Down-Stimmung meines Mannes - ich ertrage es nicht mehr

    • (1) 01.11.15 - 19:17
      kann-nimmer

      Hallo zusammen,

      ich habe hier seit mehreren Monaten einen Mann an meiner Seite, der offensichtlich immer tiefer in eine Depri-Phase fällt.
      Ich kann es kaum mehr aushalten, seine Stimmung: zu nichts Lust, keinerlei Antrieb oder Elan und auch für die Kinder (17+19) ist es, wie sie selber sagen, teilweise unerträglich. Sie flüchten dann eben zu Freunden.

      Ich weiß nicht mehr weiter. Er hat nun versucht, einen Termin bei einem Psycho-Therapeuten zu bekommen, was jedoch nicht klappt, da dieser keine neuen Patienten mehr annimmt. Bis er da i-wo einen Termin bekommt, werden ohnehin mehrere Monate verstreichen. Aber momentan bemüht er sich auch gar nicht um einen anderen Termin, da ihm dieser eine Therapeut empfohlen wurde, er will nicht zu "irgendeinen".

      Er geht zwar weiterhin in seine Arbeit, aber zuhause ist absolute "Down-Stimmung", was uns alle nach unten zieht. Lachen gibts hier nicht mehr.

      Ich bin ratlos.

      LG:-(

      • Er soll unbedingt beim HA ein großes Blut-und Hormonbild machen lassen.
        Ein Bekannter hatte identische Symptome, der hatte einen extremen Vitamin B..Mangel und ein Hormon wurde nicht mehr ausreichend gebildet...

        Hallo!

        Zuallererst sollte er zum Hausarzt gehen.

        Es gibt viele Körperliche Krankheiten die ganz ähnliche Symptome haben - von einer Schilddrüsenunterfunktion bis zu unentdecktem Diabetes. Daher sollte das zuallererst getestet werden.

        Wenn der Hausarzt körperliche Ursachen dann ausschließen soll, dann kann die Hausarztpraxis bei einem Facharzt direkt einen Termin für Deinen Mann ausmachen, das geht wesentlich schneller. Bitte kein Psychotherapeut der nur redet, sondern ein ARZT der ihm auch Medikamente verschreiben kann. Eine massive Depression vergeht niht vom gut zureden, sondern liegt an einem gewaltigen chemischen Ungleichgewicht im Gehirn das man mit Medikamenten wieder ausgleichen muss.

      Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Oder Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

      Dein Mann hat bemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Das ist schon mal wirklich gut. Die Idee mit dem Hausarzt ist sicher sehr gut. Dann helfen z.B. pflanzliche Anitdepressiva auf Johanniskraut-Basis erwiesenermaßen sehr gut. Außerdem natürlich Sonne, Sonne, Sonne, dazu Sauerstoff. Vielleicht könnt ihr täglich bei Tageslicht einen langen Spaziergang gemeinsam machen? Habt ihr einen Kachelofen? Dann überlegt, ob ihr irgendwo selbst Holzmachen könnt. Die frische Luft, die körperliche Arbeit, ... da wird man psychisch gesund!

      • (6) 02.11.15 - 14:17

        Hi,

        danke.

        Tja - wir haben einen Kachelofen und haben auch selbst das Holz dazu, das jedoch in diesem Jahr noch lange nicht für den Winter soweit an Ort und Stelle gebracht ist, wie es sein sollte, bzw. wie es in den vergangenen Jahren war. Normalerweise läuft die Waldarbeit bei uns so ab: Im Winter Holz machen, im Frühjahr die Stämme dann spalten und im Sommer bzw. Herbst Holz von Vorjahren zurechtschneiden und einlagern für den Winterverbrauch.
        Die Arbeit "Spalten" wurde dieses Jahr noch gar nicht gemacht, eingelagert haben wir innerhalb der letzten zwei Monate einen Teil, der uns aber nicht über den Winter reichen wird, da wir meine Schwiegermutter diesbezüglich auch mitversorgen, fällt da schon was an. Und er hat absolut keinen Elan, da mal einen Samstag "durchzuziehen"... ich helfe ihm dabei, aber momentan machen wir eben immer nur stundenweise. Nächste Woche hat nun unser Großer ein paar Tage Urlaub, der würde da auch mithelfen...!

        • Fangt mal klein an. Dein Mann möchte doch was ändern, sonst hätte er sich nicht um einen Therapeuten bemüht, oder? Vielleicht könnt ihr beide gemeinsam täglich eine halbe Stunde für einen Spaziergang frei machen? Fest im Terminplan und dann einfach mal gemeinsam gehen. Nicht mehr, nicht weniger. Und wenns nicht viel bringt, so haben die Kinder wenigstens Ruhe von dem Dauergenörgel ;-).

          Ok, das mit dem Holzmachen, nun ja, das Spalten ist dann halt die doofe Arbeit, das seh ich ein, zumal wenns für mehrere Haushalte ist (ist bei uns ähnlich). Geht gemeinsam raus und macht eine Abmachung: Ja, er kann sich hinsetzen, wenns ihm körperlich zu viel wird (ist ja auch anstrengend), aber er geht nicht rein, sondern setzt sich kurz hin, trinkt nen Schluck (Thermoskanne oder Limoflasche mit raus nehmen) und dann macht er wieder mit. Vielleicht könnt ihr auch einen Holzspalter ausleihen? Damit machts mehr Spaß und ist nicht so anstrengend.

          Ich wollte dir übrigens nicht zu nahe treten und die Krankheit nicht verharmlosen - interessanterweise hast du es auch nicht so aufgefasst, nur die anderen. Ich selber habe durchaus auch Erfahrung mit psychisch sehr belastenden Phasen. Ich bin so ein Mensch, den ein fester Tagesablauf, körperliche Arbeit, etc. da trägt. Und wenn ich mir anschau, wie meine Großtanten und Omas Krieg, Vertreibung, Verschleppung nach Russland (als 17jähriges Mädchen, möchte gar nicht wissen, was denen da passiert ist #zitter), etc. verwunden haben und wie heutige Traumapatienten therapiert werden und dennoch danach vor den Trümmern stehen, dann denk ich manchmal, dass Therapie vielleicht doch etwas überbewertet ist. Wie gesagt, ich möchte es nicht verharmlosen und es gibt sicher ganz tolle Therapeuten und Menschen, denen Therapien unglaublich viel bringen. Aber es ist m.E. nicht der einzige Weg. Und da ihr nun - wie du ja schon schreibst - eh lange auf einen Termin warten müsst, d.h. die Option erstmal ausscheidet, war das halt ein Versuch meinerseits, euch Tipps zu geben. Aber du hast es wahrscheinlich eh nicht falsch verstanden, nur der Rest mal wieder.

          • (8) 03.11.15 - 13:00

            Hi

            nein, ich habe dich nicht falsch verstanden. Ich bin schon auch jemand, der es erst mal mit: das wird schon wieder, solche Phasen hat jeder Mal, gönn dir einfach mal Zeit für dich, mach was Schönes etc. versucht. Ich kenn von mir selber auch durchaus Phasen vergangener Zeit, wo ich "depressive" Tiefs hatte und kann auch sagen, daß die Bewegung an frischer Luft (mit körperlichem Auspowern) durchaus hilfreich und wichtig ist. Mir selber geht es so, daß ich regelmäßig walken gehe und seit ich dies mache, solche Tiefs nicht mehr kenne oder nur dann bemerke, wenn ich mehrwöchige Pause damit mache. Ich find schon auch, daß gewisse Tagesaufgaben einfach nötig und hilfreich sind um nicht in ein "Loch" zu fallen nach dem Motto: Ich hab zu nix Lust, also mach ich auch nichts und dann in diesen "Teufelskreis" zu kommen.

            Aber bei meinem Mann kannte ich diese Phase bis vor 2 Jahren überhaupt nicht. Er ist sehr sportlich. Momentan so sagt er, hat er nicht mal die Kraft zum joggen. Das machte er sonst oft, da hat er sich mindestens einmal die Woche die Zeit dafür genommen. Nun ist er seit 12 Wochen !!! keinen Meter gejoggt - für mich wäre das kein Problem, aber er hat wohl offensichtlich absolut keine Kraft dazu. Außerdem ist mein Mann vom Typ her eher so, daß er sich den anstrengenden Verantwortungen in seinem Leben nicht so gerne stellt. Er ist eher konfliktscheu und und sitzt Probleme eher aus, als sich ihnen frontal zu stellen. Hier in der FAmilie ist nun in diesen vergangen Monaten etwas passiert, dem man sich "stellen muß", wo es mit wegschauen und abwarten nicht getan ist. Ich kann derzeit auch gar nicht sagen, ob es zu dieser Situation gekommen ist, weil er sich den unangenehmen "Forderungen des Lebens" nicht stellt oder ob er nun derartig down ist, weil er nun merkt, daß er mehr Verantwortung übernehmen muß. Darum wäre es für ihn wohl wirklich wichtig und hilfreich sich in Therapie zu begeben.

            LG

      Hallo!
      Tschuldigung, ABER Du emfiehlst hier Johanneskraut und Sonne, Sonne, Sonne.
      Ich möchte jetzt gar nichts zu Johanneskraut weiter sagen, Aber Johanneskraut und Sonne kann ganz fiese Nebenwirkungen geben, also bitte nicht zusammen empfehlen.

      Lg Sportskanone

      (10) 02.11.15 - 19:46

      >>>Die frische Luft, die körperliche Arbeit, ... da wird man psychisch gesund!<<<

      Was für ein Schwachsinn!

      Bewegung an frischer Luft und körperliche Betätigung können der Stimmungsaufhellung dienen und sind ganz bestimmt gute Begleiter bei einer Depression, aber das heilt keine psychische Krankheit.
      Fehlt nur noch der Hinweis: Reiß dich mal zusammen, dann geht es dir auch besser...

      Hast du schon mal im Wald gearbeitet? Nein, oder? Wenn man bei eisiger Kälte, optimalerweise noch bei Schnee draußen im Wald in absoluter Ruhe körperlich arbeitet, dann macht sich eine Wärme und eine Zufriedenheit breit, das kannst du nicht glauben.

      Übrigens, der Mann geht ja offenbar noch arbeiten und ist ja "nur" ständig down gestimmt. Das ist ja noch keine Depression im Endstadium. Natürlich kann man therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, aber Frischluft, Sonne, Sauerstoff, das wirkt Wunder. Oft macht schon die erhöhte Vit-D-Produktion viel wacher und fitter. Und die Nebenwirkungen von Waldspaziergängen sind doch relativ gering - probieren kann da m.E. nicht schaden. Oder bist du gegenteiliger Meinung?

      • wenn man depressiv ist ist einem der wald kackegal. deine hausmittelchen sind vllt geeignet, sich wieder zu erden, wenn man bissl schlecht drauf ist, aber ganz sicher nicht bei einer depression.
        sieh es bitte ein: du bist nicht kompetent, zu jedem thema sinnvolles sagen zu können, auch wenn du es immer und immer wieder-meist mit entsprechender resonanz-versuchst. schuster bleib bei deinen leisten.
        v

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