ich behandle ihn schlecht, sagt er..

    • (1) 05.12.15 - 22:11
      es stimmt vielleicht.

      hallo zusammen,
      mein mann und ich haben seit ca. 1 jahr massive p robleme.

      davor gab es auch immer mal krisen, aber bis dahin haben wir es irgendwie geschafft.

      er ist sehr aufbrausend gewesen und über viele jahre habe ich versucht, damit umzugehen, ich bin eher der "ausdiskutierer" als der streiter, aber manchmal oder immer häufiger flogen dann auch richtig die fetzen..

      er hat häufig seine ungeduld an den kindern ausgelassen und später auch an mir. schon die frage nach tesa konnte einen genervten kommentar nach sich ziehen, obwohl er jetzt wirklich keinen stress hat. also zumindest was die arbeit betrifft. er verdient sehr gut und das mit wenig einsatz.. andere arbeiten für ihn. aber niemand kann es ihm recht machen.

      auch an seinem bruder, unserem nachbarn,wem auch immer hat er was auszusetzen.

      vor einem jahr dann der knall, kurz vor der trennung. wir haben gesagt, wir lassen es jetzt mal sacken. im sommer konnte ich nciht mehr. er hat versprochen sich zu ändern und bemüht sich seitdem ungemein. aber ich fühle nichts mehr. ich brauche keine umarmungen mehr, kein sex. ich finde ihn nicht anziehend. aber ich mag ihn, er ist verlässlich und im grunde kein schlechter mensch. er stellt sich nur manchmal ungeschickt an und versucht, sich vermutlich dadurch dass er mäkelt besser zu fühlen.

      nach dem gespräch damals, hat er gesagt, er würde sich ganz dolle mühe geben aber für mich ist es nicht einfach so dass man mal weitermacht wo man aufgehört hat. ich glaube entweder an einen neuaufbau oder auch viel abstand. beides will er nicht, also weder therapie noch räumlichen abstand. für ihn wäre das wie trennung.

      er versteht meine bedürfnisse nicht oder ignoriert sie. wir hatten gesagt, dass er z.b. einen abend die woche sport macht, damit ich auch 1x in der woche einen abend für mich ganz alleine habe. hat er genau 1x gemacht. er wollte ein wochenende wegfahren, hat er nicht gemacht. er ist lieb und zu mir extrem aufmerksam. aber es kommt nicht durch.

      nun hat er heute den ganzen abend geschmollt und meinte dann ich würde ihn schlecht behandeln und er würde sich wie der letzte dreck fühlen.

      ich weiß er hat ein stückweit recht, wir haben keinen sex (ich weiß er hätte gerne mehr und überhaupt welchen), ich setze mich nicht mehr mit ihm hin zum reden, aber auch weil er es jahrelang nicht gemacht hat. ich mache nicht den eindruck lust auf unternehmungen mit ihm zu haben, was auch tatsächlich so ist, aber er wollte jahrelang n ichts machen und auch jetzt müssen es die dinge sein, die er vorschlägt.

      ja er hat sich wirklich geändert und gebessert, aber mein gefühl des abgefahrenen zugs geht nicht weg. ich würde uns gerne eine chance geben und bin mir auch bewußt, dass von mir was kommen muss. aber ich habe wirklich keine kraft mehr. ich habe mich ausgeklinkt, weil ich so meine energie für mich behalte. er macht mir geschenke und ich freue mich nicht darüber. ich lobe ihn nicht. ja ich weiß ich behandle ihn schlecht.

      aber ist es nicht auch schwierig einfach "schwamm drüber" weitermachen und es ist als wäre nichts gewesen? ich brauche zeit für mich und ziehe mich zurück, ich versuche nicht allzuviel zeit mit ihm zu verbringen, aber was ich nicht mache, ist an ihm rummäkeln oder unfreundlich sein.. ich bin eher "leblos".

      heute habe ich tatsächlich an ihm herumgemäkelt, weil er etwas zu unserem sohn gesagt hat, was ich überhaupt nciht in ordnung fand. hatte was mit urheberrecht zu tun. wir haben total unterschiedliche meinungen und vielleicht haben wir uns auch missverstanden, aber meine kritik hat dazu geführt, dass er den rest des tages total beleidigt war. und dann zum schluss. "du behandelst mich nicht gut"..

      oh mann, wie kann das nur besser werden, ich kann doch auch nicht aus meiner haut.

      lg

      • Wie du es beschreibst, bist du mit ihm "durch".
        Es sind vermutlich zu viele Jahre ins Land gegangen, in denen ihr nichts für euch und eure Ehe getan habt.

        Manchmal ist die Liebe einfach futsch. Bei einem schleicht es sich unmerklich aus und bei euch hast du bisher deine ganze Energie darauf verwendet, deinen Mann in Schach zu halten, dass dir vielleicht gar nicht mehr bewusst war, wie du wirklich empfindest. Jetzt bist du mehr zur Ruhe gekommen und die Grundlage für all den Kampf ist gar nicht mehr da.

        Dein Mann lässt dir auch überhaupt keine Luft zum Atmen und um zur Besinnung zu kommen. Er ist wie ein kleines Kind, wirklich schrecklich. Dein Text klang schon furchtbar anstrengend. Ständig steht er im Mittelpunkt und jetzt möchte er auch noch gelobt und getätschelt werden, wie gut er sich doch benimmt. Dir gesteht er aber nichts zu....weder eine Therapie noch Zeit für dich oder räumliche Trennung und sogar die Unternehmungen müssen nach seiner Nase gehen. Dein Mann ist ein anstrengender Egozentriker. Selbst wenn die Gefühle noch da wären, wäre ich immer auf der Hut, wann er wieder in alte Muster zurückfällt und seine Aufmerksamkeit und Liebenswürdigkeiten aufgibt. Ich glaube nicht daran, dass jemand nach vielen Jahren plötzlich von heute auf morgen zu einem anderen Menschen wird.

        (4) 06.12.15 - 04:08

        Ich sehe deine Gefühle für deinen Mann wie eine Pflanze, die lange vernachlässigt wurde und jetzt vertrocknet ist.
        Da hilft alles gießen nichts mehr, es wird keine neuen Knospen oder Triebe geben, es ist zu spät. Dein Mann hat zu spät begriffen, dass der Karren vor die Wand fährt, der Karren ist jetzt an der Wand, dein Mann strampelt ein wenig, aber du empfindest nichts mehr.
        Zudem sperrt er sich für Rettungsversuche.
        Was bleibt dir noch außer Trennung?

      • In dem Moment, wo Du mit ihm vereinbart hast, dass er sich aus Deiner Reichweite bewegt, damit Du Deine Ruhe hast, sollte Dir doch klar geworden sein, dass Du Dich ohne ihn einfach wohler fühlst, oder? Ein Abend für Dich wäre ein Geschenk, ein Wochenende ohne ihn wäre Luxus.

        Was wäre wohl eine Wohnung ohne ihn?

        • (6) 06.12.15 - 13:57
          vielleicht stimmt es..

          hallo,

          naja, er ist halt einfach immer da, und jeder der immer um mich wäre würde mich vermutlich nerven.

          wir haben heute morgen geredet, ich habe ihm gesagt, dass ich nachvollziehen kann, dass er sich schlecht behandelt fühlt, ich aber auch nicht aus meiner haut kann. er versteht nicht, dass da was kaputt gegange ist und ich fürchte ich halte ihn hin...

          ich hoffe es würde gras über die sache wachsen, aber er erwartet eben mehr. er sagt, ich kann 20 tage ihn mit dem arsch nicht angucken aber 1x im monat wäre schön. ich verstehe ihn total gut, jetzt ist er mal in einer verzweifelten lage.. bisher hatte ich den leidensdruck.

          aber jetzt einfach alles hinschmeissen= im moment nerven mich zwar schon ab und an sachen aber es ist ok, nach hause zu kommen, es gab schon zeiten da wollte ich bloß noch weg.

          aber im prinzip stimmt es wohl, die blume ist vertrocknet, aber sie hofft halt irgendwie doch noch auf ein wunder...

          lg

      Wie läuft es denn, wenn ihr mal gemeinsam was macht? Könnt ihr zusammen auch mal spaß haben? Vielleicht für den Anfang Kino, da entsteht nicht so leicht ungemütliches schweigen und man kann danach wenigstens über den Film reden.

      Wenn ihr gemeinsam was unternehmt könnt ihr erst merken, ob es noch eine Basis gibt, wenigstens eine Freundschaftliche. Wenn ihr weiter macht wie bisher kann sich halt auch nichts bessern, also schau dass ihr mal was unternehmt zu zweit und überhaupt eine chance besteht euch näher zu kommen.

      ohne Therapie wird das nichts mehr. Wenn er nicht will, verschwende keine Zeit mehr.

      (9) 06.12.15 - 20:59

      Hallo du,
      Dafür, dass du komplett mit ihm durch bist, ist mir dein Text zu lange, zu ausführlich, zu fragend.
      Für mich klingt es als hättest du noch Hoffnung oder wünsche an eure Partnerschaft.
      Er möchte keine Therapie und räumliche Trennung - vielleicht solltest du für dich eine Therapie machen, um dir über dich und deine Wünsche klarer zu werden oder nur um dir Kraft zu holen die Beziehung zu beenden und die Reaktion deines Partners besser aushalten zu können.
      Vielleicht kommt aber auch raus, dass da noch etwas da ist, auf dem man aufbauen kann und er kommt dann doch mit zur Therapie, weil es für ihn der letzte Strohhalm ist.
      Liebe grüße

      Vielleicht

      Bevor sich etwas ändert (was es ohnehin tut, mit oder ohne Dein Zutun, nur eventuell nicht in die Richtung wie Du willst), wäre es schön, wenn Du Dich auf die Suche nach Deiner Lebendigkeit und Lebensfreue machen würdest, damit Du wieder in Deine Kraft kommst.

      Herausfinden was Dir selbst gut tut, versuchen das in den Alltag zu integrieren, Wünsche und Ziele notieren.

      Falls Du merkst, daß Du hier nicht weiterkommst, dann ist es eine Überlegung wert, sich Hilfe von Außen zu holen.

      Die Situation ist jetzt wie sie ist, und wenn er lediglich sein oberflächliches Verhalten ändert und nicht an die tiefersitzenden Konflikte gehen will oder kann dann werden seine Möglichkeiten mit Dir und anderen umzugehen, beschränkt bleiben.

      Ähnlich sieht es jedoch auch bei Dir aus, (<<ich kann doch auch nicht aus meiner haut>>), gleichzeitig hast Du jedoch den ersten Schritt gemacht indem Du hier geschrieben hast, was nicht nur den Wunsch sondern auch die Absicht bekräftigt etwas zu ändern

      Und ich behaupte: doch.... Du kannst aus Deiner Haut, es geht nicht ums "sich ändern" sondern ums "mehr ich selbst sein"

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