Hilft eine Trennung?

    • (1) 17.01.16 - 17:25

      Hallo

      ich weiß nicht mehr weiter. Ich glaube mein Mann hat eine Depression oder ein Burnout?

      Zu unserer Situation, seid ca. 14 Tagen verkriecht sich mein Mann im Wohnzimmer! Schläft, isst und spielt den ganzen Tag am Tablett ( Mein Weihnachtsgeschenk von ihm an mich ) und schaut dabei seine Manga-Filme. Die restliche Zeit geht er in " drei Schichten " arbeiten. Es findet aber kein Familienleben mehr statt. Wenn wir uns unterhalten kann ich nicht anders und zicke ihn, so sagt er: "an "! Ich weise ihn nur auf Dinge hin, die er mit im Haushalt erledigen könnte. Aber da bekomme ich schon seid Jahren keine Hilfe mehr. Ich bitte ihn die Mülltonne zu entleeren, und er nimmt sie mit runter und stellt sie unten ab. Er geht in das Wohnzimmer und macht die Tür. Der Müll steht/ liegt jetzt im Flur.

      Gestern Abend hatten unsere Kinder Spiel- Schlafbesuch. Ich hatte aber versprochen meinen Mann zur Antinach Weihnachtsfeier zu bringen. Die sollte um 18 Uhr beginnen und um 17.30 sollten wir seinen Kollegen abholen. 17 Uhr sprach ich meinen Mann an, er müsse sich jetzt fertig machen. Er sagte er wolle seinen Film noch zu ende anschauen. Um 17.20 geht er dann duschen. Um 17.30 war er fertig, die Kinder waren aber noch nicht angezogen. Da ranzt er mich an, warum die Kinder noch nicht angezogen wären wir sollten sein Kollegen doch abholen. Aber auf die Idee zu kommen mir zu Helfen, kam er nicht. Das war ein Beispiel, ich könnte eigentlich ein Buch schreiben.

      Ich weiß auch nicht mehr weiter. Wir hätten soviel zu tun am Haus, und am Grundstück, aber er lässt sich so gehen..

      Ich stehe emotional kurz vor der Trennung, nur weiß ich nicht wohin ich mit den Jungs soll. Meine Eltern sind zu weit weg. Seine Eltern möchte ich da nicht mit hinein ziehen. Freunde haben kein Platz uns aufzunehmen. Wo soll ich hin?

      Reagiere ich nur über, oder würdet ihr euch das gefallen lassen? Mit ihm Sprechen funktioniert nicht, es ist kein rankommen, oder er verdreht die Tatschen so, das ich die Schuldige später bin.

      Ich bin ja nicht die einzige die leidet, die Kinder würden bestimmt auch gerne mehr ihren Vater sehen.

      Danke für zuhören-

      • Seit 14 Tagen ist das so und Du denkst über Trennung nach?
        Hab ich das richtig verstanden?

        • Ja ich habe es so geschrieben. Vielleicht ist das etwas über reagiert, aber ich bin so durcheinander wegen seinem Verhalten!

          • Also, ich finde das ehrlich krass, ganz ganz krass, dass Du nach einer 2 wöchigen Krise
            ernsthaft über eine Trennung nachdenkst!

            Es mag sein, dass Du mit einer Krise anders umgehen würdest (sehr wahrscheinlich sogar, denn Du bist ja eine Frau), aber das find ich ungewöhnlich leichtfertig. Ihr habt doch Kinder? Hast Du eine Ahnung davon, was Du alles alleine machen musst, wenn er GAR nicht mehr da ist?

            DU bist unzufrieden. Das ist doch erstmal eine Tatsache.
            D.h. Du musst erstmal genau wissen, was genau Du willst und das dann adäquat(!) äußern und ihn um ein Gespräch bitten. Und dann wäre es gut, wenn Du ihn nicht mit Vorwürfen bewirfst, sondern nur ganz klar davon sprichst, wie es Dir geht und was Du gerne möchtest.

            D,h. dann aber auch noch nicht zwigend, dass Du damit recht weit kommst....

            Kommunikation ist wichtig und das kann man ordentlich lernen. Im Zweifel lernt es nur einer indem er die 100%ige Verantwortung für sich übernimmt und bei sich anfängt.
            Im Zweifel lässt man sich beraten, bevor man sich trennt...

            Finde ich...

            Lg, Cora

          • Hallo!

            Hast Du ihn darauf angesprochen? Ich meine nicht gezickt, sondern versucht mit ihm zu sprechen?

            Ich meine, er ist mal 2 Wochen komisch drauf. Kann man das nicht seinem Partner mal zugestehen? Oder denkst Du, es manifestiert sich und siehst es derart als Bedrohung?

            Wie alt sind denn Eure Kinder?

            Lg
            Dana

      Hallo!
      Mein Mann ist depressiv, seit vielen Jahren. Es gibt ganz gute Zeiten, aber auch Phasen, in denen ich keinerlei Energie habe, seine Erkrankung weiter zu ertragen (er hat wenig Krankheitseinsicht und lässt seine Medikamente teilweise weg).

      Für mich klingt es nicht so richtig nach einer Depression, sondern dass ihn irgendwas ganz massiv stört oder vielleicht auch kurz vorm Burnout steht. Du schreibst, dass du nicht anders kannst, als ihn im Gespräch anzuzicken. Das kann durchaus zu einem Teufelskreis werden. Er braucht aus irgendeinem Grund eine Zeit lang seine Ruhe. Dich stört das und weißt ihn auf Dinge hin, die er erledigen soll. Das wiederum ist ihm zu viel und er zieht sich erst recht mit seinen Filmen zurück. Das wiederum wird dir zu viel und so weiter und so weiter.

      Habt ihr in den letzten Tagen mal ganz in Ruhe ein Gespräch darüber geführt? Aber ohne Vorwürfe ("Immer/nie machst du..."), sondern indem du ganz bei dir bleibst, wie es dir geht, dass die eine gemeinsame Zeit als Familie wichtig ist. Du kannst schon sagen, dass er häufig seine Mangas schaut, aber eben ohne Vorwurf, sondern mit Neugier, warum er das macht.
      Für mich klingt es nämlich so,als ob ihr beide momentan unzufrieden seid.
      LG Silvia

    • Ich bin selbst seit vielen Jahren depressiv und froh dass meine Frau sehr lange zu mir gehalten hat. Auch wenn ich das nicht immer zeigen konnte, hat mir ihre Unterstützung sehr geholfen.

      Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es Phasen gibt, in denen man zu nix fähig ist. Einfach nicht kann. Dass einem sogar normale Unterhaltung schwer fällt, dass es Zeiten gibt in denen das Aufstehen unmöglich scheint, in denen es wirklich wichtig ist, dass da jemand ist der einem hilft wenigstens das Nötigste zu schaffen.

      Versuch mit ihm zu reden, immer wieder. Immer wieder Gespräch anbieten und zeigen, dass die Situation dich irritiert und du dir Gedanken machst.

      Ich finde es ehrlich gesagt schwierig, dass jede Antwort aufgrund eigener Depressionen bei einem Mann, der seit zwei Wochen keinen Finger krümmt und ansonsten lediglich haushaltstechnisch nicht auf der Höhe ist (was leider öfters der Fall ist), einen Vergleich anzustellen.

      Falls Deine Gedanken in diese Richtung gehen, ist eine ärztliche Abklärung dringend notwendig.

      Ich würde Dir empfehlen vielleicht mit einem Familienmitglied zu sprechen oder einem engen Freund/ einer engen Freundin. Es kann Dir helfen die Situation aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und Du hättest eine Unterstützung, die meiner Meinung nach bei manipulativem Verhalten des Partners von grosser Bedeutung ist, um sich nicht selber zu verlieren.

      Ich glaube nicht, dass dein Mann an einer Depression oder einem Burnout leidet, nur weil er mal 14Tage lang am Tablet spielt. Heutzutage muss immer gleich alles n Burnout oder ne Depression oder eine andere Krankheit sein. Vielleicht hat dein Mann gerade eine Null-Bock-Phase?

      Bevor du nach 14 Tagen komischen Verhaltens gleich über eine Trennung nachdenkst (Hammer!), würde ich vielleicht erstmal mit ihm reden. Willst du dich denn wegen der 14 Tage trennen oder wegen der Tatsache, dass schon seit Jahren keine Unterstützung mehr von ihm kommt und er dich seit Jahren als "Hausmütterchen" hält?

      Ich würde ihm was husten, wenn ich ihn und seinen Kollegen zur Saufparty fahren soll und er es nicht für nötig hält, die Kinder vorher mal eben mit fertig zu machen. Der hätte bei mir sehen können, wie er zu seiner dämlichen Party kommt.

      Sprich mit ihm, stelle die Fronten klar und sag ihm, dass es so nicht weitergeht. Es sind EURE Kinder, EUER Haus und EUER Garten. Das alles sind nicht alleine deine Probleme und wenn er das tatsächlich seit Jahren so sieht, wäre DAS für mich auch ein Trennungsgrund, nicht aber eine 14tägige Krise.

      (10) 18.01.16 - 11:52
      Wegwerfgesellschaft

      So ist das in unserer Wegwerfgesellschaft.

      Der Partner zickt mal über das Normalmaß hinaus, denkt man sofort an Trennung.

      Klar, trenn Dich. Ist doch einfach. Mülleimer auf, steck ihn rein und mache den Deckel wieder zu.

      Mit dem nächsten Mann machst Du dann das Gleiche?

      Empathie heißt das Zauberwort. Dann bekommst Du auch heraus, was mit ihm los ist.

      Halli hallo,

      hast du denn eine Idee, was vor ca. 14 Tagen vorgefallen sein könnte, dass dein mann sich plötzlich so verhält? War er auf ner Party, wo irgendwas passiert sein könnte oder oder oder?

      Ansonsten scheint er ja wohl seit längerem keine große Anteilnahme mehr an euren gemeinsamen Pflichten zu nehmen (Kinder, Haus, Garten). Das klingt nach einer generellen Unzufriedenheit. Irgendwas stört ihn und macht ihn antriebslos. Vielleicht kommst du an ihn ran, wenn du ihm erklärst, dass du dir Sorgen machst, weil er so antriebslos ist. Ohne Vorwürfe. Und wenn er dir gleich unterstellt, dass du ihm Vorwürfe machst, musst du ruhig bleiben und ihm nochmal sagen, dass du dir Sorgen machst und nicht ihm Vorwürfe.

      Und zu dem Beispiel mit dem Fertigmachen der Kinder: "Da ranzt er mich an, warum die Kinder noch nicht angezogen wären wir sollten sein Kollegen doch abholen. Aber auf die Idee zu kommen mir zu Helfen, kam er nicht. "
      Männer kommen häufig nicht von allein auf solche Ideen ;-) Hast du ihm vorher gesagt, dass du seine Hilfe benötigst? Wenn ja, kannst du sauer sein, wenn nicht, hättest du doch damit rechnen müssen, dass er dich dabei nicht unterstützt bei seiner Antriebslosigkeit.

      Du erwartest Dinge, ohne sie auszusprechen. Das geht bei Männern häufig in die Hose. Wenn du ihm dann deine Erwartungen berichtest, kommt es vorwurfsvoll rüber. Dein Mann hat sich in die Deffensive begeben und tut lieber gar nichts, um nichts falsch zu machen. Das wiederum ärgert dich noch mehr usw. usf.
      Das ist zumindest mein Eindruck von deiner Erzählung.

      Aktuell bist du die Aktivere in eurer Beziehung und hast ein Problem erkannt, was ein weiteres langfristiges Zusammenleben als Paar schwer macht. Daher würde ich sagen, ist es auch an dir, zu handeln. Brich aus aus euerm Teufelskreis. Das verlangt Kraft und Zeit, aber bei euch ist es mit einem einfachen Gespräch nicht mehr getan, da muss tiefer gegraben werden.

      Schonmal über eine Paartherapie nachgedacht? Eventuell hilft euch das, eine Basis zu finden, wo ihr wieder normal miteinander reden könnt. Und dann könnt ihr eure Probleme auch konstruktiv angehen.

      LG und viel Glück

      Was sagt er dazu?

      Gruss
      agostea

      Ich finde dich schon etwas merkwürdig, wenn du nach 14-tägiger massiver Veränderung an Trennung denkst.

      Habt ihr mal an eine Paartherapie gedacht? Bei euch funktioniert die Kommunikation nicht. Du zickst ihn an, weil du deine Erwartungen erfüllt haben willst und Schuldzuweisungen führen sowieso zu nichts, ihr werdet beide daran beteiligt sein, dass ihr da steht, wo ihr gerade seid.

      Bei einem Therapeuten lernt ihr, miteinander zu sprechen. Entweder kriegt ihr die Kurve und ihr kommt drauf, wo es bei euch hakt oder es führt zu einer geordneten Trennung. Dann hättest du, was du jetzt erwägst, aber wenigstens vorher alles probiert.

      (14) 19.01.16 - 07:08

      Ist das Verhalten denn wirklich erst seit 14 Tagen so oder schon länger ? Mir klingt es so, als hätte sich das langsam gesteigert.

      Schlage ihm vor, gemeinsam mit einem Paartherapeuten zu reden. Oder such dir einen, mit dem du erstmal (so schnell wie möglich) alleine reden kannst. Was mit ihm los ist kann nur er alleine sagen.

      Das Schlimmste wäre nur zu resignieren. Wenn du nichts tust wird sich auch nichts ändern.

      Vielleicht wäre auch für dich eine kleine Auszeit gut um einfach wieder klare Gedanken fassen zu können.

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