heimweh nach umzug

    • (1) 07.01.16 - 14:44

      Hallo Ihr Lieben,
      leider sind wir gerade aus einer Großstadt, in der wir 13 Jahre gelebt haben aus beruflichen Gründen weggezogen. Wohnen jetzt 500 km weit weg in einer fremden Gegend. Ich wollte eh nie umziehen, aber mein Mann ist hochqualifiziert und spezialisiert und es gab dort vor Ort keine passenden Jobs. Seine Projektstelle hätte bald aus gesetzlichen Gründen nicht mehr verlängert werden dürfen und feste Planstellen schafft das Land derzeit nicht. Er musste sich also bundesweit bewerben, um nicht beruflich abzusteigen.

      jetzt wohnen wir auf einem Kaff. Die nächste größere Stadt ist 45 Min Autofahrt entfernt. Dazu war unsere alte Wohnung einfach perfekt aus 1000 Gründen, die ich jetzt nicht alle aufzählen möchte. Ich vermisse einfach alles!

      habe das Gefühl, wir haben ein perfektes Leben weggeschmissen.

      ist von euch schon mal jemand unfreiwillig umgezogen? Wie ging es aus? Seid ihr heimisch geworden, wieder zurück gegangen, oder hat es die Beziehung sogar so belastet, dass es zu einer Trennung kam?
      freue mich auf Eure antworten.
      lg, sunny

      • Meine Schwester ist vor ca. 15 Jahren von Bremen nach Mainz gezogen, der Liebe wegen.
        Sie hat heute noch manchmal Heimweh und strebt an, wenn ihr Mann in Rente ist, den Lebensabend in Norddeutschland zu verbringen.
        Aber jeder ist anders. Gebt Euch Zeit und versucht Kontakte zu knüpfen.

      Hi
      Ich bi auch so eine Pflanze die man nicht versetzten kann. Bin damals auch mit meinem Mann und meiner kleinen Tochter aus beruflichen Grüßen mit umgezogen. ICH war sooooo unglücklich.

      Ich hab mir wirklich viel mühe gegeben aber zum Schluss ging es mir sehr schlecht. Ich bin dann mit meiner kleinen Tochter zurück nach Hause gezogen und mein Mann kam alle 14 Tage zu Besuch. Das war mir wirklich lieber und ich bereue es auch nicht.
      Gsd war sein Job aber auf 2 jahre begrenzt und nach Ablauf ist er wieder zu uns gezogen.
      Wünsch dir von ganzem Herzen alles liebe
      Faxl

      • Danke für deine antwort!
        So eine Lösung würde mir auch nix ausmachen. Mein Mann hat zwischenzeitlich auch schon auswärts gearbeitet. das geht nur leider jetzt nicht, da der Job jetzt für länger gedacht ist und es in der alten Stadt halt nix passendes gab. ???? Naja, denke wir werden über kurz oder lang wenigstens in die nächste Stadt ziehen.
        lg, sunny

    Hat dein Mann denn in diesem Kaff genau neue Arbeit gefunden oder was ist der Grund, dass euer neuer Wohnort 45 minuten von der nächsten größeren Stadt entfernt ist?

    Ich vermute es kommen zwei Dinge zusammen, neuer Wohnort und von Großstadt aufs Land oder? Das ist eben doppelt heftig...

    Ich wohne 370 km von meiner "Heimat" entfernt, schon lange. Meine Heimat bleibt mein Geburtstort, in dem ich mich immer anders heimisch fühle, als hier wo ich lebe. Dennoch ist es auch schön hier, viel Kontakt zum Heimatort allein durch eltern und Freunde haben wir immer gehalten. Dann fährt man halt öfter mal am Wochenende "auf Besuch".

    Hast Du denn auch schon neue Arbeit dort? Was ist mit Vereinen, Sportvereinen oder so? Nachbarn?

    Lichtchen

    • Meine Eltern wohnen ganz woanders, wo auch meine "echte" Heimat ist. Da komm ich auch noch gerne hin, aber das reicht mir. Hatte mich in der Stadt eingerichtet und gehofft, dort bleiben zu können.
      einen Job hab ich. Ich arbeite für den elterlichen Betrieb im homeoffice. Die Option fällt also flach darüber neue kontakte zu knüpfen. Mein Mann möchte jetzt mal den schützenverein probieren. Mal sehen, was es da für Leute gibt. Die Nachbarn sind leider kein vergleich zu den vorherigen.
      lg, sunny

Hi Sunny,

Ich bin auch beruflich ca 700 km weit weggezogen.

Meine klare Zielsetzung war es damals, dass ich mich in meiner Freizeit nicht hinhocke und warte bis das Leben zu mir kommt sondern aktiv suche.

Ich habe mich durch das Freizeitangebot der Gemeinde geklickt und mir überlegt was ich schon immer mal tun wollte und bin fündig geworden.

Ein Anruf beim Verein "kommen Sie doch vorbei" und ich bin zum kennenlernen hin.

War am Anfang, wo man keinen Namen kannte und der Neue war doof und oft wär ich abends lieber vor der Glotze versackt aber ich hab "durchgehalten" und heute bin ich da sehr froh drum. Einige der Vereinskumpels trifft man auch so mal auf ein Bier...

Man kann auch bei der Arbeit Menschen kennenlernen mit denen man sich privat verabreden mag.

Es gibt einige Möglichkeiten in neuem Umfeld heimisch zu werden.

Mann/Frau muss halt was dafür tun, es wird dir nicht geschenkt.

Klemm dich dahinter, das wird schon.

LG
Ano

  • Da hast du natürlich recht. Das procedere an sich kenne ich. Hab mich auch schon zwei mal neu eingelebt und kenne die damit verbundenen Mühen und weiß, dass es viel Zeit braucht. Mein Problem ist nur, dass ich damals das Gefühl hatte, es bringt mich vorwärts und lohnt die mühe. In der letzten stadt wollte ich ja jetzt auch nicht mehr weg. Im Moment fühlt sich alles wie ein rückschritt an. Aber ich werde versuchen, das beste daraus zu machen und hoffe, dass sich irgendwann der knoten löst.

    lg, sunny

Wir sind auch wegen der Arbeit umgezogen. Im ersten Wohnort hab ich gedacht, hier kann man mich auch sofort erschießen und es ging mir wirklich schlecht. 9 Monate später sind wir dann nochmal umgezogen, hier fühle ich mich wohl, allerdings ist es eben nicht meine Heimat. Ich vermisse meine Familie, man lebt sich auseinander und obwohl ich regelmäßig mit meiner Mutter telefoniere, ist es einfach nicht genug.

Wir haben jetzt beschlossen wahrscheinlich Ende diesenJahres das Haus zu verkaufen und dann wieder zurück zu ziehen. Seitdem könnte ich vor Glück platzen. Ich hab hier wirklich nette Menschen kennengelernt, aber meine Familie ist mir einfach wichtiger.

Vielleicht reicht bei euch ja auch einfach nochmal ein kleinerer Umzug in einen etwas größeren Ort.

Alles Liebe

  • Ja, ich denke darauf wird es auch hinauslaufen. Wir werden auf absehbare Zeit wohl in die nächst größere Stadt ziehen. Ist natürlich auch nicht das selbe wie davor. Aber die Vorstellung erleichtert mich schon.
    lg, sunny

(12) 07.01.16 - 19:32

Das klingt so als warst Du mit der Entscheidung des Umzugs vom Gefuehl her nicht einverstanden.

Hast Du auch einen neuen Job am neuen Wohnort?

Wir sind auch schon zusammen umgezogen, aber wir standen beide dahinter. Endes des Jahres ziehen wir wieder um und ich freu mich richtig.

In meiner Heimat wohne ich schon lange nicht mehr, aber das ist mir auch nicht wichtig.

Mein Mann und ich entscheiden den Ort zum Leben immer nach Gruenden der Lebensqualitaet. Und dann wird dort der Job gesucht. Der Job muss nicht "perfekt" sein, wir sind da hart im Nehmen. Wir wechseln auch mal die Branche wenn es keine Jobs gibt. Trotzdem verdienen wir viel Geld. Aber wir sind da abgehaertet oder kaempferisch.
Zuerst wird der ideale Wohnort gesucht und dann der Job. Wir sind da eher an der Lebensqualitaet orientiert. Deshalb kommt kein Frust auf.

Hallo!

Ich bin gefühlt 100 mal umgezogen.. Während des Krieges in Jugoslawien mussten wir umziehen, da war ich noch ein Kind und fand es schrecklich, obwohl es "nur" 200 km waren. Ein paar Jahre nach dem Krieg sind wir dann nach Deutschland gekommen, ich war im Teenageralter und fand es wieder doof, weil ich wieder von 0 anfangen musste. Ich habe mich aber schnell eingelebt, wenn es einem gut geht, ist es überall gut :)

Ich bin auch in Deutschland mehrmals umgezogen, hab zeitweise in den Staaten und im Irland gelebt. Dann zum Studium, Arbeitsbeginn und vor 4 Jahren mit meinem Partner. Manche Orte haben mir gut gefallen, andere weniger gut aber wenn man will, kann man sich überall wohlfühlen. Aber meine Heimat, also die erste Heimat vermisse ich jeden Tag, meine Familie die dort ist und meine Freunde. Ich freue mich jedesmal schon Wochen vorher wenn wir runterfahren und genieße die Zeit total. Eines Tages ziehen wir vllt dorthin zurück aber das steht noch in den Sternen ABER es lässt mich alles andere leichter bewältigen.

Man kann es wenigstens versuchen und wenn es nicht geht, geht man wieder zurück, aber eine Wohnung ist nun wirklich kein Grund um alles hinzuwerfen..

Weil du dich von Anfang an gegen den Umzug gesträubt hast und offensichtlich überhauot gar nichts Positives daran finden kannst, vermiest du dir den Einstieg am neuen Wohnort schon alleine durch deine negative Einstellung.

Hast du Arbeit vor Ort? Wenn nicht, dann such dir einen Job. Wenn du den ganzen Tag alleine ohne Kontakte zu Hause herum hockst und auf deinen Mann wartest, ist das ziemlich frustrierend.

Suche dir Beschäftigung und Kontakte:

- Ehrenamt (Tierheim, Suppenküche, etc.)
- Verein (Feuerwehr, Schützenverein, Reitverein, etc.)
- Sport (Laufgruppe, Kurse, etc.)

Wenn dir die Wohnung nicht zusagt, dann hast du ja Zeit, euch eine andere Wohnung zu suchen, die vielleicht besser passt. Auch müsst ihr ja nicht auf "dem Kaff" wohnen bleiben, sondern könntet euch der Stadt annähern.

Du musst zusehen, dass du dir dort ein Leben aufbaust. Wenn du nur deines Mannes wegen umgezogen bist und dich deiner Unzufriedenheit ergibst, wirst du deinem Mann vermutlich bei jeder passenden Gelegenheit Vorwürfe machen. Das kann dann in der Tat eine Beziehung zerstören.

Na, jeder Mensch tickt wohl anders.

Mir war es immer wichtig mit meiner Familie zusammen zu sein, fast egal WO das war. Wenn ich eine Wohnung doof fand oder einen Wohnort habe ich mich halt weiter umgeschaut bis was anderes gefunden war.

Ja, es gibt Orte an denen man sich nicht wohlfühlt, dann sollte man da auch nicht bleiben.

Ich bin schon als Kind oft umgezogen (13 x) inkl. Schulwechsel und Co - das fand ich später sehr doof und wollte es nie so machen, tja - leider mussten wir auch aus beruflichen Gründen dann sehr oft umziehen (9 x auch versch. Länder) dann immer mit Kindern und Haustieren.

Nein, schön ist es sicher nicht, aber bevor man arbeitslos ist, dann doch lieber einen Umzug. Aber wir sind auch öfter mal dazwischen umgezogen weil die Wohngegend doch nicht so toll war oder die Wohnung/ Haus etc...

Manchmal muss man sich auch Zeit nehmen um den Ort und neue Leute kennenzulernen um sich dort wohl zu fühlen.

Sprich doch mal in ruhe mit deinem Mann darüber, such dir eine Beschäftigung, neue Bekannte usw. notfalls zieht näher an die Stadt - dann muss halt er evtl. länger fahren.
Ohne Kompromisse kommt man im Leben nicht weiter.

(16) 08.01.16 - 15:18

hallo,
ich bin auch weit weg gezogen und vermisse meine Heimat sehr... da soll noch mal einer sagen, dass Deutschland = Deutschland wäre ;-)!

Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, wenn ich in die Stadt möchte, mal eben 45 min zu fahren. Ehrlich gesagt, wenn ich in der Großstadt unterwegs bin, war ich oft ähnlich lange unterwegs...

Meine Freunde vermisse ich nach wie vor - allerdings ist das Leben hier so voll, auch mit sehr schönen Dingen gefüllt, die ich vorher nicht hatte, dass ich sie zwar vermisse - aber es nicht so schrecklich finde, dass ich nicht spontan vorbei fahren kann.

Wenn wir frei haben, fahren wir meistens Richtung Heimat - das war am Anfang wichtiger als heute nach sechs Jahren.

Wichtig war für mich einen Blick zu entwickeln für die Dinge, die ich jetzt habe und vorher nicht hatte (Ruhe, mal eben schnell in den Wald/an den See spazieren, Freunde die anders ticken, Kräuter vor der Tür etc).

Eine coole Wohnung mit Weitblick oder ein Häuschen mit Garten oder ein altes Fachwerk-Gebäude, welches ich komfortabel und ästhetisch finde, war mir immer wichtig. Wichtiger als mal eben schnell Kaffee-Trinken gehen können. Zwischendurch habe ich überlegt in altes, hübsches Städtchen in der Nähe zu ziehen. Was ich sagen will: auch wenn man die Heimat verlassen hat, kann man es sich richtig schön machen (das braucht nur manchmal bisschen, bis man die geheimen Ecken kennt und sich etwas ergibt). Und emotional fand ich es auch bereichernd, nicht immer im gleichen Ort zu bleiben und einfach mal ein ganz anderes Leben kennen zu lernen. Aber diesen Effekt konnte ich erst nach ein bis zwei Jahren beobachten.

nur wenn sich alles in dir dagegen sträubt und du partout nicht möchtest, dann wirst du auch schwer die Vorteile finden können...

es ist einfach wirklich ein anderes Leben, man braucht andere Schuhe, Gummistiefel werden wichtiger als High-heels und warme Jacken notwendiger als der feine Mantel mit passendem Hut... aber wenn man es schafft, verschiedene Lebenskonzepte zu vereinen, dann ist es eine echt coole und gelassene Atmosphäre und Entspanntest bei gleichzeitigem Bewusstsein, was einem wirklich wichtig ist.

so, genug geschrieben ;-)
lg

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