Warum wollen Frauen Kinder von Männern, mit denen sie nicht zusammenleben?

    • (1) 31.08.15 - 16:16

      Hallo, die Frage steht oben.

      Ich lese das in letzter Zeit immer öfter und bin völlig ratlos, warum man so etwas plant oder gar macht.

      Freiwillig von vorneherein alleinerziehend, die schlaflosen Nächte alleine, das Einkommen alleine verdienen, den Haushalt und alles alleine?

      Bitte klärt mich auf, danke!

      • (2) 31.08.15 - 16:20

        Eine Freundin von mir, beruflich erfolgreich, selbstständig in jeder Hinsicht und Ende dreissig, wollte ein Kind. Er jedoch wollte keines, vor allem aber hatte er hatte keine Lust auf die dazugehörenden Pflichten. Also haben sie einen Kompromiss geschlossen. Sie kriegt ihr Kind und er behält seine Freiheit.

        (3) 31.08.15 - 16:34

        Weil diese Frauen keinen festen Mann an ihrer Seite haben wollen, mit beiden Beinen im Berufsleben stehen und für sich und das Kind alleine sorgen können und vor allem wollen.

        Den Haushalt haben sie bisher alleine geregelt (evtl. haben sie auch eine Putzfrau, Fensterputzer) und schaffen dies auch weiterhin.

        Sie lassen sich bewusst darauf ein und wollen es auch nicht anders.

        Ich war auch lange Zeit alleinerziehend, mein EX Mann und ich trennten uns, da waren die Kinder noch klein (2+5), jetzt bin ich wieder in einer Partnerschaft und manchmal vermisse ich das alleinerziehend. Also ich kann die Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden irgendwo manchmal verstehen. Allerdings finde ich es für die Kinder schade, denn sie lernen so nie die typische Familie, Mutter/Vater kennen.

          • (5) 31.08.15 - 17:18

            Mir brauchst du das nicht zu sagen, ich bin ja eine die zu den "rund 50% Scheidungen" gehört ;-)

            Nur finde ich es öfters mal schade, wenn ich andere, glückliche Familien sehe, wo die Eltern noch zusammen sind. Dann denke ich, dass es mir für meine Kinder leid tut. Dabei leiden sie absolut gar nicht unter der Situation, sie sind es ja auch nicht anders gewohnt weil sie eben noch so jung waren und sind glücklich so wie es ist und mit ihrem Stiefvater.

            Trotzdem fühle ich mich selber eben manchmal als Versagerin, weil es bei uns hier im Ort diese 50% noch nicht gibt, hier scheinen um mich herum nur glückliche Familien zu sein, bis auf ein paar Ausnahmen.

        (6) 31.08.15 - 16:57

        Die "typische" Familie ist nicht immer ein Gewinn für Kinder. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten: In den seltensten Fällen.

        • Das ist doch Quatsch.. Es ist für Kinder immer ein Gewinn, wenn sie Vater und Mutter im Ramen einer klassischen Familie haben.

          Und Kinder leben doch viel lieber mit beiden zusammen als nur mit einem. Immer vorausgesetzt, dass man sich versteht bzw. glücklich ist. Dass das nur in den seltensten Fällen vorkommt, wage ich mal zu bezweifeln.

          • Müsste man mal ne Statistik bemühen, um Fakten zu schaffen.

            • Vielleicht hat jemand Lust, was rauszusuchen:-)

              • Es gibt sicher Jemanden, der Zeit dazu hat. Lehnen wir uns zurück und warten :-)

                • (11) 01.09.15 - 20:12

                  Soweit ich informiert bin, hat ein Grossteil der Scheidungskinder mit Problemen zu kämpfen, welche sie ansonsten nicht haben. Glückliche Scheidungskinder sind nicht die Norm, das liegt aber weitgehend am Umgang der Eltern mit der Situation: http://www.zeit.de/2003/22/SM-Scheidung

                  Wenn aber von Anfang an der Vater oder die Mutter abwesend ist, ist dies nochmal ein anderes Beziehungsmodell.

                  Ich denke, wenn man nicht das klassische Familienmodell lebt, muss man dafür sorgen, dass:

                  ...das Kind einen gegengeschlechtlichen Vertrauten hat (Opa/ Oma, Onkel/ Tante, Pate/ Patin usw.), damit es den Umgang mit dem anderen Geschlecht lernt und eine Orientierung hat. Egal ob es sich um einen Sohn oder Tochter handelt, beide brauchen beide Geschlechterrollen in ihrem Leben. Diesen Aspekt finde ich ganz wichtig...

                  ...bei einer Scheidung oder Trennung die Eltern die Problematik nicht auf die Schultern des Kindes ablegen. Ein Kind kann das gar nicht erfassen. Sondern, dass es weiterhin Mittelpunkt liebevoller Zuwendung bleibt.

                  ...das Kind gute, positive, konstruktive Beziehungen vorgelebt bekommt, wenn möglich verschiedene Modelle.

                  Das sind aber drei ganz schwierige Punkte, gerade wenn man als Eltern in einer Scheidung steckt. Ich denke also nicht, dass das Familienmodell per se das Problem ist, aber der Abbruch eines gewohnten Modells. Bei freiwillig alleinerziehenden Modellen finde ich persönlich sehr wichtig, dass das Kind eine Person des Vertrauens des anderen Geschlechts zur Verfügung hat.

                  • (12) 02.09.15 - 09:50

                    Das kann ich absolut unterschreiben #pro
                    Genauso sehe ich das auch. Ich habe das etwas abgespeckter weiter unten an Kate geschrieben.

                    Wenn obiges Modell von Anfang an so gelebt wird und das Kind es nicht anders kennt, sehe ich da kein Problem. Allerdings finde ich auch, dass männliche Bezugspersonen vorhanden sein sollten. Das muss m.M. nach aber nicht zwingend der Vater sein.

                    Schwieriger wird die Situation sicherlich, wenn ein vorher gelebtes und gewohntes Modell abgebrochen wird.

                    Übrigens bin ich auch ein Scheidungskind. Aber hatte nie ein Problem damit oder darunter gelitten. Zumindest bin ich mir dessen nicht bewusst. Allerdings lehne ich "Heiraten" bzw. das Modell "Ehe" ab. Mag sein, dass es damit zu tun hat.

            (13) 31.08.15 - 20:28

            Bloß keine Statistiken .... :-[

            Willst Du lesen, dass 62,97583 % aller Familien glücklich sind ? Zahlen, die auf Umfragen beruhen, spielen eine Genauigkeit vor, die gar nicht gegeben ist.

        Eine Intakte, Glückliche Familie ist sicher das Optimalfall. Ständiger Streit oder eisiges Schweigen sind aber eine dauernde Qual.

        • Ich weiß aus dem Forum, dass du in deiner Kindheit leider ganz schlechte Erfahrungen mit diesem Modell gemacht hast. Und ich bin auch absolut keine Befürworterin einer "klassischen Familie" auf Biegen und Brechen. Glück ist von den Lebensumständen abhängig.

          Aber du selbst lebst dieses klassische Modell doch auch, oder?

          • Ja, ich bin ziemlich konservativ und finde es schade für Kinder, wenn sich die Eltern trennen. Trotzdem muss man nicht mit Gewalt an einer Ehe festhalten die niemanden mehr glüchlich macht.

            Und bevor eine Frau mit einem Mann einen auf glückliche Familie simuliert, was aber gar nicht vorhanden ist, nur weil sie fürchtet, dass sie während ihrer fruchtbaren Jahre niemanden mehr findet, ist es immer noch besser, wenn sie von Anfang an geplant alleine ein Kind groß zieht. Natürlich finanziell unabhängig, mit helfenden Händen, Netzwerk und mit anderen männlichen Bezugspersonen, und vielleicht findet sich auch noch ein netter Lebenspartner, wenn der Druck weg ist, aber ich finde den Wunsch schon verständlich.

            Ich habe eine Freundin die bald 33 wird und immer nur an die letzten Vollpfosten gerät, bevor sie sich so einen als Papa anlacht dann allemal lieber gleich alleinerziehend, auch wenn ich es ihr sehr wünschen würde, dass doch noch ihr strahlender Ritter auf dem Weißen Pferd um die Ecke kommt. Aber wenn sie die Wahl hat, entweder geplant alleinerziehend zu werden oder ganz kinderlos zu bleiben, ist ersteres vielleicht besser.

            Was ich dagegen nicht nachvollziehen kann sind funktionierende Beziehungen, in denen man bewusst mit getrennten Wohnungen in die Kinderplanung einsteigt, weil da eben die Belastung schon extrem assymetrisch auf den Schultern einer Person lastet. Da ist der Ärger einfach schon vorprogrammiert.

      Das ist aber sehr einfach gedacht.
      Ich wollte auch immer die klassische Familie und bei meinem ersten Sohn habe ich lange darum gekämpft. So lange bis ich es nicht mehr ertragen habe. Die erste Zeit War sehr schwierig aber dann War es wie eine Erlösung. Ich habe eine sehr schöne Zeit mit meinem Kind verlebt, ich War glücklich und frei, keine Streitereien und wir konnten immer machen was wir wollten. Mein Sohn hat mit Sicherheit von meiner Zufriedenheit profitiert und denkt noch gerne an die Zeit zurück, in der es nur "uns " gab.
      Ich bin jetzt glücklich verheiratet und würde das auch nicht mehr ändern wollen. Würde ich allerdings die Liebe zu meinem Mann verlieren würde ich gehen. Auch wenn er ein super Vater ist
      Man fühlt sich nie einsamer, als in einer kaputten Beziehung. Und wenn ich unglücklich werden eürde, würden meine Kinder auch darunter leiden.
      Kurz gesagt, alleine mit Kind zu sein kann durchaus schön sein. Meiner Meinung nach fühlen sich Kinder am wohlsten mit glücklichen und zufriedenen Eltern. Ob diese dann zusammen wohnen ist zweitrangig. Manche Menschen brauchen einfach sehr viel Freiraum!

      • "Und Kinder leben doch viel lieber mit beiden zusammen als nur mit einem. Immer vorausgesetzt, dass man sich versteht bzw. glücklich ist."

        Inwiefern ist diese Aussage denn (zu) einfach gedacht? Oder steht sie in Widerspruch zu deiner Lebensgeschichte?

        Warum fühlst du dich von meiner Aussage angegriffen?

        "Kurz gesagt, alleine mit Kind zu sein kann durchaus schön sein."

        Habe ich das Gegenteil behauptet?

        "Meiner Meinung nach fühlen sich Kinder am wohlsten mit glücklichen und zufriedenen Eltern. Ob diese dann zusammen wohnen ist zweitrangig."

        Meiner Erfahrung nach nicht. Wenn Eltern zufrieden und glücklich sind (auch miteinander), dann ist es für Kinder schöner, wenn man auch zusammenwohnt. Mir ist kein Kind bekannt, dass unter solchen Bedingungen lieber nur mit einem Elternteil zusammenwohnt.

        "Manche Menschen brauchen einfach sehr viel Freiraum!"

        Das kann man theoretisch auch anders lösen. Krabbelgruppenbekannte von mir haben das so gelöst: Nachdem ein Getrenntwohnen (im Rahmen einer intakten Beziehung) für den gemeinsamen Sohn immer blöder wurde, haben sie sich entschieden, zusammen zu ziehen und zwar als WG. Mama und Papa und Kind haben jeweils eigene Zimmer. Der Junge (4 Jahre) genießt es sehr, seinen Vater häufiger um sich zu haben

(20) 01.09.15 - 01:50

Ach, und was mache ich als Mann, wenn ich nicht nur meine Gene weitergeben will, sondern auch zusehen will, was aus ihnen wird?

  • Mal lapidar formuliert (und mal nur auf die Fälle bezogen, in denen Frauen ein Kind im Alleingang planen, Fälle, in denen es bei Trennung eskaliert ist, mal ausgenommen)

    Als Mann sollte ich mir sehr viele Gedanken darüber machen, bei wem ich meine, nennen wir es Gene ungeschützt losschicke.

    Biologisch ist es nunmal so, dass ich in diesem Moment als Mann die Entscheidungsgewalt über meine Gene erst einmal abgebe.

    Das ist bitter, wenn Mann bereits an einer Schwangerschaft teilhaben möchte, es aber nicht gewünscht ist.

    Ebenso bitter ist es, wenn der Mann vom Kind erst nach der Geburt erfährt und dann am Umgang gehindert wird, während er lediglich zahlen soll.

    Allerdings beginnt die Eigenverantwortung bereits beim unüberlegten "Geneverteilen".

    VG

    Kate

    • Klar, da hast du recht: wenn meine Gene den Körper verlassen, gebe ich die Kontrolle darüber ab, also sollte mann sich gut vorher überlegen, mit wem man sie teilt.

      Aber es soll auch Fälle von vorsätzlicher Täuschung geben, und das finde ich mit das Mieseste, was eine Frau einem Mann antun kann.

      Mir ging es bei meiner Bemerkung auch hauptsächlich um die hier von einigen geäußerte Einstellung, die den Mann zum reinen Samenspender degradiert und ihm ansonsten jegliches Interesse an den Nachkommen abspricht. Ganz zu schweigen davon, was das für die Kinder bedeutet.

      Aber das hat Comapo weiter unten ja schon sehr schön auf den Punkt gebracht.

      Ich bin jedenfalls froh, dass ich die Entwicklung von drei Instanzen meines weitergegebenen Gen-Sets (in Kombination mit dem eines ausgesuchten Weibchens) live und hautnah miterleben kann... ;-)

      • Ich stimme Comapo auch weitgehend zu. Wie du schon sagst, auch mal ganz zu schweigen davon, was meine Entscheidungen und mein Egoismus für mein Kind bedeutet.

        Diese Diskussion ist hochinteressant und ich kann da auch nicht meinen Blickwinkel als Frau und Mutter verlassen. Ich werde niemals nachempfinden, was ein Vater seinem Kind gegenüber empfindet. Es liegt mir völlig fern, Männer als Samenspender zu degradieren. Daher kann ich auch Frauen, die Männer, die Väter sein wollen, bewusst ausschließen wollen, in keiner Weise verstehen. Das ist widerlich und menschenverachtend.

        Allerdings: Mittlerweile mit 3,5 ist meine Tochter für mich gefühlt ein ganz eigener Mensch, den ich lediglich nach Kräften beim Wachsen und Leben unterstütze.

        Ein wenig ist sie aber noch und war es für mich als frischer Säugling ein bisschen mehr mein Kind als das meines Mannes. Ich habe mein Kind zusammengebaut, mein Körper hat das gemacht (mein Mann hat nun einmal nur eine kleine Zutat gespendet), ich habe es geboren und ich habe es ein Jahr lang völlig nur durch meinen Körper ernährt. Diese Tatsachen und diese enge körperliche Verbundenheit haben bei mir das Gefühl hervorgerufen. Diese Empfindung hat mein Mann übrigens geteilt. Mittlerweile nimmt er mich und sie als getrennte Personen wahr. Ganz zu Beginn waren wir eine Einheit für ihn. Auch wenn er von Anfang an eine ganz eigene Beziehung aufgebaut hatte und auch eigene Aufgaben hatte.

        Ich kann mir daher vorstellen, warum Frauen in der Planung einer Schwangerschaft das potentielle Kind als rein ihres empfinden, wenn ich genau darüber nachdenke. Wie gesagt, ich würde daraus nie die Konsequenz ziehen, den Mann ausschließen zu wollen, aber die Empfindung kann ich ansatzweise teilen.

        "Aber es soll auch Fälle von vorsätzlicher Täuschung geben, und das finde ich mit das Mieseste, was eine Frau einem Mann antun kann."

        Das Mieseste, was eine Frau einem Mann antun kann, ist ihm als Vater sein Kind vorzuenthalten.

        Wie soll den vorsätzliche Täuschung beim Geneverteilen aussehen? Ich kann mir nur sehr sehr wenige Fälle vorstellen, in denen mir der Mann begründet leidtun würde.

        • > Wie soll den vorsätzliche Täuschung beim Geneverteilen aussehen?

          Na ja, zwei Möglichkeiten: entweder schwanger werden und das dem Vater verheimlichen ("kam sie vom letzten Auslandsaufenthalt eben schwanger zurück" weiter oben - ich unterstelle mal, der Vater wusste von nichts). Oder Verhütung weglassen ohne Wissen des Mannes - beides ziemlich mies. Aber das nur am Rande.

          > ein bisschen mehr mein Kind als das meines Mannes

          Dass viele Frauen das so sehen, scheint wohl so zu sein, und ich kann das eigentlich auch gut nachvollziehen, gerade in den ersten Jahren, wo die körperliche Verbundenheit der Schwangerschaft noch nachwirkt.

          Als Mann ging's mir umgekehrt, nämlich dass ich während der Schwangerschaft noch so gar keine Beziehung aufbauen konnte - die hat sich jeweils entwickelt, als das Kind dann "da" war.

          Dafür war es für mich dann auch sofort ein ganz eigener Mensch, das hat bei mir keine 3,5 Jahre gedauert. ;-) Auch das Gefühl, Mutter und Kind als Einheit zu sehen, kenne ich nicht, das war bei mir nie so. Aber ja, nach Kräften "beim Wachsen und Leben unterstützen" trifft es genau, da sollte jeder hinkommen.

          Vielleicht ist es schon so, dass diese stärkere Verbundenheit der Mutter auch das ganze Leben über anhält und dass es Müttern daher oft schwerer fällt loszulassen.

          Meine Älteste ging z.B. mit 15 für ein Jahr ins Ausland und ist gerade wiedergekommen. Emotional war es für mich kein großes Problem, sie gehen zu lassen. Ich war einfach nur stolz auf sie, dass sie sich das zutraut und habe ihr vertraut, dass sie die Schwierigkeiten (von denen es nicht wenige gab) meistern wird. Meine Frau hatte da schon sehr viel mehr zu knabbern, auch wenn sie am Ende froh war, es geschafft zu haben.

          Am Ende tut es jeder Mutter gut (und dem Kind natürlich auch), ihr Kind nicht lebenslang als "ihr" Kind zu betrachten - und das scheint mir etwas, was bei den "vorsätzlich Alleinerziehenden" immer ein bisschen mitschwingt.

          • "Oder Verhütung weglassen ohne Wissen des Mannes - beides ziemlich mies. Aber das nur am Rande."

            Deinem am Rande entnehme ich, dass du dich in das Thema nicht allzufestbeißen möchtest. Nun ja, ich schon:-)

            Ich sehe in deinen Beispiel einen riesigen Unterschied. Da in einem das Kind ganz bewusst verschwiegen wird und in dem anderen nicht. Aber darum soll es mir gar nicht gehen. In beiden Fällen hat die Frau wohl auf IHRE Verhütung verzichtet. Gegebenenfalls ohne Wissen des Mannes. Allerdings, das habe ich schon in vielen Diskussionen geschrieben, muss man sich als Mann bei jedem sexuellen Kontakt bewusst sein, dass ich das Risiko einer Zeugung eingehe. Selbst mit Kondom tut er das ein wenig. Verzichte ich als Mann aber auf MEINE Verütung, dann kann ich mich von meiner Verantwortung null freisprechen. Und da habe ich auch kein Verständnis dafür, wenn Männer sich nach ONS oder lockeren Affairen über die Folgen beschweren.

            Denn in aller Regel spenden sie ihren Samen höchstfreiwillig und werden eher weniger von der Frau zum Verzicht auf eigene Maßnahmen genötigt.

            Da fällt es mir sehr schwer, das als Täuschung des Mannes anzuerkennen.

            Etwas anders empfinde ich es, wenn man in einer (langjährigen) Beziehung sich auf eine Verhütung einigt. Das ist auch für mich eine arge Täuschung, wenn ich dann ein gemeinsam vereinbartes (!) Verhütungsmittel weglasse. Allerdings gilt auch hier: wenn ich als Mann absolut kein Kind (mehr) möchte, dann muss ich für mich entgültige Maßnahmen ergreifen. Sonst lebe ich mit dem Risiko.

            Ich verstehe, wie schlimm betrogen Mann sich fühlen muss und ich habe mich auch schon oft gefragt, wie man als Mann eine unbeschwerte Sexualität genießen kann, um es mal überspitzt auszudrücken:-)

            Das nur am Rande:-)

            "Als Mann ging's mir umgekehrt, nämlich dass ich während der Schwangerschaft noch so gar keine Beziehung aufbauen konnte - die hat sich jeweils entwickelt, als das Kind dann "da" war."

            Das ist interessant, das ging meinem Mann nicht so. Allerdings kann er sich auch nicht aufs Fühlen verlassen, sondern braucht das Sehen, wenigstens einen Ultraschall, um das Abstraktum ins Konkretum zu wandeln.

            Wobei ich auch ein wenig brauchte, um dieses neugeborene Etwas mit dem Kind in mir gefühlsmäßig in Verbindung zu bringen. Das Problem hatte mein Mann nicht.

            Ich schweife ab, aber möchte dir hier noch zustimmen:

            "Am Ende tut es jeder Mutter gut (und dem Kind natürlich auch), ihr Kind nicht lebenslang als "ihr" Kind zu betrachten - und das scheint mir etwas, was bei den "vorsätzlich Alleinerziehenden" immer ein bisschen mitschwingt. "

            Ein Kind zu begleiten ist die bessere Variante, allerdings sollte die Begleitung eben für mich im Idealfall immer Mutter und Vater sein. Wenn es die Umstände zulassen.

Top Diskussionen anzeigen