innerer Zwiespalt

    • (1) 10.02.16 - 16:40

      Hallo meine Lieben,

      ich versuche es kurz zu fassen.
      Mein Verlobter und ich haben seit Monaten keinen regelmäßigen GV mehr und stecken meiner Meinung nach in einer Krise - er sieht das leider nicht so.
      Ich kämpfe seit Jahren mit einer Essstörung und daher schwankt mein Gewicht in stressigen Zeiten leider extrem. Da leidet mein Selbstwertgefühl leider sehr darunter - ich finde mich nicht mehr attraktiv und denke er sieht das auch so. Immer wenn ich ihn darauf anspreche, ob er mich noch attraktiv findet, bejaht er es.
      Er geht aber auch seit Monaten auf Abstand - bedeutet kaum noch Zärtlichkeiten und höchsten 2-3 x im Monat GV. Das war früher anders - da konnte er förmlich nicht die Finger von mir lassen.
      Mein Gefühl sagt mir, dass es da einen Zusammenhang gibt - er streitet es wieder ab.
      Ich habe ihm schon des öfteren gesagt, dass ich gerne wieder mehr begehrt werden würde von ihm - keine Reaktionen darauf.
      Ich traue mich gar nicht mehr ihm irgendwie näher zu kommen, da ich der Meinung bin, dass er auf mich zugehen würde, wenn er Lust hat, so wie früher.
      Immer wenn ich dann so sehr verzweifelt bin und mich nach seiner Nähe sehne, werde ich zickig und abweisend.

      Dann versucht er wieder einen Schritt auf mich zuzugehen, weil er merkt, dass ich komisch drauf bin und ich gehe zwei zurück. Wenn ich mich dann wieder einkriege nach ein paar Stunden, sind wir uns wieder 1-2 Tage näher und dann fängt das Spielchen wieder von vorne an.
      Ein ewiger Teufelskreis aus dem ich mir momentan nicht mehr zu helfen weiß.

      Hat jemand von euch auch schon einmal so ein (ähnliches) Problem gehabt? Was habt ihr unternommen? Habt ihr Tipps für mich?

      Bin für jede Antwort dankbar #herzlich

      • Hallo,

        Gut ist, dass du das Problem sehr gut schildern kannst. Die unterschiedliche Wahrnehmung der Situation im Bezug darauf ob ihr eine Krise habt oder nicht könnte daher kommen, das sich sehr viel der Krise bei dir abspielt. Du schreibst ja selber, dass du dein negatives Selbstbild auf ihn projezierst (ich finde mich unattraktiv und denke er sieht das auch so). Es könnte schon sein, dass er meint was er sagt.

        In jeder Beziehung geht es am Anfang wilder zu als später. Das ist ganz normal und hat auch nicht zwangsläufig damit zu tun ob dein Partner dich noch attraktiv findet. Ich glaube kaum, dass sich dein Problem mit dem Selbstwert dadurch lösen lässt, dass dein Partner diesen durch besondere Aufmerksamkeit oder mehr begehren kompensieren kann. Vermutlich würdest du dich an ein Niveau gewöhnen und das Spiel ginge wieder von vorne los.

        Ich stelle es mir schwer vor, wenn du deinen Wunsch nach Nähe durch Zickigkeit zeigst. Viel weniger neurotisch wäre es doch diesen einfach zu verbalisieren. Aber das kannst du nicht und lässt deinen Partner darunter leiden. Nicht schön.

        Mir scheint es so, als ob dein Partner entweder eine sehr gelassene Einstellung hat oder sich einfach an diesen Teufelskreis den du schilderst gewöhnt ist. So oder so, es liegt an dir dir Situation zu ändern da dein Partner echt nichts dafür kann was in dir für ein Film abgeht.

        Das weitere Gute ist, dass es in deiner Hand und auch Macht liegt etwas zu ändern. Eine Essstörung ist häufig auch ein Ausdruck des seelischen Leides in dem die/der Betroffene steckt. Diese Symptomatik, zusammen mit den anderen Dingen die du schilderst, sollten dir Anlass genug sein deine Probleme nun in die Hand zu nehmen und Lösungen zu suchen. Wie? Ich vermute im professionelle Hilfe wirst du nicht herum kommen. Alles Gute

        • @Katrin2303
          Du hast ein ganz vorzügliches Posting abgesetzt. à la bonne heure. Der TE wünsche ich, dass sie Ihre Problematik mit einem sehr guten Therapeuten analysiert und final beheben kann. Viel Erfolg in Koppelung mit sehr viel Geduld !!!

          Danke für deine Antwort.
          Ich werde nicht zickig, weil ich sonst nichts besseres zu tun habe, sondern weil ich ihm 10 mal sagen kann, dass wir reden müssen und ich unglücklich bin und ihn das nicht interessiert.
          Meine Essstörung ist eine andere Baustelle und diese habe ich mittlerweile schon besser im Griff. Dennoch gibt es kein Heilmittel dafür und es braucht einfach leider sehr viel Zeit, bis ich dort angekommen bin wohin ich will.

          Es geht mir nicht nur um den Sex. Ich will seine Nähe spüren. Momentan habe ich einfach nur das Gefühl wir sind beste Freunde mit Vorzügen - die Luft ist raus...
          Ich will ja mit ihm reden und daran arbeiten. Ich will nicht aufgeben, dafür liebe ich ihn zu sehr.
          Nur hat er nicht viel Gesprächsbedarf - er ist eher der Typ, der es in sich reinfrisst, wenn es Probleme gibt.

          • Hallo vrenal,

            irgendwie habe ich schon so eine Reaktion auf meine Antwort vermutet. Aber da du mir geantwortet hast, tu ich dies auch. Gut, dass du deine Essstörung schon besser im Griff hast und das trotz extremer Gewichtsschwankungen von denen du berichtetst. Übrigens glaube ich nicht, dass man eine Essstörung und deren Ursachen einfach so isolieren kann und sagen kann das deren Ursachen keinen Einfluss auf den Rest des Lebens nehmen. Das Heilmittel, wie du es so schön nennst, liegt in dir. Klar sowas braucht Zeit, manchmal reicht sogar ein ganzes Leben nicht um zu Heilen.

            Natürlich bist du nicht zickig weil du sonst nichts zu tun hast, allerdings gibt es ja auch verschiedene Wege auf eine Situation zu reagieren und die wählst halt diese. Scheint nicht besonders erfolgreich zu sein, deshalb wäre es ja einen Versuch wert eine andere Strategie auszuprobieren.

            Es gibt doch diesen blöden Spruch der besagt, dass man nicht glauben soll dass sich was ändert wen man so weiter macht wie bisher. Dein Freund ist nicht an deiner Strategie mit dem Zickigsein schuld, das wählst du jedes Mal selber aus.

            Die meisten Männer werden übrigens so sozialisiert, dass sie Probleme eher nicht thematisieren und lieber in sich reinfressen. Ich denke davon können die meisten Frauen ein Liedchen singen. Daran, dass die Luft raus ist, seid ihr ja beide beteiligt. Allerdings stelle ich es mir sehr schwer vor zärtliche Gefühle aufzubauen, den Partner zu hofieren etc. wenn es oft "gezicke" gibt. Was erwartest du denn? Er soll sich bitteschön ändern und alles wird gut. So läuft das nicht, leider.

            • Hallo Katrin,

              an einer Beziehung sind immer zwei beteiligt - also ist für mich ganz klar, dass nicht nur er sich ändern muss sondern ich auch.

              Es gibt Krankheiten, die man in den Griff bekommen kann aber nie so wirklich heilen kann - darunter fallen auch Essstörungen, da die Gefahr des Rückfalls sehr hoch sind.
              Die Einschätzung, dass ich es im Griff habe, habe ich nicht erfunden sondern das ist die Meinung von Fachärzten, die mich seit Jahren betreuen.
              Mir ist klar, dass ich es nicht isolieren kann von anderen Dingen und habe auch erwähnt, dass diese Essstörung auch ganz viel bei mir verändert hat (z.B. Selbstwertgefühl).
              Es kommt mir momentan alles einfach nur wie ein Teufelskreis vor und ich weiß nicht wie ich ausbrechen kann.
              Ich arbeite hart an mir, versuche meine Stimmungsschwankungen in den Griff zu bekommen,etc. Ich versuche an mich zu glauben und wieder positiver von mir zu denken, da sich in letzter Zeit sehr viele deprssiven Phasen breit gemacht haben.
              Aber ich möchte genau aus einem Grund mit ihm reden.. Ich weiß einige Dinge, die ihn an mir stören, doch vielleicht gibt es Kleinigkeiten, die ihn zur Weißglut bringen und er sich deswegen distanziert von mir. Und genau das will ich wissen, denn ich bin bereit noch mehr an mir zu arbeiten, damit diese Beziehung wieder wird, was sie einmal war.

              Ich hatte zumindest ein Erfolgserlebnis dieses Wochenende. Wir sind zusammen mit Freunden etwas trinken gegangen und er hat gemerkt, dass ich keine gute Laune hatte, kam zu mir, nahm mich in den Arm und wollte mich aufmuntern. Ich war ein wenig angesäuert, weil er meiner Meinung nach schon etwas zu viel getrunken hatte. Ich habe ihm dann ganz ruhig und gelassen erklärt, was mich stört (ohne zu zicken ;-) ).
              Er reagierte verständnissvoll, wir haben dann zusammen getrunken, hatte sehr viel Spaß mit unseren Freunden aber hat mich nicht aus den Augen gelassen und kam immer wieder zu mir, küsst mich, umarmte mich,etc. Seine Zuneigung tat wirklich gut und hat mich unendlich gefreut.
              In Anbetracht der Tatsache, dass wir alle gut angetrunken waren, hat mein guter Freund an unserer Haustüre zu ihm gesagt, dass ich ihm sehr viel erzählt habe, wie es bei uns so läuft momentan und sagte zu meinem Freund, dass er froh sein soll, dass er so eine wunderschöne Frau hat, die ihr letztes Hemd geben würde.
              Heute Stand ein Strauß Blumen auf dem Frühstückstisch und ein Zettel "Für die beste Frau der Welt. Ich liebe Dich!"

              Ich glaube es geht wieder bergauf :-)

      (7) 10.02.16 - 21:59

      Hallo Vrenal,

      ein mir sehr bekanntes Problem.

      Essstörung bedeutet meistens auch geringes Selbstwertgefühl. Man findet sich toll, wenn man dünn ist, findet sich zum Kotzen, wenn man zuviel ißt und zunimmt.

      Zudem ist man häufig abhängig von Selbstbestätigung von außen, insbesondere vom Partner.

      Ist man in einer Tiefphase...fühlt man sich häßlich und nicht liebenswert...projiziert man das auf den Partner, die Angst vor Ablehnung und Zurückweisung ist allgemein groß, aber in der Tiefphase dauerpräsent.

      Man geht selbst nicht aktiv auf den PArtner zu, sondern wartet, bis er ankommt..aus Angst vor Zurückweisung...das macht auch nicht Leidenschaft aus. ...somit kühlt das sexleben evtl ab..wenn man sich schon selber nicht mehr fühlt, wie das sexhungrige Vamp......

      Der Selbstwert steht und fällt mit zuviel oder zuwenig essen..scheinbar.

      Aber in Wirklichkeit sind es Konflikte des Allltags ..das Körpergefühl ist fehlgeleitet über das Essen.

      Eine Therapie kann helfen, daß zu lindern.

      Vor allem, gnädiger mit sich selbst zu werden.

      Liebe Grüße

      • Hallo Nazissmus123,

        dein letzter Satz "Vor allem. gnädiger mit sich selbst zu werden." gibt mir gerade sehr zu denken.
        Das muss ich wirklich noch lernen. Ich ertappe mich immer mal wieder, dass ich mir nur vor Augen halte, was ich NICHT geschafft habe. Ich bin irgendwie grundlegend nicht der positiv denkende Mensch.
        ABER ich arbeite daran. Ich schreibe mir jeden Abend 10 Dinge auf, die ich heute besonders gut gemacht habe oder auf was ich stolz sein kann.
        Das hilft mir irgendwie meine Sichtweise zu ändern.

        • (9) 11.02.16 - 22:13

          Ohje wie peinlich..hab erst vorhin gesehen,daß ich ein R bei Narzissmus vergessen habe....#rofl

          Ja,das mit dem gnädig sein hat was.

          Man beutet sich selber aus ...gnadenlos.

    Ich habe zwar keine Essstörung, aber zumindest denke ich, dir vielleicht ein bisschen helfen zu können.

    Ich habe während meiner Beziehung / Ehe ca. 15 kg zugenommen (und ich bin nicht besonders groß). Einige Zeit hatte ich stärkere Probleme damit, fühlte mich nicht mehr attracktiv und begehrenswert, obwohl mein Mann mir selbiges immer wieder versicherte. Viel schlimmer als eine Gewichtszunahme ist, dass wir Frauen dann nicht mehr selbstbewusst sind, uns nicht mehr gehen lassen können und aufgrund unserer eigenen Unzufriedenheit gegenüber dem Partner abweisend verhalten. Er jedoch soll uns bitte am besten dauernd sagen, wie toll er uns findet und dass er uns liebt. Das funktioniert nicht.

    Du musst dir bewusst werden, dass dein Frend an dir nicht deinen Körper liebt, sondern den aufgeschlossenen, freundlichen, lachenden, fröhlichen Menschen. Er liebt die Frau, die nicht jeden Tag in Selbstzwefel versinkt, die selbstbewusst durchs Leben geht und auch gerne im Bett mal den Ton angibt. Er liebt das, was du bist und nicht das, wonach du aussiehst. Er merkt, dass du dich auch mit mehr oder weniger Gewicht nicht "gehen lässt", sondern dass du dich immer für ihn herrichtest und hübsch machst. Wenn du das ausstrahlst, dann wird er dich immer wunderschön finden, egal mit welcher Zahl auf der Waage.

    Sei dir seiner Liebe gewiss und zweifle nicht jeden Tag an dir und an euch.

    >> Immer wenn ich dann so sehr verzweifelt bin und mich nach seiner Nähe sehne, werde ich zickig und abweisend. <<

    Dann KANN er dir keine Nähe geben. Wenn du abweisend zu ihm bist, kannst du keine Nähe von ihm erwarten.

    • Hallo rosahimmel.

      ich bin nicht grundlegend abweisend zu ihm. Ich versuche seit Tagen auf ihn zuzugehen, versuche mit ihm in Ruhe zu reden. Er ist komplett verschlossen.

      Und dann platzt mir der Kragen wegen einer anderen Kleinigkeit, z.B. weil er sich nicht an eine Absprache gehalten hat. Dann zicken wir uns gegenseitig wieder ein paar Minuten an. Er verlässt den Raum, schaut 10min fern, kommt dann wieder auf mich zu und tut als wäre nichts gewesen. Das kann ich nicht. Ich brauche eine Versöhnung, damit sich die Sache für mich erledigt hat, dann weiß ich, dass das Thema nicht immer noch im Raum steht.

      Das weiß er auch. Er tut als wäre aber nichts gewesen, nimmt mich dann in den Arm und sagt, dass er mich liebt.

      Und erst dann bin ich abweisend, weil ich ihm versuche klar zu machen, dass man einen Menschen nicht fertig machen kann und ihm alles an den Kopf wirft, was einem gerade einfällt und die Welt nach 10min wieder in Ordnung ist. So läuft das Leben einfach nicht.
      Dann wird ihm das klar, wir versöhnen uns und er geht wieder auf Abstand.

(12) 11.02.16 - 09:49

hallo,

eine Essstörung hast du als Lösung für ein anderes Problem entwickelt. Welches Problem das ist, müsstest du herausfinden. Manchmal hat es damit zu tun, Kontrolle zu bekommen oder Familienspannungen (die manchmal eher subtil sind) auszugleichen, indem die Aufmerksamkeit auf das sogenannte "Problemkind" gelenkt wird - obwohl das Problem wo anders liegt.
Vermutlich bist du sehr sensibel und bist durch deine Familie hochsensibilisiert für unterschiedliche Formen von Spannung, Zuneigung und Ablehnung. Jetzt wendest du möglicherweise ähnliche Verhaltensweisen bei deinem Freund an und reagierst schnell verunsichert, wenn du die Liebe und Zuneigung nicht direkt und unmittelbar bekommst. Daraus entwickelt sich dann dieses Ping Pong Spiel, wie du es beschrieben hast.

Wenn du dich traust, würde ich dir eine Therapie empfehlen, in welcher du neue Blickwinkel und Verhaltensmöglichkeiten mitbekommst, weil du eine umfassendere Lösung dir mit Hilfe erarbeitest. Ich fände das besser als jetzt ausschließlich auf das Symptom sich zu fokussieren, da die Wurzel irgendwo anders liegt. Meine Vermutungen sind nur Vermutungen, deine Wahrheit kennst du besser oder wirst du noch besser verstehen...

ich wünsche dir Mut auf deinem Weg, damit du innerlich frei werden kannst

  • Es ist wirklich lieb von euch, dass ihr mir alle eine Therapie empfehlt.

    Ich bin bereits seit Jahren in Behandlung. Ich weiß auch, dass der Ursprung meiner Essstörung bei meiner Familie liegt.

    Ich war ein "Unfall" und dementsprechend bin ich auch immer behandelt worden. Habe versucht durch sämtliche Aktionen als Kind Aufmerksamkeit zu bekommen.
    Im Teenager-Alter bin ich dann in meiner Essstörung hängen geblieben. Mittlerweile ist mir klar, dass ich damit nichts erreiche und mir nur selber schade.

    Dennoch habe ich die typische Reaktion, dass ich kein Hungergefühl habe, wenn ich im Stress förmlich untergehe. Ich bin soweit, dass ich mich dann eben zum Essen zwingen muss.

    Wie gesagt, die Essstörung an sich habe ich mittlerweile Recht gut im Griff. Und ich will ja nicht abnehmen - ich finde mich einfach hässlich, wenn man überall nur noch die Knochen sieht. Ich will ja zunehmen - bin nur frustriert, wenn das Gegenteil passiert.
    Er hat mich mit dieser Essstörung kennen gelernt - ihm war das "Problem" ab dem ersten Tag klar. Er hat mich auch immer unterstützt - jeden Tag frisch gekocht, etc.
    Er ist genauso stressanfällig, er frisst es nur in sich rein im wahrsten Sinne des Wortes. Während ich nicht mal an Essen denken will, isst er alles, was ihm gerade in den Weg kommt und in solchen Zeiten versteht er nicht, warum ich das nicht kann.

    Das ist aber nicht mein Problem.
    Ich bin sehr sensibel, das stimmt. Er aber eigentlich auch. Nur momentan irgendwie nicht.

    Ich will eigentlich nur wissen, wie ich an ihn ran komme, damit ich offen mit ihm reden kann. Ich will, dass er mir sagt, was er denkt, auch wenn er mir damit evtl. weh tun könnte. Aber irgendwo ist der Wurm drin und ich will das klären bevor es irgendwann zu spät ist.

    • (14) 11.02.16 - 10:36

      Hallo,

      wenn er zumacht, ist er in dem Moment nicht weniger sensibel, sondern er schützt sich irgendwie oder - ich weiß nicht - es ist auch nur eine Lösungsstrategie für etwas, was ihn belastet.

      Dadurch, dass er dich mit deiner Krankheit kennengelernt hat, lebt ihr eine Beziehung, in welcher deine Essstörung immer irgendwie mit dabei ist. Er hat Angst, dich zu verletzen,... da lebt ihr keine Beziehung auf einer Ebene, sondern jeder übernimmt Rollen. Das passiert auch in Beziehungen, wo zwischendurch mal jemand ernsthaft krank ist. Das ist einfach nicht leicht - und für beide eine große Herausforderung. Der eine versucht die Rolle des Pflegers und Beschützers zu übernehmen, ob der andere Partner das will oder nicht.

      Wäre es eine Möglichkeit, zu zweit zu jemanden zu gehen?
      Woran würde dein Verlobter merken, dass er nicht als "Pfleger, Beschützer" gebraucht wird, sondern einfach nur Partner sein kann?
      Woran würdest du merken, dass er dich liebt, auch wenn er es nicht zeigt?

      mir erscheint deine Frage doch komplexer - und ich bin mir nicht sicher, ob du hier eine Lösung bekommen kannst. Meines Erachtens geht es hier auch darum, eine Lösung zu finden, die nicht nur im Kopf stattfindet. Du schreibst, dass du deine Essstörung im Griff hast - aber dennoch nimmst du in Stress-Situationen so ab, dass du dein Erscheinungsbild nicht mehr schön findest, weil du so knochig wirst... dann klingt es für mich eher als Ausrede (tut mir leid), dass jetzt der Stress "Schuld hat" und deine Essstörung nicht mehr vorhanden wäre. Da ist mir zuviel in deinem Kopf, was du dir konstruiert und hingebogen hast.
      Bist du dir sicher, dass deine Therapie dir wirklich hilft? Oder bist du da so schlau, um den Therapeuten bisschen in die Irre zu führen und er kriegt es nicht mit?

      #sorry, dass ich nichts netteres geschrieben habe.

      • Ist ja super lieb, dass du mir antwortest. Ich meine, ich wollte ja Meinungen und vielleicht Tipps wie ich das ganze in die Hand nehmen kann. :-)

        Zur Essstörung noch kurz:

        Mein Gewicht schwankt in Extremsituationen stark - da spreche ich von -1kg. Das ist für mich viel, da ich 1,73m groß bin und momentan 51kg wiege.

        Da fällt das Kilo mehr oder weniger schon auf.

        Ich benutze keine Ausreden, weil es nichts bringt die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Ich bin ja genau deswegen in Behandlung, freiwillig.

        Vielleicht würde mir persönlich die Gewichtsabnahme gar nicht auffallen, wenn ich mein Gewicht nicht regelmäßig kontrollieren würde. Sobald mir meine Waage aber anzeigt, dass ich abgenommen habe, fühle ich mich schlecht und finde mich nicht mehr hübsch.

        Ja, ich habe ein großes Problem mit meinem Selbstwertgefühl und das hängt dann auch sehr mit meinem Erscheinungsbild zusammen. Ich ziehe Klamotten an, die ein wenig weiter sind und möglichst alles verdecken, was auf mein Gewicht Rückschlüsse ziehen lässt.
        Ich weiß, dass ihm das nicht gefällt und dass ich seiner Meinung nach offen damit umgehen soll - das hat er mir des öfteren ins Gesicht gesagt.

        Ich versuche es auch, es kostet nur unheimlich viel Überwindung über meinen Schatten zu springen. Vorallem habe ich Angst vor den Reaktionen anderer. Aussage meines Vaters vor einiger Zeit: "Du siehst aus als wäre die Hungersnot ausgebrochen!"
        Solche Aussagen tun weh und verletzen mich sehr, vorallem weil er weiß welchen Kampf ich die letzten Jahre hatte und dass ich in innerhalb von 5 Jahren mich von 43kg auf 55kg gemausert habe. Nun liege ich seit ein paar Monaten wieder bei 51kg fest - liegt aber auch daran, dass ich mehr Sport betreibe als früher, um Stress abzubauen. Hat mir meine Therapeutin empfohlen und es ist ja auch "nur" Yoga also kein Höchstleistungssport.

        Ich arbeite wirklich hart an mir aber es geht nun mal nicht alles von heute auf morgen. Auch wenn ich mir das manchmal wirklich wünschen würde.

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