Mein Verlobter sagt er ist sich nicht mehr sicher

    • (1) 27.08.15 - 18:41

      Hallöchen,

      ich möchte gerne erfahren wie andere Frauen damit umgehen würden. Mein Verlobter und ich wollen am 18. September heiraten. Es ist alles geplant und gebucht, der Saal, die Musik, das Essen, die Gäste haben zugesagt, die Zimmer für die Gäste sind reserviert, das Kleid hängt im Schrank, die Flitterwochen sind gebucht. Es könnte alles perfekt sein. Ich fiebere diesem Tag seit Monaten entgegen und es ist der Höhepunkt unserer Liebe seit mehr als 3 Jahren. Letzte Woche hatten wir einen Streit, es ging um Kleinigkeiten und wir haben uns immer wieder angezickt. Irgendwann platze es aus ihm heraus, dass er schon an die Scheidung denkt, bevor wir überhaupt verheiratet sind. Das saß! Dieser Satz hat mich sehr getroffen und ich fragte ihn ob das sein Ernst ist und er meinte es wäre nur in seinem Ärger dahin gesagt. Ich bohrte weiter nach und er sagte nach dem ganzen Stress der letzten Wochen hat er manchmal schon Zweifel ob es der richtige Weg ist zu heiraten :-(
      Ich bin nun sehr verunsichert und es gibt Tage, da würde ich am liebsten alles absagen und die Hochzeit ausfallen lassen. Seitdem frage ich mich jeden Tag ob er mich überhaupt noch heiraten möchte oder es nur tun wird weil wir es so geplant haben. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man nicht heiraten, wenn man nicht denkt es ist für immer. Bisher dachte ich das. Inzwischen weiß ich nicht mehr was ich denken soll. Wie kann eine einzige Aussage mich derart aus der Bahn werfen? :-(
      Spinne ich?

      • (2) 27.08.15 - 18:55

        Ich heiratete, obwohl ich vor der kirchlichen Trauung, 6 Monate nach dem Standesamt, nicht mehr sicher war.
        Ende vom Lied: Wir erlebten nicht mal den zweiten Hochzeitstag zusammen. Ergo: Ich würde nicht mehr "ja" sagen, wenn ich unsicher wäre. Egal, was die Leute reden. ..
        LG

        • Das tut mir leid für dich. :-( Ich fühle mich als würde mir die Zeit davon laufen und ich muss entscheiden was ich möchte. Dabei war ich mir bis vor kurzem vollkommen sicher.

          • (4) 27.08.15 - 21:27

            Nun, ich finde, dass er sich entscheiden muss.
            Was hältst du davon, ihm das zu sagen? Dass er sich entscheiden muss und entscheiden DARF?Und dass du möchtest, dass er seine Entscheidung aus ganzem Herzen trifft? Wenn er nicht heiraten möchte, darfst du wiederum entscheiden, wie es weiter gehen soll -aus deiner Sicht.

            Will er jedoch heiraten, so wäre es für mich kein Ja zweiter Klasse, sondern ein ganz bewusstes und überlegtes - ohne Schatten darauf.

            • Ich möchte nur eine Hochzeit die 100 % aus voller Überzeugung und ganzem Herzen kommt. Ansonsten macht es für mich keinen Sinn zu heiraten. Wenn er keine Hochzeit wollen würde, dann würde ich es absagen. Ich sehe, wir müssen es wohl oder übel noch einmal in Ruhe besprechen. Damit ich sehe wo er steht und wo wir stehen. Ich hoffe er sagt mir die Wahrheit und versucht mich nicht nur zu beruhigen.

      (6) 27.08.15 - 19:18

      Hallo!

      Das ist eine schwierige Frage.
      Ich weiß, dass meine Mutter Zweifel hatte. Sie ist geschieden.
      Es gibt aber auch Paare, die waren sich zu 100000% sicher und sind auch geschieden.
      Andersherum gibt es auch Beispiele. Im Streit gesagt, dass man sich trennt, wenn es nicht besser wird und sie würden sich nie trennen und sagen es eben aus dem Streit heraus oder sind wirklich bis ans Lebensende (glücklich) zusammen geblieben.
      Wie das bei euch ist, kann ich nicht beurteilen.
      Aber ich würde mir auch ernsthaft Gedanken machen. Zudem dein Verlobter auf Nachfrage noch mal bestätigt hat, dass er daran zweifelt, ob es wirklich richtig ist. Das hat einen ganz fiesen und faden Beigeschmack.
      Ich würde tatsächlich noch mal das direkte Gespräch suchen und ihm sagen, dass er dich nicht heiraten muss, nur weil alles geplant ist und es egal ist, was die anderen denken, sofern die Hochzeit abgesagt wird. Würde ihm dann noch mal Bedenkzeit geben und wenn er danach dann sagt, dass er dich heiraten will, ist doch alles gut! Dann sind es vielleicht nur die bekannten "kalten Füße", die viele angeblich vorher haben sollen. Wenn er danach noch immer unsicher ist, würde ich vermutlich einen Rückzieher machen.
      Aber wie gesagt, es gibt wirklich positive und negative Beispiele in jeglicher Konstellation!
      Mein Mann und ich waren vor unserer Hochzeit zumindest nicht eine Sekunde unsicher. Eine Freundin war viele Jahre unsicher und hat den Antrag einige Male abgelehnt. Nach der Eheschließung gibt es nun einige Probleme, aber sie sind insgesamt trotzdem in ihrer Ehe glücklich.
      Ich finde, dass man dir schlecht raten kann. Ein weiteres Gespräch, welches wirklich ehrliche Worte, egal wie sie ausfallen, finden sollte, ist wohl unabdingbar, damit ihr beide die richtige Entscheidung trefft - egal wie sie am Ende aussieht!

      Alles Gute!

      • (7) 27.08.15 - 21:16

        Ich war mir bis vor kurzem auch keine Sekunde unsicher. Ich hätte auch nie gedacht dass ich jemals unsicher wäre. Es ist kein schönes Gefühl direkt vor der Hochzeit. :-( Er tut seitdem so als wäre nichts gewesen und es ist alles wie immer. Die letzten Planungen für die Deko laufen, der JGA ist bald und und und.... es macht mich kirre.

    Eine Sch***Situation in der du das bist.

    Mit Sicherheit kann man nur sagen, dass dieser Tag für dich nicht mehr so perfekt werden kann, wie du ihn geplant hattest. Auch wenn ihr es nun durchzieht (wofür ich angesichts der Vorbereitung durchaus Verständnis hätte), wird bei dir immer eine Stimme im Hinterkopf bleiben.
    Also ich könnte diesen Tag nicht mehr vorurteilsfrei genießen.

    Dabei will ich gar nicht sagen, dass dein Verlobter dich nicht mehr liebt. Aus deinen Zeilen wird sehr deutlich, dass dieser "große Tag" eine enorme Bedeutung für dich hat. Viele Männer (und auch Frauen) sehen das deutlich pragmatischer.

    Hast du deinen Verlobten vielleicht einfach nur verrückt gemacht mit deiner "Sex and the City" Hochzeit und er reagiert deswegen gerade über?

    Ich könnte ihn verstehen. Mir sind Hochzeiten dieser Art auch ein Graus. Für mich hat es so etwas inszeniertes, künstliches. Egal ob ich jetzt Star des Abends oder nur Gast wäre, ich fühle mich auf solchen Events nie wohl.
    Unsere Hochzeit war ein wirklich keiner Rahmen. Nur er und ich am Strand in unserem Lieblingsurlaubsland. Danach gabs hier ein paar Monate später für alle eine total zwanglose Feier mit Grillen und im Garten chillen. Alle im Freizeitdress und wir waren damit total glücklich.

    Ich will nicht sagen, dass deine Art zu feiern falsch ist, aber vielleicht wird es deinem Freund gerade einfach zu viel. Vielleicht hat er sich auf der ganzen Reise dahin nicht getraut, dir zu sagen, dass für ihn auch weniger genug wäre?

    Redet nochmal in Ruhe und versuche zuzuhören...
    Ich wünsche dir viel Glück.

    • Für mich war es sehr wichtig diesen Tag so groß zu feiern und die Hochzeit zu zelebrieren, immerhin möchte ich nur einmal im Leben heiraten und es soll etwas besonderes und perfekt sein. Davon habe ich immer geträumt. Ich habe leider seitdem das Gefühl, es kann nicht mehr perfekt werden. Diese ungetrübte Vorfreude ist weg :-( Und die Zweifel an allem sind da.

      Ihm war es egal ob wir groß feiern oder klein, er hat sich raus gehalten und mir alles überlassen.

Kann es nicht auch einfach die Angst vor dem Endgueltigen sein?
Wie in den letzten Wochen der Schwangerschaft, man wuenscht sich nichts sehnlicher als das das Baby endlich da ist und kurz vorm ET ist man sich nicht mehr so sicher? Oder wenn man ein Haus kauft/baut...ist das wirklich da wo man sein moechte etc?
Hat er denn 'nur keine Lust mehr' auf die Hochzeit, oder will er dich generell nicht mehr?

Das ganze Planen ist ja schon sehr stressig und teuer und da geht jeder anders mit um?!

Alles Gute

  • Ich weiß nicht ob es nur kalte Füße oder generell ein Problem mit mir ist. Er hat seidem auch nichts mehr gesagt. Wir sprechen normal über die Hochzeit, zu zweit und mit Familie und Freunden. Es war als ob er nichts gesagt hätte. Doch er hat es gesagt und das kann ich nicht vergessen.

Hallo!

Hat er sich denn inzwischen nochmal dazu geäußert? Trag das nicht so mit Dir herum, sondern vertrau Dich ihm an.
Dann hörst Du was er sagt. Aber dann glaube ihm auch das was er sagt und bohre nicht nach, bis das kommt was Du meinst herausgehört zu haben.

LG, ich wünsche Dir ein rauschendes Fest!
Dana #winke

  • Er hat sich nicht mehr dazu geäußert. Gestern hat er mit seiner Mutter noch darüber gesprochen dass wir uns endlich für eine Torte entschieden haben, nachdem wir uns dreimal umentschieden haben. Er ist wie immer und wir sprechen normal über den immer näher rückenden Termin und die Flitterwochen. Es brodelt trotzdem in mir die Unsicherheit und Zweifel. Ich traue mich nicht ihn erneut zu fragen was nun Sache ist.

(16) 27.08.15 - 22:13

Ehrliche Meinung...
Ich denke jeder zweite Mann hat solche Phasen....die einen sagen es, die anderen Schweigen.

Frauen sind voller Eifer mit der Planung beschäftigt....über Monate und haben kein anderes Thema mehr. Männer ticken anders und sind irgendwann genervt davon. Das denen irgendwann der Kragen platzt ist meiner Meinung nach verständlich.

Mein Mann und ich haben und davor auch ordentlich gezofft, sogar vor dem Traugespräch mit dem Pfarrer dachte ich, ...."so, es reicht"

Wir haben durch geatmet und offen drüber geredet.
Wir sind jetzt 12 Jahre verheiratet und es gibt wirklich wenig schlechte Momente.

LG
Lisa

  • (17) 27.08.15 - 22:19

    Danke, das beruhigt mich ein wenig. Ich hoffe es geht auch bei uns so gut aus.

    • Ich oute mich jetzt mal.

      ich bin schon sehr lange mit meinem Mann zusammen, wir haben Kinder, ein Haus und letztes Jahr erst haben wir geheiratet.

      Es war also wirklich keine Frage, ob ich mich für ein Leben mit ihm entscheiden möchte.

      Trotzdem bin ich, je näher es zum großen Tag kam, immer nervöser geworden. Ich habe regelrecht kalte Füße bekommen.

      Und klar, die letzten Wochen vor der Hochzeit sind stressig und dann kommt es auch zu Streit. Und ich habe dann auch erst recht gezweifelt.

      Wir haben trotzdem geheiratet und ich bereue es überhaupt nicht.

      Mittlerweile denke ich, dass mir alles zuviel wurde. Die Hochzeit wurde immer größer, alles wurde immer emotionaler. Ich habe irgendwann ein Bild für ihm gekauft, bei dessen Bedeutung mir immer die Tränen kamen, ich wusste er arrangiert ein ganzes Musikprogramm für mich.

      Irgendwann hatte ich einfach Angst, dass ich diese ganze Emotionalität nicht ausfüllen kann, dass das alles etwas too much ist, nicht wirklich uns entspricht. Irgendwie habe ich so einen Erwartungsdruck gespürt.

      Mir haben keine Gespräche mit Freunden geholfen und ich bin froh, dass ich das nie meinem Mann gesagt habe. Die Gespräche mit Freunden haben meine Zweifel eher noch genährt.

      Mir hat mein Chef geholfen, der da einen guten Draht hatte, dem ich das erzählen konnte Und der dann daraufhin ein kleines Coaching gestartet hat, dass alles einfach gut wird. Ich fand das super, ich hatte ja meine Entscheidung eh getroffen und es war schön, dass jemand da Euphorie verbreitet hat, dass heiraten einfach super ist.

      Vielleicht lässt du ihn mal in Ruhe und kennst jemanden, der ihn einfach zu nehmen weiss und Sicherheit bezüglich der eigenen Entscheidung gibt.

      Und vielleicht schaltest du mal einen Gang runter, was die perfekte Hochzeit angeht.

      Wie gesagt, dass sind nur meine persönlichen Erfahrungen.

(19) 28.08.15 - 09:20
hätte ich bloß

Hallo,

es tut mir sehr leid für dich, für euch...

Ich war auch nicht sicher, es war schon alles organisiert.
Sogar im Standesamt bevor ich gefragt wurde, habe ich überlegt "nein" zu sagen und habe mich nicht getraut.

1 Jahr später war alles vorbei...

So war das bei mir...

Liebe Grüße

Ganz ehrlich:
Wer sich 100% sicher ist und keinerlei zweifel hat ist dumm und hat Angst vor der Realität.
Insofern kann ich deinen Freund schon verstehen. Die Frage ist ob's grundsätzlicher Realismus ist oder ob er die Beziehung jetzt schon als mangelhaft betrachtet.

(21) 30.08.15 - 05:46

Der Spruch, der im Streit fiel, ist natürlich sehr verletzend, aber ich denke mal, dass er das wirklich nicht so gemeint hat.

Ich könnte mir Folgendes vorstellen:

Er liebt dich und hat sich dafür entschieden, mit dir den Rest seines Lebens zu verbringen. Das heißt ja schon was!

Die Vorstellung, dich zu heiraten, gefällt ihm bestimmt sehr, aber er hat sich sicher die ganze Vorbereitung nicht so stressig und nervig vorgestellt. Und wenn fast täglich darüber gesprochen wird, kann man schnell mal genervt sein. Mein Mann wollte das auch nicht jeden Tag hören und hat mir das auch so offen gesagt. Trotzdem sagt er mir heute immer wieder, dass er es nicht bereut hat und mich jederzeit wieder heiraten würde. Auch ich hätte an manchen Tagen gern alles hingeschmissen, aber nicht wegen ihm, sondern weil der Vorbereitungskram einfach ätzend war. Man hat kaum Zeit, die Vorfreude auf die Eheschließung zu genießen. Was ich damit sagen will, ist, dass du hier differenzieren musst. Er will dich garantiert noch immer heiraten, aber der Hochzeitskram nervt ihn wohl mittlerweile ganz schön. Er hat sich das alles wahrscheinlich sehr entspannt vorgestellt mit der Hochzeitsvorbereitung und merkt nun, dass es gar nicht so easy ist. Wenn es dir also irgendwie möglich ist, rede in den Wochen bis zur Trauung nicht mehr so viel in seiner Gegenwart über das Thema und genießt einfach die gemeinsame Zeit zusammen!

Alles Gute für euch!

(22) 05.09.15 - 21:16

hallo,

ich habe vor gut 2 jahren geheiratet und ich sag dir ehrlich, ich war auch kurz davor alles hinzuschmeißen.

ich empfand das alles als sehr lästig und anstrengend mit der organisiererei und dem dauernden getelefoniere mit standesamt - was sie noch alles brauchen, in der arbeit war es total stressig mit überstunden und samstagsarbeiten.... hab auch mal zu meinem mann gesagt - ich hab gar kein bock mehr auf die hochzeit - das drumrum macht alles kaputt....

viell. ist er auch einfach gestresst..... ich würde versuchen rauszubekommen ob er einfach gestresst ist, kalte füsse bekommt oder ob er das wirklich ernst gemeint hat.

versuche das ruhig und sachlich zu klären. ich denke eine aussprach zu dem thema sollte stattfinden - sonst gibt es viell. im standesamt noch eine "überraschung" und ich muss sagen das fände ich noch viiiiiiel verletzender wie das ganz jetzt abzusagen...

drück dir die daumen

grüsse

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