lange Ehe, Gewohnheit, Trennung nicht vorstellbar

    • (1) 13.12.15 - 08:38
      Weihnachtselfin

      Ich 45 mein Mann 60, zusammen seit 27 Jahren - also schon mehr als die Hälfte meines Lebens verbringe ich mit diesem Mann.

      In guten wie in schlechten Zeiten, das ist wohl wahr. Wir haben uns viel aufgebaut in dieser Zeit - Haus, 3 erwachsene Kinder, Krankheiten, familiäre Schwierigkeiten durchgestanden/erlebt.

      Für dieses Jahr 2x Sex, ich hätte ihn nicht gebraucht.....

      Manche werden mich verstehen, viele vermutlich sagen, trenn dich.

      Aber, hat man nicht auch eine gewisse Verantwortung dem Partner gegenüber.

      Ich hätte ja keine trifftigen Gründe mich zu trennen. Er betrügt mich nicht und wir können uns aufeinander verlassen. Wir haben einen harmonischen Alltag, verstehen uns ohne Worte. Dennoch gibt es Momente wo er mir tierisch auf den Sack geht.

      Angenommen ich würde mich von ihm trennen, er hat eine überschaubare Rente, müsste ihm wahrscheinlich noch Unterhalt zahlen. Wenn er aus dem Haus ausziehen "würde", wo sollte er hin. Kleine Mietwohnung, er kann nicht kochen, wie würde er im Alltag zurecht kommen. Das würde mir ein schreckliches Gewissen machen. Das hat er auch nicht verdient.

      Ja, so denke ich.

      Imgrunde bin ich zufrieden mit meinem Leben, geht es mir zu gut? Oder ich frage mich: war's das schon, war das alles in meinem Leben.

      Es geht mir auch nicht um einen anderen Mann. Und es heißt doch: besser einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach

      Frage an die schon eher länger verheirateten.

      • (2) 13.12.15 - 10:12

        "Ich hätte ja keine trifftigen Gründe mich zu trennen. Er betrügt mich nicht und wir können uns aufeinander verlassen. Wir haben einen harmonischen Alltag, verstehen uns ohne Worte. Dennoch gibt es Momente wo er mir tierisch auf den Sack geht."

        In so einem Fall würde ich mich nicht trennen - wozu auch? Prickelnde Erotik und Verliebtheit nach 27 Jahren zu erhoffen, ich weiß ja nicht, halte ich für utopisch. Die Frage ist ja auch: wogegen willst du es eintauschen? Denn prickelnde Erotik und Verliebtheit kriegst du ja nicht geliefert nur weil er raus ist. Dann sitzt du halt allein im Haus -oder du treibst dich auf verzweifelten U40 Parties rum und wunderst dich, was da alles so abhängt... Ich denke dass was du hast, ein verlässlicher Partner mit harmonischem Alltag ist schon sehr viel.

        Ich bin nach 18 Jahren von meinem Mann getrennt, weil wir überhaupt keinen harmonischen Alltag hatten, eigentlich gar keinen, wir haben uns nur gestritten, da ging gar nix mehr. Aber von Verliebtheit und Erotik kann bei mir gar keine Rede sein... Ich seh es auch nicht die nächsten Jahre.

        Sieh doch zu die Beziehung mit deinem Mann aufzufrischen - ihn zu neuen Dingen zu überreden... Mach mehr für dich, womit bringst du denn Aufregung in DEIN Leben?

        Ich glaub du bist mit diesem Problem wirklich nicht alleine, eine Freundin, deren Ehe sie (und auch ich) als glücklich bezeichnen würde, sagte, sie habe auch nur noch alle Schaltjahre Sex... Sonst stimmt aber alles.

        (3) 13.12.15 - 11:21

        Mein Mann und ich sind jetzt seit fast 20 Jahren zusammen und wir haben noch immer sehr guten Sex. Er ist mit den Jahren zwar seltener (alle 2-3 Wochen) geworden, dafür aber um so besser. Ich finde meinen Mann noch immer wahnsinnig attraktiv und das obwohl wir Beide in den letzten 20 Jahren ca. 20 Kilo zugenommen haben.#schein

        Klar hatten wir auch mal Zeiten, wo wir nicht so viel Sex hatten. Dann haben wir darüber geredet. Generell haben wir immer sehr offen über unsere Wünsche und Vorlieben geredet. Das Problem ist, dass man sich recht schnell daran gewöhnt keinen oder nur wenig Sex zu haben und man hat dann noch weniger Lust. Da kommt man nur raus wenn man sich zu Sex aufrafft und wenn man das einige Mal macht, dann kommt auch die Lust wieder und damit großer Teil Lebensqualität.

        Erst letzten Freitag waren wir auf einer Weihnachtsfeier. Ich hatte mir ein neues schwarzes Kleid gekauft mit einem recht imposanten Ausschnitt. Mein Mann fand das Kleid oder auch mich in dem Kleid total heiß und konnte die Finger an diesem Abend kaum von mir mir lassen. Zuhause hatten wir dann den besten Sex seit langem. Das ist bei uns nicht alltäglich aber es ist schön, dass es von Zeit zu Zeit so ist.#verliebt

        Sex peppt unsere Beziehung auf, schafft Zufriedenheit und glättet die Wogen. Ich bin mir sicher, dass unsere Beziehung schon lange keine mehr wäre, hätten wir nicht so guten Sex, denn es ist mehr als nur eine rein körperliche Sache. Es ist sich immer wieder neu für den Partner zu entscheiden.

        • (4) 13.12.15 - 12:30

          ...genau das ist es, je länger wir keinen Sex haben umso schwerer tue ich mich (und mein Mann warhscheinlich auch) irgendwie einen Anfang zu finden.

          Gelegenheiten hätten wir genug.

          Wir reden schon darüber, nur kommen wir einfach nicht zur Sache #schein

          Ich merke ja, dass ihm der Sex fehlt, er hat aber auch eine Feinfühligkeit eines Ambosses...und weiss so garnicht wie er es hinkriegen könnte mich ein bisschen weich zu kriegen.

          Wenn ich nicht den Anfang mache, wird's wohl nichts mehr.

          Ich nehme es mir für dieses Jahr noch vor es zu versuchen, ich denke auch der Hunger kommt beim Essen, das ist beim Sex nicht anders

          Man denkt zwar manchmal über Trennung nach, aber es bleibt wirklich nur beim Denken

          • Alkohol hilft #schein#cool Da seid ihr viel lockerer und denkt nicht zu viel nach :-p

            • Hallo Ariane. Das ist garnicht so dumm was Du da sagst, weiß nicht, ob das jetzt ironisch gemeint war von Dir. Zu Krisenzeiten, wenn ich mal extrem zickig war und wusste, wenn ich das und das sage platzt wieder eine Bombe, hab ich uns eine schöne Flasche Wein aufgemacht und ich bin dann nach zwei Gläschen schon viel entspannter gewesen.

              Ich meine gut, kann man nicht machen bei täglichem Stress, aber ab und an doch ganz sinnvoll.

              • natürlich ist das nicht dumm was ich sage und ich meine es ganz garnicht ironisch #gruebel Ich kenne es auch. Alle denken ich bin so locker und hüpfe mit Leichtigkeit mit jedem in die Kiste. Stimmt aber nicht. Ich bin oft sogar schüchtern oder gar aufgeregt und nervös wenn ich jemanden neu kennenlerne #hicks#schwitz Und klar hilft es da, das ein oder andere Gläschen zu trinken und schon ist alles schön locker und cool und man hat geilen Sex. #schein So ähnlich stelle ich es mir eben auch bei der TE vor. Der Typ mit dem sie in die Kiste will ist zwar kein Fremder für sie, aber es hört sich trotzdem sehr verkrampft an und sie könnten etwas Lockerheit vertragen. :-p

                Ariane ist schüchtern...........dass man das nochmal von dir hört.....Unglaublich!
                Da hast du gerade 100 Bonuspunkte bekommen!#winke;-)

                • :-) Tja, da siehst du es mal. Immer für ne Überraschung gut. Hast du gedacht ich ficke einfach so jeden ohne ein Gefühl? Klar bin ich schüchtern, aber das finden die meisten Männer kacke. Die wollen einen sexy draufgängerischen Vamp und das klappt meistens am besten mit Alk .. oder ähnliches #hicks#schwitz Nu hab isch die Hosen runter gelassen #schrei

    Guten Morgen :-)

    ich weiß ja nicht, inwiefern er dir manchmal so auf die Nerven geht. Sind es Kleinigkeiten? Das kennt doch jedes lange verheiratetes Paar, deinem Mann geht das sicher auch bei dir so. ;-)
    Wir sind jetzt 30 Jahre zusammen (also von Jugend an), davon 25 Jahre verheiratet. Manche Eigenarten meines Mannes nerven mich auch hin und wieder (je nach meiner Laune eben mal mehr, mal weniger). Genauso wird es meinem Mann gehen. Ich finde das so normal, dass ich letztendlich gut darüber hinwegsehen kann. Wir sind eben Menschen mit Eigenarten, die nicht immer zu denen des anderen passen.

    Wäre es für dich eine Option (statt über Trennung nachzudenken), mit deinem Mann darüber zu sprechen? Vielleicht ist er in eurer jetzigen Situation auch nicht so ganz glücklich und ihr könnt gemeinsam überlegen, wie ihr wieder etwas mehr Pep in euer gemeinsames Leben bringen könnt. Ihr habt doch offensichtlich eine gute Basis, da lohnt es sich doch, ihn mit ins Boot zu nehmen, wieder ins Gespräch zu kommen.

    Aber ich habe wohl leicht reden. Nach einer sehr schweren Zeit vor 13 Jahren, in der wir kurz getrennt waren, führen wir nun eine sehr schöne Ehe, in der wir beide sehr glücklich sind und uns neben dem Alltag immer wieder gern entdecken.

    Wir sind uns sehr bewusst, dass wir etwas ganz Besonderes leben dürfen.

    Lieben Gruß

    • (15) 13.12.15 - 12:36
      Weihnachtselfin

      Ich bin im Grunde nicht unglücklich, ich merke aber, dass meinem Mann der Sex fehlt, dann wäre wohl alles perfekt.

      Und wenn ich sehe, was sich in meinem direkten Umfeld alles so trennt - ich bin stolz auf mich, eine so lange Ehe zu haben. Und das gebe ich auch nicht einfach mal so auf.

      Ich hatte vor etwa 10 Jahren mal eine heftige Affaire mit einer Jugendliebe. Damals hätte ich alles aufgegeben für diesen "Vollpfosten" - Liebe macht eben blind.

      Heute bin ich froh, dass ich das nicht getan habe.

(16) 13.12.15 - 13:51

Hallo

Mir geht es ähnlich wie dir. Unsere Geschichten sind ähnlich.

(nur, mein Mann ist nur nicht so alt wie deiner obwohl ich manchmal das Gefühl habe er ist es und "fürchte" mich schon wenn er mal 60 sein wird. )
Allerdings bin ich diejenige bei uns die gerne etwas mehr Sex hätte. Meinem Mann genügt es 1x im Monat.

Ich bin auch schon sehr lange , eigentlich schon immer, mit meinem Mann zusammen.

Ich habe auch oft ähnliche Gedanken wie du. Werde es aber höchstwahrscheinlich auch nie machen. Denn bei mir ist es umgekehrt, ich müsste aus dem Haus.
Es sind oftmals Kleinigkeiten die einem auf die Palme bringen.
Aber reichen die "Kleinigkeiten" für eine Trennung? Will man wirklich alles aufgeben?

Was würden die Kinder sagen, wie würde es ihnen gehen?
Meine sind auch schon Teenies aber gerade bei denen habe ich das Gefühl, dass sie das noch mehr mitnimmt als kleinere Kinder.

Auch bei mir würden sicherlich einige sagen, Trenn dich.
Aber es ist nicht so einfach. Es steht zu viel auf dem Spiel wir haben viel gemeinsam geschafft und ob man danach glücklicher ist? Ich glaube die "Probleme" verlagern sich dann nur. Man hat dann andere Sorgen.

Mein Mann würde die Trennung nicht unbeschadet überstehen. Von meinen Eltern und Schwiegereltern, die nicht mehr die gesündesten sind will ich noch nicht mal reden.

Er liebt mich und will mich nicht verlieren. Wobei ich mich oft wie in einem goldenen Käfig fühle.

Ich mach weiter wie bisher. Es gibt keinen anderen Lösungsweg, zumind im Moment.
Mir/uns geht es gut wir können uns aufeinander verlassen und das ist sehr viel Wert.

schönen Sonntag
Gruß

(17) 13.12.15 - 22:07

Es ist zu gut um zu gehen, aber zu schlecht um zufrieden und glücklich zu sein.

Ich denke, so fühlen sich viele lange Partnerschaften an. Du bist da kein Einzelfall. Die Kinder sind groß, deren Erziehung sicherlich auch für Euch eine Lebensaufgabe war und jetzt sind sie wahrscheinlich aus dem Haus bzw. gehen ihre eigenen Wege. Paare fallen dann nicht selten in ein "Loch", weil man plötzlich ohne diese Aufgabe da
steht.

Ich denke, es ist wichtig, dass man sich -trotz Kinder- auch als Paar nicht aus den Augen verliert. Mir scheint es so, dass ihr Euch auf das Leben nach den Kinder zu wenig vorbereitet habt.

Ich glaube, in Eurer Situation kann ein Ehe- und Sextherapeut gut helfen. Eine Trennung scheint ja für Euch Beide nicht in Frage zu kommen, daher kann ein Anstoss von außen positiv wirken., wie ihr Euer Leben gemeinsam gestaltet und auch wieder Lust aufeinander bekommt.

  • Da gebe ich dir Recht. Bei uns war nach 18 Jahren mal der Wurm drin und ich
    dachte damals auch "jetzt muß noch etwas passieren"!
    So nach einigen platonischen Bekanntschaften fiel mir auf was ich aufgeben
    würde und vorallem welche Macken ich selber habe.
    Damit muß ein neuer Partner erstmal klar kommen.
    Seitdem haben meine Frau und ich ein ausgeprägtes eigenes Leben und
    das macht uns wieder spannender Füreinander.

    • (19) 14.12.15 - 08:04

      <<<<So nach einigen platonischen Bekanntschaften fiel mir auf was ich aufgeben
      würde und vorallem welche Macken ich selber habe.<<<

      dann waren es die falschen.wäre die richtige gekommen, wären diese gedanken nur kurz gewesen.
      aber vielleicht war/ist die richtige auch deine frau...für dich :-)

      ich glaube das zwar nicht, auch wenn du nett über euch schreibst...aber, es ist auch immer nur nett ;-)

      letzlich aber auch egal, es ist momentan euer weg :-)

      • (20) 14.12.15 - 09:27

        "aber vielleicht war/ist die richtige auch deine frau...für dich"

        Stell dir vor, das kann es geben. Wenn einem der Alltag zu 150% ausfüllt und viele Dinge einfach funktionieren müssen, da kann man sich schon mal aus den Augen verlieren.

        Umso wichtiger, dass man sich anschliessend wieder Zeit nimmt und sich wieder daran erinnert, warum man diesen Menschen mal geheiratet hat. Und ja, mit zunehmendem Alter setzt man vielleicht auch ein wenig die Prioritäten anders und weiss, wie schnell Schmetterlinge verfliegen können.

        lg thyme

        • (21) 14.12.15 - 09:41

          da hast du vollkommen recht.ich habe aber auch nicht bezweifelt, dass es sowas nicht geben kann...aber in diesem fall zweifel ich es an.

          lg :-)

wie kommst du eigentlich darauf, dass es dein mann sein wird, der als EUREM haus in eine "kleine mietwohnung" zieht?vor allem bei 3 erwachsenen kindern?

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