Er verwöhnt unsere Tochter so sehr

    • (1) 05.01.16 - 20:32
      durchdrehen

      Hallo

      bitte nicht lachen über mein Problem. Es gibt schlimmeres, das stimmt, aber mich regt es inzwischen so sehr auf, dass wir fast nur noch wegen diesem Thema streiten. Ich liebe unsere Tochter sehr, doch ich bin der Meinung, sie muss nicht alles haben, nicht alles dürfen. Sie ist 4,5 Jahre alt und mein Mann erlaubt ihr alles, kauft ihr alles. Ich zähle nur die Beispiele von heute morgen auf. Wir haben alle noch Urlaub und sind zu Hause. Sie steht auf, ich habe ihr Sachen heraus gelegt die sie anziehen soll. Diese haben ihr nicht gefallen, sie will ein Kleid. Ich habe ihr ein Strickkleid herausgesucht, nein, sie will ein Prinzessinenkleid. Ich sagte ihr das Prinzessinenkleid ist zu kalt, das Stirckkleid ist auch schön. Sie hat getobt, sie will das Prinzessinenkleid. Er sagt sie soll doch das Prinzessinenkleid anziehen wenn sie unbedingt möchte. Ok. Dann Frühstück. Sie will ein Brötchen mit Nutella, sie bekommt eins. Dann sieht sie, ich esse ein Marmeladenbrötchen, sie möchte auch ein Marmeladenbrötchen. Ich schneide ihr ein Stück von meinem ab, doch sie sagt sie will ein eigenes. Ich sage ihr sie soll erst die Hälfte von meinem essen, ich esse ihr Nutellabrötchen. Nein, sie will ein eigenes. Während ich noch diskutiere, schneidet er ein neues Brötchen an und schmiert schon. #aerger Sie isst zwei Bissen davon, sagt es schmeckt ihr doch nicht, dann isst sie zwei Bissen vom Nutellabrötchen und ist dann satt. Ich war schon sehr sauer. Dann in der Stadt. Wir waren bei Ernstings und dort gibt es einen Spielzeugstand mit Kleinkrusch, Puppen, Bücher. Sie hat Spielzeug bis zum Umfallen, Barbies, große Kleine, alles. Sie wollte unbedingt noch eine Barbie mit Fahhrad. Ich habe ihr gesagt sie hat schon mindestens 5 Barbies, mit denen sie nicht wirklich spielt. Aber sie will. Sie fing an zu betteln und ich wollte schon raus gehen mit ihr, da sagt er doch tatsächlich die Barbie mit dem Fahhrrad ist doch außergewöhnlich und wir sollten sie ihr doch kaufen. #aerger nach dem ganzen Nikolaus, Adventskalender, Weihnachtsspielzeugüberfluss, braucht sie nun unbedingt Barbie Nummer 6. Mir ist der Kragen geplatzt, ich bin sauer aus dem Laden heraus und heim gelaufen. Übertreibe ich? Oder bin ich zu streng? Mein Mann versteht nicht warum man bei diesen Dingen auch nein sagen sollte. Er sagt ich sehe es zu eng und sollte lockerer werden und nicht so oft nein sagen. Was denkt ihr darüber? Bin ich wirklich zu wenig locker? Oder ist er es der zu locker ist und alles erlaubt? Ich möchte nicht wegen so etwas streiten, aber mir platzt jedes Mal der Kragen wenn ich sehe dass er zu allem ja sagt.

      Danke für's lesen und sorry wenn es zu lang wurde.

      • (2) 05.01.16 - 20:37

        Hallo,

        sag deinem Mann, wenn er sich eine egoistische und materialistische Ziege heranziehen will, ist er auf dem besten Weg!

        LG

        • (3) 05.01.16 - 20:43

          Das habe ich ihm schon gesagt. Er sagt man soll bei Kindern auch mal nachgeben, sonst denken sie die Eltern diktieren ihnen alles und sie hätten kein Recht auf eigenen Willen. Das Problem ist auch, er sieht sie nicht oft weil er 90 % der Arbeitszeit in einem anderen Bundesland arbeitet und manchmal zwei Wochen nicht nach Hause kommt. Er sagt wenn er dann da ist, dann möchte er ihr nicht alles verbieten. Doch das Problem ist, ich bin immer mit ihr alleine, ich versuche sie gut zu erziehen und kaum ist er da, macht er alles kaputt. Wenn er dann wieder weg ist, muss ich das ausbaden und versuchen mich durchzusetzen.

          • (4) 05.01.16 - 22:06

            Auch mal nachgeben ist ja auch gar kein Problem. Aber alles kaufen und erlauben ist am anderen Ende der Fahnenstange von "auch mal nachgeben".

            Schwierige Kiste. Du kannst nur auf sein Einsehen hoffen. Oder eine Beratung von außen ins Boot holen.

            Für meine Begriffe versucht er sich Liebe zu erkaufen.

            LG

      Was will er denn damit erreichen? Will er der liebe tolle Papa sein und du bist irgendwann nur noch die böse Mama, die nichts erlaubt?

      Ich würde mich darüber auch sehr ärgern/aufregen.

      Leider habe ich keine wirkliche Idee was du da machen kannst :(

      (6) 05.01.16 - 20:42

      Dein Mann tut sich und eurer Tochter damit keinen Gefallen.

      Stell dir nur vor, wie sich das bis zur Pubertät steigern kann.

      • (7) 05.01.16 - 20:45

        das befürchte ich auch, sie kann jetzt schon so lange betteln bis sie etwas bekommt was sie möchte. Leider hat er ein schlechtes Gewissen weil er oft nicht da ist und versucht es so zu kompensieren.

    Hallo,

    ich finde du übertreibst gar nicht. Ich würde genauso reagieren, weil auch ich der Meinung bin, dass Kinder nicht alles brauchen. Was sollen sie denn dadurch für ihr späteres Leben lernen? Dass sie nur genug Theater machen müssen um alles zu erreichen??? So kommen sie im Berufsleben garantiert nicht weit und im Privatleben wahrscheinlich auch nicht.

    Wie du das deinem Mann sinnvoll klar machen kannst, weiß ich auch nicht. Du hast es ja bestimmt selber schon so versucht zu erklären, wie das später mal werden soll, wenn man ihr alle noch so unsinnigen Wünsche erfüllt.

    LG

    • (9) 05.01.16 - 20:48

      ich habe es schon sehr oft versucht mit ihm zu sprechen. Als sie noch ganz klein war, sagte er sie ist noch so klein, da braucht man noch nicht streng sein. Nun ist sie über 4 Jahre alt und merkt genau dass sie wenn er da ist nur lange genug betteln braucht und er wird weich. Wenn wir länger alleine sind, macht sie das bei mir nicht, weil sie merkt es ist sinnlos. Umso mehr ärgert es mich so wie jetzt wo er 3 Wochen Urlaub hat, dass er immer alles erlaubt. Wenn er dann wieder weg ist, dauert es Wochen lang, bis sie sich das betteln abgewöhnt. Und es kostet mich jedes Mal viele nerven.

(10) 05.01.16 - 20:49

Hallo,

also manches sehe ich auch locjerer als Du, obwohl ich meinem Mann am Anfang unserer Beziehung schon manchen Zahn in Sachen Verwöhnen ziehen musste (das begann bei den Meerschweinchen und hörte bei diversem unnützen "Kleinkram" noch lange nicht auf).

Mit 4 durfte meine Tochter sehr wohl mitbestimmen, was sie anzieht.

Es gibt ja auch warme Mäntel oder Jacken und ihr seid sicher nicht bei Frosttemperaturen im Wald spazieren gewesen.

Warum muss sie von Deinem Brot mitessen? Wenn sie probieren will, bekommt sie 1/2 Brot für sich alleine.

Naja, bei Barbie Nr. 1 hätte ich wahrscheinlich schon nein gesagt, aber beim 10. Kuscheltier von Ikea gebe ich wahrscheinlich immer wieder selbst nach #hicks

Mein Vorschlag: Trefft Euch irgendwo in der Mitte. Beim Spielzeug etwas strenger, beim Essen oder anziehen etwas lockerer.

GLG

  • (11) 05.01.16 - 20:59

    Sie darf im gewissen Maß mitentscheiden. Sie wollte keine Jeans, sie wollte ein Kleid, also bekommt sie ein Strickkleid. Aber ein Prinzessinenkleid, das fast nur aus Tüll besteht und fast bis zum Boden reicht und noch dazu kurze Ärmel hat, das hat heute nicht wirklich gepasst. Wir sind in die Stadt gelaufen, 20 Minuten zu Fuß, es war schon kalt und sie konnte dann natürlich keine Winterstiefel anziehen, weil es hässlich aussah zum Kleid #aerger Ich wollte mit ihr einen Kompromiss finden, ein Kleid was wärmer wäre, aber er hat mir die Möglichkeit nicht gegeben mich mit ihr zu einigen, weil er direkt meinte sie soll ihr Wunschkleid anziehen.

    Beim Essen wusste ich schon, sie wird kein Marmeladenbrötchen essen, da sie es nicht wirklich mag. Deswegen wollte ich sie von meinem probieren lassen. So war es im Endefffekt auch, nur dass dann ein neues Brötchen weggeworfen wurde, weil sie es nicht gegessen hat.

    Ich versuche ihn schon zu verstehen, weil er sie nicht oft sieht und versucht ihr alles zu erlauben. Doch es wurmt mich sehr, vor allem weil ich es einfach falsch finde. Jedes Mal aufs Neue.

Hallo!

Schlimmer noch als die Tatsache, dass eure Tochter nicht lernt, dass man nicht alles haben kann, finde ich, dass dein Mann dich ja bei jeder einzelnen Entscheidung untergräbt und dich wie die böse Mama dastehen lässt, während er immer die 'Liebe-Papa-Karte' ausspielt. Ich will deinem Mann natürlich nicht unterstellen, dass er aus Boshaftigkeit oder auch nur mit Absicht so handelt. Wahrscheinlich ist er nur so harmoniebedürftig, dass er jede Auseinandersetzung zwischen seinen 'Frauen' nicht mit ansehen kann und gleich des lieben Friedens willen eingreift (ich habe auch so ein Exemplar zuhause und weiß wovon ich rede #aerger).

Was wir gerade feststellen, ist, dass unsere Kinder versuchen, uns gegeneinander auszuspielen, weil sie merken, dass wir nicht an einem Strang ziehen. Sie gewöhnen sich daran, dass Mama streng ist, schimpft oder nicht erlaubt und warten insgeheim schon drauf, dass Papa rettend und diplomatisch einspringt und die Situation klärt. Endeffekt: null Respekt für ich. Mein Mann hat noch die Tendenz, vor unseren Kindern an mir rumzukritisieren. Wir haben also gerade kürzlich ein langes Gespräch geführt. Er soll vor den Kindern keine Kritik ablassen UND wir müssen als Elternteam an einem Strang ziehen, so dass das Elternteil, das gerade eine Erziehungsentscheidung gefällt hat, nicht von dem anderen untergraben wird - EGAL was das in dem Moment ist und wie wenig ihm das gerade zusagt.

Ich hoffe, dein Mann sieht auch bald ein, wie sehr er euch als Familie schadet, wenn er dir immer die Entscheidungsgewalt abnimmt.

Viel Glück und viele Grüße
#winke
Watte

  • (13) 05.01.16 - 21:01

    Er untergräbt meine Autorität, das ist in der Tat so. Und sie merkt das natürlich auch und geht direkt zu ihm wenn ich etwas nicht erlaube. Und die Wahrscheinlichkeit liegt bei 95 % dass er es erlaubt. Das ärgert mich. Er ist nicht oft da, deswegen ist es kein Dauerzustand, ich bin sehr viel mit ihr alleine, aber wenn er dann da ist, wünsche ich mir ein harmonisches Familienleben und kein dauerndes Aufregen wegen unterschiedlicher Auffassungen. #aerger

    (14) 06.01.16 - 14:39

    Du schreibst mir aus der Seele!!!!

    Das ist ganz genau unser Streitpunkt. Mein Mann lässt unserer trotzenden Tochter stets doch alles durchgehen.

    Eigentlich müsste mich das nicht so stören, denn allein mit ihr habe ich kaum Reibungspunkte. Papa ist aufgrund Schichtdienst nur "leider" oft zu Hause und das ist Stress pur, da sie nur schreit, sobald er nicht spurt. Dann bekommt er natürlich auch schlechte Laune und unsere Tochter leidet sichtlich darunter.

    DAS stört mich am meißten. Dass sie auchbunnötig unter der fehlenden klaren Linie leidet.

    Achja, ich rede mir den Mund fusselig...

    LG

hallo!

Verwöhnen schön und gut, aber was er da macht ist einfach nur unfair. Er untergräbt dich dauernd, du bist die Böse und er der Held. Na toll. Das würde ich auf Dauer nicht ertragen als Partner.

Er muss dringend verstehen, das ein Kind liebevoll erziehen (und das will er doch hoffentlich) bedeutet, diesem auch Grenzen setzen.

Oh Mann, was eine bescheidene Lage in der du da bist... Ich tue mich schwer damit, dir irgendwas zu raten, ich würde mich wohl langfristig trennen, wenn der Mann uneinsichtig bleibt. Dieses Verhalten würde mich schier wahnsinnig machen.

Wäre es eine Möglichkeit, das er einmal 2 Wochen komplett alleine mit der keinen ist und dadurch vielleicht merkt, das sein Verhalten nicht alltagskompatibel ist?

Gibt es eine Erziehungsberatung in deiner Gegend? Vielleicht haben die Tipps, wie man ihm zu Leibe rücken könnte?

lg bb

(16) 05.01.16 - 22:32

<<<<Willst du deine Kinder zu unglücklichen Erwachsenen machen, so erfülle ihnen jeden Wunsch.

Deutsches Sprichwort
<<<<<

Ja ihr solltet euch irgendwo in der Mitte treffen. Wenn er auf Dauer übertreibt schleppe ihn mal zu einer Erziehungsberatung/ Familienberatung.

L.G.

(17) 06.01.16 - 08:14

Hallo!

Wie du ihm beibringst, dass sein Verhalten auf die Dauer nicht ok ist?
Wenn er schon von selber nicht drauf kommt, dass er deine Autorität untergräbt, und er nicht mit dir am gleichen Strang zieht, dann führe ihm vor Augen, dass er dem Kind keinen Gefallen tut mit seiner Handlungsweise.

Für den Moment ist er der liebe Papa, der alles erlaubt. Aber auf mittlere und lange Sicht ist er der Arsch, der seine Tochter zu einer sozial inkompetenten Frau erzieht, mit der es die Mitmenschen/Mitschüler/Kollegen/Chefs schwer haben werden und sie dadurch auch kein leichtes Leben hat.

Ich rede nicht von einer mit Augenzwinkern erlaubten Kleinigkeit. Man darf auch mal Fünfe gerade sein lassen. Auch du darfst das.

Aber alleine die Diskutiererei mit einer 4 1/2 Jährigen (!) über ein Prinzessinnenkleid bei Minustemperaturen. Ja, gehts denn noch? Anziehen, wenn man sich im Haus verkleiden möchte. Superidee! Da machen am besten alle mit und der Vati setzt sich noch einen lustigen Hut auf und die Mama ein schräges Kopftuch, was weiß ich. Alles klasse. AAAABER:
Rausgehen mit so einem Fummel gibts nicht. Basta, Aus, Punkt. Keine Diskussion, schon gar nicht mit einer quakenden 4 Jährigen.

Was du machen sollst? Klar mit ihm reden, deinen Standpunkt klar machen. Hören, was er sagt. Sich irgendwo in der Mitte einigen. Ehe/Familie/Kinder sind keine Einbahnstraßen, man lebt miteinander und niemand ist eine Insel. Es geht nur gemeinsam.

Alles Gute
Mit Gruß vom Klos

Blöde Situation!

Du hast hier gleich 2 Fälle die erzogen werden müssen, die Frage ist wie bekommst du deinen Mann erzogen, denn da musst du ansetzen sonst ist jeder weitere Versuch zum Scheitern verurteilt.

Dein Mann hat klar ein schlechtes Gewissen weil er wenig da sein kann. Das ist verständlich aber er wählt den falschen Weg "um es wieder gut zu machen"!

Wenn er etwas für eure Tochter tun will, dann soll er die Zeit in der er da ist möglichst viel mit ihr zusammen verbringen, dass wird eurer kleinen viel mehr bedeuten als irgendwelcher Tand aus dem Spielwarengeschäft. Zeit ist das größte Geschenk das Eltern ihren Kindern machen können und zwar Zeit die aktiv mit den Kindern verbracht wird. Wenn er das verstanden hat wird sich wahrscheinlich schon einiges ändern.

Meine Frau hat mir mal gesagt "Wenn du unseren Kleinen nicht ordentlich anziehst und er krank wird bleibst DU mit dem kranken Kind daheim" ... Ich achte seitdem viel besser darauf das er ne ordentlich Hose, Jacke und Schuhe anzieht, kein Bock mit nem kranken Kind daheim zu hocken ;)

Regeln sind wichtig für ein Kind!
Wenn ein Kind nicht lernt sich an Regeln zu halten wird es früher oder später wahrscheinlich einen Unfall erleiden z.B. weil es in eine Steckdose greift oder auf der Brüstung balanciert, was zwar beides verboten ist aber naja...
Auch hier musst du deinem Mann klarmachen was es für Folgen haben kann wenn er mit seinem Verhalten die Aussage macht, dass Regeln gebrochen werden dürfen.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei deine 2 Schätze zu erziehen, es wird sicher nicht leicht aber du bekommst das schon hin ;)

LG
Ano

(19) 06.01.16 - 10:53

Hallo!

Du übertreibst nicht!!!
Dein Mann übertreibt!

Das ist genau wie bei meiner Nichte... das Kind ist auch richtig verwöhnt und bekommt fast alles, was sie will.
Ergebnis: Sie hatte eine kleine Creme im Adventskalender und hat sie in die Ecke geworfen, weil sie die nämlich schon immer zwischendurch bekommt.
Tja, sie kann sich eben über Kleinigkeiten nicht mehr freuen, und das finde ich sehr schade...

Viele Eltern merken leider nicht, dass sie ihrem Kind mit so einem Verhalten schaden.

(20) 06.01.16 - 11:08

Wahnsinn......... Ich bekomme schon hektische Flecken beim Lesen. Die Kleidungsdiskussion würde mich nun weniger aufregen und das würde ich entspannter sehen. Bei uns in der Stsdt sind britische Streitkräfte stationiert und ich musste schon oft grinsen. Sehr häufig tragen die kleineren Kinder im Winter obenrum Winterjacke und Schal und untenrum Kniestrümpfe mit Rock. Oder im Frühsommer, wenn es hier noch keine 15 Grad hat, sieht man Frauen im Discounter beim Einkaufen mit Trägertop und Flipflops. Ich rate immer für mich, ob es wohl Briten sind - und JA sind es immer, wenn man an ihnen vorbeigeht hört man es ja. Es gibt offensichtlich entspanntere Menschen in Bezug auf die angemessene Kleidung. Daran denke ich dann auch manchmal, weil unsere Teenager (zwei Jungs) die merkwürdige Angewohnheit haben, sich antizyklisch anzuziehen. Im Winter mit Chucks und dünnem T-shirt, offener Jacke, wo es vorn rein und hinten wieder rauspfeift. Und bei 17 Grad latschen sie los mit Wollpulli und Fellkragenjacke.
Es wird also nicht besser und ist womöglich bei Mädchen noch ausgeprägter als bei Jungs.

Die Diskussion beim Essen finde ich nervig. Ich bin dafür, dass Kinder alles probieren dürfen und auch sollen. Aber sie wird wohl in dem Alter wissen, wie ein Marmeladenbrötchen schmeckt. letztlich wollte sie es ja doch nicht. Vermutlich hatte sie einfach gar keinen Hunger u nd wusste selbst nicht, worauf sie eigentlich Appetit hat. Wenn das nun kein Dauerzustand bei den Mahlzeiten ist, würde ich das auch nicht überbewerten.

Was das ständige Einkaufen und die Wunscherfüllungsorgien angeht, tut dein Mann ihr wirklich keinen Gefallen. Konsum macht nicht zwangsläufig glücklich. Das weiß dein Mann sicher auch. Vielleicht kompensiert er etwas mit seiner laschen Art, vielleicht scheut er nur Konflikte und Auseinandersetzungen mit eurer Tochter.....??? Ist er vielleicht selbst so erzogen worden oder musste er auf vieles verzichten als Kind?

Ich würde ihm das Buch von Jan-Uwe Rogge kaufen. "Das neue Kinder brauchen Grenzen". Das ist nicht DER Erzeihungsratgeber, aber recht launig geschrieben, man findet sich irgendwo immer wieder, man bekommt Bestätigung, dass man doch intuitiv einiges richtig macht, man bekommt einen Einblick, der einen aufatmen lässt, weil es woanders noch sehr viel stressiger zugeht und man bekommt auch Tipps, was man einfach anders machen könnte. Und dein Mann bekäme einen Einblcik, auf was er zusteuert, wenn eure Tochter nicht lernt, in bestimmten Dingen, Grenzen gesetzt zu bekommen. Denn das kann euch jeder versichern ,der Kinder hat: Es wird NICHT besser, wenn sie größer werden - es wird........anders schlimm :-p......... Da kommen dann Diskussionen um Themen, wo man sich als Eltern auch mal durchsetzen MUSS! Wenn es um schulische Belange oder Ausgehzeiten etc. geht. Vielleicht ist deinem Mann das gar nicht bewusst, weil sie ja noch so klein und niedlich und die Themen eigentlich eher belanglos sind.

(21) 06.01.16 - 19:25

Ich könnte deine Liste ewig fortsetzen.
Mein Partner hat einen Sohn aus erster Ehe, den er nur alle zwei Wochen sieht. Natürlich möchte er ihn da auch verwöhnen. Dazu kommt ein schlechtes Gewissen und ein generelles Harmoniebedürfnis. Das Resultat kann man sich vorstellen.

Was geholfen hat? Im Wesentlichen die folgenden Argumente:

- Ein Kind, das weiß, dass "nein" auch wirklich "nein" bedeutet, bettelt und diskutiert deutlich weniger. Eins, das ahnt, dass es mit genug Aufstand und Betteln doch noch seinen Willen durchsetzen kann, wird dies auch versuchen. Das führt zu ewigen Diskussionen und jeder Menge Frust für das Kind, wenn es seinen Willen eben mal nicht bekommen kann. - Und frustrieren möchte mein Partner seinen Kleinen nun wirklich nicht.

- Ein Kind, das gewohnt ist alles zu bekommen und immer seinen Willen zu kriegen, sieht dies als selbstverständlich an. Man kann einem solchen Kind gar keine Freude mehr damit machen, wenn es z.B. eine Kleinigkeit geschenkt bekommt. Statt dessen ist es nur frustriert, wenn es mal etwas nicht haben kann. - Mein Partner möchte den Kleinen aber gerne mal eine Freude machen und ihn verwöhnen, also wäre es ungeschickt sich diese Möglichkeit selbst zu nehmen.

- Es macht viel mehr Spaß, ein Kind zu überraschen und ihm eine Freude zu machen, wenn es gerade nicht damit rechnet. - Ein Kind braucht Grenzen und wird langfristig auch nicht immer nur seinen Willen und alle Sachen, die es haben möchte, bekommen können. - Mein Partner möchte natürlich nicht, dass sein Kleiner zukünftig z.B. in der Schule überall aneckt.

Zusätzlich brauchte mein Partner noch eine Weile, um das Ganze dann auch in die Praxis umsetzen zu können. Unterschwellig hatte er Angst, dass der Kleine ihm das übel nehmen könnte, wenn er plötzlich nicht mehr überall seinen Willen bekommt. Da halfen auf Dauer nur viele, viele positive Erfahrungen, auf die man auch ab und an mal hinweisen kann:

"War das nicht schön, wie er sich gefreut hat, als du ihn mit dem Ü-Ei überrascht hast? Ganz anders als letztens, wo er ewig nach den Gummibärchen gebettelt hat, es lange Diskussionen und Tränchen gab, und er schließlich nur 2 Gummibärchen gegessen hat und die restlichen einfach liegen gelassen hat."

"Er fragt jetzt viel seltener, ob er fernsehen darf, seit wir da etwas konsequenter sind. Ist das nicht wunderbar entspannt ohne die ewigen Diskussionen und Betteleien?!"

Letztlich haben alle etwas davon, denn diese Diskussionen strapazieren die Nerven von allen Beteiligten.

Und auf Diskussionen und Tränchen läuft es letztlich immer irgendwann heraus, egal wie bemüht jemand ist, jeden Wunsch zu erfüllen, schließlich wird es immer Dinge geben, die einfach nicht gehen.

Mein Partner war irgendwann selbst total erschöpft, weil er immer gleich gesprungen ist und sein Sohn dann auch nicht akzeptieren wollte, dass Papa duschen geht oder noch zuende isst, obwohl der Sohnemann Spielen angeordnet hat.

Seit wir insgesamt konsequenter sind und mein Partner nicht ständig springt, sind die Umgangswochenenden jedenfalls viieeel entspannter geworden. Das sieht auch er auch selbst so.

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