Ich lebe gedanklich in der Vergangenheit-Midlifcrisis?

    • (1) 19.08.15 - 23:30
      midlifegirl

      Hallo,

      ich bin ende 30, seit 11 Jahren mit meinem Mann zusammen und 2 Kinder (4,5 und 3 Jahre)

      Ich bin wahnsinnig gerne Mama, schon etwas gluckenhaft. Wir haben ein Familienbett und unsere Kinder haben noch nie bei Oma oder so geschlafen. War bisher nicht nötig. Wenn wir eingeladen waren, waren sie entweder dabei und wir sind nicht allzuspät heim oder haben sie heim ins Bett gebracht und Oma kam zum aufpassen und wir sind nochmal los. Wir haben also durchaus noch ein gesellschaftliches Leben.Mein Mann ist allerdings ab und an mal mit seinem Kumpels zum feiern unterwegs. Für mich völlig OK, ich habe bisher nie etwas vermisst. Ich denke immer, noch paar Jahre in denen wir zurückstecken müssen und dann können wir auch wieder mehr weg. Selbst wenn es was zum weggehen gab, bin ich lieber zu Hause geblieben.

      Vor den Kindern waren wir allerdings sehr viel weg zum feiern, Konzerte, Festivals, Urlaub. Wir haben echt nichts ausgelassen und immer erst Heim wenn es hell wurde.

      Jetzt ist es so, dass ich vor 8 Wochen auf einem Fest bei uns war. Dieses Fest war früher DAS Highlight bei uns und ich und mein Freundeskreis haben immer richtig gefeiert. Dann war ich seit meiner ersten Schwangerschaft nicht mehr bis eben neulich. Es war wirklich schön alte Freunde zu treffen und mal zu feiern.

      Aber seit dem lebe ich gedanklich soviel in der Vergangenheit. Ich muss ständig dran denken wie schön es früher war...unbeschwert feiern, lachen, tanzen. Mit allen Freunden tagelang auf einem Festival sein, trinken, Spaß haben.

      Ich weiß, die Zeit ist vorbei, aber ich vermisse es gerade so sehr. Und auch wenn ich sage ich nehm mir frei und geh öfters mal weg wird es auch nicht mehr so sein wie früher. Die wenigsten unserer Freunde gehen noch viel weg, viele haben auch Kinder und es bringt eben auch das Alter so mit sich.

      Aber es macht mich gerade zu unzufrieden. Ich kann es schwer beschreiben. Früher war alles so spontan und unbeschwert und das hätte ich gerne mal wieder. Ich habe Angst, dass sich eine Midlifecrisis ankündigt. Dann höre ich gerade viel Musik "von früher" was mich natürlich noch sentimentaler werden und meine Gedanken an "früher" abschweifen lässt.

      Kennt ihr das? Manchmal wünsche ich mir 2 Leben..eines mit meiner Familie und dann mein altes Ich, dass feiert und macht worauf es Lust hat.
      Ist sowas normal?

      Danke fürs lesen, ich wollte meine Gedanken einfach mal los werden

      • Moin,

        "Alles hat seine Zeit". Den Spruch finde ich eigentlich ganz treffend.

        Gruss
        agostea

        (3) 20.08.15 - 07:34

        Ich finde nichts Schlimmes daran, mal in die Vergangenheit zu reisen und sich daran zu erinnern, was da alles schön war.

        In zehn Jahren wirst du dich vielleicht mit Wehmut daran erinnern, wie kuschelig es war, als die Kinder noch klein waren und sie dich so sehr brauchten.

        Je mehr Jahre man hinter sich hat, umso mehr Erinnerungen hat man,

        Und natürlich denkt man am liebsten an die Zeiten zurück, die unbeschwert waren, ohne Sorgen und Nöte.

        Gönn dir das doch und vermissen darfst du es auch.

        Du solltest halt nur nicht aus den Augen verlieren, dass diese Zeiten schlicht vorbei sind. Wie Agostea sagt, es hat alles seine Zeit und auch die Zeit heute birgt für dich sicher viel Schönes.

        Und ansonsten: es hindert dich doch nichts, auch heute noch mal zu einem Festival zu fahren. Organisier doch was mit ein paar deiner alten Freunde. Das gibt bestimmt auch wieder Auftrieb.

        Gruß Hezna #klee

        Auch ich denke, seit ich Mutter bin, vermehrt an "die guten alten Zeiten", in denen ich spontan Unternehmungen machen konnte, feiern ging und mich um niemanden außer mir selbst kümmern musste. Ich habe viel gearbeitet, konnte aber auch meine Freizeit recht unbeschwert genießen. Das fehlt mir heutzutage manchmal. Heute gehe ich nicht mal mehr zum Einkaufen "eben schnell" aus dem Haus.

        Allerdings denke ich, dass diese Zeiten vorbei sind und auch nicht mehr wieder kommen. Man kann sich dieses Gefühl vielleicht für einen Abend mal zurück holen, wenn man sich einen Babysitter organisiert und weggeht. Aber diese Jugendzeiten sind definitiv rum.

        Man darf in Erinnerungen schwelgen und die Zeit vermissen, nur sollte man sich nicht darin verlieren und sich immer bewusst sein, dass diese Zeiten eben vorbei sind.

        Vielleicht solltet ihr öfter mal die Kinder an Oma und Opa abgeben oder euch einen Babysitter suchen, sodass ihr wieder mehr zu zweit als Paar und mit Freunden unternehmen könnt. Das bringt zwar auch die alten Zeiten nicht wieder, gibt dir aber zumindest wieder ein bisschen das Gefühl von Freiheit.

      • Was spricht denn dagegen, dass man mal ins alte Leben zurück geht? Offensichtlich ist ja dann "nur" Mutter nicht das Wahre für Dich.
        Warum können die Kinder nicht mal ein WE zu Oma/Opa, dass man auf ein Festival kann oder ein Konzert besuchen? Deswegen bist Du doch keine schlechte Mutter.
        Ihr seid ja auch noch Paar und nicht nur Eltern.
        Nur weil man Kinder hat, ist doch die Zeit des Feierns und Ausgehen nicht vorbei.#winke

        Hallo,

        jaaaa ich verstehe was Du schreibst... ABER ...
        unsere Konstellation ist ähnlich, mit dem Unterschied, dass wir nicht von 100 auf 0 gefahren sind, sondern unser Kind von Anfang an regelmässig gut unterbringen und wenn ich weiß, dass mein Kind glücklich ist, kann ich genauso ausgelassen feiern wie früher, es kann also gar keine Unzufriedenheit aufkommen.

        Muss ja nicht jede Woche sein, aber vielleicht könnt Ihr Euch ein paar Highlights suchen und dann feiern gehen, dann läßt das gluckenhafte vielleicht auch ein bißchen nach, Deine Kinder werden es Dir später danken #winke

      • Hallo midlifegirl,

        ja, ich kann Deine Gefühle sehr gut verstehen.......

        Die Jugendzeit kannst Du aber leider nicht 1:1 zurückholen, da gibt es zu viele Änderungen in Deinem eigenem Leben und den Leben Deiner Jugendfreunde.......

        Aber ich gebe Dir den Rat: wenn Dir danach ist, versuche, auch jetzt wegzugehen, zu feiern und Spass zu haben! Und gewöhne deine Kiddies daran, auch mal bei der Oma zu schlafen......gaaanz wichtig meiner Meinung!

        Ich bin schon Oma und hatte mein Enkelkind schon zum übernachten ohne seine Eltern, als er erst 9 Monate war...... das Ergebnis ist, das er jetzt ( ist jetzt 4 Jahre) ohne jegliche Probleme fast überall übernachten kann und seine Eltern ohne Probleme auch mal allein was unternehmen können. Den Kindern schadet das nicht......im Gegenteil, er findet es voll cool mal woanders schlafen "zu dürfen"!!

        Was mich betrifft: ich gehe auch noch sehr gern weg, treffen mit Freunden, tanzen , feiern, halt Spaß haben! Und ich genieße es in vollen Zügen! Wer mich nicht kennt und erfährt, wie alt ich bin und auch schon Oma, der glaubt es oft nicht...!

        In diesem Sinne: geh raus, mach dich hübsch, geh feiern und tanzen und :
        "ENJOY YOUR LIFE! "

        LG zwergi4711

        (8) 21.08.15 - 10:52

        Ich halte das, was du da beschreibst für ziemlich normal. Zeiten ändern sich/dich.

        Es ist nur dieFrage, wie man damit umgeht. ich denke, ein wenig Wehmut und Traurigkeit sind echt okay und dass das ziemlich jeder früher oder später mal hat. Wenn man natürlich im Augenblick gerade etwas unzufrieden ist, dann neigt man auch dazu die Vergangenheit zu verklären.

        Was vermisst du denn? Und wie kannst du das vielleicht wieder in dein Leben bringen? Muß ja nicht zu 100% auf die gleiche Art sein, aber feiern/zeit verbringen mit Freunden ist auch mit vierzig noch lustig und schön. Auch wenn es nicht mehr ganz so ausgelassen wie mit 20 ist. ;-)

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