Brauche dringen Hilfe wegen Magen-Darm-Phobie

    • (1) 10.02.16 - 22:09
      ängstlichängstlich

      Ihr Lieben,

      ich glaube langsam ich brauche wirklich Hilfe.

      Ich habe unglaubliche Angst vor Magen-Darm-Virus wenn er mal wieder rum geht. Meine Kinder schleppen den eigentlich jedesmal an (immer wieder ein anderes) und mich erwischt es unter Garantie immer mit.

      Ich lasse sie schon in Plastiktüten kotzen damit die Aorosole an denen man sich anstecken kann nicht rumfliegen, wenn eines der Kinder anfängt mit Bauchweh oder Übelkeit, dann trinke ich ein bis zwei Schnapsgläser mit Alkohol in der Hoffnung, dem ganzen so durch "innere Desinfektion" entgehen zu können.

      Jetzt aktuell sagte mein Sohn morgens um halb sieben, ihm wäre so schlecht. Er hat auch versucht zu erbrechen aber es ging nicht. Er hing dann den Tag über rum und war abends wieder fit. Meine Tochter meinte heute sie habe Bauchweh und schon bin ich auf "habacht" und lungere dauernd um sie herum, achte auf "Anzeichen" und frage sie wie sie sich fühlt.

      Mir selbst ist seit dem mein Sohn mit Übelkeit gestern ankam, total schlecht und ich mag nichts mehr essen.

      Mein Problem ist, dass es mir bei Magen-Darm echt immer richtig schlecht geht. Mein Kreislauf verabschiedet sich und ich kann förmlich nur noch auf allen Vieren laufen, mit mir ist nichts anzufangen und ich bin richtig außer Gefecht gesetzt.
      Alle anderen Krankheiten (schwere Erkältung, grippale Infekte, Stimmbandentzündung, Kopfschmerzen, dicke Mandeln...) stecke ich im Stehen weg und kann mich immer und überall so zusammenreißen, dass mir selbst jemand der mich gut kennt, nicht anmerkt dass es mir schlecht geht.
      Bei Magen-Darm geht dieses Zusammenreißen nicht und ich bin voll k.o.

      Wer von euch hat etwas ähnliches und deswegen schon mal therapeutisch Rat gesucht. Hat es geholfen, wurde es besser? Und was macht ihr um eine Ansteckung bei MD zu vermeiden?

      • (2) 11.02.16 - 08:16

        Du hast doch hier im Forum schon öfter geschrieben, oder?
        Wenn nicht dann gibts hier mindestens noch eine Userin, der es genauso geht. Vielleicht antwortet sie Dir.

        Das ist eigentlich normal bei Magendarmgrippe, nicht? Das Gute daran ist, dass es so schnell geht, wie es kommt. 24 Stunden vor der Schüssel liegen und gut ist.

        Ich glaube, du hast ein kleines Problem mit dem Kontrollverlust, nicht mit dem Virus.

        lg thyme

        Huhu,

        ich kann deine Bedenken nachvollziehen. Wir hatten den letzten schweren MD im Herbst letzten Jahres. Das Kind hatte nichts, mein Mann landete im Krankenhaus und ich war über zwei Tage nicht in der Lage, mich um mein Kind zu kümmern. "Zum Glück" erwischte uns die Krankheit während eines Besuches bei meinen Schwiegereltern, so hatten wir ausreichend Unterstützung und jemanden fürs Kind.

        Danach hatte ich dann panische Angst vor dem nächsten MD. Ich bin großteils alleine mit Kind zu Hause und habe keinerlei familiäre Unterstützung in der Nähe. Wenn es mich erwischt, kann ich mich nicht einmal mehr um mein Kind kümmern. Insofern bekam auch ich schon Phantom-Übelkeit, wenn ich irgendwas mit MD mitbekam.

        Du musst dich von deiner Panik frei machen und akzeptieren, dass du es sowieso nicht ändern kannst, wenn es passiert. Sei für den Notfall einfach so gut es geht vorbereitet. Ich habe z.B. die notwendigen Medikamente im Haus, habe entsprechende Getränke und Lebensmittel (Cracker, Salzstangen, Zwieback, etc.) auf Vorrat zu Hause. Wenn du familiäre oder anderweitige Unterstützung hast, dann kannst du in Notzeiten auch darauf zurückgreifen.

        Mir schrieb man im Alleinerziehenden-Forum: Zur Not parkst du die Kinder mal n Tag vor dem TV, während du überm Toi hängst...

        >> Mein Problem ist, dass es mir bei Magen-Darm echt immer richtig schlecht geht. Mein Kreislauf verabschiedet sich und ich kann förmlich nur noch auf allen Vieren laufen, mit mir ist nichts anzufangen und ich bin richtig außer Gefecht gesetzt. <<

        Das ist normal würde ich sagen und geht wahrscheinlich jedem bei MD so, nicht nur dir. Das mal so nebenbei.

      • Ich empfinde Deine Plastiktüten-Aktion als sehr vernünftig, um Euch alle vor Ansteckung zu schützen, nicht als Ausdruck einer Phobie.

        Du könntest außerdem einen Mundschutz tragen, wenn Du deine kranken Kinder pflegst und natürlich für äußerste Hygiene sorgen. Der Kranke bekommt ein eigenes WC, falls möglich. Habt ihr nur ein WC, reinige es immer mit Sagrotan. Schmutziges Geschirr wird mit Haushalts-Handschuhen angefasst und in die Spülmaschine gestellt bwz. abgespült. Kranke werden so lange isoliert, bis sie nicht mehr ansteckend sind, d.h.: ins Bett gesteckt. Natürlich muss man es ihnen dort schön gemütlich machen und sie mit Lesestoff oder TV versorgen. Wenn du Deinen kranken Kindern am Bett Gesellschaft leistest, benutze einen Mundschutz oder halte Abstand. dass jedes Kind nur sein eigenes Handtuch benutzt, sollte selbstverständlich sein. Am besten stelle Flüssigseife ins Bad zum Händewaschen. Wenn Du magst, kannst du auch ein Mittel zur Händedesinfektion hinstellen.

        Ich übertreibe vielleicht auch, habe aber eine Immunschwäche, die dazu führt, dass ich mich immer und überall anstecke - und dann immer sehr, sehr krank werde. Mit einfachen Schutzmassnahmen kann man das doch vermeiden. Ich empfinde es immer als fahrlässig, wenn Kranke keinerlei Hygienemassnahmen ergreifen und sich über jemandes Angst, sich anzustecken, sogar lustig machen. Was ist daran falsch, sich und andere vor Ansteckung schützen zu wollen? In Japan z.B. wird ganz selbstverständlich bei bestimmten Krankheiten ein Mundschutz getragen. Jetzt kann man das als übertreiben empfinden oder als vernünftig.

        Hi,

        Ich habe mittlerweile 3 Kinder und zwei von Ihnen sind auch sehr Magen-Darm anfällig #zitter

        Wie alt sind deine Kids? Ich finde mit den Jahren wird es besser, bei den Kindern und bei mir selbst auch. Sagen wir mal, vor 9 Jahren habe ich 100% der Krankheiten abbekommen, mittlerweile keine 50% mehr.

        Bei mir schreien aber auch jedesmal alle Alarmglocken wenn ich nur das Wort Bauchweh höre...mein Mann fühlt sich dann ebenfalls sofort krank, so Männerkrank ;-) zum Ausbruch kommt es irgendwie nie bei ihm...das macht mich dann zusätzlich echt stinkig #wolke

        Durchhalten, was anderes bleibt wohl nicht.

        MfG

      • (7) 11.02.16 - 13:32

        Hallo,

        ich kann dir leider nicht helfen, aber ich habe das Gleiche.
        Google mal, das heißt Emetophobie.
        Bei mir ist das noch schlimmer, ich kriege richtig Panik, wenn mein Mann andeutet, etwas in der Richtung zu haben. Zum Glück hat er das selten.

        LG

        Hallo,

        ich hatte diese Angst sehr stark (bis hin zu Desinfektionszwängen) nach der Geburt meiner zweiten Tochter vor 8 Jahren. Ich habe mir therapeutische Hilfe gesucht, und die Angst ist mittlerweile völlig weg - das hat eine Weile gedauert, aber die ersten Erfolge in der Therapie kamen schon recht schnell.

        Je schneller du dir Hilfe holst, desto schneller wirst du angstfrei. Und ich würde das an deiner Stelle bald angehen, denn es sind nicht die paar Tage Magen-Darm-Grippe im Jahr, die dir das Leben versauen, sondern die Angst. Bei einer Angststörung laufen im Gehirn bestimmte Prozesse ab, die sich immer wiederholen, d.h. sobald irgendwas im Zusammenhang mit Magen-Darm-Grippe auftaucht, kommt die Angst wieder, da hast du irgendwann gar keinen bewussten Einfluss mehr drauf.

        Am besten hilft m.E. noch Ablenkung - z.B. indem du dich ganz bestimmten, angenehmen Beschäftigungen widmest, sobald du die ersten Anzeichen von Angst bemerkst -, aber eine Therapie wird dir deutlich mehr helfen. Möglich sind Verhaltenstherapie (dabei geht es darum, durch gezielte Verhaltensweisen dem Gehirn die Angst "abzugewöhnen") oder klassische Psychotherapie (dabei geht's eher darum, an die Ursachen des Angstverhaltens ranzukommen, um dadurch besser damit umgehen zu lernen). Ich war damals bei einer ganzheitlich orientierten Therapeutin, die eine Kombination von beidem gemacht hat, das wurde allerdings nicht von der Kasse bezahlt (ich hab das damals gemacht, weil man auf einen normalen Therapieplatz üblicherweise lange warten muss, also sieh dich bald um oder wende dich an eine Beratungsstelle, vielleicht können die dir Tipps geben).

        Alles Gute!
        Meggie

        Mach ne Therapie, wie soll Dir hier jemand helfen ?

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