Ich kann nicht mehr...

    • (1) 14.01.16 - 14:07
      versagtinallem

      Hallo,

      bin 48 J., verheiratet, zwei Kinder (fast 18 und 20): Von meinem Ehemann wurde ich in kurzer Vergangenheit über mehrere Monate betrogen (damit hätte ich absolut nicht gerechnet), Sohn 1 hat zwei Anzeigen wegen Körperverletzung laufen (beide im Dezember 15) Sohn 2 hat Anzeige, bzw. Gerichtsverhandlung steht an, wegen Mißbrauch von BTM (Marihuana, XTC) das er nicht nur selber konsumiert, sondern wohl auch noch "vertickt" hat, der Kontakt zu meiner Schwiegermutter, immer schon schwierig, ist nun komplett "zerbrochen"....
      Ich habe das Gefühl, ich kann einfach nicht mehr, fühle mich als totale Versagerin sowohl in Kindererziehung, Ehefrau, Schwiegertochter ...usw.
      Vor zwei Jahren hatte ich noch den Anschein, wir wären eine GANZ NORMALE KLEINBÜRGERLICHE "spießige" Familie, mit zwei pupertierenden Söhnen, die nicht mehr und nicht weniger Quatsch machen, als es normal ist in diesem Alter, die beide nach dem Schulabschluß (der eine Abitur /der andere Quali) eine Ausbildung machen. Ich gehe TEilzeit arbeiten, mein Mann Vollzeit, wir konnten uns meist jährlich einen einwöchigen Urlaub leisten; unsere Ehe hatte natürlich Höhen und Tiefen - wie das wohl bei vielen anderen Ehen nach 15 Jahren auch ist. Wir wohnen ländlich, haben einen ganz normalen Freundeskreis, die wirklich guten Freunde/innen kann ich an einer Hand abzählen (das reicht mir aber auch vollkommen).

      Und jetzt fühlt es sich für mich wirklich an, als würde mir das ganze Leben "um die Ohren" fliegen, der Kontakt zu den Jungs ist alles andere als "gut", v. a. der Jüngere blockiert total, schmettert alles ab, ich finde absolut keinen Zugang zu ihm bzw. er zeigt uns gegenüber auch keine Gefühlsschwankungen (obercool) - mit dem Großen ist es auch schwierig, er ist bei der kleinsten Kleinigkeit auf 180 und lässt mit sich einfach so gut wie nicht darüber reden.... Wie es mit meinem Mann und mir weitergeht, weiß ich nicht - wir waren uns beide einig, es nochmal versuchen zu wollen, doch momentan tendiere ich wohl eher zur Trennung - wenn ich wüsste wohin, dann würde ich auf der Stelle meine Koffer packen und die drei einfach mal für ein paar Wochen hinter mir lassen (solange man das als Mutter halt dann auch aushält).

      Ich kann nicht mehr - heute geht es mir derart besch.... bin gerade nur am heulen, muß dann zur Arbeit, leisten werde ich dort heute sicher nicht viel!
      LG

      • Bo, ist das grade beschissen bei dir.

        Das sind wieder mal so Täler im Leben, die braucht kein Mensch.
        Aber gut - nun ist es so. Betrachte es als Herausforderung.

        Atme mal kurz durch. Also ich hätte wohl die Schnauze grade gestrichen voll und die 3 Männer könnten mich mal kurz gepflegt hinten rum heben. Von daher ist dein Gedanke, eine "Auszeit" zu nehmen, richtig.

        Ich würde mich krank melden. Schritt eins.
        Schritt zwei - überlegen, wo du paar Tage unter kommst. Gibt's evt. eine Freundin? ginge zur Not (finanziell?) Hotel/Pension?

        Schritt drei: Tschüss! Erstmal weg da. Dann würde ich mich betrinken. #heul

        Ne, schau echt, dass du da mal raus kommst. Es findet sich sicher Jemand, wo du mal unter kommst jetzt.

        Gute Nerven! Und. Ruhig Blut!

        Gruss
        agostea

        • (3) 14.01.16 - 15:14
          versagtinallem

          Ja, das sind schon auch meine Gedanken. Ein paar Tage Hotel oder Pension - das geht schon finanziell, denn zu einer Freundin möchte ich nicht, ich brauche i-wie Zeit für mich allein. Mein Elternhaus ist auch nicht die richtige Anlaufstelle dazu.

          Doch andererseits denke ich mir auch: wenn ich zurückkomme, wird wohl derselbe Trott weitergehen....#aerger
          LG

          • Nö. Nicht unbedingt. Liegt doch alleine an dir!
            Nutz die Auszeit und den Abstand mal, um einige Dinge zu überdenken. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dein Leben zu ändern. Vielleicht tuts jetzt mal Not?

            Nichts bleibt, wie es ist. Das ist eine Lektion, die habe ich schon früh gelernt. Denk mal drüber nach.

            • (5) 14.01.16 - 16:16
              versagtinallem

              ja - du hast natürlich schon recht...

              Was mich momentan am meisten "auffrisst" ist einfach die Sorge um unseren Jüngsten - er ist in einem teilweise mieserablen Umfeld - vor allem an der Arbeitsstelle, dort hinwerfen will er nicht (jetzt nicht mehr, das war anfangs der Ausbildung so, da habe ich ihm zum bleiben überzeugt #klatsch und jetzt mach ich mir eben umso mehr Vorwürfe.) Ich spiele mit dem Gedanken, an der Arbeitsstelle (großer Betrieb) die Karten auf den Tisch zu legen, nämlich dass dort gedealt wird, daß Minderjährige dazu geradezu "herangezogen" werden; Dann würde er, wie auch auch ein paar andere, sicherlich rausfliegen und ich fürchte einfach, das würde er mir dann nicht verzeihen - in 5 Monaten ist Abschlußprüfung, doch ist m. M. nach eh fraglich, ob er diese schafft. Es ist schwer...

              • Das ist natürlich sehr schwer....da eine richtige Entscheidung zu treffen, ist ein schmaler Grat. Nichts tun, ist aber m.M. nach auch nicht der richtige Weg, auch wenn er schon volljährig ist.

                Wie wäre es, wenn du ihm ein Ultimo setzt? Entweder, ER sucht das Gespräch mit seinen Vorgesetzten, oder du wirst es übernehmen?

                • (7) 15.01.16 - 10:52
                  versagtinallem

                  Danke! Nein, er ist NOCH nicht ganz volljährig - in zwei Monaten ist er 18.

                  Dass er das Gespräch mit den Vorgesetzten sucht, das weiß ich, kann ich absolut vergessen. Denn es ist SICHER, wenn da etwas zur Betriebsführung durchsickert, dann fliegen die alle ohne Pardon, auch ER. Er hat bereits wegen Fehlzeiten an der Berufsschule eine Abmahnung in der Tasche, sowie Ermahnungen, weil die Berichtshefte ständig zu spät kommen, und da haben sie ihm bereits sehr deutlich nahe gelegt, was passiert, wenn er nun nicht in die "Puschen" kommt.

                  Vielleicht ist es auch die bevorstehende Verhandlung, die ihn momentan so "abdrehen" lässt. Dem steht er bestimmt nicht soo cool gegenüber, wie er es uns gegenüber vorlebt. Gestern hat er sich meinem Mann gegenüber geäußert, daß wir ja daran Mitschuld hätten, daß es soweit gekommen ist, weil wir ihn dazu überredet hätten, bei der Polizei seine Schuld einzugestehen.

                  Kurz die Vorgänge: Hier stand eines Tages Polizei zur Hausdurchsuchung vor der Tür - sie hatten einen seiner Arbeitskollegen aufgegriffen, der wohl im größeren Stile Drogen weiterverkauft. Auf dessen Handy war ein Kontakt mit unserem Sohn, aus welchem per whatsapp-Verlauf hervorging, daß dieser Kollege unserem Sohn "3 blaue" in den Spint an der Arbeitsstelle gelegt hat. Unser Sohn hatte diese einen Tag zuvor über whatsapp "geordert". Nach der Durchsuchung haben die Polizisten ihm ins Gewissen geredet, wenn er nun zugibt, daß es sich dabei um XTC gehandelt habe, daß sich das dann strafmildernd auswirken würde. Auch ich habe ihm dabei gesagt: Wenn es so war, dann war es so - dann gesteh das einfach ein und trag die Konsequenzen. Nun denkt unser Sohn, wenn er alles abgestritten hätte, dann würden sie ihm nichts anhaben können und dann wäre es sicher auch gar nicht erst zu einer Verhandlung gekommen. Obwohl ihm auch der Polizist nach dem Gespräch sagte: "Du hattest es ja eh schon zugegeben, als ich dich vor der Durchsuchung fragte, ob es da um XTC ging, hast du dies bejaht". Desweiteren haben mein Mann und ich - unabhängig von dieser GEschichte, ein paar Tage vor der Durchsuchung - hier ein etwas größeres Päckchen Marihuana gefunden, das er wohl weiterverticken wollte. Wir haben das Zeug im Ofen verbrannt und so musste Sohnemann natürlich das Geld dafür "aufbringen". Da hält er uns nun auch vor, daß er WEGEN UNS eh schon soviel GEld zahlen musste und dies nun bestimmt noch mehr sein wird....! Der "Ärmste" fühlt sich also nur unrecht behandelt, "na ja - ein bisschen Schuld trägt er schon auch daran, das sieht er schon ein" - so seine Worte!
                  Er redet mit mir seit Tagen gar nichts mehr - zum Papa hat er gestern gesagt: In ein paar Monaten wird er eh hier ausziehen. Ich bin mittlerweile soweit, daß ich sage: JA bitte - nur zu. Wenn es dann wirklich soweit ist/kommt würde ich ihm wohl mit auf den Weg geben: Mach das - du weißt, wenn du jemanden zum Reden brauchst, dann kannst du gerne zu uns kommen und falls du merkst, daß das doch nicht SO LÄUFT, wie du es dir erträumt oder vorgestellt hast, auch dann kannst du versuchen, hier anzuklopfen!
                  Leider sind sich er und mein Mann in einem ziemlich ähnlich: Beide sind zwar sehr gutmütig, doch andererseits habe ich manchmal das Gefühl, sie würden sich eher die Zunge abbeißen, als mal über ihren Schatten zu springen und der Ehefrau oder Mama zu sagen: "Ich bin so froh, daß es dich in meinem Leben gibt - du bist mir einfach wichtig und wertvoll." (Das ist es auch, was ich von meinem Mann sehr viel mehr erwarten würde und was mich nun einfach immer mehr in Richtung Trennung tendieren lässt. Da kommt zu wenig von seiner Seite. Andererseits bin ich wohl auch jemand, der da viel erwartet, gerade jetzt besonders viel, da mein Selbstwertgefühl quasi weg ist)
                  LG

                  • Oh, da hast du ja ein tolles Früchtchen als Sohn.

                    Eins kann ich dir sagen, er ist zu alt, als das man auf ihn mit Vernunft einwirken kann.

                    Bewegte er sich früher - so mit beginnender Pubertät - auch in schwierigen Kreisen oder hatte er Tendenzen dahin? Oder begann das erst mit seiner Ausbildungsstelle? Und wenn ja - wie kommt es, dass er sich da in Drogengeschäfte hineinziehen lässt?

                    Warum haben diese Leute so einen grossen Einfluss auf ihn? Wird er vielleicht unter Druck gesetzt?

                    Denn was mich wundert ist, dass er sich offenbar der Tragweite seiner Handlung gar nicht bewusst ist? Entweder ist er total naiv oder will das um jeden Preis verharmlosen.

                    Fakt ist - er kann da nicht bleiben. Was hat er da für eine Perspektive? Die Firma macht den ja kaputt. Andererseits, scheint er das nicht zu kapieren. Konsumiert er selbst?

                    Ehrlich gesagt wäre mir das egal, ob er da rausfliegt. Er hat da keine ernsthafte Zukunft. Hast du mit der Polizei gesprochen? Wie bewertet dein Mann die Situation? Was schlägt er als nächstes vor?

                    Dein Mann und du müsst in dieser Situation dringend zusammenhalten. Zumindest wäre es von Vorteil, wenn ihr in Bezug auf euren Sohn, eine Sprache sprecht. Der braucht Hilfe. Vielleicht ist die Verhandlung nun schon Schock genug, und er wacht auf. Im schlimmsten Fall, würde ich ihn rausschmeissen. Klingt hart, ist aber langfristig nötig, sonst geht ihr alle drauf.

                    Welches Verhältnis hat der ältere Bruder hzu ihm? Verstehen die sich? Kann er evt, positiv Einfluss nehmen?

                    Ich bin jetzt im Wochenende. Kannst mir auch ne PN schreiben.

                    Gruss
                    agostea

                    • (9) 15.01.16 - 14:10
                      versagtinallem

                      Naja, es ist so:

                      Ja - er ist einfach vom Typ her doch einer von der naiven, man kann sagen, dummen Art. Er ist einfach labil, fühlt sich immer schon hingezogen zu denen, die Quatsch machen. Das war schon in der Schule so - bei jedem Schmarrn dabei, weil es halt lustig ist, die Tragweite der Auswirkungen hatte er dabei selten auf "dem Schirm". Er war zwar selbst immer auch sehr liebenswert, eben jemand, der seine Gefühle einfach so aussprechen konnte, wie er es empfand und der anderen nie böses wollte oder boshaft behandelte, auch andere auszunutzen oder zu hintergehen, das war nie seine Motivation. Genauso kommt es ihm aber auch nicht in den Sinn, bzw. kapiert er es einfach nicht, daß andere ihn evtl. hintergehen oder ausnutzen. Ein großes Problem an der Arbeitsstelle stellt für ihn wohl dar, daß er da in dieser Gruppe der Azubis (insgesamt 12 in seiner Sparte) der Jüngste ist. Darüber hat er auch immer wieder mal gejammert: "Ihr wisst ja gar nicht, was da los ist in der Arbeit und immer bin ich der Jüngste... usw.". Doch konnte ich da nicht soweit zu ihm vordringen, uns wirklich mitzuteilen "was da los ist". Er wollte Ende des ersten Lehrjahres unbedingt hinwerfen und nach einigem Hin und Her hat ER letztendlich dann doch sich fürs Weitermachen entschieden. Ich/Wir haben damals natürlich auf ihn eingewirkt, daß Lehrjahre keine Herrenjahre sind, daß es wohl an jeder Arbeitsstelle i-was gibt, was einem nicht gefällt usw. Ich habe ihm damals dann aber irgendwann auch gesagt: "Wenn es für dich gar nicht mehr geht, ja dann setz dich hin, schreib Bewerbungen, dann such dir etwas anderes". Es gab dann auch eine Möglichkeit, die er hätte machen können, doch letztendlich entschied er sich, diese Ausbildung weiterzumachen. Es gab anfangs schon auch Vorkommnisse in der Arbeit, wo ich Kontakt zum Ausbilder aufgenommen habe, weil er mit nicht unerheblichen blauen Flecken heimgekommen ist. Und ich glaube auch, daß da nach wie vor i-welcher Druck auf ihn ausgeübt wird. Sehr, sehr oft haben wir ihm da alle möglichen Hilfestellungen geboten, ganz hat er sich uns nie anvertraut, was da alles los ist.

                      Mein Mann und ich ziehen in der Sache schon an einem Strang, sein Kontakt zum großen Bruder ist ok. Den habe ich schon auch mal gebeten, doch in dieser Richtung etwas auf den kleinen einzuwirken, aber dazu meint er, er möchte da eher rausgehalten werden. Doch das werde ich wohl nochmal versuchen!
                      Eins ist für unseren Sohn auch klar: Er möchte nicht mehr zu dieser Arbeitsstelle gehen, wenn er die Ausbildung fertig hat. Jetzt mit der ganzen Geschichte habe ich Ende des Jahres nochmal mit ihm geredet - er soll dort abtreten, wir finden einen Weg... doch er will nicht, sagt: Nein, jetzt bleibe ich noch bis zum Sommer.

                      Ob er das Zeug selber konsumiert (hat): Ja - bestimmt auch! Ich habe im Vorfeld auch mal mitgekriegt, daß da wohl Marihuana im Spiel ist und natürlich mit allen möglichen Mitteln auf ihn eingewirkt. Er weiß jetzt, daß der Führerschein damit in großer Gefahr ist, und das ist (hoffe und glaube ich) die einzig mögliche Konsequenz, was ihn weiterhin davon abhalten wird.

                      LG

      Oh man du Arme #liebdrueck

      ich denke, nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem du einmal an dich denken musst.
      Nimm dir ne Woche Urlaub und fahr irgendwo hin (zu dieser Jahreszeit kann man ja günstig verreisen), wo du deine Gedanken sortieren kannst. Vielleicht siehst du dann etwas klarer.

      Deine Jungs sind alt genug, die sollten mit 18 und 20 jetzt mal aus dem Quark kommen.

      LG

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