut recht! Ich selbst habe dieses "Sucht Gen" und muss mich oft hinterfragen, ob etwas schon in Richtung Sucht geht was andere als vollkommen normal und harmlos empfinden.

          Das schlimme ist, das hinter vielen Produkten eine Unternehmenspolitik steht, die eine Abhängigkeit bewusst fördert.

          Zucker finde ich zb, viel schlimmer und todbringender als Cannabis. Trotzdem würde ich es an Stelle der TE nicht toll finden, wenn mein Mann kifft, Es ist nunmal (noch) illegal, und das kann zu Problemen führen, die auch die Familie betreffen.

          Kontakt zu kriminellen Kreisen, die Gefahr eine Hausdurchsuchung mitzuerleben oder gar den Jobverlust des Partners fände ich für mich nicht akzeptabel...

    (39) 08.06.15 - 13:21

    Ich habe letztens einen tollen Beitrag zum kiffen im Radio gehört.

    Cannabis ist in den Sinne schon eine Einstiegsdroge, weil Menschen, die harte Drogen konsumieren zu 99% mit Cannabis angefangen haben. ABER nicht jedet, der Cannabis konsumiert, nimmt später härtere Drogen.

    kiffen macht schon süchtig, da es das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Also, es macht psychisch süchtig. Aber im Vergleich zu Kokain usw macht es nicht körperlich süchtig.

    Lg

    • http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/alkohol_aid_51703.html

      Ich weiß nicht was, und vor allem von welchem Autor der Bericht war , aber unabhängige Wissenschaftler haben Festgestellt das Alkohol die Einstiegsdroge Nr1 ist und zusammen mit Nikotin die meisten Todesfälle produziert.

      Ja, man glaubt es kaum, die Legalen sind die Gefährlichsten.

      Pina

      • (41) 08.06.15 - 13:49

        Doch doch, ich glaube das schon ;-)
        Kiffer fangen ja meist mit Rauchen an. Also, Nikotin...

        Wer genau das gesagt hat weiss ich leider nicht mehr, bei mir ist auch nur dieser eine Satz hängen geblieben. ^^
        Aber da ja so viele sagen das Cannabis die Einstiegsdroge ist, fand ich das Zitat jetzt passend.

        Ergänzen wir einfach das es hier um illegale Einstiegsdrogen geht ;-)

        Alkohol und Nikotin finde ich auch schlimm eben weil es so einfach zu bekommen ist und gesellschaftlich anerkannt :-(

        Lg

        • Nein, Koffer fangen nicht zwangsläufig mit dem Rauchen an, also Nikotin.

          Es gibt sogar eine verdammt hohe Schlagzahl der Nichtraucher unter den Konsumenten.

          Oder was glaubst Du, warum jeder Headshop ein breites Sortiment an nikotinfreiem Tabak führt.

          Und genau an solchen Äußerungen siehst Du, das der Radiobericht schlecht recherchiert und tendenziell ausgerichtet war.

          Es gibt augenblicklich viele Berichte über THC die in die ein oder andere Richtung. Einfach weil die Legalisierung vor der Tür steht.

          Pina

      (43) 08.06.15 - 14:57

      Sag ich doch ;-)
      Tja alles nicht so einfach….

Hallo,

wie reaktionsfreudig ist ein Vater, der gerade einen Joint geraucht hat, wenn sein Sohn plötzlich einen Notarzt braucht? THC mag zwar bei dem Konsumenten nicht tödlich sein, kann aber tödliche Auswirkungen auf andere Menschen haben, wenn unter der Rauschwirkung jemand Auto fährt, nicht in der Lage ist Hilfe zu leisten o.ä. Persönlich möchte ich von keinem Arzt operiert werden, der gerade am Abend 1-2 Joints geraucht hat. Auch möchte ich nicht mit Menschen in einem Auto sitzen, wenn der Fahrer noch schön THC im Blut hat. Jedes Rauschmittel kann tödlich sein, nur eben nicht immer für den Konsumenten.

LG
Manu

  • (45) 08.06.15 - 20:43

    Dann darf man auch null Alkohol trinken.

    " .ä. Persönlich möchte ich von keinem Arzt operiert werden, der gerade am Abend 1-2 Joints geraucht hat."

    Nun, ich weiß nicht, wie oft Du in der Regel operiert wirst, aber die Chance das Dir sowas passiert ist relativ hoch. THC und Kokain sind die Drogen unserer Eliten geworden.

    Und Drogentests sind aus Gutem Grund nicht standardmäßig eingeführt. Erinnerst Du Dich an den Skandal von vor ein paar Jahren, als auf jeder Toilette im Bundestag ( ja auch und gerade bei denen, die ausschließlich nur von den Abgeordneten benutzt wurden ) Koks gefunden wurde?

    Naja, ich würde mich, wenn ich die Wahl hätte würde ich mich von dem Kiffer operieren lassen, da ist der Rausch nach 2 Stunden vorbei, auch wenn schlecht informierte Kreise gerne was anderes behaupten.

    Ein Kokser zerstört seine kleine grauen Zellen nachhaltig, neigt zu Überschätzung bis Größenwahn .

    Pina

    (47) 10.06.15 - 21:49

    Ich würde mich eher von einem Arzt operieren lassen der am Abend einen Joint geraucht hat, als von einem Arzt der völlig übermüdet ist, Medikamente eingeworfen oder ne Flasche Wein getrunken hat. DAS ist um einiges gefährlicher und verbreiteter als man glauben mag.

(48) 08.06.15 - 09:43

Hallo,

ich denke, du solltest keinen Druck auf deinen Mann ausüben, denn das hat den gegenteiligen Effekt. Meistens konsumieren Leute Drogen, weil sie unter irgendeiner Art von innerem Druck stehen.

Ich bin, wie dein Mann, der Meinung, dass Cannabis nicht so schädlich ist wie Alkohol, dafür gibt es auch genügend Belege (geringeres Suchtpotenzial, keine körperliche Abhängigkeit, weniger soziale und gesundheitliche Auswirkungen). Trotzdem ist es natürlich nicht harmlos - Dauerkiffer verändern sich in ihrer Persönlichkeit, das Gedächtnis wird schlechter, und natürlich schadet jede Art von Abhängigkeit extrem, nicht nur dem Betroffenen, sondern auch den Angehörigen, weil irgendwann die Droge wichtiger wird als alles andere.

Ich würde mich an deiner Stelle noch weiter informieren und das Gespräch mit deinem Mann suchen, ohne Druck zu machen. Mit ihm gemeinsam herauszufinden versuchen, warum er kifft bzw. warum es mehr geworden ist - Stresst ihn seine Arbeit, das Familienleben, kann er schlecht "abschalten"? Was gibt es für andere Möglichkeiten, sein Leben entspannter zu gestalten? Anders als Alkohol lässt Kiffen einen nicht seine Probleme vergessen, es entspannt eher körperlich und bringt die Gedanken auf eine andere Ebene - ähnliche Effekte lassen sich auch durch intensiven Sport, Yoga und andere Entspannungstechniken erreichen.

Ich würde versuchen ihm klarzumachen, dass man als verantwortungsvoller Mensch und Vater erstmal versuchen sollte, gesündere und effizientere Methoden zu Entspannung und Druckabbau zu finden als den Konsum von Drogen, auch weil er darin Vorbild für sein Kind ist. Wenn man das grundsätzlich kann, schadet auch der eine oder andere Joint nichts.

LG Meggie

(49) 08.06.15 - 10:23

Herzlichen Glückwunsch, dein Mann ist ein Junkie.

Da gibts auch nichts schön zu reden.

Top Diskussionen anzeigen