bin in einen Witwer verliebt

    • (1) 15.08.15 - 19:09

      Hallo zusammen,

      ich habe mich in ein sehr lieben netten Mann verliebt. Seine Frau ist nach schwerer Krankheit vor zwei Jahren verstorben. Unsere Kinder verstehen sich auch sehr gut und mögen jeweils auch den anderen. Ich kann ihn sehr gut verstehen, da ich jemanden aus der Familie verloren habe. Zwar nicht mein Partner, aber ich weiß dass die Trauer zeit brauch denn es war seine Frau die immer in sein Herzen bleiben wird. Wir haben bereits über unsere Gefühle für einander gesprochen. Und das alles perfekt zusammen passt. Er hat mir erzählt dass es immer noch gute und schlechte Tage in der Woche gibt. Ich komme eigentlich damit klar. An schlechten Tagen meldet er sich plötzlich nicht mehr, obwohl wir verabredet waren. Danach wenn es ihm besser geht entsteht nur über sein Kind wieder der Kontakt zu meinem Kindern.
      Hat jemand so was auch schon mal erlebt?

      • Erlebt hab ich sowas nicht aber hast ihn mal gefragt, wie solche "schlechten Tage" aussehen?
        Zwischen " ich bin down und trauere" und ich hab (möglicherweise) nen depressiven Schub und komme überhaupt nicht aus dem Quark liegt ja einiges an Spannbreite.
        Letzteres kenne ich aus eigener Erfahrung (bipolar) und ja, es gibt Phasen da kann man einfach nix.
        Hast ihm mal gesagt, dass dich das Verhalten irritiert und gefragt wie er sich vorstellt wie ihr damit umgehen wollt/solltet?

        • Es fällt ihm immer noch schwer über diese schlechten Tage zureden. Leider haben wir bisher nicht die Gelegenheiten gehabt an guten Tagen alleine zu sein, es war immer jemand dabei. Ich werde es versuchen. Vielen Dank und dir alles gute

          Jetzt komme ich doch noch mal auf deine Antwort zurück. Depressive Phasen kenn ich auch, die sich aber immer aus unterschiedlichen Ereignissen ergeben haben. Aber meine Kinder dir mir Kraft geben und neue Ziele dich ich mir selber stecke und viele Gespräche mit Freunden bin ich immer alleine wieder raus gekommen. Wie war es bei dir?

          • Bei mir?

            Ich bin immer wieder in Therapie gewesen seit ich Anfang zwanzig war. Stationär und ambulant.
            Es gab letztendlich keine auslösenden Ereignisse. Endogene Depressionen ihre durch verschiedene Umstände hält einfach mal verstärkt wurden oder manische Phasen die durch Lebensumstände verstärkt wurden.

            Ich denk, mit ihm offen zu reden ist wichtig. Zeit zu zweit wenn es ihm gut geht noch wichtiger!

      ich habe so etwas noch nicht erlebt, frage mich aber, ob ...(da ihr euch scheinbar gut unterhalten könnt)
      ... ob ihr etwas verabreden könnt, dass er z.B. ein kleines Zeichen gibt, wenn ihm nach alleine-sein zumute ist (damit du dir keine Sorgen um ihn machen musst)
      und dass ihr beide euch überlegt, wie könnte ein neues Zusammentreffen von euch initiiert werden, z.B. wieder ein kleines Zeichen von ihm
      die Frage wäre für mich, was brauchst du, damit du mehr Sicherheit bekommst?
      und was braucht er, damit er das Gefühl hat, dass er ohne Druck sich die Zeit nehmen kann, die er braucht (auch wenn du gar keinen Druck ausübst - aber vielleicht ist ihm nur das Gefühl von Verantwortung für eure Beziehung in dem Moment schon zu viel).
      Und in Zeiten, wo er sich zurückzieht: um was geht es ihm da? Nicht reden müssen - oder will er dann auch keine Nähe? Man könnte ja auch etwas unternehmen und dabei kein Wort reden (wandern, tanzen...) - sich einfach nur spüren, jeder für sich und trotzdem gemeinsam...

      hoffentlich bekommst du noch passendere Antworten!
      Alles Gute!

      • (8) 15.08.15 - 19:34

        >>>Man könnte ja auch etwas unternehmen und dabei kein Wort reden (wandern, tanzen...) - sich einfach nur spüren, jeder für sich und trotzdem gemeinsam...<<<

        Das wird das Problem des Mannes sein, er WILL nicht "gemeinsam" und vermutlich schon gar nicht tanzen. Zwei Jahre sind auch noch eon relativ kurzer Zeitraum nach dem Tod der Ehefrau und Mutter der Kinder, da wird es noch so manchen schwarzen Tag geben. Es gibt Tage, da braucht man einfach seine Ruhe und keine Verpflichtung, sich irgendwo melden zu müssen.

        • (9) 15.08.15 - 20:05

          hallo
          das war für den Fall, dass er nicht ganz alleine sein möchte, ihm aber mögliche Verpflichtungen, die sich aus dem Zusammen-Sein scheinbar ergeben könnten, zu viel sind.

          ich kenne das, alles ist mir zu viel - ich kann sehr gut alleine sein und bin es auch gerne. Aber es gibt dort auch Platz für einen Menschen, bei dem ich nichts sagen muss, wo ich genauso angenommen werde, wie ich bin und wo sicher nichts erwartet wird
          und das ist auch eine schöne Qualität...

          ich kann nicht rauslesen, ob es sich um eine Depression handelt oder ob er die Kraft des Allein-seins genießt oder (nachdem TE eigene Erfahrungen mit Trauerarbeit gemacht hat) ihm eine stille Zweisamkeit mit ihr gut tun könnte.

          du hast Recht, eine Trauerphase ist mit einem Jahr selten vorbei...
          ich wünsche allen trauernden Herzen viel Kraft und den Mitmenschen viel Geduld und Liebe...

      Vielen lieben Dank! Daran habe ich auch schon gedacht, ein Zeichen zu vereinbaren. Doch bisher konnte ich ihn noch nicht alleine sprechen immer war jemand dabei. dir alles Gute!

Hallo!

Wenn er so richtig schlechte Tage noch recht häufig hat, dann ist er einfach noch nicht so weit.

Es gibt Tage die sind so schwarz, dass man kaum aus dem Bett kommt, und da ist sicher schon die Versorgung seiner Kinder kaum zu schaffen für ihn. Das ist dann einfach noch keine Basis für eine Beziehung.

ich finde es auch kein gutes Zeichen, dass er sich dann nicht von selber wieder meldet. Wären seine Gefühle und sein Vertrauen in Dich wirklich so tief, dann besäße er den Anstand sich zu melden.

Mein Mann ist vor gut vier Monaten gestorben- und ich kenne die schlechten Tage sehr gut. Da möchte man am liebsten im Bett bleiben, Decke über den Kopf ziehen und nichts sehen und nichts hören - und bloß heulen.
An einem solchen Tag braucht es schon sehr viel Energie, aufzustehen und sich wenigstens zu waschen und das Nötigste zu tun. Wenn man dann noch Kinder zu versorgen hat, braucht man sicher nichts anderes mehr.

Aber: Er hat sich auf eine Beziehung mit Dir eingelassen und Du hast schon auch ein Recht darauf, dass er offen mit Dir umgeht. Ein Anruf mit "heut geht es mir nicht so gut, mach dir keine Sorgen, ich melde mich morgen wieder" - ist zu schaffen.
Dass dann nur über die Kinder wieder Kontakt entsteht, empfinde ich als seltsam.
Kann es sein, dass er eher in einer richtigen Depression hängt? Das sollte er Dir aber auch sagen oder sich einer Therapie unterziehen. Es gibt nämlich durchaus Menschen, die aus ihrer Trauer Jahre um Jahre nicht herausfinden. Und das ist nicht gesund. Nach Jahren mal hin und wieder ein paar schlechte Tage sind durchaus nachempfindbar, aber ein totales sich zurückziehen ist etwas auffällig.
LG Moni

(14) 16.08.15 - 00:57

Hallo,

bei einem lieben und netten Mann würde ich erwarten, das er in der Lage ist ein Telefon in die Hand zu nehmen. Das kann auch nur eine kurze Mitteilung sein und keine ellenlange Erklärung. Wenn man jemanden auch nur etwas (wert)schätzt - nicht mal unbedingt liebt- kann man dies wohl erwarten. Da lege ich ja bei Bekannten die Messlatte höher. Wenn mich jemand versetzt , ohne sich zu melden, ist bei mir der Drops gelutscht. Ich bin zu alt, um solche Spielchen zu spielen.

Das mit den Kindern verstehe ich nicht ganz. Wird über die Kinder generell der Kontakt wieder hergestellt?

Ich habe mir vor langer Zeit abgewöhnt gewisses Verhalten von Männern schön zu reden oder dafür Erklärungen zu suchen. Frage dich wie der Fall anders herum wäre. Würde dieser Mann es billigen, wenn du dich so verhalten würdest?

Überhaupt wäre mir das persönlich zu blöd, wenn man nach Gusto verfügbar sein darf und wenn es nicht passt, wird man wie ein oller Schrubber in die Ecke gestellt.
Dabei wäre die Vorgeschichte für mich irrelevant, weil die hat irgendwo jeder und wer nicht mal den Anstand besitzt ab zu sagen......

Im Grunde musst du ja selber wissen, ob du das mitmachst, bis er sich gefangen hat
oder den Tod seiner Frau verarbeitet. Dir gegenüber ist dieses Verhalten nicht fair.

Wie verhält er sich denn nach so einer Auszeit? Entschuldigt er sich oder erwartet er, das alles so wie ist wie vorher und das dort nahtlos angeknüpft wird?

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