Wieviel Toleranz benötigt/verträgt eine Ehe?

    • (1) 24.02.16 - 19:18

      Hallo,

      seit Juni 2014 haben mein Mann und ich eine Ehekrise. Es gibt immer wieder mal Phasen, in denen es einigermaßen gut läuft. Von Zeit zu Zeit gibt es Rückschläge. Diese Rückschläge gehen immer von meiner Seite aus.

      Wir sind seit 6 1/2 Jahren verheiratet und seit 9 1/2 Jahren zusammen. Ich war zu dem Zeitpunkt seit 5 Jahren solo, mein Mann hatte kurz vorher seine (sehr komplizierte) Beziehung beendet. Wir waren bereits 2 Jahre verheiratet, als immer öfter Kärtchen, Briefe und Geschenke bei uns eintrudelten. Adressiert an meinen Mann, von seiner vorherigen Partnerin. Die Kärtchen und Briefe hat mein Mann abgefangen, bevor ich etwas davon mitkriegen konnte. Eine von ihr selbst gebrannte CD mit Brief konnte er vor mir dann nicht abfangen. Ich habe ihn gefragt, was sie denn noch von ihm wolle. Seine Antwort war unspektakulär. Damit war die Sache für mich erledigt.

      Im Juni 2014 fand ich nachmittags, nachdem ich von der Arbeit nach Hause kam, einen Zettel auf dem Tisch. Mein Mann hatte mir geschrieben, dass er erst sehr spät in der Nacht nach Hause käme, weil er zu einem Konzert fahren würde. Mein Mann hat ein Konzert-Abo. Allerdings finden diese Konzerte immer an ein und demselben Wochentag statt. Dieses Konzert jedoch fand an einem anderen Wochentag statt. Das war außergewöhnlich. Außergewöhnlich war auch, dass mein Mann mir davon vorher nichts erzählt hatte. Egal, wer von uns etwas vorhat. Der Andere ist immer informiert. Den ganzen Tag machte ich mir Gedanken.
      Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen. Weil ich spürte, dass da irgendetwas nicht stimmte. Er kam - wie er es geschrieben hatte - nachts um halb 2 nach Hause. Am nächsten Morgen (ich bin immer die erste, die das Haus verlässt) fragte ich ihn, wo er denn gewesen sei. Das erzähle er mir später.
      Vormittags telefonierten wir. Als ich ihn erneut fragte, wo er denn gewesen sei, erzählte er mir, er sei bei einem Eric-Clapton-Konzert gewesen. Ist ja an sich nichts schlimmes, ganz im Gegenteil. Mein Mann ist seit jeher Eric-Clapton-Fan. Ich sagte ihm, dass hätte er mir doch erzählen können. Er druckste rum und meinte dann, er hätte die Karte von seiner Ex zum Geburtstag geschenkt bekommen. Da war ich platt.
      Als ich nachmittags nach Hause kam, lag da die Eintrittskarte auf dem Küchentisch. Ich guckte sie mir an und sah, dass diese Karte für VIP war und 230 € gekostet hat. Seine Ex ist Hartz-IV-Empfängerin. 230 € sind schon viel Geld und für jemanden, der Hartz-IV bekommt, so erst recht. Bei mir gingen sämtliche Alarmglocken an.

      Seitdem ist bei uns nichts mehr so, wie es mal war. Wir haben eine harmonische Ehe geführt - alles hin. In den darauffolgenden 6 Monaten gab es viel Streit, viele Tränen und vor allen Dingen viele Erkenntnisse. Ich habe erfahren, dass die Beziehung zu seiner Ex überhaupt gar nicht beendet war, als wir zusammengekommen sind. Er ist einfach nicht mehr hingefahren. Sie hat ihn per Telefon beschimpft, hat ihn per Mail gestalkt. Mein Mann hat mir nie etwas erzählt. Er hat mir Glauben gemacht, es wäre alles in Ordnung.

      Auf die Konzert-Karte angesprochen hat er mir erzählt, damit wolle sie sich wohl "entschulden". Denn er hat für sie eine Tierarzt-Rechnung und die Einäscherung ihres Haustieres bezahlt - 450 €. Er fühlt sich ihr gegenüber verpflichtet, fühlt sich für sie mitverantwortlich. Der Kontakt zwischen den beiden ist nie abgebrochen. Er hat mich ihr gegenüber diskreditiert und lässt sie sich verbal an mir austoben. Das alles hat mich extrem verletzt und enttäuscht. Ich fühle mich hintergangen. Das Vertrauen ist dahin. Er weiß, dass ich ein sehr toleranter Mensch bin. Ich fühle mich in meiner Toleranz ausgenutzt.

      Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich habe mich von meinem Mann sehr zurückgezogen. Er sagte Silvester, er wünsche sich, dass es zwischen uns wieder besser wird. Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt will.

      Ich stelle mir ständig die Frage, ob ich zu tolerant bin.
      Wieviel Toleranz benötigt eine Ehe? Und wieviel verträgt sie?

      Liebe Grüße von laterne

      • (2) 24.02.16 - 19:24

        hallo

        ich habe null Toleranz, wenn mein Mann sich nicht von seiner Ex gelöst hätte.
        Null...
        das ist nur verletzend.

        tut mir leid #liebdrueck

        Hallo,

        also das Verhalten deines Mannes finde ich richtig daneben! Das stelle ich schon fast auf eine Stufe mit "betrügen", auch wenn kein körperlicher Kontakt zwischen beiden mehr bestanden haben soll.

        Andererseits hat er nun wohl auch gemerkt, daß es endlich an der Zeit ist, dir diesbezüglich offen und ehrlich gegenüber zu stehen. Das solltest du nicht außer acht lassen.

        Dass du dich hintergangen fühlst, kann ich absolut verstehen. Vielleicht braucht ihr auch einfach noch etwas Zeit....
        Ich denke nicht, daß du dieses Geschehen durch "zu viel Toleranz" heraufbeschworen hast. In einer intakte Beziehung sollten Toleranz und Vertrauen von keinem der Partner ausgenutzt oder mißbraucht werden.

        LG

        Deine Frage ist nicht ganz korrekt gestellt.

        Nicht die EHE muss etwas vertragen oder auch nicht. Die Ehe wird getragen von Menschen und da jeder Mensch anders ist und eine andere Toleranzgrenze hat, musst du wohl oder übel auf dich schauen.

        Ich muss ehrlich zugeben, ich habe auch schon einen dicken Hund meines Mannes verziehen, den die meisten anderen wohl so nicht abgehakt hätten.

        Aber in deinem Fall wäre erstmal auch der Ofen aus. Er hat dich von Anfang an belogen.

        Insgesamt zeugt das von schlechtem Stil. Er beendet seine vorherige Beziehung nicht ordentlich. Das finde ich schon traurig. Dann lässt er zu bzw. hört es sich an, dass sie über dich lästert. Du bist jetzt seine Frau und kannst am wenigsten dazu, wie es damals zwischen den beiden lief (du hattest bis vor kurzem noch nicht einmal eine Ahnung davon). Da finde ich es armselig, dass er sich ihr Gemotze anhört und es sich so darstellt, als hättest du einen Fehler begangen.

        Ganz krass finde ich es, ein Geschenk im Wert von mehreren hundert Euro anzunehmen, wenn diejenige eh schon finanziell rumkrebst. Sowas würde ich nie und nimmer annehmen - egal von wem!! Wieder ziemlich schlechter Stil von ihm.

        Und dann die Geschichte mit dem Hund. Prinzipiell kann ja jeder mit seinem selbst verdienten Geld verfahren, wie er möchte. Er verheimlicht dir aber ALLES, was mit dieser Ex zu tun hat. Warum tut er das? Ist ihm die Ex wichtiger als deine Meinung dazu?

        Für mich wäre es vorbei, wenn der Mann es fast ein Jahrzehnt für nötig hält, mich zu belügen. Ich verstehe gar nicht, wie man sich so lange verantwortlich fühlen kann? Ist sie so bedürftig in jeder Hinsicht? Hat sie keine Freunde, keine Familie? Warum hat er sich überhaupt getrennt, wenn seine ganze Sorge ihr gilt?

        Was gedenkt dein Mann zu tun, dass es wieder besser wird zwischen euch? Ich finde, er hat deine Toleranz über Gebühr strapaziert. Wobei man genau genommen gar nicht von Toleranz sprechen kann. Tolerant kann man sein, wenn man etwas gewährt. Du wusstest aber von nix, also konntest du nichtmal entscheiden, ob du überhaupt so tolerant sein möchtest.

        Dein Mann ist schlichtweg ein feiger Typ und ein Lügner.

        Er hat nicht deine Toleranz ausgenutzt sondern dein Vertrauen missbraucht. Und das fast ein Jahrzehnt lang. Da wäre bei mir auch Schluss mit lustig.

      • (7) 24.02.16 - 23:12

        er muss sich entscheiden. man kann nicht auf zwei hochzeiten tanzen.

        Hallo, mein Mann und seine Ex haben beruflichen Kontakt und auch einen ähnlichen Freundeskreis.

        Seit ich einen goldenen Ring am Finger trage, bin ich nicht mehr eifersüchtig, er hat mich ja geheiratet und sie in 15 Jahren Beziehung nicht.

        Dir wünsche ich mehr Selbstbewusstsein! Die beiden sind halt noch befreundet und er hat sich nicht getraut, dir das zu sagen. Im Schlussmachen ist dein Mann kein Held, aber die Verhältnisse sind doch klar, du bist die Ehefrau und sie nicht.

        Von einer sexuellen Beziehung der Beiden erzählst du nichts, also gehe ich davon aus, dass da nichts ist. Es ist also nichts passiert!!! Deshalb würde ich meine Ehe nicht in Frage stellen.

        LG

        • (9) 25.02.16 - 13:49

          man ist nur nicht mehr eifersüchtig weil man jetzt einen goldenen ring am finger trägt?!
          weil er dich ja geheiratet hat...

          naja, vielleicht ist dein mann einfach nur korrekter und anständiger, aber es gibt leider genug männer die eine neue zwar heiraten, aber die ex hier und da noch pimpern.leider haben ex-frauen oft ziemlich viel macht und wissen genau wie sie was machen müssen damit ihre spielchen auch spaß machen.

          das ist natürlich bei weitem nicht die regel, aber es kommt oft genug vor.darum finde ich deine aussage, pauschal gesehen und auch wenn sie vorgesehen ist die TE etwas zu trösten, schon naiv.vor allem läuft es bei ihr ja anscheinend sehr viel anders ab als bei dir.

          wenn mein mann mir in 10 jahren ehe nicht sagen kann was da wirklich abläuft, dann bin ich bestimmt nicht stolz bzw. tu es so lapidar ab, dass ich ja die frau bin und gut ist.

          und nur weil die TE nichts von sex erzählt bzw. er auch nicht, heißt das doch noch lange nicht das da nichts gelaufen ist.was mich persönlich auch sehr schwer wundern würde wenn da nichts gelaufen ist, sonst würde das nicht alles schon so viele jahre heimlich laufen und auch sonst dürfte sie nicht so über die TE lästern.

          wenn du dir so wenig wert bist das du das denken aufhörst bei sowas und nur der ring zählt und das ja die sicherheit ist, naja....aber du hast ja öfter eine etwas naive meinung.ist ja auch gut so, dann läuft es leichter im leben #schein

          (10) 25.02.16 - 14:14

          "Seit ich einen goldenen Ring am Finger trage, bin ich nicht mehr eifersüchtig, er hat mich ja geheiratet und sie in 15 Jahren Beziehung nicht."

          Aber nur weil man einen goldenen Ring am Finger hat, bedeutet dies nicht, dass man nichts mehr zu befürchten braucht, dass der Mann (oder man selber) immer treu bleiben wird.
          Klar er hat dich geheiratet und sie, trotz 15 Jahren Beziehung nicht. Aber immerhin waren sie 15 Jahre zusammen, so schlecht kann es mit ihr dann nicht gewesen sein und 15 Jahre müsst ihr erstmal schaffen.

          Der Arbeitskollege meines Mannes war drei Jahre mit einer Frau zusammen, sie trennten sich, anderthalb Jahre später lernte er seine jetzige Frau kennen, zwei Jahre später heirateten die beiden, trotzdem hintergeht er seine Frau mit seiner Ex, alle paar Monate treffen sie sich.
          Seine Frau tut mir leid und wäre mein Mann nicht,ich würde es hat sagen.
          Also ehe bedeutet (leider) nicht immer, dass die Ex keine Rolle mehr spielt.

      Sehr tolerante Menschen führen eine ménage à trois.

      Da du sicher nicht so etwas willst, solltest du dir sagen, dass dich dein Mann jahrelang belogen hat. Wahrscheinlich ist diese Freundschaft auch nicht rein platonisch geblieben - so viel Geld gibt man nicht für einen platonischen Freund aus.

      "Er hat mich ihr gegenüber diskreditiert und lässt sie sich verbal an mir austoben". Spätestens hier hört jedoch jede Toleranz auf. Wer mich so behandelt, muss nicht toleriert werden - solche Leute ignoriert man am besten, indem man sie aus seinem Leben streicht.

      Wenn ich das richtig gelesen habe erzählst Du von den Vorkommnissen (Konzert, Tierarzt) die 2014 waren.

      was ist denn seither passiert? Pflegt er immer noch diesen Kontakt?

      Lichtchen

      Ausgleich schaffen mit den selben Waffen!

      Beziehungen befinden sich selten im Gleichgewicht. Die Partnerseite die mit der Zeit immer mehr gibt, ist plötzlich nicht mehr der Partner, in den sich verliebt wurde. Ängste und Verlustgedanken schwächen Selbstvertrauen und Ausstrahlung des Menschen. Und auf einmal gibt die Beziehung beiden nicht mehr das erforderte, gewünschte.

      Um sich aus diesem Strudel zu befreien muß man die Perspektive wechseln. Selbst flirten gehen und Streicheleinheiten für die Seele einfangen! Es muß ja nicht gleich ein Seitensprung sein, aber ein wenig Eigeninitiative ergreifen und kleine Erfolgserlebnisse sammeln. Eigene Geheimnisse schaffen, an denen man sich erfreuen kann. Und einfach die Angst übergehen etwas zu verlieren. Du kannst nur gewinnen, wenn du gerade so zerrissen bist! Ich habe in meiner Scheidung ein flirtprofil angelegt um mich aufzubauen:
      www.lustagenten.com/?w=23885

      Mir hat das geholfen mich aufzubauen ;) Viel Glück

      "Er hat mich ihr gegenüber diskreditiert und lässt sie sich verbal an mir austoben. "

      Weißt Du DAS ganz sicher oder vermutest Du es nur? Wenn mein Mann sowas gebracht hätte, hätte er seine Koffer packen können - aber schnell.
      Ich war 35 Jahre verheiratet und habe auch einige "dicke Hunde" meines Mannes toleriert, ganz einfach auch, weil er sich dann auch wieder ehrlich Mühe gegeben hat, diese auszugleichen.
      Aber hätte er nachweislich mit seiner Ex negativ über mich gesprochen, wäre es absolut Schluß mit Toleranz gewesen, da wäre ich wohl zur Furie geworden.
      Offenbar geht das mit Deinem Mann und seiner Ex schon länger und ist nicht nur die Konzertsache - nein danke - zweigleisig ganz sicher nicht.
      Da muss er Dir schon beweisen können, dass er diesen Kontakt endgültig abbricht, ansonsten hätte ich kein Vertrauen mehr -und ohne Vertrauen keine Ehe.
      LG Moni

      Hallo,

      vielen Dank für eure Beiträge.

      Jeder von euch hat auf seine Weise Recht. Vieles von dem, was ihr geschrieben habt, trifft es ins Mark.

      Wir haben seitdem viele Gespräche geführt. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass mich das kränkt, das Vertrauen weg ist, ich mich hintergangen fühle. All das, was ihr auch geschrieben habt. Geblieben ist das Misstrauen.

      Wir waren bei einer Paartherapeutin, die ihm klar machen wollte, dass sein Verhalten ganz klar eine Grenzüberschreitung war. Dass gerade solche Probleme in der Ehe besprochen werden MÜSSEN. Weil es eben Beide betrifft. Der Lösungsvorschlag meines Mannes: Eine ergebnisoffene Diskussion über Wertevorstellungen. War wenig hilfreich und ich habe mich auch nicht darauf eingelassen. Mein Lösungsvorschlag: Kontakt zu der Ex sofort abbrechen. Seine Reaktion: Das könne er nicht mit seinen Vorstellungen von Freundschaft vereinbaren.

      Letztes Jahr im Sommer - also 1 Jahr nach diesem ganzen Mist - hat er es tatsächlich übers Herz gebracht und hat sich bei mir entschuldigt. Ich habe seine Entschuldigung bis heute nicht angenommen. Der Zeitpunkt dafür war überschritten. Was der Auslöser für seine Entschuldigung war, weiß ich nicht.

      Seine Begründung, warum er mir nichts davon erzählt hat ist damals die gewesen, dass er mich schützen wollte. Ich habe eine jetzt volljährige Tochter, die unheilbar erkrankt ist. Die Diagnose haben wir im Okt. 2012 bekommen. Die Prognosen sind nicht gut. Man sieht ihr die Krankheit nicht an. Für Außenstehende ist sie nicht erkennbar. Es dauert mind. 2 Jahre, um in seinen neuen Alltag mit dieser Krankheit zu finden. Er wusste, dass es mir zu dem Zeitpunkt extrem schlecht ging. Seine Begründung empfinde ich bis heute als reinen Selbstschutz. Ja, das nennt man wohl feige...

      Die Paartherapeutin sagte mir, ich müsse ihm die Möglichkeit der Wiedergutmachung zugestehen. Ich sehe aber keine Wiedergutmachung. Denn alles so weiterlaufen zu lassen und so zu tun, als sei nichts geschehen, ist keine Wiedergutmachung. Das ist bequem und sicherlich auch der Unfähigkeit zum Reflektieren geschuldet. Die Therapeutin sprach von einer Win-Win-Situation. Auch die sehe ich bis heute nicht. Was ich sehe ist, dass mein Mann an seiner Einstellung beharrlich festhält und der Meinung ist, ich müsse das so akzeptieren.

      Sicherlich bin ich naiv gewesen. Weil ich es gar nicht für möglich gehalten habe, dass da noch Kontakt besteht. Da bin ich wohl zu sehr von meinen eigenen Moralvorstellungen ausgegangen. Das ist tatsächlich naiv.

      Mitte letzten Jahres erzählte er mir (immer auf Nachfrage, nie von sich selbst aus), dass er den Kontakt zu ihr abgebrochen hätte. Er würde ihr lediglich noch zum Geburtstag gratulieren und sie ihm. Ich kann ihm das nicht glauben.

      Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.

      Gruß, Laterne

      • (16) 25.02.16 - 16:17

        dau musts entscheiden, ob du ihm die Chance geben möchtest oder nicht.

        wenn ja, wirst du vermutlich Unterstützung brauchen, seine UND eine von außen.

        wenn nein, trenn dich ordentlich und mach nicht das, was du ihm vorwirfst ;-)

        beides ist nicht der einfachste Weg

        aber still halten und heimlich, innerlich leiden macht dich auf Dauer kaputt.

        ich kann ihn tatsächlich etwas verstehen, dass er dich schonen wollte. Und du kannst ihm nicht vorschreiben, dass sie sich nie wieder treffen dürfen. aber er kann spüren, wie es dich verletzt und um dich zu schonen die Treffen beenden. Nur dafür braucht ihr beide etwas Vertrauen in eure Beziehung und müsst diese stärken.

        alles Gute für deine Tochter

        • Hallo Entscheidung,

          ja, die Entscheidung liegt jetzt bei mir.

          Er redet seit gestern davon, wir sollten beide einen Mediator aufzusuchen, um die Sache aufzuarbeiten. Aber das hatten wir schon. Die Paartherapeutin, bei der wir damals waren, fungierte als Mediatorin. Vielleicht war der Zeitpunkt, als wir bei ihr waren, auch zu früh. Das war 4 Monate danach. Danach ist noch vieles ans Tageslicht gekommen.

          Es entspricht nicht meinem Naturell, gleiches mit gleichem zu vergelten. Ich würde mich sicherlich nicht so schäbig verhalten, wie er es getan hat, nur um es ihm heimzuzahlen. Rachegedanken habe ich nicht.

          Es mag sein, dass er mich schützen wollte. Aber ich stimme da guest70 voll und ganz zu. Es ist nicht seine Entscheidung, was er mir zumuten kann/darf. Zumal er mich ja die 6 Jahre vorher auch nicht geschützt, sondern verschwiegen hat.

          Ich kenne 2 von seinen Exen, sie leben im gleichen Ort wie wir. Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis zueinander und feiern auch hin und wieder zusammen. An mir kann es also nicht liegen. Jeder hat doch sein Leben vor einer gemeinsamen Partnerschaft gehabt. Das ist normal und was in seinen vorherigen Beziehungen abgelaufen ist, interessiert mich nicht.

          Er hat mir von der Ex, um die es hier geht ja auch erzählt. Aber eben immer nur negativ. Sie ist sicherlich kein verkehrter Mensch. Nur, die Möglichkeit sie kennen zu lernen und selbst herauszufinden, wie sie wirklich ist, hat er mir nie gegeben.

          Wenn man immer nur bestimmte Brocken vorgeworfen bekommt und sich die Sache im Nachhinein als sehr bruchteilhaft herausstellt und auf Nachfragen nur geschwiegen wird, so stellt sich irgendwann das eigene Kopfkino ein. Das ist nur allzu menschlich. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass sich dem jemand entziehen kann.

          Es wäre für mich nichts dabei gewesen, hätte er mir davon erzählt. Ich hätte das akzeptiert. Mit dem Wissen von heute fällt mir das aber schwer. Er hat seitdem überwiegend geschwiegen und so getan, als sei nichts geschehen. Das bricht Vertrauen und macht die Sache nicht besser.

          LG, laterne

          • (18) 28.02.16 - 14:12
            Brüche bleiben Brüche

            hallo liebe Laterne

            der Mediator könnte auch helfen, alles schneller aufzulösen.
            ich kenne solche Brüche - und irgendwie bleiben sie immer. je nachdem, was sonst an Kraft und Schönheit in der Beziehung ist, kann ein Bruch verheilen und eine Narbe zurücklassen. Seine Schweigetaktik würde mir da jetzt auch nicht helfen.
            schön ist anders...

            ich wünsche dir viel Kraft... ganz viel Kraft - und dass du bald wieder ein leichtes Herz hast!
            #liebdrueck

            #herzlich

      Ich finde nicht, dass du damals naiv warst. Vielleicht war es für dich auch gar nicht so wichtig sonst hättest du ja mehr Interesse gezeigt, wie es mit der Ex steht bzw. hättest es deutlicher hinterfragt, was es mit den Briefen und Geschenken auf sich hatte, die bei euch eintrudelten.

      Und in Bezug darauf finde ich die Aussage deines Mannes zum Würgen (ich setze jetzt mal voraus, dass es von Anfang an keine nennenswerten Diskussionen oder Eifersuchtszsenen deinerseits wegen seiner Ex gab)

      Wieso meint er, er müsse dich vor etwas schützen und schnöde Briefe verheimlichen, was im Grund etwas völlig harmloses ist??? Schützen muss man doch nur vor etwas, das dem anderen Schaden zufügen könnte oder ihn verletzten würde. Und wenn ein möglicher Schaden oder eine Verletzung eintreten könnten, wieso lässt man es überhaupt zu und unternimmt nichts, um die Bedrohung zu verhindern oder fragt die Partnerin erst einmal, was sie überhaupt bedrohlich oder verletzend finden würde. Dein Mann hat aber jahrelang vorsichtshalber gar nichts gesagt. Und da wäre ich sehr pissig, wenn jemand zu wissen glaubte, was man mir zumuten kann und was nicht ohne mich gefragt zu haben.

      Ich hätte ihn erwürgt.

      Seine Feigheit auch noch mit der Krankheit deiner Tochter zu rechtfertigen schlägt dem Fass den Boden aus.

      Und dass er von dir verlangt das auszuhalten, ist eine Unverschämtheit.

      Eine Freundschaft zwischen Expartnern ist in meinen Augen nur unter zwei Voraussetzungen möglich:
      1. Es müssen beide Expartner die Beziehung abgeschlossen und verarbeitet haben.
      2. Die Ex muss die neue Partnerin bzw. die neue Beziehung respektieren.

      Wenn das nicht gegeben ist (von ihrer Seite) muss dein Partner meiner Meinung nach konsequent Stellung beziehen. Zur Beziehung und nicht zur Ex!

      LG

(22) 25.02.16 - 16:40

Ich kann nachvollziehen, dass Du die Vertrauensfrage stellst. Es ist aufgrund unserer Gesellschaft "standard" wie Du denkst und fühlst.

Daher will ich mal einen anderen Blick auf Dein Problem werfen.

Ich habe auch immer wieder Beziehungsprobleme gehabt. Ich dachte auch immer, warum klappt das bei Anderen, nur bei mir nicht. Immer wieder kamen auch bei unterschiedlichen Partner plötzlich andere Personen ins Leben.

Nach einigen Beziehungswechsel und auch Therapeutenbesuche bin ich der Auffassung, dass die wenigsten Menschen für eine langjährige, glückliche und monogame Beziehung geeignet sind. In nahezu allen Beziehungen gibt es kleinere und größere Probleme. Für den Mensch gibt es jedoch nichts Schlimmeres als Langeweile. Jede Beziehung wird jedoch in einer gewissen Form langweilig. Man kann sie sicherlich lebendig gestalten, aber der Partner bleibt der Gleiche. Ich habe über die Jahre gelernt, offener zu leben, Freiheiten zu gönnen, aber auch zu nehmen und wurde dadurch glücklicher.

Deinem Partner wird es vielleicht auch so gehen. Ich lese heraus, dass Dein Partner sich damals getrennt hat, weil es kompliziert war, aber nicht, dass er sie nicht mehr mochte. Gefühle kann man nicht auf Knopfdruck abstellen.

Was ich damit sagen will. Ich lebe heute viel offener als früher. Ich sehe meinen Partner nicht mehr als mein Exklusivrecht an. Ich gebe ihm alle Freiheiten, fordere sie aber auch für mich ein. Mein Partner darf alles. Ich verbiete ihm nichts. Das zahlt er mir zurück. Ich weiß, dass ich seine Nummer eins bin, weiß aber auch dass er mit anderen Frauen z.B. zum Sport geht etc. Da ich so offen und tolerant bin, erzählt er mir auch alles.

Zugegebener Maßen. Es war ein langer steiniger Weg zu dieser Erkenntnis.

(23) 25.02.16 - 23:03

Da wär schon Ende für mich..
Mit so einem kerl würde ich nicht mehr eine Ehe führen... den kann man doch gar net mehr vertrauen :/

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