Warum wollen Frauen Kinder von Männern, mit denen sie nicht zusammenleben?

Hallo, die Frage steht oben.

Ich lese das in letzter Zeit immer öfter und bin völlig ratlos, warum man so etwas plant oder gar macht.

Freiwillig von vorneherein alleinerziehend, die schlaflosen Nächte alleine, das Einkommen alleine verdienen, den Haushalt und alles alleine?

Bitte klärt mich auf, danke!

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Eine Freundin von mir, beruflich erfolgreich, selbstständig in jeder Hinsicht und Ende dreissig, wollte ein Kind. Er jedoch wollte keines, vor allem aber hatte er hatte keine Lust auf die dazugehörenden Pflichten. Also haben sie einen Kompromiss geschlossen. Sie kriegt ihr Kind und er behält seine Freiheit.

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Weil diese Frauen keinen festen Mann an ihrer Seite haben wollen, mit beiden Beinen im Berufsleben stehen und für sich und das Kind alleine sorgen können und vor allem wollen.

Den Haushalt haben sie bisher alleine geregelt (evtl. haben sie auch eine Putzfrau, Fensterputzer) und schaffen dies auch weiterhin.

Sie lassen sich bewusst darauf ein und wollen es auch nicht anders.

Ich war auch lange Zeit alleinerziehend, mein EX Mann und ich trennten uns, da waren die Kinder noch klein (2+5), jetzt bin ich wieder in einer Partnerschaft und manchmal vermisse ich das alleinerziehend. Also ich kann die Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden irgendwo manchmal verstehen. Allerdings finde ich es für die Kinder schade, denn sie lernen so nie die typische Familie, Mutter/Vater kennen.

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Ach, die "typische" Familie wird überschätzt. Bei rund 50% Scheidungen ist sie ausserdem auch nicht mehr "typisch".

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Die "typische" Familie ist nicht immer ein Gewinn für Kinder. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten: In den seltensten Fällen.

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Eine meiner Freundinnen ist 20 Jahre als Entwicklungshelferin um die Welt gezogen, immer wieder in anderen Ländern, dadurch hat sich eben keine langfristige Beziehung ergeben. Ein Kind wollte sie trotzdem, also kam sie vom letzten Auslandsaufenthalt eben schwanger zurück - und sie hat hier die Unterstützung von Großeltern, Tante und Freunden. Mit 40 weiter auf "Mr Right" zu warten ist ja auch keine wirkliche Option ...

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Warum nicht?

Nicht für jede Frau ist das spießige 08/15- Modell "Haus/VW-Kombi vor der Tür/Mini - Job -wegen - gutverdienendem Gatten", erstrebenswert.

Es gibt eben auch Frauen, die leben aus Überzeugung selbstbestimmt. Ist meiner Meinung nach nicht die schlechteste Wahl...wenn ich mir die unglücklichen Beziehungen in meinem direkten Umfeld ansehe, wo lediglich das schnöde Einfamilien - Fertighäuschen der Kit der Beziehung ist.

Gruss
agostea

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Ich denke, wenn der Wunsch nach einem Kind im Vordergrund steht und nicht der Wunsch nach einem Kind mit einem bestimmten Mann, nach einer Familie mit ihm, kann eine Erklärung sein.

Eine Bekannte von mir hat mittlerweile 2 Kinder mit ihrem Partner, denn es hat sich doch eine feste Beziehung ergeben mit dem Vater. Der Entschluss, von diesem Mann schwanger zu werden, war aber ursprünglich in einer lockeren Affaire und auch ohne Wissen dieses Mannes getroffen worden.

Er wusste von ihrem dringenden Kinderwunsch, nicht aber direkt, dass er der glückliche sein sollte.

Sie war Ende Dreißig, hatte ein Netzwerk und einen festen guten Job und wollte Mutter werden, primär. Dass es eine Familie geworden ist, ist schön, wär aber für sie sekundär.

Ebenso kann ich mir theoretisch vorstellen, dass man ganz bewusst auf einen Mann im Zusammenleben verzichten möchte, wenn man jahrelang völlig unabhängig war.

VG

Kate

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Hallo,

das sind wohl eher die "neuen" Frauen.

Für mich wäre ein Kind ohne Heirat nie in Frage gekommen. Ich habe da noch ein ganz altmodisches Bild von Familie #sorry

Wobei ich auch viele junge Leute kenne (wie z.B. meine Nichten und Neffen), die genau auf diesem Familienbild bestehen. Der Weg geht also auch wieder zurück.

GLG

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Kappes.
Ich bin nicht gravierend jünger als du und halte vom Heiraten und dem klassischen Gedöns drumherum überhaupt nichts.

Meine Söhne sind unehelich und ungetauft. Der leibliche KV im Nirvana verschwunden. Ich Vollzeit arbeitend etc.pp. Und ich kann dir sagen: Wir leben glücklicher, als die meisten klassichen Familien.

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Mein Vater ist vor 3 Jahren gestorben, meine Eltern waren bis zum Ende verheiratet. Meine Mutter sagt ganz klar sie würde heute, währe sie noch mal jung, bestimmt nicht mehr heirateten. Sie steht auch auf eigenen Füßen und braucht keinen Mann, hat also nix mit den "neuen" Frauen zu tun.

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Geht mir auch so.

Und jetzt nur bezogen auf die Fälle, wo das von vornherein so geplant ist: ich finde es egoistisch. Das hat das "sich ein Kind anschaffen" etwas von "ein Porsche fehlte noch in meiner Lebensplanung". Besonders dann, wenn ein Mann ohne sein Wissen als Mittel zum Zweck genommen wird. Ich finde das weder für die Männer noch für die Kinder schön, wenn diese keine Möglichkeit bekommen, eine vernünftige Vater-Kind-Bindung zu entwickeln.

Es geht mir dabei weniger um das klassische Zusammenleben. Wer meint, dass er oder sie das nicht will, kein Thema. Aber von Anbeginn an geplante Ein-Elternschaft, das finde ich daneben. Das Kind hat ja nun mal zwei Eltern als Wurzeln. Ich würde meinem Kind auch nicht erklären wollen, dass ich mir in meiner fruchtbaren Phase irgendeinen Typen gesucht habe, Hauptsache es schnackelt und ich habe mein Kind für mich.

Noch furchtbarer finde ich die, die ein Kind von vornherein alleine bekommen wollen und sich dann vehement dagegen wehren, dass der Vater (der ja zumindest für Unterhaltszwecke doch gern festgestellt wird) sich ums Kind kümmert. Das lässt mich dann sehr an der Sorgefähigkeit zweifeln.

Das ist etwas Anderes, als (wie weiter oben jemand schrieb) man aus der Not eine Tugend macht und man Alleinerziehende/r aus der Entwicklung der Beziehung heraus wird.

Ist nur subjektiv und meine Meinung.

LG

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Und wieso ist bei einer alleinstehenden Frau der Kinderwunsch ein egoistisches "ein Porsche fehlt mir noch" und bei liierten Frauen/Paaren nicht? #kratz

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Ich kann es nicht wirklich persönlich nachvollziehen, da meine "Uhr" niemals anfangen wird zu ticken..

Und mein Kinderwunsch war auch an den Erzeuger gekoppelt. Einen losgelösten Kinderwunsch, der noch altersbedingt verstärkt ist, kenne ich somit nicht.

Ich kann aber verstehen, dass man im Zweifel lieber ein Kind ohne Vater möchte als auf ein Kind im Lebensplan zu verzichten.

Auch wenn das natürlich egoistisch ist. Kinderkriegen und Fortpflanzung ist aber ja immer egoistisch.

Was ich auch gar nicht verstehen kann und aufs Schärfste verurteile, ist, den kümmerwilligen Vater bewusst und vorneherein ausschließen zu wollen.

"Das lässt mich dann sehr an der Sorgefähigkeit zweifeln."

Das sehe ich wie du.#pro

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Ich kenne nicht viele Frauen, die dieses Leben planen und finanziell unabhängig sind. Persönlich kann ich mir das allerdings schon vorstellen. Mit Mitte 30, ausreichendem Gehalt und keinerlei Hoffnung, einen Mann zu finden, der eine gleichberechtigte Partnerschaft wünscht, würde ich irgendwie zu einem Kind kommen. Frau kann nicht ewig warten und ich würde nicht auf ein Kind verzichten. Ich würde es jedoch nicht ohne Wissen des Vaters bekommen, sondern mittels Adoption oder künstlicher Befruchtung.

Lieber allein erziehend sein als so einen Klotz am Bein zu haben, der im Haushalt nix zustande bringt und sich lediglich als Ernährer betrachtet. Im Grunde könnte man viele Frauen trotz bestehender Partnerschaft als allein erziehend bezeichnen, weil sie, wie hier im Forum regelmäßig zu lesen ist, allein für Haushalt, schlaflose Nächte und den Großteil der Kinderbetreuung zuständig sind.

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"Freiwillig von vorneherein alleinerziehend, die schlaflosen Nächte alleine, das Einkommen alleine verdienen, den Haushalt und alles alleine?"

Du vergisst die Vorteile: Niemand der dir besoffen die Bude vollkotzt, niemand, der dir abends auf's Maul haut wenn es mal wieder Stress mit dem Chef gab, niemand, der Eure Festplatten mit Tonnen von Pornos und anderen Perversitäten aus dem Internet füllt, niemand, der Deinen Kindern das Taschengeld klaut um sich Drogen zu kaufen, niemand, der Dir sagt, wie kaputt man sein muss, um mit jemandem wir Dir was anzufangen, niemand, der Dir weh tut, niemand, der Dich verletzt.

Es macht ab und zu schon Sinn, die kleinste denkbare Einheit von Familie auf Mutter & Kind zu reduzieren.

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Hallo,

"Du vergisst die Vorteile: Niemand der dir besoffen die Bude vollkotzt, niemand, der dir abends auf's Maul haut wenn es mal wieder Stress mit dem Chef gab, niemand, der Eure Festplatten mit Tonnen von Pornos und anderen Perversitäten aus dem Internet füllt, niemand, der Deinen Kindern das Taschengeld klaut um sich Drogen zu kaufen, niemand, der Dir sagt, wie kaputt man sein muss, um mit jemandem wir Dir was anzufangen, niemand, der Dir weh tut, niemand, der Dich verletzt."

Mit was für Männern hast Du denn zu tun gehabt #zitter

GLG

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"Niemand der dir besoffen die Bude vollkotzt"

"niemand, der Eure Festplatten mit Tonnen von Pornos und anderen Perversitäten aus dem Internet füllt,"

Na, das werden eigene ganz persönliche Verfehlungen sein. Kann ja keine andere Erklärung für diese Worte geben:-)

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