Kann nicht mehr - was mache ich falsch oder was kann ich anders machen (lang)

    • (1) 20.11.15 - 20:51
      unfähig?

      Hallo,

      weiß mir heut abend keinen anderen Rat als hier zu schreiben, vielleicht mag einer meinen Sermon lesen und hat den einen oder anderen Tipp. Vom Thema her gehörts wahrscheinlich in "Alleinerziehend" aber ich mag lieber schwarz bleiben...

      Situation:
      - nach 18 Jahren Ehe Trennung im Sommer (getrennt waren wir schon Jahre lang, aber ich bin dann eben ausgezogen, weil er es nicht gemacht hat)
      - Sohn 17, Tochter 12. Tochter lebt bei mir Sohn beim Vater (Wunsch der Kinder) - kommt aber regelmäßig wochends zu mir und Tochter ist auch regelmäßig beim Vater (gleiche Stadt, gut erreichbar)
      - ich arbeite in Vollzeit - eigentlich immer, mit kurzen Unterbrechungen, Vater etwas weniger (kriegt nicht mehr Stunden)
      - meine Arbeit ist ok, eigentlich auch familienfreundlich, sicherer Arbeitsplatz, Gehalt ok - ich werde sicher nicht mehr wechseln
      - Gründe für die Trennung (von ihm ausgegangen) - auseinandergelebt, keine Perspektiven mehr, das Jahr vor meinem Auszug mit ständigen Streitereien, wochenlangem Anschweigen etc.

      Die Trennung zu vollziehen ist mir sehr schwer gefallen und es hat Jahre gedauert bis ich es letzten Endes akzeptiert hab. Die Situation hat sich soweit eingependelt - ist ja auch noch frisch, keine neuen Partner. Da jetzt jeder für ein Kind zuständig ist, hat sich die Verantwortung quasi auch halbiert. Wohnung ist eingerichtet, atmosphärisch ist es so viel besser, Stimmung bei meiner Tochter und mir an 5 von 7 Tagen gut.

      Pubertätsbedingt geraten wir aber dennoch recht häufig aneinander, meist aus nichtigen Anlässen, heut und gestern waren so Tage. Situation heute: beide "Kinder" hatten einen Zahnarztkontrolltermin. Für mich war klar, dass ich nicht mitgehe. Aus "Peinlichkeitsgründen" vermeiden es beide, gemeinsam in der Öffentlichkeit aufzutreten, wenn es irgendwie geht, meine Tochter hat nach der Schule eine Freundin mitgenommen, die mit ihr mit zum Zahnarzt sollte. Eigentlich ist meine Tochter ziemlich selbständig, Schulsachen macht sie alleine, auch zu ihren Freizeitaktivitäten ist sie (schon länger) alleine mit den Öffis unterwegs. Da es jetzt so früh dunkel wird und die Veranstaltungen etwas abseits stattfinden, hole ich sie im Herbst/Winter aber zweimal die Woche abends ab, was für uns beide sehr lange Tage bedeutet. Im Unterschied zu mir hat sie aber was von diesen Tagen, sie geht ihren Hobbies nach, ich habe einen langen Arbeitstag, weil es nicht lohnt, heimzufahren. So viel zum Hintergrund. Die letzten Monate gab es bedingt durch Umzug und diverse Termine für mich so gut wie keinen Tag an dem ich nach der Arbeit direkt nachhause gefahren wäre, gleiches gilt für die Wochenenden. Ich sehne mich so danach, einfach mal heimzukommen und keine Termine mehr zu haben, durch die Aktivitäten meiner Tochter war das aber lange Zeit am Stück einfach nicht mehr drin.

      Nach einer super anstrengenden Woche wollte ich heute nachmittag einfach mal abhängen. Die Freundin die mit zum Zahnarzt wollte, wurde dann aber früher abgeholt. Ganz selbstverständlich ging meine Tochter davon aus, dass ich dann mitgehe. Ihr Bruder hat sich erboten, sie mitzunehmen. Nein, ich müsse mitgehen und hören, was der Zahnarzt sagt. Ich: nein, wenn was ist, wird man mir das schon mitteilen. Ein Wort gab das andere, sie will da nicht hin, sie "kenne da keinen" (seit 9 Jahren in Behandlung...) und und und. Ende vom Lied: sie rief empört ihren Vater an, um sich zu beschweren. Das macht sie jedes Mal, wenn sie hier nicht weiterkommt. Er hat dann auf sie eingeredet, sich aber NICHT erboten, an meiner Stelle zu gehen (muss er ja auch nicht, auch wenn er frei hat). Ich habe ihr dann gesagt sie soll den Termin ausfallen lassen, es seien ihre Zähne. Wortlos drückte sie mir den Hörer in die Hand. Mein Nochmann, im gemäßigten Ton, ob ich nicht doch mitgehen könne. Ich so: warum denn - sie ist alt genug.

      Letzten Endes hatte er Verständnis fürs Kind, mir platzte der Kragen, woraufhin er mir sagte, wenn ich so weitermache und mir alles zuviel ist muss ich das alles bald nicht mehr tun... Schon neulich sagte sie zu ihm, als sie sich über mich beschwerte: dann hätte ich ja gleich bei dir bleiben können... Ja, der Papa war schon immer ganz verständnisvoll und hatte lauter gute Ideen, die ER aber nicht umgesetzt hat. In allen Lebensbereichen wusste er immer, wie ICH es besser machen könnte. Er hat mich dann GEBETEN, heute noch mal mit zu gehen, alles andere könnte man klären.

      Ende vom Lied war, dass ich mitgegangen bin. Mein Trigger: Zeitdruck und schlechtes Gewissen. Aber ich war wirklich stinksauer. Ich finde das so daneben, dass sie jedesmal zum Hörer greift, um mich anzuschwärzen. Und dann auf Verständnis stößt "ja die Mama war schon immer hysterisch und ihr war schon immer alles zu viel..." Ich habe dann meine Tochter gefragt warum sie denn Papa nicht gefragt hat ob er mit ihr geht - o-Ton: das hast du schon immer gemacht und das ist deine Aufgabe.

      Ich habe echt keinen Bedarf daran, dass er mir droht oder wir uns wieder über solche Sachen streiten, zumal er , wie gesagt, verbal sehr gelenkig, praktisch aber sehr bequem ist.

      Langsam habe ich den Eindruck, meine Tochter ersetzt meine Mann was Forderungen und unter Druck setzen angeht. Gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen, weil die Mütter ihrer Freundinnen nachmittags zuhause sind und immer parat stehen. Ich steh auch parat, aber manchmal kann ich einfach nicht mehr. Ich fühl mich seit Jahren fremdbestimmt. Klar gehen die Bedürfnisse der Kinder vor, aber irgendwann ist es doch auch mal gut - überall muss ich dabeisein, wenn ihre Freundinnen nicht können.

      Jetzt kommt die Weihnachtszeit und der Terminplan wird noch straffer, ein Event jagt den nächsten. Ich hatte dieses Jahr keinen Urlaub (also wir waren nicht weg), ich habe diesen Umzug mit ein Paar Freunden gestemmt, hab mich verschuldet - und sie fordert immer nur und vergleicht sich mit anderen - deren Situation eine andere ist. Ja, ich weiß, sie ist ein Kind und hat sich das nicht ausgesucht, aber mich macht das so fertig, diese ewigen Vorwürfe - nie bist du da, du verdienst nicht so viel wie andere (Väter!!) blabla bla.

      Egal was ansteht, immer bin ich irgendwie beteiligt. Will sie sich mit ihrer Cousine treffen, soll ich diese bitte holen und bringen, weil meine Schwägerin (die um Übrigen weniger arbeitet als ich) anderes zu tun hat. Wenn ich sage dass ich dazu keine Lust habe, bin ich diejenige, die ihr die Möglichkeit nimmt, sich mit ihr zu treffen.

      Was schiefläuft - hat GARANTIERT damit zu tun, dass ich irgendwas nicht gemacht habe. Und so war es schon immer - für meinen Mann, für meine Sohn - und jetzt für meine Tochter.

      Durch die finanzielle Situation aufgrund der Trennung kann ich mir noch nicht mal was Gutes tun - trage jetzt den zweiten Winter ein paar Schuhe die sich innen fast auflösen... Wenn ich in den Spiegel gucke, sehe ich eine alte fette Frau, die dringend zum Friseur müsste, aber einen Kredit an der Backe hat wegen des Umzugs...Ich weiß nicht wann ich mir das letzte Mal was gekauft hab das nicht reduziert war, finanziell dicke waren wir nie, mein Geld geht drauf für horrende Miete und sinnvolle Aktivitäten der Kinder, die ich gerne unterstütze - aber ich hab keine Möglichkeit mehr zu arbeiten. Und dann seh ich meine (Single)Freundin ohne Kinder, die mal eben 200 Euro beim FRiseur lässt und entsprechend aussieht. Ja, ich weiß, alles selbst gewählt, aber es ist trotzdem hart, wenn man fast zu heulen anfängt, weil man im Schuhladen von der Verkäuferin nett begrüßt und angelächelt wird...

      Ich fühl mich einfach nur getrieben und ohne Möglichkeit was zu ändern.
      Eine Therapie hab ich schon mal gemacht, das Thema sich immer für alles verantwortlich fühlen kam da schon zur Sprache, in den Sitzungen war auch immer alles ganz klar, aber ich rassel einfach immer wieder rein. wenn ich gestresst bin und keine Zeit zum Nachdenken hab.

      Das Problem mich irgendwie nicht abgrenzen zu können, hab ich übrigen nur im familiären Bereich - im Job, mit Freunden und Kollegen seh ich immer sofort, wenn eine Schieflage entsteht, und da handele ich mit gesundem Menschenverstand...

      Hat jemand bitte eine Tipp für mich?
      Ich kann mich selbst grad nicht leiden wenn ich so bin - und ja, es mag sein, dass ich hysterisch werde wenn es zuviel wird, aber warum muss es denn immer zuviel sein???

      • Was würde denn passieren, wenn du deine Tochter einfach mal auflaufen lässt.

        Also nicht direkt in die Verteidigungshaltung gehst, dich rechtfertigst und aufzählst was du alles machst sondern klipp und klar dazu stehst dass du zu manchen Dingen (Cousine holen) einfach keine Zeit oder keinen Bock hast?

        Wenn du ihr sagst, du bist da für alles was ihre Sorgen und ihren Kummer angeht und für alles wo man einen Erwachsenen als Verantwortungsperson braucht aber bei solchen Dingen hast du auch Bedürfnisse und die haben auch ihren Platz.

        Also wenn du den Konflikt mit ihr einfach aushältst.

        Was kann denn passieren . Sie wird sauer weil ihr Sündenbock ausfällt? Oder sie versucht den Papa zu aktivieren aber so wie du ihn beschreibst wird das nicht einfach? Oder sie kommt einfach in die Hufe und übernimmt in einer angemessenen Weise Verantwortung für sich.

      Ne, Spaß beiseite. Dass deine Tochter versucht, euch gegeneinander auszuspielen, finde ich in dem Alter und der Situation durchaus normal. Blöd, wenn ihr beide drauf anspringt.

      Was passiert im worst case, wenn du nicht gegenhältst? Wahrscheinlich kommt früher oder später der Satz, dass sie dann eben bei ihrem Vater wohnen möchte. Prima! Soll der sich damit rumschlagen - und auch dort wird sie wohl merken, dass es Regeln gibt.

      Allerdings würde ich mich als allererstes mal mit ihr hinsetzen und reden. Ihr sagen, dass du sie verstehst, ihr aber auch deine Seite erläuterst (ohne das ewige "Was ich dich alles für dich tue) und ihr versucht gemeinsam eine Lösung zu finden, wie du ein bißchen entlastet bist. Mit einer 12 jährigen sollte man durchaus auch zwischendurch mal normal reden können.

      Und es gibt ja durchaus noch einen Mittelweg zwischen "gar nicht zum Friseur" und "200€ beim Friseur hinlegen".

    • Hallo,

      Ich kann nur aus Sicht der Tochter schreiben, weil es bei uns ähnlich aussah als ich Kind war.
      Gut... Einige Dinge sind bei uns verdammt schief gelaufen, die ich heute meiner Mutter nachtrage weil sie einfach für wirklich wichtige Dinge in meinem Leben keine Zeit oder keine Muße gefunden hat. Aber trotz allem weiß ich heute das sie sich den hintern abgearbeitet hat um mir und meiner Schwester ein anständiges Leben zu finanzieren.
      Das hat für mich auch oft bedeutet viel selbstständig machen zu müssen, mich um meine kleine Schwester kümmern zu müssen, anders ging es nicht.
      Ich habe da leider keinen tip außer durchhalten!
      Deine Tochter ist noch nicht so weit zu erkennen was du alles tust, damit euer Leben läuft.
      Sie ist mitten in der Pubertät und vergleicht sich mit anderen, klar und das frustriert. So geht es aber was jedem Teenie, irgendwo ist das Gras immer grüner.
      Das sie sich bei ihrem Vater ausheult finde ich auch normal, aber ich würde mich an deiner Stelle nicht mehr mit ihm ausdiskutieren. Er hat Zeit und findet seine Tochter braucht Begleitung zum Arzt? Dann soll er.... Wenn nicht dann eben nicht, Punkt.
      Ich meine gut... Die Sache mit dem Zahnarzt kann ich noch nachvollziehen, sowas konnte ich in dem Alter auch einfach nicht allein,weil es mir einfach furchtbare Angst gemacht hat.
      Da hat sie nun auch die Freundin hängen gelassen und sie konnte sich einfach nicht allein überwinden.
      Vielleicht kann man da doch einen Kompromiss finden und Termine so legen das du Zeit dafür findest.
      Über den Rest musst du einfach drüber stehen, wenn du keinen Nerv hast sie zur Cousine zu kutschieren ist das eben so. Aber das sind die normalen alltagskonflikte, die haben doch fast alle Eltern auszustehen.

      Das andere ist der Konflikt mit dir selbst...
      Hast du niemanden in Bekanntenkreis der dir die Haare machen könnte? Farbe geht ja notfalls auch recht easy allein zuhause, ansonsten musst du dir ein paar Euro immer irgendwo abzwacken.
      Ich verstehe das, meiner Mutter ging es oft auch so und es ist jetzt erst besser wo ich lange ausgezogen und meine Schwester ihr eigenes Geld verdient. Trotzdem würde sie ständig uns oder meinen Kindern ihr Geld eher zustecken als sich selbst etwas zu gönnen, da muss man sie schon öfter schubsen was für sich selbst zu tun. Sie hat das einfach verlernt mit den Jahren.

      Ich weiß nicht ob mein Beitrag jetzt wirklich hilfreich ist. Aber irgendwann wird es besser und irgendwann weiß auch deine Tochter das du eben nicht anders konntest als so wie du es machst, du machst es ja für euch.

      LG

      (6) 21.11.15 - 00:30

      Deine Tochter ist erst 12 Jahre alt. Dass sie dich noch braucht, ist keine Frage, sie ist noch ein Kind.

      Aber sie kommt mir sehr verwöhnt und fordernd vor. Sie verabredet sich mit einer Freundin, um zum Zahnarzt zu gehen, die Freundin springt ab, dann sollst du einspringen und wehe nicht, macht sie Theater.
      Du solltest dich auch nicht von ihr erpressen lassen. Wenn sie meint, beim Vater ist alles besser, soll sie doch gehen.
      Lass dich nicht so kleinmachen, du bist nicht für alles verantwortlich.

    • (7) 21.11.15 - 06:38

      Ich kann dich verstehen. Zwei Kinder groß zu ziehen ist harte Arbeit und eine Trennung saugt einen innerlich die ganze Energie ab. Du bist total fertig und musst momentan trotzdem funktionieren.

      Erstmal würde ich zum Hausarzt gehen und ihm genau das alles erzählen. Was du alles mitgemacht hast und wie es dir geht. Dann würde ich auf jeden Fall zu einer Therapie raten. Und wenn es nur dazu ist deine Gedanken zu sortieren.

      Kannst du mal ein paar tage zu Freunden oder Verwandten? Oder die Tochter zu Freunden oder Verwandten schicken, übers WE oder in den Ferien? Du brauchst dringend Ruhe.
      Dann zu deiner Tochter. Versetz dich mal im ihre Lage. Nicht nur du hast eine Trennung hinter dir sondern sie auch. Sie ist noch ein Kind und vielleicht auch ziemlich fertig. Dazu noch die Hormone aus der Pubertät. Meine ist ca im Alter wie deine. Konnte sie sich mit 4 schon ein komplettes essen bestellen kann sie sich jetzt nicht mal ne Wurstsemmel alleine kaufen. Das ist die Pubertät, sie wollen uns nicht ärgern. Ich denke mir aber auch wie du nach stressigen Tagen: Muss man sich so anstellen. Aber hilft ja nix. Bei uns ist die schule auch sehr stressig momentan, viel Druck und eine Schulaufgabe jagt die nächste und es wird viel erwartet. Ich hab auch oft abends um 20 Uhr keine Lust mehr auf Latein und denk mir kann man Vokabeln nicht alleine lernen. Glaub aber sie brauchen manchmal einfach unsere seelische Unterstützung.

      Reibt euch nicht aneinander auf. Rede mit ihr wie es dir geht, frag sie wie es ihr geht. Hör ihr mal genau zu. Hat sie die Trennung und die Zeit vor der Trennung schon überwunden. Erklär was du brauchst und überlegt zusammen was machbar wäre. Vielleicht fällt ihr eine Freundin ein bei der sie mal über Nacht bleiben könnte. Geht mal zusammen ins Kino.
      Ich wünsch dir vor Glück und Kraft!

      (8) 21.11.15 - 08:31

      Erst einmal - ich finde dich toll. Du bist sehr ehrlich, selbstrefelktiert, hast immer die Belange der Kinder im Blick (gut, das wird dir jetzt zum Verhängnis) und hast es nicht verdient, dass du dich derart aufreiben muss.

      Dein persönliches Problem kennst du ja sehr gut. Dass deine Tochter frustriert ist und versucht, beide Eltern gegeneinander auszuspielen, ist sicher ziemlich normal. Das passiert auch in Familien, die in einem Haushalt wohnen. Da wird erst der eine Elternteil befragt und bei unerwünschter Antwort dann der andere. Und manchmal ist die Oma noch involviert, wo sich das Kind dann über die strengen Eltern beklagt.

      Du musst wirklich lernen, dich abzugrenzen sonst führt dich deine Tochter weiterhin vor. Der Versuch ist nicht verwerflich, aber zur Erziehung gehört auch, dass Grenzen gesetzt werden und dass die Kinder ein vernünftiges Sozialverhalten lernen. Und das gehört auch innerhalb der Familie dazu. Mutter ist nicht die Wunscherfüllungsfee mit dem Zauberstab. Mutter und Vater dürfen auch schlecht drauf sein, gestresst sein, keine Lust haben usw.usw.

      Ich finde es nur wichtig, dass man es entsprechend kommuniziert. Du ärgerst dich zwar, aber erklärst deiner Tochter nicht deutlich, warum du nicht fahren willst oder warum bestimmte Dinge nicht drin sind. Sie ist noch fast ein Kind und erkennt den Ernst der Lage nicht von selbst. Ich würde ihr auch klipp und klar sagen, dass du irgendwann umfällst, wenn du nicht ab und zu kürzer trittst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das möchte. Du könntest dir noch einen Nevenjob suchen, um finanziell besser dazustehen, wie die anderen Eltern, von denen sie schwärmt. Dann soll sie aber auch wissen, was das bedeuten würde. Du wirst vielleicht krank, bekommst burnout, hast noch weniger Zeit für ihre Belange. Außerdem würde ich der Dame mal zu einem Flüchtlingsheim schicken. Die Menschen haben gar nichts mehr. Weder Heimat noch andere Güter. Wir leben hier gut und auch hier gibt es Familien, die kaum von ihrem Einkommen über die Runden kommen und sich keine Hobbys, Auto etc. leisten können. Hin und wieder hatte unser Sohn auch so kurze, unsinnige Anwandlungen, weil ein Freund ein 18 m Yacht hat, eine andere Familie 5 Autos. Da werde ich wirklich eckig und es gibt eine deftige Ansage. Zumal er keinen Grund hat, sich zu beklagen.

      Ich kann dir nur raten, dass du ihr das, was du hier geschrieben hast, in ruhiger Minute erklärst. So lange du dich ärgerst und trotzdem springst, wird sich nichts ändern. Und m. M. n. tut man Kindern damit auch keinen Gefallen, was die Erziehung betrifft.

      Hallo!

      Deine Tochter ist erst 12, sie ist noch ein Kind. Bitte mach Dir das klar.

      Bei allen Pubtätsallüren, sie ist trotzdem noch ein Kind. Sie darf vorm Zahnarzt Angst haben und da einfach jemanden brauchen der dabei ist und ihr Sicherheit vermittelt. Ich würde mit 36 immer noch lieber jemanden dabei haben der Händchen hält, da darf sie das mit 12 Jahren ganz sicher.

      Sie hat versucht dafür jemand anderes zu finden, aber wollte nicht ihren Bruder, der ihr weniger Mitgefühl zuteil werden lassen würde, sondern eher Spott und "Stell Dich nicht so an" - richtig?

      Die Kleine hatte einfach Angst und Du hast ausgerechnet an dem Termin ein Exempel stautieren wollen.

      Bei anderen Gelegenheiten wie nach dem Sport oder einem Hobby könnte sie eher mal mit den Eltern von Freunden mitfahren oder auch mal bei Dunkelheit den Bus nehmen, oder man zahlt ihr sogar mal einTaxi. Aber Zahnarzt ist eben eine Ausnahmesituation.

      Und ja, sie wollte da am liebsten ihre Mama dabei haben, weil Mama eben was besonderes ist und am meisten Schutz und Sicherheit vermittelt, noch mehr als der Vater.

      Seh es einfach mal aus dem Blickwinkel: Dein KIND hat Dich gebraucht, egal ob nun Gerechtfertigt oder nicht, und Du hast rumgezickt weil Du genau da keine Lust hattest.

      (10) 21.11.15 - 10:45

      Guten Morgen,

      danke für den konstruktiven Zuspruch. Offenbar bin ich nicht einfach nur pienzig...

      Heute morgen ging es dann auch direkt weiter... Mein Sohn war heute hier und hat übernachtet. Weil er noch was vorhat habe ich ihn gegen 9 zum Frühstück geweckt, hatte Kaffee gekocht, auf seinen Wunsch hin Rührei gemacht, Tisch gedeckt etc. Er ist dann aufgestanden, hat sich angezogen, ein bisschen rumgeräumt und gesehen, dass ich gerade dabei bin die Rühreier aufzutischen. Als ich mich an den Tisch setzen will seh ich das er schon wieder im Zimmer verschwunden ist -liegt auf dem Bett und daddelt am Handy. Ich so: Kommst du - die Eier werden sonst kalt. Als Antwort kommt ein genervtes Schnauben, springt auf, jaja, setzt sich an den Tisch und fängt an zu essen. Auf meinen HInweis, dass ich es nicht verstehe, wieso er zurück ins Zimmer geht, wo er doch gesehen hat, dass das Frühstück fertig ist sagt er zu mir: Fuck mich nicht ab. Somit bin ich dann noch mit ihm aneinandergeraten. Und saß irgendwann heulend am Tisch weil ich dieses genervte Verhalten meiner Kinder einfach nicht mehr abkann. Ich bin morgens wenn ich aufstehe neutral bis gut gelaunt und immer bemüht, es nett zu machen. Dass ich dem 17-jährigen Rührei mache ist sicherlich unnötig, aber da er ja nicht mit mir zusammen wohnt, sehe ich mich schon ein bisschen in der "Pflicht" ihm die Zeit bei mir auch nett und wohnlich zu machen, wie man es ja auch für Freunde tut, wenn sie zu einem kommen.

      Und nein, ich erwarte von meinen Kindern keine Dankbarkeit, aber einfach ein normales Verhalten, ein Guten Morgen, das normalste auf der Welt oder nicht - Pubertät hin oder her. Bei anderen schaffen sie es ja auch sich höflich zu benehmen.

      Wahrscheinlich mache ich einfach zu viel (gemessen an meinen zeitlichen Kapazitäten) aber ich will nicht das Verhalten meiner Mutter wiederholen, die war nämlich auch nie da weil sie arbeiten musste. Im Gegensatz zu mir hat sie aber Babysitting und Haushalt mir überlassen. Ich konnte im Alter meiner Tochter schon Schnitzel braten und Fußböden wischen - deswegen funktioniere ich ja jetzt auch so super. So soll es bei meinen Kindern nicht sein, der einzige Anspruch den ich habe ist dass sie die Schule ernst nehmen, aber selbst das ist nicht selbstverständlich...

      Aktuell komm ich mir vor wie eine panische Maus die im Käfig rumrennt und die offene Tür nicht sieht. Immerhin hab ich diesen Monat noch zwei Tage Urlaub - und die Kinder haben Schule... Und dann stehen ja die Weihnachtsferien vor der Tür...

      Morgen will ich mich mit einer Freundin treffen, wenigstens mal zwei Stunden weg aus der hormonverseuchten Umgebung. Mein größtes Problem ist glaub ich meine Ambivalenz meinen Kindern gegenüber. Einerseits finde ich ihre Forderungen unverschämt, andererseits hätte ich auch gern mal jemanden (gehabt) der mir alles oder viel mehr abnimmt/abgenommen hätte. Aber das hatte ich weder als Kind noch in der Partnerschaft. Rational versteh ich das alles auch, aber sobald es stressig wird, reagiert leider nur das emotionale.

      Euch trotzdem danke.

      • (11) 21.11.15 - 11:55

        Ich finde es gut wenn du mal mit deiner Freundin abhaust.

        Du siehst bestimmt nur noch schwarz und brauchst dringend ne andere Sicht der dinge.
        Lass doch das Ei kalt werden. Er sieht es und er entscheidet jetzt nicht zu essen. Was solls?
        Dein kaffee und dein ei ist heiß ;-)

        Du willst alles perfekt machen und es jedem recht machen. Fang doch mal bei dir an!

        Das verlernt man schnell! Mein ältester ist 3 und wenn ich mal allein bin weiß ich auch nichts mehr mit mir anzufangen #kratz
        Schnapp dir deine Kinderlose Freundin, lass dich mal entführen von ihr!
        Schau, ein Haarschnitt trocken (ich lass mir die Haare zb nur trocken schneiden, nass kann ich nicht leiden!) Kostet bei uns 13€. Dazu noch schicke farbe (kannst du doch selber machen oder mit deiner Freundin ) ca 5€

        Schon fühlst du dich erst mal hübscher und viel besser!

        Du hast bis jetzt viel geschafft und darfst nicht stehen Bleiben!

        #herzlich

        Nur mal ganu kurz zu eurer Rührei-Situation:

        Hör auf dich über sowas zu ärgern!

        An der Situation sieht man sehr gut, dass du dir viel von dem Stress alleine machst.

        Es ist lieb von dir, ihm Rührei zu machen, aber es kann und sollte dir egal sein, wie er sie isst. Wenn er noch in sein Zimmer geht - sein Ding. Soll er eben kaltes Ei essen, anscheinend ist es ihm ja nicht wichtig, es warm zu essen.
        Mach das doch nicht zu deinem Problem! (Schon gar nicht, wenn er offensichtlich keins hat!)
        Er stirbt nicht von kaltem Frühstück. Und wie gesagt, wenn es ihm schnuppe ist, was regst du dich dann auf? Findest du es leckerer warm? Tja, er ist nicht du. Ganz simpel.

        Und wenn es eher darum geht, dass du gerne seine Gesellschaft gehabt hättest (weil du doch so nett bist, und ihm Rührei machst oder auch ohne Erwartungshaltung), dann musst du es sagen!
        Dann ist es zwar immernoch seine Entscheidung, ob er da Lust drauf hat, aber wenigstens ist klar, um was es (dir) geht. Dann ist er wahrscheinlich auch nicht so abgefuckt.

        So, wie du es geschildert hast, kann ich nachvollziehen, dass er genervt war.

        (Er wusste nicht, im was es dir TATSÄCHLICH ging oder er fühlte sich gehetzt, obwohl er nicht vorhatte, noch ewig im Bett rumzudaddeln usw.)

        LG!

        • Ich finde es in einer Familie selbstverständlich, dass man zumindest an den Wochenende gemeinsam frühstückt.

          natürlich kann man seine Kinder nicht zwingen, sich mit an den Tisch zu setzen. Aber ich würde es auch nicht akzeptieren, dass ich morgens nett Kaffe koche, Rühreier mache und die Familie sich dann am netten Büffet bedient, wann immer es ihnen passt.

          Bei mir würde das Rührei nach dem Frühstück in den Müll wandern, und den nächsten Sonntag gäbe es halt nur noch Frühstück für mich.

          Würde ein Kind zu mir sagen, "Fuck mich nicht ab" hätte das aber ein längeres Gespräch zur Folge.

          Sonst endet man wirklich im Hotel Mama, in der die Mamsell auch noch wie Dreck behandelt wird.

      Hi!

      "Fuck mich nicht ab."

      Bei so einem Spruch wäre das Rührei bei mir direkt im Müll gelandet. Dein Sohn gehört m.E. mal eingenordet und bei allem Verständnis für Pubertät, solche Sachen gehen ja gar nicht!

      LG
      Dana

      • Das gleiche dachte ich gerade auch. Ich glaube, ich hätte meinem Sohn das Rührei vor die Füße geschmissen- ungeachtet der Sauerei.
        Pubertät hin und her - aber dass die Mutter nur noch der letzte Dreck ist und das auch noch als normal akzeptieren soll - ganz sicher nicht.
        Da gäb's Krieg. Meine Schwester hatte 6 Kinder - ich 2 - aber das hat sich kein Kind erlaubt, egal, wie es auch mal gesponnen hat. Und die Kinder meiner Neffen und Nichten würden sich das auch nicht rausnehmen - obwohl da auch ganz schön Widerborstige dabei sind#schwitz
        LG Moni

    (16) 21.11.15 - 20:26

    Entgegen div. Meinungen hier, finde ich deine Reaktion auf die Situation beim Frühstück nachvollziehbar.

    Allerdings wirst du ohne klare und deutliche - und von den Kindern abgesegnete - Vereinbarungen nichts erreichen.

    Ich kenne ja euren Ablauf an deinen WE mit Sohn nicht. Aber ich würde erwarten, dass wenigstens eine Mahlzeit gemeinsam eingenommen wird, dass man sich austauscht, kommuniziert und wenigstens 20 min. eines Tages am Lebend des anderen teilhat.

    Denn wofür ist dein Sohn sonst bei dir?????? Nur um einmal in einem anderen Bett zu liegen und das Essen von der Muttere serviert zu bekommen? Das mag vielleicht hart klingen, aber ich finde, dann könnte er auch beim Vater bleiben, wenn du ihn sowieso nicht interessierst und er derart mit dir spricht. In dem Alter würde ich nicht erwarten, dass er die ganzen Tage mit Mama verrbringt und abends mit ihr die Tagesschau ansieht. Aber ein wenig soziales Miteinander kann man sehr wohl erwarten. Und in eurem Fall wäre das gemeinsame Frühstück so eine Gelegenheit gewesen.

    Ich weiß nicht, was bei euch schief läuft und seit wann. Aber den Kids fehlt eine gehörige Portion Respekt vor dir. Mit dem Vater scheint es ja besser zu laufen.

    An deiner Stelle würde ich mir auch Rat bei einer Familienberatungsstelle suchen. Kurzfristig würde es mir das Herz brechen, aber würde mein Sohn sich derart benehmen und so mit mir sprechen, wie es deiner tut, würde ich ihn höflich bitten, die Besuche vorerst einzustellen. Ich hätte ein offenes Ohr in Krisensituationen o. ä., dann darf er sich gern melden oder reinschauen, ich liebe ihn dennoch, aber das müsste ich mir in meiner knapp bemessenen Freizeit nicht geben - einen Hotelbetrieb mit schlecht erzogenen Gästen. Etwas anderes scheinst du für deine Kinder im Moment nicht zu sein.

Ich finde, dass du deinen Kindern deutliche Grenzen setzen musst.

Zu deiner Tochter: ich würde es mir verbitten, dass sie, sobald ihr etwas nicht passt, beim Vater anruft, um sich über dich zu beschweren. Sie scheint das ja regelmäßig zu machen. Das ist ein unmögliches Verhalten, welches du nicht dulden solltest. Auch solltest du dich nicht so unter Druck setzen lassen. Zum Arzttermin wäre ich mitgegangen, aber ihre Freizeit kann sie durchaus alleine planen und gestalten mit 12. meine Eltern haben mich in dem Alter nirgendwo hingefahren, ich habe alles mit dem Fahrrad und mit den Öffis gemacht. ich denke, dass du das zur regel machen solltest. Wenn es ihr nicht passt, lass sie ruhig toben. Es ist an der Zeit, dass DU die Regeln bestimmst, nicht deine Tochter oder dein Ex-Mann. Setz dich durch, auch wenn du Angst hast, dass sie dann lieber zum Vater will. Du kannst deine Erziehung nicht von dieser Angst bestimmen lassen, sondern du musst dich von der Vernunft leiten lassen. Und zwar von deiner - nicht von der einer 12jährigen.

Zu deinem Sohn: du musst Stärke zeigen, nicht Schwäche. du scheinst zu lieb zu sein. Dieser Spruch "Fuck mich nicht ab" geht gar nicht gegenüber der Mutter. Das nächste mal darfst du nicht weinen, sondern musst ihm - wie auch deiner Tochter - Grenzen setzen.

Grenzen setzen - das ist dein Anliegen.

(18) 22.11.15 - 03:23

Hallo,

wenn du mir deine Kleidergröße und Schuhgröße schreibst, schaue ich mal, ob ich dir passendes schenken kann. Schreib mir gern ne pn:)

Hallo!
Ich muß gestehen, dass ich nach der Zahnarztsache aufgehört habe zu lesen, aber ich finde es schon heftig eine 12 Jährige gar nicht mit zum Arzt (oder Zahnarzt) zu begleiten.
Oder wenigstens hinbringen und abholen. Dann kann man wenigstens nochmal hören, ob was gemacht werden muß usw.

Lg Sportskanone

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