Trennung vom Narzisst

    • (1) 06.10.15 - 21:59

      Ein großes Hallo,

      angeregt durch einen Beitrag weiter unter möchte ich dieses Thema einmal ansprechen. Wer einmal in einer Beziehung mit einem Narzissten oder gar Psychopathen durchlebt hat ( Manipulation, etc.), weiß, wie sehr die Psyche/ Seele darunter leidet...

      Ich möchte Euch diesen Artikel einfach auch einmal zeigen, vielleicht erkennt sich manch einer darin ( als Betroffener)
      http://umgang-mit-narzissten.de/trennung-von-narzissten-verletzt-auf-befahrenem-gleis/

      Wer hat ähnliche Erfahrungen damit gemacht? Das Schlimmste ist ja, dass man vieles erst viel zu spät erkennt... Eine Freundin hat sich dank solch einem Mannes das Leben genommen - sie war ihm und hat all seine Anschuldigungen absolut ernst genommen.
      Aus einer lebensfrohen, lustigen Frau wurde ein psychisches Wrack....

      Alles Liebe
      AJ

      • (2) 07.10.15 - 03:34

        Irgendwannt du persönlich Erfahrung? übertriebene nur ch in dem itrag sehr gut wieder. Danke für den Link! Ich finde es gut, dass du an uns Opfer gedacht hast. verlorenbin 43.

        Angefangen Juni 2012. Große einen der 3 Monate, in denen er mich hörig gemacht haBestätigung, ert - und Miriam. e Sterne vom Himmel geholt. Er war mein Held und der meiner Kinder.

        DanStolz. gte er sein wahres Gesicht. Ein Monster, was dich vorne angelächelt hat und hinterm Rücken das Messer hielt (sinnbildlich). Ich wollte es lange nicht wahr haben. Freunde hatten es bemerkt, obwohl sie nur Bruchteile mitbekamen.

        Ich habe alle Warnungen ignoriert - die waren ja nur neidisch auf unsere Beziehung, habe ich gedacht und er hat's bestätigt.

        Er hat sich mindestens 100 Mal (nicht übertrieben! ) von mir getrennt aus verschiedenen Gründen. Ich habe mich aufgerieben, ihn immer wieder zurück geholt. Baby verloren, ich war Schuld, seiner Meinung nach. Ich musste ihm mindestens stündlich versichern, dass ich ihn liebe - nur ihn! Darüber wurde den ganzen Tag diskutiert.

        Irgendwann ließen meine Kräfte nach. Ich bekam Panikattacken und Depressionen.

        Nach ca. 1,5 Jahren - auf dem Weg zum Einkaufen textete er mich mal wieder zu, ich hätte einen anderen. Ich überlegte fieberhaft, wie ich ihn vom Gegenteil überzeugen konnte und fuhr, weil ich so durcheinander war, gegen einen Baum.

        Mir ist nichts passiert, Auto schrott.
        Ich bin zum Arzt und hab mich dem anvertraut. Er schrieb mich krank, organisierte für mich eine Therapie.

        Er hetzte gegen die Therapeutin, die will uns ja nur auseinander bringen. Hab ich vorher gearbeitet, hieß es, ich hab Affären mit den Kollegen, nun war ich krankgeschrieben und hatte Zeit, mir Affären zu suchen. Er drehte sich alles hin , wie es ihm passte.

        Die Therapeutin sagte mir unseren weiteren "Werdegang" voraus und hatte in allem Recht.

        Es folgten Nötigungen, Beleidigung, Bedrohung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Körperverletzung.

        Die Polizei drängte mich immer wieder zur einstweiligen Verfügung. Ich hatte Angst, ihn ganz zu verlieren und lehnte ab. Mit letzter Kraft holte ich ihn immer wieder zurück oder nahm ihn wieder, wenn er angebettelt kam, ihm tut alles so leid.

        Er stalkte mich und meine Kinder. Tag und Nacht. So lange er stalkt, liebt er mich, dachte ich - und ließ ihn stalken.

        Er hatte seinen Freundeskreis und hetzte alle gegen mich auf, hat alle manipuliert. Selbst meine Eltern. Ich war an allem Schuld, er ja so ein netter Mann. Selbst der Hund meiner Tochter, der ein Wildfang ist und selten hört, folgte ihm aufs Wort. Ich entwickelte Hass-Liebe. Alle hatte er auf seiner Seite , meine Kinder, meine Eltern, sogar den Hund.

        Ich wurde immer schwächer. Die Therapie schlug lange nicht an. Die Therapeutin sagte, er wird erst von mir ablassen, wenn ich mich neu verliebe (für mich unvorstellbar!!!!) oder wenn er eine Neue kennen lernt (das versetzte mich in Megapanik).

        Letzter Versuch meinerseits dann im Juni 2015, er lag im Krankenhaus, hatte eine OP.

        Ich besuchte ihn, holte ihn nach 3 Tagen ab und wir wollten neu anfangen. Noch am selben Tag eskalierte es wieder.

        Da machte es klick bei mir. Ganz langsam kehrte ich ins Leben zurück (meine Eltern und Kinder hatten inzwischen die Nase voll von ihm).

        Ich traf Freundinnen, auch Freunde. Im Juli 2015 sah man mich mit einem Bekannten, was an ihn weiter getragen wurde.

        Er kam sofort zu mir, schrie durch die Straße, ich sei eine Schlampe, Votze, Hure.

        Klopfte an mein Fenster, ich soll aufmachen. Ich guckte raus, blieb stumm und zog mein Plissee hoch. Zitternd sackte ich zusammen, heulte, hatte kurz den Drang, mich zu rechtfertigen, dass der Mann nur ein Bekannter war, kurz tat er mir leid (der Arme fühlt sich jetzt betrogen), aber ich war kraftlos, und als ich irgendwann aufhörte, zu weinen, fühlte ich Stolz. Zum ersten Mal habe ich ihn abgewiesen! Ich habe ihn abblitzen lassen!

        Aus Stolz wurde Kraft und dann kam der Wille. Der Wille, dem Ganzen endlich ein Ende zu setzen, endlich meine Kinder dem Ganzen nicht mehr auszusetzen.

        Therapeutin und Polizei (die immer mal nachfragten, ob er noch stalkt, ob wir noch Kontakt haben oder gar zusammen sind) haben mir noch nicht geglaubt, dass ich mit ihm "durch" bin.

        Nach und nach haben sie mir vertraut, ich sah bald nicht mehr aus wie eine Leiche, bekam etwas Ausstrahlung.

        Ich konnte wieder mit meinen Kindern lachen.

        Und die aktuelle Lage, jetzt seit Juli? Wie meine Therapeutin es vermutet hat, macht er mich überall schlecht, erzählt ich hätte ihn ja schon lange betrogen (mit dem Bekannten, mit dem ich gerade mal 10 Minuten zusammen gesehen wurde). Somit hat er nun seine Bestätigung, die er 3 Jahre gesucht hat - nämlich, dass ich einen anderen habe. Das erzählt er rum, er steht als armes betrogenes Hascherl da und ich bin die falsche Schlange, die ihm 3 Jahre Liebe vorgegaukelt hat.

        Noch bin ich nicht die Alte. Aber es wird. Ich traue mich sogar inzwischen, mit erhobenem Kopf in unserem Ort,wo uns jeder kennt , einkaufen zu gehen.

        Was bleibt, ist immer noch die Frage nach dem WARUM.

        Ich war über ein Jahr krankgeschrieben, wurde gekündigt (Arbeitsgericht ist eingeschaltet), bin immer noch in der Therapie, soll nun mit 15 Stunden/Woche wieder arbeiten (bin auf Jobsuche).

        Eigentlich war ich immer eine gestandene Frau , mit wohlerzogenen Kindern, Häuschen im Grünen, Hund und Kombi.
        Komme aus einem guten, anständigen Elternhaus. Er dagegen hatte eine schlechte Kindheit, von Mutter abgeschoben zum Opa, damit sie Party machen konnte. Früh Alkohol.

        Zweimal ist er mir in den letzten Tagen über den Weg gelaufen, wir haben uns beide ignoriert.

        Ab und zu kommt noch die Melancholie, aber der Stolz überwiegt. Stolz, den Absprung geschafft zu haben. Im Juli.

        • (3) 07.10.15 - 03:35

          Ich habe vom Handy geschrieben, das hat ja einige Worte durcheinander gewirbelt. Bin jetzt aber zu müde und aufgewühlt, um das zu korrigieren.

      (4) 07.10.15 - 08:37

      Ja .... Es waren 2,5 Jahre. Gewalt. Unterdrückungen. Morddrohungen. Ehe. Kind....

      ER hat sich vor 2 Jahren getrennt. Ich habe den Kontakt abgebrochen. Eine Therapie gemacht... ER wollte mich wieder.... Wir sind geschieden

      Seit einem halben Jahr bin ich mit meinem Freund zusammen. Er (der Ex) akzeptiert das nicht als Beziehung. Es kann nicht sein. In seinen Augen.... Er manipuliert das gemeinsame Kind...

      Mein Neuer ist das Gegenteil. Es lohnt sich zu kämpfen !

      • (5) 07.10.15 - 11:20

        Hallo , tut mir sehr leid das dir das auch widerfahren ist. Aber dennoch freue ich mich sehr, das du einen liebevollen Partner gefunden hast.

        Ich habe auch ein kind. Darf ich fragen , sie er euer kind manipuliert ? Davor habe ich grosse Angst noch ist mein baby zu klein

        Wünsche dir alles gute

        LG

    Hallo,

    mich erschüttern die Geschichten der beiden Userinnen.
    Und ich beglückwünsche beide, dass sie sich auf den Weg zurück zu sich selber gemacht und den Absprung geschafft haben#liebdrueck#klee#pro

    Mir fiel beim Lesen das Schlüssel-Schloss-Prinzip ein: zwei "passende Menschen" treffen aufeinander - der Narzist und sein Gegenstück -

    Der Narzist kann sich hemmungslos ausleben.

    Ich wünsche den beiden Userinnen alles Gute.

    Und Partner - echte Partner, die sie glücklich machen.

    Gruß
    hundkatze.maus

  • (7) 07.10.15 - 11:43

    Hallo,

    leider bin ich eine Betroffene. Es handelt sich allerdings nicht um meinen Partner, sondern um meinen Vater.

    Mein Bruder und ich hatten keine schöne Kindheit und wurden auch als Erwachsene noch sehr stark drangsaliert. Nur wussten wir nie, was nicht stimmt. Nur, DASS etwas nicht stimmt und kaum ein Tag verging, wo wir nicht dieses Gefühl im Bauch hatten, als säße da ein Igel.Wenn man damit aufwächst, kennt man es einfach alles nicht anders und sucht ständig Erklärungen dafür, warum gerade alles so merkwürdig ist.

    43 Jahre musste es dauern, bis wir darauf gekommen sind, was los ist. Der Arzt meines Bruders hat nach Schilderung der Vergangenheit den ganz starken Verdacht ausgesprochen, dass unser Vater ein stark ausgeprägter Narzisst ist. Dann fingen wir an zu recherchieren und es stimmte wirklich ALLES, was wir darüber gelesen haben. Einerseits war es eine Erleichterung, eine Bestätigung zu bekommen, dass wir nicht ein Leben lang etwas falsch gemacht haben, dumm waren und einfach zu nix zu gebrauchen (dieses Gefühl bekamen wir tagtäglich vermittelt). Andererseits: und nun? Es hilft uns leider nicht weiter. Narzissten gelten als nahezu nicht therapierbar und das Allerschlimmste ist, im Umfeld verstehen viele Leute nicht, was los ist, denn sie kennen den Narzissten stets von seiner Schokoladenseite. Den Sadismus hebt er sich für den allerengsten Kreis auf!

    Mein Vater hat definitiv meine Mutter sehr unglücklich gemacht. Aus einer lebenslustigen Ulknudel wurde innerhalb von ca. 30 Jahren eine zutiefst depressive Alkoholikerin, die vor 2 Jahren gestorben ist. Trennen konnte sie sich leider nicht. Es wäre für alle die Erlösung gewesen.

    Nach unendlich vielen Verletzungen, Gemeinheiten usw. habe ich nun keinen Kontakt mehr zu meinem Vater, mein Bruder brach den Kontakt schon vor einemJahr ab. Leider erden sie aber wg. einer Erbstreitigkeit bald miteinander vor Gericht stehen und wenn es schlimm läuft, muss ich als Zeugin aussagen. Allein der Gedanke, meinen Vater wiedersehen zu müssen, kann mir den ganzen Tag verderben.

    Ich denke darüber nach, mit meinem Bruder mal zu einem Therapeuten zu gehen, weil wir über unsere Vergangenheit nicht wirklich hinweg kommen. Ich weiss leider noch nicht, wie ich es angehen soll und verdränge noch ;-)

    Sorry für das Ausschweifen! Aber das war schon die Kurzform ;-)

    LG
    Katja

Hallo,

ich habe so eine Beziehung hinter mir. Sie ging ein paar Monate, aber hat mich komplett runter gebracht. Habe die Schule geschmissen, wieder vermehrt Alkohol und Drogen konsumiert und hatte wieder Selbstmordgedanken.

Es war die Hölle und ich habe immer noch zwischendurch schlechte Zeiten, Flashbacks und Panikattacken. Von meinem Verhältnis zu Männern ganz zu schweigen. Ein normaler Umgang ist nahezu unmöglich (von Stiefvater abgesehen).

Abgesehen davon kann ich froh sein, da überhaupt lebend raus gekommen zu sein. Im nachhinein finde ich dieses Gefühl, diese Situation und diese Gedanken an den Moment wo ich wirklich ehrlich dachte "der bringt mich um, das wars jetzt" am aller schlimmsten von allem. Wenn man da so nah dran war, dann sieht man das Leben später anders.

Ich habe eine Community gefunden die mich aufgefangen und verstanden hat und wo ich jetzt sehr viel aufarbeite. Ausserdem bin ich in einer speziellen Studie und bin in dauerhafter therapeutischer Behandlung. Sonst hätte ich das niemals so gut verkraften können, denke ich. Die ständige Manipulation, das ständige subtile und auch offensichtliche runter machen, der Druck, das ständige über-Grenzen-gehen, die Verzweiflung, 24/7 auf 180, die massiven Verletzungen, körperlich und psychisch - das übersteht man _nicht_ unbeschadet.

Hm, was soll ich dazu sagen?

Es wird noch Jahre dauern wenn es überhaupt wirklich weg geht.

Seitdem bin ich mehr als vorsichtig und versuche jedem zu helfen, den ich in so einer schlimmen Situation sehe. Viele unterschätzen das, sind auf beiden Augen blind und können es nicht wahr haben. Verständlich, denn sobald man sieht "ich muss hier weg", beginnt ein Weg voller Angst. Ich habe mich wochenlang nicht alleine auf die Straße getraut.

Aber ich habe wieder ein tolles Leben. Einen tollen Mann, eine tolle Beziehung, eine tolle Tochter, einen tollen Beruf, eine tolle Familie und tolle Freunde.

Es tut mir sehr leid um deine Freundin. Dieser Schmerz muss riesig sein. Ich hoffe, sie hat nun ihren Frieden und wir alle sollten die Augen offen halten und keine Frau (und auch keinen Mann in dieser Lage) alleine lassen in der Verzweiflung.

LG

(12) 07.10.15 - 17:45

Bei mir ist es der Stiefvater.
Ich lebte von 2005-2008 mit ihm unter einem Dach.
Er schenkte uns am Anfang Blumen und machte auf liebevoll.
Nach und nach gab es durch seine Lügen finanzielle Probleme.
Er schaute mit uns Immobilien an und meine Mutter glaubte das alles und malte sich das tolle Leben aus.
Ich mit 16 hinterfragte alles und lebte mein Leben kurz vorm Abgrund,da ich immer dachte ich mache alles falsch.
Ich hatte dadurch keine Freunde mehr,da mein Stiefvater immer versprechen machte.
Zudem wenn einer im Kontra gab,wurde er ungerecht und beleidigend und lies meiner Mutter glauben,das ich gekifft hätte oder sonstiges.
Sie glaubte ihm alles auch das ich nur Aufmerksamkeit haben möchte,durch meine psychischen Probleme.
Und ich wäre ein Heckenschütze!
Bei anderen in der Gegenwart war er immer super lieb und nett und zuhause machte er einen fertig.
Meine Mutter ist nur noch ein Wrack mit ihr habe ich gebrochen,da sie nach der Trennung zu ihm wieder ging!
Mein Mann und ich taten alles für sie Job,Wohnung und Auto.
Nun mit Mitte zwanzig und ein kleines Kind konnte ich es nicht mehr nach einem heftigen Streit,wo sie meinem Stiefvater verteidigte und brach alles ab.
Für ihn sind wir gestorben und das freut mich,auch wenn er meinem Sohn nie was getan hat aber meine Mutter kann ich nicht mehr helfen und lebt wieder das Leben von Rechtfertigung und finanziellen Abstieg.

Auch ich war vor langer Zeit mit einem Narzissten zusammen.

Es ist wie die anderen schreiben, am Anfang bereitet er einem den Himmel auf Erden, legt einem die Welt zu Füßen, Kocht, macht Komplimente, eins auf Seelenverwandtschaft.

Dann beginnt langsam und subtil der Ärger, ein paar kleine Seitenhiebe hier, ein paar komische Bemerkungen da und am Ende stellt er sich als den großzügigen Menschen hin der so viel Geduld mit einem aufbringt, jeder andere hätte einen doch schon längst verlassen, weil man so kompliziert ist, ja das hat er mir oft genug gesagt und ich hab das damals tatsächlich irgendwann geglaubt. Hab mich aufgerieben, wenn er tagelang nicht mit mir sprach weil ich irgendwas 'falsch' gemacht hatte (was, das sagte er mir aber nicht) und er ja sooooo enttäuscht war. Ach was hat er sich bei sämtlichen Bekannten über mich ausgelassen, was ich für ein schlechter Mensch bin. Hinzu kamen finanzielle Probleme, weil er nicht mit Geld umgehen konnte, hat mich viele tausend Euro Lehrgeld gekostet...

Bin da leider 'vorgeschädigt' da mein Vater Alkoholiker war und meine Kindheit nicht so schön war, vielleicht war es deshalb anfangs einfach zu schön, diese ungeteilte Aufmerksamkeit.

Manchmal ist eine Trennung wie eine Befreiung.

  • (14) 08.10.15 - 22:30

    Hallo,

    schlimm. was Dir passiert ist, das tut mir leid.

    Aber, so traumatisch eine solche Beziehung auch sein muss, beneide ich ein wenig die Menschen, die den Narzissten "nur" als Partner hatten, nicht als Familienmitglied. Von einem Partner kann man sich leichter trennen (ich weiss, leicht ist anders, ich hoffe, Du verstehst, was ich meine).

    Jedes Mal, wenn ich glaube, es geht mir langsam besser, kommt ein Giftbrief von meinem Vater voller schrecklicher Vorwürfe. Heute war wieder einer im Kasten. Diesmal stand u.A. darin, dass mein Bruder und ich schuld am Tod unserer Mutter seien. Obwohl ich weiss, dass es nicht so ist (ich hatte eine innige Beziehung zu meiner Mutter, obwohl es mit ihr als Alkoholikerin auch nicht immer einfach war), bekomme ich Magenkrämpfe und könnte schreien :-(. Er verbietet im Übrigen, auf seine Briefe zu antworten!!! Tue ich zwar trotzdem (heute zum letzten Mal), aber alleine diese Art, Menschen wie Marionetten zu behandeln. Wünsche mir nichts mehr auf der Welt, als ihn nie wieder zu sehen oder zu lesen, aber er tritt immer wieder nach. Ich will meinen Kindern eine gute Mama sein und eine fröhliche Partnerin für meinen Mann und immer wieder kommt nach Wochen irgendein fieses Lebenszeichen.

    LG
    Katja

    • (15) 11.10.15 - 11:43

      Hallo Katja,

      ja da hast du Recht, von einem Partner kann man sich trennen, Familie wird man evtl nicht los.

      Wobei ich mit meinem Vater auch lange ein schlechtes Verhältnis hatte. Er war ebenso, nach außen der liebe Vater, zu Hause hat er uns ständig gesagt dass wir nichts taugen, Schläge waren schon fast an der Tagesordnung, eine wirkliche Kindheit hatte ich irgendwie nicht, er konnte es nicht ertragen wenn ich Besuch hatte, da schikanierte er mich besonders gerne. Und es ist echt schwer, als Erwachsener normales Sozialverhalten nachzulernen... Noch dazu war mein Vater Alkoholiker. Als meine Mutter tot war (die es nie geschafft hat ihn zu verlassen) hab ich ihm mal so richtig die Meinung gesagt. Danach hat er vor meinen Augen sich den Arm mit einem Messer aufgeschlitzt und mir die Schuld gegeben. Die 3 Monate, die er danach in der Klapse verbracht hat, waren die schönsten, die wir 3 Schwestern je zusammen hatten. Danach war er trocken aber ich hielt es mit ihm nicht mehr aus.
      Kontakt läuft heute nur sehr sporadisch, er hat sich schon sehr zum Guten geändert aber ich brauch das trotzdem nicht.

      Meine jüngste Schwester hat sich leider genauso entwickelt, total neben der Spur. Ich habe mit ihr keinen Kontakt mehr. Immer diese Aufs und Abs, in einem Moment denkt man es könnte besser werden, im nächsten Moment bekommt man wieder vorgehalten was für ein schlechter Mensch man ist.

      Könntest du die Briefe von deinem Vater nicht ungeöffnet entsorgen? Kompletter Kontaktabbruch ist das möglich?

      LG, Anja

      • (16) 11.10.15 - 18:03

        Hallo Anja,

        das macht einen echt fertig, wenn man Deine Zeilen liest, tut mir sehr sehr leid für Dich :-(.

        Ich würde die Briefe gerne ungeöffnet entsorgen!! Das Problem: zwischen meinem Vater und meinem Bruder (der den Kontakt schon lange abgebrochen hat) gibt es einen Rechtstreit und es geht bald vor Gericht. Wenn es ganz ganz schlimm kommt, muss ich als Zeugin aussagen :-(. Und nun denke ich immer, wenn in einem der Briefe etwas rechtlich Relevantes steht, muss ich es ja wissen. Und wenn so ein Sch... brief dann mal auf ist, liest man natürlich weiter, dumm wie man ist. Vielleicht dachte ich auch am Anfang mal, es könnte so etwas wie Reue zwischen den Zeilen hervorblitzen, was natürlich nicht der Fall ist und niemals sein wird. Ich bekomme ja nichtmal die Möglichkeit, zu reagieren und quasi Schreibverbot (lächerlich, oder?) Jetzt ist er einige Wochen weg und hat mir letzte Woche einen fiesen Brief so geschickt, dass er die Antwort nicht mehr bekommt, der Feigling.

        Ich habe aber auch erkannt und lernen müssen, dass antworten gar nichts bringt. Narzissten sind null kritik-oder lernfähig (deshalb wundert es mich, dass Dein Vater wohl zumindest etwas milder geworden ist). Mein Vater wird Jedem, der es hören oder nicht hören will, Horrorgeschichten über seine Kinder erzählen, das stört mich aber nicht mehr. Freunde hat er keine und die Leute, die mir etwas bedeuten, würden ihm nicht glauben :-).

        Mich macht es einfach krank, dass ich nie weiss, ob und wann er sich doch meldet oder sonstwas, denn er ändert ja sämtliche Regeln nach eigenem Gutdünken und kümmert sich dabei nicht um die Grenzen Anderer. Ich überlege nun, eine Therapie zu machen. Ich glaube, ich brauche eine neutrale Person zum Zuhören, die mir vielleicht etwas erklären kann zu all dem was war und mir vor Allem helfen kann, cool zu bleiben, sollte es zu einer Begegnung kommen. Es hat so lange gedauert, bis ich meine ganze Vergangenheit verstanden habe und zur Zeit fühlt es sich so an, als wäre ich jahrzehntelang eine wertlose Marionette gewesen, die es nicht gerafft hat.... Zum Glück habe ich eine eigene Familie und supergute Freunde, sonst würde ich sicher dezent am Rad drehen... Ich weiss nun noch nicht, wie ich einen Psychologen finde, der sich mit Narzissten auskennt, die gelten ja als nicht therapierbar. Es sollte aber doch jemand sein, der weiss, wie sich das alles für mich gerade anfühlt...

        Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deine Vergangenheit besser verarbeitet bekommst als ich gerade. Das mit dem Messer ist eine schlimme Geschichte. Allerdings ist mein Vater so selbstverliebt, der würde sich niemals etwas antun, eher demjenigen, der ihn kritisiert hat. Es kamen auch schon Drohungen, er würde zum Gerichtstermin am liebsten ein Messer mitnehmen und meinen Bruder umbringen. Als ich ihn mehrmals danach damit konfrontiert habe (schriftlich) kam nur völlig erbost, NIEMALS würde er so etwas sagen. Hat er aber. Möglicherweise kommt nun auch noch die Demenz zum Narzissmus dazu! Das ist natürlich auch schwierig, wenn man sich nicht mehr merken kann, wem man welche Horrorstory aufgetischt hat.....

        LG
        Katja

        • (17) 12.10.15 - 14:42

          Hallo Katja,

          ja man könnte meine, dass so ein Mensch mal etwas wie Reue zeigt aber ich glaub, das passiert nicht.

          Ich weiß noch, als meine Schwester damals in der Klapse war und sowas wie ein Familiengespräch stattfand, wie unser Vater das Ganze verharmloste. Ja er hätte uns mal nen Klapps gegeben. Da bin ich ausgeflippt.

          Dicke Lippe, blaues Auge, und das waren nur die Verletzungen die nach außen hin sichtbar waren.

          Ob er narzisstisch ist kann ich gar nicht genau sagen, vielleicht lag es mehr am Alkoholkonsum. Oder an SEINER schlimmen Kindheit... Gewalt wendet der an, der sich nicht zu helfen weiß. Er war also ein armes Würstchen, dass es nicht besser auf die Reihe gebracht hat. Seit er nichts mehr trinkt ist es schon besser geworden. Zum Glück hat er eine Freundin die ihm sagt wo der Hase lang läuft.

          Ich hab ihn schon lange nicht mehr gesehen, zuletzt war er im Februar auf Sohnemanns Geburtstag zu Besuch. Ab und an hab ich ein schlechtes Gewissen weil ich mich nicht melde aber ich ertrag die Anrufe auch nur schwer, wenn er mir wieder vorjammert, wie schlecht es ihm doch geht. Er ruft nur an um zu jammern.

          Ich denke, ein Psychologe könnte dir helfen. Ich bin 1x bei einer Psychologin gewesen. Wir hatten ein sehr langes Gespräch. Schon allein das hat mir sehr geholfen und einiges leichter gemacht. Denn auch ich mußte einiges verstehen und verarbeiten.

          Ein Glück dass du eine gute eigene Familie und Freunde hast, die dir den nötigen Halt geben.

          LG, Anja

          • (18) 12.10.15 - 14:57

            Hallo Anja,

            danke für Deine netten Worte :-).

            Ich vermute auch, dass es bei Deinem Vater eher am Alkohol liegt. Ich bin kein Profi im einschätzen von Narzissten und sicher gibt es da auch eine Bandbreite von unterschiedlicher Ausprägung und unterschiedlichen Verhaltensweisen. Aber ich glaube, diese Aktion mit der Selbstverletzung spricht eher für den Alkohol, Narzissten stehen so dermaßen über den Dingen, die tun sich nichts. Aber es es ist auch völlig egal, welchen Namen die Krankheit trägt. Leidtragende sind die Menschen im engsten Umkreis :-(.

            Ich habe angefangen, einen passenden Therapeuten zu suchen, habe eine Empfehlung bekommen. Mir ist nur vorab wichtig, Jemanden zu finden, der wirklich Ahnung von der NPS hat, es ist für mich als Laien sonst wirklich zu schwer zu erklären.

            Alles Liebe
            Katja

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