Ich bin mit unserem Wohnort nicht zufrieden, was soll ich bloß tun?

    • (1) 07.09.15 - 13:05

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe mich heute hier angemeldet weil ich nicht weiss was ich tun soll....
      Ich versuche einfach mal niederzuschreiben worum es mir geht.

      Ich wohne in einer Einöde, wenig Leute, Natur pur und immer wieder dieses Geläster. Ich werde hier aufgrund meines Aussehens gemobbt und das macht mich fertig. Immer wieder versuche ich hier anzukommen, aber es gelingt mir einfach nicht, denn ich muss stets und ständig an meine Heimatstadt denken, sie fehlt mir sehr. Da habe ich mich echt in eine Misere gebracht. Ich habe gedacht es würde alles leichter sein, dass ich mich einleben werde und nie wieder zurück will. Das alles habe ich für meine Tochter und meinen Mann gemacht. Wir hatten hier immer schon ein Häuschen, was wir für die Ferienzeit genutzt hatten und da hatten wir gemeinsam entschieden hier her zu ziehen.
      Anfangs war es echt toll, ich dachte mir es ist echt das Beste was ich tun konnte.

      Aber dann kamen Sachen auf mich zu von denen ich glaubte, dass es sie nicht geben würde.
      Ich laufe gerne wie eine Frau herum, mit Rock, Stiefeln, eigentlich nichts übertriebenes und dann auf einmal bezeichnet mich eine andere Mutter in flüsternder Stimme als Schlampe, ich war schockiert.
      Es wird immer von Großstadtschlampe etc. gesprochen, das erschüttert mich, ich habe niemandem etwas getan.
      Das Schlimme daran ist, dass sie noch nie ein Wort mit mir gewechselt haben oder so tun als würden sie mich mögen und hinter meinem Rücken sprechen sie dann schlecht über mich.
      Es ist echt schon so weit gekommen, dass ich Stunden brauche um etwas zum Anziehen zu finden, immer wieder denke ich: "oh, die werden wieder schlecht über mich sprechen, wenn ich das jetzt anziehe."
      Mein Problem ist, dass ich mich aber auch nicht verbiegen lassen möchte.
      Ich bin eigentlich nicht mehr ich selbst, seitdem ich hier lebe.

      Und dann diese Umgebung hier, NICHTS! Keine Cafes, kein Geschäft.....kein Leben.
      Das Leben in der Stadt fehlt mir so sehr.
      Mein Mann findet es hier wunderschön und er möchte hier alt werden sagt, dass es immer schon sein Traum gewesen ist hier her zu ziehen, für ihn gibt es keinen schöneren Ort.
      Ich bin früher jeden Tag in mein Büro gefahren, jetzt mache ich jeden Tag Homeoffice.:-(
      Er fährt dann alle paar Wochen beruflich in unsere Heimatstadt und ich muss hier bleiben, da wir ein Kind haben, was in die Schule muss. Das letzte mal, dass ich meine Eltern gesehen habe ist schon ein halbes Jahr her...:-(
      Irgendwann hab ich mich getraut und ihm gesagt, dass ich mich hier nicht wohl fühle, einfach nicht ankommen möchte. Mir fehlt die Stadt, meine Familie, die Toleranz....:-(
      Er war hart zu mir und hat mir gesagt, dass bevor er mich kannte es immer sein Ziel war hier her zu ziehen, dass er hier nicht weg gehen wird. Wenn ich mich dazu entscheide würde es heissen, dass wir uns trennen müssen.#zitter
      Das hat mich geschockt, dass er nicht zu mir hält. Dort wo wir gelebt hatten will er nie wieder zurück, aber genau das ist mein größter Wunsch.
      Ich liebe meinen Mann sehr und ich möchte ihn nicht verlieren. Wie soll ich ihm beibringen, dass ich mich hier unwohl fühle?
      Übertreibe ich vielleicht?
      Was soll ich tun?

      Bitte antwortet mir.

      Skylines

      • (2) 07.09.15 - 13:21

        Hallo,

        in welchem Bundesland wohnst Du, wenn auf einem Dorf eine Frau mit Rock und Stiefel als Schlampe betitelt wird?
        Zu Dir: Du kommst nicht aus dem Haus wegen des Home Office, Dein Mann dagegen fährt jeden Tag zur Arbeit. Dann such Dir einen Job oder eine Möglichkeit auch außerhalb zu arbeiten. Ich denke, wenn Du jeden Tag rauskommst und zeitweise ein anderes Umfeld hast, es Dir damit besser geht. Such Dir ein Hobby, einen Sportkurs o.ä., aber wenn Du einfach den ganzen Tag im Haus hockst - Lagerkoller.
        Deine Eltern kannst Du doch am Wochenende oder in den Ferien mit Kind besuchen. Was hindert Dich?
        Überleg, ob Du Dir in einigen Dingen nicht selbst im Weg stehst. Du kanntest vorher die Umgebung. Ist es wirklich so schlimm?

        LG
        Manu

        • (3) 07.09.15 - 13:27

          Hey Manu,

          es ist einfach so, dass ich das Gefühl habe nicht mehr ich selbst sein zu dürfen.
          Hobbies habe ich, aber die helfen mir nicht weiter. Ich mache auch jeden Tag Sport und treffe mich mit Bekannten, aber es will einfach nicht das Selbe werden. Ich habe Angst etwas zu verpassen.

          Ich weiss nicht wie ich das erklären soll....
          Wahrscheinlich hast Du recht und ich stehe mir selbst im Weg.

          • Ich glaube auch, du stehst dir selbst im Weg.

            In Deutschland kann man sich eigentlich glücklich schätzen, ein größeres Städtchen innerhalb von wenigen Kilometern zu haben. Hier muss man nicht 50km und mehr fahren, um den nächsten Menschen zu sehen. Ich denke da z.B. an die USA oder an richtig ländliche Gegenden in Nordeuropa. Wenn man hingegen die Großstadt gewöhnt ist, dann kann ich dein Gejammer vielleicht nachvollziehen.

            Ansonsten gibt es Auto, Taxi, vielleicht auch den ÖPNV, um in die Stadt zu kommen.

            Und was die anderen über dich denken, sollte dir am Allerwertesten vorbei gehen. Glaube mir, wenn man sich eine LmaA-Mentalität aneignet, dann lebt es sich viel besser.

            • danke für Deinen Beitrag. Bis zur nächsten Stadt brauchen wir eine Stunde bis zum Supermarkt 15 Minuten. Busse gibt es nicht.
              Ich bin wahrscheinlich zu sensibel, ach ich weiss auch nicht.
              Hast Du einen Tipp für mich wie ich mich besser einleben kann?

              • (6) 07.09.15 - 14:30

                Das gelint nur, wenn du dich im Dorfleben integrierst. Was gibts denn bei euch so an Vereinen, Kirchen, gemeinnütziger Arbeit?

                lg thyme

        ---in welchem Bundesland wohnst Du, wenn auf einem Dorf eine Frau mit Rock und Stiefel als Schlampe betitelt wird?---

        Das kommt wohl dann weniger auf die Gegend, sondern wohl auch auf den Stil des Rockes und der Stiefel an....im Ledermini mit hochhackigen Overknee-Stiefeln bekommt man schnell diesen Titel....

    (8) 07.09.15 - 14:32

    Ich kann euch beide verstehen. Habe im Leben im In- und Ausland an mehreren Orten gewohnt, von der absoluten Ländlichkeit über die Waldgrenze einer Kleinstadt bis zur Weltmetropole und es gibt Wohnorte, da stimmt es einfach und in manchen kommt man innerlich nicht zur Ruhe.

    Und dann gibt es noch die inviduelle Zeit, die ein Mensch braucht, bis der die Wohnung/ das Haus als Zuhause empfindet.

    Ihr wohnt schon über sechs Monate da, oder? Ich denke, eigentlich sollte die Entwicklung positiver verlaufen.

    Wie gesagt, ich kann ihn verstehen: es ist Gold wert einen Platz zu finden, an dem man sich daheim und angekommen fühlt. Aber ich verstehe auch dich, wenn du dich unrastig (?) und unwillkommen fühlst. Ich finde nicht, dass einer hier mehr Recht hat - würdet ihr zurückziehen, wären die Rollen umgekehrt - dann müsste man ihm wieder Folge leisten, weil er ja leidet usw.

    Deshalb gibt es nur die Lösung eines Kompromisses oder der Trennung...

    Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten, ich sage jetzt nicht, dass du sie umsetzen musst und manche sind wahrscheinlich von Anfang an keine Option.

    Du könntest dir Arbeit suchen, die näher deinem Wunschort entspricht und auch pendeln.Dann müsstet ihr euer Kind fremdbetreuen lassen oder der Vater reduziert.

    Du könntest Arbeit weiter weg suchen und dort über die Woche bleiben; am Wochenende kannst du den Ort wie vor eurem Umzug geniessen. Nachtteil ist die Distanz zum Kind.

    Vielleicht wäre ein Umzug näher zur Stadt möglich, aber trotzdem nah genug zum jetzigen Ort, dass der Mann nicht alle Stricke reissen muss.

    Es gibt wahrscheinlich noch mehr Ideen... aber im Endeffekt werdet ihr beide ein Opfer bringen müssen, wenn ihr dein Wohlbefinden steigern, seine Sesshaftigkeit respektieren und eure Beziehung behalten wollt.

    (9) 07.09.15 - 14:34

    Warum möchtest Du in einer Großstadt wohnen?

    Du hast vorher im Büro gearbeitet. Stell Dir vor, Du würdest dort auch Homeoffice machen. Siehst Du dann viele Leute?

    Gehst Du immer in Cafés und kaufst ständig ein?

    Freunde treffen, kann man auch auf dem Dorf. Gut, es gibt keine Szenekneipen, aber ein nettes Beisammensein bei einem zu Hause, ist ja auch nett.

    Gibt es einen Verein im Ort, der Dir Spaß macht? (Lauftreff, Handball, Schach, Spielen) Du kannst Dich auch in der Kirchenarbeit oder andere ehrenamtliche Tätigkeiten engagieren. Vielleicht gibt es andere Gruppen (Kolping, VHS-Kurse...), bei denen Du aktiv werden kannst.

    Du musst aktiv werden und auf andere Personen zu gehen. Lad doch mal die Eltern der Freunde Deines Kindes auf einen Kaffee ein. Sei einfach ehrlich. "Du bist neu hier im Ort und würdest neue Bekanntschaften suchen und ob ihr Euch nicht mal bei einer Tasse Kaffee kennen lernen wollt."

    Such Dir einen Job im Ort oder Nachbarort, so dass Du nicht mehr Homeoffice machen musst. Dann lernst Du neue Kollegen kennen, die vielleicht noch andere Personen kennen.

    Lästertanten gibt es in jedem Ort, auch in einer Großstadt. Sprich diese Frau an und frage sie direkt, welches Problem sie mit Dir hat. Vielleicht ist die Lästertante auch nur neidisch, dass Du Röcke und Stiefel dazu tragen kannst. Vielleicht kannst Du ihr im Gespräch ja auch einen Tipp geben, wie sie modischer wirken kann.

    Fahrt einmal im Monat in eine größere Stadt, geht shoppen, geht in Cafés und all das, was Du so vermisst.

    Neue Leute kennen zu lernen, dauert seine Zeit. Solltest Du nach einem Jahr Dich immer noch nicht wohlfühlen, dann überlege Dir dann, was Dir mehr wert ist: alleine in der Großstadt oder mit Familie auf dem Land. Dein Mann fühlt sich in der Großstadt nicht wohl und das hat er ja schon ausprobiert.

    • (10) 07.09.15 - 15:06

      "Lästertanten gibt es in jedem Ort, auch in einer Großstadt. Sprich diese Frau an und frage sie direkt, welches Problem sie mit Dir hat. Vielleicht ist die Lästertante auch nur neidisch, dass Du Röcke und Stiefel dazu tragen kannst. Vielleicht kannst Du ihr im Gespräch ja auch einen Tipp geben, wie sie modischer wirken kann."

      Ohne Dir nahetreten zu wollen.... #rofl

      erzähle einer 130kg-Frau mit grünen Gummistiefeln und 60 Mutterkühen wie sie "modischer" wirken kann... - und Du hast eine Freundin fürs Leben... #rofl#rofl

      • (11) 07.09.15 - 15:45

        #rofl

        Die Arbeitskleidung sieht wahrscheinlich nicht gerade toll aus. (grüne Gummistiefel, Latzhose, Arbeitsjacke...). Aber in der Freizeit ziehen sich die Jungbäuerinnen hier schon modern an.

        Ich könnte mir vorstellen, dass es im größeren Ort für eine 130kg Frau auch Übergrößenläden (oder gibt es die Größen auch im normalen Laden?) gibt, wo man schöne Sachen kaufen kann. Ein kurzer Rock mit Stiefeln sieht vermutlich nicht gerade vorteilhaft aus.

        Ich wollte nur darauf hinaus, dass man nicht mit Scheuklappen durch den Ort gehen soll, sondern einfach mal Leute direkt anspricht. Und vielleicht ergibt sich ja ein nettes Gespräch über was auch immer oder man hat mal die Fronten geklärt.

        • (12) 07.09.15 - 17:21

          Ich bin zwar keine Jungbäuerin (mehr), doch gehören besagte Gummistiefel, wie auch ausgebeulte Hosen, dreckige Fingernägel und Fäkalien diverse Tiere zu meinem ständigen Geschäft, wie auch Kettenschmiere, Oele und andere Annehmlichkeiten.

          Hin und wieder schlüpfe ich in eine andere Identität und verkaufe mich gestylt.... - ÄHMMM _ also nicht das was Ihr denkt....... #hicks.....

          Ich denke mir nur, wenn jemand so mehr oder weniger "neu" reinkommt und den Ureinwohnern Stylingtipps gibt.... - ist sie auf jeden Fall das angesagteste Mobbingopfer im Umkreis von ca. 80 km..... #cool. Da würde ich mich eher mit: "ey.... - ich treibe Deine Ziegen auf die Alm und nenn mich doch bitte "Heidi"" einschleimen......

          man sollte es eben erst im Guten versuchen ;-)

    (13) 07.09.15 - 15:32

    "Vielleicht kannst Du ihr im Gespräch ja auch einen Tipp geben, wie sie modischer wirken kann."

    ähm... DAS würde ich eher lassen.#schein

(17) 07.09.15 - 14:55

Du sagst, du wirst gemobbt und sie lästern.... sagen Schlampe usw. Wechseln aber kein Wort mit Dir...

Woher weißt Du dass sie schlecht reden? Wie mobben sie Dich?

Gibt es jemanden, der Dir immer weiter tratscht was so geredet wird?

(18) 07.09.15 - 15:11

Du hast natürlich mein Mitgefühl.

Ihr hattet immer ein "Ferienhäuschen" dort und habt gemeinsam entschieden Euren Lebensmittelpunkt dorthin zu verlegen. Jetzt fällt Dir (mit Verlaub gesagt), die Decke auf den Schädel und Du sagst, Du hättest es Deiner Tochter und Deines Mannes wegen getan.

Da hinkt was.

Nicht, daß gerade ich das nicht verstehen könnte, wenn man geographische Fehlentscheidungen trifft.

Da gibt es zwei Möglichkeiten (abgesehen vom Jammern natürlich), ...... "love it, change it or leave it"

GzG
irmi

(19) 07.09.15 - 15:38

Nun, ich denke, du fühlst dich nicht wohl, dir fällt die Decke auf den Kopf und nun schiebst du es aufs Landleben. Das ist aber doch völliger Quatsch!

Ich habe jahrelang in München gewohnt, mit Sicherheit die schönste Großstadt Deutschlands und eine der schönsten überhaupt. Wenn es einem in München nicht gefällt, wo dann? Man hat dort wirklich alles: Großstadt, aber grün, super funktionierende Öffis, kein übermäßiges Verkehrschaos, ... Ich fand es dort toll!

Nun leben wir seit Jahren auf dem Land. Aber ich würde nicht mehr wegwollen. Das hilft dir nichts, denn dir geht's nicht gut. Wichtig ist, dass du das Ganze mal von der anderen Seite betrachtest. Ich behaupte, dir würde es nach einem Umzug in die Stadt nicht besser gehen, eher schlechter. Denn dein Problem ist ein ganz anderes. Du fühlst dich nicht wohl, nicht angenommen, du nimmst nicht mehr am Leben teil.

Punkt 1: Lästerei. Das ist ein typisches Städterargument. Ich wohne wirklich auf einem winzigen Dorf, jeder kennt jeden und ich weiß sehr genau, dass meine Nachbarn noch nicht aus dem Urlaub zurück sind - wahrscheinlich weiß ich auf die Stunde genau, wann sie zurück gekommen sind und sie von mir dasselbe. Das hat aber nichts mit lästern, Maul zerreißen oder sonstwas zu tun. Ich bin heilfroh, dass meine Nachbarin merkt, wenn ich mich verspäte, wenn wer Fremdes an unserem Haus wäre, wenn wer die Kinder anspräche etc. Warum ich schau, ob bei ihnen die Rollo schon hoch sind? Weil ich mich freu, wenn deren Kinder wieder da sind, weil mein Sohn sehnlichst auf seine Spielkameraden wartet. Und ja, einmal stand deren Kind vor der Tür nach der Schule und niemand hat aufgemacht. Ich hab noch 3mal geschaut, gewartet und hab sie dann gerufen. Die Mutter kam bei einem Autounfall recht und hat als gelernte Sanitäterin 1. Hilfe geleistet und sich deshalb verspätet. Sie war sehr froh, dass die Nachbarin beim Fenster "rausspioniert" hat (was ich nicht mache, sondern ich war halt draußen). In der Stadt wurde mind. genauso viel gelästert. Ich habe in einer Fa. gearbeitet, die meisten Weiber waren nur so ein bisserl zum Zeitvertreib dort, die Männer haben das große Geld heimgeschafft. Da gings nur darum, was die Frauen trugen, wer den hippsten Haarschnitt hat, wohin man shoppen geht. Sowas gibt's hier gar nicht - oder ich merk es nicht.

Punkt 2: Langeweile, keine Leute. Leute trifft man bei der Arbeit (dort am meisten und leichtesten). Nun, du machst Homeoffice, NUR Homeoffice??? Sorry, da würd ich auch EINGEHEN!!! Ob in der Stadt oder auf dem Land. Das ist doch schrecklich. Dann trifft man sie noch bei Hobbys (Sport, Vereine, etc.) - das geht auf dem Land genauso. Und wenn man mal mit Freunden Kaffee trinken geht. Aber sorry, wie oft macht man denn das wirklich? Noch dazu, wenn man kleine Kinder hat? Ich nie!

Punkt 3: Weite Wege. Stimmt, hier ist der nächste Aldi 12 km weg, der Edeka, dm, etc. ist gleich daneben. Ich brauche etwa 15 Minuten dort hin, wobei ich ohnehin oft in der Richtung bin, weil ich in der Arbeit dort bin, den Kleinen in diese Richtung in den KiGa bringen muss, etc. Dafür brauche ich aber IMMER 15 Minuten, egal ob ich vormittags fahre oder zur "Berufsverkehrszeit". Ich parke direkt vor den Geschäften und daheim direkt vor meinem Haus, ich brauch die Einkäufe nicht schleppen, keine Parkplätze suchen, etc. In München brauchte ich vormittags vllt. nur 10 Minuten (aber 10 Minuten sind wirklich gleich weg), dafür konnte ich um 17 Uhr GARNICHT zum Aldi, weil das dann ein abendfüllendes Projekt gewesen wär.

Punkt 4: Öffis. Stimmt. Das ist auf dem Land schwieriger. Dafür kann ich relativ gefahrlos Rad fahren oder mit dem Auto halt wirklich direkt vor der Türe parken.

Punkt 5: "Kulturangebot". Also, bei uns in der Nähe gibt's mehrere Schwimmbäder, Kinos, sogar ein gutes Theater (das wir ohnehin fast nie besuchen), ein paar Pizzerien, Chinesen, Griechen, gutbürgerliche Wirtshäuser, ... In 20 min erreiche ich 4 verschiedene Städte, in 25 min noch zwei weitere. So hab ich eine riesige Auswahl. Dabei hat man doch meist eh EINEN Lieblingsitaliener, EIN Lieblingskino, etc. - und in München brauchte ich auch mind. 20 Minuten dort hin: 5 min zur U-Bahn (und das ist wirklich nah), 10 min fahren (auch das ist zentrumsnah) und dann in 5 min irgendwas "erlaufen", das braucht eh nicht weit weg sein.

Ich finde nicht, dass du "übertreibst". Du bist unglücklich und suchst die Gründe in der Wohnlage. Dafür kannst du ja erstmal nichts. Aber wichtig ist, dass du dir klarmachst, dass man nicht einfach hinwirft, nur weil man vermutet, dass die Wohnlage schuld ist. Ich würde die Wohnlage erstmal als unveränderlich einstufen und schauen, wie du das Beste draus machen kannst. Hast du überlegt, wie viel ein Umzug kostet? Wie dein Kind drunter leiden würde? Es gibt zig Dinge, die du VORHER ändern solltest.

Hallo!
Ich kann dich verstehen. Anfangs ging es mir hier im Ort ähnlich. Einige Jahre habe ich in Münster gewohnt und bin aus beruflichen Gründen weggezogen. Ich wollte mittelfristig dorthin zurück, aber dann habe ich meinen Mann kennen gelernt und bin hier geblieben. Es war eine riesige Umstellung und es hat mehrere Jahre gedauert, bis ich mich Wirklichkeit zuhause gefühlt habe. Weil ich eine s.g. "Zugezogene" bin, waren dienen, die hier im Ort aufgewachsen sind, erstmal sehr distanziert. Das ist hier aber scheinbar normal...

Meine Eltern wohnen 300km entfernt und wir sehen uns alle 4-6 Wochen. Die Besuche mache ich unabhängig von meinem Mann. Durch seinen Schichtdienst hat er an Wochenenden und Feiertagen häufig Dienst und mir ist ein regelmäßiger Kontakt wichtig.
Was spricht denn dagegen, dass du deine Eltern besucht oder sie zu euch kommen?!?

Es gibt letztendlich nichts, was mich davon abhalten würde, sie regelmäßig zu sehen.

Hat dein Mann gute Bekannte oder Freunde in eurem Wohnort bzw. in der Gegend? Vielleicht kannst du darüber nette Leute kennen lernen.

Gibt es in der Schule andere Eltern, die dir sympathisch sind und zu denen du Kontakt aufbauen könntest?
Klar, das ersetzt nicht deine Heimatstadt, kann aber dazu beitragen, dass du dich Wöhler fühlst.
Wenn du so unglücklich bist, könnte ihr vielleicht eine Regelung finden, dass du ein Mal im Monat für ein paar Tage in deine Heimatstadt fährst. Zum Beispiel könntest du Freitag Vormittag zu deinen Eltern fahren und von dort Homeoffice machen. Für den Nachmittag organisiert ihr eine Tagesmutter, die bis zum Dienstschluss deines Mannes die Kinderbetreuung übernimmt. Sonntag Abend fährst du wieder nach Hause.

Schreibe vielleicht mal eine Liste mit allen Vor- und Nachteilen, die ein Umzug von die in die Stadt zur Folge hätte (finanziell, zeitlich, Hobbys, Freunde, aber auch für's Kind usw.).

LG Silvia

(21) 07.09.15 - 17:25

Hi,
meiner Freundin ergeht es ähnlich. Da sie Kinder hat, können ihr die anderen im Dorf nicht gänzlich am Allerwertesten vorbei gehen, da soziale Kontakte in einem gewissen Alter ja auch noch über die Eltern laufen. Sie hatte eigentlich keine Lust auf das Dorfleben und wäre glücklich damit, sich mit ihren Leuten außerhalb zu treffen, ansonsten ihr Ding zu machen. Irgendwie hatte sie aber auch den Floh im Ohr sich integrieren zu müssen, also zeigte sie mehr Präsenz und hat jetzt den Salat, auch hinter ihrem Rücken wird gelästert, da geht es auch um ihr Erscheinungsbild. Sie hat gerne einen Plan und ihrer ist, wieder zu ihrer ursprünglichen Einstellung zurück zu kehren.;-)
Wenn man ein bisschen anders ist, ist es wohl echt heavy in einer Dorfgemeinschaft angenommen zu werden. Das kann man sich selbst als weltoffener Mensch nur schwerlich vorstellen. Von daher denke ich nicht, dass du übertreibst.
Dass du im Homeoffice arbeitet macht deine Situation natürlich nicht leichter, kannst du daran etwas ändern?

Als Paar müsst ihr natürlich auf einen Nenner kommen, sonst wird das auf Dauer nichts. Gäbe es denn ein Kompromiss?

Vlg tina

(23) 07.09.15 - 18:05

Hi,

solche Leute hast Du auch in der Stadt, nur das sie Gesichtslos sind.

Wegen 1-2 Frauen willst Du Dich einschüchtern lassen? Womöglich ausgeschlapperte Jogginghosenträger#rofl#rofl
Wenn Du Dich so einschüchtern lässt, hast DU ein Problem und nicht das Dorfleben allgemein.

Solange es keine Beate Uhse Schnürstiefeln und Mini-Lackrock si d....Schwamm drüber und lästern lassen.
Ich wohne auch auf dem Dorf und meine Lieblingsschuhe bleiben auch oft im Schrank, weil es " zu viel " ist, die Kinder so aus der Schule abzuholen. Ich habe auch Homeoffice und so laufe ich ja zu Hause auch nicht " Business" rum.

Und mit Cafes, etc. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten bei Euch aber oft WILL man es gar nicht finden, weil man nur der alten Stadt nachtrauert und nicht offen sein WILL, um neues kennnenzulernen.

Lg
Lisa

(24) 07.09.15 - 18:53

Hallo,

als Zugezogene hat man's nicht leicht, ich weiß das selbst.

Erst gestern hatte ich gegenüber meinem Mann erwähnt, dass wahrscheinlich erst unsere Urenkel als Einheimische akzeptiert werden. Er dazu: "Wenn sie Glück haben!". Stimmt. :-p Mittlerweile kann ich über Dinge der Alteingesessenen, die mich "nicht zugehörig" fühlen lassen, lachen.

Meine Tipps:
-> Wochenendausflüge in die alte Heimat
-> Qualität vor Quantität bei der Freundesuche
-> ein dickeres Fell zulegen - man kann's nicht jedem Recht machen (wozu auch?)
-> Freunde aus der alten Heimat einladen, die ein paar Tage bleiben können
-> eventuell ein Amt im Kindergarten bzw. der Schule (ich weiß jetzt nicht, was zutrifft) Deines Kindes übernehmen

Vielleicht später mehr...

LG
Karin

Hallo,

das klingt ja glatt nach meinem Heimatdorf #heul. Frag mal, was die Leute da sagen, wenn man nur einen Minirock trägt. Meine Jugend war die Hölle, wird es auch für deine Kinder sein.

Ich weiß nicht, wie meine Mutter sich damals dort gefühlt hat, sie hatte den ganzen Schrank voller bunter Pumps mit Pfennigabsätzen. Bestimmt als einzige weit und breit.

Ich bin in die Großstadt gezogen und hier dreht sich keiner um, wenn man mit Lackstiefeln und Lederrock rumläuft #cool. Ich würde niemals mehr zurück gehen, wirklich nie!

Raten kann ich dir leider nicht, ich bin froh, dass mein 2. Mann auch eine Großstadtpflanze ist. Vielleicht ein Kompromiss, eine Kleinstadt?

Wobei ich mit meinem Ex auch nie auf einen grünen Zweig gekommen bin, der wohnt jetzt auf einem Aussiedlerhof und ich habe die Straßenbahn vor der Tür.

LG

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