Warum Seitensprung beichten?

    • (1) 19.10.15 - 11:39

      Hallo zusammen!

      Gleich mal vornweg, es geht nicht um mich! Wir führen eine glückliche Ehe und ich liebe meinen Mann aufrichtig. Klar, es gab immer mal Momente, wo mir ein andere Mann gefällt, aber es schaltet sich immer äußerst rechtzeitig ein Alarmsignal ein. Also, um mich/uns geht's nicht.

      Es hat sich halt bei einigen Bekannten folgendes ergeben - also in groben Zügen mal: Ein Partner begeht auf Geschäftsreise u.ä. einen Seitensprung. Also einen, der im Prinzip keinerlei Gefahr läuft, rauszukommen. Und dann kommt derjenige nach Hause und erzählt das postwendend (oder nach kurzer Zeit) dem Partner. Daraufhin schmeißt der Partner ihn/sie (meist warens Frauen mit dem Seitensprung) raus bzw. haut ab. Der Betrüger leidet dann aber fürchterlich unter der Trennung.

      Und da hab ich mich schon öfter gefragt, warum diejenigen den Seitensprung dann beichten. Ich hab ein paar Theorien dazu:

      -Sie sind es gewöhnt, alles mit dem Partner zu besprechen, so auch diesen Faux-Pas und denken nicht hinreichend über die Konsequenzen nach.
      - Sie wollen vom Partner irgendwie eine nachträgliche Erlaubnis oder zumindest eine Entlastung.
      - Sie glauben, dass der Partner sie ach so sehr liebt, dass er sogar dieses verzeiht.

      Ich glaube nicht an die Ehrlichkeitsgeschichte. Ich würde mir als betrogener Partner denken, dass mein Partner keinen besonderen Wert mehr auf die Beziehung legt, wenn er mir so derart unsinnigerweise einen Seitensprung beichtet. Ich würd mir denken, er möchte halt den Schlussstrich einfach nicht selber ziehen sondern überlässt ihn mir. Aber warum leiden diejenigen dann so?

      Ich würd einfach gern Meinungen dazu hören. Die Betroffenen selber fragen läuft nicht - ich kenne oft die Betrogenen oder aber ich habe nicht so das innige Verhältnis zu den Fremdgängern, dass ich da einfach mal nachfragen könnte. Ich würd einfach gern meinen Horizont erweitern und viele Meinungen hören. Danke.

      • Bei der Überschrift dachte ich, du hättest endlich mal deinen Kollegen gebumst:-)

        "Sie sind es gewöhnt, alles mit dem Partner zu besprechen, so auch diesen Faux-Pas und denken nicht hinreichend über die Konsequenzen nach.
        - Sie wollen vom Partner irgendwie eine nachträgliche Erlaubnis oder zumindest eine Entlastung.
        - Sie glauben, dass der Partner sie ach so sehr liebt, dass er sogar dieses verzeiht."

        Diesen drei Varianten als mögliche Erklärung stimme ich zu.

        Ich würde aber KEINESFALLS in Abrede stellen, dass Menschen sich an eine Ehrlichkeitsvereinbarung halten und /oder persönlich sehr großen Wert auf eine Ehrlichkeit und reinen Tisch legt und die etwaigen Konsequenzen bewusst tragen möchte.

        Oder auch, dass man ohne völlig reinen Tisch zu machen, selbst keine Grundlage sieht, an der Beziehung zu arbeiten.

        Wie will man dem Partner sonst klar machen, dass es bereits 5 NACH 12 war, um die Dringlichkeit der Situation zu verdeutlichen. Da kann Ehrlichkeit in diesem Punkt schon hilfreich sein.

      (4) 19.10.15 - 12:08

      Ich würd's beichten.
      Mal abgesehen davon, dass ich nicht so besoffen, geil oder geistig umnachtet sein könnte, einen Betrug überhaupt zu begehen.

      Immerhin hat mein Partner dann die Möglichkeit, angemessen darauf zu reagieren. Wir haben eine Treuevereinbarung, auch ohne verheiratet zu sein. Breche ich diese ist es Betrug. Vertusche ich das dann auch noch, ist das nochmal Betrug.

      Außerdem glaube ich nicht, dass ich den Grund für den Seitensprung alleine herausfinden könnte, ich konnte ihn dann ja vorher auch nicht abwenden. Und falls mein Partner noch mit mir zusammen bleiben möchte müssten wir darüber reden, was der Grund war. Das geht umso schlechter, wenn er nichts darüber weiss.

      • "Und falls mein Partner noch mit mir zusammen bleiben möchte müssten wir darüber reden, was der Grund war. Das geht umso schlechter, wenn er nichts darüber weiss. 2

        Das sehe ich genauso.

        • (6) 19.10.15 - 13:03

          Frauen gehen fremd, um auf Mängel in der Beziehung hinzuweisen.

          Frauen meinen, Männer tun es aus gleichem Grund.

          Falsch.
          Männer poppen auch in intakten Beziehungen fremd. Einfach aus Lustbefriedigung.

          • (7) 19.10.15 - 14:16

            Äh.. nee. Kauf ich so nicht.

            Auch Frauen gehen fremd, weil es sich toll anfühlt, mal einen anderen Mann zu haben. Egal ob sexuell oder weil der eigene Mann nicht mehr aufmerksam genug ist.

            Und ich weiss, dass es genug Männer gibt, die erst dann fremd gegangen sind, als sich die eigene Frau monate- und jahrelang verweigert hat. Also auch deswegen, weil ein Mangel in der Beziehung war. Nur war es hier dann eher körperlich.

    (8) 19.10.15 - 12:53

    hi,

    ich denke Männder denken gar nicht sooo kompliziert, die wollen nur ihr schlechtes Gewissen erleichtern.

    Wenn Frauen beichten....mh...wollen sie auf Fehler in der Beziehung hinweisen sozusagen die letzte Rettung oder sie hoffen schlicht und einfach, das der Mann schluss macht, damit sie nicht die bösen sind.#rofl

    lg
    lisa

    (9) 19.10.15 - 13:00

    Vorab:

    Frauen verbinden häufig sehr intensiv Liebe und Sex. Wenn Mann fremd geht, glauben sie, dass Mann sie nicht mehr liebt.

    Männer trennen jedoch Liebe und Sex sehr wohl. Sex ist häufig dann nur Triebbefriedigung.

    Persönlich würde ich es nie beichten, weil Frauen -siehe mein vorab- es falsch verstehen. Ich habe meine Seitensprünge immer für mich behalten. Aus meinem Freundeskreis weiß ich, dass das Nichtbeichten m.E. die bessere Lösung ist, denn bis auf 1 Beziehung folgte darauf die Trennung. Die meisten Männer beichten nicht und erzählen es auch nicht herum. Fremd gehen heißt Maul halten.

    P.S.
    Muß jedoch dazu sagen, dass ich bereits seit vielen, vielen Jahren kein normales Liebesleben mehr habe. Warum meine Frau keine Lust mehr hat, kann sie mir nicht sagen. Ich hätte mich halt damit abzufinden. Habe ich das?

(11) 19.10.15 - 13:13

Hallo,

ich denke, die Gründe dafür dürften individuell sehr unterschiedlich sein.

Für viele dürfte das schlechte Gewissen entscheidend sein, vielleicht auch die Sorge, dass man sich verplappert, dass es anderweitig rauskommen könnte, was weiß ich. Ich kann nur für mich sprechen: das wäre mein Grund. #hicks Ich lüge derart schlecht und man würde es meinem Verhalten definitiv anmerken, also würde ich es - den notwendigen Arsch in der Hose vorausgesetzt #cool - erzählen. Erlaubnis/Entlastung vom Partner spielt dabei sicher eine Rolle.

Ich denke auch, dass viele Partner es wissen wollen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was mir das liebste wäre in diesem Fall. Ich bin ein eher unaufgeregter Typ und kann mit vielen unschönen Wahrheiten umgehen. MIR würde eher der Kragen platzen, wenn mein Mann für mich mitdenkt und entscheidet, dass er mir das nicht zumuten kann. #drache Das wäre für mich schlimmer als die Tatsache, dass er mich betrogen hat. Das wiegt dann auch der gewonnene Seelenfrieden nicht auf.

Bestimmt glauben auch viele an die "Wir-können-über-alles-reden-und-kriegen-das-wieder-hin-Nummer". Vielfach stimmt das vielleicht auch - verlassen würde ich mich darauf nicht.

Ich bin also das Gegenteil zu Deinem 'Ideal', wenn man das so nennen kann. Ich würde es erzählen (wenn ich nicht zu feige wäre), ich würde es auch wissen wollen und dabei spielt weniger die Ehrlichkeit und das Vertrauen eine Rolle, sondern vielmehr der Wunsch nach Entlastung.

All das rein hypothetisch, zumindest was meine Ehe angeht. Wir haben einander noch nie betrogen, soweit ich weiß.

Viele Grüße!

(12) 19.10.15 - 13:43

Ich würde es weder erzählen noch wissen wollen. Halte solche Pseudogeständnisse für völlig überbewertet. Natürlich ist es in meiner Ehe auch noch nie vorgekommen, daher bin ich - wie alle anderen hier schreibenden - absolut aus dem Schneider. "Soweit ich weiß...." #cool

Wer die anderen hier sind, die hier von ihren Affären oder der ihrer Partner schreiben (meist in schwarz)? Echt keine Ahnung #rofl

Ich halte auch nichts davon zu beichten!

Nach meiner Meinung gibt es dafür nur einen sinnvollen Grund!

Man will den Partner verletzen und eine Trennung provozieren.

Alle anderen Gründe sind nur Zeichen von Schwäche oder Dummheit.

An einer Beziehung kann man auch arbeiten ohne einen Seitensprung zu beichten.

Wer Probleme mit seinem Gewissen bekommt soll das mit sich ausmachen, das Päckchen beim Partner abladen ist ziemlich rücksichtslos. Auch bei Freunden und Bekannten hat eine solche Beichte nichts verloren, was sollen die schließlich mit der Information anfangen?

Wer sowas loswerden will kann es ja anonym im Internet posten ;)

Gruß

Ano

Hallo,

Ich würde es gerne wissen wollen, damit ich entscheiden kann, ob ich mit einem Betrüger zusammen sein will, denn das möchte ich nicht. Er nimmt mir die Entscheidung sozusagen ab und das ist Mist.

Ich würde beichten, weil ich Fehler generell nicht lange für mich behalten kann.

LG

  • (15) 19.10.15 - 15:20

    Wenn in Deiner Beziehung alles gut ist, musst Du auch keine Angst vor einem Betrüger haben.

    Nur in vielen Beziehungen ist nicht alles gut.

    Es gibt hier genug Threads, wo sich Frauen über lustlose Männer beschweren und Männer über lustlose Frauen.

    Mal sehen wie Du denkst, wenn Dein Partner mal plötzlich (über längere Zeit) keine Lust hat, ob Du nicht auch zur Betrügerin werden würdest.

    Ich behaupte, die meisten würden zum Betrüger(in) werden und erst mal (heimlich) betrügen, wenn sie vom Partner lustlos vergammelt werden.

(17) 19.10.15 - 19:18

Hey,

also, erstmal danke für die Antworten. Nochmal zur Klarstellung: Es ging vielfach um Frauen, die betrogen hatten.

Und es geht mir nicht drum, ob der Partner es wissen will oder nicht, sondern darum, warum man es selber tut. Also, ich denk mir, wenn ich schon meine Hose nicht zubehalten konnte, dann hab ich den Partner schon ziemlich verletzt und hintergangen. Ob ich mich in DIESER Situation dann noch fragen muss, was ER jetzt will, weiß nicht. Außerdem glaube ich, dass man den Partner DADURCH ja noch viel mehr verletzt. Denn wie soll es aufkommen, wenn ich irgendwo auf Geschäftsreise einen unbekannten Geschäftspartner vögle, den niemand in meiner Umgebung kennt? Ich brauch meinen Partner nicht belügen, nichts. Im Übrigen: Ich möchte schlicht, dass es nicht vorkommt. Und wenn es einmal vorkäme und mein Partner merken würde: "Oh, das war jetzt eine große Scheiße, hat mir nicht den erwünschten Kick gegeben und stattdessen hab ich jetzt ein schlechtes Gewissen." dann wünschte ich mir, dass er nicht angekrochen käme mit "Entschuldigungen", sondern es einfach nie wieder vorkommen ließe und sich besonders um mich bemühte.

Wie gesagt, ich rede von diesem "einmal vögeln weit, weit weg von daheim". Ich bin ja der Meinung, dass das nicht von der Qualität der Beziehung abhängt (also DIESE Art fremdgehen), sondern nur von der eigenen Moralvorstellung. Ich würds einfach nicht tun, obwohl ich es gelegentlich auf den ersten Blick reizvoll fände. Aber es kommt für mich schlicht und ergreifend nicht in Frage. Das liegt aber dran, weil ich einfach viel zu reflektiert - oder langweilig - bin um mich von einem schnellen Reiz leiten zu lassen.

(18) 19.10.15 - 19:37

Ich würds nicht sagen.

Warum beichten? Ich bin der Arsch und der Andere leidet darunter dass ich mich besser fühle? Soll ich noch ein Lob einfordern, wenn ich die Welt einreiße? Normalerweise bin ich ein ehrlicher Mensch, aber hier sehe ich das anders. Wenn es eine einmalige und abgeschlossene Sache war, geht hier durch falsch verstandene Ehrlichkeit mehr kaputt als dass sie hilft.

  • Das genau meinte ich. Ich glaube auch, dass sich die "Beichtenden" besser fühlen (oder zumindest wollen). Und für den anderen bricht eine Welt zusammen. V.a. was ich dann halt nicht versteh: Danach sind die Fremdgänger am Boden zerstört, wenn sichs der Partner nicht bieten lässt.

(21) 30.04.16 - 10:52

Hello!

Also jetzt mal abgesehen von der Tatsache, dass ich der festen Überzeugung bin, dass mir sowas nicht passieren könnte, würde ich es wohl im Fall der Fälle eher für mich behalten. Gerade wo es ja so unverbindliche Portale wie http://www.first-class-dating.de gibt, ist das Fremdgehen ja einfacher als jemals zuvor.

Und warum soll man einen anderen Menschen so derart verletzen, "nur" weil man einmal mit wem Anderen seinen Spaß hatte?

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