Schwierige Vergangenheit - gerne auch Männerstimmen...

    • (1) 18.02.16 - 18:30
      Durcheinander.

      Noch vor paar Tagen hing zwischen mir und meinem neuen Partner (beide Anfang 40) der Himmel voller Geigen.
      Dann offenbarte er mir jedoch seine für mich schwierige Vergangenheit. War als junger Mann mehrfach im Puff gewesen, hat sich dort verliebt in eine Prostituierte aus dem Osten, diese dann geheiratet. Die Ehe lief nicht besonders gut, er fing wieder an in den Puff zu gehen, es kam zur Trennung. Seit sechs Jahren war er angeblich nicht mehr im Puff, hatte aber seit der Trennung von seiner Ex nur reine Sexgeschichten.
      Ich bin hin- und hergerissen. Er hat mich einerseits nie vorsätzlich getäuscht oder belogen, nur die Dinge abgeschwächter dargestellt (eben mit einer Ehe die nicht gut funktioniert hat, auch von seinen Sexgeschichten danach habe ich gewusst).
      Er behandelt mich äußerst gut. Er ist im Umgang mit mir extrem respektvoll, liebevoll, warmherzig, fürsorglich und ich habe keinerlei Grund, an seinen Gefühlen für mich zu zweifeln.
      Durch die Offenbarung seiner doch etwas windigen Vergangenheit bin ich trotzdem sehr durcheinander, weil ich mich schon frage, welches Frauenbild er generell hat. Auch frage ich mich ob er vielleicht bei dieser ganzen Aneinanderreihung von Unverbindlichkeiten in seinem Leben dazu neigt, bei der kleinsten Krise wieder in unverbindlichem Sex Trost zu suchen. Ich weiß, dass ich das nicht gut verkraften würde.

      Ich weiß gerade nicht, ob ich mich weiter auf ihn einlassen soll. Was würdet ihr tun?
      Auch und insbesondere interessierte mich hierzu mal eine männliche Sicht.
      Eigentlich gehöre ich nicht zu den Menschen die andere wegen ihrer Vorgeschichte und Vergangenheit vorverurteilen. Dennoch ist das für mich ein ziemlicher Brocken. Danke für eure Meinungen

      • (2) 18.02.16 - 18:57

        Niemand kann Dir hier sagen, ob er im Zweifelsfall oder bei entsprechender Situation Trost bei einer anderen Frau suchen würde.
        Es gibt Menschen, die fallen ihr Leben lang immer in dieselben Verhaltensmuster, weil sie nie etwas Anderes kennengelernt haben und nicht daran arbeiten wollten. Oder schlicht nicht anders können. Und es gibt Menschen, die geben schlechte Gewohnheiten auf (wie z.B. das Rauchen) und lassen es dann dauerhaft sein.

        Vielleicht könnt Ihr zusammen eine Konfliktlösung erarbeiten, die es ihm ermöglicht, auch über solche Bedürfnisse zu sprechen. Ihr wärt ja nicht das erste Pärchen, bei dem einer oder beide Partner ein Problem mit der Vergangenheit haben. :-)

        Du gehst jetzt von deinem Verständnis von Bordellbesuchen aus.

        Nicht alle Männer, die eine Prostituierte besuchen, müssen zwangsläufig ihre Partnerinnen nicht mehr lieben und wertschätzen oder ein schräges Frauenbild haben. Das glaube ich nicht. Es gibt sicher eine Vielzahl von Gründen, dorthin zu gehen.

        Was sagt er denn, warum er gern dorthin gegangen ist? So richtig nötig hat das ein sympathischer, ansehnlicher und aufgeschlossener Mann kaum noch. Das Interrnet macht's doch möglich, dass sich für alle Vorlieben und Ansprüche jemand passendes findet, auch ohne Beziehung als Ziel. Zudem auch preiswerter auf Dauer.

        • (4) 18.02.16 - 19:16
          Durcheinander.

          Natürlich habe ich eine bestimmte Haltung dazu erworben im Laufe der Jahre. Diese ist aber nicht manifest, sonst würde ich doch hier nicht um Rat fragen.
          Er nannte mir als Gründe, dass er immer zu schüchtern gewesen sei, um Frauen direkt anzusprechen. Außerdem sei er sehr enttäuscht worden.
          Das mögen alles plausible und gute Gründe sei, dennoch wirft auch die Tatsache, eine Exprostituierte geheiratet zu haben bei mir nun einmal Fragen auf.

          • Naja, dass er eine Prostituierte heiratet, würde ja ins Bild passen - so wie du es schilderst.

            Es gibt ja durchaus Männer, die (auch) wegen guter Gespräche solche Damen aufsuchen. Und wenn sie sich beide schätzten und emotional näher gekommen sind, wäre das EINE logische Konsequenz und zudem pragmatisch gedacht und gehandelt. Er brauchte wenigstens keine Frauen kennenzulernen, die ihn abweisen können und wo sich die Anbahnung für ihn schwierig gestaltete.

            war das eine Dame aus dem "Rotlichtmilieu" oder eine dieser Hobby-Hausfrauen- bzw. Studentinnen-Prostituierten?

            • (6) 18.02.16 - 19:33
              Durcheinander.

              Sie kam aus dem Osten und so wirklich freiwillig war die Prostitution nicht, sondern schlichtweg aus der Not illegal in Deutschland zu sein und keine Arbeit zu bekommen. Fakt 1. Sie sprach so gut wie kein Deutsch, Fakt 2 sodass Gespräche kaum möglich waren.
              Sie kam aus dem Rotlichtmilieu.

              • Ok, verstehe. Dann war die Dame vermutlich angesichts der Aussicht auf ein ganz gewöhnliches, bürgerliches Leben der Hochzeit nicht ganz abgeneigt.

                Dass er eine Protituierte heiratet finde ich nun weniger schlimm, als die Tatsache, eine Frau zu nehmen, die die deutsche Sprache kaum beherrscht.

                Da würde ich doch schwer an dem Mann zweifeln und mich fragen, was er für Ansprüche an eine Beziehung stellt. Oder sollte er so verzweifelt und schwer vermittelbar sein, dass es "nur" (soll nicht despektierlich sein) für eine Hure gereicht hat bzw. für eine Frau, die aus Verzweiflung vielleicht jeden genommen hötte,

                • (8) 18.02.16 - 19:57
                  Durcheinander.

                  Vielleicht verstehst du mein Durcheinander jetzt.
                  Ich verstehe das alles nämlich überhaupt nicht. Ich habe jetzt hier zwei Bilder von ihm im Kopf die überhaupt nicht übereinstimmen wollen.

                  Er ist attraktiv und war das auch schon früher, ich habe ja alte Fotos von ihm gesehen.
                  Bei unserem ersten Treffen war er zwar sehr schüchtern, aber absolut nicht unbeholfen, trampelig oder uncharmant oder ansatzweise sozial gestört. Er hat auch bei unserem ersten Treffen ein tadelloses Benehmen an den Tag gelegt mit äußerst guten Manieren. Insgesamt ist er ein absoluter Gentleman, in jeder mir bekannten Hinsicht.

                  Insofern ist
                  "Oder sollte er so verzweifelt und schwer vermittelbar sein, dass es "nur" (soll nicht despektierlich sein) für eine Hure gereicht hat bzw. für eine Frau, die aus Verzweiflung vielleicht jeden genommen hötte"
                  weniger die Frage als
                  "Da würde ich doch schwer an dem Mann zweifeln und mich fragen, was er für Ansprüche an eine Beziehung stellt."

                  • Jaha, da wäre ich auch verwirrt.

                    Vielleicht hat er es einfach nur gern unkompliziert. Sowohl beim Sex als auch bei der Partnerwahl. Ich kann's dir nicht sagen.

                    • (10) 18.02.16 - 20:06
                      Durcheinander.

                      Ich auch nicht.
                      Unkompliziert... Weiß ich nicht, bei mir hat er sich jedenfalls sehr ins Zeug gelegt.
                      Oder legen "müssen"...

      (11) 18.02.16 - 20:10

      Ein kleiner Denkansatz:

      Du sagst er war attraktiv, aber hat er sich wirklich auch so gefühlt ? Wie war damals seine Ausstrahlung ? War er vielleicht sehr unsicher ? Weißt du wie er damals gewirkt hat ? Fotos zeigen doch nur ein Bild.

      Musste er vielleicht diesen beschwerlichen Weg gehen um selbstsicher(er) zu werden? Sich selbst zu finden ? Ist er vielleicht gerade wegen dem erlebten, der Mensch, der er jetzt ist ?

      Einfach nur Denkanstöße.

      Liebe Grüße :)

      • (12) 18.02.16 - 20:13

        "Musste er vielleicht diesen beschwerlichen Weg gehen um selbstsicher(er) zu werden? Sich selbst zu finden ? Ist er vielleicht gerade wegen dem erlebten, der Mensch, der er jetzt ist ?"

        Na, das würde ich ja eben gerne hoffen :-) Jetzt, wo Gefühle für ihn im Spiel sind.
        Andererseits möchte ich mir genau wegen diesen nichts vormachen... Auf dem Boden bleiben...

        Ich hab auch nur ein Herz zu verlieren.

    (13) 18.02.16 - 20:33

    Hallo!

    Ich habe meinen Mann gefragt, da Du ja gern auch Anworten von Männern möchtest.
    Mein Mann sagt, mit der Vorgeschichte würde er vermutlich bei Streit und Krisen wieder ins Bordell gehen.

    Ich selbst hatte einen sehr ausschweifenden Lebensstil, der keinem potentiellen Partner gefallen hätte, das hat sich aber mit meinem aktuellen Mann und den Kindern komplett geändert. Selbst wenn wir uns trennen sollten, würde ich niemals dorthin zurück, das ist für mich abgeschlossen.

    (14) 18.02.16 - 20:57

    Hallo,

    also erst einmal spricht es schon einmal für deinen Parter, dass er dir über seine "unrühmliche" Vergangenheit so offen berichtet hat. Ich kann es verstehen, wenn dich diese Beichte nun etwas verstört zurücklässt.

    Ich hätte wohl auch ein Problem damit, wenn der Mann, in den ich mich verliebt habe, regelmäßig ein Bordell aufgesucht hätte. Mein Problem ist da nicht einmal das wilde "Rumvögeln", dafür hätte ich Verständnis ;-). Es geht mir vielmehr um meinen Wertekanon, der an dieser Stelle nicht deckungsgleich wäre. Ich möchte mein Leben nicht mit einem Mann verbringen, der denkt, dass man sich das Recht auf den Körper eines anderen Menschen erkaufen kann. Dass die Prostituierten ihre Dienste "freiwillig" anbieten, spielt für mich dabei keine Rolle.

    Das ist die eine Seite.

    Auf der anderen Seite sehe ich die Motive deines Freundes. Ich kenne ihn nicht, aber nach dem, was du schreibst, scheint er ein extrem schwaches Selbstwertgefühl zu haben oder gehabt zu haben. Solche Menschen gibt es. Lies mal ein bisschen im Forum "Absolute Beginner". Das ist ein Forum für Erwachsene, die noch nie eine Beziehung hatten, daher auch keine sexuelle Erfahrungen machen und mit über 30 noch Jungfrau sind. Jetzt würde man denken, dass da ausschließlich nur "Nerds" unterwegs sind - mit Sicherheit auch :-D. Aber viele user sind Menschen, die intelligent sind, gute Berufe haben, sich gewählt ausdrücken können und auch tageslichttauglich sind. Trotzdem sind sie nicht in der Lage, sich dem anderen Geschlecht anzunähern, zu groß sind die Selbstzweifel, manche leiden unter extremer Schüchternheit. In meinem Bekanntenkreis gibt es auch so einen Mann. Man kann es nicht verstehen, wenn man ihn erlebt. Nachdem, was du schreibst, würde ich deinen Freund auch so einschätzen.

    Aber Menschen können sich ja weiterenwickeln :-). Wenn ich schwer verliebt wäre, würde ich dem Mann wohl eine Chance geben, trotz meiner grundsätzlichen Vorbehalte, die ich Freiern bzw. ihrer Haltung gegenüber habe.

    Grüße
    Luka

    Niemand hat eine Glaskugel und kann dir sagen, ob er im Zweifelsfall Trost bei einer anderen Frau sucht.

    Allerdings würde ich die sexuelle Vergangenheit deines Freundes nicht unbedingt als hochproblematisch beschreiben. Du erwähnst, dass er dir nie etwas verheimlicht hat und dass er immer offen war. Natürlich erzählt man nicht gleich seiner neuen Freundin, dass man früher gerne mal das Bordell besuchte - welcher Mann würde DAS zugeben???

    Dass er sich dann dort in eine Frau verliebt hat, ist sicherlich auch gar nicht soooo selten, allerdings konnten sie die Liebe eben nicht in den Alltag übertragen, auch das ist für mich nachvollziehbar.

    Wegen der Bordellbesuche würde ich aber das Frauenbild deines Freundes nicht unbedingt in Frage stellen. Es gibt so viele Bordellbesucher, die sich trotzdem im Alltag völlig normal gegenüber Frauen verhalten und auch nicht alle Frauen als "käufliche Dienstleistung" betrachten.

    Männer haben sexueller Art eben wirklich teilweise ganz andere Bedürfnisse als Frauen und für Männer ist der Zugang zu bezahltem Sex auch wesentlich einfacher als für Frauen.

    Dass dein Freund seiner Ehefrau jedoch untreu war, indem er im Streitfall erneut das Bordell aufsuchte, ist ein anderes Thema. Untreue heiße ich nunmal nicht gut. Es wird dich niemand vor Untreue (Bordell oder nicht) schützen können.

    Du musst für dich entscheiden, ob du seine Erlichkeit und Offenheit dir gegenüber als Anreiz nimmst, ihm Vertrauen zu schenken.

    (16) 19.02.16 - 09:08

    Vom Anstandsgefühl her würde ich mich verpflichtet fühlen, ihn nicht für seine Ehrlichkeit zu bestrafen, indem ich es zulasse, dass mich diese Erkenntnis negativ beeinflusst, so dass sogar die Beziehung in Frage gestellt wird.

    Andererseits könnte ich es nicht ertragen, mit einem Bordellgänger und dem Ex-Mann einer Prostiuierten zusammen zu sein - das würde mich ekeln. Ich möchte mit diesem Milieu nichts zu tun haben und könnte mich nicht fallen lassen bei jemand, der dieses Milieu immer wieder gesucht hat. Ich empfinde es als unanständig und mir tun die armen Frauen leid, die dazu gezwungen werden aus Armut.

    Auch hätte ich Zweifel, ob er ein Zuhälter gewesen ist oder nicht. Ich würde sofort zum Arzt rennen und mich untersuchen lassen.

    Wie Du entschiedest, solltest Du dir sorgfältig überlegen. Ich würde ihm für seine Offenheit danken und ehrlich sagen, das Du Zeit brauchst, um nachzudenken und um das zu verdauen.

    (17) 19.02.16 - 10:24

    Er war ehrlich zu Dir! Das ist schon mal weitaus mehr, als manche andere Partner praktizieren - und zwar egal, ob Männlein oder Weiblein,
    Ich würde ihm lediglich unmißverständlich klarmachen, dass die Beziehung sofort zu Ende wäre, wenn er wieder ein Puff aufsucht.

    Im Großen und Ganzen gesehen ist es eigentlich egal, mit wem jemand vor mir im Bett war. Auch bei Nicht-Nutten kann man sich Krankheiten holen und ein Kerl, der einen ONS nach dem anderen durchzieht, ist auch nicht "besser" als einer, der ins Puff geht.
    Auf der anderen Seite kenne ich auch Mädels genug, die so gut wie an jedem Wochenende nach dem Barbesuch einen Typen mit heim nehmen - ist auch nicht "moralischer".

    Also genieß Deine Beziehung einfach mal - und warte ab. Er weiß dann woran er ist, wenn Du mit ihm redest und kann sich danach richten. Dass ein normaler Mann mit Anfang 40 keine Jungfrau mehr ist, ist auch klar.
    LG

    (18) 20.02.16 - 01:25

    Du willst einen Kommentar eines Mannes. Hier ist er.

    Ich bezeichne mich mal als normalen Mann. Ich stehe mit beiden Füßen im Leben. Ich bin m.E. auch attraktiv. Ich kann mich ausdrücken, habe gute Umgangsformen, ich habe studiert und arbeite als Dozent an verschiedenen Unis. Ich halte Vorträge bei Veranstaltungen und man sieht mir mein "Hobby" nicht an. Ich hatte nie Probleme Frauen kennen zu lernen. Möglichkeiten gab und gibt es auch heute genug. Gerade die Studentinnen in der Uni sind da manchmal sehr direkt, um ihre Noten aufzubessern. Aber nein, die interessieren mich nicht.

    Schon als ich 18 war hat mich das "Rotlichtmilieu" angeregt. Ich sage es mal ganz offen, ich bin dort Stammgast. Es weiß niemand. Es ist überhaupt nicht abhängig von meiner Partnerin. Alle "meine" Partnerinnen habe ich mit Bordellbesuchen "betrogen", wobei es für mich kein Betrug ist, da in der Regel da kein Herz/Liebe dabei ist . Für mich gehört das zu meinem Leben. Ich habe mal einen Therapeuten aufgesucht und das Thema besprochen. Ich befürchtete, dass ich sexsüchtig sei, was er verneinte. Therapie gibt es dafür keine. Es ist mein Sexualtrieb, den ich halt so auslebe. Das hat auch gar nichts mit einem falschen Frauenbild zu tun. Viele Frauen prostituieren sich auch freiwillig, weil ihnen Sex Spass macht und nebenbei damit Geld verdienen. Bordell, Puff, Prostituierte, Freier sind halt (leider) negativ belegte Tatsachen.

    Vielleicht ist es einfach das Verbotene, was mich anregt. Das machen ja angeblich nur Singles oder Verklemmte. Hahaha. Lautes Lachen. In manch einschlägigen Bordellen trifft man manchen Prominenten. Politiker, TV-Moderatoren, Spitzensportler, einfach alles. Statistisch sollen ca. 1 Mio (bis 1,2) Männer in Deutschland täglich ins Bordell gehen. Ich schreibe die Zahl nochmals aus 1.000.000. Dass sie es tun, werden 999.999 nicht zugeben.

    http://investigativ.welt.de/2013/11/03/black-box-prostitution/

    Was Du tun sollst? Einfach den Tatsachen ins Auge schauen. Das Wichtigste ist m.E. ganz offen darüber reden.

    Es gibt auch nicht wenige Frauen, die das akzeptieren können. Bordellbesuch hat nix mit Liebe zu tun. Es ist Sex, nicht mehr und nicht weniger.

    • (19) 20.02.16 - 10:19

      Sex ist eben nicht nur Sex. Das werden Typen wie du nur nie begreifen.

      (20) 20.02.16 - 10:38

      Hallo.

      >>> Es ist Sex, nicht mehr und nicht weniger. <<<

      Nein, Sex im Bordell ist eben nicht nur Sex ... auch wenn Typen wie Du sich das einreden, um morgens noch in den Spiegel gucken zu können, wenn sie nur einen Funken Anstand im Leib haben.

      Ohne LG

      Danke für den informativen Link.

      Darin steht aber auch, dass es keine 400.000 Prostituierte in Deutschland geben kann, wie oft kolportiert, sondern nur höchstens 100.000. Und das ist Großstadtdichte, also vermutlich noch weniger.

      Darum ist meiner Meinung nach auch die Zahl von 1 - 1,2 Mio. "Kontakten" pro Tag viel zu hoch gegriffen. Ich würde die auch um mindestens den Faktor 2-4 niedriger ansetzten.

      • (22) 21.02.16 - 13:24

        Das ist das Problem. 100% verlässliche Zahlen gibt es dazu nicht. Auch wenn wir von "nur" 100.000 Frauen ausgehen und die Zahl der Besuche um den Faktor 4 teilen, bleiben immer noch 250.000/Tag, also 90 Millionen im Jahr. Die Männer werden es kaum zugeben und viele Frauen, die in Wohnungsbordells geheim arbeiten auch nicht.

        Worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist die Tatsache, dass wir täglich mit Männer in Kontakt kommen, die schon mal bei einer Prost. waren. Daneben gibt es einige Frauen, so meine Erfahrung, die zu Hause sagen, dass sie putzen gehen, aber nebenbei dem Gewerbe nachgehen.

        Vor Jahren traf ich mal meine ach so seriöse Versicherungsberaterin in einem Bordell. Sie verdiente sich dort einige Euros nebenbei. Es war für uns beide peinlich.

        Und bei den Männern sind auch alle Gesellschaftsschichten dabei. Es gibt ja auch zahlreiche Promis, die schon mal dabei erwischt worden und ich habe auch schon den einen oder anderen Promi getroffen, denen ich es nicht zugetraut hätte.

        Es ist halt ein Tabuthema. Viele machen es, aber sowohl Männer wie die so arbeitenden Frauen geben es nicht zu.

        • > bleiben immer noch 250.000/Tag

          Klar ist es nicht gerade ein Randphänomen, ich will's auch nicht bagatellisieren.

          Aber den allgemeinen Eindruck, dass es für Männer was völlig Normales ist, sich Sex zu kaufen, und dass es praktisch schon zum guten Ton gehört, ab und zu mal ins Puff zu gehen, den teile ich überhaupt nicht.

          > Vor Jahren traf ich mal meine ach so seriöse Versicherungsberaterin in einem Bordell.
          > Sie verdiente sich dort einige Euros nebenbei. Es war für uns beide peinlich.

          Da finde ich nichts dabei. Warum sollte ein Versicherungsberater nicht nebenher auch einem seriösen Beruf nachgehen können?!

          • (24) 22.02.16 - 11:09

            ***Aber den allgemeinen Eindruck, dass es für Männer was völlig Normales ist, sich Sex zu kaufen, und dass es praktisch schon zum guten Ton gehört, ab und zu mal ins Puff zu gehen, den teile ich überhaupt nicht.**

            Klang ich so? Nein, nein, ich wollte jetzt nicht zum Ausdruck bringen, dass es für die Männer zum guten Ton gehört, sondern lediglich deutlich machen, dass es kein seltenes Randphänomen ist.

            Hintergrund war, dass weiter oben jemand geschrieben hat, dass sie mit solchen Männern nichts zu tun haben will und ob man sich noch im Spiegel sehen kann.

            Wenn man nur die niedrige Zahl von 250000 Besuchen pro Tag ansetzt, sind es immer 7,5 Mio Besuche im Monat. Meiner Schätzung nach besuchen 8-10 Mio verschiedene Männer im Jahr eine Prost., also sicherlich kein Randphänomen, sondern eher ein großes Tabuthema. Also jeder 3. Mann im sexfähigen Alter.

            Weiter unten hat jemand versucht das Thema aufzuhellen, dass viele Frauen selbständige Liebesdienerinnen sind. So ist das. Menschen, die sich mit dem Thema überhaupt nicht auseinander setzen, glauben wohl, dass alle Damen der Branche von irgend welchen Zuhältern dazu gezwungen werden. Mitnichten. Sicherlich gibt es (leider) auch solche Frauen. Aber die meisten Damen dieser Branche machen es aus freien Stücken.

            • Es klang mir schon so nach "im Prinzip macht's doch jeder", auch im Strang nebenan.

              > Also jeder 3. Mann im sexfähigen Alter.

              Sicher je nach Umfeld sehr unterschiedlich, aber als obere Schranke von mir aus. ;-)

              > Aber die meisten Damen dieser Branche machen es aus freien Stücken.

              Das ist das, was man als Mann gerne glauben möchte - gelebter Feminismus mit dem Extrakick, sozusagen...

              Ich könnte mir sogar noch vorstellen, dass es in dem Segment der Branche, in dem du dich vermutlich bewegst, tatsächlich auch teilweise so ist. Persönliche Erfahrungen habe ich da keine, aber von dem, was ich gelesen habe, ist das keineswegs die Regel. Und auch die selbständigen Sex Worker im Hochpreissegment scheinen unter großem Konkurrenzdruck zu stehen und haben Mühe, ihre Preise zu halten.

              > Es ist Sex, nicht mehr und nicht weniger.

              Tja, das sagt sich so leicht, aber deine Partnerin scheint das nicht so zu sehen, sonst würdest du es ihr nicht verheimlichen... trotzdem Hut ab vor deinem Mut, dein "Hobby" hier im Forum zu thematisieren.

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