Baby zerstört die Beziehung

    • (1) 27.10.15 - 16:14
      Seifenblasen

      Hallo
      Wahrscheinlich bin ich hier falsch, dennoch möchte ich mein Problem aufschreiben und hilfreiche Ratschläge von Müttern die hier vorwiegend unterwegs sind erhalten. Meine Frau hat vor 3 Monaten ein Baby bekommen. Es war ein Wunschkind, von ihr zu hundert Prozent, ich wollte auch Familie haben, über den Zeitpunkt hatten wir Diskussionen, ich gab nach weil ihr Wunsch groß war. Leider bereue ich es inzwischen. Unsere Beziehung geht immer mehr den Bach runter. Ich merke ich bin nicht der geborene Vater, der wie meine Frau mit Leib und Seele darin aufgeht stundenlang dem Baby zuzusehen wie es auf der Decke liegt oder schläft. Ich kann mit ihr nichts anfangen. Sie schreit viel und ich merke langsam macht es mich aggressiv und ich möchte meine Ruhe. Bevor Vorwürfe kommen, mir ist klar Babys schreien. Aber so viel? Sobald ich Abends heim komme drückt sie mir das (oft am Abend schreiende) Baby in den Arm und sie spricht nicht mit mir. Nur über unsere Tochter. Was sie gemacht hat, was sie gegessen hat, wie sie gekackt hat, wie oft sie gespuckt hat, was in der Massage war. Ich laufe mit ihr eine halbe Stunde durch die Wohnung, sie hört nicht auf zu schreien, noch bevor ich dazu komme etwas zu essen.

      Ein anderes Thema kennt sie nicht mehr. Wenn ich sage ich möchte mich über etwas aus dem Job unterhalten, dann hört sie mit einem Ohr zu, oder vergisst es wieder oder vertröstet mich auf später. Nur später ist nie, da sie sobald die Tochter schläft auch ins Bett geht oder sich mit einem Buch zurück zieht und sagt sie ist fertig vom Tag und braucht Erholung. Ich komme mir vollkommen überflüssig vor. Es interessiert sie nichts was ich tue. Sie hat keinerlei Interesse mehr an Zeit als Paar, es scheint als existiert sie nur noch mit Baby auf dem Arm. In den letzten Wochen war ich nach der Arbeit öfter mit Arbeitskollegen unterwegs. Da ich normale Gespräche fühlen wollte, über Erwachsenen Dinge, nicht über Babysachen. Sie hat mich weder gefragt wie es war als ich heim kam, noch am nächsten Morgen. Merkt sie nicht wie wir uns entfernen? Ich erkenne sie nicht wieder. Von Sex brauchen wir nicht zu sprechen. Den gab es zuletzt in der Schwangerschaft, einmal, ich lebe wie ein Mönch.

      Eine Arbeitskollegin hat gefragt ob wir nicht nachdem die anderen nach Hause gegangen sind noch weiter ziehen möchten. Ich habe beim ersten Mal abgesagt, da ich ein schlechtes Gewissen meiner Frau gegenüber habe. Inzwischen hat sie noch einmal gefragt ob wir nicht zu zweit etwas nach der Arbeit unternehmen wollen. Und ich merke, dass ich es tatsächlich in Betracht ziehe. Weil mich zu Hause nichts erwartet worauf ich mich freuen kann. Eine desinteressierte Frau und ein schreiendes Baby. Manchmal habe ich keine Lust heim zu gehen. Hätte ich gewusst wie es wird, hätte ich mich nicht zu einem Kind überreden lassen. Leider merkt man erst wie es ist wenn es zu spät ist. Ich merke dass ich meiner Tochter die Schuld an der Situation gebe was völliger Blödsinn ist. Trotzdem habe ich es mir als Familie anders vorgestellt. Wir es jemals besser? Ist es normal? Oder ist es der Anfang vom Ende? Über Erfahrungsberichte von Müttern würde ich mich freuen. Wenn Väter hier unterwegs sind, dann wären Erfahrungsberichte der Männer noch hilfreicher. Wie man diese Phase übersteht.

      J.

      • Hallo,

        das Baby zerstört nicht eure Beziehung.

        IHR zerstört sie selber, weil ihr als Familie bzw. in euren Rollen bzw. Du in Deiner Rolle als Vater nicht angekommen bist.

        Das erste Jahr kann hast sein. Da muss man als Paar gut im Gespräch bleiben, sich gegenseitig unterstützen. Sich Paarzeiten nehmen (mit Hilfe von Eltern, Freunden, die als Babysitter einspringen?).

        Weiß Deine Frau, wie es Dir geht?

        Gruß
        hundkatze.maus

        • (3) 27.10.15 - 16:29

          Sie nimmt mich nicht ernst wenn ich ihr sage ich bin unzufrieden. Sie sagt das ist normal. Ist es das? Muss man ein Jahr durch die Hölle gehen? Es kann nicht sein, dass man lieber länger im Büro bleibt als nach Hause zu kommen. Doch es ist so. Es ist deutlich angenehmer 2 Stunden länger zu arbeiten als 2 Stunden ein schreiendes Baby auf dem Arm zu haben. Sie sagt sie hat das den ganzen Tag, wenn ich komme will sie abschalten. Wann schalte ich ab? Sie sagt Babysitter kann sie erst holen wenn sie abgestillt hat. Da sie ein Jahr stillen möchte, kann ich mir ausrechnen wie die kommenden Monate ablaufen werden.

      Hört sich für mich ganz normal an. Ein Kind zu bekommen, ist das Größte, was einem im Leben wiederfahren kann.

      Mir scheint, du hast nicht wirklich eine Bindung zu deinem Kind.

      Das Verhalten deiner Frau ist völlig normal. Das Kind IST nunmal zur Zeit das Wichtigste für sie und dann kommst du.

      Da ihr auch in der Schwangerschaft nur 1x Sex hattet liegts doch jetzt nicht am Kind. War euer Sexleben vor der Schwangerschaft denn ausgefüllt - und ich meine jetzt nicht den Sex um die Zeit des Eisprungs, wenn Frau es darauf anlegt schwanger zu werden.

      Rede mir ihr, das ist das Einzige was euch weiterbringt.

      Und schade, dass dir dein Kind nicht mehr gibt....

      • Das Verhalten deiner Frau ist völlig normal. Das Kind IST nunmal zur Zeit das Wichtigste für sie und dann kommst du.

        Ach du je - manchmal machen mir Geschlechtsgenossinnen Angst. Und ich bin froh, dass ich nach der Geburt unseres Kindes direkt weiter arbeiten musste. Klar freut man sich an dem kleinen und wie er wächst und gedeiht. Aber durch unsere gemeinsame Arbeit haben wir zum Glück auch noch andere Themen.

        Und ich finde es nicht normal, dass Frauen, kaum ist das Baby da, sofort alles andere vergessen und hinten anstellen.

        Und schade das Dir das Kind nicht mehr gibt ///

        Wie die Männer die mit zum shoppen genommen werden und von den Frauen hinter sich her gezogen werden, kreuzunglücklich aussehen und nicht begreifen, das die meisten darauf keine Lust haben.

        Männer sind Jäger. Verlieren ihre "Beute" an jemand anders (Baby) was sie rund um die Uhr ausgrenzen lässt. Null Sex, schlabberlock. Milchgetränkte Brüste. Absätze Ade. Schminke Ade. Schlaf von beiden Ade. Frau überfordert. Frau hat den ganzen Tag kuscheleinheiten. Mann wird auf gewisse Art ersetzt. Sie ist auf Kind programmiert und er lebt sein Leben weiter. Was soll daran funktionieren???

    Das Baby ist natürlich nicht schuld, aber ich denke, das weißt Du auch.

    Was soll ich sagen?
    Ich habe 3 Kinder und das ist relativ normal, was Du da beschreibst.
    Das Baby bestimmt im Moment euer Leben.
    Ihr müsst euch 100% nach dem Baby richten.
    Natürlich wird das mit der Zeit besser, aber es kann noch dauern.

    Deine Frau hatte die Kleine den ganzen Tag, logisch, dass sie Dir das Kind gibt, wenn Du nach Hause kommst.
    dass Du den ganzen Tag gearbeitet hast, vergisst sie bestimmt.
    Und es ist wahrscheinlich mit einem Baby von 3 Monaten anstrengender, als zur Arbeit zu gehen.
    Findet doch einen Kompromiss.
    Du kommst erst mal an, isst was und dann bist Du zuständig und sie kann sich zurück ziehen.
    Ein Bad nehmen, ein Buch lesen oder sonst was.

    Du sagst, zu Hause erwartet Dich nichts... das klingt hart. Es erwartet Dich deine Frau und dein Kind - auch wenn es schreit, finde ich es schade, dass Du Dich nicht freuen kannst.
    Ich finde es auch schade, dass Du Dich nicht darüber freuen kannst, wenn Du Dein Baby beim schlafen zusiehst oder wenn sie auf der Decke liegt.
    Man muss ja nicht darin aufgehen, aber man sollte sich doch darüber freuen, ein gesundes Baby zu haben.

    Ich kann Deine Frau verstehen, dass sie abends müde ist und zur Zeit kein anderes Thema hat als das Kind.
    So wie Du schreibst, kann ich mir nicht vorstellen, dass DICH das interessiert, was sie zu erzählen hat - über EUER Kind.
    Warum sollte sie sich dann für Deine Arbeit interessieren?

    Zu 90% stimme ich meine Vorschreiberinnen zu...aus Deinem Posting klingt nicht der glückliche Vater, der Stunde über Stunde sein Kind bestaunen kann und sich (selbstverständlich) in das neue Leben mit Baby einbringt.

    Zu 10% nicht. Man ist nicht nur Eltern, sondern auch Menschen, noch Mann und Frau. Das Baby sollte nicht das einzige Thema sein, was man hat.

    Ihr habt wohl noch viel Beziehungs- (und Elternarbeit) zu leisten. Redet miteinander. Findet Lösungen. Das beinhaltet natürlich, dass jeder auch bereit ist, auf den Anderen zuzugehen. Es beginnt damit, dass man hinnimmt, dass das Leben sich nun mal auf den Kopf gestellt hat. Darin muss man sich (auch emotional) zurechtfinden. Könntest Du nicht, wenn Du nach Hause kommst, Dein schreiendes Kind ein bisschen liebevoll beschäftigen, während Deine Frau Dein Essen warm macht? Dann Baby gemeinsam schlafklar machen? Bestimmt hat sie dann auch Lust, wenn Ruhe herrscht, mit Dir Zeit zu verbringen und auch mal andere Themen anzugehen. Oder einfach nur ein bisschen Nähe zu genießen.

    Ein Baby ist ein gemeinsames Projekt. Es kann ein paar noch mehr verbinden - oder auseinander bringen. Redet offen und ehrlich miteinander, was Eure Gefühle und Bedürfnisse sind. Gibt Euch Unterstützung, Loyalität und Liebe.

    Viel Glück!
    Sugar

    • (9) 27.10.15 - 17:39

      Ich beschäftige mich, ich rassele, ich laufe durch die Wohnung, es kommt mir vor wie eine Ewigkeit und nach 10 Minuten habe ich um ehrlich zu sein genug davon. Sie ist trotzdem unzufrieden, selten ist sie still und liegt da und gibt Ruhe. Schlafklar machen heisst ewig stillen, dann wird sie massiert, dann liegt sie neben ihr und hört 10 Mal die Spieluhr. Ich bin überflüssig. Was soll ich dabei stehen und zusehen? Und es ist selten, dass meine Frau hinterher noch einmal in Wohnzimmer zurück kehrt. Meist bleibt sie direkt im Schlafzimmer. Es erscheint mir als seien alle Gefühle für mich erloschen und auf das Baby über gegangen. Anders kann ich mir das Desinteresse nicht erklären.

      • Hallo erstmal ;-),

        was ich herauslese, ist, dass dich deine jetzige Situation stört und das ist gut, denn nur so kann sich was ändern.

        Ich bin Mutter von 2 Kindern (5 und 1 ,5 Jahre). Bei uns war es beim ersten Kind total super, beim zweiten schwieriger, da unsere Tochter am Anfang auch viel geschrien hat, was sich nach 2-3 Monaten gelegt hatte.

        Was spricht dagegen, wenn du dich einfach mit dazu legst, wenn dein Frau die kleine schlaffertig macht? Vielleicht merkt deine Frau auch einfach, dass du mit deinr Tochter noch nicht so viel anfangen kannst (was völlig normal ist!) und gönnt dir so etwas Ruhe.

        Klar hat sie Gefühle für's Baby, aber nur weil sich im Moment alles um den kleinen Wurm dreht, heißt das nicht, dass für dich keine Gefühle mehr übrig sind. Ich habe meinem Mann auch wenn er von der Arbeit nach Hause kam unsere Tochter in die Hand gedrückt. Auch ich war fertig vom Tag. Er konnte sie auch nie wirklich beruhigen, aber ich hatte mal ein ppar Minuten zum durchatmen. Versuch, deine Frau mehr zu unterstützen, nimm deine Tochter, ohne dass sie sie dir geben muss. Leg dich abends mit dazu, wenn die kleine schläft, könnt ihr etwas kuscheln. Deine Frau kann nach 10 min auch nicht sagen, sie ht jetzt keine Lust mehr das Baby durch die Wohnung zu tragen. Klar gehst du arbeiten, aber es ist auch deine Tochter! Die Nähe zwischen euch muss sich erstmal wieder einstellen. Sex gab es bei uns auch in der ersten Zeit nicht, mir war nicht danach. Aber es gibt ja auch andere Möglichkeiten.

        Ich wünche euch, dass ihr wieder zueinander findet #klee

        hiermal so als Ansatz, damit Du auch eine Beziehgung zu Deinem Kind aufbauesn kannst. Wie waer es, wenn ihr euch abwechselt mit dem zu Bett bringen, inklusive Vorbereitungen.

        Erzaehl mir jetzt nicht, dass Deine Partnerin das nicht zulaesst. Du musst darauf bestehen, denn es ist genauso Dein Kind.

        Normalerseise ist es gerade die zu Bett geh Routine, die ein Kind auch runterkommen laesst. Wenn es schlaeft schreit es nicht. Sollte also fuer Dich sehr gut sein.
        Und das Beste: Die Mama kann sich ausruhen und ist im Wohnzimmer, wenn Du sicher irgendwann aus dem Schlafzimmer rauskommst.

        Ansonsten klingt eure Situation hoechst normal. Lass Dich nicht einlullen, von Deiner Kollegin, Du hast jetzt Familie und damit mehr Verantwortung...

        Das wie sich Deine Frau verhaelt ist uebrigens von der Evolution so eingerichtet. Menschenkinder kommen unfertig zur Welt und wuerden sterben, wenn sich Mama nicht bedingungslos so ziemlich das ganze erste Jahr kuemmert.
        Da ist der Vater tatsaechlich erstmal eine Stufe runter in der Hierarchie und das ist gut so. Deal with it!

        Wenn Du manchmal laenger auf der Arbeit bleiben willst, dann tu das. Nimm Dir einmal die Woche die Freiheit...
        ABER...
        Gesteh das Deiner Partnerin auch zu, indem Du Dich mal komplett kuemmerst...

Bist ja ein richtig super Vater.

Redet doch mal in ruhe, fordere sie auf dass sie dir zuhört wenn das kind schläft!

Findet einen Kompromiss. Wenn du nach hause kommst, isst du erst was in ruhe und dann nimmst du dein kind! Wieso läufst du 30 min durch die Bude mit schreienden Baby? WO ist da ihre Entspannung? Pack das kind in den Kinderwagen und geh raus, da schreit es sicher auch nicht? Gib den Baby die Flasche (deine Frau kann ja abpumpen) euer kind ist gerade mal 3 Monate. Ich finde es wahnsinnig traurig das du keinen freudigen Grund siehst nach hause zu kommen und nichts! Mit deinem kind anfangen kannst, stattdessen denkst du nach dich mit einer anderen Frau zu treffen und deine Familie aufs Spiel zu setzen. Mit einem mann wie dir würde ich nicht bett und tisch teilen wollen!

Denk mal über dich und dein Leben nach.

  • (13) 27.10.15 - 17:34

    Ich denke über mein Leben nach. Sehr oft. Es ist nicht das Leben wie ich es mir mit Kind vorgestellt habe. Wenn sie schläft, dann hör ich nur Gejammer wie anstrengend alles ist, wie müde sie ist oder ähnliches. Dabei wollte sie unbedingt sofort ein Kind. Anstatt auch ein anderes Thema zu besprechen wenn endlich Ruhe herrscht. Worauf soll ich mich freuen? Auf einen weiteren Abend mit Babygeschrei oder einer Frau die um 20 Uhr mit Baby im Schlafzimmer verschwindet? Nicht wirklich verlockend.

    • Worauf du dich freuen sollst? Auf deine Familie! Egal wie anstrengend und kräftezerrend es gerade ist. Es ist deine Familie, die Menschen die du am meissten lieben solltest und zu denen man IMMER gerne zurück kehrt. Da du dies in keinster Weise tust und alles nur als Belastung empfindest, empfehle ich dir die Trennung. Ich glaube du bist keine Bereicherung für die Familie. Alles Gute

      Du hast aber echt ganz schön überzogene Vorstellungen!

      Und das denke ich, obwohl ich das Verhalten deiner Frau nur bedingt als normal empfinde...

      Fakt ist: ein Baby wirft alles um. Man muss sich komplett umstellen und neu definieren. Als Mann/Frau, Partner und eben als Eltern. Und das braucht Zeit! Warum atmest du nicht mal tief durch, entspannst dich und - findest dich damit ab?

      Nein, damit meine ich nicht, dass du kapitulieren sollst, entspann dich einfach bloß und vertrau' darauf, das alles Neue ein bisschen Zeit braucht.

      Das würde eure ganze Situation entstressen, denke ich. Entspannte Eltern haben (eher) entspannte Kinder! ;-)

      Voraussetzung ist da natürlich, dass dir an "an einem Strang ziehen" und an "in guten wie in schlechten Zeiten" überhaupt noch gelegen ist.

      Aber mal ehrlich:

      Euer Baby ist gerade mal 3 Monate alt! Und du denkst jetzt schon dran eventuell 'ne andere Frau zu vögeln?! Gut, hast du nicht geschrieben, stimmt. Aber bitte! Darauf liefe es doch wahrscheinlich hinaus, oder?

      Nach nur drei Monaten nicht mehr die Nummer 1 sein...tz! Du wärst mir zu...hmmm...zu wenig ganzer Kerl. Dich muss man ja anscheinend ganz schön bauchpinseln, damit du die Treue hältst. (Nicht nur "so" gemeint, sondern allgemein.) Attraktiv macht dich das nicht gerade.
      Da tut mir deine Frau leid, was sie sich da für einen "Mann" ans Bein gebunden hat.

      Aber! Aber ich kann dich natürlich auch ein Stück weit verstehen... Ich war bei unserer ersten Tochter ganz wie deine Frau oder zumindest ähnlich. Die ersten 10 Wochen saß ich nur rum. Unsere Tochter war nur ruhig, wenn sie auf mir schlafen/liegen konnte. Und ich war so geplättet von den Erfahrungen, dem Kaiserschnitt, dem Baby, dem Stillen und dem Schlafentzug, dazu noch die Hormone! Ich war nicht mehr ich selbst.

      Und es hat bestimmt 6 Monate gedauert, bis ich mich ANSATZWEISE wieder wie ICH gefühlt habe. Also das ganze Paket Frau/Partnerin/Mutter.

      Aber ich war immernoch eher Mama. "Muttertier" sage ich heute immer. Zuerst kam das Baby. Irgendwie habe ich halt funktioniert. Für das Baby. Und dann kam lange nichts. Und dann irgendwann mal mein Mann. Wenn überhaupt. :-/
      Heute weiß ich, dass das nicht SO normal ist, wie alle immer tun. Es ist okay für den Anfang und es sichert wohl auch einfach das Überleben des Kindes. Dieser Muttertier-Modus. Deswegen reden alle immer vom schlimmen ersten Jahr... Und deswegen ist es auch enorm wichtig, dass sich der Mann bisschen zurück nehmen kann. Die Frau kann (zum Glück fürs Kind) i.d.R. eh nicht anders, als sich enorm zurück nehmen. Das regeln ja Hormone etc.

      Was ich sagen will: ich hatte zum Glück meinen Mann. Der hatte sich schon die größten Horrorvorstellungen in der Schwangerschaft gemacht, war ergo vorbereitet und stand mir dann einfach zur Seite. Fast ganz ohne Murren und Knurren! :D

      Das er mich in den ersten Monaten so unterstützt hat, trotz Vollzeitjob und eigenen Bedürfnissen, mich so geliebt hat, obwohl ich kaum wiederzuerkennen war... Es war anstrengend und oft schwierig für ihn (für uns), aber wir waren immer (okay, meistens, haha!) im Dialog und er hat sich da durchgebissen. Dafür bin ich ihm unglaublich dankbar und so haben wir uns nicht voneinander entfernt, sondern erst so richtig gefunden.

      Und es hat dazu geführt, dass ich mich diesesmal - unsere zweite Tochter ist gerade 3,5 Monate alt - mehr um uns kümmere. Ich bemühe mich bewusst darum! Ich gehe zwar auch meistens gleich mit der Kleinen ins Bett, aber manchmal eben auch nicht. Ich schminke mich, Schlabberlook gab es fast gar nicht und ich rede mit ihm, nehme teil an seinem (Job-)Leben. Ich bin DA. Aber er eben auch. WIR stehen an erster Stelle.
      Das haben wir gemeinsam gelernt in den letzten 6 Jahren mit unserer ersten Tochter. WIR kommen zuerst. War nicht immer einfach, aber deswegen habe ich jetzt trotz Minibaby die Kraft das zu hüten und pflegen.

      Wäre mein Mann nicht so gewesen, wie er war, sondern eher so in deine Richtung, hätte mir das sicher nur eins gezeigt: Männer sind selbstbezogene, große "Schönwetter"-Kinder auf die kein Verlass ist. Und darauf kann frau gut verzichten. Erstrecht im Muttertiergluckenmodus.

      Also: am Riemen reißen und deiner Frau die Chance geben, wieder sie selbst zu werden, bevor du dir ne andere Trulla anlachst.
      Das kannst du nämlich immernoch, falls deine Frau sich doch ganz für's Mamadasein entscheidet. Aber nach drei popligen Monaten ist da noch alles offen!

      Und Babys werden auch erst MIT der ZEIT viel interessanter und liebenswürdiger (weil interessanter und interessierter), wenn man nicht diese Ladung Bindungshormone abkriegt. Nähe ist Bindung ist Liebe. Also beschäftige dich mit diesem süßen Würmchen. Der Rest kommt. Ganz bestimmt!

      (Sorry, kurz fassen ist nicht so meins.) ;-)

      Alles Gute!

    Um Himmels Willen,

    hast Du bisher in einer Seifenblase gelebt? Werde endlich erwachsen. So wie sich Deine Frau benimmt klingt das doch total normal und logisch. Das nennt man Mutterinstinkt.

    Es wäre für Deine Frau wirlklich einfacher wenn Du einfach mal den Part des ERWACHSENEN Vaters übernehmen würdest. Meine Fresse so ein Kind wird auch groß.

    Du klingst ja gerade so als hätte Dir jemand Deinen Lolli geklaut.

    Übrigens ist es in der Tat gerade total unwichtig wie es für Dich auf Arbeit war......man man man.

    Deine Tochter merkt das übrigens, sei Dir sicher. Das ist echt traurig. Ihr habt das Kind beide bekommen, ansonsten hättest Du wohl besser verhütet, aber da hat sich wohl auch Deine Frau gekümmert. :-[

(18) 27.10.15 - 17:06

Hallo.

Zeit endlich erwachsen zu werden!

LG

  • (19) 27.10.15 - 17:51

    Was meinst du damit? Ist es erwachsen sich als Paar zu vernachlässigen und nur noch mit Baby auf dem Arm zu existieren? Vielleicht gibt es Männer denen es Freude bereitet sobald sie zur Türe herein kommen ein unzufriedenes Kind in die Hand gedrückt zu bekommen und den weiteren Abend als Bespaßer zu funktionieren. Bei mir ist dies nicht der Fall. Mein Leben besteht aus mehr und ich möchte nicht in den nächsten Monaten nur über Stuhlgang, Koliken und Babymassage mit meiner Frau sprechen.

    • (20) 27.10.15 - 18:03

      Ich, ich, ich ...

      ... hast Du auch noch eine andere Schallplatte auf Lager?

      Wie wäre es, wenn Du Deine Bedürfnisse mal ein bisschen hinten anstellst und eine Bindung zu Deiner Tochter aufbaust ...

      ... mach Samstagmorgen mit ihr Babyschwimmen, leg Deine Arbeitszeiten so, dass Du 1x die Woche Spätnachmittags mit ihr zum Pekip oder Delphi gehen kannst, geh mit ihr zur Babymassage ... oder einfach mit ihr eine Runde um den Block, wenn Du nach Hause kommst ... sei ein Vater!!!

      Und wenn sich alles insgesamt einpendelt und Du zudem Deiner Frau Freiräume schaffst und sie sieht, dass Du Dich wirklich für das Kind und die Familie interessierst, wird der Rest auch wieder besser laufen und Ihr Euch als Familie einspielen ...

      ... so lange Du Dich aber wie ein bockiger 3-Jähriger an der Supermarktkasse aufführst, ist es kein Wunder, dass Du Daheim nicht ernst genommen wirst.

    Hallo,

    da Du in schwarz schreibst vermute ich einen Fake.

    Ansonsten kannst Du dir sicher sein, dass Kinder wachsen und sich verändern. Wir hatten als erste Kinder Zwillinge und mein Mann musste auch direkt ein Kind übernehmen, wenn er abends nach Hause kam. Und natürlich ist ein Tag zuhause mit kleinen Kindern anstrengend (1.Jahr).

    Geh mit Deiner Arbeitskollegin fremd, zahl Deiner Frau Unterhalt und trenn Dich. Anscheinend liebst Du weder Deine Frau, noch Dein Kind.

    Liebe Grüße Andrea

    Meine Güte, das Kind ist 3 Monate alt - nicht 3 Jahre!!!
    Du beschreibst es, als würde das schon jahrelang so gehen...

    Bleib Du doch mal 3 Tage mit Baby zu Hause. Ich wette, Du kommst auch nicht mehr aus dem Schlafzimmer raus.

    Ihr könntet die Kleine in den Wagen legen und zusammen spazieren gehen.
    Da schläft sie bestimmt und ihr könnt euch unterhalten...oder was essen gehen.

Mensch sind hier wieder Damen unterwegs #augen

Hi J.!

Ich bin zwar auch ne Frau, dann noch von der Fraktion "Langzeitstillen, Familienbett, Tragetuch" mit "vorzeige" Papa - trotzdem kann ich Deine Not verstehen.

Als Mann ist dauert es oft etwas länger in die Papa-Rolle zu schlüpfen, denn Euch ist das Kind nicht so vertraut gleich ab Geburt wie der Mama. Wenn es dann noch so läuft wie bei Euch, wirds natürlich nicht einfacher.

Erstmal würde ich raus finden ob das Kind ungewöhnlich viel schreit oder Du es nur so empfindest.

Schreit es zuviel, müßt Ihr den Grund finden bzw. Maßnahmen ergreifen. Wie die aussehen ist aber ein anderes Thema.
Schreit es normal viel, dann mußt Du zusammen mit Deiner Frau einen Weg finden den Abend und die weitere gemeinsame Zeit gut zu gestalten. Ein gesundes Kind sollte in der Regel zur Ruhe kommen wenn man es in den Kinderwagen packt, ins Tragetuch oder sich mit ihm hin legt. Da ginge dann der Deal mit Deiner Frau, Du kannst in Ruhe essen, sie sitzt dabei (und stillt damit Ruhe ist?), danach übernimmst Du und legst Dich mit dem Kind hin o.ä. Man kann auch essen wenn das Kind im TT steckt!

Deine Frau bekommt feste Zeiten in der Woche, die sie zur Entspannung nutzen kann. Dafür legt sie aber auch mal ne andere Platte auf und geht mit Dir vor die Tür.

NEIN, eine Mutter will nicht automatisch nur über das Kind reden. Klar, bei urbia sind einige Mütter mit ihrem Kind eine Einheit und lernen zusammen, schreiben zusammen den Aufsatz, machen zusammen in die Windel..... Aber das muß man nicht ertragen!

Wir haben echt anspruchsvolle Kinder, trotzdem sind wir sehr viel raus. Dafür braucht man keinen Babysitter (dafür ist das Kind noch sehr klein), die Kinder schlafen auch im Kinderwagen wenn man im Restaurant sitzt. Museum ist mit TT drin oder einfach spazieren gehen.

Gibts bei Euch nen Vätercafe o.ä. von der Stadt (oder sozialem Träger) organisiert? Das würde Dir vermutlich gut tun. Oder schau mal bei profamilia, ob Du da nen Ansprechpartner findest. Die ertragen dann auch Dein Gejammer ;-)

Wichtig: sprich mit Deiner Frau! Rüttel sie mal wach, dass es bei Euch grad besch.... läuft und was passieren muß. Ein Baby ist ne Belastungsprobe, aber die kann eine (vorher intakte!) Familie gut bewältigen.

Und hör auf Dich ins Büro oder zu Kollegen zu flüchten, das machts nicht besser.

Viel Erfolg,
Hermiene

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