enttäuscht vom Partner

    • (1) 21.01.16 - 08:57
      wolke567

      Liebe urbis,
      mein Partner und ich (beide 31) leben in einer Patchwork Konstellation. Wir haben beide schon jeweils ein Kind (beides Mädchen, 7 und 8 Jahre alt) und sind vor 2 Wochen nochmal Eltern geworden (das ist unser gemeinsames Kind).

      Wir leben in der gleichen Stadt, aber in jeweils anderen Stadtteilen und er mit seiner Tochter zusammen in einer 3 Raumwohnung, ich mit meiner Tochter und Baby auch alleine.

      Das Thema Zusammenziehen habe ich seit der Schwangerschaft schon öfter angesprochen, da kommt von ihm aber null Initiative. Er sagt, jetzt sei erstmal Jobsuche dran, er sucht allerdings schon seit August letzten Jahres. Wenn er erstmal einen Job hat, wird er erst Recht keine Zeit mehr haben für die Wohnungssuche. Ausserdem sagt er, die Renovierung seiner Wohnung wäre zu aufwendig und teuer, das packt er nicht.

      Dazu kommt, dass er eine leichte Form des Asperger Autismus hat und dadurch große Probleme mit Veränderungen hat. Er sagt selbst, dass ihm so eine große Veränderung sehr zu schaffen macht.

      In letzter Zeit hat er immer wieder Kontakt zu alten Freundinnen aus der Ausbildung. Er schickt ihnen per whatsapp Fotos von sich und dem Baby und von seiner grossen Tochter mit dem Baby, aber von mir natürlich nicht. Er könnte ja auch ein Familienfoto schicken. Macht er aber nicht.
      ich weiß nicht wieso mich das stört aber sobald das Thema auf den Tisch kommt wird er aggressiv. Er empfindet ja nicht mehr als für eine Schwester für diese "Freundinnen".

      Ich wusste ja, dass er nicht einfach ist, aber das er eigentlich garnicht zusammen ziehen will hat er mir zum Beispiel jetzt erst gesagt.
      Und diese ganzen Kontakte sind auch neu.
      Es macht mich einfach wütend, dass er überall rumprahlt mit dem Baby aber nichtmal den Abschluss in der Hose hat sich richtig zu kümmern :-(

      Als ich nach dem Kaiserschnitt auf Hilfe angewiesen War, War er total überfordert und konnte es kaum erwarten, wieder in seiner Wohnung zu "landen".

      Ich will mich jetzt aber auch nicht trennen, ich brauche ihn doch :-(

      Habt ihr Tipps? Oder jemand Erfahrung mit dem Asperger Syndrom?

      Lg

      • Und was genau hat Dich jetzt nochmal veranlasst, mit diesem Mann ein Kind zu kriegen?

        Ich fasse es einfach nicht, wie verantwortungslos hier von einigen Kinder in die Welt gesetzt werden, so völlig ohne Plan!

        • (3) 21.01.16 - 09:17

          Genau solche Antworten kann ich jetzt gebrauchen,vielen Dank!
          Im Leben läuft es nicht immer nach Plan und du bist sicherlich lebenserfahren genug um zu wissen, das es auch bei Verhütung zu Pannen bzw. Schwangerschaft kommen kann.
          Aber das ist jetzt hier nicht Thema und bringt zum jetzigen Zeitpunkt auch nichts.

          • Du bist noch im Wochenbett - zu deiner Entlastung versuche unbedingt noch eine Haushaltshilfe über die KK zu bekommen. Hast du eine Hebamme? Sprich auf jeden Fall mit ihr!

            An der Tatsache, dass dein Partner Asperger Autisr ist, kannst du nichts ändern. Ich hab keine Erfahrung mit dieser Erkrankung, stelle es mir aber schier unmöglich vor, dass man da an Vernunft und Verantwortung appellieren kann. Könntest du dir nicht vorstellen, dass ihr zwei Wohnungen behaltet? Ist zwar nicht das klassische Familienmodell, aber es kann doch funktionieren?

            Kannst du ihn nicht so nehmen, wie er ist, mit dem Rückzug, den er braucht? Versuche doch mal, deine Perspektive zu ändern...
            Wie lange seid ihr zusammen?

            Alles Gute!

Hallo Wolke,

ich schätze das so ein, dass dein Partner von der Situation völlig überfordert ist und deshalb den Rückzug in bekannte Gefilde antritt.

Das mit der gemeinsamen Wohnung und dem Job ist so eine Sache. Aber wer denkst du vermietet euch ne Wohnung in ausreichender Größe wenn er keinen Job hat? Daher erst Job suchen, dann Wohnung.

Wenn es dir so wichtig ist such du doch eine Wohnung, vielleicht in der Nähe seiner Wohnung dann könntest entweder du in seine Nähe ziehen oder ein Umzug würde ihn nicht zu sehr aus seinem gewohnten Umfeld herausziehen.

Wie du selbst schon sagst, er kommt mit Veränderungen nicht klar. Du wirst dich leichter tun wenn du die Veränderungen für ihn klein hälst und lieber mit mehreren kleinen Schritten vorangehst.

LG
Ano

Hallo,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Baby.

Na, was soll man für Tipps haben.
Er hat dir doch seinen Plan schon mitgeteilt.
" Er sagt, jetzt sei erstmal Jobsuche dran, er sucht allerdings schon seit August letzten Jahres..."

Mich würde interessieren, wie er dich mit dem Baby entlastet? Offensichtlich ist er ja arbeitslos und ihr könntet somit viel Zeit miteinander verbringen.
Vielleicht aber möchte er nicht gleich zusammen ziehen, weil seine Tochter noch nicht soweit ist, er mit dem Baby überfordert ist, er überhaupt nicht zusammen ziehen möchte oder oder oder. Schwierig.
Wenn ich in deiner Situation wäre, würde ich mich darauf einstellen, allein mit den beiden Kindern zu sein.

Mit Asperger Autismus kenne ich mich nicht aus.

LG

Nici

Guten Morgen.

Eine Schwangerschaft dauert in der Regel 40 Wochen. Habt Ihr innerhalb dieser Zeitspanne gesprochen, wie sich der jeweils andere eine Zukunft als Familie vorstellt?

Schön ist ja, daß er den neuen Erdenbürger annimmt obowhl auch dies wohl eine große Veränderung seines Lebens bedeutet. Mir stellt sich die Frage, ob er ausschließlich bereit ist, mit für ihn positiven Veränderungen klarkommt, Belastungen allerdings von sich schiebt und diese, mit der Diagnose Asperger anderen überlässt?

Er hat mit Sicherheit als alleinerziehender Vater (wo ist die Mutter und inwieweit ist diese in die Erziehung deren Tochter involviert?) einiges zu schaukeln. Wie jede alleinerziehende Mutter eben auch.

Möglicherweise bist Du besser beraten, die Situation vorerst nicht zu ändern, bevor Du plötzlich von einem auf drei Kinder katapultiert wirst. Er mag seine Zeit benötigen, vor allem aber, solltest Du Dir diese nehmen um herauszufinden, was genau Du Dir antun möchtest.

Ich würde das alles erst mal so lassen.

Jetzt mal ehrlich:
SO erstrebenswert ist ein Zusammenleben mit einem Asperger - Autist der obendrein Arbeitslos ist, auch nicht, oder? Dazu noch sein Kind = Patchwork.

Da brauchst du echt Nerven aus Stahl. Und wenn eine Wohnungsrenovierung jetzt schon ein unüberbrückbares Problem darstellt - kannste dir evt. vorstellen, was du an der Backe hast, wenn du Tisch und Bett mit dem teilst.

Gruss
agostea

Du hast einen Mann kennengelernt, der das Asperger-Syndrom hat, alleinerziehender Vater und auf Jobsuche ist. Ihr habt eine Beziehung begonnen, lebt in getrennten Wohnung und du wurdest schwanger. Selbst wenn es eine Verhütungspanne war, hast du dich ja zu irgendeinem Zeitpunkt für das Kind entschieden. Dass es mit deinem Freund sicherlich nicht einfach wird und er vielleicht auch nicht die emotionale Stabilität eines Menschen ohne Asperger aufweist, wusstest du vorher.

Du erwartest von ihm, dass er sich um dich / euch kümmert wie ein "normaler" Mann. Das kann er aber vielleicht emotional und empathisch gar nicht so leisten, wie du das gerne hättest.

Er hat das Baby angenommen, das scheinbar nicht gewünscht, aber gewollt ist, obwohl es eine große Veränderung für sein Leben darstellt (die er ja nur schwer ertragen kann). Das war wahrscheinlich ein großer Schritt für ihn und vielleicht kannst du nicht erwarten, dass er nun direkt den nächsten macht. Kannst du nicht deine Wohnung aufgeben und dir in seiner Nähe etwas suchen, sodass ihr näher zusammen seid?

Lass ihm ein bisschen Zeit und Raum und berücksichtige seine Krankheit. Du hast dich da leider auf eine anstrengende Sache eingelassen. Dummerweise muss man in solchen Beziehungskonstellationen IMMER damit rechnen, dass man mit dem Baby alleine dasteht.

Versuche, dir auf anderem Wege Unterstützung zu organisieren. Ich vermute, wenn du deinen Freund allzu sehr bedrängst, wird er sich mehr und mehr zurückziehen, damit erreichst du nichts.

Hallo,

eigentlich ist es ganz einfach:
Love it, change it or leave it!

- Love it: Du kommst mit dieser Situation so klar. Dann aber auch wirklich, ohne weitere Vorwürfe, meckern usw. Du akzeptierst die Situation einfach und nimmst es so hin.

- Change it: Du änderst etwas an der Situation, wenn du damit nicht klar kommst bzw. nicht klar kommen möchtest. Das können Änderungen bei ihm als auch bei dir sein (z. B. Kompromisse, Änderung der Einstellung usw.)

- Leave it: Du gehst und steckst da keine weitere Energie mehr rein.

Diese drei Alternativen hast du. Aber ein „Ich bin unglücklich, aber ich möchte mich auch nicht trennen. Ich brauche ihn doch.“ (Übersetzt: Eigentlich ist alles doof, aber ich möchte nichts ändern“) ist vergeudete Zeit.

Was soll man dir denn da raten? Wenn ein Part einfach nicht möchte und sich nicht ändert, dann bleibt dir nur noch übrig, dich damit abzufinden, dich zu ändern (ihn kannst du ja nicht ändern) oder zu gehen.

Setz dich mit diesen Alternativen auseinander und entscheide, mit was du leben möchtest bzw. kannst.

Viele Grüße #winke

Ich habe Erfahrung mit Aspergern gerade auch in Partnerschaften.

Ein paar Fragen:
Dein Partner hat eine offizielle Asperger-Diagnose? Seit wann? Wie reflektiert geht er damit um?
Asperger kann immer nur eine Erklärung sein, nie eine Ausrede. Mir scheint dein Partner nutzt es geradezu inflationär als Ausrede, kein Job, keine Power, er unterstützt dich nicht, usw. Ganz schön bequem für ihn, oder?

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