Nur noch Mutter...

    • (1) 27.01.16 - 14:53

      Hallo,
      ich bin neu hier und hoffe auf ein paar aufbauende Worte oder vielleicht Gleichgesinnte denen es auch so geht/ging. Kurz zu mir, ich bin 27 und vor fast 10 Monaten das 1. mal Mutter geworden (unser beider Wunschkind) und bin mit meinem Partner jetzt 7 1/2 Jahre zusammen.

      Nun zu meinem 'Problem'. Seitdem unser Sohn da ist läuft es in unserer Partnerschaft nicht mehr rund. Ich bin 'nur' noch Mutter (das bin ich sehr gerne und genieße es, ich liebe unseren Sohn über alles) aber sonst halt nichts. Ich habe irgendwie die Lust verloren mit meinem Partner was zu machen, sei es nur abends auf der Couch zu sitzen und einen Film zu schauen, lieber geh ich um 21Uhr ins Bett...Klar ich bin teilweise auch einfach durch und hundemüde aber überwiegend will ich einfach nur meine Ruhe und ich weiß nicht mal warum, ich kann es meinem Freund nicht mal erklären warum ich auf einmal so bin. Er macht nichts falsch, er ist ein sehr guter Vater und er liebt uns beide sehr, das weiß ich, aber ich kanns einfach nicht ändern. Anfangs hab ichs noch auf die Hormone geschoben aber nach 10 Monaten?!? An ganz miesen Tagen denke ich sogar an Trennung weil ich nicht weiß ob ich das wieder 'hinkriege'. (Eine Trennung ist das Letzte was ich will - es kommt mir nur manchmal in den Sinn). Ich wollte immer eine eigene kleine Familie, jetzt hab ich sie und bin dabei sie kaputt zu machen.
      VIelleicht kennt das jemand und hat es geschafft da wieder raus kommen und wenn, habt ihr Tipps wie?

      Liebe Grüße und danke fürs Lesen

      • Meistens, wenn man eine Veränderung will, muss man sich bewegen, um sie herbeizuführen.

        Muttersein ist erstmal anstrengend und je nach Kind so kräftezehrend, dass man auch nach 10 Monaten noch abends froh ist, wenn endlich Ruhe einkehrt.

        Aber wenn du selbst merkst, dass ihr in Schieflage geratet und du gegensteuern möchtest, bleibt dir nichts über, als dich zu zwingen, nicht mehr abends um neun ins Bett zu gehen, sondern wieder an ein, zwei Abenden vielleicht bewusst für den Partner da zu sein, ihm das Gefühl geben, wichtig zu sein.

        Vielleicht wenn der Kleine schläft, noch gemeinsam etwas kochen, auf der Couch nicht nur rumgammeln, sondern mit dem Partner unterhalten, oder was man sonst noch so anstellen kann....oder mal einen Babysitter organisieren und gemeinsam etwas unternehmen, damit ihr aus dem Trott rauskommt.

        Anfangs wird es dir wie Arbeit vorkommen, denn du hast dich ja mittlerweile eingerichtet, abends früh müde zu sein...aber Stück für Stück wirds besser werden und die Normalität, auch als Paar kehrt zurück. Du musst jetzt nur die ersten Schritte gewollt und bewusst gehen.

        Gruß Hezna #klee

        Hallo!

        Vielleicht würde es Dir gut tun wieder zu arbeiten und so wenigstens ein paar Stunden am Tag "Babyfrei" zu haben? Auch damit Du wieder mehr raus kommst, andere Themen hast und mehr unter Erwachsenen bist.

        Mit einer wirklich guten Krippe wäre Dein Kleiner ja gut versorgt.

        • Ja, mein Freund meint auch es würde dann bestimmt etwas besser. Fange auch in ein paar Monaten wieder an stundenweise, was mir sehr schwer fällt wegen dem Kleinen, aber als Ausgleich glaub ich ist es ganz gut, hoffe ich.

          • Eine gute Kita ist fast noch besser als mit Mama daheim. Gleichaltrige Spielkameraden, ganz andere Möglichkeiten in der Gruppe, pädagogisch ausgebildete Erzieherinnen - einige Dinge kannst Du dem Kleinen zu Hause eben gar nicht bieten. Schon alleine an den Spielkameraden scheitert es, und selbst wenn Du zu allen Möglichen Kursen gehst mit ihm sind da doch immer andere Kinder. In unseren Kitas gibt es eben immer die gleichen Kinder, aber heute musikalische Früherziehung, Morgen Kinderturnen, und übermorgen holt man neue Bilderbücher in der Bücherei.

            ich kann verstehen, dass Du da echte Ängste hast, aber für den Kleinen kann eine Kita echt ne tolle Sache sein, und Du kommst raus, hast Abends etwas, was Du Deinem Partner erzählen kannst, und hast auch wieder mehr Kontakte.

            Für Dich ist es auch besser, da ein wenig locker zu lassen, und eben einen Grund zu haben, Dir Morgens die Haare zu waschen und Dich her zu richten, weil Dich eben jemand anders sieht als immer nur der Kurze, dem es irgendwo egal ist, ob Du bis Mittags noch mit strähnigen Haaren im Pyjama rum sitzt. Das holt Dich auch aus Deiner Lethargie raus.

            Hast Du schon einen Kitaplatz in Aussicht?

            • Er wird vorerst zu einer Tagesmutter gehen da ich ihn an den Tagen wo ich frei habe nicht weggeben möchte. Er hätte aber ab August auch einen Kindergartenplatz. Wollte es von ihm abhängig machen, wenn es ihm bei der Tagesmutter gefällt könnte er auch dort bleiben bis er 3 ist.

              Es war wirklich schwierig für mich diese Entscheidung zu treffen weil dann eben auch sehr viele sagen es sei zu früh ihn wegzugeben und warum ich so früh wieder arbeiten gehe, das macht es mir noch schwerer als es eh schon ist. Aber wie du schon sagst selbst mit Kursen (die ich mit ihm auch mache) kann ich ihm nicht soviel Spaß und Abwechslung bieten wie eine Tagesmutter mit mehreren Kindern (zudem sind dort gerade fast alle in seinem Alter) oder eben eine Kita. Und ich hoffe ich bin dann auch wieder ausgeglichener und er hat im Endeffekt mehr davon wenn seine Eltern wieder harmonisch miteinander umgehen.

              • Hallo!

                Für Kinder ist es meistens sogar einfacher, wenn sie 4-5 Tage am Stück in die Kita gehen. Mit Pausen dazwischen fällt ihnen die Eingewöhnung schwerer, und Du könntest dann auch mehr Arbeiten wenn Du möchtest.

                Man hat halt diese Tendenz zum Glucken, die aber gar nicht nötig ist. Die Mama ist immer noch die wichtigste Person für ein Kind.

      doch, eine depression kann sich über lange zeit einschleichen und es gibt frauen, die auch viele monate nach der geburt damit kämpfen. dass du alleine zuhause in ez bist und dich mehr oder weniger "gehenlassen " kannst, begünstigt das noch. wie lange möchtest du zuhause bleiben? wenn du noch auf absehbare zeit mutter und hausfrau bleibst suche dir einen anderweitigen ausgleich. ich kann verstehen, dass du dich nur noch als mutter fühlst, denn viele andere aufgaben hast du ja gerade nicht. und sicher auch keine themen über das kind hinaus, die man mit dem partner teilen kann. ich kam mir gegen ende meiner ez fast verblödet vor und war auch sehr abweisend und ungerecht zu meinem mann, denn insgeheim hab ich ihn beneidet für seinen arbeitstag. ich hatte ja nix grosses zu erzählen außer pupsi und stinker;-)

      wie gesagt, komm raus aus dem schnecken haus und wenn du das nicht schaffst, scheue nicht, einen arzt aufzusuchen. vllt hast du wirklich eine depression und die geht nicht einfach so mal vorbei.
      LG

      • Du hast so Recht. Ich mag schon gar nicht mehr hören wie sein Tag war weil ich nicht so viel zu erzählen hab. Dabei bin ich so gerne mit meinem Sohn zusammen aber wenn er dann von seiner Arbeit erzählt oder von Geschäftsreise kommt, komme ich mir so blöd vor wenn dann die Frage kommt 'und was habt ihr so gemacht?'

    Wir hatten hier eine ähnliche Situation. Vor der Geburt unserer Tochter war ich Vollzeit berufstätig, habe manchmal auch 50 Stunden die Woche gearbeitet (auch an manchen Wochenenden), war viel auf Geschäftsreise, habe einiges erlebt. Privat ging ich reiten, hatte meinen Sport, Hobbys, Freunde.

    Nach der Geburt unserer Tochter war ich fast 1 Jahr lang "Vollzeitmama", also in Elternzeit. An manchen Tagen kam ich mir einfach nur schäbig vor, dick, unattraktiv und vor allem uninteressant. Ich konnte mich leider selbst nicht mehr als qualifizierten Gesprächspartner betrachten und fand mich und mein Leben langweilig. Hinzu kam - je nach Phase - der Schlafmangel und das Bewusstsein, nichts "auf die Reihe" zu bekommen. Zeit für mich hatte ich, bis auf wenige Ausnahmen, wirklich null.

    Partnerschaftlich hatten wir während dieser Zeit eben auch eine wirklich schwierige Phase. Ich konnte mich selbst nicht leiden und das ließ ich oft auch an meinem Mann aus. Die Situation schaukelte sich immer mehr hoch, Interesse an ihm hatte ich zeitweise kaum mehr.

    Das änderte sich erst, als ich wieder mit dem Arbeiten anfing und wir einige Gespräche geführt hatten. Wir nahmen uns wieder bewusst Zeit füreinander, hatten schöne Abendessen zu Hause oder genossen die Familienzeit. Später organisierten wir uns einen Babysitter, der uns bis heute noch freie Abende und Paarzeit ermöglicht.

    Du musst etwas in Bewegung setzen, wenn du etwas ändern möchtest. Von alleine wird sich da wahrscheinlich leider nichts tun.

    Besteht die Möglichkeit, das Kind auch mal bei Oma und Opa zu parken? Könnt ihr euch einen Babysitter organisieren? Wird euer Kind bald in eine Betreuung gehen? Gehst du wieder arbeiten?

    Du musst raus, unter Leute, wieder mal andere Gespräche führen als nur "Mutti-Gespräche". Vielleicht können dein Partner und Familie dir die Möglichkeit geben, auch deine Hobbys wieder aufleben zu lassen. Nimm dir Zeit für dich, wenn das möglich ist. Trage Sorge darfür, dass du aus dieser Lethargie herauskommst. Denn leider sorgt auch diese Trägheit einfach dafür, dass man abends gerne um neun zu Bett möchte.

    Hi,

    das ändert sich wieder, sei gewiss!
    Du wirst jetzt von deinem Baby voll gefordert, 10 Monate klingt lang aber letztlich ist das noch ein ganz hilfloses kleines Geschöpf, was deine ganze Aufmerksamkeit braucht und aufsaugt.

    Setze dich nicht unter Druck, du wirst wieder in dein altes Ich zurückfinden und die Libido, Zeit zu Zweit und dergleichen kehren zurück. Aber das dauert eben. Vielleicht noch mal ein Jahr. .. vielleicht auch nur ein paar Wochen.

    Ich glaube diese Gefühle sind die normalsten der Welt - vielleicht kannst du deinem Freund deine Lage erklären, damit er nicht denkt es liegt an ihm. Trennungsgedanken: auch nix neues, das geht aber wieder vorbei.
    Was hilft: sich einmal die Woche (oder alle zwei Wochen) wirklich und absichtsvoll Zeit für einander nehmen - auch wenn du keine riesen Lust drauf hast .- mal wieder intiem werden (muss ja nicht gleich Sex sein), am Wochenende die Großeltern zum Babysitten einspannen, so dass ihr zu zweit seid. Ihr müsst euch einfach bewusste Paarzeiten nehmen, so doof das klingt.

    .. und vorallem: DAS IST OKAY. Das ist völlig normal, dass du das Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein hast nach einem Tag voller Mama-sein. Erst mit den Jahren (und weiteren Kindern vielleicht :-) pendelt sich ein Leben wieder so ein, dass das Mama-sein sich mit dem Ich-sein ausgleicht. Es ist eine neue Lebensaufgabe - sicher keine Depression oder so.#blume

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