Ich weiß einfach keinen Weg?? -lang-

    • (1) 21.12.15 - 14:59

      Hallo zusammen!

      Ich hab vor längerer Zeit schon mal geschrieben "wie kann ich meinen Mann wieder lieben lernen"!

      Kurz zu mir ich bin Ü30 seit 12 Jahren mit meinem Mann zusammen und haben 2 Kinder und ein Haus!

      Ich hatte im Juni eine relativ kurze aber sehr intensive Affäre- sie ist aufgeflogen! Ich komm drüber nicht hinweg den Mann verloren zu haben!

      Hab seitdem versucht- mich wieder meinen Mann anzunähern- er will mich nicht verlieren- leider war uns das nicht lange möglich - im Oktober ist er zusammengebrochen und sie haben im Hirn was gefunden- dass ist letzte Woche operiert worden- jedenfalls ist jetzt wegen dem alles noch komplizierter geworden- es ist nicht gewiss wie es mit seiner Arbeit weiter geht und er darf für 1 Jahr nicht Auto fahren!

      Zu allem Stress noch dazu wohnt mein Schwiegervater (Krebs im Endstadium) auch noch bei uns!

      Wir sind in der paartherapie- sie meint dass wegen der ganzen stressigen "äußeren" Umstände jetzt kein Platz ist für eine "neue" liebe, und dass es dann wieder besser wird!

      Aber ich fühl leider null- bin nur noch unglücklich!
      Ich mag ja meinen Mann - er hat leider zu spät eingesehen- welche Fehler er gemacht hat, versucht jetzt alles richtig zu machen, dass ich nicht geh! Er ist ein toller Vater, und ein guter Ehemann - aber eben nicht mehr mein Partner, wenn ihr versteht was ich meine!

      Ich weiß nicht was ich tun soll- ich kann ihn doch jetzt nicht verlassen - krank mit kranken Papa! Das Haus geht drauf und mein Mann auch!!

      Hab mich vor 2 Wochen mehr oder weniger mit meiner Affäre ausgesprochen, hab gedacht, dann geht's mir besser und ich kann mich wieder auf meine Familie konzentrieren- aber nö- falsch gedacht- hat es eher noch schlimmer gemacht!

      Ich bin echt verzweifelt, egal was ich überlege- es kommt keine Lösung raus!

      Ich bin an allen Schuld - es gibt Tage da möcht ich nicht mehr leben! Ich hab alles kaputt gemacht- die Schuld macht mich wahnsinnig!

      Danke fürs lesen

      Elli

      • (2) 21.12.15 - 15:17
        Lösung ohne Lösung?

        hallo,

        das ist echt bisschen viel, oder?
        Ich vermute, dass du dich darauf einstellen musst, dass du im Moment nicht DIE Lösung findest und dass du jetzt in ganz kleinen Schritten gehen müssen/dürfen wirst - ohne in eine Überforderung zu kommen. Vielleicht hilft es dir auch, für dich die passende Lösung zu finden, wenn du dich auf einen etwas längeren Weg einlässt?

        Allein die emotionalen und ethischen und moralischen Bedenken/Überlegungen, Wünsche und Sehnsüchte sind so komplex. Wenn du dir vorstellst, ohne Brecheisen jetzt daran zu gehen, kannst du dir vorstellen, dass du dann im Laufe der Zeit eine Lösung finden könntest, zu der du aus vollem Herzen ja sagen kannst?

        Die Situation mit deinem Mann ist ein Ausnahmezustand - und da gilt es für dich erst mal Prioritäten zu setzen. Was kannst du schaffen, was bist du bereit zu geben?

        Die Schuldfrage, die dich beschäftigt, ist echt fatal. Du darfst dir schon bewusst sein, dass das vermessen ist, dir die komplette Schuld zuzuschieben. So viel steht nicht in deiner Macht. Ich weiß nicht, an wen oder was du glaubst... Schuld ist auch eher ein altes Kirchending - um Leute klein zu halten. Um Gnade kannst du bitten - aber zieh dir nicht den Schuh mit der Schuld an, der ist zu groß!

        Ich kann dir nicht helfen, ich schreibe dir trotzdem, dass du - als Idee für kleinschrittiges Vorgehen - jeden Tag 30 min beispielsweise für dich reservierst, wo du dich um dich selbst kümmerst. Vielleicht findest du auch einen Theologen, Menschen mit viel Lebenserfahrung oder oder mit dem du über deine Gefühle sprechen kannst. Du bürdest dir im Moment unwahrscheinlich viel auf.

        Mir hilft beten - aber da hat jeder seine eigenen Methoden.
        Wenn mir noch etwas einfällt, schreibe ich gerne noch mal.
        #herzlich
        lg

        • Danke für deine tolle Antwort!

          Ich war bei einer Kinesiologin- hilft mir aber nur bedingt- es tut halt gut darüber mit jemand neutralen zu reden!

          Ich glaub auch, dass ich die Zeit arbeiten lassen muss, aber das ist sehr schwer!

          Der "schuldschuh" wie du so schön geschrieben hast, ist der, der mich am meisten belastet - aber der will irgendwie gar nicht weg!

          Danke nochmal

          • (4) 21.12.15 - 21:35
            Lösung ohne Lösung?

            hallo,

            ich hatte mal über ein paar Jahre wirklich schwere Zeiten hinter mich gebracht. Ich bin irgendwann zu einer Psychologin, die mir ganz gut geholfen hat. Und zeitgleich habe ich versucht über Ernährung, viel Trinken und Körperpflege (Wasser hat mir so gut getan) mich zu unterstützen. Wenn es im Geist so unruhig ist, muss ich mich um meinen Körper besonders gut kümmern, soweit die Zeit reicht.

            Vielleicht kannst du auch abends, wenn du im Bett liegst, deine "Schuldschuhe" anschauen und mit ihnen verhandeln, ob sie nicht bisschen kleiner werden wollen? Vielleicht haben diese Schuhe noch eine Funktion für dich und bewahren und beschützen dich vor etwas anderem? Oder sie haben dir nur geholfen, dein ethisches Leben und dein Gefühl von Recht und Unrecht in dir wieder in Balance zu bringen und vielleicht brauchst du sie gar nicht mehr so groß.

            Du könntest dir auch vorstellen, dass deine Schuhe ihre Aufgabe erfüllt haben und du mit einem ganz klaren Blick, ohne Vorwürfe, ohne Angst und ohne Verzweiflung - ganz frei ist. Und dann siehst du dich mit diesem klaren Blick und betrachtest deinen Mann... und dann bleibt nur noch Liebe. Für dich, für deinen Mann,...

            vielleicht kannst du selbst die Liebe immer wieder finden, die dich trägt?

            in den schweren Zeiten musste ich dieses Gefühl jeden Tag neu finden und stabilisieren. auch wenn es anstrengend war, es hat mich insgesamt verändert und heute bin ich dankbar dafür...

            ich wünsche dir allen erdenklichen Mut und die Kraft, dass du deinen Weg in Liebe gehen kannst!
            Und kleine Schritte genügen, jeder noch so winzige Schritt!
            Alles Liebe

      (5) 21.12.15 - 15:17

      Verstehe ich das richtig, Du möchtest aufgrund von Schuldgefühlen Deinem Mann gegenüber jetzt bei ihm bleiben und die Erkrankung plus die Krankheit Deines Schwiegervaters verschlimmern das Ganze nur? Und die Paarberaterin begreift nicht, wie ernst es Dir mit der Trennung ist, da Du ja nur in seinem Beisein sprechen kannst oder gibt es da auch Einzelgespräche?

      Ich muss ehrlich sagen, ich kann Deine Verzweiflung fast greifen und mache mir - auch auf die Entfernung - Sorgen, wie das ausgeht, wenn Du weiter in dieser Situation bleibst.

      • Mein Mann weis über meine Gefühle Bescheid, seitdem ganzen bin ich sehr ehrlich zu ihm- vielleicht sogar zu ehrlich für seinen Zustand!

        Ich bin nicht wegen meinen Schuldgefühlen noch bei ihm - ich wollte und will immer noch ihn wieder lieben - er ist ja ein toller Mann - aber ich hab das Gefühl, dass die ganze extremen Situationen mich leider von ihm entfernen!

        Ich bzw. wir haben die Affäre noch nicht mal im Ansatz verdaut, und schon kam der Schwiegervater und weil dass ja anscheinend noch nicht gereicht hat, die "Krankheit" von meinem Mann!

        Ich bin nur noch am funktionieren- 2 Kinder - Haus - Intensivstationen und Chemotherapie!

        Und in jeder freien Sekunde dazwischen denk ich an den anderen #schmoll
        Meine Kinesiologin hat gemeint, dass das das Unterbewusstsein automatisch macht, dass man in Zeiten wo es einem schlecht geht, an die Zeit zurück denkt wo man glücklich war!

        Ich weis halt leider nicht wie lang ich dass alles noch schaff, vor allem ohne Ende bzw. Lösung in Sicht!

        • (7) 21.12.15 - 19:53

          Also denkst Du selbst auch eher, wenn die Belastungen kleiner werden oder weg sind, dann kommt die Liebe wieder?

          Warum habt Ihr denn den Schwiegervater überhaupt aufgenommen? Du klingst im Ausgangsthread so, als gäbe es keine Hoffnung für ihn und ein Ende unausweichlich. Das ist für gesunde Menschen schon kaum zu schaffen, aber sowohl Dein Mann als auch Du habt selbst für Euch kaum Kraft. Welche Hilfen bekommt Ihr in dieser Situation durch Fachkräfte?

          • Ich hab halt die Hoffnung, dass wenn alles wieder halbwegs normal ist, dass wir wieder zueinander finden. Besser gesagt ich wieder zu ihm! Und wenn ich den anderen endlich aus meinen Kopf bekomm!

            Mein Schwiegervater ist im Juni zu uns gezogen, seine Frau ist letztes Jahr gestorben! Erst hieß es Bestrahlung und Chemotherapie , dann OP und quasi wieder gut! Leider haben sie bei der OP gesehen, dass es nicht mehr geht! Jetzt hat er noch Chemotherapie, weil er das so will bis zum Ende! Über Nacht bekommt er Zusatznahrung an den Port angeschlossen, sonst ist er noch ziemlich fit, bis auf die Tage nach der Chemotherapie und dazwischen so wie heute war ihm den ganzen Tag nicht gut! Für Hilfe ist es bei uns blöd, wir wohnen direkt an der Grenze in Österreich und mein Schwiegervater ist in Deutschland Pflegeversichert!

            Alles ziemlich heftig bzw. zu viel für mich!

            • (9) 21.12.15 - 20:46

              "Alles ziemlich heftig bzw. zu viel für mich! "

              Das sehe ich auch so. Gibt es bei Euch Sozialdienste wie Caritas oder Diakonie bei uns? Oder ehrenamtliche Sterbebegleiter/Trauerbegleiter? Eine Haushaltshilfe wäre auch toll.

              Ruf doch morgen mal ein paar Stellen an, ist sicher blöd so kurz vor Weihnachten, aber vielleicht hilft Dir schon die Aussicht darauf, dass es Hilfe gibt.

              • Danke- hab schon a paar Flyer daheim - aber das ist mit dem Grenzübergreifenden leider sehr schwierig!

                • (11) 22.12.15 - 07:02

                  Dann wäre noch der Gedanke sinnvoll, ihn bei fortschreitendem Verfall (und das kann unheimlich schnell gehen) in ein Hospiz zu geben.

                  Es geht auf jeden Fall schief, wenn Du neben Kindern und Haus noch einen kranken und einen sterbenden Menschen pflegen musst. Die Kinder brauchen Dich stark und gesund. Und sie sollten den Opa auch nicht sterben sehen müssen.

                  Vielleicht wäre nach Weihnachten der richtige Zeitpunkt, sich um einen guten Pflegeplatz zu bemühen.

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