Tochter ist so materialistisch

    • (1) 20.09.15 - 10:15
      habenwollen

      Hallo,

      ich weiß, mein Beitrag gehört nur indirekt ins Partnerschaftsforum, vielleicht ein bisschen, weil es auch um den Partner geht, den ich eben nicht habe...

      Es geht um meine Tochter. Seit einigen Monaten lebe ich nach der Trennung mit ihr alleine. Sie ist 12 und so ziemlich aktuell in die Pubertät gekommen und seit dem bzw. nach der Trennung hat sie sich ziemlich verändert... Sie ist ein aufgewecktes, selbstbewusstes, emphatisches Mädchen mit einem großen Rechtsbewusstsein, hartnäckig und bereit, sich für ihre Ziele einzusetzen, kreativ und praktisch - so viel vorneweg.

      Seit einiger Zeit fällt mir aber auf, wie konsum - oder geldgeil sie ist... Das passt natürlich ganz schlecht zu unserer jetzigen Lebenssituation. Sie will bspw. ständig irgendwelche - ich nenn es mal hippen Dinge - haben, weil "alle" die haben. Bis zu einem gewissen Grad für das Alter normal, ich finde dennoch den Focus besorgniserregend. Sie hat einen regelrechten Markenwahn entwickelt und ist todunglücklich, wenn ich nicht das kaufe, was sie möchte. Es ist nicht so, dass sie nur noname Billigprodukte hat, aber gewisse Dinge kaufe ich nicht und würde sie auch nicht kaufen, wenn ich das Geld dazu hätte, weil ich es beispielsweise abartig finde, wenn 11-jährige mit Smartphones rumlaufen, die mehrere hunderte Euro kosten. Soviel würde ich für MICH auch nie für ein Handy ausgeben. Oder Sportschuhe für den Sportunterricht - sie hat keine Aldi-Turnschuhe (obwohl die absolut in Ordnung sind für den Zweck, das weiß ich von früher) aber ich sehe es auch nicht ein, 90 Euro für ein paar Schuhe zu bezahlen, die einmal wöchentlich 90 Minuten getragen werden. Also sehe ich zu, dass ich reduzierte und gute Markenartikel finde.

      Mein Problem ist, dass sie in einem Umfeld unterwegs ist, in dem ich schlecht mithalten kann (das war auch früher mit Mann schon so weil er ein Wenigverdiener ist). Ich finde mein Gehalt für das was ich tue absolut okay, ich habe studiert, habe einen krisenfesten Job der mir Spaß macht - aber die Mieten in der Region sind horrend und mein Gehalt wird wenn alles klappt gerade so für unseren Lebensunterhalt draufgehen (inklusive Musikunterricht und Sport.) Als ich ausgezogen bin mit ihr war mir wichtig dass wir in einem schönen Umfeld wohnen, also ist meine Wohnung sicherlich (etwas) teurer als wenn wir in einem anderen Viertel wohnen würden, ich habe aber viele Wohnungen angeschaut und wenig gefunden was bezahlbar und nett gewesen wäre - habe auch darauf geachtet dass sie sich verbessert was die Größe ihres Zimmers angeht und dass die Wege zu den bisherigen Aktivitäten gleich bleiben und die Nähe zum Vater etc.

      Jetzt fällt ihr auf dass in unserer Straße viele in schicken Villen/Penthouses wohnen, andere (wie wir) nur in ollen Mehrfamilienhäusern... In der Schule (eine tolle Schule im Übrigen in der viel Wert auf soziales Miteinander gelegt wird) orientiert sie sich ausschließlich an den Kindern aus finanziell besser gestellten Elternhäusern - und vergleicht sich mit denen (und es sind keineswegs ALLE denen es finanziell besser geht und nein, es wohnen auch nicht ALLE in Luxushäusern mit Pool - aber für die interessiert sie sich ganz doll...) Indirekt konfrontiert sie mich dann mit Vorwürfen, dass es ungerecht ist was die alles haben und wir/sie nicht. Dazu muss man sagen dass in diesen Familien, mit denen sie uns vergleicht, regelhaft der Vater derjenige ist, der das süße Leben ermöglicht - nicht die Mamas, die in der Regel Teilzeit arbeiten und auch in Jobs, in denen es Vollzeit auch nicht so viel Gehalt gibt, um einen solchen Standard zu ermöglichen (also sind zum Beispiel die Väter Ärzte, Geschäftsführer, Rechtsanwälte, Piloten - und die Mütter haben vergleichbare Jobs wie ich oder sind geringer qualifiziert).

      Mich triggert das irgendwie schon, weil ich nicht sehe, was ich tun kann, um meinen finanziellen Rahmen zu steigern (und wäre ich allein wäre der auch vollkommen ausreichend und ich könnte mir Markenklamotten kaufen...) - ich arbeite ja schon Vollzeit, nur indirekt gibt sie mir zu verstehen, dass ich mich quasi umsonst abstrampele - sinnloserweise arbeite ich den ganzen Tag und dann kann ich mir kein I-phone und keine Maledivenreise leisten... Wenn ich ihr damit komme, dass andere noch Geld vom Staat benötigen um über die Runden zu kommen, kommt sie mir mit: aber die Kinder tragen trotzdem das und das oder haben I-phones (und gruseligerweise hat sie manchmal recht). Ich habe den Eindruck sie erwartet, für die Trennung irgendwie materiell entschädigt zu werden... So gibt es KInder mit getrennten Eltern, die in den Ferien zweimal wegwaren - einmal mit Vater, einmal mit Mutter - das war jetzt bei uns auch nicht drin.

      Neulich hat sie sich wieder mit einem Mädchen aus "guter Familie" verglichen, da ist mir der Kragen geplatzt und ich hab ihr gesagt - ja, Mias Papa ist auch Arzt und deiner eben nicht (wollte das eigentlich vermeiden, aber ich wusste mir nicht zu helfen).

      Ich habe ihr auch gesagt wenn ihr ein bestimmter Lebensstandard so wichtig ist, muss sie sich entsprechend darauf einstellen sich für einen Beruf zu qualifizieren, in dem sie viel verdienen kann - und viel arbeiten muss - oder sich alternativ einen solchen Mann suchen (das war pädagogisch sicherlich keine Glanzleistung aber ich kanns einfach nicht mehr hören).

      Indirekt fühle ich mich als Versagerin - studiert, berufstätig - und trotzdem kommt nix rum. Und ja - hätte ich einen gutverdienenden Mann gewählt, sähe meine Situation jetzt auch besser aus... Hab ich aber nun mal nicht, weil ich damals nicht an solche Sachen gedacht habe - es ging ja mal um Liebe, und nicht um Versorgung...

      Ich kann sie ja einerseits verstehen, anderseits aber auch wieder nicht. Ich versuche immer wieder zu vermitteln dass die Kinder mit denen sie sich vergleicht und auch die Leute in unserer Straße nur einen kleinen Bruchteil der Gesellschaft und des Lebens abbilden und einen noch geringeren Anteil an der Weltbevölkerung in der es vielen so schlecht geht. Das weiß sie eigentlich auch, geht aber zum einen Ohr rein zum anderen raus. Hab schon überlegt ob ich mit ihr mal ne Tour durch die Sadt mache zu den wenigern schönen Gegenden in denen Menschen in Hochhaussiedlungen wohnen und ja auch irgendwie leben und sicher auch nicht totunglücklich...

      Jemand ne Idee wie ich dem Ganzen begegnen soll?

      • Hallo,

        mein Sohn war/ist auch so. Alle anderen haben mehr usw. Da wir bei drei Kindern auch schauen müssen wo wir bleiben (es reicht zum normalen Leben) kann nicht mal eben losziehen und ein Iphone kaufe oder bzw. und noch die neuesten Nikes.

        Meine Kinder tragen Zeitung aus um an mehr Geld zu kommen und das funktioniert gut und sie dürfen im Vergleich zu anderen recht viel (das kostet mich nix und ich kann ihnen Vertrauen) So finanziert sich mein Sohn seinen Handyvertrag von seinem Job und er hat das Iphone das er unbedingt brauchte. Meine Große ist nicht so schlimm und nachdem sie jetzt seit September 325 Euro verdient fühlt sie sich reich. Sie hat schon einen Plan wieviel sie beiseite für ihren Führerschein legt was ich sehr lobenswert finde.

        Ich bespreche auch die Finanzen mit der ganzen Familie denn es betrifft auch jeden. Mein Mann hat das nie gemacht und hat uns vor einigen Jahren in eine unschöne Schieflage gebracht. Ich mache jetzt alles rund um unsere Finanzen und hab uns auf einen guten Kurs gebracht der aber auch mit Einsparungen verbunden war.

        Mein Kinder mussten lernen das Geld nicht vom Baum fällt sondern man dafür arbeiten muss und in den vergangenen Sommerferien hat mein Sohn mir gesagt: " Mama ich habe festgestellt mir geht es am besten von allen, weil die anderen haben zwar alles aber die dürfen nicht raus und haben kaum Freiheiten. Ich hab Freiheiten und kann euch alles erzählen ohne das ihr drei Meter über dem Boden schwebt."

        Es ist schön wenn man kleine Erfolge hat und das ist einer denn mit meinem Sohn trage ich die meisten Kämpfe aus aber es werden weniger weil jetzt ab und zu Vernunft durchkommt.
        Bei deiner Tochter stehst du am Anfang der Pubertät und da können die mal richtig ekelig sein. Sei selbstbewusst und erkläre deiner Tochter das es eben so ist wie es ist und wenn sie bestimmte Dinge will soll sie sich einen Job suchen. Und das Argument alle anderen haben das auch bzw. dürfen das auch bringen alle Kinder. In einem offenen Gespräch mit anderen Müttern kam ganz klar raus das jedes Kind zuhause erzählt hatte das der jeweilige andere das dürfe und wir Mütter haben festgestellt das keiner das darf.

        Ich wünsche dir gute Nerven und es ist nicht schlimm wenn man mal nicht superpädagogisch drauf ist sondern einfach mal sagt wie es ist.

        Dieses Verhalten hat meine älteste Tochter in diesem Alter auch an den Tag gelegt, hing definitiv mit der Pubertät zusammen.

        Alle anderen Kinder hatten es besser, durften alles und haben alles bekommen was sie wollten. Ja, ja. Man war ja selber auch mal in dem Alter und hat diese Argumente gegenüber den eigenen Eltern vorgebracht. Was hat‘s gebracht? Nix. Eltern sind wie Teflon, sowas perlt einfach ab.

        Bei Sonderwünschen was Bekleidung angeht haben wir wie folgt reagiert. Für Schuhe gab es z.B,. ein Budget von 70€, wenn sie Schuhe wollte die 130€ kosteten, mußte sie ihr Taschengeld dafür verwenden. Das hat sie nur einmal konsequent durchgezogen danach mutierte sie zum Schnäppchenjäger.

        Handys bekam sie grundsätzlich nur die alten, von uns ausgemusterten. Und weil ihr das so peinlich war hat sie irgendwann damit begonnen Geld für ein Handy zu sparen. Ist ihr gutes Recht.

        Unser Credo war immer auf die Aussage: „Ihr müsst das aber tun, ihr seid meine Eltern“: "Du hast Anrecht auf Wohnung, Nahrung, Kleidung, Bildung. Das hast du hier in überdurchschnittlichem Maß. Alles was darüber hinausgeht ist Luxus und den muß man sich erarbeiten bzw. leisten können".

        Und das Kind hat nicht sehr gelitten. Bilinguale Privatschule, Klavierunterricht, Reiten, Sport, jährliche Sommerurlaube bei der Oma in den USA. Wir haben gerne Geld für Dinge ausgegeben die sie im Leben weiterbringen – bei einem Smartphone sehe ich das leider nicht.

        Das sich der Mensch immer nach oben und nicht nach unten orientiert halte ich für normal. Lass DIr kein schlechtes Gewissen machen, deine Tochter hat alles was sie zum überleben braucht.

        So richtig ins grübeln gebracht hat sie damals mein Ehrenamt. Ich habe sie mal am 24.12. zur Tafel und der Weihnachtsfeier mitgenommen. Da konnte sie mal sehen, wie es ist wenn man wirklich nichts bzw. wenig hat.

        Heute ist sie Anfang, studiert Medizin und überlegt sich 10x ob sie sie sich lieber ein neues Iphone = cool oder doch lieber einen Satz Winterreifen = notwendig, kauft.

        Cool bleiben - das wird schon. Spätestens wenn sie selber an der Schippe stehen...

        Viele Grüße
        Heike

        Hallo,

        Ich kann es nachvollziehen, weil ich als Teenie ähnlich drauf war wie deine Tochter. Mit dem Unterschied das meine Mama schon immer geringverdiener war und noch zusätzliche Nebenjobs machen musste um uns durchzubringen.
        Heute weiß ich auch das die Ansprüche die ich hatte lächerlich waren, ich hatte alles was ich brauchte und was wirklich wichtig war.

        Nun... Auch wenn du ihr Geplänkel darüber nicht mehr hören kannst, ich stufe es als gewöhnliches "Teenie Syndrom " ein.
        Du kannst machen und bieten was du willst, es ist niemals richtig.
        Die vermeintlich reichen kids haben andere Probleme, mit denen sie ihre Eltern tyrannisieren.
        Zwischen mir und meiner besten Freundin damals war auch der Unterschied sehr groß (Nunja... Bis ihr Vater sich trennte), aber die war auch nicht zufriedener als ich und fand immer Dinge die sie nicht haben konnte und war unzufrieden.

        Das einzige was ich darauf immer erwidern würde, wäre das gleiche was du eh schon tust... Ihr vermitteln das sie das alles gern haben kann wenn sie später einen vernünftigen Beruf ausübt.
        Der Rest sollte zum einen ohr rein und zum anderen wieder raus.
        Es ist eine Phase.

        LG

      • Was bin ich im nachhinein froh das es zu der Zeit, als meine Tochter in der Pubertät war noch keine schamlos überteuerte Produckte mit einen angebissenen Apfel gab.
        PC und Handys waren völlig unbekannt.

        Ich habe damals schon sehr gut verdient. Nach meiner Meisterprüfung und der Selbstständigkeit.

        Davor waren für uns sehr harte Jahre angesagt in dem wir uns einschränken mussten.

        Pubertätsprobleme hatten wir mit unserer Tochter nicht.
        Sie hat früh genug gelernt das dass Geld nicht auf den Bäumen wächst.

        Ohne Wartesemester hat sie studieren können. Wir haben es ihr ermöglicht ihr Studium ohne finanzielle Sorgen zu einem sehr guten Abschluss zu bringen.
        Sie wusste aber auch: Regelstudienzeit + einem Semester. Dann versiegen die monatlichen Überweisungen.
        Unsere Prämisse in der Erziehung: fordern und fördern.

        Deine Tochter ist noch zu jung um sich etwas zu verdienen. Und Deine Aufgabe ist es, sie daran zu erinnern dass das Gras auf der Anderen Seite auch nicht grüner ist.
        Meiner Meinung nach erledigst Du das sehr gut.

        Und eine Versagerin bist Du auch nicht.

        Es ist eine gute Idee von Dir mit Deiner Tochter mal in Problemviertel zu gehen...
        Auch ihr mal zu zeigen das es Menschen gibt die zur Tafel gehen müssen...

        Aber ein Trost bleibt Dir, die Pubertät währt nicht ewig.

        FG acentejo

        Ehrlich gesagt, meiner Meinung nach ist das eigentliche Problem nicht die "Konsumgier" deiner Tochter. Das ist halt ein typisches Ding in dem Alter - bei manchen stärker ausgeprägt, bei anderen schwächer, manchmal auch gar nicht. Andere in dem Alter werden vllt. zum Vegetarier, tragen nur noch schwarze Kleidung oder tragen 2-3 cm Schminke auf. Die nächsten fressen sich mit Süßigkeiten voll oder, oder, oder.

        Das Problem ist, dass du offenbar ein schlechtes Gewissen deiner Tochter gegenüber hast. Weil du dich getrennt hast und weil du dir vor der Trennung keinen Super-Man ausgesucht hattest. Aber das ist doch völliger Quatsch! Ich setz jetzt einfach mal voraus, dass du gute Gründe für die Trennung hattest und nicht nur dem jungen hübschen Lover-Boy nicht widerstehen konntest, oder? Dann hör mit dem schlechten Gewissen auf. Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder zu lieben und ihnen so viel zum Essen und Anziehen zu kaufen, dass sie nicht hungern und frieren. Falls du diese "Pflichten" erfüllst, prima. Eltern haben nicht die Pflicht, sich einen SugarDaddy zu suchen, damit Kindchen auf die Malediven fliegen kann.

        Ich denke, es ist allerhöchste Zeit, dass du dich von deinen Gewissensbissen freimachst. Und dann ist es Zeit für ein Gespräch, indem du Klartext mit deiner Tochter redest. Du solltest ihr genau erklären, dass es mit deinem Mann nicht mehr funktioniert hat und warum. Je klarer, desto besser - deine Tochter wird's ohnehin wissen. Erkläre ihr, dass du verstehst, dass die Situation scheiße für sie ist und sie es sich sicher anders wünschen würde - du ja wahrscheinlich auch. Dass du versuchst, ihr die Situation erträglich zu machen, indem du z.B. nahe beim Vater wohnst, sie da immer hinkann, etc. pp. Aber dass die Situation nun mal halt so ist und sie sich sicher auch nicht ändern wird. Dass ihr euch die Entscheidung nicht leicht gemacht habt, aber sie nun mal getroffen ist.

        Danach kannst du dann die Konsumgeschichte angehen. Überprüf dich dazu vorerst selbst. Wie stehst du zu dem Thema? Bist du tatsächlich mega traurig, dass du nicht auf die Malediven fliegst oder bist du eigentlich auch ganz froh, dass du mit "normalen" Menschen in einem "normalen" Job arbeitest, nicht wochenlang auf Kongressen sitzt und Empfänge geben musst. Würdest du gern zur "High Society" gehören oder bist du eigentlich ganz zufrieden, mit dem was du hast? Wenn du selber das ganze Markengedöns brauchst, na denn. Dann vergiss den Artikel hier, dann brauchst du dich über deine Tochter nicht zu beschweren. Wenn du aber selber das Zeug nicht wirklich brauchst, dann lebe und verkörpere das auch. Meine Eltern hatten z.B. immer genug Geld, wir gehörten sicher zu den betuchteren der Klasse. Aber bei uns hieß es immer: "Nein, das Zeug brauchen wir nicht. Was wir sinnvoll finden, das bekommst du von uns (geschenkt) und was wir nicht sinnvoll finden, das bekommst du auch nicht. Das Geld ist wurscht." Ich wusste, dass ich das zu akzeptieren habe, meine Mutter duldet keinen Widerspruch bei sowas. Das fing bei Gameboy und Ballettunterricht an und hörte beim eigenen Auto für die Kollegstufe noch nicht auf ("Da fährt ein Bus, du brauchst kein Auto. Und wenn du abends/nachmittags wegwillst, kannst du immer eins von uns haben.").

      • Es liegt an ihrem Umfeld.

        Ich bin selbst in einer wohlhabenden Gegend aufgewachsen (wobei wir diejenigen waren, die nicht wirklich wohlhabend waren, sondern zum gehobenen Mittelstand gehörten).

        Da hatte man mit 18 sofort den Führerschein und ist mit Daddys dickem BMW rumgefahren. Und natürlich MUSSTE man gewisse Dinge haben.
        Das war aber wohlgemerkt in den 80gern, von daher war es, verglichen mit heute, wohl noch gemäßigt.

        Das meiste hatte ich auch und, das ist wohl der ausschlaggebende Punkt, ich hatte ganz normale Freunde.

        Vielleicht lässt Du sie mit 13 Zeitungen austragen, damit sie sieht, das Geld nicht auf den Bäumen wächst.

        (8) 20.09.15 - 18:41

        Hi,

        also ich kann dich verstehen... auch, daß du ihr da eben manche Sätze hinwirfst, die dir nachher leid tun.

        Wahrscheinlich ist es für dieses Alter auch nicht unnormal, so wie sie tickt. Ich würde ihr wohl sagen: In ein paar Jahren, kannst du dir dein Taschengeld selber aufbessern mit Babysitten, Zeitungsaustragen usw. und dann kannst du dir sicherlich auch einiges dafür leisten. Momentan gehts eben nicht, dennoch geht es uns gut und wir müssen nicht Hungerleiden.

        <<<Ich habe ihr auch gesagt wenn ihr ein bestimmter Lebensstandard so wichtig ist, muss sie sich entsprechend darauf einstellen sich für einen Beruf zu qualifizieren, in dem sie viel verdienen kann - und viel arbeiten muss - oder sich alternativ einen solchen Mann suchen >>> ja ... ich glaube, so eine Aussage hätte ich auch getroffen.

        Hab Geduld... sie wird es schon noch lernen und kapieren, wie leicht sich Geld verdienen und ausgeben lässt. Mein Jüngster ist 17 - der verdient zwar mittlerweile, dennoch das mit dem ausgeben und einteilen hat er auch noch nicht ganz kapiert - ich hoffe er lernt es noch.

        LG

        ich dneke, in erster Linie geht es doch um Wertevermittlung.

        Wenn du die ganze Zeit nur damit beschäftigt bist, deiner Tochter zu erklären, dass ein IPhone nicht drin ist, weil du zu wenig verdienst und ihr Vater halt auch kein Arzt ist, dann stellst du euch tatsächlich als Loser dar.

        wenn du es allerdings schaffst, klarzumachen, dass ein iPhone, teure Markensachen nicht notwenidg sind, sondern schönes Beiwerk, was man sich mal gönnen kann und dass man sich dafür aber nicht krumlegen darf, dann hast du vielelicht schon eher Werte vermittelt.

        Denn, wie du ja schon bemerkt hast, sind es ja nicht unbedingt die gut verdienenden Menschen, die sich das leisten, sondern im grunde die, die das als Statussymbol nutzen, auch wenn sie das Geld gar nicht haben.

        ich kenne genug Kinder reicher Eltern, die da eher kurz gehalten werden.

        Ich denke, die Kunst ist rauszufinden, warum sie nun den Wunsch hat, und die Bedürfnisse dahinter zu klären, eventuell zu relativieren oder wenn es in dein Wertesystem passt zu erfüllen.

        Wenn du aber selber in den Kategorien, reich - Gewinner, arm - Looser denkst, dann geht das nach hinten los.

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