Hat das jemand gewagt?

Hallo

ich habe eine Fernbeziehung zu einem Mann der im Ausland lebt. Ich habe ihn im September 2014 im Urlaub kennen gelernt und wir haben sofort verliebt. Es war wunderschön und nach 2 Wochen hat es mich fast umgebracht heim fliegen zu müssen. :-( Wir haben uns immer geschrieben und obwohl alle gesagt haben es war nur ein Urlaubsflirt, ist der Kontakt geblieben. Zu Weihnachten 2014/15 war er hier bei uns und das Wiedersehen war so schön wie ich es mir vorgestellt habe. Er war dann zwei Wochen hier und ich war im April dort und dann im Sommer nochmal. Die Zeit war wunderschön und er hat gefragt ob ich nicht zu ihm ziehen will. Weil er mit mir ganz zusammen sein will und es ihm auch nicht reicht mich nur 3 oder 4 Mal im Jahr zu sehen. Ansonsten telefonieren wir täglich, skypen wenn möglich und schreiben den ganzen Tag. Aber ich vermisse ihn so. :-(

Ich war überrumpelt von seiner Frage und habe ihn vertröstet und das Thema nicht mehr angeschnitten. In ein fremdes Land zu ziehen, ohne die Sprache zu kennen ist doch etwas anderes als Urlaub. Und ich habe auch eine Tochter und weiß nicht ob ich sie aus ihrer Umgebung reißen kann und soll. Ihre Oma ist da und ihre Freunde und sie müsste auch alles neu kennen lernen. Aber ich würde es sofort machen wenn es nach meinen Gefühlen gehen würde. Jetzt war er an Weihnachten wieder 2 Wochen da und hat das Thema wieder angesprochen. Ob ich nicht zu ihm ziehen will. Ich habe ihm gesagt ich will schon aber es hängt so viel dran. Ich müsste meinen Job hier aufgeben, meine Freunde zurück lassen. Ich habe ihn gefragt ob er nicht lieber her ziehen will, aber das kommt für ihn nicht in Frage. Er liebt sein Land und möchte nicht woanders leben. Und das kann ich verstehen, wenn ich in einem Urlaubsland leben würde, könnte ich mich mit dem kalten Deutschland auch nicht anfreunden. ;-)
Nun meine Frage. Hat es schon jemand gewagt alles für einen Mann aufzugeben? Wie war es? Habt ihr Heimweh gehabt? Habt ihr euch gut eingelebt? Wie war das mit einem Job?

Ich werde wahrscheinlich nicht mehr in meinem Beruf arbeiten können wegen der Sprache. Aber ich bin flexibel und würde auch andere Jobs annehmen.

Ich habe ihm gesagt ich brauche noch Bedenkzeit aber er fragt immer wieder. Meine Freunde sind mir keine große Hilfe. Sie wollen nicht dass ich gehe. Meine Mutter auch. das ist glaube ich verständlich. Nun frage ich in dieser Runde. Was ist eure Meinung?

Danke!

Wie alt ist denn Deine Tochter und was sagt sie dazu? Um welches Land geht es? Für wie lange würden Deine Rücklagen reichen? Was sagt der Vater Deiner Tochter dazu?

Meine Tochter ist 5 und ich habe mit ihr noch nicht darüber gesprochen. Sie mag ihn aber auch gerne. Ich wollte sie damit aber nicht belasten bevor ich mich nicht entschieden habe.

Ich habe das alleinige Sorgerecht und der Vater hat sich seit 3 Jahren komplett aus dem Staub gemacht und es besteht kein Kontakt. Ich weiß nicht was er dazu sagen würde, aber da ich nicht weiß wo er gerade wohnt, kann ich ihn nicht fragen. Da er es seit der Trennung vor 4 Jahren sage und schreibe einmal geschafft hat sie zu besuchen, das war am Anfang, glaube ich nicht, dass es ihn interessieren würde. Er hat noch nie Unterhalt gezahlt weil er kein Geld hat und er ist eigentlich nichts anderes als ihr Erzeuger. Das Land in das wir ziehen würden ist Tunesien.

Tunesien wäre mir ehrlich zu unsicher.

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ich glaub ganz entscheidend wären hier mal ein paar weitere infos nötig.

wie alt seid ihr?
um welches land geht es?

was macht der mann in diesem land?
hat er einen job, was verdient er, wie willst du deinen lebensunterhalt bestreiten?

was ist mit dem leiblichen vater deines kindes?

Ich bin 25 und er ist 32. Er wohnt in Tunesien und hat einen eigenen Laden zusammen mit seiner Familie. Ich weiß nicht was er verdient, das habe ich ihn nicht gefragt. Ich würde den Vater fragen wenn ich wüsste wo er gerade wohnt, aber wir haben keinen Kontakt. Ich denke nicht, dass er etwas dagegen hätte, so egal wie ihm seine Tochter ist. :-(

>>>Er wohnt in Tunesien und hat einen eigenen Laden zusammen mit seiner Familie.<<<

"Hat" er einen Laden oder arbeitet er für kleines Geld im Laden seiner Eltern?

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Wenn du kein Kind hättest, würde ich sagen: "Na, in Gottes Namen, dann probier's halt." So finde ich es - gelinde gesagt - grob fahrlässig. Mal ganz abgesehen davon, ob es rechtlich überhaupt möglich ist, dass du ohne Zustimmung des Kindsvaters die Kleine mitnimmst.

Außerdem, SO groß kann die Liebe deines Freundes nicht sein, wenn es für ihn nicht zur Debatte steht, in ein anderes Land zu ziehen. Und sorry, SO hässlich ist es in Deutschland nun wieder nicht. Das Land ist sicher wie kaum ein anderes, hat ein fast perfektes Sozialsystem, kaum Arbeitslosigkeit - zumindest in weiten Landesteilen, Demokratie, ein Recht auf Selbstbestimmung, etc. Und das Wetter? Nun, mir wäre ein kalter Winter mit Schnee unersetzlich. Unter allen warmen Urlaubsländern, die mir einfallen, gibt es keins, das in Punkto Lebensbedingungen auch nur in etwa annähernd an Deutschland herankann. Denke auch an ärztliche Versorgung, kostenlose Bildung, Studium, etc. für dein Kind. Daran, was du dem armen Kind durch Trennung von Freunden, Oma, etc. UND fremde Sprache etc. antust, möchte ich gar nicht denken.

Und der Typ? Ägypten? Türkei? Woher? Er nimmt sich jetzt schon raus, dich zu manipulieren, Forderungen zu stellen, ohne auch nur einen mm auf dich zu zugehen. Könnte er euch überhaupt ernähren, wenn du keine Arbeit findest bzw. keine, mit der du dich und dein Kind durchbringst? Zu welchem Preis? Du bist dann in einem Land, in dem du die Sprache nicht sprichst, kaum eigenes Geld verdienst, in den Fängen eines Mannes und wahrscheinlich noch seiner Familie. Herzlichen Glückwunsch. Wie gesagt: Ohne Kind, deine Sache. Mit Kind, no go.

"Mal ganz abgesehen davon, ob es rechtlich überhaupt möglich ist, dass du ohne Zustimmung des Kindsvaters die Kleine mitnimmst."

Wo liest du heraus, dass dies der Fall wäre?

Ähm, ich lese, dass sie ein Kind hat. Und sie schreibt, dass sie das Kind mitnehmen will ins Ausland (Stichwort: "aus allem rausreißen, alles neu lernen, ..."). Ich habe es durchaus so verstanden, dass sie ein Kind hat, das sie mit ins Ausland nehmen würde.

Und nun stellt sich - je nach rechtlicher Stellung des Kindsvaters - die Frage, ob sie die Zustimmung des Kindsvaters dazu braucht. Ich kenn mich zum Glück mit der Rechtsprechung im Scheidungsfall nicht so aus, aber ich weiß dennoch, dass es ein sog. "Aufenthaltsbestimmungsrecht" gibt und dass es gar nicht so unüblich ist, dass der andere Elternteil ein Wörtchen mitzureden hat, wenn das Kind weit weg ziehen soll (sogar innerhalb Deutschlands, ins Ausland umso mehr). Und ich persönlich (als Vater jetzt) würde auf die Barrikaden gehen, wenn meine Ex meine Tochter (oder Sohn, aber bei Mädchen ists noch etwas schlimmer, weil in vielen, vielen Ländern keine solche Gleichberechtigung ist wie bei uns) mit ins Ausland nehmen würde, ohne Job, ohne Sprachkenntnisse, in die Fänge eines Mannes. Ich würd kämpfen bis zum Umfallen. Das MUSS bei ihr nicht sein, aber es KÖNNTE sein. Und ich finde das so abwegig grad nicht.

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Das wäre mir eine Nummer zu groß. Zu viele Unsicherheiten, zu viele Risiken, zu wenig Zweisamkeit um die tatsächliche Kompatibilität zu erproben.

Und das Wohl meines Kindes wäre mir da am wichtigsten.

Von welchem Land reden wir denn? Welche Kultur, welche Religion? Das ist ja nicht ganz unerheblich und wie alt seid ihr?

Gerade gestern noch auf Vox bei den Auswanderern gesehen...der Klassiker...Urlaubsflirt, verliebt, dann ins das Land (Türkei) und dann hat sie ihren Liebsten mal richtig kennengelernt inkl dass er sie geschlagen hat, aber alles erst nachdem sie da war...durfte nicht arbeiten, durfte nicht vors Haus, gar nichts.

Unabhängig davon, kenne ich niemanden bei dem soetwas geklappt hat...meist scheiterte es an der anderen Kultur/Sprache/Erziehung etc.

Wäre es möglich, dass Du mal 2-3 Monate unbezahlt freigestellt wirst und mal auf Probe da wohnst und auch nach Jobs Ausschau hälst?
Ohne einen Job würde ich nirgendwo hingehen....

Wir reden von Tuenesien. Und ich kenne seine Familie bereits, weil ich sie bei den letzten Besuchen kennen lernen konnte. Ein sehr herzliches Miteinander und seine Schwester arbeitet ebenfalls im Laden der Familie mit. Er hat weder die Einstellung, dass die Frau zu hause bleiben sollte oder sonstiges.

Mit dem Auf Probe habe ich mir auch überlegt. Aber was ist mit meiner Tochter? Die müsste hier bleiben bei der Oma und das würde uns beiden sehr schwer fallen. Ganz davon abgesehen, ob es vom Job her klappen würde mit der unbezalten Auszeit. Und meine Tochter kommt im Sommer in die Schule, ich hätte das gerne vorher geklärt.

Tunesien? Um Himmels willen....mach das nicht!!! Niemals! Egal ob Du die Familie kennst und herzlich und blabla...Du wirst Deines Lebens nichts mehr froh.
Und seine wahre Einstellung dazu wirst Du erst kennenlernen, wenn Du da bist.

Und von wegen immer Sonne...Im Winter sind in Tunesien auch keine 30 Grad.

Hallo,

meine beste Freundin hat ein Tunesier geheiratet und ein Kind bekommen, es war der absolute Reinfall und endete im riesen Chaos.

Ich möchte nicht alle in eine Schublade stecken, dich aber darauf hinweisen, das kulturell, religiös .....sehr große Unterschiede bestehen.

Ich kann mir kaum vorstellen, das deine Tochter dort Fuß fassen kann.

Überlege es dir gut

lg

So schwer das auch fällt, ich glaube, ich würde es beenden.

Nach Tunesien würde ich niemals ziehen wollen, die Zustände im gesamten nordafrikanischen/arabischen Kontinent sind mir derzeit viel zu unsicher. Mal ganz abgesehen von deinem Kind, ich würde auch mich selber diesem politischen Risiko nicht aussetzen wollen.
Und selbst wenn er ein modernes Frauenbild hat, du lebst dort trotzdem in einem Land, wo Frauen im Durchschnitt keinen hohen Stellenwert genießen. Möchtest du, dass deine Tochter umgeben von solchen Bildern aufwächst?

Wäre es kein Kompromiss, gemeinsam in ein neues Land zu gehen, das kulturell etwas näher ist und nicht so zerrissen, wie z.B. Südspanien. Ihr wärt auf fast halber Strecke zwischen euren Ländern, beide müsstet ihr dort von vorne anfangen, das wäre also "fair" und es ist kein so krasser Mentalitätswechsel.
Das wäre für mich die einzige Option, auf die ich mich einlassen würde.
Tunesien: NEVER!

Ich empfehle dir www.1001geschichte.de (wahre Geschichten und das Forum). Mit Kind würde ich mich nie auf sowas einlassen.

Hm, mir persönlich wäre Tunesien auch ne Nummer zu groß mit Kind. Aber.. Eine Zeitlang in einem anderen Land zu wohnen und leben kann einen Menschen unglaublich voranbringen.

Mal so gefragt, muss es den gleich für immer sein? Wie wäre es wenn du erstmal für 4 - 6 Monate gehst Dann kannst du dir ein Bild machen vom Leben da unten. Schauen was und wie du dir dort auch selber etwas aufbauen kannst. Und sehen wie sich deine Tochter dort zurechtfindet.

Wirst du nicht eh erstmal Visa gebunden sein dort? Dann nutze doch das erstmal um dich umzuschauen für eine etwas längere Zeit.

Ich möchte die Entscheidung treffen bevor meine Tochter eingeschult wird. Das heißt auch wenn ich nur befristet hin gehe, müsste es bald sein, da sie eventuell hier im Sommer zu Schule gehen muss.

Du willst Deiner Tochter das deutsche Schulsystem entziehen und sie dafür in eine arabisch sprechende tunesische Schule stecken?#zitter
Belies Dich mal über die Qualität der Bildung dort!

Wußtest Du übrigens dass die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 16 und 44 in Tunesien häusliche Gewalt sind?

http://www.1001geschichte.de/

Aber ihrer ist doch anders #augen #augen #augen

#klatsch Ach so!

Hallo.

Du kannst ja machen, was Du willst ... aber dann lass Deine Tochter bei ihren Großeltern ...

... wie kommt man nur auf die Idee, ein kleines Mädchen, das hier alle Chancen hat, abgesichert ist (sowohl in Sachen Bildung/Ausbildung als auch Finanzen), hier ein stabiles soziales Umfeld hat, als Mädchen geachtet und respektiert wird und dem die Welt offen steht, in eine solche Region verschleppen zu wollen ...

LG

Wieso verschleppen? Es ziehen viele Menschen um. Man muss nicht sein Leben lang in der gleichen Stadt oder im gleichen Land bleiben.

Du WILLST es nicht verstehen...

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@Müllerin
Meine Ehe ist durch eine Fernbeziehung zerstört worden. Aus Sicht der Bundesrepublikaner ist Tunesien auf einem guten Weg zur Demokratie und zwar: IM VERGLEICH ZU ANDEREN NORDAFRIKANISCHEN STAATEN. Bitte negiere NICHT den wisenden, erhoben Zeigefinger hier im Forum. Deine Urlaubsstimmung wird sehr schnell mit dem grauen Alltag in Tunesien kollidieren. Es gibt, gerade auch bei uns, viele Berichte über gescheiterte Ehen zwischen deutschen Frauen und tunesischen Männern. Du wirst mit absoluter Sicherheit KEINE selbstbestimmte Frau sein, deine Selbst-und Eigenständigkeit kannst du getrost an der Haustür abgeben, ansonsten wird dir die "liebe Familie" schon sagen, wer Herr im Haus ist.

Wenn du gehst, lass deine Tochter mindestens 12 - 18 Monate bei Verwandten in Deutschland. Gib NIE deine deutschen Ausweispapiere aus der Hand, erkundige dich wo das nächste Kosulat oder die deutsche Botschaft ist. Stecke nicht das Geld für den Rückflug in die "plötzlich völlig verarmte Familie".

Und noch eines: Auch die allerbeste und schönste Urlaubsstimmung geht vorrüber und weicht dem grauen Alltag, hoffentlich hast du dann noch den klaren und ungetrübten Blick.
Meine Empfehlung: Dein Partner soll seine "Rechte und Pflichten" in Tunesien aufgeben und zu dir ziehen, will er das nicht, solltest du eine Eheberatungsstelle in einer deutschen Großstadt aufsuchen, die werden dir schon sagen, mit welchen Risiken du zu rechnen hast. Ich denke das wird ein sehr langes Gespräch.

Kannst Dir ja das mal anschauen.
Kam gestern im Fernsehen.

http://www.nowtv.de/vox/goodbye-deutschland/list/aktuell/auswandern-fuer-die-liebe-teil-1/player

Es bleibt also ein halbes Jahr, bis Du Dich entschieden haben musst. Weisst Du was ich versuchen würde?
- Bei meinem Ag ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub beantragen
- Wohnung untervermieten
- Kind schnappen und ausprobieren

Grüsse
BiDi

Warum muss das Kind mit?

Wo soll es denn hin? Zu Oma, weil Mama ein halbes Jahr Auszeit nimmt - nee, das finde ich fies.

Ausserdem sprechen wir von einem halben Jahr: Langer Urlaub sozusagen. Und wenn Mutter UND Tochter dann noch alles super finden, kann man den nächsten Schritt überlegen.

Und ich kenne gar nicht so wenige Menschen, die die Zeit vor der Schule für einen ordentlich langen Road-Trip mit Kindern nutzen. Ob man jetzt mit einem Segelboot durch's Mittelmeer kreuzt, mit dem Rucksack Südamerika erobert oder eben ein halbes Jahr in Tunesien lebt, spielt doch keine Rolle.

Grüsse
BiDi

Ach du.große Güte......

Hast du mal die Informationen des Auswärtigen Amtes gelesen? Es gibt in Tunesien zurzeit eine landesweite Ausgangssperre, die für die Zeit von 22.00 bis 5.00 Uhr gilt.

Man kann nur hoffen, dass deine Tochter heterosexuell ist, denn homosexuelle Handlungen sind in Tunesien strafbar.

Falls du dich mit ihm multiplizieren möchtest: Nach einer Scheidung wird noch immer häufig dem Mann bzw. der Familie des Mannes das Kind bzw. die Kinder zugesprochen. Vielleicht gibt es deshalb vergleichsweise wenig Scheidungen dort.

Es herrscht in vielen traditionellen Familien noch das Patriarchat. Der Mann ist das Oberhaupt der Familie und so funktioniert traditionell auch die Erziehung: Männer sind mehr Wert als Frauen, werden weniger oft getadelt und deren Wort hat mehr Gewicht als das der Frau. Außer im Haushalt hat die Frau mehr zu sagen. Kümmert sich um Kindererziehung und die Haushaltsführung - traditionell auch ohne Mitwirkung des Mannes.

Und so wie du es schilderst, scheint bei deinem Freund noch dieses klassische Familienbild gelebt zu werden. Er arbeitet im Laden des Vates, vielleicht muss er diesen irgendwann übernehmen und vermutlich wird gemacht, was der Vater sagt.

Was die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau angeht, sind sie praktisch noch im embrionalen Stadium. Erst 2014 wurde in der Verfassung die Gleicberechtigung der Geschlechter festgeschrieben. Lies mal den Artikel der Heinrich-Böll-Stiftung

https://www.boell.de/de/2015/02/03/gleichberechtigung-tunesien

Sprichst du Arabisch oder wenigstens Französisch??. In den Städten merkt man noch immer den französichen Einfluss und die Tunesier sind sehr sprachbegabt.

Was mich am meisten abschrecken würde, ist die unsichere politische Lage und der Islam.

Christentum und andere Religionen sind in der absoluten Minderheit.

Hier gibt es noch nützliche Tipps der Deutschen Botschaft in Tunis.

http://www.tunis.diplo.de/Vertretung/tunis/de/04/Konsularischer__Service/Leben_20und_20Arbeiten.html

Liest sich nicht grundsätzlich fürchterlich, aber so blauäugigmwürde ich da nicht rangehen. Wenn du die Sprache(n) dort nicht beherrschst, wirst du keine Arbeit finden. Wenn du nicht nachweisen kannst, wie du dich finanzierst und wie du deinen Lebensunterhalt bestreitest, wirst du über die 3 Monate hinaus vermutlich keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.

Es gibt keine deutsche Schule in Tunesien. lies mal den Artikel zu "Schulen"

Wenn kein Kind im Spiel wäre, würde ich auch sagen Probier es und wenn es nicht klappt bist du um eine Erfahrung reicher, ob positiv oder negativ kann man vorher nicht sagen.

Mit Kind allerdings sage ich selber als Mutter NEIN!
Deine Tochter wird sich hier schon auf die Schule freuen und hat hier Chancen für ihr Leben. Die hat sie da nicht denke ich. Sie müsste innerhalb eines halben Jahres eine Sprache lernen, die ihre Mütter nichtmal kann, um in der Schule zurecht zu kommen. Sie kennt eine ganz andere Mentalität und muss da viel zurückstecken evt. weil sie ein Mädchen ist.
Und das Gesundheitssystem ist auch nicht toll und da hätte ich ständig Angst um mein Kind und auch um mich.

Was ich an deinem Typen auch sehr komisch finde ist, dass er gar nicht nach Deutschland will. Es steht ja nichtmal zur Debatte und da gehen die Alarmglocken los.
Du hast ein Kind hier und bist wesentlich mehr "gebunden" als er. Er hat da jetzt keine so wichtige Verpflichtung die wichtiger ist als ein Kind und damit sollte er wenn er dich wirklich liebt zu dir kommen.

Wenn du es trotz allem machen willst, dann lass die kleine erstmal bei den geoßeltern. Wenn es wirklich klappt und SIE SELBER nur von sich aus sagt sie möchte dir hinterherkommen, dann kann sie das tun, aber erst dann. Vorher würde ich ihr nicht die Chance auf ein gutes Leben versauen, da du nunmal nicht weist wie es enden wird.

Oder noch einfacher. Hack die Sache mit ihm ab und such dir jemanden hier.
Liebeskummer vergeht, keine Sorge. Und hier triffst du bestimmt auch jemanden und musst nicht dein ganzes Leben und deine Eigenständigkeit (einen Job wirst du denke ich nie finden dort) aufgeben.

Alles gute und ich hoffe für deine Tochter du triffst die richtige Entscheidung.

Hallo,

als ich deinen Post gelesen habe, habe ich mir sofort gedacht "Bestimmt will sie nach Tunesien." Das hat nichts mit Vorurteilen zu tun, sondern irgendwie wiederholen sich solche Geschichten immer. Und IMMER heißt es "Vorurteile! Er ist ganz anders! Er liebt mich wirklich!"

Ohne Kind hätte ich ihr auch gesagt: "Dann Versuch es einfach. Wenn es klappt, dann gut. Wenn nicht, dann nicht!" Mit Kind sehe ich das ganz anders.

Das Bildungssystem dort ist bei weitem nicht so gut, wie das in Deutschland. Du könntest ihr damit für ihre Zukunft alles "verbauen". Abgesehen von der derzeitigen politischen Situation! Auch das Krankensystem lässt zu wünschen übrig. Zudem reißt du deine Tochter aus allem raus und sie steht ohne Familie (bis auf dich) da. Das finde ich sehr schade für das Kind.

Abgesehen davon benötigst du die Zustimmung des Kindvaters. Wenn er davon erfährt, kann er das Bleiben deiner Tochter einklagen, da er ein Recht darauf hat, seine Tochter zu sehen.

Ihr kennt euch gerade mal 15 Monate. Und davon wahrscheinlich max. 3 Monate von "Auge zu Auge" lang gesehen? Und ihr habt bestimmt noch nie länger als 3 Wochen am Stück zusammengelebt, oder? Du weißt doch gar nicht, wie das Zusammenleben mit ihm ist. Und er will ja nicht herkommen. Da sollst du lieber alles aufgeben und deine Tochter aus allem rausreißen. Spätestens da hätte ich gesagt, so nicht. Für dich hängt mehr dran, als für ihn. Du trägst das höhere Risiko und hast zudem eine hohe Verantwortung für deine Tochter! Sein Job dagegen bei seinen Eltern läuft ihm nicht weg...

Ich persönlich kann mir solche Urlaubsliebengeschihcten für mich gar nicht vorstellen.

Aber wenn es denn doch geschehen sollte und ich wollte nach Tunesien ziehen, würde ich never, auf gar keinen Fall einfach so zu dem Typen ziehen. Und erst recht nicht mit kleinem Kind.
Ich finde die Situation dort auch einfach zu unsicher. wie kommt man auf die Idee just jetzt dahin zu ziehen.

Aber gut, wenn es mich also nicht abhalten würde:

Ich würde vorher die Sprache lernen, hier mit tunesischen Vereinen Kontakt aufnehmen, mich informieren.

Wichtig wäre mir, dass ich dort meine eigene Existenz hätte. Einen Job, den ich dort ausüben könnte. ich würde darauf bestehen, am Anfang dort alleine mit meinem Kind zu leben und nicht direkt mit ihm zusammenzuziehen.

Die Entscheidung für den Mann müsste auch eine Entscheidung für das Land und ein erfülltes Leben dort mit und für mein Kind sein.

Wie würde das Kind dort leben, welche Schulbildung und sonstige Förderung wäre möglich?

Vielleicht würde ich dieses Jahr vor der Einschulung nutzen um mehr zu pendeln, auch mit Kind um die Welt dort kennenzulernen.

Und nur wenn ich den Eindruck hätte, ich könnte dort alleine mit Kind auch glücklich werden, würde ich dorthinziehen.

Ohne Kind wäre ich vielleicht mutiger und ich gebe zu, ich wäre es auch in einem anderen land. Wahrscheinlich würde ich mich mit einem Umzug nach Griechenland oder Norwegen nicht so schwer tun. Aber auch da wäre oberste regel, dass ich dort unanbhängig bin und für mich selber sorgen könnte und mein Kind frei leben könnte.

Aus diesem Grund würden für mich auch bestimmte Ecken in USA ausscheiden.

Nun also meine Fragen:

Warum lernst du nicht die Sprache vorher?
Was kannst du dort machen, kannst du einfach wieder nach hause?
Kannst du dort auch alleine bestehen und leben?
Wie würde das Leben für deine Tochter aussehen?

das will die TE doch alles garnicht, viel zu anstrengend

sie will nur bei ihrem Liebsten sein, das ist Grund genug für sie

alles andere wird schon werden, glaubt sie

Was hättest Du denn den Frauen geraten, die ihrem Tunesier in sein Land gefolgt sind und die dann so bitter hereingefallen sind? Wie hätten sie vorher Sicherheit gewinnen können, dass genau ihnen das mit ihrem Partner sicherlich nicht passiert?

Man muss den einzelnen Mann betrachten. Ich weiß nicht wie lange und wie gut diese Frauen den Mann kannten. Ich denke ich kenne ihn gut. Er war hier, ich war dort, wir haben zusammen gewohnt, ich sehe wie er sich verhält, wie er mit meiner Tochter umgeht, wie er mit seiner Mutter und Schwester umgeht. Er ist ein guter, offener und fortschrittlicher Mann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich verstellt oder eigentlich ganz anders denkt als er redet.

Von wie vielen Tagen Zusammensein sprechen wir denn konkret? Es ist ja ein Unterschied, ob man insgesamt einen Monat oder insgesamt ein halbes Jahr wirklich miteinander verbraucht hat. Und die Zeit, in der man sich nicht real sieht, rechne ich da jetzt mal nicht mit hinein. Aus der Distanz heraus kann man ja leichter seine Schokoladenseite zeigen. ;-)

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Ich sehe das kritisch.

Willst du als Frau in einem Land leben, wo Frauen noch immer nicht die gleichen Rechte haben wie Männer?
Wo es normal ist dass Frauen such ihren Männern unterzuordnen haben?
Und was ich noch bedenklicher finde: in so ein repressives Land mit einer diktatorischen Regierung, wo Islamisten ihre Ideale auf Kosten der Bevölkerung austragen , wo in weiten Teilen weder eine vernünftige Infrastruktur noch ein annähernd akzeptables Gesundheitswesen zu finden ist, willst du deine Tochter mitnehmen?

Du kennst diesen Mann kaum.
Nur aus ein paar Urlauben.
Und auf so unsicheren Tatsachen willst du dich verlassen, dein Kind einer fraglichen Zukunft aussetzen , nur weil verliebt bist?
Wenn du einfach mal nur deinen Verstand benutzt, wirst du glasklar erkennen, dass das Hirngespinst sind....

Mir wird schlecht wenn ich hier lese wie lapidar du all die Antworten anscheinend siehst.

Man könnte meinen deine Entscheidung sei eh schon getroffen... keine Logik erreicht dich, alle begründete Befürchtungen schlägst du in den Wind.
Deine arme Tochter... sie wird in diesem Land chancenlos sein. Sprache, Bildung, Ausbildung, Studium, Arbeit, Gleichberechtigung. Wie stellst du dir ihre Zukunft denn bitte dort vor!?

Besinn dich mal aufs Mama sein und nicht auf deine Verliebtheit.

Ich denke, dass du für sämtliche Argumentation verschlossen bist. So hart wie es jetzt klingt, ich denke du musst auf die Nase fallen um aufzuwachen, traurig ist nur, dass deine Tochter mit dir auf die Nase fallen muss. Du kennst den Mann nicht und das seine Familie nett ist und er aufgeschlossen auftritt sagt nichts über ihn und die familiären Strukturen aus. Immer diese Floskeln "er ist nicht so". Wer in einer archarischen und patriarchischen Gesellschaft aufwächst kann sich diesem Einfluss kaum entziehen. Mach deine Erfahrung, denn vor lauter rosa Wolken ist jeder Satz vergeudet. Viel "Spaß" bei deinem Abenteuer!!!! (Irinie off)

Hallo!

Ihr habt bisher nur Urlaube zusammen verbracht, aber keinen Alltag.

Du kannst die Sprache nicht, kannst nicht Arbeiten, hättest keine Freunde, Du kannst ja nicht mal mit jemandem sprechen. Wenn Dein Kind nicht zu Hause wäre, dann bist Du ganz alleine. Lebt er noch bei seinen Eltern oder hat er wenigstens eine eigene Wohnung? aber auch das wäre komisch, wenn er dann den ganzen Tag weg ist.

Würde es denn Sprachkurse für Dich geben, würde er Dir die Kurse bezahlen? Damit Du wenigstens mit den lehrern Deiner Tochter reden kannst?

Wie wärst Du versichert, vor allem Krankenversicherung für Dich und Dein Kind?

Meinst Du nicht, dass dir da bald die Decke auf den Kopf fällt so den ganzen Tag zu Hause, wenn er erst spät abends aus dem Laden kommt? Das Geld oft knapp wäre mit zwei Familienmitgliedern mehr, die kein Geld dazu verdienen können? ggf. muss ja auch noch Schulgeld bezahlt werden?

Du wärst voll von ihm abhängig finanziell, hättest Du überhaupt die Mittel jederzeit heim zu fliegen wenn Du das willst?

Noch dazu ein muslimisches Land, wie sieht es denn dann in 10 Jahren aus mit den Zukunftschancen deiner Tochter?

In 10 Jahren ist sie, auf Dauerdruck der ach so freundlichen Schwiegerfamilie schon zum Islam konvertiert sein und wird mit Kopftuch bekleidet die Koranschule besuchen.

OK, jetzt habe ich wohl übertrieben, aber der Druck der Familie wird zu spüren sein.
Auch im Alltag und innerhalb der Familie. Schluss mit freier Willensbildung.
Du wirst Dich verändern. (müssen) Und Dein Kind auch.

Das Beste was mir zu Deiner Situation einfällt: bereite dem Irrsinn ein Ende.

Du sollst auch nicht den Wunsch des Auswanderns aufgeben. Schau Dir Europa an...

Und noch eines möchte ich Dir mit auf den Weg geben: die arabische Sprache ist nicht einfach mal eben so zu erlernen. Mir ist es nicht gelungen einen Zugang zum arabischen zu finden. Und ich spreche vier Sprachen.

Tu es Deinem Kind nicht an.

Mit der Geburt Deiner Tochter hast Du die Verantwortung für sie übernommen. Deine Tochter hat hier ihr Umfeld, kennt nur die deutsche Sprache, hängt an der Familie und an ihren Freundinnen, nehme ich an.
Für mich ist es absolut verantwortungslos sie dort rauszureißen und sie in ein moslemisches Land mitzunehmen, wo sie niemanden kennt, die Sprache nicht spricht und die Kultur ihr fremd ist.

Du schreibst Du kennst ihn gut. Du wärst nicht die erste, die ihn erst richtig kennenlernt, wenn Du dort dauerhaft bei ihm lebst.

Ich war vier Jahre mit einem Mann zusammen, den ich erst zum Schluss richtig kennengelernt habe, also bitte....

Im Rahmen Deiner Verantwortung für Dein Kind, soltest Du in dessem Sinne handeln und nicht aus Egoismus bzw. aus einer Verliebtheit heraus.

Für mich wäre es der Horror in so einem Land leben zu müssen.