Kranke Beziehung

    • (1) 24.08.15 - 23:14
      Alleszuviel

      Hallo,

      ich führe seit 11 Jahren eine Beziehung die von Anfang an schwierig war. Wir haben uns immer wieder zusammengerauft, können nicht ohne einander. Sind seit 7 Jahren verheiratet und haben 2 Kinder, 10 und 5 Jahre.

      Mein Mann hatte eine wirklich schwere Kindheit ohne Liebe, Vertrauen und jemanden der sich um ihn kümmert. Er musste schon früh alleine klar kommen.

      Dadurch hat er viele Baustellen die er selbst aber nicht als diese sieht. Ich selber bin psychisch auch nicht ganz fit. Alles

      aufzuzählenlen würde hier den Rahmen sprengen. Ich arbeite seit der Geburt unseres Sohnes nicht mehr, also seit 10 Jahren. Ich habe nur meine Ausbildung abgeschlossen und seitdem bin ich Zuhause. Ich weiß das ich mich damit selber in eine starke finanzielle Abhängigkeit begeben habe. Leider habe ich keine Familie usw die einspringt wenn ich arbeite. Das heißt in den Ferien, bei Krankheit usw es ist niemand da. Dazu bin ich immer wieder depressiv und habe starke Verlustängste was die Beziehung zu meinem Mann angeht. Leider sind wir beide irgendwie ziemlich kaputt. Wir lieben uns sehr und haben uns viel aufgebaut. Er kümmert sich toll um die Kinder und auch um mich. Hat unendlich viel Geduld und ist wirklich mein Anker. Ich allerdings bin sehr launisch und das größte Problem was ich habe das ich ihn mit den Kindern keine Chance lasse Dinge alleine zu klären. Ich mische mich unbewusst überall ein. Mein Sohn spielt uns daher manchmal schon gegenseitig aus. Wir haben darüber gesprochen und mein Mann fühlt sich natürlich dadurch echt teilweise gekränkt was ich auch verstehe. Ich versuche das abzustellen aber es klappt oft nicht.

      Wenn wir uns streiten ist mein Mann danach sofort weg und hat mit Trennung gedroht und das auch 1-2 x durchgezogen. Dadurch hab ich sofort Panik wenn wir uns streiten dass er sich wieder trennen will. Er schließt sich dann ins Gästezimmer ein und ich bin immer fix und fertig und kann nicht schlafen usw. Ich gehe dann immer zu ihm und entschuldige mich tausend mal aber er macht das immer wieder und ich leide so.

      Ich würde so gerne aus diesem Kreis ausbrechen wieder selbstständiger werden, gelassener und mich nicht so abhängig fühlen. Aber ich schaffe es nicht weil ich nicht weiß wie. Ich weiß mein Text ist ziemlich wirr usw. Aber ich musste es einfach mal loswerden. Wir haben uns heute gestritten und er ist wieder im Gästezimmer und lässt mich nicht rein.

      Ich werde jetzt gleich ins Bett gehen und nicht schlafen können. Ich bin auch Schuld da ich meinen Mann wieder ans Rad gefahren bin. Eigentlich hätte ich mich raushalten sollen und ich hatte wieder das Gefühl mein Sohn verteidigen zu müssen was gar nicht nötig war und habe damit alles nur noch schlimmer gemacht. Habe mich aber entschuldigt ...

      Weiß einfach nicht weiter

      • Der erste weg aus diesem ewigen Kreislauf sollte wirklich sein das du wieder Arbeitest und dadurch Unabhängiger und Selbständiger wirst....

        Deine Kinder sind ja auch schon recht Groß.

        Meine sind 6&10 und bei uns ist es so: Mein Mann steht um 5 Uhr auf ich um 5.15 während mein Mann sich zur Arbeit fertig macht ziehe ich mich an und gehe mit dem Hund. Um 5.45 fährt mein Mann zur Arbeit ich bin meist um 6 Uhr vom Spaziergang zurück dann hat die Grosse die sich ihren Wecker selbst stellt schon ihren Bruder geweckt ich mach dann für beide Frühstück und Pausen Brote....um 7 verlassen wir das Haus die Große geht allein zum Bus den kleinen bringe ich in die OGS dort bleibt er bis 8.30 bis sein Unterricht beginnt ich fahre zur Arbeit. Die Große hat um 13 Uhr Schluss und ist dann bis 15 Uhr bis ich Feierabend hab und den kleinen aus der Schule geholt habe alleine. Der kleine kann bis 16.30 betreut werden das ging auch im Kiga so....
        In den Ferien können sich Mama und Papa abwechseln oder ggf. Die Kinder auch dann in die Betreuung geben grade die OGS oder der Kindergarten machen ja nicht ganze 6 Wochen zu...

        Wenn du dann erstmal wieder Selbstbewusster bist und etwas Abstand hast und evtl. Auch mal geschafft von der Arbeit bist siehst du den Umgang deines Mannes mit den Kindern villeicht wieder lockerer und hast nicht dauernd das Gefühl dich Einmischen zu wollen/müssen....

        Lg

      Mein Mann hatte eine wirklich schwere Kindheit ohne Liebe, Vertrauen und jemanden der sich um ihn kümmert. Er musste schon früh alleine klar

      Dadurch hat er viele Baustellen die er selbst aber nicht als diese sieht.
      --------

      Hier dachte ich erst, dein Mann sei vordergründig die Ursache eurer Themen. Aber anscheinend hast du die größeren Probleme.

      Such dir bitte professionelle Hilfe. Dort lernst du, das Klammern und die Abhängigkeit in den Griff zu bekommen. Dann funktioniert evtl. auch eure Streitkultur anders. Wenn nicht, könnte auch hier eine Paartherapie helfen damit du deinem Mann nicht ständig in die Parade fällst. Merkwürdig ist es nämlich irgendwie schon: du machst so einen bedürftigen und abhängigen Eindruck und bist dennoch so gestrickt, dass du zuhause ansagst, wie alles geregelt werden soll und dein Mann hat keine Chance gegen dich in Bezug auf die Kinder. Wenn du die Energie z. B. auf einen Job verwendest, ginge es dir sicher besser. Und die Betreuung kann funktionieren. Mit 10 +'5 brauchen sie keine Mutter, die morgens zuhause sitzt und auf sie wartet. Wenn du tatsächlich alleinerziehend werden solltest, musst du vermutlich auch arbeiten und wirst nicjt mehr von deinem Mann finanziert.

    • (5) 25.08.15 - 07:35

      Guten Morgen

      vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ja, ich denke, ich habe da sicherlich mehr Probleme als er. Obwohl da auch einige Dinge sind, wo wir uns immer wieder aufreiben. Ich bin bereits ein Tag die Woche vormittags arbeiten, aber da kann ich mir die Tage bzw Zeit selber aussuchen, das passt dann noch.

      Ich werde aber versuchen, ich Bezug auf Arbeit mit was zu suchen, wo ich mehr gefordert werde. Auch wenn mir das mit der Betreuung Sorgen machen. Der Größe ist recht selbstständig nur mit der kleinen wird es etwas schwieriger da mein Mann von 7-18 Uhr außer Haus ist. Er kann mir da im Bezug auf Kinder abholen/wegbringen usw nicht helfen.

      Vielen Dank euch

      • Mache eine Weiterbildung, eine Umschulung, arbeite halbtags in einer Tankstelle oder engagiere dich ehrenamtlich. Mache etwas, was rein gar nichts mit deiner Familie zu tun hat. Solange ihr nicht auf ein zweites volles Gehalt angewiesen seid, dann reichen doch schon 10, 20 Stunden weg von zuhause.

        Und was die Kinderbetreuung angeht, es gibt Tagesmütter oder auch andere Mütter, die einspringen können. Als Mutter muss man sich nur ein kleines Netzwerk aufbauen. Dann braucht man auch keine Familie in der Nähe. Und zur Not kann auch mal der Große auf den Kleinen aufpassen.

        Und vielleicht suchst du dir auch ein Hobby. Gehe eins, zwei Mal die Woche zum Sport. Manche Sportstudios bieten Kinderbetreuung an, in Vereinen kann man häufig das Kind mitnehmen.

    Das, was du beschreibst, klingt nach einer sehr schwierigen Situation. Dein Mann und du scheint eine sehr seltsame Streitkultur zu haben. Streiten muss man "können". Dazu gehört aber eben ausdiskutieren, nciht vor den Kindern streiten, nie "unter die Gürtellinie" gehen und immer den Respekt wahren. Selbstverständlich gehört zum Streiten auch das Vertragen.

    Dass dein Mann sich jedes Mal einschließt und sich immer gleich trennen will, würde mich alle machen. Mit ihm kann man anscheinend nicht diskutieren / streiten. Selbst wenn du ihn unberechtigt angreifst, sollte er sich verteidigen oder das in aller Ruhe mit dir besprechen, aber nicht jedes Mal die Flucht ergreifen.

    Die Lösung kann nicht sein, dass du ihn mit Samthandschuhen anpackst und immer seiner Meinung bist oder dich aus allem raus hältst und dich immer entschuldigst. Er muss lernen, sich den Dingen zu stellen und sich vernünftig mit dir auseinander zu setzen. Erkennt er dieses Problem denn selbst oder versucht er es irgendwie anzugehen?

    Ich an deiner Stelle würde mich unabhängig von meinem Mann machen. Aus persönlichen Gründen kann ich ohnehin nicht verstehen, dass noch immer Frauen "wegen der Kinder" sooo lange zu Hause bleiben. Aber das ist eben eine sehr persönliche Einstellung. Ich an deiner Stelle würde mir Arbeit suchen. Deine Kinder sind in einem Alter, in dem du durchaus arbeiten gehen kannst / solltest. Dein Mann kann / muss eben auch einspringen, wenn z.B. die Kinder krank sind. Wieso sollst du allein verantwortlich sein?

    Mein Mann kommt nur an den Wochenenden nach Hause, unser Kind ist noch nicht einmal zwei Jahre alt, wir haben keinerlei Familie zur Unterstützung in der Nähe, manchmal ist mein Mann monatelang nicht zu Hause. Ich arbeite 30 Stunden pro Woche.

    Meine Mutter war alleinerziehend und immer vollzeit berufstätig.

    Du siehst also, das geht, wenn man es wirklich will.

    Du musst dabei auch an deine Rente denken, nicht nur an deinen jetzigen Verdienst! In den Jahren, in denen du nicht arbeiten gehst, zahlst du nichts in die Rentenkasse ein!

    Außerdem musst du dich im Alltag vielleicht auch etwas weniger abhängig von deinem Mann machen. Suche dir ein Hobby, mach auch mal was ohne ihn, werde selbstständig und unabhängig. Erst wenn du nicht mehr darüber nachdenken musst, aus welchen Gründen du deine Beziehung am Leben hältst, kannst du diese Entscheidung rein auf deine Emotionen abstellen.

    Hallo.

    Ich verstehe Deine Ängste sehr gut. Und diese emotionale Abhängigkeit verstehe ich genauso gut. Wenn Du magst gerne per Pn. Wird sonst zu privat :)

    Lg und sonnigen Tag

Top Diskussionen anzeigen