Wie sage ich es meinem Partner - sein Deutsch *autsch*

    • (1) 04.01.16 - 19:37
      Diplomat

      Hallo ihr lieben...

      vorab - ich möchte mit meiner Frage niemandem zu Nahe treten. Es geht mir hier nicht um Dialekte oder Akzente, Umgangssprache oder Regionales...

      Ich habe einen neuen Partner, den ich sehr mag. Wir harmonieren gut, alles passt. Mein Kind mag ihn auch, die beiden kommen auch bestens klar. Nur eine Sache "stört" mich. Sein Deutsch. Vielmehr seine Grammatik. Ein Beispiel - er sagt: "Pass auf mit Deine Füße." (statt richtig "... mit Deinen Füßen.") Oder: "Tu das mal da hinlegen." (Statt: "Leg das mal dahin.") Ich kann da manchmal gar nicht hinhören.
      Mein Kind spricht sehr gut und richtig und ich möchte nicht, dass er es sich falsch aneignet, wenn mit ihm so gesprochen wird.
      Wie kann ich das meinem Freund erklären, ohne, dass ich ihn verletze und als Oberlehrerin dastehe?

      Ich bin gespannt auf Eure Antworten...

      Vielen Dank. #winke

      • Mmmmh. Ich finde des jetzt fei nicht so schlimm. Wir sagen immer zu Bekannten "na, wie geht's Dich denn so?". Das ist ja grammatikalisch eigentlich auch komplett Schrott.

        Sag halt, dass du willst, dass es die Kinder gleich richtig lernen, und er das 'tut' doch bitte weglassen möge.....
        Oh man, ich konnte Dir jetzt null weiterhelfen, aber ich tu Dich mal lieb grüßen ;-)
        Andrea #winke

            • (5) 04.01.16 - 20:11

              Er ist 4.

              Mein Sohn hatte in so einem Moment auch schon mal zu meinem Freund gesagt: "Du hast das falsch gesagt."

              Aber wenn er es immer wieder so hört, nimmt er es sich vielleicht irgendwann an?!

      Was willst du ihm erklären? Willst du, dass er nicht mehr mit deinem Kind spricht oder vorher in der VHS einen Grammatikkurs belegt, falls es den gibt?

      Das ist doch unsinnig, entweder du nimmst deinen Freund so wie er ist oder suchst dir einen anderen.

      Ich lebe in einer Region, in der sehr viel Dialekt gesprochen wird (und der Übergang zwischen Dialekt und Umgangssprache sehr fließend ist). Die Kinder wachsen alle mit einem Deutsch auf, das mit Schriftdeutsch sehr wenig zu tun hat. Da stimmt genaugenommen nichts. Trotzdem lernen alle in der Regel ordentlich hochdeutsch. Sie können nämlich unterscheiden, wann was verwendet wird.

      Gerade bei "Pass auf mit Deine Füße" musste ich lachen, kommt mir sehr bekannt vor;-).

      Außerdem schulen Kinder angeblich ihr Sprachgefühl, wenn sie nicht nur mit pefektem Hochdeutsch aufwachsen.
      http://www.baby-und-familie.de/Kinder/Dialekt-Vorteil-oder-Nachteil-fuer-Kinder-153687.html

      Also, mach du deinem Kind dein gutes Hochdeutsch vor und lass deinen Freund so reden wie er will. Dein Kind lernt bestenfalls, dass es eben unterschiedliche Sprachebenen gibt.

      • (7) 04.01.16 - 21:58

        Nein, natürlich will ich ihm nicht verbieten, mit meinem Kind zu sprechen. Und er muss auch keinen VHS-Kurs besuchen.

        Ich meine ja auch nicht das Dialekt-Sprechen. Für mich hat Dialekt nichts mit Grammatik zu tun oder andersrum. Deutsch ist deutsch, egal ob in Bayern, Sachsen oder Baden-Würtemberg. Die Aussprache ist eine andere, aber die Satzstellung sollte doch überall gleich sein. Oder nicht? "Tu mal die Oma winken" ist nun mal falsch.

        • Doch, das kann schon Dialekt sein.

          In Bayern sagt man "dem Bauern seine Kuh" oder "dem König sein Schloss", und ob es der oder die Butter heißt, ist ebenso umstritten wie die Aussprache eines "harten d" in anderen Regionen auch bekannt als "t". Es ist auch nicht Viertel vor elf, sondern dreiviertel elf. Und selbstverständlich heißt es "größer wie".

          Das Kind eignet sich wahrscheinlich im Zuge der Pubertät die Sprache seiner Freunde an, auch wenn im Elternhaus anders gesprochen wird. Ich wurde auch mal in sauberen Hochdeutsch erzogen und spreche heute ein schönes weiches Fränkisch. Hochdeutsch ist zur Fremdsprache geworden, da muss ich schon aufpassen, um verständlich zu bleiben.

          Natürlich hat Dialekt auch eine eigene Grammatik.

          Da sind die Artikel anders, die Fälle , Pronomen, sogar die Satzstellung...
          Offiziell unterscheidet sich ein Dialekt nur von einer Sprache, weil man ihn eben nicht schreiben kann, es zumindest keine offizielle Rechtschreibung gibt. Und der Übergang von Umgangssprache zum Dialekt ist fließend, da kann man keine klare Trennlinie ziehen.
          Und Hochdeutsch ist eigentlich auch nur ein bestimmter Dialekt, der irgendwann mal zur Hochsprache gemacht wurde, damit man sich im Gewirr der Dialekte überhaupt verständigen konnte.

          Gerade dieses "geh weg mit deine Füße" würden wir alle so sagen (zwar anders aussprechen), aber eben nicht schreiben. Das fällt mir noch nicht mal auf.

          Lass deinen Partner einfach so reden wie er will. Wenn dein Kind einen Hauch Sprachgefühl hat, wird es das genauso unterscheiden können, wie die Kinder bei uns.
          Es muss nicht jeder Hochdeutsch reden.

          Ob es jetzt Dialekt ist oder nur schlechte Grammatik - Du kannst doch einen erwachsenen Menschen nicht ständig ungebeten korrigieren! Lg

    Kann Dich gut verstehen. Geht mir immer so mit "[...] schneller wie xy[...]", da stellen sich alle Nackenhaare auf. Ich verzeihe das, weil er ursprünglich nicht aus D ist und ansonsten fehlerfrei deutsch spricht. Habe es mal gesagt aber irgendwann aufgehört.

    Ich würde es einfach gerade heraus sagen.

    (12) 04.01.16 - 21:27

    Hallo,

    schwierig. Abgesehen von Fehlern, die jedem mal unterlaufen, finde ich grobe grammatikalische Fehler ziemlich unsexy. Also wenn die rosarote Brille erst mal weg ist...

    Das Problem ist, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, wie falsch sie sprechen. Wie oben Kochamcie schon schrieb "x ist größer wie ich" oder - wie es im familiären Umfeld meines Ex üblich war "geh mal mit die Kinders spielen" oder "komm mal bei die Oma" oder der berühmte Satz "das ist Peter sein Auto". Da fehlen sprachliche Basics.

    Man müsste ein sprachliches Bewusstsein haben und sich die Mühe geben, sich grammatikalisch zu verbessern. Dafür müsstest du den Mut haben ihm zu sagen, dass er (oft) fehlerhaft spricht und er müsste das grundsätzlich abstellen. Kann er das? Also hältst du ihn für gebildet genug, das zu schaffen, wenn der Wille da wäre?

    LG

    • (13) 04.01.16 - 21:50

      Ja, das kommt noch dazu. Es ist unsexy. Und unangenehm. Du hast genau den Punkt getroffen.
      Ich will einfach keinen Streit vom Zaun brechen. Über die wie/als-Geschichte kann ich durchaus hinwegsehen, aber "tu mal..." oder "das tut man so machen..." gehen gar nicht! Ich halte ihn schon für intelligent. An Allgemeinwissen mangelt es nicht. Aber ob er sein Deutsch noch verbessern kann, weiß ich nicht. :-(

      • "Aber ob er sein Deutsch noch verbessern kann, weiß ich nicht. :-("

        Du bist dir sicher, dass das der richtige Mann für dich ist, wenn dich diese Sache (jetzt schon) stört? Weniger störend wird das mit der Zeit ja nicht unbedingt...im Gegenteil.

        Du willst keinen Streit vom Zaun brechen, aber wenn du möchtest, dass er sein Deutsch verbessert, wirst du es wohl oder übel ansprechen müssen. Und: Natürlich kann er das...aber ob er das auch will?

        Ich bin ja immer dafür, einen Menschen so zu nehmen, wie er ist...und wenn ich das nicht kann, die Finger von ihm zu lassen.

    Hallo,

    Ich war in Deutsch (Grammatik) immer sehr gut (damals als ich noch jung war #rofl). Mich würde interessieren, weshalb "das ist Peter sein Auto" falsch ist. Ich lerne gerne dazu :-)

    LG

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