Rausschmeissen...ausziehen...???

    • (1) 28.11.15 - 06:38
      ichkannnichtmehr...

      Hallo zusammen,

      ich bin hier an einem Punkt angelangt, ich weiß absolut nicht mehr weiter:

      Unser jüngster Sohn (17) ist auf dem absolut "falschen" Weg... es hat mit Drogen zu tun!

      Ich fühle, es ist noch nicht alles "verloren" aber es ist fünf vor zwölf, es muß einfach etwas passieren. Was mich gerade zum Verzweifeln bringt: Mein Mann kapiert einfach nicht, daß er seinem Sohn nicht dadurch hilft, indem er diesem immer mehr Freiheiten gönnt, mehr erlaubt.

      Die letzten Wochen hier waren HEFTIG! Der Höhepunkt war eine Hausdurchsuchung durch die Polizei vor zwei Wochen.... und seiten meines Mannes ist die einzige Konsequenz, die der Sohn dadurch zu spüren bekommt, eigentlich daß der Papa nun immer mehr erlaubt. Mir ist klar, daß ich auch in der momentanen besch.... Situation natürlich versuchen muß, mit unserem Kind in Kontakt zu bleiben, daß ich ihn nun deswegen nicht einsperren kann..., dennoch wird sich das alles nicht ändern, wenn er keine Konsequenzen erfährt. Mein Mann erlaubte ihm nun bsp. bis 5.00 Uhr wegzubleiben (hat ihm den erforderlichen "Aufsichtszettel" unterschrieben, mit der eingetragenen Zeit) und auch dass er anschließend bei einem Freund schläft. Wobei genau für das "Auswärts-Schlafen" wir vor zwei Wochen vereinbart hatten, daß wir dies so schnell nicht mehr erlauben werden....
      Ich kann nicht mehr! Am liebsten würde ich sie alle beide vor die Türe setzen, damit sie ENDLICH zum nachdenken anfangen... oder ich muß weg.... ICh bin am Verzweifeln!

      Im Grunde "belohnt" mein Mann seinen Sohn mit umso mehr Freiheiten, je mehr Schwierigkeiten dieser hier macht, bzw. je mehr Schei..... er baut. DAS GEHT DOCH einfach nicht.

      Wir rennen zur Drogenberatung, führen Gespräche mit allen möglichen Leuten, versuchen Rat und Hilfe zu bekommen... NUR: zuhause merkt man NICHTS. Ich war gestern abend nicht zuhause, da hat er ihm dies alles erlaubt #aerger#aerger
      Wenns der Vater mit fast 50 J. nicht kapiert, daß es so nicht weitergehen kann.... ja, dann wirds der Sohn mit 17 J. doch erst recht nicht kapieren!
      LG

      • (2) 28.11.15 - 06:55

        Nachtrag.....

        Natürlich ist mir klar, daß wir gerade als Eltern, nun an einem Strang ziehen sollten und es nicht förderlich ist, wenn wir uns deswegen nun auch noch in die Haare bekommen. Doch es geht ja schon länger so, daß mein Mann sich diesen Verantwortungen in der "Erziehung" entzieht. Natürlich ist die "Erziehung" mit 17 J. so gut wie gelaufen... dennoch bringt es auch nichts, zuzusehen und die Grenzen absolut wegfallen zu lassen bei der momentanen Lage.

        In unserer Ehe haben wir derzeit auch noch eine andere "Baustelle" zu bewältigen, doch dafür fehlt mir momentan definitiv die Motivation und Kraft...! Es gilt, das wirklich Wichtige, vorrangig anzugehen...!

        • Moin,

          was sagt denn Dein Mann dazu? Kann er grundsätzlich schwer konsequent sein? Dann könnte es eine vorübergehende Lösung sein, dass er den Sohn für Entscheidungen zu Dir schickt.
          Nicht so schön für Dich, aber notfallmäßig praktikabel.

          LG
          Dana

          • (4) 28.11.15 - 07:10
            ichkannnichtmehr...

            Ja... er ist vom Typ her weitaus nachsichtiger als ich, das ist schon so. Aber es kann doch einfach nicht sein, daß ich immer und zu jederzeit jede Entscheidung mittragen muss. Ich bin gestern abend mit Freundinnen ausgegangen. Es war vorher schon abgesprochen, daß der Sohn in die Disco möchte, das war ja auch für mich in Ordnung. Und ich weiß auch, daß es da erfahrungsgemäß immer spät wird, bis er nach Hause kommt. Dennoch: noch NIE hatte ihm mein Mann bisher 5:00 UHr genehmigt (er hat bisher immer diese Aufsichtszettel unterschrieben), da hat er bisher maximal 3:00 UHr genehmigt, obwohl Sohnemann dann trotzdem auch schon mal später heimkam.

            Und das mit dem Übernachten, haben wir so besprochen, als die Polizei hier von dannen zog. Da waren wir uns einig, daß dies nun erstmal absolut wegfällt und nicht erlaubt wird. Das war vor zwei Wochen... ich kann doch nicht jedesmal hier erst wieder aufs Neue die Grenzen abklären (v. a. auch mit meinem Mann) nur weil ich einen Abend weggehe. Er (mein Mann) sagte gerade, er habe nicht mehr drangedacht, daß wir das so vereinbart hatten - also wenn diese Aussage vom Sohn kommen würde... ja, da wäre mir klar, der probierts halt, aber so....

            Boah, ich platze hier fast...

        (5) 28.11.15 - 08:06

        Hmm, saublöd sowas. Ich hab nur noch zwei Fragen: ist dein Sohn wirklich 17 oder doch doch ein bisschen jünger? Ich meine in dem Alter gehen doch 17-jährige eh raus solang wie sie wollen, bzw. wie kann man sie denn daran hindern? Welche Konsequenzen/Sanktionen greifen denn wenn er zu spät kommt? Ich meine jetzt nicht dass ich der Meinung bin man solle die Jungs gehen lassen solange sie wollen, ich frag mich grad nur nach der Umsetzung dieser Forderung. Wenn ihr ihn nicht reinlasst wenn er zu spät kommt schläft er ja erst recht woanders.

        2. Frage: die "Baustelle" in der Ehe ist auch schon länger, oder? Ich kann mir hut vorstellen dass das problematische Verhalten des Sohnes (auch wenn er schon fast volljährig ist) damit zusammenhängen KÖNNTE. Manchmal löst man Situationen mit den Kindern indem man die Situation mit dem Vater löst....

        • (6) 28.11.15 - 10:11
          ichkannnichtmehr...

          Hi,

          danke.

          <<<.... Ich meine in dem Alter gehen doch 17-jährige eh raus solang wie sie wollen, bzw. wie kann man sie denn daran hindern? Welche Konsequenzen/Sanktionen greifen denn wenn er zu spät kommt? ...>>>
          Ja - er ist wirklich siebzehn, in einem halben Jahr 18. Es ist so bei uns: Für wochentags gelten Zeiten, an denen er zu Hause sein muß. Das klappt auch. Am WE ist es halt ganz verschieden: Wenn er bsp. nachts mit dem Moped unterwegs ist, dann ist es mir wichtig, eine Zeitangabe zu haben, wann er wieder hier ist, weil ich mir sonst Sorgen mache. Wenn er mit Freunden z.B. in die Disco geht, dann sind wir hier auch mal tolerant. Wir wohnen sehr ländlich, das bedeutet, den Weg zur und von der Disco müssen die Kids entweder gefahren werden oder sie nehmen ein Taxi (Großraumtaxi wird hier oft genutzt, das kommt dann für den einzelnen nicht so teuer). Da ist es nicht so, daß wir darauf bestehen, daß er zu einer gewissen Zeit zuhause sein muss, wenn die anderen eben noch eine Stunde länger bleiben.

          <<<... Wenn ihr ihn nicht reinlasst wenn er zu spät kommt schläft er ja erst recht woanders....>>> Diese Frage stellt sich nicht: er hat einen Schlüssel und wenn er den nicht dabei hat, dann kennt er hier den Ort, wo einer für Notfälle hinterlegt ist, auf den er jederzeit zugreifen kann!

          <<<.... die "Baustelle" in der Ehe ist auch schon länger, oder? Ich kann mir hut vorstellen dass das problematische Verhalten des Sohnes (auch wenn er schon fast volljährig ist) damit zusammenhängen KÖNNTE....>>> darin stimme ich dir voll zu. Kurz: mein Mann hatte eine Affäre, die der Sohn offensichtlich VOR MIR erkannte, doch er konnte sich damit niemanden anvertrauen.... Da gibt es noch einiges aufzuarbeiten, ich weiß auch gar nicht, ob wir als Ehepaar das überhaupt schaffen!
          LG

          • Vielleicht helft ihr eurem Sohn am besten, wenn ihr euch ersteinmal um eure Ehe kümmert.

            ich weiß ja nicht, was genau vorgefallen ist und ich weiß auch nicht was genau das Problem deines Sohnes ist.

            Aber nach den Paar Brocken, die du zu eurer Ehe schreibst, dass er da viel mitbekommen hat, in einem Loyalitätskonflikt steckte und wie ihr jetzt miteinander umgeht, würde ich diese beiden Baustellen nicht unabhängig voneinander behandeln.

            Was ist eigentlich bei deinem Sohn vorgefallen? Seit wann hat er Drogenprobleme, welche Drogen sind das?

            • (8) 28.11.15 - 17:05
              ichkannnichtmehr...

              Es geht um Kiffen und XTC - dieses laut seiner Aussage nur einmalig, aber ich hab keine Ahnung ob ich ihm das glauben soll/kann. Er ist immer noch nicht zuhause...
              Klar müssen wir uns auch um unsere Ehe kümmern, aber das lässt sich nicht von heute auf morgen "bereinigen". Es ist so, daß wir uns derzeit schon relativ gut verstehen, man muss es sich nicht so vorstellen, daß hier täglich große Streitereien zwischen mir und meinem Mann herrschen, wir führen viele offene Gespräche, dennoch dauert es.

              Wie lange das mit dem Kiffen geht bzw. wie häufig, das weiß ich nicht genau. Ich hab es das erste mal im Frühjahr bemerkt..
              LG

              • Gibt es sonst Probleme mit ihm?

                Du sagst, es hätte einen Vorfall gegeben, aus irgendeinem Grund war die Polizei da und du bist dir nicht sicher, ob er nur einmal etwas konsumiert hat.

                Das ganz war im Frühjahr?
                Was ist seitdem geschehen?

    Frag die Menschen von der Drogenberatung doch mal, ob sie für dich und deinen Mann mal einen Besuch organisieren können wo Drogenkarrieren enden, vielleicht erkennt dein Mann dann da die Notwendigkeit für ein Ende der Freiheiten. Wird zwar sicher schockierend für Euch beide, aber ich glaube Du hast die fatalen Konsequenzen mehr im Blick als er.

    • (11) 28.11.15 - 07:16
      ichkannnichtmehr...

      Ich habe ihm gestern, kurz bevor ich abends wegging, einen Videostream einer Sendung "Planet wissen" genau zu diesem Thema ansehen lassen. Also wir waren etwa zwei Stunden, bevor Sohnemann das Haus verließ, ganz nah an diesem Thema dran. Darin ging es um die Geschichte eines drogensüchtigen Kindes, wie es in Zusammenarbeit mit Mutter/Elternhaus und Therapie den Absprung geschafft hat. Und darin wurde auch ganz deutlich erklärt, wie wichtig es ist, dieses Verhalten nicht indirekt auch noch zu "belohnen", solche Kinder halt teilweise einfach zu "schieben" und zu "ziehen" und auch bedingt zu kontrollieren...
      Ich weiß nicht, was noch passieren muß, daß dieser Papa endlich aufwacht... das habe ich ihm auch so heute morgen an den Kopf geworfen...

(14) 28.11.15 - 08:25

Ich würde den Vater vor die Wahl stellen: Entweder der Sohn macht zu Hause den Entzug bzw. wird zu Hause so behandelt, dass er die Finger von den Drogen lässt oder er kommt in eine betreute Wohngruppe für Jugendliche, wenn das zu Hause eben nicht klappt. Dort herrschen nämlich strenge Regeln an die man sich zu halten hat und bei Verstoß wird auch klar sanktioniert.

Für mich hört es sich so an, als hätte Dein Mann einfach ein Autoritätsproblem. Er kann nicht konsequent die nötigen Grenzen ziehen, will ein "guter Vater" sein und macht im Prinzip denselben Fehler, wie Väter, die ihren Grundschulkindern alles durchgehen lassen. Der Weg des geringsten Widerstands ist der bequemste und garantiert, dass das Kind nicht aufmuckt. Somit muss man sich nicht mit Problemen auseinandersetzen, man kann sie einfach wegignorieren.
Du wiederum wirst automatisch in die Rolle des Buhmanns gesteckt und musst Dir dann gefallen lassen, wie die böse, überstrenge und kaltherzige Mutter rüber zu kommen, die jeden Spaß verbietet.

Sprich nächstes Mal bei der Drogenberatung gezielt auf so eine Wohngruppe an und lass Deinen Mann ruhig in dem Glauben, dass Du das rigoros und ohne zu zögern durchziehst, wenn er nicht endlich mit Dir zusammenarbeitet um dem Jungen zu helfen.

Von welchen Drogen reden wir hier eigentlich? Hasch und Co kann man ja noch selber den Entzug auf eigene Faust versuchen, aber bei dem chemischen Zeug geht es ja nicht ohne Klinik

da er minderjährig ist, kommt eine betreute Wohngruppe oder eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung infrage. Kontaktiert das Jugendamt und stellt einen Antrag auf Erziehungshilfe.

So, wie es jetzt läuft, werdet ihr das Problem verschärfen.

Gruß

Manavgat

Ganz ehrlich??? Ein 17-Jähriger, der mit Drogen hantiert und wo die Polizei schon zur Hausdurchsuchung da war, der lässt sich doch von seinen Eltern nichts mehr verbieten. Diesen Zeitpunkt habt ihr schon lange verpasst wo ihr "kontrollieren" hättet können was er macht, wo er sich aufhält, in welchen Kreisen usw. und das ganze dann noch zu lenken.

Jetzt ist er da schon drin. Und jetzt bringt es nichts mehr zu sagen "du darfst aber nicht wo anders übernachten" - der lacht euch doch aus!

Ihr müsste jetzt schauen dass er es vom Kopf her VERSTEHT was in seinem Leben falsch läuft. Er muss es selber wollen und davon müsst ihr ihn überzeugen.
Das funktioniert nicht mit Hausarrest und Verboten.

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