Das Familienleben ist mir irgendwie zu viel...

    • (1) 12.07.15 - 13:11
      KeinMuttertier

      Hallo,

      ich habe zwei Kinder (2 und 7) und einen Ehemann. Arbeit, Haus, Familie - alles bestens. Klingt eigentlich toll.

      Aber ich sehne mich so sehr nach freier Zeit. Ich weiß schon, bei urbia sind alle so gern Mutter und finden es wunderbar, das ganze Wochenende mit der Familie zu verbringen. Ich fühle mich deswegen schlecht und unzulänglich, da ich ganz anders empfinde.

      Seit 7 Jahren kann ich kein Wochenende mehr verbringen, wie ich es gern hätte. Mein Mann übernimmt mal für 2 Stunden, aber das ist ja kein Ersatz für die Wochenenden in der Singlezeit. Und ich arbeite härter als zu dieser Zeit, da ich ja keinen Feierabend habe, sondern solange kreiseln muss, bis die Kinder im Bett sind.

      Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, als wäre ich zu Hause auch noch auf der Arbeit. Zeitung lesen? "Maaaaaaaaaama, aua ich bin gegen den Tisch geknallt" oder das Glas fällt um oder die Hose ist nass... Wandern gehen ist auch furchtbar, nur Genörgel ("wann machen wir Pause", "ich kann nicht mehr") und man kommt nicht vorwärts. Das alles kennt ihr ja. Aber macht euch das wirklich Spaß?

      Ich finde meine Kinder echt supertoll. Aber wenn ich nach Schule und Kindergarten so 3 bis 4 Stunden mit ihnen verbracht habe, sind mir die restlichen 2 Stunden ein Graus. Ich kann dann einfach nicht mehr. Zu gern würde ich auch mal 18:30 Uhr Unsinn im Fernsehen anschauen oder auf das Abendessen verzichten. Aber die Pflichten sind immer da.

      Es gibt ja Menschen, die gar nicht allein sein können. Die es genießen, immerzu gebraucht zu werden und rumzuwuseln. Dazu gehöre ich leider nicht und es tut mir auch so leid, wenn ich dann genervt von meiner Familie bin. Ich versuche, es nicht zu zeigen und trotzdem so einsatzbereit zu sein, wie man es sich halt vorstellt. Oder wie sie es von mir kennen bzw. erwarten. Aber das kostet wahnsinnig viel Kraft und ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe.

      Am liebsten würde ich ausziehen und meine Kinder im Wechselmodell betreuen. Ich bräuchte gar keine halbe Woche ohne sie. Jedes zweite Wochenende und ein Abend pro Woche würde mir völlig reichen. Endlich mal was machen, was nicht auf die Kinder abgestimmt sein muss. Ich mag keine Spielplätze, was soll ich tun? Aber ich liebe meinen Mann, ausziehen kommt also nicht in Frage.

      Ein Freund von mir hat sich von seiner Frau getrennt und gibt ganz offen zu, dass er die viele freie Zeit genießt. Er holt seine Kinder öfter als er müsste und ist wesentlich entspannter mit ihnen als vorher. Weil er eben auch mal ausruhen kann. Mütter dürfen das nicht - oder? Oder zumindest nicht zugeben.

      Und sagt mir nicht, dass mein Mann mal was alleine mit den Kindern machen soll. Das macht er ja. Aber so ein ganzer Nachmittag + Abend nur für mich oder so ein Tag vom Wochenende ist doch was ganz anderes als zwei Stunden, in denen man dann auch noch das Abendessen vorbereiten muss. Früher habe ich gemalt, aber man kann Kreativität nicht verordnet in den zwei Stunden ausleben. Ich bin echt überfordert und frustriert. Familie ist von weitem und an vielen Tagen schön, aber oft bin ich gar nicht ich.

      Gruß

      • Hallo,

        Kannst Du nicht mal ein paar Tage in den Urlaub allein?

        • (3) 12.07.15 - 13:23

          Hallo,

          könnte ich, habe ich auch schon gemacht. Aber leider fühle ich mich allein irgendwo im Urlaub nicht wohl. Zu Hause dagegen bin ich gern mal allein. Ich mag gern in meinen Sachen rumkramen, kochen, fernsehen oder malen. Irgendwo allein in einem Hotelzimmer kommt diese angenehme Atmosphäre gar nicht auf.

          Wir hatten mal überlegt, eine kleine zweite Wohnung anzumieten, damit man ausweichen kann. Ist aber ganz schön teuer und mein Mann würde das wohl auch nicht mitmachen, wenn er öfter als jetzt alleine zuständig wäre. Wenn wir uns trennen würden, wäre er während seiner Wochenenden wohl eher bei seinen Eltern. Die würden aber Auszeiten ohne Trennung nicht akzeptieren und mir sicher ein schlechtes Gewissen einreden bzw. meinen Mann negativ beeinflussen (kenne ich von dem einen Wochenende, was ich mir mal ohne Kinder erlaubt habe).

          Aber vielleicht müsste man das in Kauf nehmen, wenn man dafür mal zur Ruhe kommen könnte. Meine Kleine schläft noch dazu wahnsinnig schlecht und ich bin chronisch müde. Mein Mann übernimmt nicht so gern die Nachtschichten, ist dann auch wirklich kaum zu gebrauchen am nächsten Tag. Ich halte besser durch, aber vielleicht ist das auch nur der Schein...

          • Dann schick doch deinen Mann mal mit den Kindern weg. Habt ihr nicht vielleicht Verwandte (Großeltern oder Geschwister) in einer anderen Stadt? Da könnte er mal ne Woche mit den Kindern hinfahren und du genießt eine Woche ganz für dich in deinem Zuhause.
            Genau das werde ich meinem Mann übrigens auch mal vorschlagen. Ganz ehrlich, fast alle Mütter mit denen ich persönlich Kontakt habe (d.h. die die ich nicht nur virtuell von urbia kenne) haben solche Gedanken und freuen sich über jeden wirklich kinderfreien Tag.

            Ich bin auch oft neidisch auf die getrennten Paare in meinem Umfeld. Natürlich wünsche ich mir keine Trennung von meinem Mann, aber einfach so regelmäßig ein paar Tage für sich zu haben, die Verantwortung für die Kinder komplett abgeben zu können, das ist für mich auch ein Traum. Natürlich ist das nicht alles so toll, wenn man dann wirklich getrennt ist, aber diesen Aspekt finde ich schon etwas beneidenswert.
            LG

      Hallo
      Ich glaube diese Gedanken kennen viele, es geben aber nur die wenigsten zu.
      Habt ihr keine Großeltern die die Kinder mal ein Wochenende nehmen könnten? Oder andere Familienmitglieder die mal einen Ausflug mit ihnen macht oder auch mal über nacht nimmt?
      Ich habe einen 16 Monate alten Sohn, und jetzt "schon" 2 wochenenden ganz alleine für mich. Mein Mann ist mit ihm zuhaue geblieben und ich hatte das Wochenende mal frei. Wieso machst du nicht auch mal sowas? Deinen Mann einfach mal das komplette Wochenende übernehmen lassen? Und die ausrede das er nicht kann zählt nicht, hat meiner auch versucht. Wenn sie alleine sind,klappt komischerweise alle wunderbar.
      Oder so in der Woche abends mal einen Babysitter besorgen damit ihr ausgehen könnt.
      Es gibt doch soviele Möglichkeiten, machen solltest du denk ich schon was, denn besser wirds sonst nicht.
      Lg und alles gute

      Hallo!

      Ich kann Dich vollkommen verstehen. Habt Ihr Großeltern vor Ort? Dann ab mit den Kindern dahin. Am besten 1-2x die Woche fest plus mindestens ein Wochenende im Monat. Fahrt Ihr denn nie alleine weg?

      Nehmt Euch das unbedingt, gaaaaanz wichtig. Ich liebe meine Kinder auch, würde aber durchdrehen, wenn ich sie ständig an der Backe hätte.
      Ich war jetzt 7 Jahre AE, was den Vorteil hat, dass sie min. jedes 2. WE beim KV sind. Nun bekomme ich noch ein Kind mit meinem neuen Partner und meine Mutter stellt schonmal das Reisebett bei sich parat.
      Du bist doch kein Roboter!
      Also, wenn Du dbzgl. Fragen hast, her damit, ich bin Meisterin im Zeit für sich rausschinden.

      Das bekommst Du hin!
      LG
      Dana

      • (7) 12.07.15 - 13:28

        Hallo,

        danke für deinen Beitrag! Ja also die Großeltern nehmen immer nur ein Kind und das auch nur 1 - 2 Mal im Jahr. Aber vielleicht könnte ich den Großen mal bei einem Freund übernachten lassen (er ist da leider sehr anhänglich).

        Im Moment kann ich noch gar nicht an meinen Mann denken. Wenn ich mal frei hätte, würde ich gar nicht so gern mit ihm was machen. Ich brauche einfach mal Ruhe vor diesen ganzen Ansprüchen an mich. Und mein Mann hat da auch so einige.

        Vielleicht versuche ich das doch noch mal mit dem Wochenende allein. Auch wenn ich halt nicht so gern irgendwo anders allein bin. Fühlt sich so ungemütlich an allein in einem Hotelzimmer.

        • Ein WE alleine ist sicher nett, aber das hört sich für mich sehr danach an, dass eine dauerhafte Lösung zwingend nötig ist, oder?
          Die Großeltern finde ich schwierig. Dass sie die Betreuung so selten übernehmen und noch dazu an Bedingungen knüpfen, finde ich nicht gut. Da ist nichts zu ändern, an der Stelle?
          Diese beim Freund Übernachtungen sind ja ganz schön, aber ersten bringst Du ihn dann nachm./abends hin und kannst ihn womöglich schon wieder morgens abholen.

          Wie ist das denn mit Leihgroßeltern oder einer Kinderfrau, die wäre günstiger als eine Zweitwohnung, würde Euch aber Verlässlichkeit und Freiräume bieten.

          Kannst du deinen Mann nicht mit den Kindern fuer ein Wochenende zum Zelten schicken oder so?
          Bestell einmal die Woche pizza, 'sche****' auf die Kruemmel und Waesche, lass die Kinder vorm Fernseher essen und du in Ruhe mit deinem Mann ;) ich weiss, nicht paedagogisch wertvoll, aber ich hab auch keine Familie die mal uebernehmen kann und eine Mutter die weglaufen moechte, hilft am wenigsten...und so kann man sich dann mal entspannt unterhalten ;)

    Als erstes könntest du versuchen dich von dem Gedanken zu befreien, dass du deine Kinder ständig bespassen musst. Klar, mit 2 Jahren ist das noch etwas anderes, aber ein/zwei Jahren bist du ja nicht mehr für pausenlos für deren Aktivitäten zuständig.

    Dann finde ich dein Beispiel mit dem getrennten Vater sehr bezeichnend. Warum ist er wohl so entspannt?

    Im Grunde doch, weil er sich die Zeit der Kinderbetreuung und Bespassung mit seiner Exfrau teilt, wenn auch gezwungenermaßen.

    Würde dein Mann sich mehr einbringen in die Kinderbetreuung hättest du diese Freiräume auch.

    Dass man mehr als ein/zwei Stunden mal am Nachmittag zur Regeneration braucht ist für mich total klar. Was spricht denn dagegen, dass er mal übers Wochenende mit den Kindern wegfährst und du wirklich Zeit für dich hast?

    Hier wird meist der Rat gegeben, dass Frau mal wegfährt und ausspannt. Ich muss aber gestehen, ich geniesse es von zeit zu Zeit sehr alleine zuhause zu sein, Chips in mein Bett zu krümeln, auf meinem Sofa ein Buch zu lesen, mit dem Rad einfach loszuradeln und shoppen zu gehen. Alleine im Hotel habe ich beruflich oft genug.

    Was mir auch hilft, ist, dass ich ein/zwei Tage in der Woche habe, in denen ich die Kinder nicht von der Betreuung abholen muss, zeitlich also flexibel bin und ganz entspannt etwas erledigen oder mir etwas gönnen kann.

    Ich wette, wenn du solche Freiräume von Zeit zu zeit hast, siehst du Familienzeit wieder anders.

    Und was das Fernsehen angeht. ich habe immer wieder Spass Nachmittags-TV abends auf dem Laptop zu schauen.

    • (13) 12.07.15 - 13:44

      " Hier wird meist der Rat gegeben, dass Frau mal wegfährt und ausspannt. Ich muss aber gestehen, ich geniesse es von zeit zu Zeit sehr alleine zuhause zu sein, Chips in mein Bett zu krümeln, auf meinem Sofa ein Buch zu lesen, mit dem Rad einfach loszuradeln und shoppen zu gehen. Alleine im Hotel habe ich beruflich oft genug."

      Hallo,

      ja ja ja! Genau das meine ich. Das wäre soooo schön mal wieder. Mit dem TV ist auch eine gute Idee.

      Vielleicht bekomme ich meinen Mann dazu, mal mit den Kindern wegzufahren. Die Kleine ist halt schon recht anstrengend und man ist froh, wenn noch einer da ist, der sie mal für einige Zeit beschäftigt. Von daher verstehe ich auch, dass es ihn abschreckt. Auf der anderen Seite müsste er das jedes zweite Wochenende auch schaffen, wenn wir getrennt wären.

      Grüße und danke für die Anregungen

      • Klar, sind kleine Kinder anstrengend, aber was für eine Pussi ist denn bitte ein Vater, der es nicht schafft sich ein Wochenende um seine Tochter zu kümmern?

        Rede mit ihm. Mach ihm klar, dass es wichtig für dich ist.

        Ich finde, es werden echt seltsame Ansprüche an Frauen gestellt. Sobald sie Familie haben, soll ihr Seelenheil darin liegen 24/7 die Familie zu betüdern und sich selber mit Wellness-Tripps wieder auf Spur zu bringen.
        Papa dagegen ist nicht zuzumuten mal 24 Stunden aufs Kind aufzupassen, da wird dann sogar nicht vorgekocht und die Oma informiert, doch mal nach dem rechten zu schauen.

        Ich habe 15 Jahre lang alleine gelebt, bevor ich mit meinem Mann zusammenkam. Ich trauere immer noch manchmal den Single-Zeiten nach. Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich meine Zeit viel schlechter nutze als damals. Oft habe ich nur noch versucht irgendwie die Zeit zu überleben, weil ich so durch war. Mein Mann hat mir ständig gesagt, dass ich doch etwas für mich tun soll, Wellnesswochenende, Fitness-Studio, netten Abend mit Freundinnen. ich wollte einfach nur mal wieder Zeit mit mir alleine.

        Deshalb läuft es hier jetzt ein wenig anders und ich kann dir Mut machen, es wird besser wenn die Kinder größer sind.
        Letztens hatte ich ein Wochenende, an dem beide Töchter mit einer Horde Kinder die ganze Zeit draußen waren und nur reinkamen um Proviant abzugreifen.

        Da hatte ich locker den ganzen tag für mich und kam dann auf die Idee, Kommoden aufzuräumen.

(15) 12.07.15 - 13:42

Darum habe ich keine Kinder :-D

Ich kann machen, was ich will. YEAH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Noch ein Tipp von mir:

ich war jetzt eine Woche alleine mit den Kindern in einem Kinderhotel mit Kinderbetreuung.

Das war super. die Kinder waren 3 bis 6 Stunden beschäftigt, niemand musste sich ums Essen kümmern, Wenn wir Lust hatten sind wir gewandet, haben kleine Ausflüge gemacht, oder einfach alle zusammen am Pool rumgehangen.

Ich habe viel geschlafen, viel gelesen und bin Gedanken nachgehangen.

Hey!
Du schreibst mir gerade total aus der Seele. Gerade gestern habe ich zu meinem Mann unter Tränen gesag, dass ich alles einfach nur schrecklich finde,obwohl ich weiß wie gut es uns mit unseren zwei Jungs (fast 3Jahre un 9 Monate) geht. Aber wenn mein Sohn mal wieder genau dann aufs Klo muss (mit meiner Hilfe), wenn wir am Tisch sitzen und ich dabei bin den ersten Bissen von meinem Brot abzubeißen, könnte ich ausflippen, weil ich mal wieder aufspringen muss und (gefühlt) niiiieeee einfach mal in Ruhe essen kann. Ich mache dann alles ganz selbstverständlich, aber innerlich könnte ich ausrasten und um mich schlagen. Dafür widerum fühle ich mich natürlich wieder schlecht, weil ich mich frage, was mein Problem ist. Wir haben wirklich liebe Kinder. Aber auch wenn ich das nicht weiß, ist es einfach so, dass mir auch mein eigenes Leben mit ganz viel Zeit für mich fehlt. Ich wünsche mir einfach zwei Parallelleben, in die man hüpfen kann, wie man mag. Eine Lösung auf Dauer habe ich noch nicht gefunden. Ich bleibe allerdings noch ein Jahr zu Hause, während meine Jungs täglich 5h in die Betreuung gehen. Das ersetzt zwar kein freies Wochenende, aber ich hoffe, dass es mir wenigestens den nötigen Schlaf bringt, ein paar ruhige Mahlzeiten und Zeit für Sport. Und dass ich mal Dinge in Ruhe erledigen und beenden kann erhoffe ich mir auch davon. Wie es dann wird, wenn ich auch wieder arbeiten muss (ist finanziell auf Dauer einfach nicht anders machbar und auch ein wichtiger Input für mich), weiß ich noch nicht.
Verrückterweise fühle ich mich eingesperrter, je mehr ich um die Ohren habe, weil mir dann die Kraft ausgeht. Aus den Stunden fr mich will ich nämlich auch immer das meiste rausholen. Ich glaube, ich müsste mich mal einfach 3h irgendwo hinsetzten und nichts tun. Ach so und ein Urlaub mit mir allein ist für nächstes jahr geplant.

Es gibt wohl einfach auch Frauen, denen das Familienleben nicht die Erfülung bringt, bzw. für die es einfach extrem anstregend ist. Aber ich kann mir auch nicht gut "verzeihen", dass ich zu ihnen gehöre. :-(
Ich wünsche dir alles Gute und fühle total mit dir!!!

Hallo!

Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe auch 2 Kinder und seit ich > 40 h pro Woche arbeite fühle ich mich ständig unter Strom. Alles muss organisiert werden: da ein Kuchen für den Kindergarten, dort eine schulveranstaltung, Hobbys und Freunde. Mein Mann hilft zwar viel mit (arbeitet nur Teilzeit), aber trotzdem bleibt ausreichend Arbeit an mir hängen.
Wir haben keine Großeltern vor Ort, also können wir keinen regelmäßigen Termin pro Woche einplanen, an denen die Kinder bei Oma und Opa sind. In den Ferien fährt meine große Tochter gern zu ihnen, aber mein kleiner kann noch nicht über längerer zeit hin.

Ich beneide öfters meine Kollegen, die nach Feierabend oder am Wochenende sich von ihrer Arbeit wirklich erholen können. Ich merke immer mehr, dass mir das fehlt und das ich teilweise an meine Belastungsgrenze komme.
Aber dann gibt es auch wieder Momente, wo beide ein Herz und eine Seele sind, sich helfen und wir miteinander sehr viel Spaß haben. Ich versuche immer diese Momente bewusst aufzunehmen und sie aufzurufen, wenn mal wieder beide Kinder nur am nörgeln und sich gegenseitig ärgern sind. Ab und zu funktioniert das : )

Und um wenigstens mal rauszukommen gönne ich mir einmal im Jahr ein Kind-und-Mann-freies Wochenende. Da fahre ich mit einer Freundin zu einem Festival und das ist (fast) so schön wie früher: ewig lange schlafen, 2h frühstücken ohne die Frage, wann wir fertig sind....
Und danach freue ich mich immer riesig auf meine Familie und weiß wieder was ich an ihr habe.

Lg
Yulunga

Hallo,

ich verstehe Dich sehr gut und nein, ich finde auch nicht alles wunderbar.
Meine Kleinste ist auch eine chronisch schlechte Schläferin und ich habe auch keine Zeit für mich alleine. Ich merke auch, dass ich kein typisches Muttertier bin, was allein im Familienleben aufgeht.
Ich schäme mich auch nicht, dass es so ist. Die Menschen sind nunmal verschieden und nur weil man Kinder hat, muss man sich ja nicht komplett aufgeben.
Ich hab zwischendurch auch diese Gedanken, wie schön es wäre, eine kleine Wohnung für mich zu haben und tun und lassen zu können, was ich möchte.
Nur ist es jetzt einmal so, wir haben die Verantwortung für unsere Kinder und müssen uns irgendwie anders Freiraum schaffen.
Ist bei mir, durch Mangel an anderen Bezugspersonen leider auch schwer möglich. Mein Mann und ich konnten z.B. seit gut 2 Jahren auch nichts mehr alleine unternehmen, weil unser Kind nicht ohne uns einschläft. Die einzige, die auf sie aufpassen könnte, ist unsere große Tochter, aber diese ist aufgrund ihres Alters auch häufig unterwegs und ich mag es auch nicht, wenn größere Geschwister auf die kleineren aufpassen müssen, auch wenn das früher üblich war.

Wenn ich bei anderen sowas erwähne, heißt es nur immer " Du hast es ja so gewollt". Äh, nein habe ich nicht. Ich wollte immer Kinder und eine Familie, aber dass es mein Leben derartig einschränkt, ein nicht gerade pflegeleichtes Kind zu haben, wusste ich nicht.
Also bei mir ist auch nicht immer Bilderbuchfamilienleben und Sonnenschein angesagt. LG

Nachtrag: Meinen Mann schicke ich übrigens ca 2-3mal im Jahr ein Wochenende mit den Kindern weg, sodass ich allein zu Hause bin. Ich mach dann zwar auch oft Liegengebliebenes aber schön vor der Glotze mit Süßigkeiten und Pizzaservice etc.#pro Notfalls fährt er dann mit beiden zu seinen Eltern. Dann ist es für ihn auch nicht so heftig. Wäre das was für euch?

Ich *oute* mich auch mal als Nichtglucke und Hausfrauenmuffel.

Ich war 15 Jahre allein erziehend , somit Vollzeit arbeitend und im Nebenjob Mutter und Hausfrau.Irgendwann habe ich angefangen Prioritäten zu setzen.
Haushalt blieb auch mal liegen. War mein Großer in den Ferien bei seinem Vater, habe ich auch den Kleinen für 1-2 Tage zu einer Freundin *abgeschoben* oder habe mir ihre große Tochter ausgeliehen zum babysitten und bin abgehauen. Oder habe einfach mal zu Hause einen auf gemütlich gemacht. Schlechtes Gewissen?? NÖ! Warum auch. Ich bin auch nur ein Mensch und wenn ich nicht mehr funktioniere bricht alles zusammen. Also habe ich angefangen mir Oasen zu schaffen in denen ich Kraft tanken kann. Oder ich bin auch mal die ganze Nacht feiern gegangen . Am nächsten Tag war ich zwar kraftlos, aber es war gut so.Meine Kinder konnten sich zum Glück auch alleine beschäftigen, was unser Leben auf dem Land noch begünstigt hat, so das man nicht dabei sein musste wenn sich zu anderen Kindern zum spielen gegangen sind.

Versuche dir jmd mit ins Boot zu holen (Großeltern,Tante ....) so das du auch deine Interessen mit verfolgen kannst. Schick deinen Mann auch mal übers WE mit den Kindern weg. Spendiere ihnen ein WE auf nem Bauernhof, Zeltplatz, Freizeitpark.
#winke

Die Kleine wird noch nicht Fremdbetreut oder?

Warte mal ab wenn sie in der Kita ist, vielleicht ist es finanziell möglich, dass du dann ein halbes Jahr "Pause" einlegst oder nur ein paar Stündchen arbeitest.

So 2,3 Stunden richtig freie Zeit am Tag können Wunder bewirken.

Eine Trennung als Alternative finde ich jetzt nicht die Lösung. In der Zeit wo du die Kinder hast, wirst du vermutlich auf dem Zahnfleisch gehen, weil du sie tatsächlich die GANZE Zeit alleine hast und niemand mal für ne halbe Stunde nach den Kids schaut.

MfG

Hallo,

ja ich gehöre auch zu den "Nicht-Herzblut-Muttertieren". ;-)

ich habe zwei wirklich sehr liebe Kinder und einen Mann, der viel Zeit in seine Arbeit (selbständig!) investieren muss.

Ich sehe hier andere Mütter in der Nachbarschaft, die dauernd mit den Kids irgendwas machen - Radfahren, Spielplatz (beladen mit Picknickkorb voller Tupperboxen), die nachmittags stundenlang Spiele spielen, usw.

Ich kann es nicht, ich hab auch - gelinde gesagt - keinen Bock auf Spiele oder so.

Mal ab und zu okay, aber nicht andauernd.

Ich sorge wirklich gerne für meine zwei, koche auch gerne, achte auf die Ernährung, und es soll ihnen an nichts fehlen.

Aber manchmal hängt mir dieses Hamsterrad auch zum Hals raus.

Das dauernde Gejaule, wenn z.B. wenn die Große sich wo anhaut.
Das Gemeckere am Tisch (ich hab keinen Hunger (und ne Stunde später hat sie plötzlich Hunger), das Gemeckere wenn man mal z.B. in der Stadt ist (Wie lange dauert das noch? Ich will ein Eis! Ich will nach Haaaaause! Ich muss aufs Kloooooo!)

Der Kleine im Welpenalter, der alles ausräumt (man kann nicht alles wegstellen oder zusperren).

Das Dauergeschnassel unserer Großen, wenn ich mich mal mit jemandem unterhalten will oder telefonieren muss - ob ich wüsste, dass die XY im Kindergarten eine Lillifee-Leggings hat? Und die YZ isst nur Vanilleeis! Und der ABC hat den XYZ von der Schaukel geschubst...

Ich höre ihr gerne zu, ich frage sie auch gerne nach ihrem Tag.
Aber man hat manchmal keine Chance, sich mal mit dem Ehemann zu unterhalten, wenn er heimkommt oder wir am Tisch sitzen, weil nur gequasselt wird.
Momentan ist es der reinste Sprechdurchfall.

Jetzt im Sommer, wenn die Kinder aus der Nachbarschaft draussen spielen - wie im Taubenschlag!
Tür auf, Tür zu, rein, raus, rauf, runter!
Die Haustür lasse ich angelehnt, aber meistens schaffen sie es dann doch, sie zuzuziehen - dann geht es los mit der Türklingel - klingklong, klingklong, klingklong!!!!!

Ich hab Hunger, ich hab Durst, Mama Saft, Mama mein Fahrrad, wo ist der Helm, ich muss aufs Klo.....

Dann dauernd ist irgendwo Saustall im Haus.
Die Große zieht sich zig mal um, reißt alles aus ihrem Schrank raus.
Spiele liegen vertreut im Zimmer rum.
Ich hab ihr neulich angedroht, alle diese verdammten Spiele wegzuschmeissen, wenn sie den Saustall nicht selbst beseitigt. Hat zum Glück funktioniert.

Aber dauernd schimpfen will ich auch nicht.

Und wenn ich mal gerade wegen der Kinder oder meinem Job nichts zu tun habe, und mich gerne mal meinem Atelier widmen will, so kommt mit 100% Garantie mein Mann ums Eck und ihm fällt ein, dass er noch einen Flyer, eine Grafik oder sonstwas braucht.

Oder ich wetze den ganzen Tag rum, Job in der Agentur, Kinder rumkutschieren, Haushalt, einkaufen, kochen, Tanzkurs der Großen - bin abends um 21.30 Uhr echt erschöpft, alles ist sauber und aufgeräumt und will evtl noch etwas fern schauen oder lesen - dann kommt von ihm gerne auch mal die Frage "Und was ist noch mit dem Korb Bügelwäsche im Waschraum?"

Glaub mir, da hätte ich ihn schon einige Male durch den Wolf drehen können.

Neulich habe ich ihn mal echt hart angeblafft dass das eine Unverschämtheit ist, und er mir mit sowas nicht mehr kommen braucht.

Und wie ich manche beneide, die am Wochenende schön ausgehen können, weil sie entweder keine Kinder haben oder schon erwachsene Kinder.

Aber ich habe mir jetzt auch mal den Freiraum genommen - die Kids kommen zu den Großeltern und ich mach mir mal ein Wochenende mit alten Freundinnen.
Basta.

Versuche das auch - Du musst auch mal an Dich denken.

LG

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