Alleiniges sorgerecht

    • (1) 27.01.16 - 06:37

      Ich habe alleiniges Sorgerecht für meine Tochter, der Erzeuger hatte nur unregelmäßig Kontakt zu ihr.

      Kann ich mit meinem neuen Partner OHNE Hochzeit das Sorgerecht für meine Tochter teilen?

      Bitte urteilt nicht voreilig, wenn der Erzeuger wollte hätte er genug Chancen gehabt, aber meine Tochter braucht endlich einen Papa der sich auch so nennen kann. Nur wenn ich aus welchen Gründen auch immer mal nicht auf meine Tochter aufpassen kann, wäre es gut, wenn das mein Partner tun könnte.

      • Guten Morgen,

        nein, das gemeinsame Sorgerecht ist nicht möglich, wenn dein Partner nicht der leibliche Vater des Kindes ist. Dafür müsste er dich heiraten und anschließend das Kind adoptieren.

        Viele Grüße

        Dein Partner hat sowieso von Haus aus, wenn er mit dem Kind zusammenlebt und Du ihn autorisierst, das "kleine Sorgerecht". Das heisst, er darf u.a. Entscheidungen ohne Dich zusammen treffen, die keine tieferen Auswirkungen auf den Alltag und die Entwicklung des Kindes haben. Er darf natürlich dann auch auf sie aufpassen, er dürfte aber nicht mit ihr zum Arzt und einen unkritischen Eingriff (dazu gehören auch Impfungen) genehmigen. Das wäre nur in einer Notsituation möglich, beispielsweise wenn das Kind verunfallt und dringend operiert werden muss.

        Was nicht geht ist, dass er mit Dir das normale Sorgerecht offiziell teilt. Dieses Recht hat nur der Vater des Kindes.

        Ich hab mal was zu "Kleines Sorgerecht und Notsorgerecht" gelesen. Das könnte evtl. auf deine Situation passen. Da geht es um die Befugnis des Lebenspartners zur Mitentscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens des Kindes. Google das doch mal... #winke

      • Ein vollständiges geteiltes Sorgerecht könnte dein neuer Partner meines Wissens noch nicht mal durch Hochzeit erlangen, sondern nur durch eine Adoption.

        Das will natürlich gut überlegt sein und braucht glaube ich auch die Zustimmung des leiblichen Vaters, egal, ob er sich gekümmert hat oder nicht.

        Die Frage ist - wozu? Wie alt ist das Kind, wie lange kennst du deinen Partner schon, und warum willst du mit ihm das Sorgerecht teilen, ihn aber nicht heiraten? Dann gäbe es wohl die Möglichkeit des kleinen Sorgerechts.

        "Auf deine Tochter aufpassen" kann er auch ohne Sorgerecht, ebenso könnt ihr gemeinsam Entscheidungen treffen - nur eben er nicht alleine.

        Ich wüsste nun nicht, wo im alltäglichen es eine Rolle spielt, ob er nun Sorgerecht hat oder nicht.

        Er kann ddurchaus auch "Papa" sein ohne Sorgerecht.

        Du bittest darum nicht voreilig zu urteilen, aber nach dem was man hier permanent so lesen darf: ich hoffe auch du handelst nicht voreilig? Bist du lange genug mit deinem jetzigen Partner zusammen, dass er als "Papaersatz" überhaupt eine Option darstellt?
        Oder reden wir da nur von Monaten oder gar Wochen?
        Wie schon erwähnt gibt es ja "das kleine Sorgerecht", nur nach allem was ich in letzter Zeit so bei Urbia gelesen habe neigen derzeit Frauen dazu sich in Überschallgeschwindigkeit in neue Partnerschaften mitsamt neuem Kind und allem drum und dran zu stürzen.

        • Keine Sorge ich bin schon lange genug mit meinem Partner zusammen, um beurteilen zu können, ob es zu voreilig wäre, ich bin keine von den Frauen die jedem Hosenbein hinterher rennt und alles durch ne rosa Brille sieht. Es geht lediglich um die Sorge um meine Tochter, was ist wenn mir was passiert, und sie müsste bei einem Fremden aufwachsen

      Ich danek euch schon mal,

      Mir ging es mehr darum, dass wenn mir was passier, dass meine Tichter dann auch bei ihrem PApa bleiben kann und nicht zu ihrem 'Vater' muss, der sich so schon nich um sie kümmert. Er ist für sie ein Fremder, sie wird 4 im Mai.

      Es ist jicht so, dass mein Partner und ich nicht heiraten wollen, aber dazu brauch man halt auch nen bissl Geld, da mein Partner kein Deutscher is, kostet das noch ein. Wenig mehr, da seine Unterlagen übersetzt und beglaubigt werden müssen, das kostet leider jede menge Geld.

      • Sollte dir was passieren, dann ist es ohne eine Heirat und Adoption nicht sicher, ob die Kleine "auch bei ihrem Papa bleiben kann und nicht zu ihrem 'Vater' muss". Das wird dann das Jugendamt/Gericht zum Wohle des Kindes entscheiden. Es wären dann auch deine Eltern z. B. im Gespräch...

        • Ja eben und das wäre das Problem, meine Mutter wohnt in Hannover mein Vater in Berlin, und eine Pflegefamilie wäre auch nicht das Richtige. Kann dann wohl kaum zum Wohle des Kindes sein, wenn auch das Fremde wären, genau wie ihr Vater ihren Papa kennt sie von klein auf

          • Ich verstehe deine Bedenken, aber das wirst du nicht ändern können. So ist das Rechtssystem in Deutschland.

            Sollte dir was passieren (wovon man einfach nicht ausgehen möchte), dann wird das Gericht so entscheiden, wie es ihrer Meinung für dein Kind am besten wäre. Und wenn dein Kind schon alt genug ist, wird dieses natürlich auch "befragt". D.h. es ist ja nicht abwegig, dass dein Kind dann bei deinem Partner bleibt.

            #winke

    Ich habe mich aus dem gleichen Grund ein Mal beim Jugendamt erkundigt. Generell ist es so, dass - unabhängig von der Sorgerechtssituation - im Falle deines Todes z.b. Dein Kind zum anderen Elternteil kommt. Es spielt also keine Rolle, ob du das alleinige oder gemeinsame Sorgerecht hast. Allerdings ist es so, dass z.b.anträge auf Kindergeld usw nur vom sorgeberechtigten gestellt werden können.

    Allerdings kannst du ein Testament aufsetzen (handschriftlich, Datum, Unterschrift nicht vergessen!). In diesem kannst du formulieren, dass du wünschst, dass dein Kind bei deinem Partner bleibt. Du solltest an dieser Stelle auch ausführlich erklären, wieso du das wünschst (z.b. Beziehung besteht seit Kind 6Monate alt ist, Partner hat Vaterrolle, Kind kennt leiblichen Vater nicht, Geschwisterkinder mit deinem Partner sind vorhanden, leiblicher Vater wohnt weit weg, so dass soziales Umfeld komplett wechseln würde usw.). Du solltest deinen Partner u. Z.b. Enge Freunde einweihen,wo sie das Testament finden. Dieses sollte im Notfall dann dem Jugendamt so schnell wie möglich vorgelegt werden und würde dann zumindest zu einer Überprüfung des Sachverhaltes führen. In der Regel wird das Kind ohnehin nicht über Nacht deinem Partner weggenommen, sondern es gibt auch eine Übergangszeit, da sich der leibliche Vater ja auch erst einmal beruflich, räumlich, betreuungsmässig (Schule z.b.) orientieren müsste.

    • Achso...noch vergessen. Gemeinsames Sorgerecht wäre nur möglich, wenn ihr heiratet und dein Partner das Kind adoptiert (geht. Frühestens nach einem Jahr Ehe). Das bedeutet aber auch, dass der leibliche Vater nicht mehr Unterhaltspflichtig ist bzw du auch keinen Unterhaltsvorschuss mehr bekommst für den Fall, dass er nicht zahlt. Zudem wird der Adoptivvater im Falle einer Trennung Unterhaltspflichtig.

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