Manchmal ist es besser zu gehen, als zu bleiben...

    • (1) 22.06.15 - 15:42
      Blauäugig

      Ich sitze gerade in meinem Auto.Ich bin einfach weggefahren.Zum wiederholten Male habe ich versucht mit meinem Mann zu sprechen.Wieder führte das Gespräch für mich in eine Sackgasse.Ich bin so unendlich traurig, weil ich weiß, dass eine Trennung auf lange Sicht unvermeidbar ist.
      Ich bin schon länger völlig überlastet.Vollzeitjob mit Leitungsposition, ein kleines Kind, ein Mann der im Schichtbetrieb arbeitet.Wäre alles erstmal kein Problem, ABER unser Sohn hat erst mit zwei Jahren das Schlafen für sich entdeckt. Ich habe bis heute das Defizit der Erschöpfung durch permanent unterbrochene Nächte einfach nicht aufgeholt.Unser Sohn ist jetzt 4. Ich habe schon vieles versucht, dem Herr zu werden, aber nichts hat mir letztendlich geholfen.Jetzt bin ich Krank geschrieben.Meine Ärztin hat mir das Nachdenken empfohlen! Oje...dachte ich.Ich soll darüber nachdenken, was mir so meine Energien raubt.Leider ist es nicht nur der Schlafmangel, sondern häufig auch das Gefühl, immer für alles verantwortlich zu sein.Mein Mann ist der liebste Mensch der Welt und ein ganz toller Vater, aber er ist einfach kein Macher -Typ! Er lässt machen oder er vergisst es einfach.Viele Dinge erledigt er nur mit Druck. Die Leitungsposition geht quasi zu Hause weiter. Ich könnte tausend Beispiele anbringen!

      Ich weiß garnicht, was ich von euch hören will....

      • Hallo,

        ich kann es Dir nachempfinden!

        Bei mir führte es kurz vor den Burnout. Die Frage ist: was brauchst Du und wie kommst Du zu einer Entlastung?

        Bei ir war es so: Vollzeitjob mit Leitungsposition, 3 Monate nach der Geburt wieder in den Job, nachts gestillt, dann sind noch die Kinder meines Mannes dazu gekommen und wir haben ein Haus renoviert.
        Mein Verhalten "Leitungsfunktion" habe ich auch daheim weiter ausgelebt - was muss gemacht, organisiert werden? Bis mich mein Mann mal /zu Recht anschnauzte, er wäre nicht mein Angestellter). Ja - er macht die Dinge eben anders als ich - aber deswegen nicht schlechter - auch wenn er sich bei einigen mehr Zeit lässt, als ich.

        Du bist auf der Arbeit Chef, nicht daheim. Dein Mann ist es vielleicht inzwischen gewöhnt, dass Du die Verantwortung und das Machen an Dich reisst?

        Letztlich: ich habe meine Arbeitszeit etwas reduziert. Meine Ansprüche an mich selbst und an meinen Mann heruntergesetzt. Ich gönne mir Zeit nur für mich, kümmere mich besser um mich. Das macht mich entspannter und somit ist unsere Atmosphäre daheim auch gelöster.

        Pass auf Dich auf. Werde Dir DEINER Baustellen bewußt - und nicht die Deines Mannes. Das ist zweitrangig.

        LG

        • Ich danke dir sehr für deine Antwort! Ich werde darüber nachdenken!!!!

          • Hallo,

            einen kleinen Nachtrag habe ich noch.

            Mein Mann und ich - wir konnten irgendwann nicht mehr miteinander reden. Das Gefühl der Sackgasse, dass er mich (und ich ihn von seiner Warte aus) nicht verstehe.
            Heute sage ich: ich tat mir letztlich selber furchtbar leid, weil ich dachte, alles hinge an mir etc.. Ich fühlte mich nur noch müde und erschöpft und oft ausgenutzt.
            Als wir schon von Trennung sprachen, haben wir uns zum Essen verabredet. Die Regel für das Gespräch war: keine Vorwürfe, keine Du-Botschaften. Einfach: wie geht es mir? Was wünsche ich mir?

            In diesem Gespräch wurde uns beiden klar, dass wir zusammen bleiben möchten und daran arbeiten werden. Wir haben wieder Verständnis füreinander bekommen.
            Wir machen kleine Schritte zusammen #verliebt

            Also: manchmal ist es besser zu bleiben als zu gehen.

            LG #klee

            • (5) 23.06.15 - 13:10

              Ich finde deine Antworten wirklich nett! Danke für deine Mühe mir nochmal zu antworten!
              Wir haben schon viel gesporochen und er sagt auch immer, dass er alles versucht, aber mir einfach nicht gerecht werden kann.
              Ich denke mein Ausgepowert sein liegt nicht nur an ihm, sondern auch an anderen Baustellen, die ich/ wir aktiv angehen müssen.

      Nun ja, als Alleinerziehende hättest Du daheim auch die Verantwortung - oder würdest Du das Kind beim Vater lassen?

      Wie wäre es, wenn ihr bestimmte Bereiche absprecht, wo einer verantwortlich ist und der andere sich nicht einmischt? Du musst dann allerdings damit leben, dass nicht alles so erledigt wird, wie Du es machen würdest.

    Hallo!

    Ganz alleine wird es aber auch nicht besser. Dann musst Du ja erst recht alles alleine machen, nur hast Du dann eben niemanden mehr, den Du 1000 mal bittest etwas zu machen, um es schlussendlich doch selber zu machen.

    Ich würde erst mal versuchen, mehr Hilfe von außen zu holen, Putzfrau, Handwerker etc. Man muss ja nicht alles selber machen, wenn man voll arbeitet, erst recht nicht mit Kind.

    Ihr arbeitet ja beide voll und er noch dazu in Schicht, das macht es für euch beide nicht einfach, auch noch Energie für alle möglichen Nebenschauplätze aufzutreiben. Man muss doch nicht jeden Käse selber machen, gerade wenn es finanziell nicht eng ist.

    (12) 22.06.15 - 22:08

    Hi

    kein wirklicher Rat - nur ne Feststellung: das Problem von Macherfrauen ist, dass sie keine Machermänner haben. Das würde ja auch nicht funktionieren. Warum sich Macherfrauen aber Nicht-Macher-Männer ans Bein binden - ist das eigentliche Problem das es zu lösen gilt. Hat was mit erlernten Mustern zu tun: Macherfrau ist schon früh auf sich allein gestellt, hätte aber gerne Unterstützung. Wenn auch nur moralische. Nicht-Macher-Frauen haben öfter Macher-Männer. Weil sie es gewöhnt sind, dass sich jemand um sie kümmert. Sie verdienen es quasi von Natur aus. Macher-Frauen können alleine. Arbeiten, jahrelang nicht schlafen... Zum Kotzen, ich weiß. Ich kenne echt viele toughe Frauen mit absoluten Luschen zuhause - das kann kein Zufall sein, sondern selbst auferlegte Strafe.

    Ich kann nicht beurteilen ob dein Mann zuwenig macht (ist meistens so, muss aber nicht sein). Vielleicht sind deine inneren Antreiber auch zu stark und du hast zu hohe Erwartungen wie MANN zu funktionieren hat.

    • (13) 23.06.15 - 11:33
      Mannmeinungam23062015

      Du triffst hier m.E. den Nagel auf den Kopf.

      Liebe @TE. Den man an Deiner Seite hast Du Dir ausgesucht. Ich befürchte auch, dass Du einfach einen lieben Mann und tollen Vater gesucht hast, der kein Macher-Typ ist, damit Du auch zu Hause der Macher bist. Das meine ich gar nicht böse. Partnerwahl läuft häufig nicht bewusst ab.

      Du bist traurig, wenn Du an Trennung denkst?, dann willst Du die Trennung auch nicht.

      Ich bin selbst in einer Leitungsfunktion und kenne die Situationen, dass man glaubt, dass alles einem über den Kopf wächst. Manchmal gibt es solche Situationen, die gehen auch vorbei, aber wenn sie von Dauer sind -und das scheint hier der Fall- macht die Leitungsperson etwas falsch. Die Lösung liegt dann im Thema "Delegieren" und "Verantwortung abgeben".

      Schaue, was Dein Mann kann, auch wenn er nicht der Machertyp ist. Auch im Haushalt muss es wie im Beruf eine Aufgabenverteilung geben. Beispiele: Ich z.B. bin am WE zu Hause fürs Saugen, Einkaufen und Kochen zuständig. Die Woche über, da ich auch unregelmäßig abends nach Hause komme, liegen die Haushaltsaufgaben bei meiner Frau.

      • (14) 23.06.15 - 13:04

        Danke für deine Antwort! Letztendlich bin ich mir dessen bewusst! Aufgaben deligieren und abgeben ist für mich kein großes Problem. Die Aufgabenverteilung ist auch nicht das Problem. Das kriegen wir hin. Nur den Vormarsch muss ich immer übernehmen.

        Das ist das, was mich so nervt. Furchtbar nervt!

        Natürlich will ich keine Trennung! Ich liebe meinen Mann.

(15) 23.06.15 - 08:42

Danke für eure lieben Antworten! Ich werde darüber nachdenken, was wir verbessern können!;-)

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