Down-Stimmung meines Mannes - ich ertrage es nicht mehr

Hallo zusammen,

ich habe hier seit mehreren Monaten einen Mann an meiner Seite, der offensichtlich immer tiefer in eine Depri-Phase fällt.
Ich kann es kaum mehr aushalten, seine Stimmung: zu nichts Lust, keinerlei Antrieb oder Elan und auch für die Kinder (17+19) ist es, wie sie selber sagen, teilweise unerträglich. Sie flüchten dann eben zu Freunden.

Ich weiß nicht mehr weiter. Er hat nun versucht, einen Termin bei einem Psycho-Therapeuten zu bekommen, was jedoch nicht klappt, da dieser keine neuen Patienten mehr annimmt. Bis er da i-wo einen Termin bekommt, werden ohnehin mehrere Monate verstreichen. Aber momentan bemüht er sich auch gar nicht um einen anderen Termin, da ihm dieser eine Therapeut empfohlen wurde, er will nicht zu "irgendeinen".

Er geht zwar weiterhin in seine Arbeit, aber zuhause ist absolute "Down-Stimmung", was uns alle nach unten zieht. Lachen gibts hier nicht mehr.

Ich bin ratlos.

LG:-(

Er soll unbedingt beim HA ein großes Blut-und Hormonbild machen lassen.
Ein Bekannter hatte identische Symptome, der hatte einen extremen Vitamin B..Mangel und ein Hormon wurde nicht mehr ausreichend gebildet...

Hallo!

Zuallererst sollte er zum Hausarzt gehen.

Es gibt viele Körperliche Krankheiten die ganz ähnliche Symptome haben - von einer Schilddrüsenunterfunktion bis zu unentdecktem Diabetes. Daher sollte das zuallererst getestet werden.

Wenn der Hausarzt körperliche Ursachen dann ausschließen soll, dann kann die Hausarztpraxis bei einem Facharzt direkt einen Termin für Deinen Mann ausmachen, das geht wesentlich schneller. Bitte kein Psychotherapeut der nur redet, sondern ein ARZT der ihm auch Medikamente verschreiben kann. Eine massive Depression vergeht niht vom gut zureden, sondern liegt an einem gewaltigen chemischen Ungleichgewicht im Gehirn das man mit Medikamenten wieder ausgleichen muss.

Bei einer MASSIVEN Depression würde er kaum mehr der Arbeit nachgehen:
"Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (Der Patient bedarf ständiger Betreuung. Eine Klinik-Behandlung wird notwendig, wenn das nicht gewährleistet ist)."

Quelle: http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-who/kodesuche/onlinefassungen/htmlamtl2013/block-f30-f39.htm

Ansonsten stimme ich dir zu.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Oder Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

Dein Mann hat bemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Das ist schon mal wirklich gut. Die Idee mit dem Hausarzt ist sicher sehr gut. Dann helfen z.B. pflanzliche Anitdepressiva auf Johanniskraut-Basis erwiesenermaßen sehr gut. Außerdem natürlich Sonne, Sonne, Sonne, dazu Sauerstoff. Vielleicht könnt ihr täglich bei Tageslicht einen langen Spaziergang gemeinsam machen? Habt ihr einen Kachelofen? Dann überlegt, ob ihr irgendwo selbst Holzmachen könnt. Die frische Luft, die körperliche Arbeit, ... da wird man psychisch gesund!

Hi,

danke.

Tja - wir haben einen Kachelofen und haben auch selbst das Holz dazu, das jedoch in diesem Jahr noch lange nicht für den Winter soweit an Ort und Stelle gebracht ist, wie es sein sollte, bzw. wie es in den vergangenen Jahren war. Normalerweise läuft die Waldarbeit bei uns so ab: Im Winter Holz machen, im Frühjahr die Stämme dann spalten und im Sommer bzw. Herbst Holz von Vorjahren zurechtschneiden und einlagern für den Winterverbrauch.
Die Arbeit "Spalten" wurde dieses Jahr noch gar nicht gemacht, eingelagert haben wir innerhalb der letzten zwei Monate einen Teil, der uns aber nicht über den Winter reichen wird, da wir meine Schwiegermutter diesbezüglich auch mitversorgen, fällt da schon was an. Und er hat absolut keinen Elan, da mal einen Samstag "durchzuziehen"... ich helfe ihm dabei, aber momentan machen wir eben immer nur stundenweise. Nächste Woche hat nun unser Großer ein paar Tage Urlaub, der würde da auch mithelfen...!

Hallo!
Tschuldigung, ABER Du emfiehlst hier Johanneskraut und Sonne, Sonne, Sonne.
Ich möchte jetzt gar nichts zu Johanneskraut weiter sagen, Aber Johanneskraut und Sonne kann ganz fiese Nebenwirkungen geben, also bitte nicht zusammen empfehlen.

Lg Sportskanone

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Du erwartet von jemandem, der keinen Antrieb, keinen Elan hat und wohl depressiv ist, dass er sich um einen anderen Therapeuten bemüht?

Das wäre so, als würdest du von einem Nichtschwimmer erwarten, dass er in den Pool springt und schwimmt.

Ich war selbst auch mal nach einem Todesfall schwer depressiv und habe selbst die normalsten Sachen der Welt nicht mehr hinbekommen. Auf Arbeit habe ich nur noch irgendwie funktioniert. Daheim ging nichts mehr, weil dann die Kraft fehlte. Für Außenstehende ist das nur schwer nachvollziehbar, aber jede Aufgabe ist in dem Zustand ein unüberbrückbares Hindernis.

Was ihm helfen würde, wäre eure Unterstützung!!!!

Das hat auch mir damals geholfen bevor ich mit einer Therapie anfing. Geh mit ihm zum Arzt und lass ihn dort durchchecken. Wenn es nichts Körperliches ist, dann kümmere du dich doch um einen Termin bei einem Therapeuten und bringe ihn ruhig zum 1. Termin hin.

Alles Gute für deinen Mann!

Hallo,

ich werde nochmal mit ihm sprechen und versuchen, ihn von einem Besuch beim Hausarzt zu überzeugen. Irgendwie müssen wir einen Anfang finden, damit hier was in die Gänge kommt.

Hi,

Ich selbst hatte vor einigen Jahren auch schwere Depressionen und ich habe mich bis zuletzt auch noch zur Arbeit geschleppt. Zuhause konnte ich aber auch nichts mehr tun.
Nach meinem suizid versuch habe ich mich dann an meinen HA gewendet. Dieser hat mich in eine Klinik eingewiesen. Dies war der Grundstein. Hinzu kamen dann noch Medikamente tagesklinik ein weiterer suizid versuch und eine Therapeuten und eine Reha. Seit 2 Jahren und der Reha bin ich stabil weil ich endlich meine richtige Diagnose und die dafür benötigte medikation habe. Mein mann der ebenfalls 24 Jahre alt ist war IMMER an meiner Seite. Hat mich überall hin begleitet..
Nim deinen Mann bei der Hand er braucht dich..