mein mann schreit zu viel.. kinder schaden.. trennung. pädagogen hier?

    • (1) 07.11.15 - 10:43
      bisschen viel auf einmal

      hallo,

      ich spiele schon länger mit dem gedanken meinen mann zu verlassen, er ist choleriker, es ist etwas besser geworden aber.....

      wenn er wütend wird, dann richtig und auch nicht fair. beispiel. gestern ging das sofa kaputt. ja, die kinder benutzen das sofa auch mal als tobewiese.. jedenfalls ist ein teil abgegangen, was aber repariert werden kann.

      er war 5 min. zu hause. alles gut, dann bekommen die kinder einen riesenanschiss und die ansage, ich will euch nicht mehr sehen. ok, es war zu bett gehens zeit.

      als ich den größeren runterbrachte (er macht probleme lieber mit sich selbst aus) sah ich schon, wie die tränen in seinen augen standen. ich versuchte mit ihm zu reden, aber kinder können sich ja häufig nicht so ausdrücken oder ihre sorge einordnen... jedenfalls habe ich gefragt, ob er jetzt weint weil er ein schlechtes gewissen hat oder weil er angst hat vor seinem vater. er meinte beides. das war nicht das erste mal, dass mein sohn weinend ins bett ging. er hängt natürlich sehr an seinem vater, aber das trifft ihn jedesmal sehr. ich habe gesagt, er solle bitte immer bescheid sagen, wenn ihn etwas bedrückt, habe aus meiner kindheit erzählt und meiner abneigung gegen meinen stiefvater, ich habe gesagt, er kann, muss aber nicht mit mir reden, er kann auch die oma anrufen oder zu wem er eben vertrauen hat. ich habe ihm gesagt, dass ich das verhalten seines vaters in dieser hinsicht nicht gutheiße und nicht möchte, dass er es wegdrückt, man kann nur was machen wenn er seine sorgen und ängste mitteilt.

      ich habe ihm auch gesagt, dass ich immer hinter ihm stehen würde. und dass er ehrlih sein soll. denn wenn der schaden erstmal da ist... daraufhin meinte er "wecher schaden".. tja, muss ja nicht, kann aber. gerade bei so verschlossenen kindern, oder? ich wollte jetzt einfach nochmal mit ihm reden. er ist 10 aber man möchte den kindern ja auch nicht so viel zumuten, indem man zu sehr ins detail geht oder beispiele nennt..

      wie würdet ihr in dieser situation ein gespräch beginnen, wie kann ich herausfinden ob mein sohn fähig ist, es zum einen ohr rein und zum anderen raus zu lassen oder ich eben doch etwas anders machen muss.

      ich sage meinem mann ständig dass das so nciht gut ist, er bemüht sich und es ist längst nciht mehr so häufig. dennoch höre ich von den kindern häufig. der papa schimpft jeden tag, schreit..... nun ist es aber auch so, dass mein sohn schonmal sagt, "ich bin froh dass du meine mutter bist und nciht xy die ist so streng." streng muss man ja auch manchmal sein.

      ich selbst hatte einen stiefvater, der auch nicht gerade super war in erziehungsmethoden, ich habe ihn gehasst und mir gewünscht meine mutter würde ihn verlassen. das habe ich natürlich nie ausgesprochen.

      ich habe angst, dass ich versäume oder mein kind probleme hat und bekommt mit denen es selbst nicht zurecht kommt und ich nichts tun kann, weil er nicht wirlich darüber spricht. er ist vermutlich auch machtlos, was soll schon passieren. er würde nie sagen, trennt euch und vermutlich denkt er das noch nicht einmal. er mag seinen vater sehr, sie haben auch spaß zusammen, aber dann macht er wieder wegen eines kleinen missgeschicks alles kaputt.

      ich bin sehr verzweifelt. mein mann selbst hat keinen kontakt zu seinem brüllenden vater mehr. er hatte als kind angst vor ihm und will nun nichts mehr mit ihm zu tun haben. das möchte ich meinen kindern ersparen.

      wo kann ich hilfe holen? was kann ich tun, hat jemand erfahrung? woran merkt man, dass man was unternehmen muss und was unternimmt man dann?

      ich hoffe ein paar inputs zu bekommen. ich weiß einfach nicht weiter. vor allem weil ich immer an meine kindheit denke... ich fand sie blöd, aber stärkere kinder hätten das vielleicht einfach ganz cool gemeistert..

      lg

      • Du hast bisher richtig gehandelt.

        Erkläre deinem Sohn, dass Zornesausbrüche eine Störung des Charakters sind. Es ist überwiegend krankhaft, weniger schuldhaft.

        Deinem Mann sage, was seine Familie bei seinen Ausbrüchen empfindet.

        Hallo,

        schau mal auf der Homepage des für Euch zuständigen Jugendamtes nach. Da sollten Erziehungsberatungsangebote zu finden sein, an die man sich mit konkreten Fragen wenden kann.
        Eine andere mögliche Anlaufstelle ist der Kinderschutzbund. Kannst ja mal recherchieren, was es in Deiner Region gibt.
        Du kannst auch anonym bei der Kinderschutzhotline anrufen, die helfen Tag und Nacht weiter und können Dir ganz konkret sagen, was Du tun und an wen Du Dich wenden kannst.

        Woran merkt man, dass man was unternehmen muss?

        Am Leidensdruck. Dir geht es nicht gut mit der Situation, Deinen Kindern nicht und Deinem Mann offenkundig auch nicht. Also handle.

        Alles Gute Euch.

        (4) 07.11.15 - 14:29

        Hallo,

        ich finde es nicht so schlimm wenn mal jemand laut wird innerhalb der Familie. Ist ja auch eine Frage des Temperaments wie reagiert wird wenn etwas zu Bruch geht. Wenn dein Mann ansonsten ein liebevoller Vater ist und die Kinder weder geschlagen noch beleidigt werden besteht meiner Ansicht nach kein Grund zur Sorge.

        Oder macht dein Mann die Kinder systematisch runter? Ich finde das ist ein großer Unterschied.

        VG

      • Weckt es deinen Mann nicht, dass er selbst auch keinen Kontakt mehr zu seinem Vater will? Will er das für seine Kinder?

        Nebenbei bemerkt wäre mir auch eine Feder gesprungen, wenn mein 10jähriger so auf der Couch tobt, dass diese kaputt geht. Mir ist aber schon klar, dass es auch kleinere Dinge sind, die Deinen Mann zum Ausflippen bringen.

        Vermutlich braucht Dein Mann eine Aufarbeitung des Problems und vermutlich auch eine Art Anti-Aggressionstraining. Es gibt ja viele Kurse, die man als Eltern besuchen kann, z. B. "Wege aus der Brüllfalle", habe ich mal gelesen. Vielleicht könnt ihr sowas gemeinsam machen?

        LG

        Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass du deinem 10jährigen quasi suggerierst, er könne durch das Temperament seines Vaters einen Schaden bekommen?
        Das finde ich das Allerletzte und du bist mental schon im Scheidungsmodus, wo du versuchst, dich bei deinen Kindern anzubiedern a lá "nur ICH bin auf eurer Seite".

        Ich will hier nicht sagen, dass die Temperamentsausbrüche deines Mannes gut sind, aber das kann auf die Distanz so niemand einschätzen. Generell finde ich es nicht schlimm, wenn Eltern verschiedene Charaktere haben. Bei mir zuhause war mein Vater eher "weich", meine Mutter ein harter Knochen, ich konnte damit umgehen.

        Wie du aber dein Kind gegen den Vater aufbringst und ihm schon sagst, er könne vom Verhalten seines Vaters einen Schaden davon tragen, finde ich falsch und viel zu viel Verantwortung auf den Schultern eines 10jährigen. EURE Probleme sind EURE und nicht seine.

        Wenn du meinst, es ist für dich und die Kinder nicht mehr tragbar, dann trenn dich oder mach mit deinem Mann eine Paartherapie etc.pp.
        Aber halt dein Kind da raus!

        • (7) 07.11.15 - 21:57
          grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

          hallo,

          sicher war das ungeschickt von mir, aber es kann eben nunmal eine kinderseele auch kaputt machen.

          ich weiß ja nicht ob du alles gelesen hast oder genau an dieser stelle deine meinung schon gefällt hast.... ich mache bestimmt meine fehler auch in der erziehung und ja, manchmal rutscht einem was raus, was vielleicht echt nicht durchdacht war. er ist nunmal der große und ich erlebe mit ihm das alles zum ersten mal, beim 2. kennt man viele situationen usw. schon und reagiert bedachter oder souveräner...

          ich hoffe dass du, die du keine kinder zu haben scheinst aber in der theorie alles super analysieren kannst, dass du es dann auch schaffst, in schwierigen situationen immer souverän und vor allem alles richtig zu machen!

          • Und Du denkst eine Scheidung macht ein Kind nicht kaputt????? Das ist doch noch viel schlimmer. Ich muss es wissen, ich war Scheidungskind.

            Hallo, geht`s noch? Und wieso dürfen Deine Kinder die Couch kaputt machen ohne Ärger zu bekommen. Das wäre bei uns kein bißchen anders. Hier wäre etwas los. Das wissen meine Kinder auch.

            Dein Erziehungsstil und der Deines Mannes passen einfach nicht zusammen. Dein Mann findet Dich wahrscheinlich genauso anstrengend wie Du ihn.

            Die Kinder tun mir so oder so leid, ob ihr nun zusammenbleibt oder euch trennt. Im Idealfall schafft ihr eine Einigung in Erziehungsfragen, dann bekommen eure Kinder oder eurer Kind kein Schaden.

            • (9) 08.11.15 - 09:18
              grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

              hallo schwarz-weiß,

              ich bin auch scheidungskind und glaub mir, es ging mir hervorragend, nachdem meine mutter meinen gewalttätigen vater verlassen hat, ich konnte bei oma und opa mit meiner mutter leben, das war wunderbar. blöd wurde es dann erst wieder als der stiefvater kam, der dann brüllte... ich fühlte mich wie eine gefangene.

              und, ich bin nicht blöd, ich weiß selber, dass eine trennung für kinder schlimm ist. ich weiß aber nicht was schlimmer ist, ein cholerischer vater der ständig ausflippt oder eine trennung, über die auch irgendwann gras wächst.

              mein sohn nimmt beispielsweise schon das verhaltensmuster seines vaters an... toll oder?!

              adios

              Unsinn.
              Eine Scheidung ist NIEMALS schlimmer als ein gewaltätiges Elternteil.

              Weißt Du, warum Dir das so vor kommt?

              Weil Kinder programmiert sind zu denken, was die Eltern machen ist alles toll und schön. Und wenn sie schlagen, schreien, missbrauchen, manipulieren, dann dieses auch. Hauptsache, die Eltern gehen nicht verloren.

              Danke, habe darüber schon mit mehreren Kinder-/Psychologen drüber gesprochen.

              (11) 09.11.15 - 12:43

              ich bin auch ein scheidungskind ohne schaden. eine trennung ist DEFINITIV nicht so schlimm wie laufende verbale gewalt. wenn du das anders siehst, bist du wohl nicht unbeschadet davon gekommen.
              v

          Hallo.

          Du bearbeitest Dein Kind ja geradezu ...

          >>> ... jedenfalls habe ich gefragt, (...) oder weil er angst hat vor seinem vater. (...) ich habe gesagt, er solle bitte immer bescheid sagen, wenn ihn etwas bedrückt, habe aus meiner kindheit erzählt und meiner abneigung gegen meinen stiefvater, ich habe gesagt, er kann, muss aber nicht mit mir reden, er kann auch die oma anrufen oder zu wem er eben vertrauen hat. ich habe ihm gesagt, dass ich das verhalten seines vaters in dieser hinsicht nicht gutheiße und nicht möchte, dass er es wegdrückt, man kann nur was machen wenn er seine sorgen und ängste mitteilt.
          ich habe ihm auch gesagt, dass ich immer hinter ihm stehen würde. und dass er ehrlih sein soll. denn wenn der schaden erstmal da ist... daraufhin meinte er "wecher schaden".. tja, muss ja nicht, kann aber. gerade bei so verschlossenen kindern, oder? ich wollte jetzt einfach nochmal mit ihm reden (...) <<<

          Ja, ich habe ALLES gelesen ...

          ... und nur gedacht: "So ganz rund läuft die aber auch nicht".

          LG

    Ich kann mich hundefrauchen nur anschließen!

    Beim lesen dachte ich die ganze Zeit nur: "Au Backe, wenn da mal nicht jemand seine Probleme mit dem Ehemann auf das Kind projeziert!"

    Natürlich ist ein schreiender und ständig ausflippender Vater nicht zumutbar für Kinder. Da muss was getan werden. Aber - eine Mutter, der in so einer Situation allen ernstes sowas rausrutscht, dass ein 10jähriger nachfragen muss: "Welcher Schaden?", also die hat meiner Meinung nach auch noch bisschen was zu kapieren.

    Und mein Vater war auch ein furchtbarer Choleriker. Aber meine Mutter hat das immer irgwndwie abgefangen... Erstens hat sie uns nie mehr Probleme damit eingeredet, als wir tatsächlich damit hatten (die Schwierigkeiten die wir hatten, hat sie aber nicht geschmälert.) und zweitens hat sie zwar das Verhalten nicht toleriert, aber meinem Vater trotzdem nicht abgesprochen, ein guter Mensch und Papa sein zu können.

    Ich bin mir sicher, dass auch ihr Umgang damit dazu beigetragen hat, dass ich als Älteste ihn zwar lange als unberechenbaren Choleriker erlebt habe, er aber bei meinen jüngeren Schwestern wesentlich ausgeglichener war und bis heute ist.

    Natürlich setzt das aber auch einen Mann voraus, der selbst nicht so sein möchte und sich diesbezüglich ändern will. Logisch.

    Da müssen aber alle an einem Strang ziehen.

    Eine Frau die schob an die Trennung denkt... - sollte dann vielleicht einfach gehen, statt ggf. ihren Kindern "Schäden" einzureden, nur um womöglich eine anerkannte Rechtfertigung für die Trennung und das "Vater wegnehmen" zu kriegen...

    LG

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