Macht der Kontakt überhaupt noch Sinn?

    • (1) 02.12.15 - 01:38
      Pst...

      Hi zusammen

      Ich habe mir lange überlegt hier zu schreiben....
      Keine Ahnung was ich mir davon erhoffe und verspreche. Vermutlich tut es mir ganz gut mal alles von der Seele zu schreiben.

      Entschuldigt bitte dass der Text lange und vllt. auch wirr geschrieben ist.

      Wo fange ich am besten an!?

      Ich bin das mittlere von drei Kindern. Meine Eltern konnten keine eigenen Kinder bekommen und haben aus diesem Grund drei Kinder adoptiert. Aufgewachsen bin ich, soweit ich mich zurück erinnern kann grundsätzlich gut. Ich schreibe bewusst grundsätzlich gut, da es einige Sache gab, dir mir heute falsch erscheinen.

      Positive Gefühle wurden nie gezeigt. Höchsten wenn ich etwas falsch machte oder mein Verhalten ihnen nicht gepasst hat. Wenn ich Hilfe in der Schule benötigte wurde der Stoff so lange in mich hinein getrichtert bis ich nur noch Bahnhof verstand und weinte.
      Einmal hatte ich so ein schlechtes Zeugnis dass ich mich noch nicht einmal mehr nach Hause traute und lieber abhaute und versuchte halbherzig die Pulsadern auf zu schneiden. Zu gross war die Angst den Eltern das Zeugnis zu zeigen.

      Als ich Autofahren lernte wollte mein Vater mit mir üben und ich würgte den Motor ab. Sein Gebrüll dabei werde ich vermutlich nie mehr vergessen. Noch heute sitze ich lieber als Beifahrer im Auto.

      In meiner Kindheit war es oft so dass meine Mutter am Mittag erst nach mir nach Hause kam. Somit wurde erwartet dass ich koche. Wenn sie dann am Abend wieder nach Hause kam, war sie sauer wenn die Küche vom Mittag noch nicht gemacht war.

      Obwohl ich an den Hausaufgaben sass und nicht etwas vor dem TV.

      In den Arm genommen wurden wir nie. Wir hörten auch nie dass sie uns lieb hatten. Wir hatten immer genug zu Essen etc. Aber Liebe wurde nie wirklich gezeigt.

      Ich war immer angepasst und habe brav gemacht was von mir erwartet wurde.

      Erst kurz vor meinem 18.Geburtstag lehnte ich mich das erste Mal gegen meine Eltern auf.

      Ich hatte mich damals von meinem Freund getrennt und kam dann aber wieder mit ihm zusammen. Meine Eltern waren damit nicht einverstanden und verboten ihm den Zutritt ins Haus.
      Nicht weil er in dem Sinne ein schlechter Umgang für mich war und klaute oder so, sondern weil sie Mühe damit hatten dass wir die Zeit die wir zusammen hatten lieber in meinem Zimmer verbrachten als mit ihnen. Ausserdem war er ihnen zu unfreundlich weil er ihnen gegenüber sehr zurückhaltend und ruhig war. Sie fanden sein Verhalten arrogant und sprachen daher das Hausverbot aus.
      Im Nachhinein muss ich dazu sagen mein Freund (inzwischen Ehemann) machte damals eine schwierige Zeit durch und war oft in sich gekehrt und verschlossen. Als er nicht mehr zu mir kommen durfte verbrachten wir die ganze Zeit bei ihm.

      Nach einiger Zeit merkten meine Eltern dass er mir ernst ist mit meiner Beziehung zu ihm und akzeptierten dann auch dass ich ein paar Monate später mit ihm zusammen zog.

      Bis heute ist die Beziehung zu meinem Mann sehr kühl aber soweit freundlich.
      Sie akzeptieren ihn, werfen ihm aber indirekt immer noch vor dass er Schuld ist dass ich nun 1h weit weg wohne von ihnen. Am Anfang hatte besonders meine Mutter sehr grosse Mühe dass ich zu seinen Eltern eine sehr gute und innige Beziehung habe.

      Nach mehreren Jahren war ich dann schwanger mit unserem ersten Wunschkind und er hielt bei ihnen um meine Hand an.
      Kommentar meines Vater: Das ist mir doch egal wer (mein Name) heiratet.
      Meine Mutter hat sich für uns gefreut und meinte später zu mir, sie merke wie gut mein Partner mir tue.

      Als die erste und später auch die zweite Schwangerschaft verkündet wurde kam von ihnen keine Reaktion. Die Nachricht wurde zur Kenntnis genommen.....

      Leider kam es in beiden Schwangerschaften zu Komplikationen. Ich musste mich Wochenlang schonen und durfte nur noch liegen. Auf ihre Hilfe und Unterstützung (besonders bei der Betreuung unseres Hundes, sie haben selber zwei) wartete ich vergebens. Auch als ich konkret nachfragte kamen zwar viele Versprechen eingehalten wurde jedoch nicht eines.

      Unser zweites Kind lernten sie erst 10 Tage nach der Geburt kennen, da sie es nicht schafften vor ihrem Tripp ins Ferienhaus beim Spital vorbei zu fahren.
      Wie immer war ihnen alles andere viel wichtiger.

      Inzwischen sind die Kids 2,5 Jahre und 6 Monate alt. Meine Eltern schafften es in den 2,5 Jahren genau einmal unser Kind zu hüten.

      Obwohl wir nur 1h entfernt voneinander wohnen sehen wir uns höchstens 10x im Jahr. Meine Eltern (beide knapp 60ig) haben ständig andere Pläne und keine Zeit. Und dies obwohl meine Mutter überhaupt nicht mehr arbeitet (Frühpensioniert) und mein Vater nur 60%, da er ihnen finanziell sehr gut geht.

      Am Wochenende trafen wir uns bei meiner Schwester. In den 1,5 Stunden schafften wir es gerade mal uns knapp Hallo und Tschüss zu sagen. Ansonsten wurden wir (mein Mann und ich ignoriert) und die Kids mussten still halten für Familienfotos.
      Dabei war und ist es ihnen jeweils egal dass das die Kinder gar nicht wollen.

      Sie interessieren sich überhaupt nicht für uns, unsere Kinder und unser Leben dass ich gar keine Lust mehr habe ihnen etwas zu erzählen oder etwas ab zu machen.
      Es wird nie nachgefragt wie es uns geht ich muss mir aber immer stundenlang anhören wie und was bei ihnen gerade läuft.

      Im Umgang mit unseren Kids sind sie sehr grob und es kam schon öfters zu unschönen Zwischenfällen. (vllt. erinnert sich jemand von euch noch an meinen früheren Beitrag in dem ich auf die Zwischenfälle einging). Einmal liess meine Mutter unser Kind als es noch ein Baby war voll auf den Kopf knallen. Und vor kurzen gab mein Vater unserem Sohn sein Kissen nicht zurück und hielt es so stark fest als mein Sohn daran zog dass er voll auf den Hinterkopf knallte.
      (Zwei von vielen Vorfällen....)

      Vor ein paar Wochen hatte ich Geburtstag. Es kam ein Paket mit einem Geschenk dass mir viel zu gross ist und auch sonst überhaupt nicht meinem Geschmack entspricht. Meine Eltern kennen mich überhaupt nicht. Sie haben keine Ahnung was mir gefällt. Ich habe mich riesig gefreut dass sie sich die Mühe gemacht haben mir etwas zu schicken und gleichzeitig tut esxwahnsinnig weh zu erkennen wie fremd wir uns eigentlich sind.....

      Ich habe schon so oft versucht mit ihnen zu sprechen, besonders auch was den groben Umgang mit den Enkelkindern betrifft. Aber es nützt nichts. Ich werde nicht ernst genommen und ignoriert.
      Es wird alles herunter gespielt obwohl mein Sohn da steht und weint weil sie ihm körperlich und psychisch weh machen....

      Inzwischen bin ich an einem Punkt angekommen an dem ich merke ich gehe kaputt.

      Ich bin schon völlig gestresst bevor wir uns sehen, während den Treffen kann ich meine Eltern keine Sekunde mit den Kindern alleine lassen und nach den Treffen bin ich einfach nur froh wenn es vorbei ist und die Kinder heile geblieben sind.

      Wenn sie uns sehen wollen dann ist es selbstverständlich dass wir Zeit haben müssen. Als ich damals als unser zweites Kind erst ein paar Tage alt war tagelanger Besuch von ihnen (inkl. ihrer zwei Hunden) ablehnte wurden sie sauer. Ein paar Wochen später tauchten sie dann einfach unangekündigt auf.

      Macht der Kontakt so überhaupt noch Sinn?

      Sorry dass der Text so lang geworden ist. Aber es ist gar nicht so leicht möglichst kurz und knapp zu schreiben.

      • (2) 02.12.15 - 06:11

        "Ich bin schon völlig gestresst bevor wir uns sehen, während den Treffen kann ich meine Eltern keine Sekunde mit den Kindern alleine lassen und nach den Treffen bin ich einfach nur froh wenn es vorbei ist und die Kinder heile geblieben sind."

        An deiner Stelle würde ich mich zurückziehen und den Kontakt weitestgehend einstellen. Die Energie die du bei dem Ärger über deine Eltern "verschwendest" solltest du in deine kleine Familie investieren.

        Es tut mir leid, dass du so lieblos aufgewachsen bist aber du selbst hast ganz viel Liebe in dir, dass spürt man beim Lesen. Gib deinen Kindern die Zuneigung, die du dir immer gewünscht hast. Vielleicht macht auch eine Therapie Sinn, um dich von deinen Eltern zu lösen, denn du wirst sie nicht ändern und emotional auch nicht in einem Gespräch erreichen (davon gehe ich nach deinen Schilderungen aus).

        Alles Gute!

        wind.kind

        • (3) 02.12.15 - 11:02

          Hallo

          Vielen vielen Dank für deine Zeilen. Schön dass du dir die Zeit genommen hast meinen Beitrag zu lesen.
          Es tat gut deine Worte zu lesen.

          Aufgrund meiner Kindheit zweifle ich ganz oft an mir und habe immer das Gefühl ich bin schuld dass es soweit gekommen ist.
          Deine Worte haben mir Mut gemacht den Kontakt einfach so zu belassen wie er gerade ist und ab zu warten was weiter passiert.

          Die Idee bezüglich einer GT finde ich sehr gut. Ich habe mir dies schon länger überlegt.
          Muss ich mich hierfür an den Hausarzt wenden?

          Liebe Grüsse und alles Gute!

      (4) 02.12.15 - 07:12

      Kurz aus dem Nähkästchen:
      Das klingt exakt wie meine Kindheit, auch dieser Vorfall mit dem Zeugnis und dem "Selbstmordversuch" hab ich 1:1 so erlebt. Ich war psychisch mit Ende 20 so fertig, dass ich mich in Therapie begeben musste, nach und nach gelernt habe, meine Kindheit zu verarbeiten und meine Eltern mit etwas anderen Augen zu sehen, in manchen Punkten sogar zu verstehen (beide sind mit massiver häuslicher Gewalt großgeworden, beide kannten selbst keinen liebevollen oder auch nur vernünftigen Umgang).

      Heute hat sich das Verhältnis deutlich gebessert, allerdings auch, weil meine Eltern sich gebessert haben, vielleicht sind sie altersweiser geworden, vielleicht waren sie selbst in Therapie, auch wenn sie es nie zugeben würden.

      Diese Therapie war -rückblickend betrachtet-das Beste, was mir passieren konnte, auch wenn ich daran nie geglaubt hätte. Denn selbst wenn ich mich distanziert und den Kontakt eingeschränkt hatte, die ewig kreisenden Gedanken & negativen Emotionen hatte ich doch permanent im Kopf, zur Ruhe kam ich selten. So konnte ich wenigstens halbwegs abschließen und ein halbwegs normales Verhältnis zu meinen Eltern aufbauen. Die mich trotz ihres schwierigen Verhaltens lieben und mich immerhin aufgezogen haben, inkl. Finanzierung meines Studiums.

      Vielleicht wäre das auch ein sinnvoller Schritt für Dich? All the best!

      • (5) 02.12.15 - 11:06

        Hallo

        Vielen Dank auch dir für deine Antwort.

        Es tut mir leid dass deine Kindheit so ähnlich ablief wie meine. :-(

        Darf ich fragen wie lange du in Therapie warst? Wie kamst du zu einem Therapeuten? Durch den Hausarzt?

        Wie ist die Beziehung heute zu deinen Eltern? Redet ihr über früher? Geben Sie Fehler von früher zu?

        Sorry ich weiss meine Fragen sind extrem persönlich. Wenn du nicht willst, musst du mir selbstverständlich nicht antworten.

        Liebe Grüsse und alles alles Gute!

        • (6) 02.12.15 - 17:19

          Hei, kein Problem. 1,5 Jahre, wirklich verarbeitet aber erst nach ca 4, nein, ich möchte nicht mit ihnen darüber reden, wem würds auch nutzen, ich versuch einfach im Jetzt zu leben....

    Hallo,

    Ich glaube (ganz ehrlich), dass bis heute sehr sehr viel Glas zerbrochen wurde. Euer Verhältnis ist schon sehr angespannt. Es liest sich, als Warte jeder von euch nur auf einen Fehler des Anderen.

    Erst einmal würde ich für mich die Frage klären, ob ich überhaupt wieder mehr und besseren Kontakt mit Ihnen möchte. Denn so, wie es sich liest, machst du es Ihnen auch nicht gerade leicht. Du lauerst immer schon auf ihren nächsten Fehler (Self fullfilling Prophecies).

    Vermutlich wirst du sie nicht mehr groß ändern, also müsstest du an dir arbeiten. Ob sich das lohnt, kannst aber nur wissen.

    Alles Gute und Liebe Grüße

    • (8) 02.12.15 - 11:08

      Hi

      Auch dir herzlichen Dank für deine Antwort.

      Darf ich nachfragen was genau du damit meinst wenn du sagst: ich mache es ihnen auch nicht gerade leicht?

      Liebe Grüsse

(9) 02.12.15 - 09:06

Hallo!

Hört sich nach einer sehrl lieblosen Kindheit an. Sehr traurig. Ändern kannst du die Personen nicht. Aber du selbst. Du musst wissen ist es dir wichtig mit ihnen Kontakt zu haben oder besser einen Schlußstrich ziehen. Erwarten kann man von anderen nix. Ich würde ihnen auch kein Kind mehr anvertrauen. Ich hatte ihn meiner ersten Ehe auch eine schwierige Schwiegermutter. Solange ich tat was sie für gut hielt war ich Schatz. Hatte ich was dagegen war sie sauer. Ich versuchte es viele Male. Bis ich mich entschloß gar keinen Kontakt mehr zu haben. Das war das Beste was ich gemacht habe.

Ob der Kontakt noch Sinn macht kann dir hier niemand beantworten. Hör auf dich und dann wirst du die richtige Entscheidung treffen.

lg.g.

(11) 02.12.15 - 09:13

Hallo!

Die Frage die sich mir erstmal stellt ist die, wieso solch lieblose Menschen gleich drei Kinder adoptieren. Aber das ist ja nicht Deine Frage.

Beim Lesen empfinde ich Deine Eltern als sehr passiv aggressiv Deinen Kindern gegenüber. Dir gegenüber waren sie ja aktiv aggressiv, durch Schreien etc..

Nun, vielleicht erwägst Du wirklich eine Gesprächstherapie und entscheidest dann, was Du möchtest.
Denn Du hast eine offenbar sehr liebevolle eigene Familie gegründet, auf die Du stolz sein kannst und die als allererstes zählt. Die Befindlichkeiten Deiner Eltern müssen Dich gar nicht so sehr interessieren.
Das was Dich dabei immer noch verletzt kannst Du, wie schon erwähnt, in einer GT aufarbeiten.

Herzlich,
Dana #blume

  • (12) 02.12.15 - 11:11

    Hi

    Danke für deine Antwort.
    Die Idee bez. einer GT finde ich sehr gut. Weisst du ob ich mich hierfür an meinen Hausarzt wenden kann?

    Liebe Grüsse

(13) 02.12.15 - 11:05

Du solltest einfach deine Ansprüche an deine Eltern runterschrauben.
Ja es ist traurig - aber deine Eltern waren als Eltern nicht grade die Liebe-Verteilenden super-Eltern.... wieso sollten sie als Großeltern anders sein.
Sie fahren gerne weg und unternehmen was anstatt sich für irgendwas zu verpflichten.
Akzeptiere es einfach und dann wird es dir besser gehen.

Es gibt viele Großeltern die gehen im "Großeltern-Sein" total auf und helfen und machen und tun - aber es gibt auch die anderen. Die haben die Kinder groß bekommen und wollen jetzt ihr Leben genißen, keine Verpflichtung, nix.

  • (14) 02.12.15 - 11:16

    Hi

    Ja vllt. hast du recht und ich muss meine Erwartungen herunter schrauben.
    Gleichzeitig wird aber auch von mir ständig viel von ihnen erwartet....

    Aber ich habe Mühe damit wenn meinen Kindern verbal oder körperlich weh gemacht wird und wenn ich sie bitte dies zu unterlassen mein Wunsch einfach ignoriert und weiter gemacht wird.

    Liebe Grüsse

(15) 02.12.15 - 12:33

Hallo liebe TE,

kann dir leider nicht viel raten, sondern dir sagen du bist nicht allein, es schmerzt wenn die eigenen Eltern so fremd sind.
Meine Mutter wohnt auch nur 30 minuten von uns entfernt und ist in ganzen 6 Jahren 5 mal vorbeigekommen, meine Mutter ist Alkohol krank und hat ihr ganzes Leben und meine ganze Kindheit nur gesoffen, ihr waren Ihre Männer und sie immer am wichtigsten. Sie hat nur sich selber geliebt bis heute.
Das Letzte mal habe ich sie gesehen als Sie wieder mal um Geld bat, ihr aufgedunsenes Gesicht und dieser widerliche Körpergestank war unerträglich - und sie ist meine leibliche Mutter !!! Sie war/ist wie eine fremde Person für mich.
Ich für meinen Teil habe ihr verziehen und damit abgeschlossen. Das Einzige was ich ihr nicht verzeihen kann ist das meine Kinder keine Oma haben.
Meine Tochter leidet sehr darunter, warum Oma nicht kommt. Ich sage dann immer Oma ist krank.
Die Eltern meines Mannes wohnen auch 200 km entfernt und sehen sie auch viel zu selten.
Es ist wirklich sehr sehr schwer, ohne elterliche Hilfe die Kinder groß zu bekommen.
Wenig bis gar keine Paarzeit, Termine muss man sie immer überall mitschleppen, Keine Auszeit von den Kindern etc.
Was ich dir raten, Kontakt stark eingrenzen, auf Distanz halten, dich auf deine Kinder zu konzentrieren, die Fehler nicht bei unseren Kindern zu wiederholen und für das Dankbar sein, was wir haben, gesunde Kinder und einen Mann der uns liebt.
Notfalls begib dich in therapeutische Hände um das alles besser zu verarbeiten!!!

Liebe Grüße und fühl dich gedrückt du bist nicht alleine

  • (16) 02.12.15 - 15:38

    Hallo

    Herzlichen Dank für deine Antwort und deine offene und ehrliche Rückmeldung bez. der Situation mit deiner Mutter.
    Puh... Hört sich echt übel an!
    Es tut mir sehr leid dies alles zu lesen.

(17) 02.12.15 - 13:59

Hi, auch ich bin das mittlere Mädchen von dreien. Wir haben alle unterschiedliche Väter und ähneln uns daher weder im Wesen, noch äusserlich. Ich kam auch mehr auf meinen Vater raus und unterscheide mich vom Charakter her total von meine. schwestern. Weder haben mich Jungs früh interessiert, noch habe ich angefangen Kette zu rauchen wie meine Schwestern und meine Mutter, die ebenfalls früh anfing. Ein inniges Verhälntniss hatten wir nie. Zu meiner grossen Schwester war mit meiner Mutter eine sehr enge Bindung. Ich kann nicht sagen, ob ich darauf Eifersüchtig war, eigentlich, wenn ich so nachdenke, nicht auf die Bindung als solche, sondern eher auf den Umgang. Meine Mutter und meine grosse Schwester bauten auch zusammen. Als bei ihr und auch bei mir Kinder kamen, waren ihre immer ganz vorne und nach meinen (wohne ca 30 km entfernt) wurde so gut wie nie gefragt. Als mein erstes Kind geboren wurde, war mein Neffe (bis dahin das erste Kind/Enkel) 2,5 Jahre alt. Es wurde immer von mir erwartet, dass ich mit einem Neugeborenen die 30 km fahre, da mein Neffe ja geregelte Zeiten hätte.....die hatte ich auch vor, mit meiner Tochter reinzubekommen.
Daher lief das ganze eher unter : ferner liefen....
Ich wurde nur aus der Schublade des Vergessens gekramt, wenn eine von beiden Streit mit der Anderen hatte....und wehe ich sagte etwas negatives.....sobald sie wieder miteinander klar kamen, wurde dann, wie zuvor gegen mich gewettert. Da das so seit der Kindheit geht (100000de von Vorfällen, incl Schlagen mit Fäusten oder Kochlöffel), habe ich irgendwann die Reissleine gezogen. Ich merkte ich gehe so kaputt. Immer zu versuchen, dass die Enkelkinder Kontakt mit Oma bekommen, jedes Wort das ich sage vorsichtig abzuwägen, ...das ging irgendwann nicht mehr. Ich brach den Kontakt komplett ab. Ich habe meinen Kindern von meiner Kindheit erzählt, sie wollten von sich aus keinen Kontakt zu Mutter haben. Das ist nun 10 Jahre her. Vor einigen Tagen schickte meine Mutter meiner Tochter eine Anfrage via Facebook. Ich liess es meiner Tochter offen, die aber mit dem Vermerk: spinnt die?! diese gleich wieder löschte.
Mir geht es besser. Ich vermisse sehr häufig eine Mutter-nur nicht meine!

Ps. Umarmungen, liebesbekundungen oder ähnliches, auch bei Krankheit, gab es bei uns nie! Ich weiss nicht ob du das Buch " Kriegskinder" und "Kriegsenkel" gelesen hast, das erklärt bei vielen aus der Kriegs/Nachkriegsgeneration die Gefühlskälte!
Lg Conny

  • (18) 02.12.15 - 15:43

    Hallo

    Danke für deine Antwort.

    Es tut mir leid was du mit deinen Geschwistern alles erlebt hast!
    Solche Erlebnisse und Erfahrungen machen leider innerlich sehr viel kaputt.

    Vermutlich ist es manchmal wirklich besssr den Kontakt abzubrechen.
    Danke auch für den Buchtipp.
    Ich werde das Buch mal genauer anschauen.

    Liebe Grüsse

Ich müsst das ganze noch etwas hinterfragen.

Sind deine Adoptiveltern sehr konservativ eingestellt?

Evtl. beides Akademiker?

Sind in deren Freundeskreis ebenfalls "Spießerfamilien"?

(So klassisch mit heiraten, Haus bauen, 2-3 Kinder kriegen ... )

  • (20) 02.12.15 - 15:50

    Hi

    Danke für deine Fragen und Danke dass du den lange Text gelesen hast

    Mhm...
    Mein Vater hat studiert meine Mutter ist Bürokauffrau.

    In ihrem Umfeld (wahnsinnig viele Freunde haben sie nicht) gibt es versch. Konstelationen. Viele Leute sind Kinderlos aber verheiratet und wohnen in einem Eigenheim oder zur miete. Freunde mit Kindern haben sie nicht wahnsinnig viele. Die meisten von denen haben nur 1 Kind.

    Meine Eltern haben beide 2 resp. 3 Geschwister.

    Liebe Grüsse

    • O.K.

      Ein wirklich klares Bild ergibt sich da leider kaum aber es gibt ja nicht soo viele Erklärungen.

      Ich spekuliere daher mal so drauflos, vielleicht erkennst du ja was wieder was dir weiterhilft.

      Deine Adoptiveltern haben sich Kinder wahrscheinlich aus den falschen Gründen gewünscht, nämlich weil eine ordentliche Familie Kinder haben muss und weil man im Alter nicht allein sein will.

      Wie du weißt ist Eltern sein harte Arbeit!
      Und jetzt stell dir vor, dass diese Liebe, wie man sie zu seinem leiblichen Kind empfindet, diese instinktive Liebe, fehlt.

      Du brauchst kein schlechter Mensch sein um bei aller Liebe von Kindern überfordert zu sein aber wenn diese Liebe fehlt ... das kannst du mit dem Kopf nicht ausgleichen :(

      Nach deinen Schilderungen bin ich mir sicher, dass deine Adoptiveltern sich sehr bemüht haben, stundenlang Nachhilfe ... das macht man nicht wenn es einem egal ist.

      Ehrgeiz war auch eine Menge vorhanden und wahrscheinlich schlaue Erziehungsratgeber die zu entsprechender Strenge und klaren Strukturen geraten haben.

      Naja, worauf ich hinaus will ist, dass die emotionale Bindung von Anfang an wohl eher schwach war und das nötige Einfühlungsvermögen gefehlt hat.

      Jetzt hast du eigene Kinder und deine Eltern sehen wie es zwischen Eltern und Kind auch funktionieren kann. Wahrscheinlich schleicht sich unterbewusst eine gewisse Missgunst ein und ohne das es gewollt ist fühlen sie sich in ihrem Stolz verletzt und reagieren irrational mit Ablehnung.

      Wenn sich das Verhältnis bessern soll wäre es wahrscheinlich gut die "alten Geschichten" in einer Gruppentherapie aufzuarbeiten.

      Du könntest, wenn du bereit wärest den ersten Schritt zu machen, einräumen, dass du Fehler in der Kommunikation gemacht hast und so deine Eltern bitten dir zu helfen die Vergangenheit zu bereinigen, das zieht sicher besser als Schuldzuweisungen .

      Wer was wann wie gemacht hat würde sowieso in solchen Sitzungen aufgeräumt werden, müsste also so nicht im Raum stehen bleiben.

      LG

      • (22) 02.12.15 - 16:35

        Ich denke du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

        Schon als Kind habe ich immer gesagt irgend etwas fehlt in der Beziehung die wir zueinander haben. Empathisch waren sie leider noch nie.

        • Wenn ich so weiterlese denke ich, dass du dich erstmal wirklich zurückziehen solltest.

          Das setzt auch ein Zeichen "Mir fällt der Kontakt schwer/ Ich brauche eine Auszeit".

          Um die Stimmung nicht zu vergiften könntet du sagen, dass du dir Kontakt wünschst, auch für deine Kinder aber, dass sich etwas verändern muss und du brauchst erst mal eine gewisse Distanz.

          Dann lass etwas Zeit ins Land gehen, min 1/4 Jahr, besser mehr und in der Zeit denk mal nicht an deine Adoptiveltern.

          Irgendwann kommt der Gedanke wieder und dann wirst du wissen ob du wieder Kontakt willst. Hetz dich nicht, sowas kann man nicht erzwingen.

          Wenn es dann soweit ist, mach dir Gedanken wie du dir Kontakt wünschen würdest und wie sich deine Wünsche mit deinen Eltern vereinbaren lassen.

          LG

          • (24) 03.12.15 - 11:00

            Guten Morgen

            Danke dass du dir noch einmal Zeit genomen hast mir zu schreiben.

            Das Problem ist dass ich wahnsinnig Mühe habe auf den Tisch zu klopfen.

            Am 25.Dezember habe ich zugesagt zu meinen Eltern zu kommen.
            Eigentlich will ich gar nicht, habe aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen und das Gefühl ich muss gehen für sie und unsere Kids.
            (Du merkst vermutlich anhand meines Textes wie unsicher ich bin. Ich will es immer allen recht machen und vergesse mich ganz oft selber dabei.)

            Im Januar feiert mein Vater einen runden Geburtstag. Auch dort haben wir bereits zu gesagt. Was empfielst du mir? Beides absagen? Oder wenigstens an den Geburtstag gehen und ihnen soweit als möglich aus dem Weg gehen und die Kids zu Hause lassen?
            Den Plan bez. den Kids habe ich mir erst vor ein paar Tagen überlegt einfach weil es fûr meinen Mann und mich dann einfacher wär. Wir feiern in einem Restaurant und unsere Kids sind dort die einzigen.

            Liebe Grüsse

            • Naja, jetzt hast du schon zugesagt und ich bin der Meinung, dass man sich an Zusagen halten muss, wenn sich die Situation nicht grundlegend geändert hat.

              Beiß in den sauren Apfel und geh zu den "Pflichtveranstaltungen". Den Geburtstag im Restaurant kannst du dann ja ggf. die Kids daheim lassen wenn du einen Babysitter hast. - Einzige Kinder, große Feier etc. sollte als Begründung reichen -

              Danach kannst du deinen Eltern dann ja erklären, dass du etwas Abstand brauchst.

              Wenn sie an dem Punkt schon eine Erklärung verlangen, dann sag ihnen einfach, dass das derzeitige Miteinander für dich zu anstrengend ist, du dir aber erst über ein paar Dinge Klarheit verschaffen musst.

              Später kannst du dann ja sagen, dass du dir ein moderiertes Gespräch wünschst um einen neuen Anknüpfpunkt zu finden.

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