Mein Freund, meine Tochter, sein Sohn und ich

    • (1) 26.07.15 - 14:17
      fragen über fragen

      Ich lebe seit einiger Zeit in einer Patchwork Situation. Mein Freund hat einen Sohn der ist 11 und meine Tochter ist 15.

      Meine Tochter ist sehr schwierig zur Zeit und mein Freund hat leider keinerlei Geduld mit ihr. Er mault sie öfters an wenn sie mal wieder pampige Antworten gibt. Heute morgen hatte sie oben in ihrem Zimmer Musik laufen und saß vor dem Frühstück unten vor dem TV. Er sagte ihr warum denn oben Musik laufen muss, das kostet unnötig Strom. Sie meinte nur , Was weiß ich, daraufhin stürmte er gleich nach oben. Sie hinterher und schrie, dass er ihr Zimmer nicht zu betreten hat. Er natürlich trotzdem rein und die Anlage ausgemacht. Sie hat sich dann weiter aufgeregt und er sagte ihr, solange er hier alles bezahlt, hätte sie zu hören. Dann hat er sie noch Rotzgöre genannt.

      Ich fand das sehr schlimm, mein Freund ist zwar sehr verantwortungsvoll aber eben auch leicht cholerisch. Das passt natürlich gar nicht zu so Pubis. Seinen Sohn behandelt er wesentlich nachsichtiger wobei man sagen muss, dass der auch noch sehr ein Kind ist.

      Ich frage mich echt wie es weitergeht. Die ständigen Reibereien machen mir sehr zu schaffen. Wir sind froh zusammen zu wohnen aber irgendwie ist derzeit der Wurm drin. Sein Sohn ist zwar nicht so respektlos wie meine Tochter aber er hört auch nur auf seinen Vater. Wenn ich ihm sage, höre mal auf nur auf der Konsole zu spielen, kommt immer Ja gleich oder nur noch ein paar Minuten.

      Manchmal denke ich, das Zusammenziehen war doch keine so gute Idee.

      • >>>Sie meinte nur , Was weiß ich,<<<

        Bei so einer bescheuerten Antwort wäre mein Mann auch aus der Jacke gesprungen, das hat nicht unbedingt was mit Patchwork zu tun.

        schon mal über die Erziehung Deiner Tochter nachgedacht?

        Hi,
        Klare Ansagen sind gut:geh bitte hoch und mach die Musik aus!
        Evtl.mit dem Nachsatz,dass er das sonst uebernehmen wuerde.
        Beleidigungen kann man sich sparen.Das ist doch Kindergarten.

        So lange er eine Frage stellt,bekommt er solche Antworten.
        Nicht fragen,feststellen!!!

        Auf der anderen Seite waere es gut,deiner Tochter zu stecken,dass man ordentlich antworten kann.Ich wuerd mich auch nicht anpampfen lassen.

        Wenns gar zu schwierig ist,koennt ihr euch auch bei der Caritas etc beraten lassen.Da bekommt man mal einen anderen Blickwinkel.

        Alles Gute
        Marina

        • (5) 26.07.15 - 17:01
          fragen über fragen

          Meine Tochter ist wirklich zur Zeit ein Ekelpaket. Ich habe eine Freundin mit einer Tochter genauso alt, die ist umso vieles umgänglicher. Ich kann meinen Freund also teilweise verstehen obwohl er mir auch oft zu aufbrausend ist. Ich kann meiner Tochter seit etwa zwei Jahren kaum etwas Recht machen. In ruhigen Minuten sagt mein Freund, das ist eben so eine "Arschloch"-Phase bei Kids und da muss man durch. Wie bei Unwetter oder so. Ihm graut auch davor wenn es bei seinem Sohn losgeht.

          Ich versuche immer zu schlichten, komme aber nervlich mit der angespannten Situation nur schwer klar. Mir geht das echt an die Substanz. Ich weiß ja auch nicht woher meine Tochter diesen Ton hat, von zu Hause bestimmt nicht.

          Erziehungsberatung Caritas haben wir bereits ins Auge gefasst weil mein Freund sehr viel arbeitet und die Kindererziehung zu 80% an mir hängen bleibt. Zwei so Pubis kann ich echt nicht ertragen. Ich glaube, da werde ich mich jeden Tag betrinken.;-)

          Unser Leben als Paar bleibt dabei leider auch sehr auf der Strecke.

          • Also, wenn ich mal an mich als 15-jährige zurückdenke, kann ich aus deinen Erzählungen bisher keinerlei Ekelpaketqualitäten erkennen.

            Ich finde die Situation recht normal. Ich finde, dein Freund sollte mal an sich arbeiten, wenn er wegen so einer Kleinigkeit an die Decke geht.

            Mit 15 waren Stromspardiskussionen nicht gerade oben auf meiner Liste bevorzugter Themen. Geschweige denn in diesem Ton und noch inhaltlich übetrieben..

            Prinzipiell hat er recht, aber wieviel Strom "verschwendet" sie schon dadurch in der kurzen Zeit, in der sie frühstückt?!

            Und sein Betreten ihres Zimmers war eine echte Grenzüberschreitung. Das solltest du ihm klar machen.

            Wie lange seid ihr denn schon zusammen? Wie lange kennt sie ihn? Wie lange wohnt ihr zusammen? Und ist sein Sohn auch immer bei euch? Versteht ihr euch sonst gut?

            ich denke, ihr müsst euch noch ein wenig finden, aber ich finde, du solltest als Mutter klarer Stellung beziehen in jeglicher Hinsicht.

            • (7) 26.07.15 - 19:15

              Ich muss ja jetzt keine Einzelfälle nennen um die Aussage zutätigen dass meine Tochter einen bisweilen unverschämten Ton drauf hat. Da stimme ich auch unbedingt mit meinem Freund überein. Mag auch sein, dass die Pubertät eine schwierige Zeit ist aber man muss sich von seinen Kindern auch nicht jede Frechheit bieten lassen. Mein Freund meinte, dass er vielleicht zu schnell zu laut wird aber es sind die vielen respektlosen Bemerkungen ihrerseits, die bei ihm dann früher oder später die Hutschnur reissen lassen.

              Was das Betreten ihres Zimmers angeht, sehe ich das mit geteilter Meinung. Einerseits soll sie ihr Reich haben, aber man muss auch dafür sorgen, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Mein Freund und auch ich haben ihr schon gefühlte hundertmal gesagt, keine verderblichen Speisen aufs Zimmer zu nehmen. Was glaubst du was ich schon für vergammeltes Zeug unter ihrem Bett hervorgeholt habe. Mein Freund sagt, er möchte nicht, dass die Maden eines Tages das Haus weg tragen. Diesen Standpunkt kann ich auch gut verstehen. Offensichtlich ist meine Tochter noch nicht in der Lage, in sie gesetztes Vertrauen verdient zu haben. Dann muss eben einer in ihr Zimmer. Mein Freund fackelt da auch nicht lange. Er sagt, sein Geld, seine Party, seine Regeln. Was natürlich nur für die Kinder gilt.

              Entschuldige aber deine Tochter ist noch sehr klein. Du hast dir bestimmt sehr viel vorgenommen, wenn sie so alt ist wie meine und hast ideale Erziehungsstandards im Sinn. Die hatte ich auch mal. Leider kam so was Dummes wie die Pubertät dazwischen.

              • ... ich hatte vorhin den Eindruck bekommen, dass ihr euch als Eltern nicht einig wäret.
                aber das stimmt ja gar nicht, ihr redet ja richtig viel darüber...

                euer geplanter Schritt mit der Beratung klingt für mich sehr sinnvoll. dann könnt ihr auch konkreter über die gesamte Situation sprechen - hier kommen ja aus Platz- und Zeitgründen oft eher Häppchen, die manchmal den Gesamtkontext verfärben.

                ich würd mich freuen, wenn dadurch für euch alle manches leichter wird.
                #klee

                • "euer geplanter Schritt mit der Beratung klingt für mich sehr sinnvoll. "

                  Auch da kann ich aus Erfahrung sprechen. Es macht nur dann Sinn, wenn die Eltern bzw. die Mutter und der Freund begreifen, dass das keine Einbahnstraße ist, in der sie Tipps erhalten, die renitente Tochter in die Spur zu bringen.

                  Ohne die Einsicht der Eltern, dass sie für sich herausfinden müssen, woran sie arbeiten müssen, ist eine solche Beratung für die Katz.

                  Die Tochter als zu erziehender Problemfall anzusehen, wird vermutlich das Verhältnis nicht gerade verbessern.

                  Mit 15 ist mit Erziehung ohnehin nicht mehr allzuviel zu machen.

                  • ich bin bei einer Beratung automatisch davon ausgegangen, dass hier kein Sündenbock gesucht wird, sondern die Eltern Wege aufgezeigt bekommen, wie sie durch Arbeit an sich selbst und klareren Verhaltensweisen Wege finden, das Leben für alle zu erleichtern

                    eher ein systemsicher Ansatz (und ich habe keine Ausbildung darin gemacht oder arbeite nicht in dieser Brache, falls der Vorwurf wieder kommen würde, dass ich vorgaukeln würde, ich wäre ein Profi oder Halb-Profi, der hier sein Wissen ausprobieren wollte)

                    • Die beste Beratung nutzt nichts, wenn die Eltern nicht einmal begreifen, dass sie an sich arbeiten müssen.

                      In kann in keiner ihrer Antworten auch nur ansatzweise eine Selbstreflektion erkennen, geschweige denn, dass sie sich um das psychische Wohlbefinden ihrer Tochter Sorgen macht und ihre Verantwortung als Mutter dahingehend wahrnehmen möchte.

                      Es wird von "fünf tollen Minuten" gesprochen und die Tochter als Problem angesehen.

                      • wie du meinst

                        meine Vorstellung von bester Beratung ist gerade die,
                        dass nicht irgendetwas drüber geschmiert wird,
                        sondern wo Zusammenhänge aufgedeckt werden und
                        die Erwachsenen nicht eine Chance bekommen zu flüchten und
                        dass gerade da ein Pack-An gefunden wird, wo es vorher vielleicht gar nicht vermutet wurde,
                        wo sich die Erwachsenen auf etwas Neues einlassen und sich bewegen lassen
                        und dann selbst Lust bekommen, den Weg anders zu gehen.

                        vielleicht bin ich zu optimistisch

                        wenn ich Therapeut wäre und ich würde merken, die Eltern suchen nur jemanden, der ihnen eine Bestätigung gibt, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt, würde ich die Eltern sofort nach Hause schicken.

                        inwieweit sich TE auf ein Abenteuer einlassen möchte, kann ich nicht beurteilen. ich finde auch das Forum für sensible Angelegenheiten zu grob und zu grobmaschig.
                        ich habe kein Problem zu sagen, dass ich mich verrannt habe, wenn ich es so sehe - aber das fällt mir eh eher leichter. wenn ich aber bisher immer meinte, mich vor Angriffen zu schützen, oder gar noch meine, meinen Partner vor der "Bösartigkeit" meiner eigenen Tochter schützen zu müssen (so ist es ja nicht, ich übertreibe hier), dann wäre vermutlich das Letzte, was ich hier machen würde, schreiben, dass ich mich nicht richtig gegenüber meiner Tochter verhalten habe.

                        ich habe den Eindruck, dass sie zwischen den Fronten schwimmt und sich noch nicht traut, klare Position zu beziehen - weil es gerade kein richtig und falsch, gut und böse zu geben scheint, weil die Situation so verfahren ist. der Blick von außen ist ja oft klarer...

                        Ich kann mir schon vorstellen, dass ein gute/r Berater/in ihr helfen kann, das System wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

                        • (13) 27.07.15 - 14:44

                          >>>wenn ich Therapeut wäre und ich würde merken, die Eltern suchen nur jemanden, der ihnen eine Bestätigung gibt, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt, würde ich die Eltern sofort nach Hause schicken.<<<

                          Dann wärst du aber ein schlechter Therapeut.

                          • (14) 27.07.15 - 14:49

                            finde ich nicht, im Gegenteil
                            ein Therapeut, der meint, alle Aufträge lösen zu können, ist kein guter!

                            wenn zwei Leute gar nicht arbeiten wollen, wird der Auftrag nicht ausführbar
                            und diese Grenze muss man klar zeigen anstatt pseudomäßig nett Höflichkeiten auszutauschen und das Geld dafür zu kassieren
                            das ist Zeitverschwendung.

                            davon abgesehen, bin ich keiner...

                            • (15) 27.07.15 - 15:02

                              Zwischen

                              >>>ich würde merken, die Eltern suchen nur jemanden, der ihnen eine Bestätigung gibt, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt,<<<

                              und

                              >>>wenn zwei Leute gar nicht arbeiten wollen, wird der Auftrag nicht ausführbar<<<

                              liegt aber eine Menge Handlungsspielraum.

                              Im Endeffekt gehen doch sehr viele Menschen zu Beratungen (sei es Familienberatung, Erziehungsberatung oder Paarberatung) um "Recht zu bekommen" oder wenigstens ihre Position zu stärken oder ihre Position als die "richtige" bestätigt zu bekommen.

                              Aufgabe des Therapeuten ist es, eingefahrene Positionen von "recht haben", "Schuld zuweisen" aufzubrechen, gegen Null zu fahren (ich kann das gerade nicht anders ausdrücken) und darauf konstruktiv aufzubauen.

                              Wenn ein Therapeut Klienten wieder nach Hause schickt, weil sie nicht auf Anhieb "richtig" mitarbeiten, sollte er sich sein Lehrgeld wiedergeben lassen.

                              (16) 27.07.15 - 15:10

                              achso, jetzt verstehe ich, was du meinst

                              ich meinte bei "die Eltern suchen nur jemanden, der ihnen eine Bestätigung gibt, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt", dass es wirklich ausschließlich darum geht und sie sich keinen Zentimeter davon abbringen lassen wollen

                              und das würde ich der TE nämlich nicht vorwerfen, weswegen ich mir gut vorstellen kann, dass eine gute Beratung tatsächlich etwas bewegen kann -

                              was Kate ja insgesamt eher kritisch sieht.

                        Ich stimme dir absolut zu, was den prinzipiellen Nutzen solcher Beratungen angeht.

                        Und ich muss ein wenig zurückrudern. Ich möchte ihr keineswegs absprechen, sich aus Liebe Gedanken über ihre Tochter zu machen.

                        Meiner Meinung nach geht sie aber bisher mit der falschen Einstellung ran.

            Ich spreche auch eher aus meiner Erinnerung an meine Pubertät. Das Beispiel meiner Tochter sollte nur verdeutlichen, dass ich dieses Verhalten bereits so früh unangemessen finde und in dem Alter deiner Tochter erst recht.

            Ich war ein unwahrscheinlich renitenter Teenager und war nur überrascht, was du als Beispiele für ein Ekelpaket angeführt hast.

            Ich war eine kleine Furie, die sich gegen alles aufgelehnt hat. Ich hatte ständig Essensreste in meinem Zimmer stehen. Das ist für denjenigen, der in so einem Zimmer lebt, wesentlich ekliger als für die anderen Mitbewohner. Daraus lernt man. Irgendwann.

            Ich war aber immer in der Lage, Menschen in meinem familiären Umfeld gegenüber, die mir mit Respekt begegnet sind und meine persönlichen Grenzen akzeptiert haben, den gleichen Respekt entgegen zu bringen und auch den Ton anzupassen.

            Und du missverstehst mich. Ich habe keinerlei "Erziehungsideale" im Sinn. Das einzige, was ich bzw. was wir möchten, ist eine respektvolle Beziehung zu unseren Kindern aufzubauen.

            Den Eltern meines Mannes ist das gelungen.

            " Mein Freund meinte, dass er vielleicht zu schnell zu laut wird aber es sind die vielen respektlosen Bemerkungen ihrerseits, die bei ihm dann früher oder später die Hutschnur reissen lassen."

            Deine Tochter ist nicht dafür verantwortlich, dass der Freund ihrer Mutter sich verbal nicht im Griff hat. Daran muss er arbeiten.

            Und ich finde, dein Verteidigen SEINER Verhaltensweisen wird noch einiges an Konfliktpotential bei euch bereit halten.

            "Offensichtlich ist meine Tochter noch nicht in der Lage, in sie gesetztes Vertrauen verdient zu haben. Dann muss eben einer in ihr Zimmer. Mein Freund fackelt da auch nicht lange. Er sagt, sein Geld, seine Party, seine Regeln."

            Das dachte ich mir. Er gebärdet sich ständig als Herr im Haus und überschreitet vermutlich sehr häufig ihre Grenzen. Und ich würde wetten, mit dieser Methode werdet ihr nicht zu ihr durchdringen, sondern die Situation unter Umständen noch verschlimmern.

            Welche Möglichkeiten hatte denn deine Tochter, über ihre Teilnahme an dieser Party zu entscheiden? War sie mit dem Zusammenziehen einverstanden?

            Und inwiefern ist das alles nur sein Geld?

            • (19) 26.07.15 - 20:03

              Meine Tochter ist noch nicht in dem Alter, wo sie bei allem und jedem mitbestimmen kann. Aber das Haus , in dem wir mittlerweile zusammen wohnen, war ihr Wunsch. Sie hat ein großes Atelierzimmer oben, komplett neu eingerichtet.

              Leider hat sie es geschafft, das Zimmer binnen kurzer Zeit total zu verhunzen. Da at mein Freund sogar mich schon gebremst und gesagt, von ihm aus kann sie alles schwarz streichen und Pentagramme an die Wand pinseln, wir müssten ja nicht drin schlafen. Was allerdings mangelnde Hygiene angeht, kennen wir beide eigentlich kein Pardon.

              Leider ist mein Freund mit meiner Tochter auch generell überfordert. Mit seinem Sohn klappt alles besser. Vielleicht ist das so eine Jungssache. Der Vater meiner Tochter kümmert sich im Moment leider auch gar nicht.

              Mein Freund ist zu oft weg um sich als Herr im Haus zu gebärden. Aber er meinte mal zu mir, dass für ihn Erziehung nicht Demokratie sondern Diktatur ist. Er hat das auch erklärt. In gewisser Hinsicht hat er Recht. Wenn er nur nicht immer so cholerisch wäre.

              Meiner Tochter habe ich übrigens auch schon ein paar Mal erklärt, dass Grenzen für beide gelten. Sie hat sich nämlich schon ein paar Mal an seinen Sachen vergriffen wie Handy, Laptop oder so etwas. Da ist er übrigens erstaunlich ruhig geblieben. Aber trotzdem hat er ihr gesagt, wenn das nochmal vorkommt, ist Holland in Not.

              • Wenn ich dich recht verstehe, dann ist dein Freund unter Woche nicht da? Oder nur sehr wenig?

                War er bei seinem Sohn nur Teilzeitvater?

                Mit einer pubertierenden dauerhaft zusammenzuleben ist da dann nämlich ein ganz anderer Schnack.

                Mein Vater war und ist auch eher cholerisch so wie ich. Er hatte aber Schwestern, die so waren wie ich und konnte sehr sehr vielem mit großer Geduld und Souveränität begegnen.

                "Aber er meinte mal zu mir, dass für ihn Erziehung nicht Demokratie sondern Diktatur ist."

                Mit einem Mann, der eine solche Einstellung ganz ernsthaft vertritt, wäre ich im ganzen Leben nicht zusammengezogen.

                Erziehung arbeitet meiner Meinung nach darauf hin, eine respektvolle Beziehung aufzubauen. Dass das Kräfteverhältnis mit 15 und 45 bspw. noch nicht ganz ausgewogen ist, versteht sich von selbst.

                Mir tut deine Tochter sehr leid. Patchworksituation, der Vater kümmert sich kaum und der Freund der Mutter ist ein Choleriker mit für mich inakzeptablen Vorstellungen von Erziehung/Beziehung zu Jugendlichen.

                Ich sehe immer noch nicht ganz, wie du als Mutter und Partnerin agierst, dein Freund scheint sehr dominant zu sein. Trotz seiner vielen Abwesenheit.

                Bist du im Gespräch mit deiner Tochter, wie es ihr so geht im Moment?

                Vergessen:

                "Aber er meinte mal zu mir, dass für ihn Erziehung nicht Demokratie sondern Diktatur ist. Er hat das auch erklärt."

                Nur mal so aus Interesse? Welche Erklärung hatte er dafür parat?

                Und tut mir leid, dass ich das so direkt un überspitzt sage:

                Das klingt ein wenig so, als wäre er der große Erklärbär und du würdest (staunend) nicken und ihm recht geben.

                Wie siehst du das denn? Wenn ich mit etwas nicht einverstanden bin, dann nehme ich eine etwaige "Erklärung" nicht einfach so hin, sondern mache meinen Standpunkt sehr sehr deutlich klar.

                Ich weiß fast nichts von euch, aber es wirkt ein wenig so, als sei er der goße Entscheider bei euch.

                Wie lang dauert eure Beziehung denn schon?

                Ab 9 hatte ich auch einen "Diktator" als Stiefvater und ich habe ihn gehasst.
                mit 16 bin ich ausgezogen weil ich ihn einfach nicht mehr ertragen konnte.

                Ob man damit weit kommt? Ich glaube nicht. Du liebst diesen Mann, deine Tochter muss ihn nicht mal mögen

                wenn ich jemanden nicht mag hat er mir nichts vorzuschreiben, dann hat er meine Grenzen zu respektieren. DU hast dafür zu sorgen das aus dem Mädchen ein Gesellschaftsfähiger mensch wird. Nicht er.

                Mein Sohn hat auch einen stiefpapa den er allerdings sehr liebt. Nur manchmal steckt mein sohn plötzlich grenzen in denen er sagt "hier muss Mama ran!" Wir akzeptieren das, denn das Verhältnis soll auch in Zukunft liebevoll bleiben.

                Aus Erfahrung muss ich sagen, wenn aus Partner und kind feinde werden würde ich mich immer für mein kind entscheiden. Du glaubst nicht wie schlecht es deiner Tochter irgendwann gehen wird wenn er tatsächlich meint er muss ein Diktator sein. So ein schwachsinn.
                klar, es gibt regeln und grenzen aber deine Tochter ist kein Straßenköter dem man beibringen muss nicht auf den Teppich zu pinkeln!
                Das ist verdammt nochmal dein kind also behandel es auch so!!

                > Aber er meinte mal zu mir, dass für ihn Erziehung nicht Demokratie sondern Diktatur ist.

                Es gibt viele Sprüche zur Erziehung, das ist einer von den blöderen, wenn nicht gar gefährlichen. Wobei ich nicht sagen will, das Konsequenz und klare Ansagen nicht auch ihren Platz haben. Aber Diktatur?!

                Ich halte es da eher mit Karl Valentin: "Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach." :-)

                Im Ernst, ich denke ein Großteil der Erziehung läuft nebenher, durch Vorleben. Auch wenn das in der Pubertät nicht immer leicht zu sehen ist...

      Ich war zu knapp zum Zimmer Betreten:

      Solch ein Verhalten ist symptomatisch für seine Einstellung ihr gegenüber. In Verbindung mit der "Rotzgöre", dem Bezahlspruch habe ich mir ein Bild gemacht. Kann falsch sein, aber erstmal habe ich das.

      Meine Tochter ist 3,5 und wenn sie aus irgendeinem Grund nicht möchte, dass ich gerade ihr Kinderzimmer betrete, dann halte ich mich daran. Mein Mann genauso.

      Meine Mutter war in meiner ganzen Jugend sehr sehr grenzüberschreitend und zusammen mit einigen anderen Punkten hat das unser Verhältnis sehr nachhältig negativ beeinflusst.

      Gerade einer 15-jährigen muss man den nötigen Respekt entgegenbringen, sonst kann man auch keine respektvollen Antworten erwarten.

      Mein Vater hätte niemals mein Zimmer einfach so betreten oder mein Badezimmer. Sein Verhalten war durch die Bank respektvoller und unser Umgang sehr viel einfacher. Das hat sich bis heute gehalten.

      VG

      Kate

      • Du, ich denke dem Mädchen geht es Grad ziemlich mies.

        Ich hatte einen Stiefvater und an ihn muss ich bei dieser Story denken.

        Er war der Chef und ich musste permanent bestraft werden wenn ich "frech" war.
        allerdings war ich scheinbar verdammt oft frech denn zu 60% wusste ich nicht mal wann genau ich frech war.
        plötzlich wurde mein zimmer im winter nicht geheizt, die Wärmflaschen wurden weggeräumt das ich dachte ich erfriere da unterm dach. Mein fernsehkabel wurde abgeknipst, unterm duschen kam plötzlich nur noch kaltes wasser.
        irgendwann hörte ich abends musik als er reingestürmt kam und mich an den haaren packte und aus dem haus zerrte.

        Das war seine Erziehung.
        im winter fräste er morgens schnee, als ich vorbei lief zum schulbus hielt er die fräse auf mich so dass ich voller Schnee war und dann Natürlich in der schule klatschnass war.

        Meine Brüder, seine Söhne, benehmen sich wie arsch auf Eimer, haben wenig soziale Kontakte weil sie einfach so sind wie er. Von unserem Nachbar beschmissen sie das haus mit eingesammelter hundeschei*e und meine Mutter putze und schrubbte das sauber.

        Da gab es nie was. Ich als Stiefkind wurde behandelt wie dreck.

        Daran muss ich hier denken und das Mädchen tut mir schrecklich leid.

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