Innere Leere und Sehnsucht nach dem "Kaputtmacher"

    • (1) 15.12.15 - 16:14
      total gestört?

      Hallo ich habe lange gezögert meine Frage zu stellen, denn ich weiß, dass ich vermutlich auf sehr viel Befremden oder auch Feindseligkeit stoßen werde.... Aber ich weiß mir keinen anderen Rat mehr und mit Freundinnen kann und will ich darüber nicht sprechen aus Angst vor den Gesichtsverlusten...

      Ich bin Anfang 40, beruflich erfolgreich, habe einen guten Freundeskreis, eine tolle erwachsene Tochter, eine Ehe über 14 Jahre geführt... Ich bin gegangen.
      Zeit meines Lebens war ich nie glücklich, ich habe mich immer deplaziert gefühlt, leer, so als fehlt irgendwas, irgendwas was mir das Gefühl gibt am Leben zu sein...

      So war es in meiner Ehe, die an sich gar nicht so schlecht war, als Familie, diese Zeit und in allen vorherigen Beziehungen und nachträglichen Beziehungen bis auf eine... Und diese eine war hochgradig zerstörerisch, völlig kaputt und schädigend weil der Mann auf dem ich mich da eingelassen hatte nichts anderes war als ein Geisteskranker. Die ganze Palette an Terror, Drohungen, Beleidigungen usw. ABER jetzt kommt es meine innere Leere war erstmalig weg, erstmalig hatte ich das GEFÜHL am LEBEN zu sein. Auch wegen den ganzen Schmerzen die er mir zugefügt hat, den Beschimpfungen den Lügen und der ständigen Anspannung und Angst.

      Die Trennung erfolgte vor drei Jahren ich habe sogar eine Psychotherapie gemacht aber das Thema der inneren Leere in mir nie so erkannt oder angerissen... Es ging darum die Schmerzen aus dieser Beziehung zu bewältigen und scheinbar habe ich das auch aber ich bin genauso leer und unglücklich wie ich es schon immer war und gewesen bin, außer bei ihm.
      Ja ich sehne mich regelrecht nach diesem "Kaputtmacher" und zerstörer und dieser Zeit wo ich mich endlich mal SELBST GESPÜRT habe.

      Was ist nur los mit mir???
      Kennt das jemand???
      :( Bitte verurteilt mich nicht zu hart dafür.

      • Hi,

        das erinnert mich an die Teenies heute, die sich ritzen, um sich selbst zu spüren. Du machst das Gleiche, nur eben indem Du Dich psychisch auslieferst an jemanden, der Dir Schmerzen zufügt.

        Ich denke, der Weg in die Therapie war schon richtig. Der Fehler war, das nicht so konkret anzusprechen, wie Du das jetzt hier gemacht hast. Ich würde da wieder ansetzen und weitermachen.

        LG

      (4) 15.12.15 - 16:22

      hallo,

      das ist doch logisch, wenn du dich so nur spüren kannst, dass du Sehnsucht danach hast! Andere ritzen sich oder suchen ein Adrenalin-Abenteuer nach dem nächsten.

      Aber die Wurzel dieser Leere... - vielleicht hast du die Nerven, den Weg auf dich zu nehmen und dorthin zu gehen? Vielleicht ist es auch sinnvoll noch andere Unterstützung zu suchen - zusätzlich zur Psychotherapie???

      #liebdrueck

      • (5) 15.12.15 - 16:31

        Vielleicht MÜSSTE ich noch einmal in Therapie gehen...
        Aber ich hab solche Angst vor dem Gesichtsverlust auch bei zB Freundinnen. Mich halten zB alle Menschen die mich kennen für eine tolle starke Frau meine innere Leere und auch Einsamkeit kennt niemand.... Ich weiß einfach nicht wie diese Unterstützung aussehen sollte. Ansätze darüber zu sprechen wurden auch abgebügelt mit den Worten "Hak es endlich ab du kannst das doch"... Manchmal würde ich am liebsten schreien NEIN ICH KANN ES NICHT, aber wer möchte schon gern als so derart kaputt angesehen werden das er sich nach einer solchen Beziehung zurückSEHNT?? :(

        • (6) 15.12.15 - 16:46

          du bist ja die starke Frau, weil du nichts mehr verstecken möchtest, sondern authentisch die sein möchtest, die du bist!
          und durch abhaken ist noch nichts im Leben geheilt, insbesondere wenn einem nicht nur der Radiergummi geklaut wurde.
          Ich kann dir sicher sagen, dass du auf deinem Weg - würde tatsächlich ein Gesichtsverlust stattfinden - dann wahre und neue Freunde kennenlernen wirst! Wahre Freunde tragen dich da mit. Manchmal ist es die Hilflosigkeit, die andere sagen lässt: Haken dran!

          Das ist jetzt schwer, Unterstützung kann ich schlecht empfehlen. Mit fiel nur ein, weil du von schreien schreibst, dass der Franzose Manish Seminare in D anbietet, wo man auch schreit und atmet - er hat sich selbst so geheilt. Aber ob das für dich etwas wäre? keine Ahnung? Und ob du Seminare besuchst oder jemanden findest, mit dem du auf körperlicher und seelischer Ebene arbeiten kannst, auf spiritueller oder auf emotionaler - lass dich einfach von deinem Gefühl leiten. Und den Freunden würde ich erst mal gar nichts davon erzählen. Die müssen auch nicht alles wissen.
          #blume

        • Hallo,

          ich würde auf jeden Fall eine Therapie anstreben, gerade, wenn du das Gefühl hast, dass du nie glücklich warst. Vielleicht hat das etwas mit deiner Kindheit zu tun?

          Deine Freundinnen muss das ja nicht interessieren. Wenn du das Gefühl hast, dein Gesicht zu verlieren, musst du es ja nicht kommunizieren, um was es in der Therapie geht.

          Alles Gute, der Mops

          (8) 15.12.15 - 21:12

          du musst doch niemandem davon erzaehlen.
          therapie ist was privates. behalte es fuer dich.

          ich finde es ganz schoen intelligent dass du dich selbst so durchschaust.

          finde doch einen weg die leere zu fuellen ohne dir dabei zu schaden. man darf doch auch negativ, krank, aggressiv, leidenschaftlich oder sonst wie sein. in kleinen dosen das ausleben.
          warum denn nicht?

          typische gedanken eines borderliners...

    Ich sehe keinen Anlass, dich zu verurteilen. Das Gefühl einer "inneren Leere" kann ein Symptom sein, muss aber nicht. So oder so stellt sich doch vielmehr die Frage, was und wer dich auf der Suche nach einem erfüllten Leben unterstützten und begleiten kann. Ganz ehrlich: Ein destruktiver Partner sicherlich nicht! Aber vielleicht jemand, der dich auch ein wenig mehr fordert, wenngleich auch nicht überfordert oder dir wehtut.
    Ich sehe es wie meine Vorschreiber, du hattest schon einmal den Mut aufgebracht, dich in Therapie zu begeben, weshalb dann also jetzt nicht, wenn es um einen so wichtigen, elementaren Punkt in deinem Leben geht?

    Hallo!

    Von mir kenne ich das nicht aber eine Kundin von mir hat so etwas mal geschildert.
    Wahrscheinlich bist du ein Mensch welcher überdurchschnittlich gefordert
    werden möchte, sozusagen angetrieben?!

    Ich bin kein Psychoanalytiker, aber da ist wohl entweder eine Anlage
    bei dir vorhanden oder in deiner Kindheit/ Jugend war Jemand welcher diese
    Seite in dir zum Klingen gebracht hat.

    Das geht so in die Richtung von fehlender Liebe wird ersetzt durch züchtige
    Erziehung!

    Du musst unbedingt weiter in psychischer Behandlung bleiben, ich wünsche
    dir alles Gute!

    Ich verurteile dich sicher nicht.

    So etwas in der Art habe ich hinter mir, möchte mich aber nicht öffentlich weiter dazu äußern.

    Wenn du möchtest, können wir uns privat darüber unterhalten.
    du kannst mich gerne privat anschreiben.

    Lg

    (13) 15.12.15 - 21:29

    Wie würdest du denn deine Kindheit beschreiben? Wie war/ ist das Verhältnis zu deinen Eltern?

    Ich kenne das - wenn auch nicht in derart "übler" Form.

    Fakt ist jedoch - seicht und lieb und nett und fein und einfach - ist nichts für mich.

    Ich suche mir auch immer die schweren Wege, die schwierigen Partner etc.pp.

    Keine Ahnung warum, aber ich war immer etwas anders, das ist eben so.
    Ich akzeptiere das und bin meist sehr zufrieden, oft glücklich. Und in fester,
    schöner Partnerschaft, natürlich keine ganz unproblematische...

    Hadern hilft nicht. Aber Du bist danach in Therapie gegangen - da wurde also wohl sogar Deine Grenze überschritten?! Welche war das? Gewalt?

    Grundsätzlich brauchst Du offenbar mehr Impulse als andere Menschen - auch negative. Egal woher das kommt - ob es da alte Traumata gibt oder nicht - wenn Du dazu neigst wirklich selbstzerstörerisch zu agieren gehe wieder in Therapie.

    Ansonsten suche Dir andere "Kicks" und Herausforderungen - ein richtig anstrengendes Hobby wie Fallschirmspringen, Freeclimbing etc..

    Man kann sich auch selbst spüren ohne dass einen jemand zerstört - Du hast es wahrscheinlich nur dabei zum ersten Mal gefühlt.

    LG, katzz

    Was mir so als erstes in den Sinn kam, ist Bioenergetik.

    Ich glaube für Dich ist fast jede Therapieform besser, als nochmals mit einem Menschen zusammen zu sein für den Gewalt und seelische Zerstörung im Vordergrund stehen, nur in eine Beziehung zu gehen um das wieder zu erleben musst Du nicht, die Folge ist dann Abhängigkeit.
    Klar ist es schön mal alles abgeben zu können, besonders wenn man, wie Du schreibst", in Dir die starke Frau sieht.
    Wenn Du allerdings herausfindest daß die Sehnsucht, die Du hast, von Außen erfüllt, nur kurzweilig ist und Du es statt dessen schaffst, diese Sehnsucht in Dir selbst zu finden um sie Dir selbst zu erfüllen, dann bist Du wieder frei von Zwang

    Der Punkt ist eben, willst Du Dich "nur" spüren (passiv) oder Dich auf den Weg machen Dich selbst zu heilen (aktive Handlung)

    Alles Liebe
    Marcus

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