Enttäuscht vom Partner

    • (1) 24.08.15 - 16:26
      waskannmanerwarten?

      Hallo, ich brauche bitte einige neutrale Meinungen. Zur Zeit bin ich zu mitgenommen von meinen Gefühlen um normal denken zu können. Und zwar musste mein Hund am Freitag eingeschläfert werden. :-( Es ging und geht mir sehr nahe weil ich sehr an ihm hing und er mich mein halbes Leben begleitet hat. Am Tag vorher hatte ich einen heftigen Streit mit meinem Partner und habe ihm gesagt ich will ihn einige Zeit nicht sehen. Als es dann darum ging mit dem Hund zum Tierarzt zu fahren wo er eingeschläfert werden sollte, ging es mir sehr schlecht. Ich habe viel geweint und wenn ich Bailey ansah, musste ich wieder weinen. Ich habe ihn angerufen und gefragt ob er mich zum Tierarzt begleiten könnte. Ich brauche ihn als seelische Stütze und traue mir auch nicht zu in diesem Zustand Auto zu fahren weil ich immer weinen musste. Er sagte er kommt nicht mit. Ich soll jemand anderes Fragen. :-( Er sei keine Lampe die man ein und aus knipsen kann wenn man sie braucht und wieder aus knipsen kann wenn man sie nicht braucht. Er wusste wie viel mir Bailey bedeutet, er mochte ihn auch und ich dachte er möchte sich von ihm verabschieden. Nichts dergleichen. Er kam nicht. Eine Freundin hat mich am Ende begleitet. Ich bin wirklich enttäuscht von ihm. Meine Freundin nimmt ihn in Schutz und sagt ich hätte ihn weg geschickt. Erwarte ich von einem Partner zu viel wenn ich mir trotz des Streites wünsche dass er in so einer schlimmen Situation bei mir ist? Hättet ihr das nicht erwartet? Mir geht die Situation sehr nahe deswegen bin ich mir nicht sicher ob ich ihm Unrecht tue.

      • (2) 24.08.15 - 16:33

        hat recht.

        Du hast entschieden, dass du ihn eine Zeit lang nicht sehen willst.
        Dann soll er antanzen, weil es dir schlecht geht.

        Er hat recht, er ist kein Gegenstand, den DU "benutzen" kann, wenn es DIR passt.

        Hallo,

        worum ging es denn in eurem Streit? Warum hast du ihn weggeschickt? Machst du das oft, oder war das erstmalig?

        Ich finde es ohne weiteres zu wissen sehr schwierig, etwas dazu zu sagen. Wenn ich mich von meinem Partner unmöglich behandelt fühle und dann weggeschickt werde und er mir sagt, er will mich erstmal nicht mehr sehen, dann würde ich eventuell auch so reagieren, weil ich auch nicht erst als "persona non grata" behandelt werden will und einen Tag später dann aber doch gut genug bin, um den anderen zu stützen.

        Auf der anderen Seite war es auch für dich eine Ausnahmesituation, da dein Hund eingeschläfert werden musste (was mir sehr leid tut!). Hatte dein Freund denn eine enge Beziehung zu ihm? Es gibt Leute, die so eine enge Bindung zu einem Tier nicht nachvollziehen können und das muss man auch akzeptieren. Jedoch sollte man in dem
        Moment trotzdem feinfühlig sein können, was er scheinbar nicht war.

        Wie gesagt, ich kann hier nicht richtig sagen, wie ich die Situation einschätze.

        Auf mich bezogen vermute ich, wenn ich schon jemanden wegschicke so wie du, dann rufe ich ihn in auch nicht einen Tag später an, weil ich ihn doch brauche. Da sollte dir schon bewusst sein, dass er jemand ist, der dir so wichtig ist, dass du ihn an deiner Seite wissen willst, und dann so etwas nicht zu ihm sagst. Ich weiß nicht, was er gemacht hat, wie schon gesagt - bei mir wäre es so, entweder war es so heftig, dass ich ihn dann definitiv nicht sehen will, egal in welcher Situation, oder ich habe überreagiert und sollte mich entschuldigen. Einfach anrufen und sagen "ich brauch dich jetzt, komm!", das wäre nicht meine Art.

        Viele Grüße,

        Ae

        Hallo!

        Es tut mir sehr, sehr leid um Deinen Hund, ich fühle sehr mit Dir. Mein Jack fehlt mir auch immer noch. Ihn zum einschläfern bringen war wirklich schlimm.

        Trotzdem verstehe ich auch Deinen Freund. Ihr habt euch so sehr gestritten, dass DU ihn weg geschickt hast und ihn "einige Zeit nicht mehr sehen"wolltest. Du hast ihn weg geschickt und ihm damit ja auch sicher weh getan.

        Normalerweise sollte man ja wenn man sich liebt, auch Probleme und Meinungsverschiedenheiten so beilegen können, dass man deswegen nicht gleich "einige Zeit" getrennte Wege gehen muss. Wenn ihr zusammen wohnen würdet könntest Du ihn ja auch nicht einfach so raus schmeißen, sondern man muss bei einem Streit ein vernünftiges Ende finden, einen Kompromiss oder sich wenigstens wieder so weit vertragen, dass man eben verschiedener Meinung ist, und das auch ok ist, und man zwar im Moment keine Einigung findet, aber das die Liebe trotzdem nicht beendet.

        Dadurch, dass Du gleich eine Beziehungspause verkündet hast, ist er eben auch verletzt, und nur weil Du ihn jetzt gebraucht hättest kann er eben nicht gleich wieder da stehen. Du hast ihm wirklich weh getan, sein Vertrauen in Dich und eure gemeinsame Liebe auch tief erschüttert. Für ihn heißt es eben, dass die Liebe bei euch nur "in guten Zeiten" funktioniert, aber in schlechten Zeiten soll er gehen. Und das auch noch mit unbestimmtem Ende, das Du alleine bestimmst, oder war wenigstens klar, wann ihr euch wieder seht?

        Er ist wirklich keine Lampe, Du hast ihn verletzt, und es ist nur gerecht, wenn Du jetzt merkst, dass DU ihn auch brauchen würdest. Eben nicht nur in guten Zeiten, sondern auch in schlechten.

        Beim nächsten Streit: findet eine Lösung ohne gleich eine Beziehungspause zu fordern, das ist kindisch. Erwachsene sollten auch mal damit leben können, dass andere Menschen andere Meinungen haben. ohne deswegen gleich ihre Gefühle in Frage zu stellen.

      • So wie von Dir geschildert, wäre ich an der Stelle Deines Freundes auch nicht gekommen.
        Du wolltest ihn ein paar Tage nicht sehen und prompt einen Tag später ist er wieder gut genug?
        Und dann hätte er Dich gefahren und hätte wieder gehen dürfen?

        ich sehe es anders als meine Vorschreibet.

        Es kann halt auch mal knallen und es kann auch vorkommen, dass man nach einem bösen Streit Abstand braucht. das sind sicher Hinweise generell diese Beziehung zu überdenken, schliesst aber nicht aus, dass sich beide wirklich schätzen und lieben.

        Wenn dann aber etwas wirklich schlimmes geschieht, finde ich es selbstverständlich, dass man dann wieder zusammenrückt. Es ist ja nicht so, dass dir am nächsten tag einfiel, dass mal wieder die Gardinen gewaschen werden müsste und du seine Hilfe brauchst.

        Der Tod deines Hundes nimmt dich mit und du nimmst an, dass er sich auch verabschieden will. Du hättest ihn in dieser Ausnahmesituation gerne an deiner Seite, das kann ich gut verstehen. Und ich wäre nicht nur sehr enttäuscht, sondern könnte wohl jetzt nicht mehr mit diesem Menschen ein Paar sein.

        Seine Gründe dich jetzt alleine zu lassen sind nur in persönlichen Befindlichkeiten begründet, die er ganz stark über deine Bedürfnisse stellt.
        Wenn du ihn nun übel betrogen hättest, könnte ich das noch nachvollziehen (naja), aber so sehe ich noch nicht mal, dass ihr eine Beziehungspause hattet.

        Ich habe in meinen vorherigen Beziehungen mehrmals erlebt, dass man sich auch nach einer Trennung in einer schwierigen Situation unterstützt und den anderen nicht alleine gelassen hat.

        ich finde das selbstverständlich.

        ich finde das

        • Hallo!

          Ich sehe das auch so wie alldieschönendinge! Denn diese Ausnahmesituation sollte in der Tat dazu führen, wieder nahtlos zusammen zu rücken.

          Wenn Ihr schon nicht in diesen Momenten, diese, welche wirklich im Leben zählen, ein Team seid und ohne nachzufragen oder eigene Befindlichkeiten in den Vordergrund stellen zu müssen, ähm, wann denn dann bitte?

          Tut mir auch leid wegen Deinem Hundchen. #blume

          LG
          Dana

          Dann kommt es aber auch darauf an, wie schlimm man den Tod eines Haustieres "bewertet". Wäre jetzt ein naher Angehöriger gestorben, würden vermutlich die meisten erwarten, dass der Partner trotz Streit da ist und unterstützt.

          Als Nicht-Tierhalter wäre meine Position aber auch eher "naja, Haustiere werden halt irgendwann alt und sterben, nicht mein Problem" und kein Fall von "au weia, Mega-Lebenskrise, ich lass alles stehen und liegen, egal was vorher war".

          • Aber auch als nicht Tierhalter hat man doch sicher schon mitbekommen, dass der Tod eines Haustieres den Halter sehr, sehr mitnehmen kann.

            Und da die beiden ein Paar sind, kann er sich sicher denken, wie nahe ihr das geht. Und wenn nicht, sollte er es spätestens merken, wenn sie weinend um seine Hilfe bittet. Wie kann man denn da so kleinlich angepisst sein. Es spricht ja niemand davon, dass er jetzt auf heile Welt machen soll.

            • Naja, mitbekommen und helfen können/wollen sind zweierlei. Ich kann z.B. Hunde absolut nicht ab und kann natürlich rational mitbekommen, das jemand unter dem Tod seines Hundes leidet - emotionale Unterstützung geben könnte ich da aber nicht wirklich. Dazu fehlt mir einfach der Bezug.

              Für ihn scheint das "Drama" jedenfalls nicht so gravierend zu sein, dass es die "wir sehen uns erst mal nicht" Äußerung aufhebt - und da muß SIE nun wieder akzeptieren, dass ER anscheinend sehr verletzt ist und nicht "kleinlich angepisst" sein, dass er jetzt nicht springt ...

              • Naja, aber bei seinem Partner sollte man doch soviel Empathie aufbringen, dass man dessen Trauer um den Hund nachvollziehen kann und auch trösten will.

                Ganz ehrlich kann ich mir aber ich kaum vorstellen, dass jemand der eine enge Beziehung zu seinem Hund hat mit jemanden zusammenlebt, der Hunde so absolut gar nicht ausstehen kann.

                • Offensichtlich fühlt er sich aber nach der "ich will Dich nicht mehr sehen" Geschichte nicht für's Trösten zuständig. Soooo wichtig war zumindest ihm der Hund dann ja wohl nicht?

                  • Genau!

                    Und deswegen hat sie allen Grund enttäuscht von ihrem Partner zu sein und ich an ihrer Stelle würde ihn abschießen.

                    Es geht in einer Partnerschaft ja auch nicht nur darum, was einem persönlich wichtig oder unwichtig ist, sondern wie man die Gefühle des anderen respektiert und wie man für den anderen da ist.

                    Irgendwie habe ich den Eindruck, dir geht es hier nicht um Austausch, sondern nur darum noch irgendeinen Konter geben zu können. Sehr anstrengend!

                    • Auch in einer Partnerschaft ohne Krise kommt es durchaus vor, dass die emotionale Bedeutung einer bestimmten Situation sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, und da wird hier in der Regel NICHT zur Trennung geraten, sondern dazu eben nicht zu viel vom anderen zu erwarten (typische Themen bei urbia wären da "er will in der 17. Woche noch nicht das Kinderzimmer einrichten", "er kümmert sich nicht um die Hochzeitsvorbereitungen" o.ä., aber auch Reaktionen auf ungeplante Schwangerschaft, Fehlgeburt o.ä.)

                      Wenn noch eine zeitweilige Trennung dazukommt ... nun ja, für mich bleibt durchaus verständlich, dass der Mann jetzt nicht auf der Matte stand. Das kannst Du ja anders sehen - und ob die beiden nun wieder zusammenkommen oder ob diese Situation der letzte Tropfen auf dem Weg zur Trennung ist, ist eh nicht unsere Entscheidung.

          (15) 25.08.15 - 11:18

          Hallo anyca,

          also, ich finde auch, dass wenn sie ein Paar sind ( bis zu diesem Streit halt), dann hätte er auf jeden Fall unterstützen sollen.....

          Ein Hund ist in den allermeisten Fällen ein "Familienmitglied"....... und wenn da was ist, "brennt die Luft".......
          So ist das jedenfalls bei uns, und egal ob wir uns vorher in der "Wolle" hatten, gibt es mit der Familie Probleme gesundheitlicher Art, dann stehen wir zusammen, da gibt es kein Wenn oder Aber.

          Wenn mit meinem Hund so was wäre und mein Partner steht mir da nicht bei, dann könnte er sich wirklich verabschieden!!! Weil man nämlich zwischen "Pillepalle -Problemchen" und wirklichen Notfällen unterscheiden muss.

          Und der Tod des Hundes ist für jeden verantwortungsvollen Hundebesitzer eben ein Notfall.

          LG zwergi4711

          • (16) 25.08.15 - 16:49

            Und ich will ihr auch gar nicht absprechen, dass sie die Situation als "jetzt ist jeder vorige Streit unwichtig" Notfall empfunden hat!

            Genaugenommen müßte man jetzt fragen, wie er vorher zu dem Hund stand (liebevoll, ablehnend, gleichgültig ...), um seine Reaktion einordnen zu können.

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