Beziehungskrise durch Hausbau

    • (1) 02.10.15 - 11:36
      PuhBau

      Hallo Zusammen,

      ich brauche mal die Meinung oder den Rat von außen stehenden.

      Kurz zur Vorgeschichte:

      Wir (ich 32) er (34) sind seit 3 Jahren ein Paar. Schon direkt zu Beginn der Beziehung hat er mir erzählt das er etwas Geld geerbt hat und damit ein Haus bauen möchte. Das Grundstück dazu besaß er da bereits schon.

      Obwohl wir noch nicht zusammen gewohnt hatten, haben wir uns dann doch recht schnell an die Planung gemacht.

      Anfang 2014 ging es richtig los mit Terminen mit dem Architekten etc.. Im Sommer letzten Jahres war dann der erste Spatenstich, da es doch alles länger gedauert hat als gedacht mit Baugenehmigung etc. Bin ich in der zwischen Zeit doch zu ihm in die Wohnung gezogen.

      Ich konnte mich da aber nicht so wirklich ausbreiten, da wir ja auch dachten das es nur für einen begrentzen Zeitraum ist, und im Haus können wir alles zusammen nochmal neu gestalten.

      In der stressigen Bauphase hat unsere Beziehung sehr gelitten. Es gab noch keine gemeinsamen Urlaub, oder mal ein paar Tage Auszeit.

      Wir haben kaum Zeit für uns. Sehen uns abends mal für ne Stunde, wenn es nicht irgendetwas zu klären gibt. Sitzen wir beide völlig fertig auf der Couch und sprechen nicht mal mehr richtig miteinander. Ich gehe dann irgendwann ins Bett und er schläft auf der Couch ein und bleibt da bis zum nächsten morgen.

      Selbst wenn wir eingeladen sind gibt es kaum Ablenkung, alle Fragen was macht das Haus etc.. Wir können auch oft nicht so lange bleiben weil wir ja wieder früh raus müssen...

      Ich hoffe jetzt das wir in 3 Wochen einziehen können, aber selbst dann ist ja noch nicht Ruhe. Der Garten muss noch gemacht werden etc.

      Meine Sorge ist einfach das schon so viel kaputt oder zu wenig geworden ist zwischen uns, das es selbst im Haus nicht wieder alles gut wird.

      Hat jemand Erfahrung? Oder übertreibe ich, und das ist normal in der jetzigen Phase?

      Was kann ich machen? Wenn noch Fragen sind einfach Fragen :-)

      Lieben Dank

      • Keine Sorge....das wird wieder, sofern ihr einen Gang runter schaltet, und die Baustelle auch mal Baustelle sein lasst.

        <<<Oder übertreibe ich, und das ist normal in der jetzigen Phase?>>>

        Ihr habt momentan Dauerstress....keine Rückzugsmöglichkeit, und setzt Euch schon alleine wegen einem Termin unter Druck....insofern, ja...da würden bei jeden die Nerven blank liegen, und selbst sehr ausgeglichene Menschen können da eine ganz neue Seite an sich entdecken. ;-)

        Achja....was den Garten angeht: Scheisst drauf ! (Man möge meine Ausdrucksweise bitte verzeihen) Wenn ihr angekommen (!) seid, nehmt eine Woche "Umzugsfrei" und holt einiges nach was im Moment auf der Strecke geblieben ist. Der Garten hat noch Zeit.

        Zeit hat man nie....man muss sie sich aber trotzdem nehmen....besonders in einer Beziehung.

        Alles wird gut !! :-)

        TJ

        • Vielen Dank für deine Antwort :-)

          >>sofern ihr einen Gang runter schaltet, und die Baustelle auch mal Baustelle sein lasst.>>

          das möchte ich ja gern immer wieder mal einbauen, aber er zieht da nicht so richtig mit, wirft mir dann direkt vor ich würde mich nicht richtig interessieren etc...#kratz

          • Dann schreib ihm das doch mal, dass Du Dich auf das gemeinsame Zuhause sehr freust, dass Du aber das Gefühl hast, dass durch die viele Arbeit momentan Euer Miteinander etwas zu kurz kommt.

            Ich kenne das "Sofa-Szenario" mit dem völlig kaputt sein selbst ganz gut, aber es macht z.B. schon einen Unterschied, ob jeder völlig groggy in seiner eigenen Ecke vor sich hin gammelt, oder ob man sich müde aber zufrieden zusammen kuschelt.

            Vorwürfe sind auf alle Fälle völlig fehl am Platz.....das sollte Dein Schmatzepuffer schnellstmöglich erkennen und auch danach handeln.

      (5) 02.10.15 - 13:13

      Hallo,

      Hausbau ist immer eine stressige Phase; insbesondere, wenn man viel selber macht. Darunter hat schon manche Beziehung gelitten.

      Einerseits finde ich es sehr mutig von Euch, so "kurz" nach Beziehungsanfang bereits gemeinsam ein Haus zu planen, aber es war wohl eher sein Plan, den Du mitgemacht hast.
      Andererseits kann eine gemeinsame Planung auch zusammenschweissen.

      Ist es SEIN Haus (also nicht nur rein finanziell, davon gehe ich jetzt mal automatisch aus; sondern eher im Sinn der Planung) oder habt Ihr Euch gemeinsam eingebracht?
      Mir pers. wäre es wichtig, meine eigenen Wünsche auch zu verwirklichen.

      Für mich hört es sich so an: Ihr baut SEIN Haus, selbstverständlich mit allen vorhandenen Kräften - aber Eure Beziehung kommt zu kurz, was Dir wiederum auf dem Magen liegt.
      Und ganz klar - alles dreht sich um das Haus. Das ist fast immer so.

      Zieht erst mal ein, ist ja nicht mehr so lange bis dahin. Dann habt Ihr erst mal Ruhe.
      Den Garten könnt Ihr eh bis nächstes Frühjahr liegen lassen. Da kann man im Herbst/Winter nicht mehr viel anstellen ausser räumen, planieren und vorbereiten.

      Und wenn Ruhe eingekehrt ist, ändern sich auch meistens die Prioritäten wieder im Alltag.

      Was mir in Eurem Fall wirklich Magenschmerzen bereiten würde, wäre die Tatsache, dass Du Dich jetzt für sein Haus einbringst und unter der Situation leidest. Gehört Dir auch ein Teil davon? Zahlst Du mit? Oder schenkst Du ihm kostenlos Deine Arbeitskraft in der Hoffnung, dass danach alles toll ist?

      LG

      • (6) 02.10.15 - 13:24

        Es ist eher sein Plan, da er ja auch die finanziellen Mittel hat. Aber er hat mich immer einbezogen und mir auch das Gefühl gegeben das es unser Haus ist. Ich durfte/sollte alles mit entscheiden. Die Planung hat uns schon zusammen geschweißt.

        Allerdings gehört mir kein Teil des Hauses. Da ich finanzielle nicht so gut ausgestattet bin, kann ich mich erst jetzt wo es um die Möbel geht beteiligen. Ich schenke ihm die Zeit, die Kraft in der Hoffnung das ich das nicht bereue #gruebel

        • (7) 02.10.15 - 14:02

          "Ich schenke ihm die Zeit, die Kraft in der Hoffnung das ich das nicht bereue #gruebel"

          Was heißt bereuen?

          Du unterstützt deinen Partner bei seinem Projekt, wirst bald selber in einem schönen Haus wohnen und den Komfort genießen, wohl wissentlich, dass dir eben im Fall einer Trennung nichts davon zusteht.

          Ich finde da nichts Verwerfliches dran, wenn man zur Miete wohnt, gehört einem ja auch nichts...aber das muss dir natürlich bewusst sein. Es ist SEIN Eigentum, egal wie viel Energie du hineinsteckst.

          Grüße

    (8) 02.10.15 - 17:15

    Hallo!

    Es klingt so, als hättet ihr es bald hinter euch. Und den Garten kann man im Frühjahr immer noch richtig anlegen, jetzt wächst sowieso nichts mehr so richtig an, einfach zu spät im Jahr.

    Lass euch einfach erst mal Zeit - und man kann auch GEMEINSAM auf der Couch faulenzen.

    Übrigens empfehle ich einen TV im Schlafzimmer, dann kann man sichd a gemeinsam ausstrecken und vorm TV einschlafen, wenn es einem eben liegt, und wer wieder wach wird schaltet den eben aus. So machen es mein Mann und ich nachdem mich das auch genervt hat, wenn er im Wohnzimmer eingeschlafen ist und den weg ins Schlafzimmer nicht mehr gefunden hat. So gegen 23 Uhr drück ich kurz auf die Fernbedienung, und wir sind eben trotzdem zusammen und liegen auch viel bequemer.

    Ich schätze jede Beziehung leidet in der Bauphase. Darum haben wir ein fertiges Haus gekauft nur nur Renoviert, ein bisschen umgebaut und das Außengelände angelegt. Und trotzdem war es eine sehr anstrengend Zeit. Nun leben wir aber in einem ganz tollen Haus und fühlen und pudelwohl.

    Ich würde Dir raten mit Deinem Partner ein Date zu vereinbaren. Ihr geht schön essen und quatscht mal wieder und schlaft hinterher in einem Bett.

    Es ist ein Ende in Sicht. Auch wenn noch der Garten gemacht werden muss habt ihr dann schon mal mehr Platz und könnt es euch schön machen.

    Da muss man leider durch. Am Ende sind es die anstrengenden Zeiten die eine Beziehung festigen und mehr zusammen schweißen. Auch wenn man das in der Zeit gar nicht annimmt.

    Lg

(11) 05.10.15 - 00:04

Hallo!

Entspann Dich...das ist normal...Unsere Ehe hat in der Zeit auch furchtbar gelitten!!! Es geht ja schon mit der Planung los...Finanzierung...Kauf....Sanierung...Umzug...Immer das eine Thema..direkt von der Arbeit zum Haus...ebenso am WE...viele haben uns hängen lassen...ich fühlte mich wie der Blitzableiter vom Dienst....und dazwischen unsere Tochter!!!Gott...was haben wir uns angeschrien in der Zeit!!! Aber wir haben nie unser Ziel aus den Augen verloren....ich liebe mein Haus...in jedem Raum stecken Schweiß und Tränen von mir drin....und P.S. der Garten ist noch lang nicht fertig...aber scheiß drauf....ich hab ein Leben lang Zeit!

(12) 06.10.15 - 12:55

Hallo!
Wir haben auch vor drei jahren gebaut. Und ich muss agen es ist alles anders als vorher.
Hatten in einem Haus gewohnt, hatten ein Kind, klar ab und zu was zu tun am Haus aber dann, ich war wieder schwanger, dann kam die Planung, Termine ohne Ende. Ging alles noch. Das Baby kam im Februar und im März gings mit dem neuen haus los. Mein Mann war jeden Abend auf der Baustelle, manchmal bis nachts manchmal bis frühs. Hatten viel mit Eigenleistung um Geld zu sparen. Ich fühlte mich allein erziehend. Jetzt wohnen wir seit zwei jahren herinnen und er bekommt das nachts arbeiten nicht mehr raus. Er genießt es nachts in Ruhe zu arbeiten wie Keller fließen, Garage bauen, oä. Das heißt er kommt von der Arbeit heim, an manchen Tagen macht er noch was mit den Kids, und nach dem Abendessen ist er nicht mehr zu sehen. Ich bring die Kids ins Bett mach noch alles ordentlich und hock allein rum. Klar gibt es echt viel zu tun wenn man baut aber man kann es nicht sofort fertig haben.
Mein Mann ist aber einer der keine Baustellen sehen kann und sofort alles perfekt haben muss. Aber wirklich agribisch perfekt. Das dauert halt auch. Naja jetzt passt das Haus, der Garten, die Einfahrt, der Voirgarten aber es hört nicht auf. Er weiß immer wieder was er noch tun muss. Das heißt ich werde noch weitere zwei Jahre abends mit meinen Kindern verbringen.
Ich lobe ihn für seine viele Arbeit und rede oft über meine Gefühle und Wünsche aber nur nebenbei wenn er was macht, das heißt er hört gar nicht richtig zu.
;al sehen wie lang es noch gut tut. Solang er wenigstens zwei Stunden zeit für die kids hat genieße ich meine ruhigen Abende.

Euch wünsche ich viel Glück, ihr seit ja noch frisch verliebt nach drei Jahren, das wird wieder.

Wir sind schon 12 Jahre zusammen, da schaut eh alles anders aus.
Marion

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