Angst vor Hausbau

    • (1) 23.08.15 - 13:05
      Hilfe!

      Hallo,

      wir müssen dringend bauen, unser jetziges Haus bricht uns bald über dem Kopf zusammen (Baujahr 1845).

      Wir wollen eine Backsteinscheune auf unserem Grundstück umbauen. Mein Mann hat weitreichende Bauerfahrung und wir haben schon zweimal Häuser ausgebaut (wobei wir dabei in diesen lebten - Wasser neu, Elektrik neu, Wände rausgerissen, Innenputz runter und wieder drauf, Küche raus und neue rein, ebenso Bäder neu...). Die Ergebnisse waren top, aber die Erlebnisse furchtbar (für mich zumindest). Dreck, Staub, Unruhe, kleine Kinder, nicht kochen können, Duschen mit abgeschlagenen Fliesen an den Wänden,...

      Ich habe nun furchtbare Angst vor Bau Nummer drei. Mich haben die anderen beiden Aktionen schon dermaßen abgeturnt, dass ich eigentlich gerne nichts tun möchte und das Haus einfach nur schlüsselfertig entgegennehmen würde.

      Mein Mann ist Mo-Fr nicht da (Führungskraft). Ich arbeite 50% und mache alles mit unseren Kindern (5, 8 und 11 Jahre) unter der Woche alleine. Am Wochenende möchte mein Mann auch mal seine Ruhe und schafft es nicht einmal in 4 Wochen den Rasen zu mähen.

      Wie bitte sollen wir das schaffen? Mir geht gerade der Arsch auf Grundeis. Zumal mein Mann auch dann Kleinigkeiten wie z.B. Fußleisten oder Lampen anbringen gerne lange liegenlässt und/oder gar nicht fertigstellt. Das treibt mich dann wieder in den Wahnsinn!

      Habe versucht mit meinem Mann zu sprechen, aber er versteht mich nicht. Was kann ich ihm sagen damit er es versteht? Spinne ich? Alle anderen mit denen ich gesprochen habe verstehen mich - nur er nicht!!

      Rat, Tipps, Tricks - immer her damit!

      • (2) 23.08.15 - 14:13

        Auch ich habe mal ein 3-Stöckes Haus (sog. Handwerkerobjekt) gekauft.

        Bin aber Vollhandwerker. Schlossermeister mit eigenen Betrieb.

        Als erste Handlung kam ein Architekt ins Haus.
        Mit dem wurde eine Kostenaufstellung erstellt.

        Rausgerechnet wurden die Tätigkeiten, die in Eigenregie von mir und meinen Leuten umgesetzt wurden.
        Ich hatte drei poln. Vollhandwerker in meinem Betrieb! poln. Handwerker sind einsame Spitze.!!!

        Extern kam der E-Fachbetrieb und der Zimmerman dazu.
        Dann ging es Schritt für Schritt vom DG abwärts zum Keller. Büro.

        Jede Etage wurde komplett fertiggestellt. Mit Bad, Küche, Dielen, usw.
        Dann konnten wir die obere Wohnung schon bewohnen.
        So ging es Schritt für Schritt nach unten.

        Ja, sicher war meine Frau nicht glücklich. Auch wenn alles abgeklebt wurde, Staub war nicht zu vermeiden.
        Nach 12 Wochen war alles fix und fertig. Inkl. Vollwärmeschutz und bewohnbares DG.

        Wichtig ist für Deinem Mann, er sollte real seinen Zeitaufwand und seine handwerklichen Fähigkeiten einschätzen.
        Oft ist ökonomischer Fremdfirmen dazu nehmen. In der Zeit kann er Geld verdienen und evt. noch den Rasen mähen. Und ihr seid entspannter.
        Nebenbei, wir blieben deutlich unter der Kalkulation.

        Viel Erfolg wünscht acntejo

        • " poln. Handwerker sind einsame Spitze.!!!"

          Das kann ich voll unterschreiben und würde mir immer Unterstützung holen, anstatt auf jeden Cent achten zu wollen.

          • (4) 23.08.15 - 15:36

            dam kann ich auch zustimmen.!

            man muss nur darauf achten, dass die werten Herren eine Steuernummer haben

            insbesondere wenn es sich um ein denkmalgeschütztes Haus handeln sollte und man die Kosten abschreiben möchte

          • Die drei poln. Handwerker waren aus meinem Betrieb.
            Sozialversicherungspflichtige Angestellte.

            Nichts mit Schwarzarbeit.

            FG

            • (6) 23.08.15 - 18:07

              ah, entschuldige, das war keine schräge Vermutung meinerseits
              sondern ein Erfahrungswert:
              der eine Pole ist gemeldet und nimmt seine Familienmitglieder mit auf die Baustelle
              es ist ausgemacht, dass die Rechnung über seinen Betrieb läuft
              und später stellt sich raus, dass die Familienmitglieder NICHT gemeldet waren

              ist zum Glück nicht mir passiert...

        (7) 24.08.15 - 12:53

        Bei Dir hört es sich deutlich entspannter an als bei uns. Mein Mann plant jetzt schon 2 Jahre Bauzeit. Und Du warst ja auch immer vor Ort. Er ist Mo-Fr nicht da (in einem Beruf der auch nicht so ganz ohne ist) und dann bleibt nur das Wochenende. Irgendwann muss er sich ja auch mal entspannen...

        Und, wir haben auch (noch) keine Angestellten. Und wenn dann erst mal nur einen.

        Zudem - ich glaube Du bist auch so ein Mann der Dinge zu Ende bringt. Davon scheint es nicht so viele zu geben wenn ich mich in meinem Umfeld so umsehe. Anfangen tut mein Mann mit großem Enthusiasmus. Bis es irgendwann liegenbleibt. Das sehe ich aber bei vielen Männern.

    (8) 23.08.15 - 14:15

    Liebe TE,

    Du sagst Ihr MÜSST bauen. Was ist die Alternative?

    LG
    Dana

    • (9) 24.08.15 - 12:48

      Interessante Frage. Wir haben das Grundstück (2000 qm) mit dem Haus und der Scheune vor dem Immobilienboom gekauft, d.h. da war es noch günstig. Nun ist hier in der Gegend Bauland oder ein fertiges/neues Haus sehr sehr teuer geworden.

      Glück gehabt aber das heisst jetzt auch das wir etwas aus dem machen müssen was wir haben (anstatt etwas anderes schlüsselfertiges zu kaufen oder bauen zu lassen). Das wäre ein Unterschied von 100 000-300 000 Euro (je nachdem) und das wäre uns dann doch zu heftig.

      Zumal wir auf alte Gebäude stehen. Neubauten finden wir langweilig. Und dann haben wir immer auch noch so viele Extra-Ideen und Extra-Ansprüche. Hinterher ist es auch toll. Aber bis dahin...

      Eigentlich wollten wir das alte Haus ausbauen (wieder während wir drin wohnen). Im Nachhinein haben wir aber festgestellt das die vorigen Besitzer wirklich NICHTS gemacht haben (teilweise nicht aufgemauerte Löcher unter den Fenstern die notdürftig mit Glaswolle gestopft wurden, diverse Holzparasiten in den Wänden, im Bad oben läuft man abwärts da sich die Hauswand gesetzt hat usw).

(10) 23.08.15 - 14:18

Ich kenne ein Ehepaar die vor 15 Jahren mit zwei kleinen Kindern ein Haus kauften. 2 Etagen, schöner Garten drum rum, aber eben wie eure Scheune, alles sehr alt. Der Plan war das Haus komplett zu sanieren und eine Garage anzubauen. Beide arbeiten auch. Bis heute ist faktisch fertig: die Außenfassade+ Dach, eine Garage steht daneben, ein Bad, zwei Kinderzimmer, ein Schlafzimmer. Halbfertig ist das Wohnzimmer und die Küche ist seit 15 Jahren nur provisorisch. Vom Treppenbereich, Flur und Keller reden wir garnicht, das ist Baustelle und zum teil wie ich finde gefährlich. In diesem Haus leben nun die Eltern und die beiden Töchter (18 und 16 Jahre alt). Das Haus wird und wird nicht fertig, weil nicht immer das nötige Geld vorhanden ist (man hat sich verkalkuliert) und der Mann auch unbedingt alles allein machen will, sich aber selten aufrafft.

Mir tun die beiden Kinder leid, die nichts anderes kennen ausser diese Baustelle. Glücklich sind die beiden damit laut ihrer Aussage nicht.

Für mich wäre das nichts ... Entweder es wird ein Plan erstellt wann etwas fertig sein wird und daran hält man sich auch (unabhängig davon ob Eigenleistung oder nicht), oder man lässt es. Monate oder gar Jahre Baustelle das ist nix für mich. Ich kann also deinen Wunsch nach einem schlüsselfertigen Haus verstehen. Das neben drei Kindern, Alltag und Arbeit dann großteils allein zu wuppen ist schwer. Ich würde es nicht machen.

(12) 23.08.15 - 17:01

Hallo!

Redet ganz realistisch mit einem Architekten, was gemacht werden muss und wie viel Zeitaufwand man da als Laie einrechnen muss. Klar, ihr könnt nicht nebenher 30 Stunden Pro Woche auf der Baustelle arbeiten, damit ihr zügig fertig werdet. 10 Stunden wären eher machbar.

Und dann entscheidet wie es gehen soll oder ob ihr dem Umbau lieber ganz Handwerkern überlassen wollt.

(13) 23.08.15 - 18:46

Oje, ich kann dich gut verstehen. Wir haben uns ganz bewusst für einen Kauf eines nicht allzu alten Hauses entschieden und dass obwohl mein Vati, mein Bruder und auch ich Bauingenieure sind. Den Stress wollten wir uns echt nicht antun.

(14) 24.08.15 - 08:06

Hallo,

mein Mann und ich haben ein altes Haus umgebaut, saniert und renoviert. Jetzt, nach fast 2 1/2 Jahren sind wir so ziemlich mit allem fertig. Auch wir haben in der Zeit im Objekt gewohnt.

Ich würde es nie nie niemals wieder so machen. Leben auf einer Baustelle ist soooo abtörnend. Der ewige Dreck, ständig Leute im Haus. Wir arbeiten beide Vollzeit, er im vollkontinuierlichen Schichtsystem.
Wir haben aber keine Kinder.

Mit Kindern würde ich es erst recht nicht machen, wenn ihr schon drin wohnen wollt.

LG

Nici

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