Depressionen, Ehekrise

    • (1) 17.08.15 - 18:08
      weißnichtweiter

      Hallo zusammen!

      Ich hätte nie gedacht, dass ich in dieser Rubrik mal über dieses Thema schreibe, aber ich brauche einfach einen Ort zum "AllesvonderSeelereden" und wäre dankbar über eure Erfahrungen und Ratschläge.

      Wo fange ich an? Mein Mann und ich sind seit 16 Jahren zusammen, seit 14 Jahren verheiratet. Wir haben zwei Mädchen, die 4 und 6 Jahre alt sind.

      Dass wir Probleme haben, dass ist mir schon länger klar. Alle Versuche etwas zu ändern oder anzusprechen wurden immer abgetan - "du dramatisierst alles", "es ist alles in ORdnung". Dabei war und ist nichts in Ordnung, ich hatte schon sehr lange das GEfühl, dass mein Mann sich emotional von mir entfernt. Natürlich haben wir viel gestritten und uns Vorwürfe und Vorhaltungen gemacht.
      Anfang des Jahres - auf meine Initiative hin, wiedermal - haben wir eine große Auspache gehabt. Dabei haben wir festgestellt, dass wir beide so nicht mehr weitermachen wollen. Er hat das erste Mal offen angesprochen, dass man sich vielleicht auch trennen muss, wenn man es nciht schafft sich wieder zu finden. Für mich klang das alles zu unentschlossen, wenig konkret. Meine Frage, ob er mich liebt konnte er nämlich nicht beantworten. Also weder mit Ja noch mit Nein, aber er wollte es versuchen, dass wir uns retten. Für mich weiß ich, dass ich ihn trotz all dem Frust, der Wut, der Angst und dem Einsam neben ihm fühlen, ja, dass ich ihn noch liebe.
      Wir haben viel geredet, Wünsche geäußert, Dinge verändert die immer zu Konflikten führten. Eigentlich dachte ich, dass wir auf einem guten Weg sind, obwohl diese innere Distanz immer noch spürbar war.

      Dann kam der Sommer. Ich bin das erste Mal mit den Kindern alleine zu meinen Eltern gefahren (500km weit entfernt). Ich dachte, er soll die Zeit nutzen, um sich zu sortieren und Antworten zu finden. Als ich nach hause kam, ging es ihm total schlecht. Er war sehr traurig, mies drauf, hatte körperliche Beschwerden (hat stark abgenommen) - immer wieder hat er gesagt, dass es ihm nicht gut geht. Hat erzählt, dass er das Gefühl hat, dass sein Leben wie eine Nullinie ist - keine Höhen und Tiefen, er kann keine Freude empfinden, eigentlich fühlt er gar nichts. Als ich ihn gefragt habe, wie schlecht er sein "Schlechtfühlen" einschätzt, auf einer Scala von 1-10, hat er gemeint, dass er manchmal an die 9 heranreicht (also kurz vor schlimmer gehts nicht). Da gingen bei mir die Sirenen an - denn alles was er erzählt hört sich nach Depression an.

      Er will sein Leben zu ändern, Dinge, die er für den Auslöser hält, will er abstellen. Er will es alles alleine lösen und seinen Weg finden. Ich habe das Gefühl, dass er mich dabei vergisst.

      Seit dem Urlaub hat er sich bei Facebook angemeldet und dort Kontakte zu Menschen geknüpft, mit denen er über seine Probleme redet und die ihm zuhören/-lesen. Unter anderem auch eine Frau. Ich habe es durch Zufall erfahren, weil ich ein Foto von ihr gesehen habe - er hat versucht es schnell wegzudrücken... ich habe ihn drauf angesprochen und er sagt, dass es nichts ist. Die Frau ist (problematisch) verheiratet und sie reden über ihre Probleme. Ja und zum ersten Mal in unserer Beziehung bin ich eifersüchtig. Mich verletzt die Heimlichkeit, mich verletzt die Unehrlichkeit - denn nur auf Nachfragen erzählte er davon. Was soll ich davon halten?

      Gestern haben wir nochmal gesprochen und ich habe ihn gebeten, dass er mir ganz ehrlich sagen soll, was er für mich empfindet. Weil, wenn er mich nicht liebt, dann haben all unsere Versuche keinen Zweck, ich kann ihn nicht dazu bringen mich zu lieben. Er sagt, dass er momentan nichts fühlt. Er hofft, dass wenn es ihm besser geht, dass da noch etwas ist, was er für mich empfindet. Er will sich auch nicht trennen, obwohl er manchmal denkt, dass das für alle Beteiligten das beste wäre ("Ich will euch nicht mit runterziehen"). In diesem Gespräch hat er auch erzählt, dass er für die Kinder genauso empfindet, nämlich gar nichts - er fühlt sich leer, fühlt nichts, handelt wie er denkt, dass es erwartet wird, wie es normal ist, aber er empfindet nur eine große Nullinie...

      Ich bin ehrlich gesagt fertig. Wenn ich Hoffnung hätte, dass er mich liebt und das eben alles durch eine Depression blockiert wird, wenn ich wüsste, dass sich das alles lohnt... Heute geht es mir selber richtig schlecht, ich denke darüber nach, wie es wäre ohne ihn. Mein Leben, dass ich mir nie ohne ihn vorstellen konnte. Ich liebe ihn, aber ich weiß nicht wie lange ich diese Distanz, diese Ungewissheit, diese Lieblosigkeit, meine Angst aushalte. Das letzte halbe Jahr war schwer für mich, weil ich mich abmühe und von ihm kommt einfach kaum etwas. Ich spüre, dass er will und verstehe auch, dass er nicht kann - aber was soll nun passieren? Wie wird das weitergehen? Warte ich darauf, dass er mir irgendwann mal doch eröffnet - nein, da ist doch nichts. Kämpfe ich? Aber wie kämpft man gegen eine Depression?

      Vielen Dank an alle, die bis hierher gelesen haben. Ich wäre sehr dankbar für einen Tip oder einen Erfahrungsbericht.

      LG i.

      • Was macht er gegen die Depression? Ich bin selbsst depressiv und kann Dir versichern, von allein geht es nicht weg.

        • (3) 17.08.15 - 18:24
          weißnichtweiter

          Ehrlich gesagt, haben wir erst seit kurzem diese Diagnose für ihn in Betracht gezogen. Vorher hat er es mit Sinnkrise, midlifecrisis oder "ichweißnichtwasmitmirnichtstimmt" abgetan und sich eingeigelt.

          Er wehrt sich gegen einen Arztbesuch, wobei ich ihn dazu drängen werde. Es kann ja alles auch organische Ursachen haben (was weiß ich Schildrüsenfehlfunktion oder sowas). Aber ich mache mir Sorgen. Selbst heute, wo ich heule und es mir richtigrichtig schlecht geht, würde ich es nicht als 9 bezeichnen. Ich finde das wirklich schlimm, für ihn - für mich und für die Kinder. Denn die leiden auch unter seinen Launen und seiner Sprunghaftigkeit (manchmal scheint eben alles okay und auf einem guten Weg und manchmal ist alles eine große Katastrophe...) genauso wie ich.

          Was kann ich denn tun?

      Also ich weiß auch das sowas nicht einfach ist. Klar hören ihm die anderen zu aber er kann euch auch nicht komplett ausklammern weil wir ja mit drinnen seid. Kriegt er keine fachliche Hilfe? Denn sonst wird das nichts werden. Weder mit euch noch mit ihm selbst!

      Ela

      • (5) 17.08.15 - 18:47

        Nein bisher hat er keine fachlich Hilfe.

        Wir reden viel, das heißt ich rede viel mit ihm. Für mich steht seit den letzten Gesprächen fest, dass er depressiv ist und Hilfe braucht. Aber er wehrt sich noch dagegen, weil er eigentlich stark sein will und alles alleine meistern möchte. Aber es verändert sich nichts von seiner Seite. Ich habe viel getan dieses Jahr, viel verändert - aber bei ihm verändert sich nichts.

        Er gibt sich Mühe, will wirklich, dass es funktioniert. Aber diese Leere bleibt und diese Unsicherheit - ich fühle nichts, hat das dann alles noch einen Zweck mit uns, ich weiß nicht ob ich sie liebe - da ist einfach nichts? Er versucht das zu überspielen, versucht Normaliät. Wir unternehmen Dinge, reden (nicht nur über Probleme), wir planen auch Sachen die weiter in der Zukunft liegen.

        Aber ich fühle mich trotzdem allein gelassen, ich fühle mich gehemmt und beklommen - was kann ich ihm zumuten? Was ist echt, soll ich mich zurückziehen und ihn in Ruhe lassen? Soll ich kämpfen? Aber wenn er mich nicht liebt, wofür dann kämpfen? Ich bin so zerrissen...

        • hallo,

          ich kann deine Zerrissenheit sehr nachvollziehen! Ich würde ihn bitten, mit mir zusammen zu einem Profi zu gehen. Und wenn er sich nicht darauf einlassen möchte, dann würde ich mich alleine beraten lassen.
          Der Zustand so kostet zu viel Kraft. Nicht dass du darüber auch noch krank wirst!

          gute Nerven und viel Kraft wünsche ich euch von Herzen!

          #klee

        • Also ohne fachliche Hilfe werde solche Sachen immer schwer bis unmöglich muss ich sagen. Denn klar ne leichte Verstimmung kriegst vielleicht auch so hin, aber das ist es hier ja offenbar nicht.

          Und dann wäre es falsch ohne fachliche Hilfe.

          Klar wehrt er sich dagegen, wer will schon „schwach“ sein. Gerade Männer, behaupte ich mal, tun sich noch schwerer sich einzugestehen das sie ein Problem haben bei dem sie Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Und dann noch von einem Irrendoktor wie es so schön heißt. Wobei man das ja nicht breit treten muss. Das kann ja durchaus eure private Familiensache sein die sonst niemanden was angeht. Ich geh auch nicht mit allem hausieren.

          Diese Leere ist furchtbar, das weiß ich selbst und man will sie los haben und kann nicht mal vor sich selbst davon laufen. Man trägt sie immer mit sich herum und kriegt sie nicht weg. Das ist ein schlimmes Gefühl.

          Wenn er zweifelt ob alles mit euch noch einen Zweck hat kommt dazu noch die Unsicherheit was das ganze mit ihm macht, wohin geht der Weg. Was will er und womit belastet er möglicherweise andere und genau das will er vielleicht nicht. Ist alles nicht einfach. Aber auch hier kann sicherlich nur ein Therapeut helfen.

          Einfach wird so eine Beziehung für ihn aber auch für dich als Partner sicherlich nie. JE nachdem auch wie offen dein Partner hier zu dir ist oder wie gut er sich helfen läßt. Das sei vorneweg gesagt. Daher kann man hier nie sagen wie es weitergehen wird. Es gibt viele Möglichkeiten.

          Klar wenn er dich wirklich nicht liebt dann würde ich auch nicht kämpfen weils möglicherweise aussichtslos ist und nur uferlos bleibt. Dann nutze deine Kraft für andere Dinge die wichtiger sind, die dich weiter bringen aber nichts was dich auffrißt. Du bist dann auch nicht schuld.

          Vielleicht ist es wirklich seine Unsicherheit, vielleicht haste auch auf Dauer nicht die Kraft.

          Wie läuft es aktuell? Habt ihr einen Weg gefunden?

          Liebe Grüße Ela

    Seit deinem Sommerurlaub vermutest du Depressionen bei deinem Mann? Vorher war noch nichts?

    Ich weiß ja nicht, wie lange dieser Zustand nun andauert, wie lange du bei deinen Eltern warst und wie lange das nun her ist. Aber nicht jede schlechte Phase ist gleich eine Depression, da gehört schon ein bisschen mehr dazu. Kann es nicht sein, dass du dich hier an einen Strohhalm klammerst, insgeheim hoffst es gibt für das Verhalten deines Mannes einen Grund gibt, nämlich Depressionen?

    Ich glaube eher, dein Mann hat deine Abwesenheit genutzt um nachzudenken und ist zu dem Schluss gekommen, dass er etwas ändern muss. Natürlich geht es ihm jetzt nicht gut, er muss mit dir reden, mit den Kindern, vielleicht unangenehme Entscheidungen treffen und sich neu orientieren. Erinnerst du dich, wie es früher war, wenn man schrecklichen Liebeskummer hatte? Ich bin da auch immer wie der leibhaftige Tod herumgeschlichen, habe abgenommen und war tieftraurig. Vielleicht gehts deinem Mann gerade ähnlich?

    Was du jetzt tun sollst? Mit deinem Mann reden, wie er sich denn nun die Zukunft vorstellt? Trennen will er sich nicht, gut, dann könnte man vielleicht eine Paartherapie versuchen oder, anderer Vorschlag, mal ein Wochenende nur zu zweit. Vielleicht findet ihr dann heraus, ob eure Beziehung noch eine Chance hat oder nicht...

    • Nein. Vielleicht war es etwas konfus geschrieben. Dieser Zustand, dass mein Mann sich von mir entfernt dauert schon lange an. Vielleicht schon seit dem 2.Kind? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall länger als dieser Sommerurlaub.

      Wir hatten viel Stress, er ist so oft mies drauf gewesen, überfordert mit den Kindern, abweisend zu mir, deprimiert, weil es auf der Arbeit nicht läuft. Ich habe das alles nicht verstanden, dieses Einigeln und Zurückziehen (Freundschaften abbrechen, Hobbies aufgeben). Natürlich denkt man da, das ist eine Phase, ja mit den Kindern ist es ja auch schwierig. Nichts ist mehr so wie früher. Ich habe oft versucht zu reden, weil ich eben Angst hatte, dass er am Ende geht.

      Anfang des Jahres haben wir sozusagen beschlossen, dass sich etwas zwischen uns ändern muss. Aber auch schon da war ihm nicht klar, was er für mich fühlt, weil er eben nichts fühlt.

      Wir können eigentlich wieder gut miteinander, wir reden, unternehmen Dinge, gehen wieder mehr raus, planen Zeiten nur für uns zusammen, schaffen gemeinsame Projekte am Haus - eben alles was uns Anfang des Jahres fehlte. Wir streiten auch, aber ich finde, es geht bergauf - aber er fühlt nichts. Neulich sagte er: "Eigentlich ist es egal ob ich auf der Couch sitze oder mit dir spazierengehe. Ich fühle nichts, es ist egal was ich tue. Da ist nur Leere."

      So deutlich sagt er es seit dem Urlaub und seit dem verstehe ich, was es bedeutet. Er hat gemerkt, dass Alleinesein (also eine Trennung) nicht seine Lösung ist. Er dachte, wenn er ohne uns und die ganzen Stressoren wäre, dann würde es ihm besser gehen - ging es aber nicht. Das hat ihm den buchstäblichen Rest gegeben.

      Wir haben schon so viel geredet. Wie er sich die Zukunft vorstellt? Er weiß es nicht. Er will mich und die Kinder nicht verlieren. Er will wieder leben. Er will wieder fühlen. Das hat er gestern gesagt.

      Strohhalm? Vielleicht. Ich hätte gerne den Schalter, der alles auf normal stellt. Aber den gibts nicht. Ich kann auch damit leben, wenn er sagt, dass er mich nicht mehr liebt. Muss ich ja, ich wills nur wissen aber das sagt er mir eben auch nicht.

      • (10) 17.08.15 - 21:56

        "Ich kann auch damit leben, wenn er sagt, dass er mich nicht mehr liebt. Muss ich ja, ich wills nur wissen aber das sagt er mir eben auch nicht. "

        Es ist ja auch nicht leicht das jemanden zu sagen, mit dem man 16 Jahre zusammen ist, mit dem man 2 Kinder hat, ein Haus gebaut hat usw. So, wie du eure Beziehung beschreibst, habt ihr euch vielleicht auseinander gelebt, aber definitiv nicht den Respekt vor einander verloren. Dein Mann achtet und ehrt dich, aber ob er dich noch liebt?
        Vielleicht kann er es dir einfach nicht offen sagen, und es ist einfacher zu sagen, er fühlt generell nichts mehr als zu beichten, dass er für dich nichts mehr empfindet?

        Der Übergang zwischen einer leichten Depression und einer "schlechten Phase" ist ja fließend, da kann man keinen genauen Strich ziehen. Nur eigentlich ist es auch egal. Was ändert sich, wenn es eben eine Depression ist? Die geht ja auch nicht so einfach vorbei, es ist ja nicht so, dass man einfach irgendwelche Medikamente schluckt und zum Therapeuten rennt und alles ist wieder gut und so wie vorher.

        Hast du ihn schon mal auf deinen Verdacht mit den Depressionen angesprochen?

        • (11) 17.08.15 - 22:14
          weißnichtweiter

          Wir waren immer ehrlich miteinander. Ja und wir sind respektvoll miteinander - wir waren kurz davor es zu verlieren, aber darin haben wir die Kurve gekriegt. ICh glaube ihm, wenn er sagt, dass er es nicht weiß. Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er es weiter versuchen will und eine Trennung für ihn momentan nicht zur Debatte steht - auch wenn er nicht weiß wo der Weg hinführt.

          Was der Unterschied ist, wenn er eine Depression hat? Nun ganz einfach. Wenn er mich nicht liebt, dann wäre das für mich das Ende der Ehe. Wir könnten uns getrennt neue Leben aufbauen und wieder glücklich werden. Das ist doch das wichtigste, dass man mit seinem einen Leben glücklich ist. Wenn er eine Depression hat, dann ist die Sachlage anders, dann ist er krank und es besteht Hoffnung, dass wir irgendwann wieder eine Ehe führen können - wenn er Hilfe bekommt und an sich arbeitet. Dass dieser Weg auch nicht einfach ist, dass weiß ich.

          Ja, ich habe ihn darauf angesprochen. Und er erkennt, dass er tiefgreifende Probleme hat. Aber aktuell will er noch lieber alles alleine regeln, wobei ich ihn schon mal soweit habe, dass er beim Hausarzt seine Schilddrüsenwerte überprüfen lässt - und wenn es das nicht ist, dann kann man weitersehen, dann war er zumindest mit seinem Problem bei jemandem. Psychotherapie weist er von sich, wobei ich sehe, dass das nötig ist. Vielleicht weiß er es auch im tiefen Innern, aber in seiner Familie leidet man nicht offen. Man geht in sein Kämmerlein und taucht erst wieder auf, wenn alles gut ist. So hat er es gelernt....

          • Hier kann dir sicher keiner sagen, ob dein Mann nun Depressionen hat oder nicht. So wie du deinen Mann beschreibst, mit seinem Willen ein neues Hobby anzufangen, neue Leute kennenzulernen, etwas zu verändern, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass alle eure Problem an seinen eventuellen Depressionen liegen. Es kann ja auch umgekehrt sei, er wurde depressiv, weil es bei euch schlecht läuft...

            Ich vermute aber eher, dass ihr euch irgendwo bei den Kindern verloren habt. Natürlich will dein Mann sein altes Leben wieder, die Leichtigkeit von früher, nur gibt es das alles nicht mehr.Gerade bei langjährigen Beziehung fällt die Umstellung auf Kinder mit all den Einschränkungen oft schwer... dem einen mehr, dem anderen weniger... und das kann einen schon mal in eine Krise stürzen.

            Ich würde auf eine Paartherapie bestehen.

            Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen arbeitet ihr an eurer Beziehung, zum anderen aber hast du ihn bei einem Therapeuten ohne dass er sich seine Krankheit eingestehen muss. Offiziell geht ihr da nur wegen eurer Beziehungsprobleme hin, aber sollte dein Mann tatsächlich an einer behandlungswürdigen Depression leiden, wird das der Therapeut merken und euch weiterhelfen.

            • (13) 17.08.15 - 23:00
              weißnichtweiter

              Das stimmt schon, niemand hier weiss es ob oder ob nicht.

              Ich will auch gar keine Bestätigung hierfür aus diesem Thread ziehen. Deine Denkanstöße bspw. helfen mir, weil es mir klarmacht dass ich alles in Betracht ziehen muss. Ja auseinandergelebt, über die Kinder das Paarsein verloren - das geht mir genauso wie ihm nur bei mir ist die Liebe für ihn nicht weg oder einem "ich fühle gar nichts "gewichen.

              Wenn er mich nicht liebt, dann hilft uns keine Therapie der Welt. Dann können wir nur zusehen, dass wir eine saubere Trennung in Respekt und Freundschaft hin bekommen.

              (14) 17.08.15 - 23:08
              weißnichtweiter

              Das mit dem Leben umkrempeln: das sind alles nur Ideen. In konkrete Handlungen wird es nicht umgesetzt - zwischen "ich will mir ein Hobby suchen" und dem "ich gehe einem neuen Hobby nach" liegen gerade noch Welten. Wenn er sich mit Leuten trifft bspw. Arbeitskollegen dann fühlt er sich fehl am Platz und gekünstelt, als ob er nicht er selbst sein kann...

              • Klammere dich einfach nicht zu sehr an die Hoffenung, dass alles wieder gut wird, wenn er Depressionen hat. Selbst wenn das so ist, wird nicht mehr alles so wie früher. Depressionen sind keine Krankheit, die man behandeln lässt und dann wieder in sein altes Leben springt. Eigentlich ist es überhaupt keine Krankheit...

                Außerdem wäre es für mich nicht so wichtig, ob er nun äußert, dass er dich liebt oder nicht. Letztendlich sind es nur drei Worte, mehr nicht. Und es gibt so viele Arten jemanden zu lieben. Daran alleine würde ich nichts festmachen.
                Er sagt, er will sich nicht trennen, du sagst das gleiche, also arbeitet an eurer Beziehung. Das seid ihr euch schuldig und euren Kindern. Und dann werdet ihr schon sehen, wohin eure reise geht.

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