Vater will plötzlich sein Kind sehen

    • (1) 01.02.16 - 12:04

      Hi...
      ich möchte euch kurz meine Situation erklären. Ich versuche mich kurz zu halten :).
      Ich bin 2013 nach ca. einem Jahr Beziehung schwanger geworden. Da ich eine hormonkrankheit habe, hätte das nicht passieren dürfen, also ich bin ohne Behandlung eigentlich unfruchtbar. Mein Partner wollte das Kind zum damaligen Zeitpunkt nicht. Nach langem hin und her, habe ich mich bzgl eines Abbruches beraten lassen. Meine Ärzte haben mir abgeraten, weil die Gefahr nie wieder schwanger zu werden, bei mir zu hoch sei. Ich war auch des öfteren bei der Profamilia und auch dort haben sie mir nicht dazu geraten. Ich muss dazu sagen, ich war selber gar nicht bereit dazu. Trotz alledem habe ich mich für mein Baby entschieden. So, der Mann war dann tatsächlich weg. Einfach im Stich gelassen und sich nie wieder gemeldet. Knapp 3 Monate nach der Trennung hatte er auch eine neue gehabt und kurz vor meiner Entbindung fand schon die Verlobung statt. Seiner Familie hatte ich mitgeteilt, das ich schwanger bin und sie sind auch alle ins KH gekommen und haben meine Kleine öfters besucht. Nach der Verlobung mit seiner neuen, hat sich die Familie etwas zurückgezogen. Es kam nicht mehr zu Treffen, weniger Anrufe etc. Als ich seiner Schwester mal meine Meinung dazu gesagt habe, also das ich es unmöglich finde, das sie sich keine Zeit nehmen und somit keine Bindung zu dem Kind aufbauen können, ist es zu einem so großen Streit gekommen, das wir am ende bzw sie den Kontakt ganz abgebrochen hat. Keiner von seiner Familie hat sich nochmal gemeldet. In der zwischenzeit hatte ich das Jugendamt zur Vaterschaftanerkennung gebeten und nachdem das Gericht dann mit dem DNA Test gedroht hat, hat er endlich die Vaterschaft angenommen. Gezahlt hat er auch nicht. Hat sich noch bei seinem Chef mit weniger Std gezeigt, mit der Hoffung er müsse gar nicht zahlen. Dann waren wir vor Gericht und trotz alledem haben wir gewonnen. Jetzt hatte sich natürlich schon einiges angesammelt. Meine Kleine ist 19 Monate. Immer hieß es er hat kein Geld. Er hat auch eine Privatinsolvenz angemeldet. Also das, was sich bis jetzt angesammelt hat würde direkt in die Insolvenz mit reingehen hat mir das Jugendamt gesagt. Egal habe ich mir gedacht, sobald er da raus ist hat er wieder schulden, wenn er den Unterhalt nicht zahlt.

      Soooo, jetzt ganz plötzlich will er das was sich angesammelt hat bezahlen (obwohl er es mit in die Insolvenz reinnehmen könnte) und den monatlich festgesetzten Unterhalt auch. Jetzt kommt noch hinzu, das er plötzlich sein Kind sehen möchte. Er hat meinen Sachbearbeiter von der Unterhaltskasse um Hilfe gebeten, damit er sie sehen kann. Er hätte keine Nr und sonst eine Möglichkeit an mich heranzutreten (LÜGE). Ich weiß echt nicht was ich davon halten soll. Ich finde es einfach unglaublich, da er mich wegen dem Kind verlassen hat. Mache mir jetzt natürlich so viele Gedanken wegen dem Sorgerecht, dem Umgang, muss sie dort schlafen und und und :( Achso und mittlerweile ist er auch mit der anderen verheiratet. Ich möchte einfach mal Meinungen dazu wissen, weil ich irgend wie nicht mehr klar denken kann :-[ Ich danke euch vielmals...

      • Hallo!

        Es ist ganz blöd zwischen euch gelaufen, ja. Aber bitte vermische nicht eure gescheiterte Beziehung damit, dass er jetzt wenigstens mal sein Kind sehen will. Und er will sie ja nur mal sehen, nicht gleich ein volles Umgangsrecht.

        Es ist doch super, dass er den unterhalt zahlen will, und es steht dir gar nicht zu das geld abzulehnen, weil es Deiner Tochter gehört, nicht dir.

        Und er will sie jetzt wenigstens mal sehen, Kontakt aufbauen, und das ist ja erst mal positiv.

        Das hat auch nichts damit zu tun, was mit seiner Familie war. ich kann schon verstehen, dass es für die Familie auch komisch war bei der Exfreundin das Kind zu besuchen, da war ja sicher nicht die herzlichste Stimmung, aber sie haben sich Mühe gegeben, den Kontakt zu halten, bis Du einen Streit angefangen hast.

        Du weißt doch gar nicht, ob er noch deine Telefonnummer hat oder sie in den letzten zwei jahren gelöscht hat. jetzt endlich will er anfangen, das Richtige zu tun. Und warum willst Du das jetzt nicht?

        Es geht hierbei nicht um Dich, sondern um euer gemeinsames Kind. lass sie sich wenigstens kennen lernen und dann seht in Ruhe weiter. Sie wird sicher nicht im nächsten halben Jahr gleich bei ihm übernachten, nur weil er sie ab und zu sehen will.

        • Ich habe keinen Streit angefangen, ich habe lediglich meine Meinung dazu gesagt. Es war nie die Rede davon, daß sie sie nicht mehr sehen dürfen. Das war ihre eigene Entscheidung. Trotz alledem bin ich der Meinung, daß sich die Oma oder andere Familienmitglieder hätten melden können. Anscheinend war es doch nicht so wichtig. Man kann keine vernünftige Bindung zu einem Kind herstellen, in dem man es nur alle paar Monate sieht. Mein Kind ist nicht irgend eine Puppe, die sie sehen können, wann sie wollen. Zumal sie selber immer gesagt haben, daß der Kontakt regelmäßig stattfinden sollte, damit die Kleine sich an sie gewöhnt und das war ja auch in meinem Sinne. Sonst hätte ich ja den Kontakt nicht gesucht. Wir haben uns auch immer super verstanden, bis zu diesem besagten Tag und das er keine Möglichkeit hat mich zu kontaktieren ist einfach eine Lüge. Ich wohne immer noch an der gleichen Adresse und es gibt auch andere Möglichkeiten. Ich brauche keine Telefonnummer um jemanden zu kontaktieren. Aber na gut, das ist auch nicht das Problem. Klar, finde ich es auf einer Seite super, daß er sich jetzt um sie kümmern möchte und ich weiß natürlich auch, daß es hier nicht um mich geht, aber trotzdem finde ich die Verhaltensweise unmöglich. Er wird sich ja nicht umsonst an das Jugendamt gewandt haben. Wir sind zwar nicht schön auseinander gegangen, aber der Gedanke, mein Kind muss mit einer Betreuerin und ihrem Vater, also 2 total unbekannten Menschen in einem Raum sitzen, nur weil ihm jetzt eingefallen ist, er möchte seine Tochter sehen, ist nicht gerade super. Er hätte es erstmal anders versuchen sollen.

          • Es ist doch gar nicht gesagt, dass der Kontakt beim Jugendamt stattfinden muss. Wenn ihr euch beide wie erwachsene menschen benehmen könnt und eure eigenen verletzten Gefühle raus lasst, dann kannst Du auch dabei sein.

            Ich gabe aber den Eindruck, dass es im Moment vor allem um Deine Wut und Deine Gefühle geht, nicht darum, dass Deine Tochter die Chance bekommt, ihren Vater kennen zu lernen.

            Und wenn der Kontakt zu den Großeltern so super gewesen wäre, dann hätte man sich nach einem Streit auch wieder vertragen können. Es war in Deinem interesse, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, vielleicht hättest Du dann auch einfach den ersten Schritt machen müssen?

            Es ist doch echt vorbei, was damals gelaufen ist. Keiner von euch wollte damals das Kind, aber Du hast Dich trotzdem entschlossen, es zu bekommen. Das war für ihn auch nicht ideal, das weißt Du, und jetzt endlich will er anfangen, die Verantwortung zu übernehmen. Er scheint sich ja wirklich ändern zu wollen, dann mach jetzt nicht alles gleich wieder kaputt, nur weil Du wütend bist.

            Es ist völlig ok, dass Du sauer und enttäuscht bist, aber im Moment sollte Deine Tochter eben Vorrang haben, auch damit der Kontakt mit Dir zusammen statt finden kann, indem Du eben nicht vorher mit ihrem Vater streitest. Sondern einfach mal die Arschbacken zusammen kneifst.

            Ich verstehe Dich, ich bin auch sehr geradeheraus. Aber indem Du eben seine Schwester wegen zu wenig Kontakt angemeckert hast, hast Du schon da den weiteren Kontakt torpediert, das scheint Dich ja nicht weiter gebracht zu haben, oder? Hätte mir ähnlich passieren können, aber manchmal ist es eben besser, die Wut runter zu schlucken.

      Ich würde mit ihm sprechen und ihn direkt und vorwurfsfrei fragen, was die Beweggründe sind, dass er plötzlich den Kontakt sucht.

      Gut möglich, dass ihn seine Frau überzeugt hat, dass ein Kind Mutter und Vater braucht und er jetzt das Richtige tun möchte. Ich würde es erst mal als Chance wahrnehmen, dass Dein Kind einen Papa hat, der sich kümmern möchte, und nicht von vornherein misstrauisch sein. (Natürlich auch nicht blauäugig, aber offen und großzügig.)

      LG, d.

      • Wenn es dazu kommt, daß ich bei den Treffen dabei sein darf :( Ich kenne Fälle, wo der Vater beim Jugendamt angibt, er möchte seine Ex nicht sehen. In diesen Fällen, sitzt das Kind mit 2 wildfremden Menschen (Betreuerin und Vater) in einem Raum und die Mutter muss draußen warten. Erst verlässt er mich wegen dem Kind und jetzt will er es sehen. Auch wenn es nicht um mich geht, möchte ich einfach nicht, daß er sie ohne mich sieht, aber leider kann ich dagegen nichts tun. Ich würde gerne mal mit ihm sprechen und wie du schon sagtest erfahren, woher der Sinneswandel kommt, aber mal schauen ob er es überhaupt zulässt. Ich habe halt im Moment sehr gemischte Gefühle. Kommt natürlich hinzu, daß meine Wut gegenüber ihm wieder hochgekommen ist. Keine Ahnung, wie sich alles entwickeln wird. Mehr als Abwarten kann ich so oder so nicht. Danke für deine Meinung :)

    Warum bietest Du ihm nicht so schnell wie möglich ein privates Treffen zur Aufnahme eines regelmäßigen Umgangs an? Damit würdest Du zeigen, dass Du den Umgang fördern willst, er hätte Deine Kontaktdaten (Handynummer) und Du wärst bei einem ersten Treffen dabei.

    (8) 01.02.16 - 13:35

    Hallo,

    aus deinem Text merkt man deutlich das jetzt wieder der ganze Frust und die Wut hochkommt , weil er sich damals aus dem Staub gemacht hat aber das ist der falsche Weg.

    Du solltest die Chance nutzen und eine Lösung finden damit eure Tochter auch ihren Vater regelmäßig sehen kann....setze dich mit dem Jugendamt zusammen und ich kann dir jetzt schon aus Erfahrung sagen , du kannst auch erzählen das du eben dich wunderst das er jetzt auf einmal mit Besuchsrechte kommt aber aus Erfahrung kann ich dir gleich sagen das das Jugendamt dann dir sagen wird das die Wut hier nichts zusuchen hat sondern es alleine nur ums Kind geht.

    Bei uns gibt es ein Familienzetrum da treffen sich Eltern mit ihren Kindern wo eben die Kommunikation etc.nicht so gut klappt oder eben damit man dem Kind wieder etwas näher kommt und es gibt da Spiele ,Spielzeug etc. und es sind auch Ansprechpartner vom Jugendamt da , für Frage etc. und ich glaube das wäre auch für euch was-(wenn es bei euch sowas gibt) das dein Ex seiner Tochter wieder langsam näher kommen kann.

    Lg

    Wie alt ist dein Kind ? Wenn er sie nie zuvor gesehen hat muss der kintakt erstmal langsam hergestellt werden...je nach Alter bedeutet das ein paar Stunden und zwar begleitet ( von dir oder Oma oder oder)

    Wenn das gut klappt kann man mal einen ganzen Tag versuchen und erst dann über übernachten nachdenken.
    Wir hatten dasselbe Theater in etwa und es kam erst nach gut 2 Jahren zu einer ersten Übernachtung also locker bleiben

    Der Vater hat das Recht sein Kind zu sehen ...sogar die Pflicht

    Verhindern kannst du es nicht aber du kannst es begleiten bis es gut läuft

    Und wer weiß vielleicht hat er nach 3 besuchen schon die Nase voll

    Hallo,

    Ich wäre an deiner Stelle auch vorsichtig (meine Erfahrung ).
    Warum kontaktiert er dich nicht persönlich? Hat er die Hosen voll?
    Jemand, der von heute auf morgen Frau & Kind verlässt, wird garantiert nicht über Nacht Vatergefühle hervorzubringen. Ich glaube, er verfolgt damit ein Ziel & dein Kind würde JETZT eine erneute Enttäuschung anders aufnehmen. Bitte achten auf sie - seine Belange sind perse' bedeutungslos (klingt hart, aber praktisch trifft es zu).
    Im Gesetz steht, dass das Kind ein Recht auf beide Elternteile hat - umgekehrt ist dies nicht fixiert. Also, handle bitte nur im Sinne deines Kindes!

    LG einstein

    Hallo,

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir etwas erzählen:

    Mein Sohn ist 1 Monat jünger als deiner, 18 Monate. Er wurde im Juli 2014 geboren und ich war von Januar 2015 - Ende Mai 2015 von dem Kindsvater getrennt, da die Babyzeit sehr sehr anstrengend war (Schreikind).

    Er konnte mit ihm in seinen ersten Lebensmonaten kaum bis gar nichts anfangen und hatte daher kaum eine Bindung zu ihm. Genau wie bei euch, nur dass der Vater GAR keine Bindung zu eurer Tochter hat.

    Als es zur Trennung kam, habe ich klar und deutlich gesagt dass ich nicht einmal davon träume daran zu denken meinen Sohn in den nächsten Monaten (mindestens 6) bei den Umgangsterminen nicht alleine mit dem Vater zu lassen und darauf bestehe dass er erstmal niemanden mit zu den Umgangsterminen bringt, da der Kleine sich erstmal nur an ihn gewöhnen soll.

    Beim Jugendamt geht es immer um das Wohl des Kindes. Und da du seine einzige Bezugsperson bist, ist es NICHT zum Wohle des Kindes wenn es mit dem Vater und einem wildfremden Betreuer alleine bei den Umgangsterminen ist.

    Deshalb bestehst du darauf bis die Kleine sich ausreichend an ihren Vater gewöhnt hat (mindestens 6 Monate) um mal alleine etwas mit ihm zu unternehmen.

    Stell dich einfach quer und bestehe darauf.
    Notfalls kannst du auch vor Gericht gehen, wenn der Vater nicht möchte dass du dabei bist. Und glaube mir, JEDES Gericht der Welt wird dir Recht geben und sagen dass wenn der Vater bisher keinen Kontakt zum Kind hatte, sollte die Mutter am Anfang dabei sein, da er einfach fremd ist und es dem Kind Angst machen kann, wenn es plötzlich alleine mit zwei Leuten ist und die wichtigste Bezugsperson fehlt.
    Da kann niemand dagegen sprechen, es ist zum Wohle des Kindes.

    Es braucht dich als Sicherheit die ersten Monate.
    Setz dich durch!

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