Freund will keine Kinder aufgrund seiner "Herkunft"!

    • (1) 24.01.16 - 01:02

      Hallo an alle im Forum,

      Ich habe bereits viele Freundinnen bezüglich meines Problems gefragt, aber ich wollte dennoch einige Antworten, die neutral sind, ohne mich zu kennen.
      Ich entschuldige mich schon mal für den langen Text.

      Ich (weiblich und 29 Jahre alt) bin seit drei Jahren mit meinem jetzigen Partner zusammen. Wir führen eine absolute Traumbeziehung. Zum ersten Mal erfüllt ein Mann alle Voraussetzungen, die ich mir wünsche: gebildet, gutes Aussehen und weltgewandt.
      Er ist 30 Jahre alt und arbeitet als Arzt. Ich denke, dass das eine Beziehung ist, die für die Zukunft halten könnte und ich glaube, dass er mir auch bald einen Antrag machen möchte (vermute ich jedenfalls).
      Anfänglich hatte ich jedoch große Bedenken, da er einen Migrationshintergrund hat. Er ist in Deutschland geboren, seine Eltern stammen jedoch aus dem Iran, leben aber auch seit dem 17. Lebensjahr in Deutschland und sind auch Ärzte. Ich habe die Familie kennen gelernt und es sind sehr nette Leute und wir kommen hervorragend miteinander aus. Religon spielt in deren Familie absolut keine Rolle. Sie sind sehr weltoffen und liberal.
      Er ist sogar politisch aktiv und Parteimitglied in Deutschland.

      Meines Erachtens ist er sogar überintegriert ;)

      Jetzt kommt aber das Problem! Ich wünsche mir unbedingt Kinder. Daher habe ich mir immer Zeit gelassen mit der Partnersuche, da ich nach dem "perfekten" Mann gesucht habe und ich denke, dass ich ihn momentan habe.
      Ich habe ihn daher letztens direkt auf Kinder angesprochen.

      Seine Antwort fiel jedoch sehr ernüchternd aus. Er hat mir offen seine Ängste geschildert.
      Er hätte große Sorgen, Vater zu werden, da er ja einen Migrationshintergrund hat und als Kind im tiefsten Osten aufgewachsen ist. Daher hat er als Jugendlicher starken Rassismus spüren müssen. Deswegen will er keine Kinder, da er denkt, dass seine "Herkunft" nur problematisch wäre für Kinder. Er sieht die momentane Situation in Deutschland sehr kritisch (er spricht sich gegen die deutsche Asylpolitik aus und gegen massenhafte Einwanderung aus, was mich sehr erstaunt hat) und hat große Bedenken, dass seine "zukünftigen" Kinder aufgrund seiner Herkunft unter Vorurteilen leiden würden, weswegen er es partout ausschließt Kinder in diese Welt zu setzen.

      Ich habe ihm gesagt, dass wir unseren Kindern ja deutsche Namen geben werden, um so was zu vermeiden, aber das hat ihn auch nicht überzeugt.

      Ich war sehr verdutzt über diese Argumentation, da mein Freund noch nie über so etwas mit mir geredet hat. Ich wusste eigentlich nichts über seine Kindheit und seine Rassismus-Erlebnisse aus seiner Kindheit.
      Momentan versuche ich seine Sicht nachzuvollziehen.

      Ich glaube jedenfalls nicht, dass unsere Kinder dieselben Probleme erleben werden, die er gemacht hat. Er ist zu 100% integriert, nicht religiös, als Arzt gehört er dem Mittelstand an.

      Ich weiß einfach nicht wie ich darauf reagieren soll. Für mich waren Kinder immer ein Traum, aber ich liebe auch diesen Mann und ich bin mir sicher, dass ich niemals mehr einen Mann treffen werde, der seine wunderbaren Attribute besitzt. Er ist wirklich mein absoluter Traummann.

      Ich hoffe, dass ihr einige Tipps habt, die mir helfen könnten, ihn nachträglich zu überzeugen.
      Die momentane Situation belastet mich sehr und ich brauchte dringend eine Lösung.

      Liebe Grüße!

      • Hallo.

        Mich wundern seine Bedenken sehr.
        Schon in der Generation seiner Eltern und mit diesem beruflichen/gesellschaftlichen Hintergrund sind doch deutsch-iranische Ehen mit Kindern nichts neues, bzw. besonderes.

        Ich kannte schon in meiner Jugend viele deutsch-iranische Kinder, meistens waren die iranischen Väter auch Ärzte. Und auch heute kenne ich einige solche Verbindungen.
        Und in einem gewissen gesellschaftlichen Umfeld fällt das auch nicht weiter auf, sprich ich bin überzeugt, dass z. B. in einem gehobenen Wohnumfeld da keinerlei rassistische Probleme auftreten werden. Und die Kinder haben dann ja auch entsprechende Freunde, die "anti-rassistisch" sozialisiert sind.

        Wie Du ihm das "austreiben" kannst, weiß ich allerdings auch nicht.

        LG

        Hallo,

        Er soll sich doch mal bitte in Schulen und Kindergärten umsehen, mindestens 50% dort der Kinder haben Migrationshintergrund und das ohne das es zu Problemen kommt.
        Heute ist das völlig normal und nichts ungewöhnliches.
        Zudem werden er und seine Familie ja kein schlechtes soziales Umfeld haben, als Arztfamilie.

        Klar war es früher noch etwas anders als heute.
        Meine Mutter hat, obwohl sie nun wirklich 100% deutsche ist, auch immer wieder in ihrer Kind- und Jugendzeit mit rassistischen Anfeindungen zu kämpfen gehabt, nur aufgrund ihrer eher südländischen Hautfarbe.
        Dies hat sie dennoch nicht vom Kinder kriegen abgehalten und heute fällt sie ohnehin nicht mehr auf.

        Ich glaube ihr könnt da nur reden, reden, reden...
        Wahrscheinlich geht es ihm gar nicht soooo unbedingt darum, sondern um die üblichen Ängste die Männer so entwickeln, wenn es um die Kinderfrage geht.

        LG

        in eurer 3jährigen Beziehung habt ihr nie darüber gesprochen, ob in eurem Leben Kinder eine Rolle spielen

        er erzählt dir auch erst jetzt, wie seine Kindheit war

        Nach 3 Jahren Beziehung sollte man seinen Partner in- und auswendig kennen

        Wenn du ihn so sehr liebst, er aber keine Kinder möchte, musst du dich damit abfinden...

      • Vielleicht gibt es die drei Voraussetzungen "gebildet, weltoffen, gut aussehend " nur in Kombination mit "karriereorientiert, freiheitsliebend und ungebunden"
        und nicht mit "familiär,kinderlieb, häuslich"

        Es könnte ja sein, dass seine Begründung nur vorgeschoben ist, weil er weiß, dass Frauen mit Kinderwunsch auf "ich möchte keine Kinder" sehr heftig reagieren.

        (6) 24.01.16 - 09:04

        Wo bitte ist "tiefster Osten"? In der ehem. DDR haben seine Eltern als Medizinstudenten garantiert nicht in der Pampa gewohnt!

        Das Du nach 3 Jahren! erst erfährst, wie er (angeblich) aufgewachsen ist, zeigt eine gewisse Oberflächlichlichkeit in der Beziehung. Wer weiß, welche Kapitel in dem Buch noch zu Überraschungen führen. Das würde ich dringend mal überdenken.

        Wenn er keine Kinder will, solltest Du Dich damit abfinden.

        004

        • (7) 24.01.16 - 09:35

          "Ich wünsche mir unbedingt Kinder. Daher habe ich mir immer Zeit gelassen mit der Partnersuche, da ich nach dem "perfekten" Mann gesucht habe"

          Aber Du hast leider nur betrachtet, was ER darstellt. Und nicht, ob DU zu ihm passt, zumindest was SEINE Zukunftsvorstellungen betrifft. Vllt. passt DU gut zu IHM, da Du aufs Auftreten achtest. Das Familiending habt ihr nie angesprochen, Du hast das einfach vorausgesetzt als einer Deiner "Punkte bei der Partnerwahl" , die zu erfüllen waren. Schade.

      Ich mag mich täuschen aber kann es sein das dein patner hier schon mal geschrieben hat?

      http://m.urbia.de/forum/16-partnerschaft/4643350-zweifel-an-einer-vermeintlichen-mischbeziehung

      LG

      • Hallo.

        Das passt doch gar nicht dazu.

        LG

        • Hallo,

          Ein 30 jährigem Arzt mit iranischen Wurzeln und irgendwie,von seiner von Rassismus geprägten Kindheit/ Jugend im Osten Deutschlands, "traumatisiert".
          Kann sein muss aber nicht... ;-)

          Wenn dem so wäre könnte man darauf schließen das der Herr wirklich tiefsitzende Probleme mit dem Thema -mit Fremdenfreundlichkeit aufwachsen- hat.

          Ist weit hergeholt, dass gebe ich zu, nur kam mir beim lesen des Beitrags der TE sofort der von mir gepostete Beitrag in den Sinn.
          LG

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