Schuldgefühle fressen mich auf

    • (1) 02.02.16 - 14:37

      Ich (29) bin mit ihm (28) seit über fünf Jahren verheiratet und etwas über sechs Jahre zusammen. Wir haben ein gemeinsames Kind (5) und eigentlich hatte ich ein gutes Leben. Mit der Geburt des Kindes änderte sich unsere Beziehung. Nach und nach waren wir nur noch Eltern und ich komme mir schon lange Zeit nur wie eine Hausangestellte vor. Romantische Gefühle gab es von meiner Seite aus nicht mehr. Mit dem Gedanken der Trennung habe ich vor zwei Jahren schon gespielt, hatte es aber aus Angst (finanziell) gelassen.

      Nun ist folgendes passiert: Vor ein paar Monaten trat ein anderer Mann in mein Leben und ich habe mich sofort unsterblich in ihn verliebt. Ihm geht es genauso. Ich habe nie ein Geheimnis aus meiner Situation gemacht und auch meinem Mann davon berichtet. Beide Männer haben sehr verständnisvoll reagiert.

      Da ich so nicht weiterleben kann, werde ich morgen gehen. Meinem Mann habe ich das gestern gesagt und seitdem bin ich am Boden zerstört. Ich fühle mich schuldig. Ich möchte ihm sein Kind nicht wegnehmen, aber der andere Mann lebt einige hundert Kilometer entfernt.

      Mein Mann bittet mich zu bleiben oder wiederzukommen. Ich bin so verwirrt. Ich bin noch gar nicht aus dem Haus und fühle mich jetzt schon furchtbar. Was soll ich nur tun?
      Danke vorab!

      • Hallo.

        >>> Ich möchte ihm sein Kind nicht wegnehmen, aber der andere Mann lebt einige hundert Kilometer entfernt. <<<

        a.) Hat Dein Mann dem Wegzug MIT Kind zugestimmt?

        b.) Wie stellst Du Dir denn Umgang zwischen Vater und Kind in Zukunft vor?

        LG

        • Hallo,

          also...

          a) Ja, er hat dem Umzug mit Kind natürlich zugestimmt, auch wenn er möchte, dass wir bleiben. Ich habe lange mit ihm darüber gesprochen und er hat auch zugegeben, dass er sich in den letzten Jahren wenig Zeit für das Kind genommen hat und es bei mir leben soll.

          b) Diese Sache bereitet mir wirklich Bauchschmerzen. Bei der Entfernung ist tägl. Sehen nicht drin. Da müssen klare Regelungen mit Urlaub/Ferien/verlä. Wochenenden her, aber ich möchte auch, dass der Kontakt gut ist und hält. Gibt ja auch noch Skype/Telefon. Auf gar keinen Fall möchte ich den Vater aus dem Leben des Kindes ausschließen.

      Hallo,

      Heißt das jetzt du hast nun vor mit Sack und pack + Kind zu deinem neuen zu gehen oder hab ich da jetzt was falsch verstanden #kratz

      Kann mir nicht vorstellen das dein Mann das so einfach hinnimmt und sein Kind gehen lässt.

      • Hallo,
        doch das hast du richtig verstanden und wir haben lange darüber gesrochen. Er möchte, dass das Kind bei mir lebt.

        • Ok, aber hälst du es nicht für klüger erstmal gaaaaaanz langsam mit dem neuen eine Bindung aufzubauen, Kind erstmal außen vor zu lassen und dann vielleicht in 1-2 Jahren nochmal über ein zusammenziehen nachzudenken?

          Du hast doch kein bisschen Alltagserfahrung mit dem neuen, reißt dein Kind aus seiner gewohnten Umgebung und setzt ihr einen Ersatzpapi vor die Nase. Bei aller Verliebtheit, es ist Wahnsinn!
          Wie stellst du dir denn den zukünftigen Kontakt zum Vater vor? Und hast du die nötigen finanziellen Mittel um alle 2 Wochen die Kosten zum hin und her fahren zu übernehmen? Ist ja alles bei deinem Plan nicht ganz unwichtig.

    solltet ihr geteiltes sorgerecht haben..ist es offiziell nicht gestattet, dass du ohne weiteres mit dem kind wegziehen kannst.
    du solltest auch nicht vergessen, dass du das kind aus seinem gewohnten umfeld reißen möchtest und vom vater weg reißen.
    du solltest vielleicht erst mal in der nähe eine wohnung nehmen die trennung ordentlich regeln sowie umgang etc...
    und wenn die kleine dann die trennung verkraftet hat (sowas ist für ein kind auch nicht ohne)
    dann kannst du überlegen weiter weg oder gar zu dem neuen mann zu ziehen.
    vielleicht wäre es ja sogar sinnvoll das kind beim vater zu lassen?
    beste grüße

(12) 02.02.16 - 14:54

du ziehst morgen einige hundert Kilometer weg? obwohl du den Mann erst seit ein paar Monaten kennst?

ich glaube, dein Mann ist so entspannt, weil er denkt, du kommst eh wieder und musst dich mal eben austoben.

die Langeweile, die du jetzt mit dem Kindsvater hast, kommt beim neuen Mann vielleicht auch bald... und seine Macken und Ticks kommen auch ans Tageslicht und deine auch...

hoffentlich versprichst du dir nicht zu viel davon.

ich finde das etwas übereilt, aber jeder tickt anders.

grundsätzlich muss man ja nicht sein Leben zusammenbleiben - aber damit das Leben lieben- und lebenswert bleibt, darum müssen sich schon beide kümmern...

Was du beschreibst geht in vielen Familien ähnlich.

Es hat auch niemand gesagt es wäre leicht eine Familie zu haben, oder?

Was habt ihr denn für Schritte unternommen (also du und dein Mann) um als Paar wieder zueinander zu finden?

Was glaubst du denn wäre mit dem Neuen besser?

Wäre es plötzlich leicht eine Mutter zu sein?

(Noch dazu wenn der Vater 100km weit weg ist... )

Ich bin gespannt auf deine Antworten.

LG
Ano

  • Angefangen hat das vor vielen Monaten schon. Ich habe oft das Gesräch gesucht, um mehr gemeinsame Unternehmungen und mehr Familienleben gebeten, aber geändert hat sich leider gar nichts.
    Momentan fühle ich mich wie eine Alleinerziehende mit zwei Kindern.
    Seine Freizeit verbringt er lieber alleine und schottet sich von mir und dem Kind ab, sonst wäre ich wohl auch nicht offen für jemand neues gewesen.

    Der Neue kann sich selbst um sein Leben kümmern, also braucht niemanden, der alles für ihn organisiert etc und nimmt mich als Menschen und nicht als Putzkraft wahr.

    • Das klingt nach einer verfahrenen Situation und wenn ich so die anderen Beiträge lese dann ist ja eigentlich auch schon alles geregelt.

      Habt ihr mal eine Paartherapie gemacht?

      Der "neue" kann sich selbst um sein Leben kümmern. Konnte dein Mann das nicht als du ihn kennengelernt hast?

      Oft sind die Rollen in denen wir uns bewegen ja einer familiendynamischen Entwicklung geschuldet und, dass du dich als Putzfrau siehst heißt ja nicht das ihm klar ist was das für dich bedeutet.

      Bevor ich mich aus dem Staub machen würde würde ich noch andere Anstrengungen unternehmen.

      1. Paartherapie
      2. Schaffung von Freiräumen (z.B. durch eine Putzfrau und Babysitter)
      3. Wiederaufnahme gemeinsamer Hobbys

      Klar hast du gerade eine gute Gelegenheit den ganzen emotionalen Balast abzuwerfen aber macht es Sinn die vielen Ehe- und Familienjahre für eine gute Gelegenheit wegzuwerfen?

      Sicher kommt irgendwann der Punkt an dem es keinen Sinn mehr macht eine Beziehung fortzusetzen aber, an diesem Punkt wird man nicht mehr von Schuldgefühlen geplagt.
      (Zumindest nichtmehr wegen der Beziehung)

      Würdest du für dich sagen das du genug für eure Ehe gekämpft hast ?

      Wenn ja, dann streif die Schuldgefühle ab.

      Wenn du dich für die neue Beziehung entschieden hast dann fang die auch richtig an und schlepp nicht den alten Ballsat mit.

      LG
      Ano

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