Kann ich unsere Ehe retten?

    • (1) 12.07.15 - 01:37

      Hallo,

      Ich habe mich hier angemeldet weil ich leider alleine nicht weiter komme.

      Folgende Situation:
      Ich bin mit meinem Partner zehn Jahre zusammen, seit zwei Monaten sind wir nun verheiratet. Kinder haben wir keine, wollten ursprünglich jedoch nächstes Jahr mit der Planung beginnen. Es ist mir fast schon peinlich aber genau jetzt scheint unsere Beziehung den Bach runter zu gehen. Die Planungsphase der Hochzeit war sehr anstrengend und währenddessen hatten wir schon ein paar Schwierigkeiten. Haben beide gedacht dass das der Grund sei. Nun ist es nach der Hochzeit nur noch viel schlimmer geworden. Mein Mann distanzierte sich immer mehr von mir, machte schon vor der Hochzeit mehr alleine mit Freunden und wir haben kaum noch Zeit miteinander verbracht. Die Hochzeitsreise war furchtbar. Wir kamen kaum miteinander zurecht, hatten nichts zu reden und auch keinen richtigen Spaß mehr miteinander wie es sonst immer war. Mein Mann hat mir nun auch gesagt dass er scheinbar keine Gefühle mehr für mich hat. Mir geht es hingegen ganz und gar nicht so. Ich liebe ihn sehr, sonst hätte ich ihn natürlich auch nicht geheiratet. Wir versuchen jetzt zwar mehr Zeit ineinander zu investieren, uns jedoch auch Freiraum zu lassen aber ich habe Angst dass die noch junge Ehe nicht mehr zu retten ist. Mein Mann beteuert es würde keine andere Frau geben und dass er es auch versuchen möchte aber er hat uns nun ein paar Monate 'Probezeit' angesetzt. Wenn er sich seiner Gefühle da nicht klar wird möchte er die Trennung. Ich weiß gar nicht wie ich mich überhaupt verhalten soll. Einerseits möchte ich ihn nicht bedrängen aber auch nicht verlieren. Ich traue mich auch nicht irgendjemanden einzubeziehen da ich unsere Freunde und Familie nicht beunruhigen möchte und auch noch Hoffnung habe. Kann mir jemand Tipps geben der vllt. schon einmal in einer ähnlichen Situation war? Ich freue mich über jede Antwort, vielen Dank!

      • (2) 12.07.15 - 01:43

        >>>aber er hat uns nun ein paar Monate 'Probezeit' angesetzt. Wenn er sich seiner Gefühle da nicht klar wird möchte er die Trennung.<<<

        Na super, sollst du dich jetzt in irgendeiner Weise "bewähren"?
        Das wird doch für dich ein Eiertanz ohne gleichen.
        Ich würde ihm eine Bedenkzeit außerhalb eurer vier Wände empfehlen.

        • (3) 12.07.15 - 01:49

          Genau das ist mein Problem. Ich weiß überhaupt nicht was ich machen oder wie ich mich verhalten soll. Angeblich liegt es nicht an mir sondern unsere Beziehung wäre halt nicht mehr wie sie mal war. Aber das ist doch in gewisser Art und Weise normal dass nach zehn Jahren nicht mehr alles so ist wie anfangs?! Und das alles kurz nachdem man sich ein Versprechen für die 'Ewigkeit' gegeben hat. Alles sehr traurig :-(

      Guten Abend,

      das tut mir sehr leid zu lesen.
      Ich war noch nicht in der Situation, kann es daher nicht wirklich nachvollziehen. Klar gibt es mal Flaute in der Beziehung und mal mehr oder weniger gesprächsstoff, allerdings hält sowas nicht ewig an. Ihr seid jetzt verheiratet, da heißt es nun auch in Guten wie in schlechten zeiten, daher verstehe ich nicht, wie dein Mann 2 wochen danach nicht mehr weiß, ob er dich noch liebt, da hättet ihr euch das ja schenken.können. Vielleicht ist es jetzt eine Phase, weil es ein neuer und bedeutsamer LebensAbschnitt ist und es ihm nun vielleicht erst bewusst wird... ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben, sondern versuchen an Dinge zu erinnern, wegen denen ihr schon 10 Jahre zusammen seid. Glaubt an euch un kämpft gemeinsam für eure Liebe.

      Alles Gute für euch

    • Wie alt seid ihr denn? Wenn ihr noch 'jung' seid, lasst die kinder erst mal weg?
      Fuehlt dein mann sich irgendwie mehr verantwortlich?
      Ich war mit meinem mann auch schon lange zusammen als wir geheiratet haben, aber geaendert hat sich damals nichts....

      Ich hoffe ihr findet einen weg...

      • Ich bin 27 und er 31. Für mich ist es sozusagen meine 'Jugendliebe'. Das mit den Kindern ist gerade natürlich kein Thema mehr. Solch ein Schritt würde die Beziehung ja in keinster Weise retten sondern braucht eine gesunde Basis. Dessen sind wir uns schon bewusst. Eine Veränderung gab es bei uns bis auf die Hochzeit nicht.

        • Dann frag ihn wirklich mal ob er sich jetzt mehr verantwortlich fuehlt, und ihn das unter druck setzt?
          Es liest sich aehnlich, wie ein frisch gebackener Vater, der mit der neuen Situation ueberfordert ist.
          Alles Gute!

    Vielleicht hat er jetzt ein wenig kalte Füße, weil eine Ehe ja verbindlicher ist als eine Partnerschaft und dort mehr Erwartungen an einen gestellt werden, im Allgemeinen?
    Hat sich für Euch sonst noch etwas geändert außer der Hochzeit?

    (9) 12.07.15 - 12:37

    guten Morgen,

    es klingt so, wie wenn es einen Wendepunkt in eurer Beziehung gegeben hätte, nämlich in dem Moment, wo es verbindlich wurde. Entweder herrscht jetzt ein Unbehagen, ob man mit dieser Verbindlichkeit verantwortungsvoll umgehen kann. Oder die Verbindlichkeit hat ihm klar gemacht, dass er so gar nicht leben will - aber er es einfach zehn Jahre lang gemacht hat, weil es "sich so ergeben" hat und dann kein Grund auftauchte, etwas daran zu ändern.
    (so meine unprofessionelle Theorie...)

    Eine Probezeit könnte ich nicht ertragen. Andererseits bräuchte ich auch einen Zeitrahmen, der mir dient, herauszufinden, was wollen wir wirklich. Das hat den Vorteil, wenn er nach dieser Zeit sagt, er will wirklich - dann werdet ihr eine verbindlichere und vielleicht vertrauensvollere Basis bekommen.
    Wenn ihr beide merkt, schade, das tiefe innere Gefühl stimmt nicht für eine Beziehung - dann kannst du froh sein, dass er bevor die Kinder da sind, Klarheit darüber gewonnen hat und dir nicht ein Laben lang etwas vorspielt.
    Wenn er sich jetzt überfordert fühlt und Angst vor den Konsequenzen hat (so geht es mir persönlich im Moment, weil ich mich auf berufliche Änderungen einlasse und einfach nicht weiß, ob ich das schaffe - und da bekomme ich doch auch Muffensausen - deswegen habe ich im Moment besonders Verständnis für solch eine Situation), dann könntet ihr in der festgelegten Zeit herausfinden, wie ihr die Leichtigkeit in der Beziehung wieder finden könnt.

    Also: ich würde die Probezeit hintern Mond schicken, und überlegen, was war vorher anders und warum? Und wenn es - um sich eine begrenzte Zeit besser einlassen zu können - hilfreich wäre, dann doch eine Zeit festlegen, in der man sich mit Haut und Haar auf die Beziehung einlässt - und danach schaut ihr beide, wie es euch damit ging. (Vielleicht meint er das mit "Probezeit" - ich finde nur das Wort ganz schlimm).

    Lustig ist das nicht für dich - aber ich hoffe, dass sich für dich etwas ganz schönes daraus entwickelt, egal welche Wege das Schöne zu dir nimmt.
    liebe Grüße

    • (10) 12.07.15 - 16:39

      Er meint das hat sich in der Vorbereitungszeit auf die Hochzeit so ergeben dass sich seine Gefühle verändert haben. Er kann es mir selbst ja nichtmal erklären warum usw. Vllt so wie du sagst das Bewusstsein dass es jetzt eine gewisse Verbindlichkeit ist. Aber sie hatten wir vorher in gewisser Art und Weise auch mit gemeinsamer Eigentumswohnung etc.

      Das mit der Probezeit hört sich wirklich blöd an. Wusste nur nicht wie ich es anders nennen sollte. Die Beziehung versuchte wir gerade intensiver zu pflegen um zu schauen ob es etwas verbessert an seiner Gefühlslage. Sieht nur gerade leider nicht danach aus :-(

      • (11) 12.07.15 - 18:25

        liebe Herzdame,
        ich finde die Form des Forums schwierig, weil so viele kleine Facetten unter den Tisch fallen können. Dann denke ich weiter darüber nach, was dir helfen könnte. Und komme dann immer wieder zu dem Ergebnis, dass es so abhängig von vielen kleinen Dingen ist, die nur du kennst und spürst.
        Ein Bild kam mir gerade, das mir helfen würde - aber ob das für dich auch gilt? Na ja, ich erzähle es dir trotzdem:

        Ich bin als Kind gerne bei Wind und Wetter in der Natur gewesen. Gummistiefel, Regenmantel mit Kapuze und der Wind tobte durchs Land und der Regen peitschte in mein Gesicht. Eigentlich war es total ungemütlich, aber irgendwie fühlte ich mich trotzdem beschützt und wohl in der rauen Natur.
        Heute sehe ich das oft ähnlich, dass in wirklich unbequemen und tragischen Situationen in meinem Leben die Angst weicht und ich ein Gefühl zur Entscheidungsfähigkeit bekomme, wenn ich mich dem Sturm stelle. Mag es noch so tragisch sein, gibt es (sofern ich mich nicht in der Tragik verliere) gleichzeitig etwas Tröstendes zu entdecken. Das weckt den Mut in mir, meinen Weg wieder weiter zu gehen.

        Was ich damit sagen möchte, bzw worin ich dich bestärken möchte: ohne Vorbehalte und ohne Angst, sondern mit Mut der komplexen und (zur Zeit noch) schwer verständlichen Situation zu begegnen. So kann die Ruhe und Klarheit in dir wachsen.

        Wenn ich das gar nicht schaffe, stelle ich mir vor, was das Schlimmste wäre, was passieren könnte und versuche damit in Frieden zu kommen - bzw den Gefühlen und Ängsten, die dahinter stecken, ins Gesicht zu blicken. Meistens verändern sie sich dadurch...

        Ich wünsche dir, dass du zu einem klaren Gefühl findest, das für dich stimmig ist!
        #liebdrueck
        #herzlich#klee

(12) 12.07.15 - 13:18

Hallo

<<<Mein Mann hat mir nun auch gesagt dass er scheinbar keine Gefühle mehr für mich hat. Mir geht es hingegen ganz und gar nicht so. Ich liebe ihn sehr, sonst hätte ich ihn natürlich auch nicht geheiratet<<<<

Für dich ist die Situation sicher sehr belastend.
An deiner Stelle würde ich mich nicht auf eine Probezeit einlassen, dafür wäre ich zu stolz.Vielleicht bin ich auch kein guter Ratgeber diesbezüglich.So etwas hatte ich auch noch nicht .
Ich würde ihm eine Auszeit ( drei Monate ? ) vorschlagen.Er soll vorübergehend ausziehen.
Mach was für dich, reisen, Sport ausgehen etc.
Kopf hoch.Wird schon.

#klee

  • (13) 12.07.15 - 16:41

    Danke für deine Meinung! Ich denke nur dass Vllt 'falscher' Stolz auch nicht hilfreich ist. Ich möchte ja dass es wieder funkrioniert. Eine räumliche Trennung wäre wahrscheinlich schon eine gute Idee nur leider schwierig umzusetzen.

    • (14) 12.07.15 - 16:50

      Falscher Stolz ist vielleicht nicht hilfreich, auf Abruf bereit zu stehen,macht aber sicherlich nicht attraktiv .Wenn die Luft raus ist, kann es nicht funktionieren.
      Gib euch Zeit, durch einen Abstand.Vielleicht wirst du für ihn, wenn du eigenständig wirst, wieder interessant.

(15) 12.07.15 - 16:55

Hast Du noch Urlaubstage übrig? Wenn ja, dann fahr mal alleine weg und ER soll Dir in der Zeit nen Brief schreiben, was er sich so gedacht hat, als er das Eheversprechen gegeben hat.

Mir klingt das auch alles ein bisschen so, als solltest Du ihm jetzt zeigen wieso es sich für ihn lohnt bei Dir zu bleiben. Sorry, what?!?

Aber er überlegt sich nach der Hochzeit, dass er sich "entliebt hat". Könnte ich vielleicht ernt nehmen, wenn wir nicht über nen Zeitraum von 2 Monaten reden würden. An was genau hat er gedacht, als er von guten und schlechten Zeiten gefaselt hat?

Wenn schon die Hochzeitsvorbereitung zuviel Stress ist, wie soll das denn dann werden wenn Stress durch kleine Kinder, Arbeitslosigkeit oder Krankheit über Euch hereinbrechen?

Entweder das sind jetzt kalte Füsse aufgrund von verstärkter Verantwortung oder der Typ isses nicht wert. Hau für ne Weile ab, dann kann er gucken ob er Dich vermisst und warum, oder ich sehe da wenig Chancen und es gilt "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende"

(17) 12.07.15 - 16:56

Das tut mir Leid für euch.

Du schreibst, dass die Hochzeitsplanung sehr anstrengend war. Das scheint mir irgendwie der Auslöser zu sein. Wenn man mit dem Partner nur arbeitet und sich vor lauter Stress in den Haaren hat, bleibt der Spaß auf der Strecke.

Was habt ihr denn am Anfang eurer Beziehung gemacht? Welche gemeinsamen Interessen? Versuch doch daran mal wieder anzuknüpfen und mit ihm nicht groß über Zukunftsplanung zu reden. Könnte sein, dass er die Hochzeit so stressig fand, dass er keine Lust auf weitere Großprojekte hat. Gerade Männer müssen das Gefühl haben, dass sie nicht dauernd alles falsch machen, sondern so angenommen werden wie sie sind.

Bei meinem Mann und mir war das erste Jahr mit Kind richtig Stress und ich hab mir zwischendurch überlegt ob er der Richtige ist bzw hatte Zeiten, da hätte ich gerne die Uhr zurückgedreht auf vor der Geburt. Aber wir haben dran gearbeitet einmal jeder für sich (zum Beispiel aufpassen, dass man sich nicht grundlos anschnauzt) und wir auch gemeinsam (Zeit als Paar einplanen). Hat ne Weile gedauert aber jetzt ist alles wieder gut und ich kann gar nicht mehr verstehen wie ich solche Zweifel haben konnte.

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