Es bricht mir das Herz... lang

    • (1) 14.06.15 - 22:19
      wieweitermachen

      Hallo zusammen,

      Seit Wochen bin ich ratlos und weiß einfach nicht mehr wie ich weiter machen soll und kann.
      Die Fakten:
      Ich (33) und mein Mann (46), seit 15 Jahren zusammen und seit 4 Jahren verheiratet. Haben ein 3,5 jähriges Kind.

      Leider hat unsere Beziehung in den letzten Jahren sehr gelitten. Wir hatten bis heute, seit der Geburt unseres Kindes, nicht einen Abend für uns alleine. Einen fremden Babysitter hat mein Mann immer abgelehnt. Familie in er Nähe haben wir leider nicht. So konnten wir unsere Beziehung eigentlich nicht mehr "pflegen ". Die letzten 3 Jahre waren arbeitstechnisch und gesundheitlich sehr stressig für unsere kleine Familie. Es gab einfach stressbedingt viel Streit zwischen uns. Mein Mann will sich, um etwas runter zu kommen, zeit für sich nehmen und geht seinem Hobby nach. Das ist natürlich ok, aber er übertreibt es mit seiner Freizeit.Ich wünsche mir für unsere freie Zeit, gemeinsame Zeit als Familie.

      Die Fronten haben sich sehr verhärtet. An meinen Mann komme ich so gut wie nicht mehr ran. Er fühlt sich sofort auf den Schlips getreten.

      Er ist mittlerweile richtig kolerisch, wird sofort laut.

      Wir haben so oft drüber gesprochen, auch das ich seine laute, aufbrausende Art nicht mehr akzeptieren kann, da er auch kein Halt mehr kennt wenn unser Kind dabei ist.

      Er nimmt sich dann für ein paar Tage mal wieder zusammen und dann geht es wieder von vorne los.
      Professionelle Hilfe oder eine Eheberatung lehnt er strikt ab.

      wir waren einmal so glücklich, haben uns so sehr auf unser Wunschkind gefreut. Von dieser Beziehung ist so gut wie nichts mehr übrig.
      Trennen will er sich nicht. Und ich bringe den Schritt auch nicht übers Herz. Bin nur noch am überlegen wie wir uns retten können, auch für unser Kind.

      Wieviel Liebe von meiner Seite aus noch da ist... ?Ich weiß es mittlerweile nicht mehr.
      Ich bin von seinem Gemotze und seinem Egoismus nur noch genervt und gleichzeitig unendlich traurig.

      Mein Kopf sagt es gibt keine Rettung mehr, meine Herz sagt, vielleicht ist es nur eine Krise?
      Zärtlichkeiten gibt es auch so gut wie keine mehr zwischen uns. Bruder und Schwester.

      WIE kann man an so einem Punkt noch weiter machen?

      Gibt es noch Möglichkeiten wieder zueinander zu finden?

      • Wenn ich in deiner Situation wäre hätte ich zwei Möglichkeiten..

        Entweder sage ich ihm klar, das mich sein Hobby, wofür er zu viel Zeit verbraucht stört..

        Oder du lässt ihm sein Hobby und redest nicht mehr darüber, und auch nicht über Eure Beziehungsprobleme..

        Damit die Lage und auch er sich wieder etwas entspannt.

        Wenn er schon genervt und gereizt ist, und du kommst ihm noch mit Vorwürfen wirds noch schlimmer.

        Lass einfach mal den Tag laufen ohne über Probleme zu sprechen, auch wenn dich etwas nervt oder so.

        Und wenn er laut wird, gehst du einfach aus dem Zimmer, nicht auch laut werden oder Vorwürfe machen, dann kommts zum Streit, er ist laut du wirst laut, das bringt nichts.

        Und beobachte einfach mal Eure Beziehung, deinen Mann :-)

        Liebst du ihn noch? Gefällt er dir noch? Usw.

        Vielleicht kannst du so mehr eine Entscheidung treffen oder eine Lösung finden für "Eure" Beziehung.

        Vielleicht lässt er dich dann auch wieder an sich heran, als wenn du ihn dauernd mit Vorwürfen kommst.

        Vielleicht ist er ja von den Vorwürfen genervt, deshalb reagiert er so cholerisch.

        Versuche die Lage zu entspannen, nicht noch mehr zu belasten, auch wenn du vielleicht sauer auf ihn bist.

        Ihr könnt auch zu Hause einen schönen Abend machen wenn das Kind schläft, mit Wein und einen Film oder so.

        Oder was schönes kochen, den Tisch schön decken, abends mit Kerze usw.

        Oder gemeinsam etwas planen, einen Urlaub oder einen Ausflug, das ist auch gut für eine Bindung zwischen einem Paar.

        (3) 14.06.15 - 22:44

        Kinder können die Beziehung zerstören! Wäre es ohne Kind besser? Kinder belasten eine Beziehung.

        Und trotzdem wollen sssooo viele unbedingt ein Kind.

      (6) 14.06.15 - 22:50

      Hallo,

      ich kann dir zwar keinen Rat geben. Aber ich kann dir sagen, dass ich das Ganze nur zu gut kenne und es scheint wohl in einigen Familien leider "normal" zu sein. Auch mein Mann kommt oft ziemlich genervt heim. Wir haben 3 Kinder und auch keine Familie in der Nähe. 3x haben wir es bisher geschafft abends mal wegzugehen und Nachbarn bzw. Bekannte haben auf die Kinder aufgepasst. Unsere Kinder fanden das aber nicht so toll. Also haben wir es wieder gelassen. Auch sind die Kinder sehr auf mich fixiert, da ich ja meistens für die Kinder da bin. Mein Mann ist auch nach der Arbeit oft noch unterwegs. Vor kurzem stand ich auch wieder vor der Überlegung auszuziehen, weil ich keine Lust mehr hatte. Wir sind jetzt seit 11 Jahren verheiratet. Aber irgendwie bringe ich es auch nicht fertig das dann tatsächlich durchzuziehen. Gespräche endeten oft damit, dass sich mein Mann beleidigt zurückgezogen hat. Er kann keine Kritik vertragen. Lust auf ihn hatte ich auch schon lange nicht mehr.

      Vor kurzem waren wir im Urlaub. Ich war vorher zwar schon fast drauf und dran alles abzusagen vor dem Gedanken eine Woche Tag und Nacht ständig meinen "rummaulenden" Mann zu ertragen. Aber irgendwie hat uns dieser Urlaub (nach den ersten Tagen) richtig gut getan. Die Kinder waren endlich mal ohne uns beschäftigt. Gekocht hat mein Mann auch mal wieder und ich konnte mich ausruhen. Hatte dann auch mal wieder Lust auf ihn. Die Woche danach verlief auch recht locker. Es waren noch Schulferien, ich hatte frei. Im Laufe der Woche musste ich noch mit einem Kind für ein paar Tage ins Krankenhaus. Also musste sich mein Mann um alles kümmern daheim mit den beiden anderen Kindern und ich und meine Tochter haben viel Zeit allein zusammen verbracht. Irgendwie war das erholsam für uns alle, auch wenn es blöd klingt. Mein Mann hat daheim alles allein machen müssen und ich bin verpflegt worden und musste mich mit meiner Tochter "zwangs-ausruhen". Die Woche danach ist mein Mann mit meiner Tochter noch die ganze Woche daheim geblieben und hat sich um den Haushalt gekümmert. Ich bin arbeiten gegangen und als ich heim kam war fast alles erledigt. Unsere Stimmung daheim ist grad so locker und angenehm wie schon lange nicht mehr. Sogar die Kinder verbringen grad gern Zeit mit ihrem Papa.

      Die letzten 3 Wochen haben mir gezeigt, dass vermutlich ich einfach so überlastet war, vielleicht auch durch das wenige miteinander Zeit verbringen, dass sich unsere Beziehung dadurch irgendwie fast selbst zerstört hat. Ich habe gesagt, dass ich zukünftig noch etwas kürzer treten muss. Vielleicht werde ich auch mittags Essen bestellen, um nicht noch jeden Tag kochen zu müssen für die Kinder. Und mein Mann möchte mich noch etwas unterstützen im Haushalt. Es macht schon einen riesigen Unterschied, ob ich mich morgens in aller Ruhe allein fertig mache und auf Arbeit gehe oder ob ich morgens 3 Kinder fertig mache und wegbringe (jedenfalls 2 davon). Da startet man schon ganz anders in den Tag. Nur da kann mir mein Mann nichts abnehmen. Der ist morgens schon aus dem Haus, wenn wir aufstehen.

      Vielleicht liegt es bei euch auch an dem "Alltagsstress". Ich wollte es vorher auch nicht glauben. Aber dass man sich als Eltern dennoch regelmäßig Auszeiten gönnen soll, da scheint wirklich etwas dran zu sein.

      Vielleicht konnte ich dir jetzt doch ein wenig weiterhelfen. Du bist auf jeden Fall nicht allein mit deiner Situation. Manchmal wundert mich auch nichts mehr, warum es so viele Alleinerziehende gibt...

      • Nur kurz: also meine Maus ist sehr papafixiert, eben WEIL sie ihn seltener sieht als mich.

        Ich möchte mich dir anschliessen und zwar in dem Punkt, dass es sehr sehr wichtig ist SICH eine Auszeit zu nehmen.
        Etwas ohne Kind/er und Mann unternehmen. Nur für sich!!! Da fühlt sich der Alltag anders an, man hat mehr Kraft und fühlt sich nicht so überfordert!
        Das tut sich selbst gut und der Beziehung/Ehe besonders.

        Und ein Urlaub, in dem man nicht kochen oder waschen oder einkaufen muss, kann allen beteiligten soooo gut tun

    Du schreibst, dass du überhaupt nicht mehr an ihn heran kommst und er sich sofort angegriffen fühlt. Eine professionelee Gesprächsumgebung im Rahmen einer Beratung oder Therapie lehnt er ab. Zeit kann oder will er für euch als Familie nicht mehr aufwenden und für euch als Paar schon mal gar nicht. Zudem hat er sich eine cholerische Art angeeignet, die er auch rücksichtslos vor dem Kind auslebt.

    >>WIE kann man an so einem Punkt noch weiter machen?<<

    Gar nicht. Du hast deine Möglichkeiten ausgeschöpft und ER macht nicht auch nur einen halben Schritt auf dich zu. Du siehst doch ganz deutlich, dass er sich keinerlei Mühe gibt, etwas an der Situation zu ändern. Wenn ihr schon von Trennung gesprochen habt und ihm dann noch kein Licht aufgeht, sehe ich keine Hoffnung.

    >>wie wir uns retten können, auch für unser Kind.<<

    Ich selbst bin ein Scheidungskind und dankbar, dass meine Mutter diese Entscheidung damals traf. Trennungen sind für Kinder nicht immer nur schlecht, sie können Kinder auch vor Negativem bewahren.

    Euer Kind erlebt derzeit kein Familienleben und keinen Vater sondern seine Eltern, wie diese nebeneinander her leben. Soll dein Sohn das mit auf seinen Lebensweg nehmen? Einen Vater, der hysterisch herum brüllt und eine Mutter, die sich der Situation ergeben zeigt?

    Eine Beziehung um jeden Preis erhalten zu wollen und das nur des Kindes wegen ist sehr, sehr sinnlos.

    Warum lehnt er denn eine Eheberatung so stikt ab? Wie schätzt er denn eure Lage ein als Paar, findet er das alles soweit in Ordnung? Sieht er wie unglücklich Du bist, dass ihr kurz vor einer Trennung steht?

    Und ganz ehrlich....
    < Wir hatten bis heute, seit der Geburt unseres Kindes, nicht einen Abend für uns alleine. Einen fremden Babysitter hat mein Mann immer abgelehnt. Familie in er Nähe haben wir leider nicht. So konnten wir unsere Beziehung eigentlich nicht mehr "pflegen ".>

    Das ist doch kein Grund, ein so kleines Kind sollte regelmässige Schlafenszeiten haben, geht doch auch irgendwann abends früh zu Bett. WEnn man die Zeit sinnvoll nutzt hat man jeden Abend Zeit für sich und die Beziehung zu pflegen. Man muss es nur wollen.

    Lichtchen

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