Abschiebung

    • (1) 20.07.15 - 10:42

      Guten Morgen!

      Ich habe ein Problem und ich habe lang überlegt, ob ich dies hier veröffentliche. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, das ich eh nichts zu verlieren habe, also werde ich Euch daran teilhaben lassen. Vielleicht ist ja hier der ein, oder andere User unterwegs, der mir einen Rat geben kann#herzlich.

      Mein Freund, der meine große Liebe ist, ist ein geduldeter Ausländer. Er stammt aus Pakistan.

      Jetzt werden sich sicher schon einige fragen, wie man sich in " sowas" nur verlieben kann. Und ich muss gestehen, das es mir " Früher" auch so ging.
      Aber gegen die Liebe kann man nichts tun. Zumal Er, genau der Mann ist, nach dem ich schon immer gesucht habe. Und ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, das es für mich so einen MENSCHEN gibt. Ich schreibe MENSCH bewusst groß, weil er genau das ist. Er ist kein Ausländer, er ist ein MENSCH, der einfach eine dunklere Hautfarbe hat und in einem anderen Land geboren ist.

      Geduldet sein, bedeutet, das eine Abschiebung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich ist. Bei meinem Freund war dies bisher nicht möglich, weil er keinen Heimatpass besitzt.

      Nun war vor ungefähr 4 Wochen der Befristungsbescheid in der Post. Darin steht, das für Ihn Ersatzausreisepapiere vorliegen und somit der Grund für seine Duldung hinfällig ist. Da er schon länger als 2 Jahre geduldet ist, muss eine Abschiebungsankündigung erfolgen. Und die hatten wir gestern im Kasten.

      In 4 Wochen wird mein Freund abgeschoben und wir wissen nicht was wir dagegen tun sollen. Heiraten geht nicht, zumindest nicht in der Kürze der Zeit, da Er keinen Heimatpass hat. Und einen Anwalt können wir uns nur bedingt leisten. Leider!

      Als der erste Brief kam, haben wir uns beraten lassen. Das kam 80 Euro. Dann hat der Anwalt einen Brief an die Behörde geschrieben und uns die Antwort zugesendet. Der Brief, den wir gestern erhalten haben, ging auch zuerst zu dem Anwalt. Der hat ihn dann an uns gechickt. Anbei war eine Rechnung. Das " Alles" kostet uns weitere 254 Euro. Ich habe Rücklagen, aber die reichen auch nicht ewig, bei dem " Stundenlohn".

      Kann mir hier irgendjemand weiterhelfen? Was für Möglichkeiten haben wir noch?
      Ich bin gelinde gesagt, sehr verzweifelt und tottraurig. Dank im voraus.

      LG Yvi

      • (2) 20.07.15 - 11:07

        Hallo,

        wenn Dein Freund den legalen Weg gehen willst, wird ohne einen Anwalt nicht weiterkommen. Da Dein Freund aber kein Einkommen hat, muß er fragen, ob die Anwaltskosten ihm erstattet werden - Stichwort Prozesskostenbeihilfe/Beratungshilfe. Auch sollte er sich erkundigen, ob Vereine bzw. Institutionen für Flüchtlinge ihm weiterhelfen können.
        Das Internet bietet genügend Informationen, wie man Abschiebungen verhindert, aber ich werde die Links hier nicht veröffentlichen, da Du die Informationen Dir selbst beschaffen kannst.

        LG
        Manu

        (3) 20.07.15 - 11:08

        Hallo,

        bei AWO, Caritas und Diakonie etc. gibt es Migrationsberatungsstellen. Die beraten kostenlos. Vielleicht hilft euch das in eurem Fall.

        Grüße
        ulmerspatz

        (4) 20.07.15 - 11:14

        Das ist sehr hart.

        Also, soweit ich weiß, kann er sich bei dem ersten Abschiebungsversuch relativ schnell widersetzen, wenn er sich einfach etwas wehrt und immer wieder darauf besteht, dass er nicht abgeschoben werden möchte!

        Wir hatten auch so einen Fall und er hat einfach gesagt, dass er nicht will. Sie haben ihn dann wieder zurückgebracht.

        Ansonsten würde ich mal schauen. Eventuell gibt es bei Euch am Ort ein soziales Netzwerk.

        Wir haben so etwas und würden eventuell bei Kosten, Kirchenasyl oder sonstigem sozialem Ungehorsam unterstützen.
        Darüber hinaus würde ich mich mal an Pro Asyl wenden:
        http://www.proasyl.de/de/themen/

        Um einen Anwalt werdet Ihr aber nicht rumkommen. Der ist elementar wichtig.

      (6) 20.07.15 - 13:26

      Wenn ihr euch lange genug kennt, dann könntet ihr doch heiraten. In Dänemark geht das sehr schnell ohne sehr viel Bürokratie.

(14) 20.07.15 - 13:31

Ich habe mal gelesen, dass man in Dänemark relativ unkompliziert heiraten kann.

Lg,
fina

Der Dänemark-Tipp, den du schon bekommen hast, ist wirklich gut: ich kennen ein Paar, das dort geheiratet hat, um Bürokratie zu vermeiden. Er war Flüchtling.

(16) 20.07.15 - 15:05

Hallo,

wenn eure Liebe soooo groß ist, dann geh du doch mit ihm nach Pakistan #aha.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er in D bleiben darf. Es sei denn, er hat z.B. einen Hochschulabschluss und wird dringend als Facharbeiter gebraucht. Denn Leute, die in die Sozialkassen greifen, haben wir genug. Und da ihr euch nicht mal nen Anwalt leisten könnt....

AWO, Cariatas und Co. beraten zwar, ersetzen aber keinen Anwalt.

  • #gruebel Eine selten blöde Antwort gelesen #augen

    • (18) 20.07.15 - 15:32

      Warum?

      • Weil du ihr rätst nach Pakistan auszuwandern #augen

        Und weil du direkt davon ausgehst, er würde der Sozialkasse auf der Tasche liegen wollen. #aergerEs dürfen übrigens nicht nur Menschen mit Hochschulabschluss hier bleiben, gibt es nur die zwei Extreme? Hartz IV oder Hochschulabschluss? #augen

        • Er hat doch offensichtlich keinerlei finanzielle Mittel, um einen Anwalt zu bezahlen. Da übernimmt doch sie.

          Ältere Frau mit Kind, offensichtlich ein paar Enttäuschungen erlebt, verliebt sich in (keine Ahnung, wie sein rechtlicher Status ist) jüngeren Asylbewerber und beide planen ein Kind.

          Das ist eine sehr klassische Geschichte, bei der ich grundsätzlich die Gefühle des Mannes anzweifele.

          • Mir geht es nicht nur speziell um diesen Fall. Ich kann das nicht beurteilen was da abgeht und will niemandem etwas schlechtes unterstellen.#schwitz Ich hasse es aber wenn diese nette anonyme userin direkt davon ausgeht er würde die Sozialkassen belasten und wenn er keinen Hochschulabschluss hat, wird er eh abgeschoben. Das stimmt erstens nicht, zweitens ist es total verallgemeinernd und gemein, den vielen fleißigen und motivierten Flüchtlingen gegenüber die NICHT herkommen um den Staat auszubeuten oder ne deutsche Frau zu finden die sie heiraten können. Das gibt es sicher, ich lernte auch welche davon kennen, aber die Mehrzahl denkt nicht so, die wollen arbeiten und selbst für sich sorgen. Das wollte ich nur gesagt haben #aerger

            Und dann noch der Tipp sie soll nach Pakistan auswandern #augen

            • Die Frage ist aber durchaus berechtigt. Deutschland kann nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen. Sehr viele Menschen auf der Welt hätten es besser hier als in ihrem Usprungsland.

              Dennoch muss es für Einwanderung Regeln geben. Ganz allgemein gesprochen.

              Dass es Hilfesuchenden viel einfacher gemacht werden könnte in jeglicher Hinsicht, wir viel viel mehr Menschen als gerade aufnehmen könnten, steht außer Frage.

              Hier in dem Einzelfall bin ich aber sehr skeptisch, weil das bisher sehr viele Klischees bedient.

              Und sie hat auch mit keinem Wort erwähnt, wie er seine Zukunft hier plant. Bislang weiß man nur, dass er einen Kinderwunsch umsetzen wollte.

              • Es geht mir weder um eine Grundsatzdiskussion bezüglich der Flüchtlinge, noch geht es mir darum ihm zu unterstellen was er für Ziele verfolgt oder nicht. Es kann sein dass er es darauf anlegt und sie verarscht. Kann aber auch anders sein.

                Mir ging es einzig und allein um die blöde und verallgemeinernde Antwort der Userin die ich kommentiert hatte weil ich es nicht so stehen lassen wollte. Nicht mehr und nicht weniger.

                Für alles andere ist es hier sicher nicht der richtige Platz.

(24) 20.07.15 - 16:10

Ich würde tatsächlich mit nach Pakistan gehen. Das geht aber nicht. Ich habe ein Kind von meinem Exmann. Und weder lasse ich meine Tochter hier allein , noch reiße ich sie aus ihrem Umfeld. Sie ist 13 und mitten in der Pubertät. Und selbst wenn sie jünger wäre. Das geht nicht. Ich habe ihm gesagt , das ich, wenn's hart auf hart kommt , zu ihm komme wenn mein Kind auf eigenen Füßen steht. Aber ich hoffe nicht , das es soweit kommt.

  • "Ich habe ihm gesagt , das ich, wenn's hart auf hart kommt , zu ihm komme wenn mein Kind auf eigenen Füßen steht."

    Das ist nicht dein Ernst, oder?

    Wenn ich mir vorstelle, meine Mutter wäre, als ich 18, 20 war zu ihrem jüngeren Freund nach Pakistan, einem islamischen Entwicklungsland, ausgewandert.

    Ich würde jede Frau, die das plant, fragen, ob sie noch alle Latten am Zaun hat.

    Da habe ich null Verständnis für.

    Wie lange seid ihr denn schon zusammen eigentlich?

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