Wer ist schon einmal zur Partnerin/Partner umgezogen?

    • (1) 27.01.16 - 15:50

      Mich beschäftigt eine Frage und ich würde gerne Meinungen dazu hören:

      Ist jemand von euch zu dem Partner/Partnerin gezogen? Ins eigene Haus? Von Stadt aufs Land bzw umgekehrt?

      Vor drei Monaten bin ich von der Stadt ins 120km entfernte Haus meiner Partnerin mitten auf dem Land gezogen. In der Stadt habe immer nur 10 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit gebraucht. Jetzt habe ich mir wieder ein Auto zugelegt und pendle immer.

      Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich mich zur Hälfte an Nebenkosten und allen laufenden Kosten (Einkauf etc) beteilige. Auto und Fahrtkosten zur Arbeit zahle ich selbst, sie Reparaturarbeiten am Haus (Haus wurde geerbt).

      Nun ist es aber so, dass sie einen Kredit aufnehmen will um größere Sachen in Stand zu setzen. Jetzt soll ich zusätzlich Miete zahlen an Sie, da ich das Haus ja auch mitbenutze und sozusagen am Verschleiss beteiligt bin. Sie habe mit ihren Verwandten geredet und die wären entsetzt, dass ich so wenig mich beteilige. Sie wollte wegen dem Haus nicht zu mir ziehen, was ich auch ok finde. Das Grundstück ist wohl auch seit Urzeiten im Familienbesitz.

      Ich sehe es ehrlich gesagt nicht ein. Ich bin zu ihr gezogen, habe zeitlich gesehen die A*karte (sie ist Grafikdesignerin, selbstständig, kann egal wo arbeiten, braucht nur einen Laptop; ich pendel die ganze Zeit), auch größere Fixkosten wegen Auto... Mich nervt auch das Rumgefahre, das wenig Zeit haben. Allerdings ist es in ihrer Region schwierig einen Job zu finden für mich. Dummerweise habe ich liebesblind meine alte Wohnung gekündigt und habe sie nicht mehr...

      Wie seht ihr das?

      • Das du dich finanziell durch die Pendelei und die Unkosten punkto Auto, verschlechterst, dafür kann deine Partnerin nichts. Die Entscheidung, zu ihr zu ziehen und damit für dich ungünstigere Bedingungen zu schaffen, hast du ja sicher freiwillig getroffen.

        Ansonsten ist eine hälftige Beteiligung an den Nebenkosten und den Verbrauchskosten (Einkäufe etc.) fair und halte ich für normal.

        Das du keine Miete zahlst, ist schon Luxus. Ich halte es nicht für verwerflich, ihr Miete zu zahlen, denn das müsstest du überall sonst ja auch. Oder hat sie die für dich utopisch hoch angesetzt?

        Alternativ beteiligst du dich Anteilig an Reparaturen/Instandhaltungen.

        Gruss
        agostea

        • An Reparaturen, Einkäufen beteilige ich mich schon. Bzw. bin handwerklich begabt und habe bereits einen Teil selbst repariert am Haus, für den sie sonst einen Handwerker hätte holen müssen.

          Ja, die Situation hat sich für mich verschlechtert, für sie verbessert. Sie hat das Haus von den Eltern geerbt und die große Instandsetzung wäre das erste Mal, dass sie selbst etwas am Haus investieren muss. Vorher hat sie nur die Fixkosten getragen und ggf. einzelne Reparaturen. Fix bzw. Nebenkosten haben sich für sie ja Dank meiner anteiligen Beteiligung halbiert haben. Die Instandsetzungen bzw Sanierungsarbeiten wollte sie aber ursprünglich auch erst frühestens in einem Jahr bzw in zwei Jahren machen. Das wäre auch für mich besser gewesen. Ich hätte mich halbwegs eingelebt und man hätte es dann noch einmal neu diskutieren können. So fühle ich mich total überrumpelt. Zumal sie wegen dem Erbe und der Tatsache, dass sie selbst nie eine Hypothek nehmen musste, ursprünglich keine Miete von mir wollte.

          Wer macht es denn noch, dass man in einem geerbten Haus neben der Nebenkosten noch Miete zahlt?

          • "Wer macht es denn noch, dass man in einem geerbten Haus neben der Nebenkosten noch Miete zahlt?"

            Das ist doch nicht relevant. Es ist ihr Haus und wenn sie von Dir Miete verlangt ist das eben so. Es ist natürlich schon bemerkenswert, dass Dein Einzug, das vorher nicht vereinbarte Verlangen von Miete und die Finanzierung der Instandsetzung so zusammen kommen.

            Hm,... such Dir 'ne Wohnung in Deiner alten Heimat und zieh wieder aus. Das Ganze wird echt noch Theater geben.

      Mich nervt auch das Rumgefahre, das wenig Zeit haben
      ..............................................
      Das nervt Dich schon nach 3 Monate? Ich denke, Du wirst da nicht mehr lange wohnen, weil Dich der Zustand annervt und pendeln kann auf die Substanz gehen. Dann lieber ne entspannte Wochenendbeziehung...ist denn Deine alte Wohnung schon weiter vermietet?

      Das man, wenn man zusammen wohnt jeder anteilig Miete bezahlt empfinde ich als normal, ebenso die Teilung der Nebenkosten wie Wasser/Strom etc.
      Sie wollte keine Miete von Dir von Beginn an, jetzt wo sie einen Kredit bedienen muss, möchte sie auf einmal Miete...das ist dann wohl etwas unglücklich gelaufen.
      Wärst Du auch zu ihr gezogen, wenn sie von Anfang an Miete verlangt hätte?

      • Ich war so doof, hab die Wohnung gekündigt und bin dann ohne die Wohnung zu ihr gezogen.

        Das mich das Gependel nervt, hätte ich selbst auch nicht gedacht. Naiv halt... :/

        Wahrscheinlich hätte ich es mir genauer überlegt, wenn ich gewusst hätte, dass ich Miete zahlen muss.

        • Ist die Wohnung denn schon neu vermietet? Eventuell bekommst Du sie zurück?

          Ja manchmal macht man fehler im Leben, aber bei dir ist es ja einer, den man relativ schnell wieder ausbügeln kann.
          Und glaub mir, das angenervt sein vom Pendeln wird im Laufe der Zeit noch mehr.

    Das Anliegen Deiner Freundin ist sicherlich nicht verwerflich, aber, ganz in Abhängigkeit von der Höhe, auch nicht wirklich fair. Das ihr zwei Zusammen sein könnt bist Du umgezogen und nimmst jeden Tag einen weiten Weg auf Dich, der sicherlich erhebliche Kosten verursacht.

    Wenn es wirklich um ein Aufrechnen geht, dann würde ich vorschlagen Du nimmst die von Ihr verlangte Miete und ziehst davon Deine Mehrkosten, die durch die Distanz zu Deinem Arbeitsplatz entstanden sind ab und was übrig bleibt bezahlst Du dann an Deine Partnerin. Deine mehr aufgewendete Zeit, siehst Du als unentgeltliches Invest in die Beziehung.

    Welche Mehrleistung erbringt denn Deine Partnerin, dass die Beziehung funktioniert?

    Und Du weißt sicherlich, dass es eine recht bescheuerte Idee war umzuziehen mit so einem langen Arbeitsweg.

    • Vielleicht ist es auch von meiner Seite aus der Neid. Sie hat einfach so eine Immobilie für die sie kaum was investieren musste bisher. Jetzt will sie zusätzlich von mir Mieteinnahmen haben (neben der NK, Einkäufe), ich muss zusätzlich noch Pendeln (wenigstens habe ich mir ein günstiges Auto besorgt), bei mir hat sich die Situation erheblich geändert, für sie nur minimal.

      Sie sagt, ich habe die Möglichkeit in einem schönen großen Haus mitten in einem beliebten Erholungsgebiet zu wohnen.

      Dass man Miete zahlt ist klar. Wenn sie das Haus gekauft hätte und noch eine Hypothek bedienen müsste, würde das auch anders aussehen. So finde ich es gerade sehr unfair. Zumal die Umbauarbeiten ursprünglich auch später hätten stattfinden sollen. Im Moment kann ich das Haus und diese "neue" Lebensqualität nicht wirklich genießen. Es fühlt sich eher wie eine Verschlechterung an.

      • (10) 27.01.16 - 16:51

        "Sie sagt, ich habe die Möglichkeit in einem schönen großen Haus mitten in einem beliebten Erholungsgebiet zu wohnen."

        Das ist ja wirklich schön, dass sie Dir das ermöglicht...^^

        Mal ehrlich, dass ist doch alles Firlefanz. Ihr entstehen doch nicht wirklich Mehrkosten durch Abnutzung und wie Du schreibst, reparierst Du ja auch selbst am Haus usw. Wie oben schon geschrieben, zieh' wieder aus und gut ist.

        Ich selbst würde sicherlich keine Miete von meiner Partnerin verlangen, irgendwie finde ich das wirklich lächerlich. Aber gut ist eben so...

        (11) 27.01.16 - 23:04

        "Sie sagt, ich habe die Möglichkeit in einem schönen großen Haus mitten in einem beliebten Erholungsgebiet zu wohnen."

        Na ja, als Mutter Teresa sollte sie sich nicht gerade aufspielen!

        Mir würde es nicht in den Sinn kommen von meinem Freund Miete zu verlangen, wenn ich selber weder Miete noch Kredit zu bedienen hätter, und er noch so große Opfer für das Zusammenleben bringt. Und jeden Tag 2 Stunden zu pendeln, IST ein großes Opfer, zudem nicht jeder bereit wäre.

        Vielleicht ist es nicht richtig, aber ich käme mir ähnlich ausgenutzt vor, wie du: Sie kann sich dank dir die Renovierung ihrer geerbten Immobilie leisten, während du - zur nicht vereinbarten Miete - , die hohen Fahrtkosten zu tragen hast. Zusätzlich bringst du dich bei der Renovierung eines Hauses ein, das dir nie gehören wird.

        Wenn ich in deiner Situation wäre, würden meine Gefühle wohl auch abkühlen, denn ich käme mir bei so viel "Berechnung" etwas ausgenutzt vor.

        Liebe Grüße
        Eine Frau

Hey,

als ich meinen Mann kennen lernte kam er für mich nicht in Frage: er wohnte zu dem Zeitpunkt 500km weit weg und es stand ein Umzug in seine Heimatstadt an, diese ist 700km entfernt.
Wochenendbeziehung wollte ich einfach nicht...

Dann schuf er Tatsachen. Bzw. sagte offen, als er sich verliebte: "Ich würde auch zu dir ziehen. Das mit uns ist was Besonderes". Unter diesen Bedingungen ließ ich mich darauf ein, denn die Wochenendbeziehung war ja zeitlich limitiert.

Er hielt sein Wort. Als die Beziehung gut lief, schuf er Tatsachen.
Er zog zu mir. Ich bzw. wir leben im Eigentum (Wohnung) für das NUR Nebenkosten anfallen (kein Kredit). Diese 220€ monatlich zahle ich komplett alleine. Ohne es je mit ihm diskutiert zu haben. Er ist von einer 3 Millionen Stadt in eine 9.000 Seelen Gemeinde gezogen. Er fährt 1-2 Mal im Monat in die Heimatstadt um Umgang mit seinem Kind auszuüben. Er hat (bedingt durch die miese Infrastruktur bei uns) enorme Spritkosten beim Arbeitsweg.

Dass ich die 220€ alleine zahle ist mein Beitrag in unsere Ehe. Ich hätte diese tolle Beziehung um ein Haar verpasst, er hat sich den Hintern aufgerissen und sich zeitlich und finanziell (durch die langen Wege zum Kind) verschlechtert. Für uns.

Ich würde mich schämen zu verlangen, dass wir diese Kosten teilen. Bzw. DANN müsste ich mich an den Fahrtkosten im Monat auch beteiligen...
Nur vorsichtig: dies ist meine Einstellung. Mir tun diese Nebenkosten nicht weh (finanziell also verkraftbar)! Es fühlt sich für mich einfach fair an. Dies ist aber sehr subjektiv und passt nicht auf jeden Menschen!

Alles Liebe!
Clara

(13) 27.01.16 - 17:27

Hallo, für mich klingt das nach "da steckt eigentlich mehr dahinter".

Auch ich bin vor ein paar Jahren zu meinem Partner gezogen. Zu dem Zeitpunkt lebte seine Oma noch und wir haben an sie Miete und Nebenkosten hälftig gezahlt, das hätte ich auch nicht anders gewollt. Die Oma starb dann nach einem Jahr und er erbte das Haus. Er hat sofort gesagt, dass er ab sofort keine Miete mehr möchte, nur anteilig die Nebenkosten und halt das, was wir zum Leben brauchen. Mit dem Wissen, dass er neben dem Haus eine nicht unerhebliche Summe Geld geerbt hat und darüber hinaus weit mehr als das doppelte von mir verdient, habe ich das Angebot dankend angenommen.

Ausgezogen bin ich trotz des Luxus nach ca. 1 1/2 Jahren. Die Rahmenbedingungen waren einfach nicht vereinbar. Zuvor konnte ich ins Geschäft laufen, mein Sohn zur Schule, wir hatten am Wohnort Freunde und unser komplettes soziales Umfeld. Dieses Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Hetzerei morgens und auch nach Arbeit und Schule, kaum noch Kontakt zu Freunden, weil es zeitlich einfach nicht machbar war, die Isolation in einem "fremden" Haus und ja, auch der Gedanke, was ist, wenn ihm mal etwas zustößt, dann stehe ich komplett ohne etwas da... Es war einfach zu viel und ich war nicht glücklich.

Nunja, und bei dir klingt es ähnlich. Diese Mietgeschichte klingt für mich ein wenig vorgeschoben, weil Du mit der Gesamtsituation unzufrieden bist. Sollte dem nicht so sein, ist die Rechnung doch ganz einfach. Du weißt, was Du früher an Ausgaben (Miete, Nebenkosten) hattest. Diesen Betrag nimmst Du und ziehst die jetzigen Kosten für Auto und Benzin ab, dann siehst Du, was unter dem Strich bleibt und das wäre Deine "Miete" an Deine Partnerin. Auch würde ich mal auflisten, wieviel Zeit Du jetzt investierst, denn auch dieser Faktor ist nicht unwichtig und mitverantwortlich für die eigene Lebensqualität.

LG Dani

(14) 27.01.16 - 17:40

"Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich mich zur Hälfte an Nebenkosten und allen laufenden Kosten (Einkauf etc) beteilige. Auto und Fahrtkosten zur Arbeit zahle ich selbst, sie Reparaturarbeiten am Haus (Haus wurde geerbt).

Nun ist es aber so, dass sie einen Kredit aufnehmen will um größere Sachen in Stand zu setzen. Jetzt soll ich zusätzlich Miete zahlen an Sie, da ich das Haus ja auch mitbenutze und sozusagen am Verschleiss beteiligt bin. Sie habe mit ihren Verwandten geredet und die wären entsetzt, dass ich so wenig mich beteilige."

Dass deine Partnerin Miete haben möchte, hätte sie dir imho sagen müssen, bevor du bei ihr einziehst...die Vereinbarung lautete ja nun anders, und meiner Meinung nach geht es nicht, dass sie die jetzt einfach über den Haufen wirft.

Ganz ehrlich? Ich an deiner Stelle würde wieder ausziehen.

Hallo!

Klingt eher so, als wärst Du völlig unbedacht zu ihr gezogen.

Und jetzt merkst Du, dass 120km einfache Strecke zur Arbeit echt zu weit sind, Du deswegen hohe Kosten und kaum noch Freizeit machst - und machst dafür Deine Partnerin verantwortlich. Warum? Sie kann doch nichts dafür, dass Du so weit weg arbeitest. Hätte sie Dir vorher sagen müssen, dass Du das fahren musst, wo Du eben vorher nur am Wochenende hin gefahren bist? So jung bist Du nun nicht mehr, dass man Dir das erklären muss.

Sie will es für euch beide gemütlicher machen und daher sollst Du Dich am Kredit beteiligen, das ist so auch nicht unüblich. Dass Dich die Fahrerei nervt hat damit ja wenig zu tun.

Überlege lieber, erst mal wieder eine kleine Wohnung nahe an der Arbeit zu suchen und erst mal wieder nur am Wochenende zu ihr zu fahren, damit ist dann die Miete auch erst mal vom Tisch. Und dann kannst Du immer noch nachdenken, wie es weiter gehen soll.

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