Angst um die Zukunft nach Geburt der Zwillinge

    • (1) 24.10.15 - 16:50
      weißnichtwiepositivsehen

      ihr Lieben,

      zunächst die Fakten:
      Patchworkfamilie, meine beiden älteren Kinder leben bei mir und meinem neuen Partner (zusammen seit 1,5 Jahren), von meinem Mann bin ich getrennt, mein Partner und ich erwarten Zwillinge, ET ist Mitte März.

      Die erste schwierige Phase der Schwangerschaft ist glücklicherweise vorbei, Übelkeit und Erbrechen sind geblieben, dafür Bluthochdruck und Blutungen seit ein paar Wochen vorbei, hoffentlich bleibt letzteres so.
      Auch die berühmten Launen meinerseits halten sich dank besserer körperlicher Umstände sehr in Grenzen.

      Ich bin ein positiver Mensch. Trotzdem fällt es mir gerade so schwer, erwartungsfroh in die Zukunft zu blicken.
      Ich freue mich wie eine Schneekönigin auf meine Kinder Nr. 3 und 4 und bin, wie auch mein gesamtes Umfeld, davon überzeugt, alles wuppen zu können.

      Trotzdem habe ich so viele Befürchtungen, was meinen Partner betrifft.
      Der Vater meiner beiden älteren Kinder hat sich nach der Frühgeburt unseres Sohnes (1. Kind) rührend um uns gekümmert, neben Fulltime-Job zu Hause fast alles übernommen, weil ich mit der Pflege unseres Sohnes am Anschlag war, mehrere Brustentzündungen etc. Damals fing 1,5 Jahre nach seiner Geburt alles an. Er übernahm einen Nebenjob, und plötzlich war ich total allein. Mit allem. Selbst als der Job beendet war, machte ich 100% des Haushaltes und übernahm 100% unseren Sohn. Vor seiner Geburt war alles komplett gleichwertig, auf Augenhöhe, ich wollte nach weniger als 12 Monaten beruflich eine Weiterbildung fortsetzen, was ich aufschieben musste wegen der damals schlechten Gesundheit meines Sohnes.
      Nach seinem Nebenjob war die Ehe zu meinem Mann damals am Tiefpunkt angekommen, ich dachte über Trennung nach.
      Wir rauften uns zusammen, er beteiligte sich am Familienleben und Haushalt und es entstand unsere Tochter.
      Und zack, mit Beginn der Schwangerschaft war ich wieder allein mit allem, und das trotz bekanntlicher Risikoschwangerschaft.
      In der gleichen Woche (34), in der mein Sohn geboren wurde, hatte ich vorzeitige Wehen, nachdem ich mich zu Hause einfach überarbeitet hatte mangels Unterstützung.
      Von da ab bekam ich für zwei Wochen eine Haushaltshilfe, musste liegen und auch mein Mann packte ein bisschen mehr an.
      Ich sah, dass er total ausgebrannt war, das war auch der Grund, warum ich bis zum Schluss versuchte, so viel wie möglich zu machen.
      Als ich dann nach der Geburt im Krankenhaus war, hatte ich Angst, nach Hause zu kommen, denn ich sah einen Burnout meines Mannes bevorstehen. Er hatte sich mit einem erneuten Nebenjob (den ich abgelehnt hatte) völlig überarbeitet.
      Der Burnout kam nicht wirklich zum Ausbruch, mein Mann war aber in diesem Fast-Zustand und ich war wieder allein mit allem, 2 Kindern und dem Haushalt, und das schon 2 Wochen nach der Geburt.
      Er hatte ein halbes Jahr fast keine Beziehung zu seiner Tochter, nahm sie von sich aus nicht mal auf den Arm.

      Und nun bin ich von meinem neuen Partner schwanger, dieses Mal mit Zwillingen und habe einfach Angst.
      Man könnte sich viele Fragen stellen, warum ich überhaupt wieder schwanger geworden bin, ja.
      Aber es ist nunmal so.
      Ich habe sogar damit gehadert, nun kann ich mich einfach nur freuen, auf die Kinder selbst
      Ich hatte auch tatsächlich gedacht, in meinem neuen Partner die Liebe meines Lebens gefunden zu haben, mittlerweile fühlt sich das nicht mehr so an.
      Er hat viel für mich und uns getan, ist zu uns gezogen, beherrscht die Sprache noch nicht 100%, was ihn sehr betrübt, hat einfach meine 2 Kinder angenommen und kümmert sich rührend um sie (wobei der leibliche Vater noch vorhanden ist und die Kinder ihn wöchentliche sehen).
      Aber er spricht so viel Schönes, verspricht auch viel, was nicht Taten entspricht.
      Natürlich sind alle bisher geleisteten Taten schon grandios.
      Aber ich bräuchte schlichtweg hier und jetzt das Vertrauen, dass wir das zusammen schaffen.
      Er tut nach Kräften viel, das sehe ich. Aber wir sind noch so meilenweit davon entfernt, dass er das hier im Notfall über längere Zeit alleine wuppen könnte.
      Ich neige offensichtlich zu Frühgeburten und das kann bedeuten, dass ich jederzeit von heute auf morgen liegen muss.
      Ich muss ihn noch um die kleinsten Dinge bitten, die ich einfach gerade nicht machen kann und sollte, z.B. sich um die Hühner zu kümmern, Stall ausmisten etc. (es sind seine Hühner, er hat sie mitgebracht).
      Oder seine Haare aus der Dusche zu entfernen, ich muss mich davon übergeben, wenn ich mich bücke und mich etwas ekelt.
      Alles andere mache ich sowieso, er hilft hier und da und ist auch sichtlich beschäftigt damit, nur nimmt mir das unterm Strich leider momentan zu wenig ab.
      Bzw. momentan kann ich das gerade so schaffen, aber was, wenn plötzlich ALLES an ihm hängen bleibt?

      Vielleicht klingen diese Dinge banal, aber sie machen mir das Leben schwer und betrüben mich.
      Ein paar weitere Beispiele:
      - Er ist schlichtweg auf sich bezogen, egozentrisch, so sehr er sich auch bemüht, es zu verdrängen.
      Ich organisierte ein Seminar, bei dem er auch war. Ich hatte eine kleine Pause, bestellte Essen (ich habe bisher zu wenig zugenommen, bin außer dem Bauch recht knochig, hatte auch teilweise wenig Appetit, deshalb ist es für mich wichtig zu essen, wenn mir dann mal danach ist und ich die Gelegenheit habe). Er saß am einzig freien Stuhl unseres Tisches, es gab noch viele andere, aber alle meine Unterlagen lagen auf diesem Tisch, es war also eigentlich "mein" Platz.
      Ich stellte das Essen vor ihn hin, ihm war klar, dass es MEINS war. Er fing an, mit zu essen, sitzend, während ich stehend begann zu essen. Zuerst dachte ich, ok, setze ich mich auf seinen Schoß, doch dann registrierte ich, wie bescheuert die Situation war und bat ihn aufzustehen. Ich hatte so einen Hunger und er bemerkte nicht einmal, dass er mich am essen und am ausruhen hinderte.
      Die gleiche Situation gestern: wir waren tanzen (vorsichtig), er setzte sich auf den einen Stuhl und legte sein Bein auf den anderen, einzig freien. Ich kam, aus der Puste. Nichts passierte. Ich musste ihn wieder bitten, aufzustehen.
      - Ich bat ihn, dass wir uns die Vorbereitung für die Zwillinge teilen, ich möchte ihn beteiligen. Immerhin habe ich alles, was man für EIN Kind braucht, alles andere ist auch für mich neu und bedeutet einen enormen Zeitaufwand, da es finanziell eng ist bei uns, können wir uns nicht einfach alles neu kaufen. Dinge wie ein neues Auto, neuer Kinderwagen, Maxi Cosis, Frühchenklamotten, Beistellbettchen, Hängewiege, all das brauchen wir, weil ZWEI Kinder auf einmal kommen.
      Nichts passierte. Neben einem kleinen neuen Job, den ich noch für die nächsten 2 Monate angenommen habe und allerlei Arbeit für den anderen Nebenjob, den ich unregelmäßig habe, organisierte ich, was ich nur konnte.
      ZUSÄTZLICH zum Haushalt und den Kindern. Und meiner Schwangerschaft. Und weil seine Aufgabe des Haushaltes (die einzige außer den kleinen Dingen, von denen ich kotzen müsste, wenn ich sie machen müsste), nämlich die Wäsche, eine Woche hintendran war, übernahm ich auch dies zum Großteil (heißt konkret, die Körbe über 2 Stockwerke rauf und runter tragen etc., außerdem ist die meiste Wäsche seine).
      Wie das immer so ist in seiner Wahrnehmung, wenn ausnahmsweise beruflich bei mir gerade mehr los ist (und ich aber den Rest sowieso fast alleine manage), antwortete er mir auf die Bitte, er solle sich endlich um die Hühner kümmern, da der Stall in unzumutbarem Zustand sei: "ich beschwer mich ja auch nicht, dass hier im Haushalt gerade nichts läuft"
      - Vor einer Woche bat ich ihn, von nun an konkrete Aufgaben nach und nach zu übernehmen, aufgrund meines wachsenden Bauchumfangs und der damit verbundenen Schwerfälligkeit (und Hang zu hartem Bauch). Ich hatte einiges aufgeschrieben, um es ihm anschaulicher zu machen. z.B., dass ein Mal die Woche alle Böden gewischt werden müssen und Bad und Klo auf beiden Stockwerken geputzt. Seine "witzige", aber ernst gemeinte Frage war: "ach, wir putzen regelmäßig? ich dachte wir machen das nur, wenn Besuch kommt".
      Das versetzte mir insbesondere deshalb einen Stich, weil die 2 letzten Male, als er Famlilienbesuch bekam, ich vorher um seine aktive Mithilfe beim Putzen gebeten hatte (ich war schon schwanger und es gab viel aufzuräumen, umzuräumen, damit sie schlafen konnten und zu putzen). Er hatte es wochenlang versprochen und einen Tag vorher war doch ich diejenige, die fast alles machte. Letztes Mal half mir meine Mutter dabei, als SIE bei UNS zu BESUCH war, alles ordentlich zu machen für seine Famlilie, die sich spontan angekündigt hatte. Er hatte dazu genau 20 Minuten investiert. ABER ZEIT GEHABT!!!
      Er hat nur einen 75% Job und war zu entsprechenden Fällen immer zu Hause.
      Begab sich aber lieber vor den Fernseher, während ich oben putzte.

      Und so weiter und so fort.
      Vielleicht hört sich das alles banal an.
      Aber ich ahne, was da auf uns zu kommt mit 2 neuen Familienmitgliedern.
      Und es gibt schon jetzt immer Zoff zwischen uns, wenn ich beruflich gerade mal mehr habe, was seine Unterstützung verlangen würde.
      Und jedes Mal verlasse ich mich auf ihn und er lässt mich hängen im Haushalt bzw. beschwert sich darüber. Kann aber schwingende Reden halten über Männer, die er nicht versteht, weil sie sich nicht einverstanden erklären, dass ihre Frau mehr arbeitet als sie und sie deshalb mehr zu Hause leisten müssen.
      Das ist bei uns noch nicht mal der Fall. Ich arbeite wenig. Und mache fast alles im Haushalt, kümmere mich um alles, was die Kinder betrifft, größtenteils alleine.
      Und trotzdem merkt er nicht, dass er noch viel schlimmer ist als diese Männer, über die er sich lustig macht.

      Das ist es, was mir am meisten zu schaffen macht.
      Dass er sich selbst nicht richtig einschätzt.
      Und dann einfach sagt: "wir schaffen das schon. Vertrau mir"
      Aber ich kann ihm nicht vertrauen, was das betrifft. Zu viel läuft exakt dann schief, wenn ich zusätzliche Unterstützung bräuchte.
      Er muss dann schlafen. Oder sonstwas.
      Er macht sich über vieles lustig, macht Witze.
      Ich kann über diese Witze nicht lachen, er erkennt oft den Punkt nicht, an dem er übertreibt oder total daneben liegt.

      Ach Mensch, es fällt mir einfach ziemlich schwer, diesen Mann noch toll zu finden und ihn bedingungslos zu lieben. Die Gefühle für ihn sind so oft blockiert.
      Er erzählt mir so oft, wie sehr er mich liebt, aber in Taten sehe ich das nicht so sehr.
      Wundert sich selbst, dass er mir bisher erst einmal Blumen geschenkt hat in den 1,5 Jahren. Wo er das doch "so gerne macht" und früher ständig gemacht hat.
      Schenken tut er mir trotzdem keine mehr.
      Danke für's Gespräch, lieber hätte ich gehört, dass er halt nicht so ein Blumenmensch ist (was nicht stimmt).

      Was soll ich denn machen.
      Mein Leben gefällt mir gerade so gut, aber der Mann an meiner Seite ist so realitätsfremd und auf sich bezogen und mit sich beschäftigt, nimmt so wenig an MEINEM Leben teil, SIEHT mich so wenig.

      sorry für die Länge.
      Das musste alles mal raus.
      danke für's Lesen!

      • Hallo!

        Es tut mir echt leid, aber es klingt fast so, als wären Paschas die sich bedienen lassen irgendwo Dein "Beuteschema" an Männern, kann das sein?

        Ihr seid erst sehr kurz zusammen, Du hattest also sicher noch die Rosarote Brille auf als Du schwanger geworden bist. So wirklich ihn gekannt, gewusst wie es langfristig läuft, hast Du da noch nicht, und sogar da muss ja schon die Romantik ein wenig kurz gekommen sein.

        Einen wirklich Rat habe ich nicht, da ich fürchte, dass er einfach so ist. Ein reiner Egozentriker, der höchstens was kleines macht, wenn Du es ihm ausdrücklich sagst, und das auch nur maulend mit dummen Sprüchen.

        (3) 24.10.15 - 19:40

        Macht er denn Dinge im Haushalt wenn Du ihn gezielt darum bittest? Bspw. sagst: "Bitte saug gleich noch und wisch die Böden, das ist einfach schon zu anstrengend"

        (4) 24.10.15 - 20:13

        Ihr seid 1,5 Jahre zusammen du hast die Situation das du wenig Unterstützung bekommen hast schon einmal erlebt und trotzdem suchst du dir wieder einen Partner wo du jetzt befürchtest wieder alleine dazu stehen und es teilweise in der Schwangerschaft auch schon merkst ,warum ? Warst du vor her so blind vor Liebe das es dir nie aufgefallen ist ? Besonders weil du schon mal relativ alleine gelassen dagestanden hast mit den ersten Kindern überlegt man sich beim nächsten Partner doch 3 mal öfter ob der jenige für ein Familienleben geeignet ist und ob man weitere Kinder mit ihm bekommen möchte . Das hättest du doch bemerken müssen das er sich wenig einbringt was Haushalt und deine vorhandenen Kinder angeht . Ich gehe mal davon aus das es für deinen Partner die ersten Kinder sind die ihr erwartet und er vorher noch nicht in einem Haushalt / mit einer Partnerin die bereits Kinder hat zusammen gelebt hat und wahrscheinlich hast du auch einfach immer alles gemacht so das er sich gar keine Gedanken machen musste und nun weder genau weiß was alles gemacht werden muss + zusätzlich einfach bequem ist . Ich finde es ein Unding das du putzt während er auf der Couch sitzt und das dazu auch noch weil seine Verwandschaft anrückt .Das mit dem Stuhl so irgnorant kann man fast nicht sein schon gar nicht nach dem du Zwillinge erwartest , eine Vorgeschichte in den vorangegangen Schwangerschaften hattest + auch in dieser Schwangerschaft Probleme hast . Respekt und Ruecksichtnahme gleich 0 . Viele Möglichkeiten hast du nicht entweder du redest Klartext und verdeutlichst ihm das er dich gefälligst zu unterstützen hat oder du trennst dich. Ehrlich gesagt glaube ich nicht das sich so jemand ändert .

      (8) 24.10.15 - 22:25

      Hallo.

      Das hat doch keine Basis und keine Zukunft ... Du tust mir wirklich leid.
      Zieh die Reißleine ...

      ... Du schaffst es auch alleine ... ohne ihn als zusätzliche Belastung ... ohne ihn, der Dich und Deine Bedürfnisse und Wünsche nicht ernst nimmt ... ohne blöde Sprüche und Witze ... ... und ohne seine verkackten Hühner.

      LG

      P.S.
      Kann es sein, dass Du schon früher öfter mal geschrieben hast, als es um seinen recht schnellen Zuzug ging ... und Dir eher abgeraten wurde?!

    (11) 25.10.15 - 00:06

    Hm. Ich vermute mal, er ist Moslem und aus Afrika?

    Lass ihn ziehen. Und komm bloß nicht auf die Idee, den zu heiraten.

    • (12) 26.10.15 - 12:42

      Klar immer die bösen Moslems!
      Es gibt ja auch keine europäischen Männer, die sich daneben benehmen!
      Tja, schade für dich, dass der Mann ein Belgier ist, das müsste dein Weltbild zerstört haben!

(13) 25.10.15 - 03:25

danke allen für die ehrlichen Antworten.
und ja, ihr habt natürlich Recht, aufmerksame Leser, Sozialarbeiter aus Belgien :)
Ich kann euch sagen, ich habe viele Männer gehabt in meinem wilden Jahr und auch längere Beziehungen, aber so getäuscht habe ich mich noch nie.
Bis zu unserem Zusammenzug war er für mich ein anderer Mensch. Auch danach noch.
Ziemlich schnell stellte sich dann aber heraus, dass er einfach wunderbar andere analysieren und flammend reden kann, das selbst für sich aber nur bedingt anwenden und auch nicht wirklich kritikfähig ist.
Das mit der fehlenden Unterstützung hatte sich so nicht angekündigt, vor unserem Zusammenzug war er so hilfsbereit.
Das ist er jetzt tendenziell immer noch, aber es reicht eben hinten und vorne nicht, was er macht, und er macht es auch nicht zuverlässig. Und damit er es überhaupt macht, braucht es schon einigen Antrieb von mir.
Und ich kann ihn nicht kritisieren, auch wenn er zum 10. Mal daran erinnert werden muss, den Hühnerstall sauber zu machen, ist er mir böse, dass ich ihm das sage.
Dann sagt er, er sei auch nur ein Mensch und hätte eben Schwächen und ich solle ihm vertrauen, dass er das schon hinkriege in Zukunft.
Phasenweise ist er immer mal wieder für 1-2 Wochen sehr präsent und tatkräftig und dann hat er Stress auf der Arbeit oder hadert mit sich und der Welt, was deutlich längere Phasen sind.
Das Problem ist, dass er scheinbar sehr mit sich selbst zu kämpfen hat, viel Schlaf braucht und sich ENTWEDER auf die Kinder ODER auf mich konzentrieren kann. An Wochenenden, an denen wir kinderfrei haben, kann er plötzlich viel mehr leisten.
Er bemüht sich also regelmäßig, sowohl in der Unterstützung als auch darin, aufmerksam zu sein. Aber er ist es einfach nicht von Natur aus. Ich verstehe das zwar nicht und es fällt mir auch schwer einzusehen, dass man sowas offenbar nicht wirklich lernen kann, aber es ist wohl so.
Nur ist mir das jetzt schon zu anstrengend, ihm wegen allem ständig auf die Füße zu stehen, um alles bitten zu müssen und dann auch nicht zu wissen, ob es klappt.
Aber ich selbst komme mir langsam echt auch wie eine Beziehungs-Versagerin vor.
Und ich habe wirklich furchtbare Angst vor einer erneuten Trennung, auch wegen meinen Kindern. Den älteren zwei und den anderen zwei.
Ich müsste dann auch definitiv ausziehen und das vor der Geburt.
Das schaffe ich dieses Mal kräftemäßig nicht, ich riskiere damit auch eine erneute Frühgeburt.
Also fällt mir nichts anderes ein als Zähne zusammen beißen, Klartext reden und auf ein Wunder hoffen.
Wenn es dann nach der Geburt wirklich nicht gehen sollte, muss ich mich eben dann trennen.
Im Moment denke ich auch an meine älteren 2, die lieben ihn sehr und ich weiß sie bei ihm in guten Händen, wenn ich ausfalle. Alles drum rum und auch unsere Beziehung, sowie die Versorgung der kommenden 2, das steht für mich total in den Sternen.

Männer, habt ihr mir einen Tipp, wie ich Klartext reden kann, ohne ihm wieder das Gefühl zu geben, ein Versager zu sein und ihn damit zu "beleidigen"? Ich versuche es ja immer freundlich, aber ich muss halt auch viel sagen und das immer wieder.

danke euch allen für's Zuhören.
Tut gut.

Schlaft gut.

  • (14) 25.10.15 - 10:39

    Du hast halt leider nur wenige Möglichkeiten, ihm beizubringen, dass es fünf vor zwölf ist.

    Du kannst ein sehr ernstes Gespräch mit ihm führen und ihm klar machen, entweder er selbst unterstützt Dich oder Du musst Dir dazu eben jemand anderen (bezahlte Haushaltshilfe, Bonusoma etc.) suchen. Du kannst auch mit einem neutralen Dritten (Paarberatung, Freundin etc.) dieses Gespräch führen. Natürlich kannst Du ihm auch das Messer auf die Brust setzen und ihm sagen, wenn er Dir sowieso nicht unter die Arme greift und sich kümmert, müssen eben die Aufwändigkeiten reduziert werden (Hühner abschaffen). Oder Du akzeptierst ihn so, wie er ist und organisierst Dir aus dem Freundeskreis oder der Familie die zusätzliche Hilfe nach der Geburt, die Du brauchst.

    Was ich als Erstes auf jeden Fall tun würde ist ein Plan, auf dem steht, wann was genau gemacht werden muss. Wie ein Stundenplan für Kinder, nur eben mit Sachen wie Hühnerstall, saugen und wischen, Bad putzen und so weiter. Dazu aber auch die einzelnen Tätigkeiten. Das würde ich für die laufende Woche ausdrucken, aufhängen und per Kürzel notieren, wer wann was gemacht hat. Dann sieht man nämlich tatsächlich mal schwarz auf weiss, was alles zu tun ist und wie welche Aufgaben (und vor Allem von wem) erledigt werden.

    Naja, du hast dir ja durchaus vor dem Zusammenzug schon ziemlich Gedanken gemacht, hast hier nachgefragt und Warnungen bekommen... ganz ohne Alarmglöckchen wars wohl nicht.

    Wenn er sich nicht um seine Hühner kümmert, müssen die eben weg. Die schmecken auch gut.

    Und ich frage nochmal nach dem kulturellen Hintergrund - der klärt sich nicht automatisch damit, dass er aus Belgien kommt?

    Und warum denn dann auch noch gleich schwanger?

    Und was mir noch so durch den Kopf geht - was macht er denn für einen Job, wenn er noch "so schlecht" Deutsch kann?

    (16) 25.10.15 - 11:53

    Hallo.

    Ich halte Deinen Partner, nach Deinen Schilderungen und unter der Berücksichtigung, dass er sicher auch gute und liebenswerte Eigenschaften hat, für einen egozentrischen Schwätzer, der absolut alltagsuntauglich ist und deswegen schon ein fast asoziales Verhalten an den Tag legt ...

    ... seine komplette Sozialverträglichkeit scheint er beruflich zu verwenden, so dass er für Dich und/oder Euch keine Ressourcen mehr übrig hat.
    Außerdem scheint er wenig belastbar ... wenn bei ihm nur entweder-oder in Sachen Zuwendung und Aufmerksamkeit geht ... wenn die Zwillinge da sind, ist doch bei dem Land unter ... und Du musst im Zweifel dann auch noch ihn auffangen.

    Ich finde nicht, dass Du Dich als eine Beziehungsversagerin fühlen musst ... Du hast halt nur kein besonders glückliches Händchen bei Männern ... wäre vielleicht mal eine Sache, auf die Du für Dich gucken solltest, um dieses Muster zu durchbrechen.

    Alles Gute.

    LG

Hallo, ich würde es auf mich zukommen lassen. Du machst das, was du schaffst und den Rest bittest du ihn, zu tun. Eine Trennung jetzt ist auch doof, Potential hat der Typ doch grundsätzlich.

Einer Bekannten ging es ähnlich, aber die Beziehung war dem Mann richtig ernst. Nach der Geburt von den Zwillingen hat der sich richtig gewandelt und ist zum Superpapa geworden, weil es nicht anders ging.

Ihr seid echt noch in der Findungsphase als Paar. Ich wünsche euch alles Gute!!!!

Hallo

organisieren

""""Ich muss ihn noch um die kleinsten Dinge bitten, die ich einfach gerade nicht machen kann und sollte, z.B. sich um die Hühner zu kümmern, Stall ausmisten etc. (es sind seine Hühner, er hat sie mitgebracht).
Oder seine Haare aus der Dusche zu entfernen, ich muss mich davon übergeben, wenn ich mich bücke und mich etwas ekelt.
Alles andere mache ich sowieso, er hilft hier und da und ist auch sichtlich beschäftigt damit, nur nimmt mir das unterm Strich leider momentan zu wenig ab.
Bzw. momentan kann ich das gerade so schaffen, aber was, wenn plötzlich ALLES an ihm hängen bleibt?"""

Die Hühner verkaufen wenn er den Stall nicht regelmäßig sauber macht.
Putzfrau einmal wöchentlich engagieren ( Kosten hälftig aufteilen? )

Dann erstmal die weitere Entwicklung abwarten.Manche Männer wachsen mit den Aufgaben.Ich würde nicht so viel grübeln, wie schlimm alles werden könnte.

L.G.

(19) 25.10.15 - 22:41

Entschuldige, wenn ich dir das sage: Ich empfinde dich als sehr anstrengend und vereinnahmend.

Dein Text ist extrem lang und du erzählst sehr ausschweifend. Wenn du auch nur ansatzweise in dieser Art deinen Partner zutextest, stelle ich mir das im Alltag mit dir sehr nervtötend vor. Dazu noch das Rumgenörgele "Tu noch das, tu noch dies..." Ich bekomme die Krise bei Dauergemaule und könnte das nicht aushalten.

"Ich arbeite wenig. Und mache fast alles im Haushalt, kümmere mich um alles, was die Kinder betrifft, größtenteils alleine."

Willkommen im Club!

Wenn du so großen WErt auf einen PArtner legst, der häuslich ist, dann musst du bei der Partnerwahl etwas genauer hinschauen. Ich habe 3 Kinder, arbeite in Teilzeit und wuppe auch 85% des Alltagsgeschehens. Mein Mann war von Anfang an jemand, der in seiner Arbeit aufging und das ist so geblieben. Ich wusste, was ich mit ihm bekomme und was eben nicht. Wenn ich es anders wollen würde, dann wäre das kein Problem, wir müssten die Voraussetzungen dafür schaffen: Tagesmutter und HAushaltshilfe engagieren. Das will ich aber nicht. Es ist so, wie es jetzt ist, für mich eindeutig nerven- und kräfteschonender.

Was soll man dir raten? Bleib einfach mal bei dir (!) und konzentrier dich nicht auf das, was dein PArtner macht oder nicht macht. Teilt eure Aufgaben klar auf, wenn du es alleine nicht schaffst. Erinnere deinen Mann nicht ständig an seine Sachen. Wenn das mein Mann bei mir machen würde, würde ich ihm an die Gurgel gehen! Und mir ist es im Gegenzug sowas von wurschtpiepegal, ob unser Rasen gemäht, vertikutiert und gedüngt wurde oder ob die 3. Mahnung inkl. Bußgeldbescheid wegen nicht eingereichter Steuererklärung ins Haus flattert.

Wenn ihr es nicht hinbekommt, dass sich beide wohl fühlen und sich (in der Regel) zu Hause entspannen können, dann seid ihr einfach nicht alltagskompatibel und damit nicht die Richtigen füreinander.

Grüße
Luka

Hi,

also, ich meine das alles jetzt wirklich wohlwollend - es soll kein Angriff sein, sondern der Versuch einer Analyse.

Ich lese: In der 34. SSW bekam ich vorzeitige Wehen, weil ich mich zu Hause überarbeitet habe. Da muss ich sagen: Du neigst einfach dazu, den Haushalt zu wichtig zu nehmen. Wenn es mir in der 34. SSW nicht gut geht, dann mach ich nur das aller-aller-allerwichtigste. Da fällt mir eigentlich nicht viel ein - oder gar nichts? Notfalls wird am WE gemeinsam eingekauft und dann gibt's morgens Toast, mittags Brot mit was drauf und abends was vom Pizzaservice. Fertig. Putzen MUSS man nicht, das kann auch mal 2-3 Wochen komplett liegen - und wenn, ein bisserl fegen, davon bekommt man keine Wehen. Wenns nicht mehr geht, flackt man sich auf die Couch. Die Wäsche kann man sitzend sortieren und dann den Mann bitten, dass er sie einschaltet. Im Sinn von: So, Schatz, wir gehen jetzt gemeinsam in die Waschküche, ich kann die Wanne nicht mehr heben.

Mach dich frei von all den Zwängen und mach das Nötigste. Wenn du Hilfe brauchst, dann sag: "Ich möchte heute die Hühner ausmisten, ist dir 10 Uhr oder 15 Uhr lieber?" und dann wird's gemeinsam gemacht. Etc. pp.

  • ... du weißt ja nicht, wie tolerant ich bin, was Dreck betrifft.
    ich hatte aber nebenbei auch noch ein anderes Kind zu versorgen, das von der Kita abgeholt werden musste etc.
    Einkäufe zu tätigen und alles Mögliche, weil mein Mann damals fast einen Burnout hatte und null komma null mehr belastbar war.
    Ergebnis wäre gewesen: es wäre nichts zu Essen im Haus gewesen.
    Etc. pp.
    Als Schwangere hat man dann doch etwas andere Bedürfnisse als Pizza und Toast 24/7...

    Und: Wehen bekommt man evtl. auch von kleinen Dingen, wenn man - wie ich - offenbar zur Frühgeburt neigt. In dem Fall sollte frau einfach liegen.
    Das wurde mir nun schon von 3 Ärzten und 1 Hebamme für dieses Mal spätestens ab der 30. SSW nahe gelegt.
    Hast du das schon mal gemacht? Es ist schrecklich, zu Hause zu liegen, wochenlang, um jeden Furz bitten zu müssen und zu sehen, wie alle darunter leiden.

    Nun habe ich schon 2 Kinder.
    Nur mal so Beispiele:
    Wir kamen heute zusammen heim, zu dritt.
    Ich mache essen (kein Brot mehr da, also kochen). Die Kids helfen mit. Die Kleine geht auf's Klo, fällt aber daneben, tut sich weh und macht Pipi auf dem Boden.
    Muss ich ihr natürlich helfen und alles weg wischen.
    Beim Ins-Bett-Bringen stelle ich fest, dass der Große gestern Nacht wohl Nasenbluten hatte.
    Bett abziehen und neu beziehen ist unumgänglich.
    Kleine Dinge, die mit dickem Bauch schon eine Herausforderung sein können. Und dann schnell mal zu Unwohlsein, Erbrechen und hartem Bauch führen.
    Kann da wohl schlecht sagen: so, ich leg mich jetzt mal für ne halbe Stunde hin, macht mal allein weiter, Kiddies...
    Jetzt bin ich noch ziemlich fit ... und ruhe mich trotzdem viel aus ... und lasse jetzt schon fünfe gerade sein.
    Bin sicherlich kein Sauberkeits-Freak.
    In der Theorie hört sich das Delegieren immer sehr einfach an...

    • Ähm, also mein Kind ist jetzt 5 und da kann ich durchaus mal sagen: Ich leg mich hin, mach du allein weiter. Klar, sowas macht man nicht täglich, aber es klappt durchaus und das eigentlich schon seit 2 Jahren. Und "nichts zu essen": Nun gut, ich finde es spricht nichts dagegen, sich in einer Notlage mal von Toast und Pizza oder anderem Fertigzeugs zu ernähren. Ich komm da zwar nicht in Versuchung, aber gut. Man könnte auch eine Freundin bitten, mal am WE gemeinsam vorzukochen und dann einzufrieren. Ist ja alles eine sehr begrenzte Zeit.

      Wenn du jetzt noch fit bist, warum kochst du nicht schon mal ein paar Dinge vor? Aufläufe, Lasagne, Gulasch, Rindsrouladen, etc., sind alles Dinge, die man wunderbar einfrieren kann. Beim hiesigen Metzger gibt's ne heiße Theke, in diversen Lokalen Aboessen, außerdem gibt's beim Metzger auch "Dosenfutter" - das aber selbst eingemacht wird und dementsprechend nicht verkehrt. Wie gesagt, man muss sich halt entscheiden, was grad wichtig ist.

      Das Pipi muss man wegwischen, klar. Das vollgeblutete Bett hätt ich gelassen und das Kind zu mir mitgenommen.

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