Keine positiven Gefühle mehr

    • (1) 09.02.16 - 10:51
      taub

      Hallo!

      Irgendwie weiß ich gar nicht, wie ich anfangen soll. Es geht um meine Partnerschaft, aber irgendwie auch um mein Leben drumherum.

      Im Moment fühle ich mich einfach nur noch schlecht. Am Liebsten würde ich ins Bett gehen, mich verkriechen und zwei Wochen lang nicht mehr aufstehen. Dann müsste es vielleicht wieder gehen.
      Problem: In diesem Bett liegt mein Mann.
      Ich halte ihn im Moment einfach nicht mehr aus. Das letzte Jahr war hart. Wir haben gebaut, sind umgezogen (weg aus meiner geliebten Heimatstadt, es ging nicht anders), mein Schwiegervater ist verstorben. mein Mann hat mitten im Umzug seinen Job verloren, es gab einen Rechtsstreit deswegen (den er gewonnen hat) und dann hat er einen neuen Job angefangen. Kurz danach wurde er krank, wurde kurz vor Weihnachten operiert, hat dann eine wochenlange Reha gemacht und ist seit gestern wieder arbeiten.
      Und seit heute liegt er wieder zu Hause. Noro Virus.

      Vermutlich sind die Kinder und ich dann in zwei, drei Tagen auch wieder sterbenskrank. Dann, wenn er wieder weg ist und ich krank alleine zusehen muss, wie ich alles gewuppt bekomme.
      So wie in den letzten Wochen und Monaten auch.

      Es geht irgendwie nur noch um ihn. Seit Jahren. Eine Partnerschaft sollte doch ausgewogen sein. Mal mehr der eine, mal mehr der andere, oft beide gleich - eben jeder auf seine Weise.
      Aber für mich bleibt hier nichts mehr übrig. Seit unsere Jüngste auf der Welt ist, kann ich nicht mehr arbeiten. Ich hab es versucht, es geht nicht. Wir haben keine Großeltern hier am neuen Wohnort, gar nichts mehr. Würde ich wieder arbeiten, würde die ganze Belastung "Familie und Beruf" allein auf meinen Schultern liegen, für meinen Mann würde sich nichts ändern.
      Ich habe keinen Freundeskreis mehr, ich habe gar nichts mehr.
      Nicht mal Zeit für mich. Nicht mal Zeit, um Krankheiten auszukurieren.
      Ich war in den letzten sechs Wochen vier Mal richtig übel krank. Drei dicke Infekte mit z.T. hohem Fieber und Co, ein Mal Magen Darm.
      Wenn ich oben meinen Mann spucken und auf dem WC höre, bekomme ich fast Panik. Ich habe gegen diese Art Viren keinerlei Resistenz, trotz allerhöchster Hygiene.
      Nur mit dem Unterschied, dass er sich jetzt ins Bett packt und auskuriert. Läuft ja alles.

      Wenn ich krank werde, ist er arbeiten und gar nichts läuft hier. Kinder fertig machen, die Kleine weg bringen, Haushalt, Mittags wieder holen, kochen, Termine... alles liegt ganz allein bei mir.
      Und ich bin kein Perfektionist. Ich hab kein Problem damit, auch mal was liegen zu lassen oder den Kids ne DVD rein zu schieben, wenn ich krank bin. Aber dieser Alltag... Ich würde so gern auch einfach mal liegen bleiben dürfen, wenn es mir so schlecht geht.

      Im Moment spüre ich fast Hass auf meinen Mann, auch wenn er nichts dafür kann.
      Aber die letzten Jahre ging es IMMER nur um ihn. Besonders die letzten zwölf Monate. Das Haus, der Umzug... alles für ihn. Sein Job, sein Elternhaus (Erbe)...
      Dann der Stress mit dem alten AG. Er hat den Job selbstverschuldet verloren und den Prozess nur gewonnen, weil der alte AG sich arbeitsrechtlich total bekloppt angestellt hat und das so eben auch nicht ging.
      Ich war so wütend, so enttäuscht, hab ihm das auch gesagt, aber natürlich trotzdem hinter ihm gestanden und ihm den Arsch freigehalten. Der Tod seines Papas. Ganz schlimm natürlich und wieder habe ich alles für ihn getan, um ihn zu entlasten, Raum zu geben, hab viel von dem ganzen Behördentheater erledigt, was da dran hängt usw.
      Neuer Job, volle Unterstützung natürlich.
      Krankheit, OP, Reha... kann er nichts für und natürlich hab ich alles getan, damit er sich darauf konzentrieren konnte. Er braucht ja über nix nachzudenken. Krankenhaus, Reha... kein Problem. Ich bin ja hier. Es läuft alles weiter, ohne Probleme.

      Zum ersten Mal habe ich letzte Woche gedacht, dass es - vom finanziellen abgesehen- keine Rolle spielt, ob er da ist oder nicht. Es läuft. Immer. Weil ich laufe.
      Wenn ich nicht mehr laufe, läuft es auch nicht.
      Ich könnte nie "einfach" ins Krankenhaus, ne Reha machen oder sonst was. Das ginge nur mit riiiiesigem Stress. Haushaltshilfe, Megaorganisation und alle fünf Minuten würde ich wegen irgendwas behelligt werden.
      Und ich bin keine von den Gluckies, die ihren Männern nichts zutrauen und keine Arbeit aus der Hand geben und sich für unersetzlich halten. Im Gegenteil.

      Doch in den letzten ein, zwei Jahren - besonders durch den Umzug - ist diese Situation genau so gekommen, wie ich es nie wollte.

      Als ich heute Nacht mitbekommen habe, wie mein Mann nach nur einem Tag Arbeit nach drei Monaten Krankschreibung wieder krank wurde, wäre ich am Liebsten einfach gegangen.
      Und dabei kann er ja überhaupt nichts dafür.
      Aber ich wäre am Liebsten sofort gegangen. Ich will ihn nicht mehr hier haben, krank, leidend, und wenn ich etwas habe, dann bekomme ich nur mitleidige Blicke und "was soll ich denn machen?" wenn ich Hilfe einfordere.

      Letzte Woche war ich zum ersten Mal seit zwei Jahren selbst beim Arzt, weil ich mich sehr schlecht gefühlt habe. Ergebnis: Herzrhythmusstörungen, akutes Erschöpfungssyndrom, der nächste Infekt in den Knochen... Ich bräuchte laut Arzt dringend eine Pause, Ruhe, Ruhe, Ruhe. Ein LZ EKG ist angeordnet, weil nicht ausgeschlossen kann, dass es doch noch ernster ist, als gedacht.
      Nix Ruhe.
      Mein Mann hat mich selbst zum Arzt geschickt. Aber Entlastung... "Was soll ich denn machen?" "Ich muss doch... zur Arbeit... zur Nachsorge... zur Krankengymnastik..."
      Während der Rehazeit hat er noch richtig auftanken können. Er war mit Freunden essen, beim Eishockey, Shoppen, beim Fußball, hat sich mit leuten getroffen...
      Ich hab seit Monaten nichts Schönes mehr erlebt, außer einem Kinobesuch mit meinem Schwager an Neujahr, weil wir beide das gleiche Genre mögen.
      Ich kann nicht mehr lachen.
      Es geht immer nur um meinen Mann. Sein Job, sein Haus, seine Krankheiten, seine Probleme...
      Auch ich habe Probleme, habe Sorgen, habe Dinge, die mich traurig machen und belasten.
      Aber dafür ist kein Ohr. Auch ich werde immer kränker. Aber da muss ich eben durch.

      Würde ich meine Kinder nicht so sehr lieben und sie nach dem schwierigen Umzug und der Eingewöhnung an den neuen Ort nicht erneut entwurzeln wollen - ich würde einfach mit ihnen gehen.
      Einfach so.
      Ohne eine Idee wohin, hauptsache weg.
      Weit weg.

      Dabei liebe ich meinen Mann. Im Herzen tue ich das. Er ist ein guter Mann, ein toller Papa, loyal, treu, ehrlich, lieb...
      Aber ich kann das alles nicht mehr spüren. Im Moment wäre ich ihn am Liebsten los.
      Weil ich immer denke, er ist nur noch eine weitere Belastung in meinem Leben. Das ist so unfair, ich weiß.
      Aber so fühle ich es.
      Ich mag auch schon lange nicht mehr wirklich mit ihm schlafen. Dabei ist der Sex schön.
      Aber ich bin so kaputt, so ausgebrannt, so leer innerlich... das ich sein "Anliegen" für Sex nur noch als weiteres Bedürfnis einer weiteren Person sehe, dass ich befriedigen muss.

      Ich schreibe und schreibe und habe beim schreiben angefangen zu weinen. Ich will eigentlich gar nicht weg. Wir bauen uns hier was Schönes auf, wir könnten eine tolle, unspektakuläre Familie sein. Ganz normal. Nicht reich, sehr bescheiden, aber auch nicht arm. Mit Häuschen, Garten, Katze und in zwei, drei Jahren hoffentlich auch endlich wieder ner Jobperspektive für mich, wenn die Jüngste aus dem Gröbsten raus ist und es auch ohne "Netzwerk" geht.

      Ich habe meinem Mann das übrigens auch alles so gesagt. Vor zwei Wochen erst. Ich habe geheult und getobt. Gesagt, wie es mir geht. Das ich nicht mehr weiter kann, dass es mir schlecht geht, dass ich es satt habe, dass es nur noch um ihn geht und er ganz selbstverständlich mit vollen Händen von mir nimmt und nimmt und nimmt aber NIE was zurück kommt. Nicht mal ein Blümchen, ein nett gesagtes Dankeschön oder eine stumme Tat, die mir zeigt, dass alles, was ich für ihn und diese Familie mache nicht ungesehen bleibt.
      Er hatte dazu nichts zu sagen.
      Außer das übliche "was soll ich denn machen?"

      Ich höre jetzt auf, sonst nimmt das ja nie ein Ende.

      Danke fürs Lesen.
      Ich wäre so gern jetzt ne Runde spazieren gegangen, aber es schüttet mal wieder wie aus Kübeln. Seit Wochen. Ich würde so gern mal wieder die Sonne sehen. Ich würde so gern mal wieder lachen. Irgendwas spüren. Irgendwas...

      Entschuldigt diesen endlosen Sermon.

      Schönen Restkarneval allen Jecken.

      Hallo,

      eine wirklich blöde und verzwickte Situation. Erst dachte ich (überspitzt geschrieben): „Mensch, dann heul nicht rum, sondern sag ihm das auch!“ Aber das hast du ja und es tut sich nichts…

      Wie alt sind denn deine Kinder? Gehen sie zur Krippe, Tagesmutter, Kindergarten, Schule?

      Ist natürlich blöd, wenn keine Verwandtschaft in der Nähe ist, die habe ich jedoch auch nicht. Meine Kleine geht jedoch jeden Tag zur Tagesmutter, so dass ich in Ruhe arbeiten gehen kann.

      Freundinnen von mir sind Vollzeitmamas mit ihren 2 bzw. 3 Kindern und die gehen auch für ein paar Stunden in der Woche in den Kindergarten/die Krippe. Dann haben sie Zeit für den Haushalt und auch für sich.

      Zu deinem Mann: Ich kenne leider auch ein paar Männer, die richtige Anweisungen brauchen. D.h. ein „Du siehst doch, dass die Spülmaschine voll ist, dann räum sie auch aus“ hilft nichts. Die brauchen ein „Bitte räum heute die Spülmaschine aus“.

      Vielleicht gehört dein Mann zu dieser Sorte? Vielleicht musst du ihm auf seine Frage „Ja, was soll ich denn machen“ antworten mit „Das und das und das und das!“

      Du musst ja auch mal an dich denken und so wie du schreibst, scheint es dir nicht gut zu gehen. Vielleicht hast du schon mit Depressionen zu kämpfen bzw. hast depressive Verstimmungen. Es ist höchste Eisenbahn auch mal was für dich zu tun.

      Dein Mann ist erwachsen und kann seine Termine auch alleine regeln. Oft opfern sich die Frauen nur leider zu sehr (freiwillig, denn oft wird man gar nicht darum gebeten) auf.

      (6) 09.02.16 - 11:43

      Oje du Arme, das hört sich schlimm an :-( Klar, dein Mann kann nix dafür, aber im Endeffekt bleibt alles an dir hängen- dazu noch der Wohnortswechsel...Ich versteh dich!!

      Ich finde es schon mal sehr gut, dass du deinem Mann das so deutlich gesagt hast. auch wenn er grade nichts ändern kann.

      So geht es jedenfalls nicht weiter. Dein Körper zeigt dir gerade schon die gelbe Karte. Wenn du jetzt nichts für dich tust klappst du zusammen.

      Ich denke dir würde einfach schon die Aussicht auf etwas schönes helfen. Zum Beispiel ein Wellness WE? Dein Mann ist nicht ewig krank. Plane zum Beispiel in 6 Wochen (genügend Vorlaufzeit) ein verlängertes WE nur für dich ein- fahr dann auch weg- am besten mit einer Freundin. Über Daily Deal gibt's oft gute Angebote.

      Ansonsten musst du das strategisch angehen- du bist Mutter, somit ein As im Organisieren- plane deine Auszeiten und mache deinem Mann ganz deutlich dass du sonst auf längere Zeit ausfällt. Klar, aktuell ist er krank, aber für die Zukunft. Gönnt euch einen Babysitter- alle 2 Wochen sollte das machbar sein.

      Melde dich in einem Verein an und gib deinem Mann 1x die Woche die Kinder

      Schicke deinen Mann und die Kinder am Samstag mal alleine zum einkaufen.

      Bau dir einfach kleine "Auszeiten" ein. Dann wirst du deinen Mann auch wieder mehr lieben können. Dein Mann ist nicht ewig krank, halte dir das vor Augen und plane.

      Du schaffst das, fühl dich gedrückt #liebdrueck

      Luna

      PS: ich würde auch nochmal mehr Aufmerksamkeiten von meinem Mann einfordern- du bist schließlich keine Maschine und brauchst Bestätigung.

      • PS: Ich hatte noch die Putzfrau vergessen :-) Gönn dir eine Putzfrau!

        Ansonsten schließe ich mich meiner Vorrednerin noch an: Nur weil der Mann arbeiten geht, heißt das nicht ,dass er nicht auch Abends mal im Haushalt anpacken kann- gib Ihm klare Anweisungen...

        Alles Gute Dir und halte uns auf dem Laufenden#liebdrueck

    (8) 09.02.16 - 11:49
    Kursänderung

    hallo,

    setzt euch zusammen und plant, wann du eine Mutter-Kind-Kur machen kannst. Dein Arzt wird dir die gerne verschreiben.
    Dir Organisation schaffst du ziemlich schnell, wenn du einmal die Entscheidung getroffen hast.

    Und wenn du das Gefühl hast, dass das, was du sagst, bei ihm einfach so gar nicht ankommt - dann würde ich zwei bis drei Paarsitzungen machen. Einfach um den Kurs zu korrigieren. Eure Basis scheint ein so guter Nährboden zu sein. Was ihr bis jetzt überstanden habt, ist mega! Das müssen manche Paare in ihrem ganzen Leben überwinden. Dein Mann kann kämpfen - und das muss er nun zum ersten Mal in eurer Beziehung... aber da war es bis jetzt noch nicht so existentiell wie im Job, weil du es immer wieder aufgefangen hast (verständlich).

    alles Glück für euch!

    Hallo,

    ok - Du bist fertig. Das definitiv. #liebdrueck

    In weitern teuilen kann ich Dich sehr gut verstehen. Müde, ausgebrannt; zu erschöpft, um noch was zu empfinden ausser dieser Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit.
    Hausbau, Arbeitslosigkeit, keine Familie zum Helfen vor Ort....hatte ich auch alles.

    Ich möchte den Blick auf Dich richten und nicht darauf, was Dein Mann alles nicht macht.
    Bereitwillig hast Du alle Verantwortung auf Dich genommen. In der allerbesten Absicht versuchst Du jeden und besonders auch Deinen Mann zu unterstützen und zu entlasten. Du stellst ihn immer vor Deine eigenen Bedürfnisse.
    Und dabei hast Du Dich selber verloren - in dem (typischen Frauen-)Dilemma, dass ohne Dich nichts geht. (Und Di Deinen Mann für unfähig hältst(?), weil Du eben immer alles machst und er eben weiß, dass Du das sowieso machst)

    Doch - es geht auch, wenn Du Dir Freiräume schaffst. Dein Mann kann Dich unterstützen und ich denke, dass er es tun wird, wenn er weiß wie.

    Besprecht miteinander eure Situation. Wie es euch geht. Was könnt ihr zu Deiner / eurer beider Entlastung organisieren? Kindergarten, Babysitter, eine Kur für Dich...etc.

    Es wird besser werden, wenn ihr gemeinsam daran arbeitet. Eine Familie besteht nicht nur aus einer Person, die alles macht und sich um alles kümmert.

    Ich musste meine inner Einstellung zu mir, meinem Bedürfnissen und meiner Familie verändern. Ich liebe meine Familie über alles. ABER: ich werde mich nicht für sie opfern.

    Und das scheinst Du gemacht zu haben die letzten Jahre?

    Liebe Grüße und alles Gute
    hundkatze.maus

    Einerseits finde ich, dass es sich mitleidslos anhört, wenn du schreibst, dass es nur immer um deinen Mann geht im letzten Jahr. Er hatte immerhin den Tod seines Vaters zu schultern - eines der traumatischsten Ereignisse im leben eines Menschen. Dann ist er im gleichen Jahr auch noch arbeitslos geworden, und außerdem so krank, dass er operiert werden musste. Dann musste er eine neue Arbeitsstelle antreten, was auch mit Stress verbunden ist. Das alles mitten in einem Umzug - und jetzt der Norovirus.

    Dein Mann hat ein entsetzliches Jahr hinter sich und du jammerst, dass er im Mittelpunkt steht?

    Andererseits ist er genauso mitleidslos mit dir, da er alles auf dich ablädt und "nicht weiß", wie er dir helfen kann. Er macht es sich sehr einfach.

    An deiner Stelle würde ich arbeiten gehen - genau so, wie du es geplant hast. Ihr nehmt euch eine Putzfrau und organisiert die Ausweitung der Betreuung eurer Kleinen, die ja schon sowieso in den KiGA zu gehen scheint.

    Außerdem solltet ihr euch zusammensetzen und besprechen, wie ihr trotz Alltag wieder Liebe und Mitgefühl in euer Leben bringen könnt. Momentan ist jeder von euch nur erledigt und überfordert. Dein Mann aufgrund von Schicksalsschlägen, du aufgrund seines Egoismus. Den er zeigt, da er alleine ausgeht und Hobbies hat, und dir keine Erholung zubilligt. Ihr müsst gemeinsam, nicht jeder für sich kämpfen.

    • Hallöchen,

      ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Dein Mann hat ein soooo schreckliches Jahr hinter sich und Du jammerst, dass alles an Dir hängen bleibt und Du das nicht mehr schaffst.

      Ich denke, dass es im Leben und besonders in einer Partnerschaft solche und solche Jahre gibt. Und dann muss der andere mal zurück stecken und nur für den anderen da sein. Und kann nicht noch Unterstützung erwarten. Die sollte man erst erwarten, wenn alles wieder ok ist und das Leben halbwegs normal verläuft. Das er nun den Noro hat, ist wirklich blöd, aber lässt sich nicht ändern. Wenn er den überwunden hat und wieder 1-2 Wochen gearbeitet und auf der Arbeit wieder drin ist, dann kannst Du auch mal Hilfe und Unterstützung erwarten.

      Toll, dass Ihr solche Krisen gemeistert habt. Diese bringen einen eigentlich noch mehr zusammen.

      Alles Liebe Dir!

Hallo!

Wie du schon selber gut erkannt hast: Dein Mann kann nix für seine Krankheit, seine Operation, den Tod seines Vaters...

Dass das gerade viel für dich ist, ist klar.. sei halt wütend und dabei neidisch auf die Ruhe, die er hat, aber lass es nicht an ihm aus.

Er hat gerade einen neuen Job angefangen, kann also nicht direkt wieder Urlaub nehmen. Du sagst, er fragt immer nur "Was soll ich denn machen?". Ja, was soll er denn machen?

Sprich in Ruhe mit ihm und frag, ob er sich sobald es möglich ist, Urlaub nehmen kann, damit er die Kinder hüten und du mal alleine wegfahren kannst.

Und - sorry, falls das jetzt mies klingt - aber, du hast sicher alle Sachen immer gerne gemacht, ihm den Rücken frei gehalten, dich um die Kinder gekümmert usw. Nur, weil es dir jetzt schlecht geht, darfst du ihm nicht vorwerfen, dass du das alles immer machst. Jeder muss doch für sich selbst bestimmen, was er tut und für wen er was tut.

Scheinbar hapert es an der richtigen Kommunikationsebene bei euch. Daran solltet ihr und solltest du arbeiten. Und bitte, bitte hör auf, wegen der falschen Sachen wütend auf deinen Mann zu sein.

Hi
da geht es Dir wie vielen Müttern. Wärst Du die vollzeit arbeitende Ehefrau und er der Hausmann, würde er darüber meckern. Das bringen die Lebensmodelle eben mit sich. Der Mann trägt die finanzielle Verantwortung und die Frau die zu Hause bzw. hält dem Mann den Rücken für den Job frei. Das wird aber besser, wenn die Kinder größer sind. So lange ist es aber nicht zu ändern, weil der Mann arbeiten muss.

Du solltest Dir erstmal Gedanken um eine Mutter-Kind Kur machen und sie auch machen. Lass Dich mal von der Krankenkasse beraten.

Weiter müsst ihr Lösungen finden. Du solltest Dich fragen wie Dein Mann Dir helfen kann. Natürlich ist es schöner wenn der Partner alles von alleine sieht aber wenn nicht sagt man es ihm eben. Auf der anderen Seite musst Du aber auch bereit sein zu akzeptieren, wenn er Dinge anders macht. Warum war Dein Mann immer weg und Du nicht? Warum forderst Du Dir Deine Freie Zeit nicht ein? Warum ist es so schlimm eine Haushaltshilfe zu holen, wenn Du so krank bist, dass Du Dich im nichts kümmern kannst. Wie wäre es mit einer Putzfrauen? Sind alle Kinder immer zu Hause? Wie wäre es hin und wieder mit einem Babysitter? Bei uns gibt es auch Zentren wo man Kleinkinder zum Spielen abgeben kann und mal 3 Stunden in der Woche für dich hat. Wir nehmen uns auch unter den Müttern mal die Kinder und Arbeit bzw. Fahrerei ab.

Ihr hattet ne schlimme Zeit. Viel kam auf einmal. Dein Mann kann da nichts für und Du auch nicht. Deine Gefühle sind legitim und nachvollziehbar aber Deine Situation ist nicht ausweglos. Arbeitet wirklich zusammen an Lösungen.

LG

Hallo,

was ich nicht verstehe, wieso nimmt er mit vollen Händen von dir??

Dass sein Paps gestorben ist und er nun leider eine OP hatte mit Reha, dafür kann er nichts. Und der Noro-Virus fällt einen aus dem Nichts an, da habe ich einschlägige Erfahrungen.

Er trägt die finanzielle Last eurer Familie, muss jeden Tag arbeiten gehen. Leider schreibst du nicht, wie lange er jeden Tag außer Haus ist. Was soll er denn deiner Meinung nach tun? Seinen Job hinschmeißen, um dich zu umsorgen?
Schon als ihr euch für den Umzug und das zweite Kind entschieden habt, müsst ihr doch eine Ahnung davon gehabt haben, dass es ohne Familie in der Nähe schwierig werden wird in Bezug auf Entlastung. Das ist nun mal das Los desjenigen, der keiner Erwerbsarbeit nachgeht. Zu Hause alles am Laufen zu halten. Und sorry, wenn du krank bist, kann dein Mann nicht mal ebenso zum Chef sagen, dass er jetzt mal 5 Tage nicht kommt, weil seine Frau sonst durchdreht. Zumindest bei uns in der Firma geht das nicht. Höchstens kurzfristig Urlaub wäre drin, wenn keine betrieblichen Dinge dagegenstehen.
Ich an deiner Stelle würde mir eher darüber Sorgen machen, dass dein Mann seinen 2. Job behält, nachdem er nun in kürzester Zeit in der Probezeit zwei mal krank war.

Ich denke, du bist gerade megaunzufrieden mit deiner Gesamtsituation.
In der letzten Zeit sind alles unschöne Dinge angefallen, die mit deinem Mann zusammenhängen. Für die er aber - außer das mit dem Jobverlust - nichts kann. Du fühlst dich wie der Hamster im Rad, der alles am Laufen hält, während dein Mann in deinen Augen nur genommen hat. Klar, ist das irgendwann mal der Kanal voll.
Aber was würde es denn ändern, wenn du mit den Kindern weggehen würdest? (nebenbei geht das nicht so einfach, weil dein Mann auch noch ein Wörtchen in Bezug auf den Aufenthaltsort der Kinder mitzusprechen hätte). Du wärst allein und müsstest weiter alles allein wuppen.
Hoffnung macht mir, dass du eigentlich nett über deinen Mann schreibst und ihn offensichtlich auch noch liebst. Dein Mann ist doch bestimmt an den Wochenenden zu Hause, wo ihr auch einmal etwas nettes machen könnt. Natürlich mit den Kindern, wenn es nicht anders geht. Oder dein Mann steht an einem Tag einmal früh auf, damit du ausschlafen kannst und richtet das Frühstück nett, damit es ein gemütliches Familienfrühstück wird... Oder ihr kocht zusammen, schon das Gemeinsame stärkt doch... Oder dein Mann nimmt an einem Wochenendtag am Nachmittag die Kinder, damit du etwas für dich machen kannst. Und wenn es nur ein Spaziergang/Walking/Joggen an der frischen Luft ist. Ganz allein - einfach seinen Gedanken nachhängen. Oder ein Kaffee mit einer Freundin/Bekannten...

Schmeiß das alles nicht so ohne weiteres weg.

LG

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